Forks Bloodbank
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Biss wir uns wieder sehen

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Beitrag  esme78 Mo 07 Sep 2009, 16:47

Biss
wir uns wieder sehen



Meine FF spielt sich etwa ein Jahr nach Breaking Dawn ab. Mir war der Abschluß einfach ungenügend. Es blieben soviele Fragen offen. Dann hab ich mir gedacht, schreib ich mir die Story einfach selber zusammen.
Hoffentlich gefällt sie euch.
Kommis in den Kommithread.
Ich freue mich auch über kleine Kommis. Traut euch. Ihr tut mir damit einen großen Gefallen. Sehr fröhlich


Biss wir uns wieder sehen Sigesm12
♥Danke Diamond♥


Lügen

Ich lehnte mich entspannt zurück, schaute aus dem heruntergelassenen Fenster meines Ferraris, und sah die Landschaft an uns vorbeifliegen. Im Osten kletterte die Sonne langsam über den Horizont. Die Morgendämmerung hatte etwas Faszinierendes. In allen erdenklichen Rot- und Orangetönen färbten sich der Himmel und die zerklüfteten Berge in der Ferne. Mit meiner neuen Sicht der Dinge verwandelte sich dieses Naturschauspiel in ein wahres Feuerwerk der Farben. Es war überwältigend. Der Fahrtwind wehte mir Strähnen meiner Haare, die ich mir mit einer Hand im Nacken festhielt, ins Gesicht. Der Luftstrom über meiner Haut und die unzähligen Gerüche waren atemberaubend. Die karge Vegetation war mir so vertraut und doch war alles neu. Auch Edward verstand nun die Schönheit der wüstenähnlichen Landschaft, die jahrelang mein Zuhause war. Ich beobachtete ihn sehr aufmerksam.

Die ersten Strahlen der starken Wüstensonne ließen seine Haut in allen Farben funkeln, sein Haar schimmerte in wunderschönen Rot- und Brauntönen, und seine Zähne blitzten. Natürlich genoss er die Fahrt. Die Nadel des Tachos hatte schon die zweihundert Stundenkilometer überschritten. Als ich ihm anbot, die Reise mit meinem Ferrari zu machen, breitete sich ein überdimensionales Grinsen über sein Gesicht aus.

Langsam wurde es warm draußen. In Phoenix war es im Sommer schon manchmal im Morgengrauen wärmer als in der prallen Mittagssonne in Forks. Bei unserem letzten Besuch bei meiner Mutter sind wir geflogen und natürlich musste Edward die meiste Zeit drinnen verbringen, aber diesmal würde es anders sein. Meiner Mutter hatten wir erzählt, ich musste mich einer Operation unterziehen. Einer plastischen Operation, da ich von meiner Krankheit viele Narben zurückbehalten hatte.
Ich war in einer Spezialklinik und durfte eine Weile nicht an die Sonne gehen. Charlie und Carlisle hatten schon mit ihr gesprochen und versichert, dass es mir schon wieder sehr viel besser ginge und ich mich im Anschluss des Klinikaufenthaltes bei ihr in Florida erholen würde. Phil war gerade wiedermal verletzt. Er hatte sich den rechten Arm ausgekugelt und musste ein paar Wochen aussetzen. Mom hatte mittlerweile eine Stelle als Aushilfslehrerin in einer Grundschule in der Nachbarschaft. Sie hatten ein kleines Apartment für uns in ihrer Nähe gefunden.

Die Miete wollte Phil übernehmen, aber wir hatten ihn überredet, dass das nicht nötig sein würde. Ich freute mich sehr auf die Reise mit Edward. Wir beide hatten ein paar Monate in Darthmouth hinter uns und dies sollte unsere zweite Hochzeitsreise werden. Renesmee hatten wir schweren Herzens bei Rosalie und Esme gelassen. Wir wollten die Tage einfach ungezwungen genießen. Leider schlief sie nicht mehr so viel wie am Anfang und manchmal wachte sie nachts auf und kam zu uns. Renée hatte nach wie vor keine Ahnung von ihr. Ich würde mir sehr schwer tun nicht über sie zu reden, ich vermisste sie jetzt schon so sehr.

In dem Apartment angekommen ließ Edward die Koffer im Flur stehen, hob mich hoch und rannte in das Badezimmer. In der Duschkabine ließ er mich wieder runter und riss sich sein Hemd auf. Ich grinste ihn spitzbübisch an und entledigte mich auch meiner Sachen. Dann drehte er den Wasserhahn auf. Das eiskalte Wasser plätscherte an mir herunter und er stieg zu mir unter den Wasserstrahl. Er schlang seine Arme um mich, hob mich hoch und küsste mich überschwänglich an Hals, Schultern und Gesicht. Zuletzt verschmolz sein Mund mit meinem.
Irgendwann drehte er den Wasserhahn zu und strich mir das nasse Haar aus dem Gesicht. Seine goldenen Augen glühten und ich fragte mich ob wir es morgen wohl überhaupt aus dem Bett schaffen würden. Er nahm mich rücklings auf die Schulter und stolzierte ins Schlafzimmer, im Vorbeigehen schnappte er sich ein großes Badetuch und ließ mich vor dem Bett wieder runter. Das Badetuch wickelte er eng um uns und ich spürte seinen unregelmäßigen Atem am Hals.
Er küsste die winzigen Wasserperlen, die von meinem Haar an Hals, Schultern und Armen herunterliefen, weg. Die folgenden Stunden waren unvergleichlich. Ich konnte mich immer noch nicht sattsehen an ihm und die Leidenschaft nahm sogar mit jedem Tag zu.
Ich genoss jede Sekunde und dankte dem Allmächtigen für so viel Glück. Vergessen waren all die Stunden die wir, zwischen Hoffen und Bangen und purer Verzweiflung, erduldet hatten. Das war endlich hinter uns. Unserer Ewigkeit hatte begonnen, so wie wir uns das erträumt hatten.
Am nächsten Morgen, als die Geräusche auf den Straßen zunahmen und die Menschen in die hektische Betriebsamkeit des Tages aufbrachen, lag ich in seinen Armen und war in Gedanken schon bei Renée. Edward bemerkte meine grüblerische Abwesenheit, strich mir über die Stirn und gab mir einen Kuss zwischen die krausgezogenen Augenbrauen.
„Woran denkst du?“ Seine Stimme war nur ein leises Flüstern.
„Ich denke an Renée. Wie wird sie auf mich reagieren?“ Ich stellte mir ihr entsetztes Gesicht vor.
„Du brauchst dir keine Sorgen zu machen. Wir haben alles genau durchdacht. Carlisle hat Charlie auch jede noch so kleine Kleinigkeit geradezu auswendig lernen lassen.“ versucht er mich zu beruhigen.
„Genau das macht mir Sorgen. Dad ist Polizist. Er lügt nicht gerne.“ widersprach ich.
„Bella, Liebste. Das ist Teil unseres Lebens. Du hast gewusst worauf du dich einlässt. Es ist unbedingt notwendig, dass wir bei unserer Geschichte bleiben. Renée können wir nicht die Wahrheit erzählen. Sie würde es nicht verkraften. Das hast du selbst gesagt.“
„Schon. Du hast ja Recht. Ich sollte wohl einfach lockerer sein und es auf mich zukommen lassen. Aber ich hab noch nicht so viel Erfahrung mit dieser Lügerei wie du. Wird es mit der Zeit wenigsten leichter?“
Er lachte herzhaft und sah mich dann verschmitzt an. Die darauf folgende Stille wurde vom Klingeln meines Telefons unterbrochen. Ich sprang schnell aus dem Bett und griff in meine Tasche. Ich las die Nummer und lächelte, als ich ranging.
„Guten Morgen, meine Süße.“ Ich stellte auf Mithören und Edward kam an meine Seite. Er legte zärtlich den Arm um meine Taille und begrüßte nun auch unsere Tochter: „Na schon ausgeschlafen? Es ist bei euch doch erst kurz vor fünf.“
Renesmee musste uns unbedingt erzählen, dass sie gestern Jacob bei der Jagd abgehängt hatte und wie stolz er auf sie war. Nachdem sie aufgelegt hatte gab Edward mir einen sehr zärtlichen Kuss. Dann sah er mir fragend in die Augen.
„Habe ich mich eigentlich schon bei dir bedankt?“
„Bedankt? Wofür?“
„Dafür, dass du mir die süßeste kleine Tochter der Welt geschenkt hast?“
„Dafür müsste ich eher dir danken.“ widersprach ich ihm und lächelte leicht verlegen.

Leider blieb uns dann nicht mehr genug Zeit um unseren gegenseitigen Dank richtig Ausdruck zu verleihen, denn in einer viertel Stunde waren wir mit Renée und Phil verabredet. Sie wollten zu uns kommen, da ich ja nicht an die Sonne konnte. Bei meiner Mutter musste man, zwischen zehn Minuten zu früh und eine Stunde zu spät, mit allem rechnen. Wir zogen uns in Windeseile an und fingen an die Räume bewohnbar zu gestalten, d. h. ein paar Kleider in die Schränke legen, die Becher im Bad mit Zahnbürsten und Zahnpasta bestücken, usw. Wir hatten unterwegs auch ein paar belegte Bagels, Milch, Säfte, Salzbretzeln usw. eingekauft. Schließlich mussten wir unserem Besuch etwas anbieten können. Edward setzte gerade Kaffee auf und ich deckte den Tisch, als es an der Tür klingelte. Edward sauste durch die Räume und zog die Vorhänge zu, um die aufgehende Sonne nicht herein zu lassen. Dann stand er neben mir an der Tür. Er nahm mich bei den Schultern und nickte mir aufmunternd zu. Ich holte noch einmal tief Luft und öffnete die Tür.

„Bella, Kleines. Endlich bist du wieder da.“
Sie stürmte förmlich herein und fiel mir um den Hals. Ich nahm mir vor sicherheitshalber nicht zu atmen. Man konnte ja nie wissen. Dann wandte sie sich an Edward.


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Beitrag  esme78 Mo 07 Sep 2009, 20:26

„Hallo, Edward. Es ist so schön euch mal wieder zu sehen.“ Er war an ihre überdrehte Art zwar schon gewöhnt, aber ich spürte wie er leicht verkrampfte. Wohl aus Angst wie ich auf ihren Geruch reagieren würde.
„Hallo Renée, wo ist Phil?“
„Ach, der hat einen kurzfristigen Arzttermin. Er wurde dazwischen geschoben und kann leider nicht weg. Er lässt euch aber schön grüßen.“ Sie ging einen Schritt in Richtung Wohnzimmer, aber sah mich aufmerksam an. Ihr Gesicht verriet ihre Überraschung.
„Bella, ich glaube ich hätte dich auf der Straße, wenn du zufällig an mir vorbeigegangen wärst, nicht mehr erkannt. Das ist ja unglaublich. Ich bin zwar absolut gegen diesen plastischen Unsinn, der hier sehr verbreitet ist, aber ich muss sagen du siehst wirklich toll aus. Abgesehen davon, dass es wohl medizinisch notwendig war.“
Ich ging langsam auf sie zu. Ich hatte sie so vermisst, dass ich ihr nur um den Hals gefallen bin.
„Mom, Ich bin so froh dich zu sehen.“ Mein Sauerstoff war aufgebraucht und ich atmete tief ein und stellte erleichtert fest, dass ich ihr genauso wiederstehen konnte wie Charlie und den anderen. Ich musste mich sehr beherrschen, sie nicht zu fest zu umarmen und löste mich langsam wieder von ihr.
„Geht es ihr wirklich gut?“ Sie blickte skeptisch in Richtung Edward. Der lächelte sein schiefes Lächeln und sie lachte.
„Mir geht es gut, ehrlich. Komm lass uns hinsetzten. Erzähl mal was gibt’s Neues?“
Ich goss Kaffee in die Tassen und Renée nahm sich einen Bagel. Sie sprudelte nur so vor Freude und so bemerkte sie gar nicht, dass Edward und ich nur ein- oder zweimal kurz an der Tasse genippt hatten. Den ganzen Tag lang schwelgten wir in Erinnerungen. Wir berichteten ihr von der Uni und sie zeigte uns Bilder von ihrem letzten Urlaub mit Phil. Sie fragte welches Projekt Esme momentan verfolgte und dann erkundigte sie sich nach Dad. Ich erzählte ihr von Sue und versicherte ihr, dass die beiden meinen Segen hatten. Sie schien sichtlich erfreut und machte den Vorschlag mal wieder mit Phil zu uns zu kommen. Edward versicherte ihr, dass bei Carlisle und Esme immer ein Zimmer für sie frei wäre. Am Abend schlenderten wir durch die Stadt und Phil stieß auch endlich zu uns. Edward hielt mich immer fest umschlungen. Der Blick meiner Mutter war wie immer sehr forschend. Ein paar Tage später, an unserem Hochzeitstag, wollten wir ins Theater gehen. Ich hatte in der hiesigen Tageszeitung gelesen, dass Sturmhöhe aufgeführt werden sollte – Edward hatte schallend gelacht als ich ihm die Anzeige unter die Nase gehalten habe. Renée und Phil wollten uns begleiten. Wir trafen uns am Eingang. Ich trug ein schwarzes Cocktailkleid, die Haare hatte ich hochgesteckt. Edward trug einen klassischen Anzug mit schmaler Krawatte. Renée trug ein hautenges rotes Seidenkleid und hatte sich vom Friseur die Haare aufdrehen lassen. Auch Phil trug einen schwarzen Anzug. Wir suchten unsere Plätze und dann wurde das Licht herunter gedreht. Der Vorhang wurde zurückgezogen. Edward hielt die ganze Zeit meine Hand. Leise, sodass nur ich ihn hören konnte, flüsterte er mir Heathcliffs Text ins Ohr. Renée schien nicht besonders interessiert an dem Stück denn sie achtete mehr auf uns. In der Pause ging ich mit ihr in die Damentoilette. Natürlich hatte ich nicht das Bedürfnis mich erleichtern zu müssen, aber ich ging ebenfalls in eine der Kabinen und zog nach einiger Zeit die Spülung. Am Waschtisch wartete sie auf mich. Sie frischte ihr Make-up auf und musterte mich als ich mich im Spiegel betrachtete.
„Trägst du Kontaktlinsen, Bella? Ist mir neulich gar nicht aufgefallen. Ich war wohl durch dein verändertes Äußeres abgelenkt.“ bemerkte sie dann.
„Ach ja. Die hat mir Alice geschenkt. Sie meinte wohl die fehlten mir noch um perfekt auszusehen.“ gestand ich schnell.
„Sie hat Recht. Soll ich dir was sagen, Kleines? Als ihr das letzte Mal bei uns ward, hab ich mich gewundert wie ihr euch aufeinander eingestellt habt. Aber das ist nichts im Vergleich zu jetzt. Du bist ihm sogar äußerlich ähnlicher geworden. Dann noch die Augen.“ fügte sie kopfschüttelnd hinzu.
Es war nicht zu fassen. Sie konnte immer noch in mir lesen wie in einem Buch. Aber was sollte ich noch sagen. Ich lächelte sie nur verlegen an.
„Es ist als seid ihr für einander geschaffen. Ich habe euch sehr genau beobachtet. Ihr strahlt eine solche Zufriedenheit aus. Er macht dich wohl wirklich glücklich?“
Wenn ich gekonnt hätte wären mir jetzt die Tränen übers Gesicht gelaufen. Ich hielt sie fest und flüsterte ihr ins Ohr: „Du ahnst ja gar nicht wie sehr.“
„Das freut mich!“ erwiderte sie meine Umarmung. „Frierst du, Schätzchen? Du bist ja eiskalt.“
Oh, oh. Ich löste mich schnell von ihr und pustete alle Luft aus meinen Lungen.
„Nein, ich bin nur so gerührt.“ versuchte ich sie zu überzeugen und rieb mir die Oberarme.
„Schade, dass ihr morgen schon wieder fahren müsst.“
Am Ende der Vorstellung verabschiedeten wir uns von den beiden, und mit dem Versprechen, Esme, Charlie und den anderen, liebe Grüße zu bestellen gingen wir in unser Apartment. Wir mussten uns umziehen, denn wir wollten auf die Jagd gehen. Ich hatte mir eine alte Jeans und ein Neckholdertop zu Recht gelegt. Edward zog seinen Schlips aus dem Hemd, das Jackett hatte er um die Stuhllehne gelegt. Er stand hinter mir, zog mir die Nadeln aus dem Haar und verwuschelte es mit den Fingern. Dann neigte er seinen Kopf an meine linke Schulterbeuge und küsste mich sanft bis zum Ohr.
„Alles Liebe zum Hochzeitstag.“ hauchte er. Seine Hände streichelten meine Arme herunter. Ich nahm seine Hand und drehte mich um. Dieser Blick, mit dem er mich ansah, löste in mir eine Flut von Gefühlen aus. Ich knöpfte sein Hemd auf und strich es von seinen Schultern. Mit einem leisen Rascheln fiel es zu Boden. Wir hielten uns eng umschlungen. Dann machte ich einen kleinen Schritt nach vorne, und im nächsten Moment fielen wir auf das Bett. „Hast du gar keinen Durst mehr?“ versuchte er ernst zu bleiben, lächelte aber verschmitzt. „Oh doch!“ Ich lag auf ihm und hielt seine Hände über den Kopf gestreckt. Wir würden wohl unterwegs kurz anhalten müssen, um zu jagen.


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Beitrag  esme78 Di 08 Sep 2009, 00:09

Die ganze Wahrheit

Es war Samstag. Der letzte Samstag im August. Nach einigen aufeinanderfolgenden Sonnentagen war der Himmel heute mal wieder dick bewölkt. Gott sei Dank dachte ich, denn heute war mein Vater zu Besuch. Obwohl er jetzt offiziell mit Sue zusammenlebt, besucht er uns zwei- bis dreimal in der Woche. Es ist schon verrückt. Seth war schon wie ein Bruder für mich, aber mit Leah bin ich kein Stück vorwärts gekommen. Jacob findet die ganze Situation einfach toll. Noch mehr Gemeinsamkeiten zwischen den Wölfen und Vampiren. Heute standen er und meinem Vater schon um acht Uhr in der Früh auf der Matte. Als ob er uns aus dem Bett holen würde. Edward briet ihnen sein berühmtes Omelett und ich servierte noch frisch gepressten Orangensaft dazu. Frisch gestärkt machten sie sich an die Arbeit. Mittlerweile war es schon nach elf Uhr und mein Dad werkelte in dem großen Baum in unserem Gärtchen, während ich auf der kleinen Bank vor dem Fenster saß und in ein Buch vertieft war.
„Jake, wo bleibt die Schachtel mit den Schrauben?“ rief Charlie.
Gerade dachte ich mir noch, dass keiner hier mit einer derartigen Lautstärke gerufen werden musste, außer Charlie selbst, als plötzlich Alice hinter unserem Häuschen aufschrie.
„Achtung, Charlie pass auf?“
Ich hatte sofort ein ungutes Gefühl und stand in einer zehntel Sekunde unter dem Baum, auf dem Charlie gerade an einem riesigen Podest eines Baumhauses schraubte.
Im nächsten Moment flog er kopfüber aus dem Geäst und landete direkt in meinen Armen. Der Aufprall war natürlich kein Problem für mich, auch nicht die Reaktionsfähigkeit - wie ein Blitz meine Arme so auszustrecken, dass er nicht auf den Boden knallte. Doch dann war ich mit meinem Latein am Ende. Sollte ich mich nicht rühren, und darauf hoffen, dass Charlie so geschockt war nichts mitzubekommen oder sollte ich so tun, als ob ich unter seinem Gewicht zusammensackte. Für beide Varianten fiel mir keine passende Erklärung ein. Doch dann handelte ich wohl instinktiv und ließ uns beide vergleichsweise sanft auf den Boden fallen.

„Was ist passiert? Ach du Sch…!“ rief Jake, der mit einer kleinen Schachtel in der Hand aus dem Haus gestürmt kam, bei dem letzten Wort die andere Hand an den Mund gepresst.
Er und Alice standen bereit und streckten uns ihre Hände entgegen. Leicht verwirrt griff Charlie Jacobs Hand und rappelte sich auf. Dann blickte er besorgt zu mir, als auch ich wieder stand, offenbar unverletzt und ohne schmerzverzerrtes Gesicht.
„Ich…ich.. wie?“ stammelte Charlie kopfschüttelnd.
Ich konnte noch immer nicht sprechen. Einen kurzen Moment kam es mir vor wie ein Déjà-vu. So ähnlich musste sich Edward damals auf dem Parkplatz vor der Schule gefühlt haben, als er mich vor dem Van gerettet hatte.
„Ich hatte doch gesagt das ich da rauf gehen werde, und du solltest auf mich warten.“ tadelte ihn Jake. Er hielt ihn an den Schultern, weil er wohl dachte er würde nachträglich noch umkippen. Er sah aus wie ein Vater, der seinen Sohn schimpfte. Das lag auch daran, dass er Charlie um mindestens zwanzig Zentimeter überragte.

Langsam kam wieder Farbe in das Gesicht meines Vaters. Dann starrte er mich an als wäre ich ein Gespenst. Ich konnte mir vorstellen was in seinem Kopf vorging. Was hatte Edward damals gemacht? Ach ja, er hat sich dumm gestellt und mich den Sanitätern und unseren Mitschülern überlassen. Aber was sollte ich jetzt sagen?
„Ist dir nichts passiert? Alles O.K., Dad?“ brachte ich mühsam heraus.
„Bin O.K. Aber wie sieht es mit dir aus? Ich bin doch direkt auf dich drauf gefallen.“
„Nichts passiert, Dad. Wirklich! Der Boden hier ist sehr nachgiebig.“
Sein Blick, der mich regelrecht durchbohrte, sprach Bände. Ich war wohl nicht sehr überzeugend. Also lächelte ich ihn entschuldigend an. Alice und Jake beobachteten unser Mienenspiel mit unschlüssigen Gesichtern. Dann rettete Alice die Situation, indem sie so laut lachte, als hätte jemand einen guten Witz erzählt.
„Ihr seht so witzig aus? Seid doch froh, dass nichts passiert ist. Ich sage es ja immer - Männer können auch nicht alles.“ sagte sie immer noch lachend.
Jetzt lachten wir alle und entspannten uns wieder. Um mich nicht doch noch zu verraten ging ich ins Haus und steuerte in die Küche. Ich holte zwei Dosen von Charlies Lieblingsbier aus dem Kühlschrank und schlich langsam zurück in unser Gärtchen. Dort saßen Charlie und Jake inzwischen auf der Bank vor dem Fenster und lächelten erleichtert, als ich ihnen die Dosen hinhielt.
„Eine kleine Erfrischung?“ fragte ich.
„Danke Bells! Das kann ich jetzt gut gebrauchen. Also du hast gewonnen, Jake. Das nächste Mal gehst du da rauf ich kann ja unten die Bretter zu Recht sägen.“ seufzte Charlie und nahm einen großen Schluck aus der Dose. Auf seiner Stirn perlte der Schweiß. Wohl eher vor Schreck als vor Anstrengung.

Alice kam leise an meine Seite und berührte mich an der Schulter. Ich blickte in ihr besorgtes Gesicht und gab ihr zu verstehen, dass sie mir folgen sollte. Wir gingen ins Wohnzimmer und setzten uns aufs Sofa.
„Langsam aber sicher wird es eng. Er ist sehr misstrauisch. Und wenn du mich fragst ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis er drauf kommen muss.“ erklärte Alice.
„Ja, ich weiß. Was können wir tun? Was ist mit seiner Sicherheit? Wie viel darf er wissen?“
„Ganz ehrlich? Ich finde du solltest es ihm sagen. Er wird sicher sauer sein, wenn er die Wahrheit nicht von dir sondern von einem Anderen erfährt. Und solange wir den Volturi keinen Grund liefern, mal wieder hier aufzutauchen, ist eigentlich alles O.K.“
Entsetzt starrte ich aus dem Fenster und sah wie sich mein Vater mit meinem besten Freund, und Freund meiner Tochter, seiner Enkelin, unterhielt. Das war schon für mich alles sehr kompliziert und verwirrend. Wie würde er auf die ganze Wahrheit reagieren? Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen und ich sah Alice vorwurfsvoll an.
„Was siehst du?“
„Na ja. Du hast Recht. Er wird gleich zu uns herein kommen und dich fragen ob er sich mal mit dir unterhalten kann.“ gab Alice bereitwillig zu und ließ mir einen Moment Zeit, das zu schlucken.

„Oh je, ich hatte gehofft, dass Edward bei mir sein würde wenn das passiert. Aber jetzt muss ich da wohl alleine durch.“
Edward war mit unserer Tochter bei Carlisle, um sie wieder einmal zu untersuchen und zu vermessen. Obwohl sie in den letzten sechs Monaten nicht mehr ganz so rasant gewachsen ist, wollten wir nichts dem Zufall überlassen. In knapp zwei Wochen ist ihr erster Geburtstag und sie sah eher aus wie fünf. Auch geistig war sie viel weiter. Doch wir konnten sie ja schlecht in die Schule schicken. So haben Carlise, Edward, Esme und Jasper sowas wie Hausunterricht für sie eingeführt. Ja, es war schon fast ein Jahr, seit ihrer Geburt und meiner Verwandlung, vergangen. Und mein Vater hat sich in dem Kopf gesetzt seiner Enkelin ein Baumhaus zum Geburtstag zu bauen. Wie sollte er auch wissen, dass sie ohnehin die meiste Zeit mit Edward in den Kronen der Bäume unseres Waldes verbringt. Und zwar ohne Baumhaus. Aber er wollte sie überraschen und kam jeden Freitagnachmittag und das komplette Wochenende, um daran zu bauen. Jake half ihm dabei.

Mehr oder weniger. Denn er fand die Zeit, die er von Renesmee getrennt war, unerträglich. Esme hat die Pläne entworfen, als sie von seiner Idee hörte. Und Emmett hat das Holz und die Werkzeuge besorgt. Es würde wahrscheinlich mindestens genauso groß wie Edwards und mein Haus werden.
In meine Gedanken hinein nahm ich wahr, dass Charlie auf dem Weg zu uns war. Alice stand auf und lächelte mir aufmunternd zu. Sie ging an ihm vorbei nach draußen. Er schaute ihr kurz nach und setzte sich zu mir.


Zuletzt von esme78 am Fr 22 Jan 2010, 23:36 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Beitrag  esme78 Di 08 Sep 2009, 19:45

„Bella, kann ich mal mit dir reden?“
„Schieß los!“ entgegnete ich schnell.
„Also ich weiß nicht genau wie ich anfangen soll, aber ich bin bald am Platzen. Ich habe zwar gesagt ich will so wenig wie möglich wissen, aber wenn meine kleine Tochter mich, so mir nichts dir nichts, auffängt und sich scheinbar kein Haar krümmt dabei, also dann steht mein Weltbild extrem schief.“ stammelte er.
Ich sah ihm ernst in die Augen. „Was soll ich sagen? Die Sache mit den Werwölfen weißt du ja schon von Jake und Seth. Und sicher auch von Sue. Aber wir Cullens sind anders. Bist du sicher, dass du das hören willst?“ fragte ich ungläubig nach.
„Ja!“ Er schrie fast.
Ich atmete tief durch und fing an zu erzählen.
„Du kannst dich doch sicher noch an meinen beinahe Unfall in der Schule erinnern, und an die Geschichte mit dem Sturz, den ich im Hotel hingelegt habe.“ Ich strich über meine Narbe am Hanggelenk und fuhr fort. „Auch damals in Italien, als Edward in Schwierigkeiten war, und dieser extrem verrückte Juni im letzten Jahr. All das ist Teil meiner - unserer Geschichte. Ich stand in den letzten drei Jahren unzählige Male dem Tod gegenüber, aber im letzten September, kurz bevor du mich so verändert gesehen hast, bin ich tatsächlich gestorben.“ Aufmerksam sah ich ihn an. „Als Mensch!“ fügte ich schnell hinzu, als er mich mit zusammengezogen Augenbrauen musterte.

„Renesmee ist wirklich meine und Edwards Tochter. Es ist in den Flitterwochen passiert. Doch Edward und ich waren damals noch sehr ….unterschiedlich. Deshalb hatten wir alle große Bedenken, was aus ihr werden würde. Es ist alles so verrückt, aber ich habe gelernt mit all den Verrücktheiten zu leben. Schon vor ihrer Geburt ging es mir sehr schlecht. Sie hatte mir einige Rippen gebrochen und unter der Geburt wurde mein Rückgrat gebrochen, abgesehen von den vielen inneren Verletzungen. Ich dachte ich würde sterben. Aber Edward hat mich zurückgeholt. Er hat mich von Renesmee entbunden und anschließend in das verwandelt, was er und alle anderen sind. …Dad, wir sind Vampire.“ Jetzt machte ich eine Pause, um seine Reaktion abzuwarten.
Er schluckte und schloss die Augen. In dem Moment kam Edward zur Tür herein, mit Renesmee im Arm. Alice hatte ihm bestimmt erzählt, was ich hier mit meinem Vater besprechen würde. Er sah mich fragend an. Dann sah er Charlie ins Gesicht, der erschrocken den Kopf gedreht hatte, als er ihn bemerkte.
„Wie geht es dir Charlie?“ fragte er leise und kam langsam auf uns zu, um sich zu mir auf das Sofa zu setzen. Renesmee kletterte auf meinen Schoß.
„Hallo Opa!“ rief sie und grinste ihn an. Mit seinen halb fragenden, halb zweifelnden Blick musterte er sie und dann sagte Edward, wohl auf eine seiner tausend Fragen, die ihm im Kopf schwirrten: „Sie ist ein Halbwesen. Halb Mensch – halb Vampir. Ich weiß es ist sehr schwer zu verstehen. Was sie angeht sind wir alle überrascht worden.“ Er wuschelt mit einer Hand in seinen bronzefarbenen Haaren und verschränkte dann die Arme vor der Brust.

Daraufhin kniff Charlie die Augen zusammen. Er sah so aus als wollte er etwas sagen, bekam es aber nicht über die Lippen. Edward half ihm ein wenig nach.
„Charlie, ich weiß was du denkst. Und das meine ich im Ernst. Ich lese gerade deine Gedanken und ich verstehe dich sehr gut. Aber bitte vergiss erst mal die Hälfte, von dem was dir da gerade durch den Kopf geht. Du brauchst keine Angst zu haben. Wir...“ sagte er und deutete auf uns. „...sind keine menschenfressenden Monster. So gut müsstest du uns mittlerweile kennen. Wir jagen nur Tiere und leben seit vielen Jahren unter Menschen. Normalerweise würdest du, unter anderen Umständen, niemals etwas von unserer wahren Natur erfahren. Wir lassen den Menschen gar nicht erst die Möglichkeit uns so nahe zu kommen. Doch als Bella und ich uns kennenlernten, war ich machtlos. Die Anziehung zwischen uns war mehr als übermenschlich.“ Er lächelte entschuldigend und fuhr fort: „Glaub mir, ich habe am Anfang alles daran gesetzt um ihr aus dem Weg zu gehen, aber du kennst ja ihren Dickkopf. Ich wollte nicht, dass sie in Gefahr gerät. Ich habe sie damals nur verlassen, um sie zu schützen – vor mir und den Gefahren, die ich mitbrachte. Doch das hatte leider keinen Erfolg. Im Gegenteil. Ich war mir bewusst, dass du in mir die Gefahr gesehen hast, die ich ohne Zweifel darstellte.“

Die ganze Zeit hing ich, genau wie mein Vater, an seinen Lippen. Aber jetzt wollte ich auch etwas sagen.
„Edward, ich glaube er hat jetzt erst mal genug gehört.“
„Nein, nein. Ich möchte noch mehr hören. So langsam verstehe ich die seltsamen Gegebenheiten der letzten Zeit, und sehe manches in einem anderen Licht. Also ihr alle seid…? Alice und die anderen auch?“ fragte er vorsichtig.
„Ja, Dad. Und wenn ich dir jetzt sage, dass Vampire und Wölfe...“ in Gedanken sagte ich -Todfeinde sind - aber entschied mich dann für „…nicht besonders gut aufeinander zu sprechen sind, dann erklärt es die Probleme mit Jacob damals wohl auch.“
„Ich verstehe nicht ganz. Jake ist doch jetzt sowas wie ein Familienmitglied. Ich habe mich schon gefragt woher dieser Sinneswandel kommt. Er und du, ihr wart doch wie Feuer und Wasser.“ fragte er in Richtung Edward.
„Tja, das stimmt. Er konnte nicht akzeptieren Bella zu verlieren. Schon gar nicht an einen wie mich. Aber das hat sich geändert als Renesmee zur Welt kam.“ erklärte Edward.
„Jake ist mein Freund. Ich habe ihn lieb. Opa.“ erzählte sie eifrig, und Edward, Charlie und mir blieben kurz die Münder offen stehen.
„Ich glaube das gehört jetzt nicht hierher, meine Süße. Opa weiß jetzt zwar Bescheid, aber wir lassen es erst mal langsam angehen.“ beschwichtigte Edward sie.
„Darf ich ihm dann wenigsten zeigen wie gut ich springen kann?“ drängelte sie und stürzte von meinem Schoß in Richtung Tür.
„Lass und einfach mal raus gehen.“ sagte ich, stand auf und nahm Charlies Hand.

Wir gingen alle in den Garten, wo Renesmee schon dabei war die Bäume hoch zu klettern und wie eine Raubkatze, aus großer Höhe zu uns, herunter zu springen. „Komm schon Momma. Mach auch mit.“ bettelte sie. Doch ich wollte mich kurz zu Charlie setzen, der sich kopfschüttelnd auf der Bank niedergelassen hat.
„Alles in Ordnung, Dad? Renesmee kann es kaum erwarten dir alles zu zeigen.“
„Ich glaub ich träume.“ brachte er nur heraus. Dann runzelte er dir Stirn und starrte Edward an, der vergeblich versuchte unsere Tochter aus dem Geäst zu holen. „Komm schon wieder runter. Opa überlegt gerade schreiend reißauszunehmen und vielleicht kommt er dann nie wieder.“ Was er sagte zeigte sofort Wirkung. Erstens Renesmee kam vom Baum herunter und kletterte auf Edwards Schultern. Zweitens fiel Charlie auf, dass Edward gerade gehört hatte was er, hoffentlich im Scherz, gedacht hatte.

„Wie machst du das, Edward? Du kannst ja wirklich meine Gedanken lesen.“
„Das ist einfach zu erklären. Ich höre die Gedanken von Menschen oder Vampiren oder Wölfen, so deutlich als ob diejenigen sie laut aussprechen würde. Naja, außer..“
„ ..außer mir!“ ergänzte ich ihn triumphierend lächelnd.
„Tatsächlich?“ Charlie sah Edward mit erstauntem Gesicht an. „Also, ich glaub ich verstehe so langsam. Deine Beharrlichkeit, deine Geduld. Aber wie schaffst du es, ich meine ihr, keine Menschen zu … verletzen?“ fragte er sehr direkt.

„Gute Frage.“ meldete sich Jacob, oben vom Baumhauspodest. Charlie starrte erschrocken nach oben. Offenbar hatte er ihn ganz vergessen.

„Reine Willenssache und jahrelange Übung. Aber wie Bella das schafft ist mir immer noch ein Rätsel. Sie ist ja immerhin noch sehr jung.“
„Jung? Im Gegensatz zu Dir? Wie alt bist du eigentlich, wenn ich fragen darf?“ Man sah ihm an, dass er sich nicht recht wohl in seiner Haut fühlte.
„Nur gut, dass du ohnehin gerade sitzt. Ich könnte dein Urgroßvater sein.“ Er schaute ihm lange in die Augen und dann erzählte er weiter: „Ich wurde 1901 geboren. Und gestorben bin ich 1918. Carlisle hat mich damals vor der spanischen Grippe gerettet. Er ist im Übrigen der älteste von uns. Er wurde ungefähr vierte Dekade des siebzehnten Jahrhunderts geboren.“ Leicht ungläubig sah er Charlie an und schüttelte dann heftig den Kopf. „Also über euch Swan´s staune ich immer wieder. Ich habe so viele Menschen im Laufe der letzten hundert Jahre beobachtet und gehört, aber ihr reagiert absolut nicht normal.“ Dann überlegte er kurz und verzog leicht das Gesicht. „Warum bist du nicht sauer auf mich? Ich dachte du würdest mich in Stücke zerreißen, für das was ich Bella angetan habe. Na ja, wenn du das könntest.“ Er lauschte auf seine Gedanken und beobachtete sein Gesicht.

„Ich bin nicht sauer. Ehrlich nicht! Ich hatte immer gewusst, dass du vollkommen anders bist als alle Jungs in der Stadt.“ Er machte eine kleine Pause und sah mich eindringlich an: „Und dass Bella ohne dich nicht leben kann, das habe ich mit eigenen Augen gesehen.“ Gedanklich sah er mich teilnahmslos am Tisch sitzen, wie ich versuchte meinem Elend zu entfliehen. Das wusste ich, auch ohne dass Edward mir das sagen musste. Dann veränderte sich sein Gesichtsausdruck wieder und er lächelte mich an. „Ich möchte nur dass du glücklich bist. Das ist alles was zählt.“

Ich drückte ihn fest an mich. „Bella, du zerdrückst mich bald.“ stöhnte er.
„Oh, entschuldige.“ Wir mussten alle lachen.


Zuletzt von esme78 am Fr 22 Jan 2010, 23:48 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag  esme78 Mi 09 Sep 2009, 20:11

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Ich war genauso überrascht wie Edward, über die Reaktionen meines Vaters. Nach unserem Geständnis ist er nachdenklich wieder mit Jake an die Arbeit gegangen, und dann bei Anbruch der Dunkelheit mit ihm nach Hause gefahren. Er versprach uns morgen wieder zu kommen. Schließlich wollte er Renesmee´s Baumhaus fertig kriegen. In den nächsten Tagen bombardierte er uns mit seinen Fragen, die abwechselnd Edward, Jacob oder ich beantworteten. James, Laurent, Victoria, die Sache mit dem Klippensprung und seinen Folgen, die Neugeborenen in Seattle – alles außer dem Besuch der Volturi.
Am siebten September abends war ich mit Esme, Rosalie und Alice im Haupthaus und plante die Geburtstagsfeier meiner Tochter. Jasper und Emmett waren auf der Jagd. Und Carlisle war mit Edward im Krankenhaus. Dr. Gerandy war erkrankt und sie wollten aushelfen.

Edward half jetzt wieder öfter im Krankenhaus mit, schließlich hatte er in Darthmouth u.a. wieder Medizin gewählt. Ich verstand nicht warum er sich keine anderen Kurse ausgesucht hatte, schließlich hatte er schon zwei Abschlüsse in Medizin. Er wollte auf dem neuesten Stand bleiben und neue Forschung studieren, erklärte er mir damals. Ich hatte gerade versucht eine Tischordnung zusammenzustellen, als Jacob mit Renesmee zu uns ins Esszimmer kam.
„Hey, Bella. Ich glaube da draußen ist Besuch für Euch. Sie sind noch ein paar Meilen entfernt, doch ich habe Seth eben gehört. Er sagt er hat sie letzten Winter, auf der Lichtung an eurer Seite, gesehen. Ein Mann mit langen hellen Haaren und eine Frau auch blonde lange Haare, beide goldäugig. Vermutlich Garrett und Kate.“
Wir starrten Alice mit leicht vorwurfsvollem Blick an.
„Was denn? Vielleicht haben sie sich ganz zufällig in der Nähe befunden, und sich kurz entschlossen uns zu Besuchen. Ich habe auch erst vor einer Sekunde etwas gesehen.“, verteidigte sie sich scharf.
„Wie schön, ich hoffe sie bleiben eine Weile. Vielleicht sogar bis zu Nessie´s Geburtstag.“, freute sich Esme.
Zwei weitere Gäste auf meiner Liste. Ich war genauso erfreut wie Esme und nahm gleich das Telefon aus der Hosentasche, um Edward Bescheid zu geben. Auch er war angenehm überrascht und kurz nachdem wir unserer Gespräch beendeten, sahen wir sie auch schon am Rande des Wäldchens auftauchen.

„Hallo, ihr Lieben!“, begrüßten uns Kate und Garrett, die Hand in Hand zu uns schlenderten.
„Kate, Garrett! Was für eine schöne Überraschung. Warum habt ihr nicht angerufen? Unsere Männer sind gerade unterwegs. Ich hoffe ihr bleibt eine Weile?“, umarmte Esme Kate und Garrett schüttelte mir die Hand.
Nach einer langen herzlichen Begrüßung gingen wir ins Haus. Kate hatte Renesmee im Arm und unterhielt sich angeregt mit ihr. „Du bist ja schon eine richtige kleine Dame, Nessie. Wie geht es dir?“
„Gut, danke. Ich freue mich dass ihr da seid. Bleibt ihr bitte noch bis nächste Woche. Ich habe bald Geburtstag.“, sagte sie stolz.
„Was du hast Geburtstag? Na selbstverständlich werden wir bleiben, wenn deine Mom und dein Dad nichts dagegen haben.“
„Bestimmt nicht. Oder Momma?“ Der flehende Blick, mit dem sie mich anschaute, hätte einen Stein zum Schmelzen bringen können. Ich nickte und lächelte.
Gegen Abend kamen Edward und die anderen nach Hause. Wir hatten uns schon recht lange unterhalten und Neuigkeiten ausgetauscht.

„Und, wie hat dein Vater es aufgenommen, Bella?“, fragte Garrett neugierig.
„Na ja, wenn man bedenkt, dass er ja nicht ganz ahnungslos war, sehr gut.“, gestand ich.
„Erzählt mal, was gibt es Neues in Denali? Wo sind Carmen, Eleazar und Tanja?“, mischte sich Edward ins Gespräch.
„Sie sind schon unterwegs hierher. Ich habe sie angerufen und von Nessie´s Geburtstag erzählt. Bella hat uns alle eingeladen.“, erklärte Kate.
„Wie ich sehe bist du doch noch vernünftig geworden, und hast die Jagd auf Menschen aufgegeben.“
„Ja, Carlisle. Ich bin mittlerweile auch nicht mehr scharf darauf. Ich meine ihr hattet schon Recht. An den Geschmack musste ich mich aber erst gewöhnen.“
„Gut, denn du musst wissen, dass auf der Party auch Menschen anwesend sein werden, z. B. mein Schwiegervater und die Wölfe.“, lächelte Edward ihn an.
„Ich weiß nicht. Ich habe mich in den letzten Monaten von Menschen ferngehalten. Ich bin mir nicht sicher, ob ich wiederstehen kann. Aber ich werde bald auf die Jagd gehen müssen, dann werde ich wohl stark genug sein.“, überlegte Garrett laut. Kate drückte ihm die Hand und lächelte zuversichtlich.
„Wir werden schon auf ihn aufpassen. Keine Angst, Kate.“, versicherte Jasper und zwinkerte Emmett zu, der Garrett grinsend mit dem Ellenbogen in die Seite boxte.

Die nächsten Tage wurde mit Hochdruck gearbeitet, zum einen am Baumhaus, zum anderen an der Party. Sam war natürlich nicht gerade begeistert, dass sich schon wieder so viele von uns in der Nähe von La Push versammelten. Aber Jake und Seth konnten ihn beruhigen. Billy wollte ein Barbecue veranstalten, und Sue wollte eine zweistöckige Torte backen. Aus den Essenvorbereitungen hielten wir uns natürlich heraus. Doch Alice konnte nicht aus ihrer Haut, und in diesem Fall hatte ich mal nichts dagegen, dass sie sich richtig austobte. Ballons, Lampions und Schleifen über Schleifen. Rosalie sorgte für die Ausstattung des Baumhauses. Sie hatte eine richtige kleine Suite eingerichtet, mit Schminkspiegel und großen Sitzkissen. Alles natürlich pastellfarben und in Samt und Seide.

Ich freute mich schon darauf Renesmee´s Gesicht zu sehen. Sie hielt sich strikt an die Anweisung, nicht zu spitzen und hatte keine rechte Ahnung was da oben im Baum, während der letzten Wochen, entstanden war. Der kleine Garten vor unserem Häuschen schien kaum genug Platz für die Schar der Gäste zu bieten. Carlisle und Emmett hatten zwei lange Tische aus den großen Haus vorbeigebracht und etwa zwanzig Stühle. Ich zählte kurz zusammen: Wir acht, Charlie und Sue, mit Seth und Leah, Jacob und Billy und natürlich Tanja, Carmen, Eleazar, Kate und Garrett. Mit Renesmee waren wir genau zwanzig Personen.

Alles schien genau zu passen, also konnte ich mich guten Gewissens zurücklehnen, und die Zeit mit Edward genießen. Am Abend, vor dem großen Fest, legten wir Renesmee zeitig ins Bett, obwohl sie zum Umfallen müde war erzählte sie noch voller Aufregung vom morgigen Tag. Und mitten im Satz fielen ihre Augen zu. Edward löschte das Licht und wir gingen eng umschlungen in unser Zimmer. Dort legten wir uns auf unser Bett.

„Kannst du das glauben, Edward?“
„Was meinst du? Das unsere Tochter morgen ihren ersten Geburtstag feiert, oder das die Semesterferien beinahe vorbei sind, oder das Garrett sozusagen bekehrt worden ist, oder das schon bald unsere anderen Freunde zu Besuch kommen?“
„Tja, du hast Recht. Es ist alles sehr viel. Du hast meinen Vater vergessen.“ Ich drehte mich zu ihm und lächelte ihn an.
„Also, darüber staune ich noch immer. Glaubst du mir, dass er kaum noch einen klaren Gedanken zu Stande bringt, wenn ich anwesend bin?“, kicherte er mir in die Haare.
Meine Nerven waren zu bersten gespannt. Ich war wie elektrisiert. Ich kam seinem Gesicht noch näher und gab ihm einen zarten Kuss. Er löste sich von mir und verlagerte sein Gewicht auf den Ellenbogen. Ich bemerkte, dass seine goldenen Augen in meinem Blick gefangen waren.
„Ich hätte nicht gedacht, dass ich deine neue Augenfarbe genauso lieben könnte wie deine unvergleichlichen Schokoladenaugen.“ Er legte eine Hand an meine Wange, beugte sich langsam zu mir und setzte den Kuss fort. Es war ein langer, leidenschaftlicher Kuss, der sich bis zum Sonnenaufgang hinzog.
Um etwa halb neun war Renesmee wach. Sie kletterte aufgeregt zu uns ins Bett und kuschelte sich zwischen uns. „Alles Liebe zum Geburtstag, meine Süße.“, sagte ich und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „Herzlichen Glückwunsch, mein Engel.“, tat es mir Edward gleich. Wir genossen diesen Augenblick und nur Renesmee´s Quengeln brachte uns dazu aufzustehen. Wir machten uns fertig und liefen mit ihr rüber zum großen Haus.

Doch niemand war zuhause. Sie lief schnuppernd in jedes Zimmer und war schon richtig enttäuscht, als plötzlich aus dem Garten ein lautes „Überraschung“ ertönte. Wie ein geölter Blitz war sie auch schon über die Terrasse nach draußen gestürmt und flog Esme und den Anderen in die Arme. Sogar Dad und Jacob waren schon da. Das war wirklich eine tolle Überraschung. Wir wollten eigentlich erst gegen Mittag bei uns im Gärtchen den Grill anzünden. Naja, Charlie und Billy würden das tun. Doch jetzt saßen wir alle gemütlich auf der Wiese und Renesmee packte die Geschenke aus. Eine komplett neue Garderobe von Alice und Jasper. Von Rosalie und Emmett eine Kette mit einem wunderschönen Blumenanhänger und passendem Armband dazu. Von Esme und Carlisle bekam sie ein Aktienpaket (mit garantiert hoher Wertsteigerung) und von Edward und mir bekam sie eine Geige. Jacob und Charlie schauten ungeduldig zu, bis Renesmee das letzte Päckchen geöffnet hatte und standen schon zum Gehen bereit.
„Nun kommt schon, das Beste kommt ja noch.“, drängelte Jacob. Im nächsten Moment verwandelte er sich, ohne sich die Mühe zu machen seine Sachen auszuziehen. Er schien es sehr eilig zu haben. Renesmee kletterte auf seinen Rücken. In großen Sprüngen waren sie im Wald verschwunden. Ich hörte Renesmee vor Freude jaulen, als er mit ihr über den Fluss sprang. Auch die Anderen liefen los und bald standen Edward, Charlie und ich alleine da.

„Wir laufen mit dir.“, grinste Edward.
Fragend schaute er mich an. „Dann kommt ihr meinetwegen ja zu spät.“
„Ach was! Also ob Jake ohne dich die Überraschung präsentieren würde. Komm steig auf. Es ist gar nicht so schlimm, wenn du nur die Augen schließt.“, entgegnete ich.

Mit leicht skeptischem Blick kam er einen kleinen Schritt auf mich zu. Er hatte nicht im Traum damit gerechnet was ich jetzt mit ihm vorhatte. Ehe er sich versah packte ich ihn auf meinen Rücken und lief, an Edwards Seite, in Richtung Geburtstagparty. Edward konnte nicht anders. Er musste über das Gesicht meines Vaters lachen. Ich konnte es ja nicht sehen. Über den Fluss klammerte er sich noch fester an mich. Es muss zum Schreien gewesen sein. Als wir im Gärtchen ankamen warteten schon alle auf uns. Jacob hatte sich zurückverwandelt und hielt Renesmee an der Hand. Ich ließ Charlie vorsichtig runter und er fiel gleich rücklings auf den Boden. Jetzt konnte auch ich mich nicht mehr halten. Er sah so lustig aus, wie er mit schreckgeweiteten Augen dalag und nach Luft schnappte.
„Na, wie fühlst du dich. War doch irre, oder?“
„Irre? Ich glaube ein Teil von mir ist immer noch auf der anderen Seite des Flusses.“, stammelte er.
Alle lachten und ich reichte ihm die Hand um ihm aufzuhelfen. Er strich sich die Hose zu Recht und verzog leicht säuerlich das Gesicht.

„Na dann kann´s ja losgehen. Du darfst jetzt raufklettern, Nessie.“, meinte Jacob, mit leicht amüsierten Blick in Richtung Charlie, der sich wohl fragte wo er so schnell neue Klamotten her hatte. Offenbar hatte Jake im Garten ein paar Ersatzklamotten gebunkert.
Jake, Edward und ich folgten ihr ins Baumhaus. Ich hatte meine Tochter noch nie so strahlen sehen. Sie machte es sich sofort auf den Kissen bequem. Dann entdeckte sie ein verhülltes Etwas, in der Ecke des Häuschens.
„Was ist das? Ist das noch ein Geschenk für mich?“, fragte sie.
„Das ist noch von mir. Los, nimm schon das Lacken weg.“, antwortete Jacob leicht ungeduldig.
Sie zog an dem Lacken und hervor kam eine Staffelei, mit echter Leinwand und unten auf der kleinen Ablage lagen Unmengen von Farbtuben und Pinsel. Das war wirklich eine schöne Idee. Es hatte sie schon lange gelangweilt mit Buntstiften auf Papier zu malen.
„Malst du ein Bild von Mama?“ schlug Edward begeistert vor.
„Au ja.“, rief sie ebenfalls begeistert.
Dafür mussten wir aber wieder nach unten. Das Licht im Häuschen war nicht ausreichend. Als ich ungefähr zehn Minuten still dasaß, um mich von ihr malen zu lassen, sahen wir Kate und Garrett mit Carmen, Eleazar und Tanja zurück kommen. Nur eine halbe Stunde später kamen Billy, Sue, Seth und Leah. Sie brachten den Grill, die Holzkohle und das Fleisch. Sue hatte noch einige Salate dabei und natürlich die Torte. Billy, Jake und Charlie machten sich gleich an das Feuer.

Emmett rümpfte die Nase, als er den Geruch von dem marinierten Fleisch abbekam. Rosalie und Esme halfen Sue dabei die Tische zu decken. Seth und Edward versorgten unsere menschlichen Gäste mit Getränken. Um sechs Uhr abends war das Fleisch dann fertig. Es muss wohl sehr lecker gewesen sein, doch ich konnte den Essensgeruch kaum aushalten. Ich hatte früher so gerne gegrilltes gegessen, doch jetzt drehte sich mir der Magen um. Renesmee jedoch saß vor ihrem Teller mit Würstchen und Salat und ließ es sich schmecken.

Auch alle Anderen fanden das Essen sehr gut, denn es blieb kaum etwas übrig. Charlie saß mit Carlisle und Esme am Tisch, und unterhielt sich sehr angeregt. Es wurde schon fast dunkel, als wir die Torte anschneiden wollten. Edward zündete die Lampions, eine nach der anderen, an und Rosalie zündete die Kerze an. Renesmee stand schon bereit sie auszupusten. Sie holte tief Luft und pustete. Alle klatschten und stimmten in ein Happy Birthday ein. Mit meiner Kamera schoss ich ein paar Bilder und als ich die Teller aus der Küche holte, fiel mir auf, dass Alice verschwunden war. Ich schaute mich nach Jasper um, der mit Emmett und Garrett beim Grill stand. Unwillkürlich sah mir Jasper in die Augen. Er spürte wohl meine leichte Unruhe und zuckte mit den Schultern.


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Beitrag  esme78 Do 10 Sep 2009, 21:19

„Was ist?“, fragte Edward, der meinen fragenden Blick sah.
„Hast du Alice gesehen? Sie war doch gerade noch hier.“
„Nein, aber sie kommt bestimmt gleich wieder.“ Doch dann wurde sein Gesicht plötzlich ernst. Er verengte die Augen und starrte in den Wald.
„Ist was passiert, Edward? Sag schon.“
„Ich glaube ich weiß wo Alice steckt. Und sie ist nicht alleine.“
„Was? Was hat das zu bedeuten?“
„Das möchte ich auch gerne wissen.“ Er lief in Richtung Wald und blieb vor den ersten Bäumen stehen. Ich stellte die Teller auf den Tisch und lief ihm nach. Auch Carlise kam zu uns.
„Edward, was ist?“ Carlisle legte ihm eine Hand auf die Schulter und starrte dann ebenfalls in die Bäume. Jetzt hörten wir zwei Personen in unsere Richtung laufen. Eine davon war Alice. Ich erkannte sie sofort. Doch wer war ihr Begleiter?
„Nahuel!?“, flüsterte Edward überrascht.
Nahuel? Der Halbvampir aus Südamerika, den wir letzten Winter kennengelernt hatten. Was wollte er hier?



Verrat


„Hey Leute! Schaut mal wen ich im Wald gefunden habe.“, winkte uns Alice aufgeregt zu.
Nahuel folgte ihr mit einem Schritt Abstand. Es war als hätte ich ihn erst gestern das letzte Mal gesehen. Doch etwas in seinem Gesicht hatte sich verändert. Er wirkt angespannt und leicht nervös. Sein Herzschlag pulsierte und ich sah dass er in seiner Bewegung verkrampft wirkte. Als wäre er gerade auf dem Weg zur Folterbank. Auch Edward schien die Veränderung aufgefallen zu sein. Ich fragte mich was ihn wohl so bedrückte und sah Edward fragend an. Er zuckte mit den Schultern. Was hatte das wohl zu bedeuten.

Alice und er kamen auf uns zu und Nahuel hielt mir die Hand hin.
„Schön dich wieder zu sehen, Bella. Ich hoffe es geht euch allen gut?“ Seine Stimme war brüchig, aber hätte ich nicht über derart ausgeprägte Sinne verfügt, wäre mir das wahrscheinlich nicht aufgefallen.
„Ja, danke, Nahuel. Es ist auch schön dich wieder zu sehen.“ Ich erwiderte den Händedruck und dann ließ er meine Hand wieder los. Er sah uns abwechselnd in die Gesichter und blieb an Edwards hängen. Seine Miene war leidend, beinahe flehend.
„Was ist los? Ich verstehe kein Wort. Alice kannst du mir sagen was das zu bedeuten hat?“ Edward war leicht ungeduldig. Offenbar waren Nahuel´s Gedanken ebenso verwirrend wie sein Auftritt.

„Ich kann dir nur sagen, dass ich vor drei Minuten plötzlich gesehen habe, dass wir unseren Abend nicht wie geplant fortführen würden. Aber ich hatte keinen Anhaltspunkt warum und weshalb. Ich vermutete, dass etwas mit den Wölfen passiert ist. Doch Jake und die anderen hatten sich nicht verändert und dann nahm ich seinen Geruch auf. Ich erkannte ihn sofort wieder. Schließlich habe ich ihn und Huilen über Wochen begleitet. Ich lief los, um ihn zu suchen und fand ihn am Fluss, unschlüssig auf einem Stein sitzend.“ Edward funkelte sie böse an. „Du brauchst nichts zu sagen. Ich weiß. Aber ich wollte dich nicht stören. Du warst gerade mit Renesmee beschäftigt.“, verteidigte sie sich.

Im nächsten Moment kamen auch Jake, Seth und Leah zu uns. Ich tauschte mit Jake einen abwartenden Blick und Edward, Carlisle und Alice führten Nahuel zu unseren anderen Gästen. Renesmee, die auf Charlies Schoß saß, sah begeistert aus, Charlie zweifelnd.
„Dad, Sue, Billy, das ist Nahuel. Er kommt aus dem Amazonasgebiet und ist gerade in der Nähe unterwegs.“, stellte ich ihn denen vor, die ihn noch nicht kannten. Billy und Sue tauschten einen skeptischen Blick aus. Natürlich hatten sie schon von ihm gehört. Doch genau wie wir, schienen sie über den überraschenden Besuch beunruhigt.

„Freut mich Sie kennenzulernen.“ Er wirkte ebenso nervös. Plötzlich hatte ich ein beunruhigendes Gefühl. Ich drehte mich nach Jasper um und sah, dass er ebenfalls sehr angespannt war. Ich bewegte mich langsam in seine Richtung. Als ich nur einen Meter von ihm entfernt stand, flüsterte ich leise:
„Kannst du nicht für ein bisschen Ruhe sorgen? Ich habe Angst um Charlie und die Anderen.“
„Ja, er ist sehr angespannt. Irgendetwas beschäftigt ihn, aber durstig ist er wohl nicht. Was hört Edward?“
„Nichts, was irgendeinen Sinn ergibt, und Alice kann ja nichts richtig erkennen, bei Halbwesen.“
„Hmm.“
Jetzt ergriff Carlisle das Wort. „Hast du Hunger? Es ist noch Torte da. Wir feiern heute Nessie´s Geburtstag.“ Er sah zu Jasper und mir. Er hatte den Wink mit dem Zaunpfahl verstanden und versuchte Nahuel etwas abzulenken.
„Oh, das tut mir leid. Ich wollte auf gar keinen Fall stören.“, entschuldigt er sich.
Edward war immer noch hochkonzentriert, und versuchte aus Nahuel schlau zu werden. Doch es gelang ihm wohl nicht. Tiefe Falten zeichneten sich auf seiner Stirn ab.
„Ach so ein Unsinn. Du bist uns herzlich Willkommen.“, lächelte Esme. Sie deutete auf einen freien Platz und Rosalie hielt ihm einen Teller mit Torte hin. Zögerlich setzte er sich und nahm einen Bissen. Er kaute langsam und keiner rührte sich. Es war gespenstisch. Ich blickte in die Reihen und mir fiel auf, wie gebannt Leah unseren Besucher anstarrte. Plötzlich ging ein Zucken durch Alice und alle Aufmerksamkeit war auf sie gerichtet. Ich erkannte ihren leeren Blick und sah Edward fragend an. Er konzentrierte sich jetzt auf Alice Vision, dann seufzte er.


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Biss wir uns wieder sehen Empty Re: Biss wir uns wieder sehen

Beitrag  esme78 Fr 11 Sep 2009, 15:56

„Caius...“, das war alles, was er sagte.
Einige Augenblicke war alles still. Dann hielt es Charlie nicht mehr aus.
„Kann mir mal jemand erklären was hier los ist?“
Sue legte ihm beruhigend die Hand auf die Schulter und Billy meinte mit ruhiger Stimme. „Ich glaube es ist besser wenn wir jetzt gehen, Charlie.“
„Billy hat Recht, Dad. Wenn es etwas Neues gibt melde ich mich.“
Widerwillig ging Charlie mit Billy und Sue nach Hause. Seth und Leah wollten noch bleiben, und so setzten wir uns alle an den Tisch. Edward und Alice begannen zu erklären:
„Ich habe Caius gesehen. Er hat Huilen bei sich. Aber er ist allein. Ich meine Aro und Marcus sind nicht bei ihm. Was ist da bloß geschehen?“, fing Alice an.
„Ich habe es geahnt.“ jammerte Nahuel und vergrub sein Gesicht in den Händen.
„Ich verstehe das nicht ganz, Alice.“, schüttelte Carlisle den Kopf. „Was heißt das? – Er ist allein. -“
„Caius handelt ohne die Zustimmung von Aro oder Marcus. Das ist die einzig logische Erklärung.“, sinnierte Edward, den Blick auf etwas Entferntes gerichtet.
„Das kann ich nicht glauben, Edward.“ widersprach Carlisle. „Wo hast du ihn gesehen?“, fragte er Alice.
„Ich konnte kaum etwas erkennen. Es war alles so dunkel. Aber es sah so aus als ob er sie irgendwo hin führte.“
„Und du bist dir sicher, dass es nicht in Volterra war.“, hackte er nach.
„Ja, es war draußen. Ich habe Bäume gesehen.“, versicherte sie.
„Das ergibt doch alles gar keinen Sinn. Warum sollte Caius alleine handeln?“, fuhr Carlisle fort und starrte auf die Tischplatte.
„Oh, doch. Das macht schon Sinn.“, meldete sich Nahuel wieder zu Wort. „Vor ein paar Wochen waren die drei mit den schwarzen Umhängen in unserem Dorf. Sie wollten Informationen über Joham. Ich erklärte ihnen, dass ich nicht wüsste wo er ist oder wo er sich zuletzt aufhielt. Dann wollte Caius wissen wo meine Schwestern sind. Ich konnte und wollte sie nicht verraten. Caius stritt sich daraufhin mit Aro, sie wollten sich doch nur um Joham kümmern. Dann sind sie wie ein dunkler Schatten wieder entschwunden, genauso urplötzlich wie sie auftauchten.“, erklärte er in seinen Erinnerungen versunken.
„Hat er dich berührt? Aro?“ wollte Edward wissen.
„Ich weiß nicht genau. Schon möglich. Warum ist das wichtig?“, fragte er verdutzt nach.
„Sehr wichtig. Sobald er dich berührt hatte, ist er im Besitz deiner gesamten Gedanken. Aller Gedanken!“, erklärte Eleazar.
„Am nächsten Tag war Huilen verschwunden. Während du schliefst.“, las Edward in seinen Gedanken.
„Ja. Ich schlafe sehr wenig. Ein bis zwei Stunden am Tag. Zuerst dachte ich sie sei auf der Jagd. Doch sie kam auch am folgenden Tag nicht zurück. Ich wusste nicht was ich machen sollte.“
„Weißt du, wo deine Schwestern sind?“, fragte ich nach.
„Ich habe seit einem Jahr nichts mehr von ihnen gehört. Ich habe wirklich keine Ahnung.“ Er senkte niedergeschlagen den Kopf. „Was will Caius bloß von ihnen?“

„Ich glaube er braucht eine Art Erfolgserlebnis. Nachdem er Nessie nicht gekriegt hat.“, überlegte Garrett laut.
Edward und ich blickten gleichzeitig in Richtung Baumhaus, wo Nessie mit Jake spielte. Dann trafen sich unsere Blicke.
„Wie kann Caius handeln, ohne das Aro davon weiß. Ich glaube kaum, dass Aro das gutheißen würde.“, warf Esme ein.
„Das hat sicherlich nichts Gutes zu bedeuten. Es hilft uns aber nicht nur Vermutungen anzustellen. Fakt ist Caius hat Huilen. Ob er Joham, oder eine seiner Nachkommen, gejagt oder getötet hat wissen wir nicht. Ebenso wenig, wie viel Aro damit zu tun hat.“ klärte Edward die Fakten. „Was können wir jetzt tun, Carlisle?“

„Es bleibt uns nichts anderes übrig, als abzuwarten und die Ereignisse weiter zu beobachten. Nahuel bleibt vorerst bei uns. Ich weiß du hast Angst um sie. Aber es hilft ihr nicht wenn wir überstürzt aufbrechen und vielleicht einen Fehler begehen. Im Moment besteht keine direkte Gefahr. Alice würde das sehen.“, beruhigte er Nahuel. Alice nickte.

Ich konnte mir keinen Reim auf die ganze Geschichte machen, aber Carlisle hatte wohl Recht. Wir waren gezwungen mehr Fakten zu sammeln, um dann die richtige Entscheidung zu treffen. Eigentlich hatte ich gehofft, nach meiner letzten Begegnung mit den Volturi, endlich etwas Ruhe zu haben.

Aber das ist in unserer Situation wohl nicht möglich. Zu wem hätte Nahuel denn gehen können. Alleine war er Caius oder Aro nicht gewachsen. In meinem Kopf schwirrten tausend Fragen, aber ich nahm mir vor geflissentlich einen Schritt nach dem anderen zu tun. Es war inzwischen weit nach Mitternacht. Ich brachte Renesmee in ihr Bett und Edward und die anderen räumten die Reste der Party auf. Jake, Seth und Leah liefen zurück nach La Push und informierten Sam und den Rat. Am nächsten Morgen wollten sie wieder zu uns kommen.

Der Clan der Denalis hatte beschlossen vorerst zu bleiben. Nahuel, Carlisle und die Anderen gingen zum Haupthaus und Edward und ich saßen noch im Mondschein auf dem Ast neben Nessie´s Baumhaus.
„Was glaubst du. Was hat Caius vor?“ Ich hielt seine Hand und er schaute zum Himmel.
„Er ist wahrscheinlich einfach frustriert. Aro hat, seiner Meinung nach, nicht genug Härte gezeigt. Er sieht die Macht der Volturi in Gefahr.“

„Aber ist es nicht unmöglich, dass sich die Ältesten trennen. Ich meine solange Chelsea bei ihnen ist?“
„Du hast Recht. Ich vermute, sie hat sich Caius angeschlossen und die Bindung zu Aro gelöst. Ich kann mir kaum vorstellen was ein solcher Bruch für die Volturi bedeutet. Jane und Alec, Demitri und Felix. Das ist offener Verrat an Aro, wenn Chelsea nicht mehr die Bindung zwischen ihnen hält. Und der Rest der Wache…“ Er ließ den Satz unvollendet und dachte eine Weile darüber nach.

Ich versuchte mir vorzustellen, wie sich die jeweiligen Lager gespalten hatten. Jane und Alec waren Aro´s ganzer Stolz. Doch waren nicht auch sie mit seinen Entscheidungen ganz und gar nicht einverstanden gewesen? Und wenn Caius Huilen entführte, war es dann nicht naheliegend, dass Demitri weiter Aro die Treue hielt? Renata würde sich nicht gegen ihren Herren und Meister stellen. Aber Felix konnte ich schlecht einschätzten. Wie auch immer. Wir waren auf Alice angewiesen. Und so blieb uns nichts weiter übrig, als abzuwarten.


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Beitrag  esme78 Fr 11 Sep 2009, 20:46

Die nächsten Tage waren geprägt von Warten und Hoffen, von Rätseln und Fragen. Meine Überlegungen schienen Carlisle sehr schlüssig. Auch er sah Chelsea an Caius Seite. Doch Alice hatte nichts mehr gesehen. Sie saß in einem Sessel etwas abseits vom Rest der Familie, vor allem weit entfernt von Nahuel. Doch sie sah frustriert aus.
Ich erinnerte mich an den Juni im letzten Jahr, als Alice schon einmal an ihrer präkognitiven Fähigkeit zweifelte. Edward und Rosalie brachten Renesmee die ersten Griffe auf der Geige bei. Schon am Ende des zweiten Tages konnte sie ein paar kleine Melodien spielen. Edward begleitete sie auf dem Klavier und platzte sichtlich vor Stolz. Ich hätte Stunden, Tage wenn nicht sogar Jahre damit verbringen können, Edward und Renesmee beim Spielen zu zusehen. Doch irgendwann waren andere Dinge dringlicher. Nach einer knappen Woche wollte ich mit Edward, Emmett, Nahuel und Renesmee jagen gehen.

Wir wollten in der näheren Umgebung bleiben. Emmett war einem Grizzly auf der Spur, die ihn weit von uns weg führte. Edward und ich konzentrierten uns auf eine Wapidiherde, die sich in den Bergen aufhielten. Wir ließen Renesmee einen kleinen Vorsprung und erledigten beinahe gleichzeitig drei der aufgeschreckten Tiere.

Nahuel verfolgte ein Reh in Richtung Westen. Wir konnten weder Emmett noch Nahuel hören, als wir fertig waren.
Wir beschlossen eine Weile zu warten. Dann ging Edwards Handy. Esme sprach sehr schnell und aufgeregt. „Was? Er kommt hierher? Wann?“ Edward wirkte leicht geschockt. „Wir kommen sofort.“ Er drückte auf die rote Taste und begann Emmett´s Nummer zu wählen. Es dauerte eine Weile, dann ging er ran. „Du hast meine Beute verscheucht. Vielen Dank auch. Ich hoffe es ist wichtig.“

Edward antwortete jetzt wieder gefasster: „Emmett, komm schnell nach Hause. Alice hat Aro kommen sehen.“ Er legte auf und ich stand da mit offenem Mund. Warum sollte er hierher kommen? Er würde sich einer solchen Schmach nie freiwillig aussetzen.
Ich konnte immer noch nicht reden. Edward hob Renesmee auf die Schulter, nahm mich bei der Hand und rannte in Richtung zuhause. Nach kurzer Zeit liefen wir Nahuel über den Weg, der folgte uns mit leicht verwirrtem Blick. Zum Erklären blieb jetzt keine Zeit. Als dann nach einigen Sekunden auch Emmett am Haus eintraf, warteten wir alle im Wohnzimmer. Jake, Seth und Leah waren natürlich auch schon informiert und standen leicht unschlüssig in der Nähe der Tür. Leah warf mir einen genervten Blick zu, den ich nicht einordnen konnte. Dann fing Carlisle an zu erzählen.
„Alice hat gesehen, dass Aro auf dem Weg hierher ist. Ich bin mir nicht sicher was er von uns will, aber eins ist sicher. Renata und Demitri sind bei ihm.“
„Wann kommen die Blutsauger?“, fragte Jake. „Ich muss Sam vorwarnen.“
„Ich mach mich gleich mal auf den Weg.“, sagte Seth und war schon auf dem Weg nach draußen. „Warte Seth! Ich komme mit dir“ rief Leah. Sie warteten einen Augenblick.
„Morgen Abend vielleicht. Er muss laufen bzw. schwimmen. Schließlich kann er in kein Flugzeug steigen.“, antwortete Alice.
Seth nickte und schon waren er und Leah verschwunden.
Ich setzte mich mit Edward auf das Sofa und wir hörten aufmerksam zu, was Alice erzählte. „Er hat wohl lange mit der Entscheidung gerungen. Aber er kennt Caius zu gut, um zu wissen wie unberechenbar er ist. Er ist gezwungen zu handel. Ob es ihm gefällt oder nicht.“


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Beitrag  esme78 Mo 14 Sep 2009, 10:39

Esme hielt es nicht mehr auf ihrem Platz. Sie wirbelt durch das Zimmer und fing an Staub zu wischen.

„Rose, wir müssen dringend aufräumen und das Haus auf Hochglanz bringen.“ Ich vermutete sie wollte einfach etwas zu tun haben, um ihre Nervosität zu verbergen. Abgesehen davon war das Haus wie immer in makellosem Zustand. Doch Rosalie war sofort aufgesprungen und lief in die Garage, um die Putzutensilien zu holen. Ich dachte nicht, dass sie wegen Aro so einen Aufstand machen würden, aber jetzt halfen auch Emmett und Jasper mit.
Sie verrückten die Möbel, um Platz für den Staubsauger zu machen. Eigentlich war die ganze Szene zum totlachen, doch niemand lachte. Ich stand auf und beschloss mithelfen. Als wir Aro das letzte Mal begegneten waren wir auf neutralem Boden (wie die Schweiz dachte ich und lächelte in mich hinein), aber jetzt würde er in unser Haus kommen. Natürlich wollten sie einen guten Eindruck machen. Edward und Jake standen am Fenster und schienen sich stumm zu unterhalten. Edward nickte oder schüttelte hin und wieder den Kopf.
„Was geht hier vor?“ stellte ich die beiden zur Rede.
„Ach nicht so wichtig.“ sagte Jacob und ging nach draußen. Ich warf Edward einen fragenden und gleichzeitig tadelnden Blick zu. Er zog nur die Schultern hoch und stellte sich dumm. „Ich kümmere mich um den Garten. Hilfst du mir?“ Er drehte sich um und lief ebenfalls in die Garage, um den Rasenmäher zu holen. Ich starrte ihm nach und schüttelte den Kopf. Was immer die zwei zu bereden hatten, war offensichtlich nicht für meine Ohren bestimmt.

Ich beschloss es auf sich beruhen zu lassen, und ging in den Garten. Nach nur einer Stunde waren alle Fenster geputzt, der Rasen war gemäht, die Böden gewischt, die Teppiche gesaugt, die Garage auf Vordermann gebracht und auch alle anderen Räume aufgeräumt worden.

Am nächsten Morgen als Edward, Nessie und ich wieder zum Haus kamen, herrschte noch immer eine gespannte Ruhe über allen. Jake, Seth und Leah waren nicht zurückgekommen, und ich fragte mich ob sie überhaupt noch kommen würden. Die folgenden Stunden verbrachten wir alle unterschiedlich. Jeder hatte seine eigene Art die Nervosität zu bekämpfen. Emmett und Jasper waren draußen und ließen ihren Kräften freien Lauf. Nahuel und Garrett sahen ihnen dabei zu. Edward spielte Klavier.

Esme, Carmen und Kate spielten mit Renesmee ein Brettpiel, Alice war mit Rosalie und Tanya oben in ihrem Zimmer und wollte ihren Schrank umräumen. Carlisle war mit Eleazar in seinem Büro. Ich wusste nicht so recht was ich anstellen sollte, um mich abzulenken. Also beschloss ich Dad zu besuchen. Ich nahm Nessie an der Hand und wir stiegen in den Volvo.



Geständnisse


Als ich in der Auffahrt parkte, wartete ich einen kleinen Moment. Die Sonne bahnte sich den Weg durch die Wolken, doch dann dachte ich mir Dad weiß ja Bescheid, und ich müsste mich nicht vor ihm verstecken. So stieg ich aus, zog schnell die Ärmel meines leichten Pullis zu Recht, und ging mit Nessie schnurstracks zum Haus. Charlie stand in der Tür und starrte mich mit offenem Mund an.

„Hey Dad, lässt du mich bitte schnell rein. Es könnte ja ausgerechnet jetzt ein Auto oder ein Spaziergänger vorbeikommen.“ Ich drängelte mich an ihm vorbei und schloss die Tür.
„Also, so etwas habe ich noch nie gesehen. Ist das normal? Du glitzerst ja wie ein riesiger Diamant.“ stammelte er und ließ sich in den Sessel fallen.
„Ja, Dad. Für uns ist das normal.“ sagte ich und setzte mich zu ihm. „Nessie schimmert nur ein bisschen. Du weißt schon warum.“ Ich tippte ihr mit dem Zeigefinger auf die Nase und dann setzte sie sich auf den Boden vor der Kommode, nahm ein altes Fotoalbum heraus und blätterte darin.

„Ich kann mich noch gut an damals erinnern, als ich Edward das erste Mal in der Sonne gesehen habe.“ schmunzelte ich. Er lächelte mich mit einer Mischung aus Verwunderung und Verängstigung an.
„Ist euer Besuch noch da? Billy hat mir alles über ihn erzählt. Er ist wohl genau wie Nessie, halb Mensch und halb Vampir?“ Er spielte nervös mit seinen Fingern.

„Ja. Nahuel ist noch da. Es wird übrigens noch mehr Besuch kommen.“ fügte ich langsam hinzu. „Deshalb ist es wichtig, dass du in den nächsten Tagen nicht zu uns kommen kannst. Es ist nur zu deiner Sicherheit, Dad.“ Seine Augen wurden schmal und er stürzte die Lippen. Es gefiel ihm nicht von seiner Tochter bevormundet zu werden. Das war offensichtlich. Doch ich musste ihm begreiflich machen, dass es einfach zu gefährlich für ihn wäre.


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Biss wir uns wieder sehen Empty Re: Biss wir uns wieder sehen

Beitrag  esme78 Mi 16 Sep 2009, 10:02

„Es ist nur für ein paar Tage. Hoffentlich. Es ist gut möglich, dass wir einige Zeit verreisen werden. Kann ich auf dich zählen, Dad?“ Ich stand auf und deutete in Richtung Küche. Nessie war ganz in das Album vertieft und so merkte sie nicht, wie wir uns entfernten.

„Wo müsst ihr denn hin? Ist etwas passiert. Nun sag´ schon, Bella!“ Ich legte den Zeigefinger auf meine Lippen und machte ein leises Sch. „Sie hat sehr gute Ohren, Dad.“ erinnerte ich ihn. Er setzte sich an den Tisch. Ich nahm neben ihm Platz und erzählte weiter: „ Alice hat uns vorgewarnt, dass jemand kommen wird, der eventuell Hilfe braucht.“ Ich versuchte die Angelegenheit, so weit wie möglich, zu verharmlosen. „ Wir werden ihn und Nahuel nach Brasilien begleiten. Was uns genau erwartet wissen wir noch nicht. Ich werde dich anrufen und Jake wird Nessie zu dir bringen. Sue wird dir sicher helfen.“ Ich legte ihm eine Hand auf die Schulter und lächelte ihn an. Es machte den Eindruck, als ob meine Taktik aufging. Sobald ich Sue erwähnte wurden seine Gesichtszüge weicher. Er reckte seinen Kopf in Richtung Wohnzimmer. „Sue ist ganz verrückt nach ihr. Das wird sicher kein Problem werden. Na ja, abgesehen vom Essen.“ Jetzt war sein Blick wieder skeptisch. „Ach was. Wenn sie Sues Küche verschmäht, dann kann einer aus dem Rudel mit ihr jagen gehen. Ich werde das klären. Es wird hoffentlich nicht allzu lange dauern. Keine Sorge, Dad.“ Immer wenn ich nervös wurde redete ich einen solchen Unsinn daher. Das hatte ihn sicher nicht beruhigt.

„Apropos Rudel.“ Er sagte das Wort Rudel langgezogen. Er hatte wohl immer noch Schwierigkeiten damit, die Quileute Jungs so zu nennen. Er versuchte ein diplomatisches Gesicht aufzuziehen und nickte. „Sue hat mich gebeten, ihr Bescheid zu sagen, wenn du vorbeikommst. Sie sagt du müsstest unbedingt mit Leah reden.“ Er griff zum Telefonhörer und begann Sues Nummer zu wählen. Ich stutzte. Was hatte Leah mit mir zu besprechen? Und vor allem hier? Na, ich würde es schon bald erfahren. Sue sagte sie sei sofort losgerannt, als sie von Charlies Anruf erfuhr. Wir gingen wieder zurück zu Nessie und Dad nahm eines der Fotoalben vom Boden und lächelte. Jetzt hatte ich auf einmal das Gefühl, er wollte mir die ganze Zeit etwas sagen aber schob es, wie üblich, vor sich her. „Bella, ich wollte auch noch etwas mit dir besprechen, bevor Leah kommt.“ Tja, damit sollte er sich dann aber beeilen. Leah flog wahrscheinlich gerade auf direktem Weg von La Push hierher und würde in nicht weniger als einer Minute hier sein. Ich war überrascht wie schnell er diesmal über seinen Schatten sprang.
„Sue und ich werden umziehen.“ sagte er gerade heraus. Ich starrte ihn mit offenem Mund an. „Keine Bange. Wir bleiben schon in Forks. Ich habe das Haus verkaufen. Wir wollen einen Neuanfang. Nicht meins und deins, sondern unser. Verstehst du?“ Sein Blick war leicht gesenkt. Er schaute mich verschämt, mit in Falten liegender Stirn, an. Ich musste erst mal schlucken.

Ich hörte jemanden vor dem Haus, der aus vollem Lauf heraus plötzlich stehenblieb. Dann hörte ich ein forderndes Klopfen. Ich stand mechanisch auf und öffnete die Tür. Draußen stand Leah, deren Haare vom Rennen ganz zerzaust waren. Sie sah mich mit gerümpfter Nase an. Hinter mir stand jetzt Charlie und begrüßte sie: „Hallo Leah. Du bist aber schnell.“ „Ich bin auf allen Vieren gerannt.“ antwortete sie kurz und lächelte in sarkastisch an. „Können wir in den Garten gehen? Ich muss mit dir unter vier Augen sprechen.“ Sie zog an meinem Arm und führte mich um das Haus in den Garten. Ich schaute schnell zurück zu Dad, der immer noch mit fragendem Blick in der Tür stand. Ich sah gerade noch wie er kopfschüttelnd die Tür hinter sich schloss.
Wir setzten uns auf zwei Gartenstühle, die total verwittert aussahen. In Forks kam es nicht so oft vor, dass man sich gemütlich in den Garten setzte.
„Du kannst Charlie nicht leiden. Warum? Möchtest du nicht, dass deine Mutter mit ihm zusammen ist. Oder liegt es an mir?“ Ich hatte das Gefühl Charlie verteidigen zu müssen. Offenbar hatte sie etwas gegen ihn. Anders konnte ich mir ihr Verhalten eben nicht erklären.

„Nein, das ist es nicht. Charlie ist schon in Ordnung. Aber ich …“ sie verzog das Gesicht und atmete tief ein und blies die Luft durch den Mund wieder aus. Als sie wieder weitersprach, war ihre Stimme zitternd. „Ich vermisse meinen Dad so sehr.“ Dann begann sie zu schluchzen. Offenbar hatte sie so lange ihre Gefühle unterdrückt, dass jetzt kein Halten mehr war. Ich hatte wirklich Mitleid mit ihr. Sie wirkte wie ein verängstigtes Kätzchen – der Vergleich wirkte absurd mit dem Wissen, dass sie sich in null Komma Nichts in einen riesigen Wolf verwandeln könnte – aber im Moment war sie nur ein Häufchen Elend. Plötzlich versteifte sie sich und ihr verzweifelter Blick bohrte sich in meine Augen.

Instinktiv zuckte ich zusammen und versteifte mich ebenfalls. Ich musterte sie und wartete ab. In ihrem Gesicht spiegelte sich Wut und Verzweiflung. Ich konnte nur erahnen wie es in ihrem Inneren wirklich aussah. In solchen Momenten beneidete ich Edward um seine Fähigkeit. Also machte ich mich auf alles gefasst. Langsam veränderte sich ihr Ausdruck. Er wurde weicher und sie weinte leise weiter. Als sie nach einiger Zeit ihre Nase geräuschvoll schnäuzte und mit dem Handrücken die letzten Tränen aus dem Gesicht wischte, wandte sie sich wieder an mich.
„Bella, ich würde nicht so weit gehen und dich als meine Freundin bezeichnen, aber ich hasse dich auch nicht - nicht mehr.“ Dabei verdrehte sie die Augen. In ihrem Geständnis wirkte sie verlegen und knabberte auf ihrer Unterlippe. Jetzt war ich gespannt was wohl noch kommen würde und worauf sie eigentlich hinaus wollte. Sie sagte nichts. Dann versuchte ich sie aus der Reserve zu locken. „Das freut mich. Wir haben dir sehr viel zu verdanken. Das weißt du hoffentlich.“
„Ach, Schwamm drüber. Ich wollte dir damit was ganz anderes sagen. Aber lach mich bitte nicht aus.“
„O.K., versprochen.“
„Ich war die ganze Zeit eigentlich nur eifersüchtig.“ Leah? Eifersüchtig? Auf mich? Ich dachte sie sei eifersüchtig auf Emily und Sam, die kurz nach Weihnachten geheiratet hatten.
„Ich habe Sam an Emily verloren. Mein Vater ist gestorben. Ich habe mich in einen Wolf verwandelt. Tja, und ich bin mir nicht mal mehr sicher das ich eine richtige Frau bin.“ fuhr sie fort. Ich starrte sie verdattert an.
„Unter all den Jungs, von denen die meisten sogar geprägt sind, bin ich eine Abnormität.“ Ich erinnerte mich wie Edward mir damals erzählte, dass Leah auch ein Wolf sei, und wie meine Reaktion darauf gewesen war. „Du weißt dass wir nicht altern?“
„Ja?“
„Ich bin sozusagen eingefroren, wenn du verstehst was ich meine. In dem Moment, als ich mich das erste Mal verwandelte.“ Ich dachte über ihre Worte nach und fühlte mich wiederum an ein Gespräch mit Edward erinnert, das wir in meinem Zimmer, in der Nacht vor unserer Hochzeit, geführt hatten. Noch bevor wir etwas von Renesmee ahnten. Ja, ich wusste sehr gut was sie meinte. „Oh, ich verstehe.“

„Hoffentlich verstehst du mich nicht falsch. Ich liebe Nessie, wie alle anderen auch, und ich muss ehrlich gestehen, ich kann Edward mittlerweile gut leiden.“ Ich zog verwundert eine Augenbraue hoch und machte mich auf ein großes aber gefasst. Und dann kam es auch.
„Aber ich konnte all das Glück nicht ertragen, das ihr zur Schau stellt.“ Bei dem Wort Glück schüttelte sie sich. „Sam und Emily.“ Sie nahm die Finger zur Hilfe und zählte weiter auf: „Paul und Rachel, Quil und Claire, Jared und Kim, Jake und Nessie, Edward und du und jetzt auch noch meine Mutter und Charlie.“ Sie seufzte und schaute in den Wald. Dann nahm sie sich einen großen Stein aus dem Blumenbeet, der als Abgrenzung diente, und donnerte ihn in die Bäume. Aus dem Wald kam ein ächzendes Krachen. Ich stand auf und lief zu ihr. Ich wollte gerade meine Hand auf die Schulter legen, da drehte sie sich abrupt um.
„Aber warum Nahuel?“ flüsterte sie.
Wie kam sie jetzt auf Nahuel? Ich verstand rein gar nichts.
„Ich glaube es hat mich auch erwischt.“ erklärte sie weiter.
Jetzt musste ich mich setzten. Ich lief rückwärts zum Gartenstuhl und ließ mich sinken.
„Kannst du dir das vorstellen? Ich und ein Blutsauger? Hast du eine Ahnung, was ich in den letzten Tagen durchgemacht habe?“ Ich konnte sie nur entgeistert mit offenem Mund anstarren.
„Zuerst wollte ich es nicht wahrhaben. Im Winter noch habe ich ihn völlig ignoriert - Ihn auch für eine Abnormität gehalten. Wie hätte ich den ahnen sollen…“ Sie zögerte. Ich hatte mittlerweile meinen Mund wieder zusammenbekommen.
„Das Rudel hat natürlich leider alles gleich durchschaut. Du hättest mal Jakes Reaktion sehen sollen. Stell dir vor er wäre nicht zurückgekommen. Ich hätte meinen Seelenverwandten wahrscheinlich nie gefunden.“
Urplötzlich zauberte sie ein unbeschreibliches Lächeln auf ihr Gesicht. Ich starrte sie weiter an und konnte mich kaum rühren. Leah und Nahuel! Wie sollte das funktionieren? War es überhaupt denkbar, dass so etwas in einem Rudel gleich zweimal vorkam? Was bedeutete das für Seth und Sue? Würde sie ihre Familie, das Rudel, verlassen? Was dachte er überhaupt über die ganze Sache? Ich konnte mich nicht mehr zurückhalten. All diese Fragen langen auf meiner Zunge und wollten aus mir her raus.
„Hast du mit ihm schon geredet?“
„Bist du verrückt?“ sie schrie fast. Das hieß dann wohl nein. Jake hatte es bei Nessie einfacher. Er hat sie einfach gehalten und angehimmelt. Doch Nahuel ist ein erwachsener Mann, und um einiges älter als sie. Als ob das in unseren Familien wichtig wäre, aber ich konnte ihre Befangenheit schon verstehen.
„Soll ich mal mit ihm reden?“ bot ich ihr an und bereute meine Worte, in dem Moment als sie meine Lippen verließen.
„Ich hatte gehofft, dass du das sagen würdest. Deshalb wollte ich auch nicht das Edward oder Jake es dir vor mir erzählten.“ sagte sie erst erleichtert und dann mit schuldbewusster Stimme.
Das war also ein abgekartetes Spiel. Edward und Jake, im Cullen Haus am Fenster, damit beschäftigt mir ja nichts zu verraten. Plötzlich hatte ich das dringende Bedürfnis mit den Beiden ein Hühnchen zu rupfen. Doch das musste noch warten.
„Ich werde es versuchen. Aber ab einem gewissen Punkt überlasse ich dir das Reden.“ Sie nickte heftig und fiel mir um den Hals. So viel Begeisterung war ich von ihr wirklich nicht gewöhnt.


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Beitrag  esme78 Do 17 Sep 2009, 18:36

Am späten Nachmittag war ich mit Leah und Renesmee zuhause angekommen. Dad hatte nicht schlecht gestaunt, als er Leah und mich so vertraut und vergnüglich zusammen im Garten gesehen hatte. Ich verriet ihm nur so viel dass ich ihr einen kleinen Gefallen tun sollte. Im Nachhinein fragte ich mich ob Leah es wohlmöglich noch nicht einmal ihrer Mutter anvertraut hatte. Edward erwartete uns in der Einfahrt und als wir näher kamen huschte ihm ein verlegenes Lächeln übers Gesicht. Er nahm unsere Tochter in den Arm und schaute mich erwartungsvoll an.

Ich warf ihm einen vernichtenden Blick zu und stolzierte, mit Leah im Schlepptau, ins Haus. Die lächelte ihn verräterisch an. Er seufzte und schloss die Tür hinter uns. Auch Jacob war wieder da. Offenbar hatten weder Edward noch er Lust mir alleine unter die Augen zu treten.

Als er meinen Blick sah, zog er gespielt ängstlich die Brauen hoch und sog pfeiffend die Luft ein. Ich war so wütend gewesen, dass ich für fast zwei Stunden das bevorstehende vergessen hatte. Doch als ich Alice und Carlisle diskutierend auf dem Sofa sitzend sah, war meine Wut fast wieder verraucht. Ich wollte erst mit ihnen sprechen.

„Er kommt in etwa einer knappen Stunde.“ erklärte Alice kurz und knapp. Ich nickte und ließ mich auf der untersten Stufe der großen Treppe nieder. Renesmee gesellte sich zu Jake, und sie fingen an miteinander zu toben. Edward setzte sich zu mir.
„Bist du sehr sauer?“ Er nahm meine Hand und schaute mich mit entschuldigender Miene an. Ich sah ihm lange in die Augen, bis ich das Gefühl hatte, mit seinem Blick verschmolzen zu sein. Natürlich konnte ich ihm nicht lange böse sein. Ich seufzte genervt und erlöste ihn dann: „Nein. Ich nehme an ihr musstet bei allem schwören was euch heilig ist, dass ihr mir nichts sagt.“ Er lächelte erleichtert und legte den Arm um mich. Dann gab er mir einen Kuss an die Schläfe.

„Aber darüber müssen wir noch mal in Ruhe reden.“ Er nickte nur und drückte meine Hand. Mittlerweile waren alle im Wohnzimmer versammelt. Nahuel saß neben Emmett und Jasper am Esstisch, etwas abseits. Renesmee war damit beschäftigt Jakes Haar zu flechten und er ließ es geduldig über sich ergehen, auch wenn Rosalie in spöttisch anlächelte. Dann brach Edward das Schweigen.

„Er kommt.“


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Beitrag  esme78 Do 17 Sep 2009, 23:22

Déjà-vu

Seth und Leah, die es vorzogen in Wolfsgestalt zu bleiben, liefen in den Garten. Ihre Nackenhaare stellten sich auf und sie schüttelten sich, als ich sie einen Moment durch die Terrassentür beobachtete. Dann stand Edward auf und zog mich an der Hand zur Tür. Carlisle lief uns vorweg. Er öffnete die Tür, noch ehe es klopfte oder klingelte.

Zuerst sah ich Demetri. Er hatte, im Schutz der Dunkelheit, die Kapuze des Umhangs heruntergelassen und blickte misstrauisch in die Runde. Nur ein paar Schritte hinter ihm kam Aro, gefolgt von Renata, die ebenso missmutig den Raum beäugte. Einen kurzen Augenblick schien sich kein Lüftchen zu bewegen, als ob die Welt aufgehört hatte sich zu drehen. Die ganze Stimmung im Raum hatte sich schlagartig geändert. Einen kurzen Moment fragte ich mich, was Jasper jetzt wohl tun würde. Ich hoffte inständig, dass er endlich aktiv werden würde. Ich traute mich noch nicht mal zu blinzeln.

„Aro! Welch eine Freude, dich wieder einmal hier in Forks begrüßen zu dürfen, mein alter Freund.“ durchbrach Carlisle die unerträgliche Stille. Aro kam schleichend, fast schwebende, näher und reichte ihm die Hand.
„Wie schön dich wieder zu sehen, geschätzter Carlisle. Wenngleich ich bezweifle, dass ich unerwartet komme.“ Er warf Alice, mit leicht geneigtem Kopf, einen anerkennenden Blick zu. Dann wanderte sein Blick durch die Runde. All die vertrauten Gesichter, die wiederum ihn erwartungsvoll musterten. Schlussendlich wandte er sich wieder an Carlisle, um ihm ein übertriebenes Lächeln zu schenken.

„Wie ich sehe scheinst du es zu genießen, dieser eigentümlichen Versammlung vorzustehen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, du führst etwas im Schilde, wenn ich mir die seltsame Gesellschaft ansehe, mit der du dich umgibst.“ Er betrachtet Garrett, Nahuel und nicht zuletzt Jake mit einem abschätzigen Blick und fügte dann hinzu: „Es kommt mir vor wie ein Déjà-vu, verehrter Carlisle.“ Er verharrte in einem seltsam gekünstelten Lächeln.
Obwohl der Ort nicht derselbe war wie bei unserem letzten Aufeinandertreffen, beschlich auch mich ein merkwürdiges Gefühl von Déjà-vu. Und jetzt verstand ich auch warum. Nicht nur die Freunde, die bei uns standen, waren dieselben. Plötzlich erfüllte mich ein seltsam beruhigendes Gefühl, als hätten wir gerade eine verloren geglaubte Schlacht gewonnen. Jasper versprühte innere Ruhe und die Zuversicht, dass alles sich zum Guten wenden würde.
„Keineswegs, alter Freund. Wir hatten einen Anlass zum Feiern. Unsere Renesmee hatte ihren ersten Geburtstag. Wir haben uns ein paar alte Freunde eingeladen. Doch ein Gast kam, sagen wir mal, überraschend.“ Er deutete in Nahuels Richtung.
„Und was wir von ihm erfuhren, hat uns sehr verwundert. Besonders die folgenden Entwicklungen, die uns Alice voraus gesagt hatte.“ Er stutze, zog die Schultern und Augenbrauen hoch. „Also ich war mehr als überrascht.“

„Niemand war überraschter als ich, mein alter Freund.“ antwortete er mit schnellem, schneidendem Ton. Ich konnte mir vorstellen, dass er nicht gerade darauf versessen war in dieser Runde das Thema weiter zu vertiefen.
Dann entdeckte er Renesmee, die auf Jakes Schoß saß und gespannt die Unterhaltung verfolgte. Sofort wurde sein Blick geradezu friedlich. Fast schon magnetisch zog es ihn zu ihr hin. Er streckte die Arme aus, wie ein Opa, der auf seine Enkeltochter zuging, um dann kurz vor ihr, in übertriebener Art, die Hände in einander zulegen. Renata folgte ihm wie ein Schatten. Sie wirkte wie immer extrem wachsam.

„Ach, da ist sie ja. Die kleine kostbare Renesmee. Wie groß du schon geworden bist. Erstaunlich! Wirklich erstaunlich“ Jetzt redete er mit zuckersüßer Stimme und lächelte sie an. Jacob würdigte er keines weiteren Blickes. Ich konnte nicht anders, als innerlich zu beben. Jacob blähte die Nasenlöcher auf und biss die Zähne aufeinander. Jedes Mal wenn Aro sich ihr näherte, rief mein Mutterinstinkt mich zur äußersten Vorsicht.
Edward rieb mir leicht die Hand um mich zu beruhigen. Ich würde wohl immer so reagieren, wenn die Volturi ihr zu nahe kommen würden. Wie eine Art Reflex spannte ich meinen Schutzschild um Renesmee. Gerade noch rechtzeitig, bevor er sie anhob und auf seinen Arm nahm.
Ganz kurz hielt sein Lächeln an, dann war sein Blick wie versteinert, als ob er nicht damit gerechnet hätte. Er drehte widerwillig den Kopf in meine Richtung und hielt mich in seinen Blick. Edward drückte jetzt meine Hand und sagte: „Bella, das ist wirklich nicht nötig, Liebste.“ Die anderen sahen uns verwirrt an. Ich ließ mein Schild zurückschnellen und schloss die Augen.


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Beitrag  esme78 So 20 Sep 2009, 13:18

„Bella, ich glaube ich kann es dir nicht verübeln, dass du ein solches Kleinod schützen willst. Die Umstände, unter denen wir uns bisher trafen, waren, gelinde ausgedrückt, äußerst verdrießlich. Ich würde mir sehr wünschen, wenn wir das alles hinter uns lassen könnten.“ Die Worte waren versöhnlicher Natur, aber der Tonfall seiner Stimme machte mich skeptisch. Es war wahrscheinlich Teil seiner Aura, er versprühte immer noch eine Art von Überheblichkeit. Als wäre er in seiner tiefsten Güte bereit, mir eine zweite Chance zu geben. In Anbetracht der jüngsten Ereignisse war ich gezwungen ihn in einem anderen Licht zu betrachten. Vermutlich war er genauso verunsichert wie wir. Auch wenn er das nie zugeben würde.

Nessie wollte ihm wohl verzeihen, denn sie streckte ihm ihre kleine Hand entgegen, die er nur zu gern annahm. Einen kurzen Moment warteten wir alle schweigend ab. Ich versuchte aus Edwards Miene schlau zu werden. Was zeigte sie ihm gerade? Er lächelte leicht und ließ meine Hand los. Er ging langsam auf die beiden zu und streckte die Arme nach ihr aus.
„Also dann komm. Zeig mal was du kannst.“ sagte Edward zu ihr und führte unseren Besuch zum Sofa. Aro, Demetri und Renata nahmen Platz und Aro verschränkte die Arme. Edward setzte sich auf die Bank am Flügel und Nessie nahm sich ihre Geige. Sie schaute Edward kurz an und er nickte. Dann begann er zu spielen. Mein Schlaflied, anschließend Esmes Lieblingsstück und zum Schluss eine neue Komposition, die Edward mit ihr zusammen geschrieben hatte.
Es war wunderschön den beiden zu zuschauen und zu zuhören. Sie spielte mittlerweile perfekt, und ich war sehr stolz. Nachdem der letzte Ton verklungen war, öffnete Aro die Augen und applaudierte. Wir alle applaudierten. Er stand auf und strich ihr über die Haare.

„Wunderbar. Ich habe selten etwas so schönes gehört. Und ich habe schon sehr viele Meister spielen hören. Edward, ich danke dir und dir auch kleine Renesmee. Das war zauberhaft.“ Sie strahlte über das ganze Gesicht und lief zu mir. Jake gesellte sich ebenfalls zu uns.
Aro machte plötzlich ein ernstes Gesicht. „Leider ist es nun an der Zeit einige wichtige Dinge zu regeln. Ich glaube die kleine Renesmee sollte sich draußen eine Weile austoben. Nicht wahr Edward?“ Edward nickte. Jacob stand auf und ging mit ihr nach draußen. Im Gehen sah er Edward kurz an. Ich sah wie Edward kurz nickte und dachte mir, dass die beiden wahrscheinlich ins Baumhaus gehen würden.

„Nun, liebe Freunde. Ich habe die unschöne Aufgabe, euch um eure Hilfe zu bitten. Wir müssen Caius aufhalten. Joham ebenfalls. Ich bin immer noch verstört über die Aktionen meines Bruders. Marcus verweilt in Volterra, um nach dem Rechten zu sehen. Ich habe nun leider die leidvolle Aufgabe meinen Bruder zur Vernunft zu bringen. Wie ihr sicherlich schon vermutet, sind Jane und Alec in seiner Gesellschaft. Das kann ich nicht zulassen. Chelsea muss von seinen irrwitzigen Zielen ebenso angetan gewesen sein und hat die beiden in ihre Richtung gelenkt.“ Er hielt kurz inne und schaute in die Runde. Keiner sagte etwas.


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Beitrag  esme78 Di 22 Sep 2009, 10:36

„Ich möchte gerne einige der Anwesenden bitten mich auf diese Reise zu begleiten.“ Wieder zögerte er. Dann zählte er auf: „Alice, Jasper, Eleazar, Edward…“
„Nein, Aro! Ich gehe. Sie bleibt. Wir lassen Renesmee nicht alleine.“ Erschrocken sah ich in sein Gesicht. Was sollte das heißen? Carlisle sah Edward fragend an, der nickte nur.

„Edward hat Recht. Wenn du noch jemanden brauchen solltest, werde ich euch begleiten, aber Bella bleibt hier.“ Jetzt sah Esme erschrocken aus. Sie faste Carlisle am Arm, doch der ließ Aro nicht aus den Augen. Aro schien einen Moment das Angebot Carlisle´s zu überdenken. Dann hob er die rechte Hand, mit der Handfläche nach oben, nickte leicht in seine Richtung und sagte:
„Wie du meinst. Dann wirst du uns begleiten. Macht euch für die Abreise bereit!“ Er drehte sich um und verließ das Haus, seine kleine Gefolgschaft im Schlepptau. Ich stand da wie eine Eisskulptur. Edward hielt mich im Arm und seufzte. Jetzt riskierte ich einen Blick auf die anderen. Alice und Jasper schauten sich tief in die Augen. Carlisle hielt Esmes Gesicht in seinen starken Händen und gab ihr einen innigen Kuss. Die Denalis waren ganz ruhig, bis auf Carmen selbstverständlich. Rose starrte entsetzt auf die Tür, die hinter Aro zufiel. Emmett kochte vor Wut.
„Was denkt der sich eigentlich? Meint er uns wie Schachfiguren einfach so herum schupsen zu können?“ Carlisle schaute ihn mit tadelndem Blick an.
„Emmett. Er kann uns sicher noch hören.“ „Ist mir doch egal!“
„Bitte sei vernünftig. Es ist gar nicht verkehrt, wenn du hier bleibst und auf die Damen aufpasst.“ Er versuchte die Stimmung mit ein wenig Humor aufzulockern, doch der Versuch schlug fehl. Ich konnte mich immer noch nicht rühren. Ich starrte Nessie an und versuchte mir vorzustellen, dass Edward bald nicht mehr da sein sollte.
Nein! Nicht schon wieder. Das halte ich nicht aus. Egal, für wie lange. Er hatte mir versprochen mich nie wieder alleine zu lassen. Jetzt konnte mein Körper endlich wieder reagieren. „Nein!“ wiederholte ich meinen Gedanken.
„Bella. Ich hatte keine andere Wahl. Er wollte dass du auch mit kommst. Was hätte ich denn tun sollen?“ Er nahm mich bei den Schultern und sah mich fragend an.

„Du hättest Nein sagen sollen! Du hast es mir versprochen.“ flüsterte ich die letzten Worte.
„Bella, er hat Recht. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als seiner Bitte nachzukommen. Es wäre äußerst unvernünftig ihm jetzt die Stirn bieten zu wollen.“ redete Eleazar auf mich ein. Ich wollte aber unvernünftig sein. Ich wollte hinausgehen und Aro die Meinung sagen. Das er verschwinden sollte. Edward zog mich zum weißen Sofa und drückte mich sanft in die Kissen. Esme setzte sich neben mich und hielt meine Hand.
„Bella, Kleines. Ich kann dich ja verstehen. Mir gefällt die Angelegenheit auch nicht. Aber wir sind Aro verpflichtet. Allen Vampiren. Überleg doch nur was Joham noch alles an Schaden anrichten könnte. Und ein rachewütiger Volturi, der vor nichts zurückschreckt? Das können wir nicht ignorieren.“ erklärte sie mit ruhiger Stimme. Natürlich hatte sie Recht, jetzt wo ich länger als zwei Sekunden darüber nachgedacht hatte. Ich zog einen Schmollmund und gab auf.


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Beitrag  esme78 Di 22 Sep 2009, 21:18

„Wann werdet ihr aufbrechen?“ Ich wandte mich an Edward, doch Alice antwortete: „Morgen. Etwa eine Stunde vor Sonnenaufgang.“
„Alice, kannst du ungefähr sagen was uns erwartet? Jetzt, da Aro seine Entscheidung getroffen hat.“ wollte Carlisle wissen. Alle starrten sie an. Sie zuckte mit den Schultern.
„Nein, leider nicht. Die Ereignisse hängen zu sehr von Caius ab, vermute ich. Aber das ist sicher kein Problem. Wir halten die Daheimgebliebenen regelmäßig auf dem Laufenden. Und falls ich etwas sehe, was euch betrifft, melde ich mich sofort.“
„Gut. Das ist ein guter Plan. Jeder bekommt ein Mobiltelefon. Wir sind eine Familie, egal was kommt. Wir sind füreinander da.“ fuhr Carlisle fort.
„Es tut mir leid. Das ist alles meine Schuld. Ich hätte nicht hierher kommen sollen.“ meldete sich Nahuel kleinlaut. Er hatte die ganze Zeit still in einer Ecke gesessen und sich nicht gerührt.
„Nein, Nahuel. Rede dir nicht so einen Unsinn ein. Aro wäre sowie so zu uns gekommen. Er hatte keine Ahnung, dass du hier sein würdest.“ beruhigte ihn Edward.
„Garrett, ich glaube es wäre das Beste, wenn du Tanya, Kate und Carmen nach Hause begleitest. Ihr könnt hier ohnehin nicht viel ausrichten. Wir werden, wie gesagt, in Kontakt bleiben.“ sprach Eleazar mit ruhiger Stimme. Es fiel mir schwer mich von Eleazar beruhigen zu lassen, weil er Jahre bei den Volturi verbrachte und wusste wie ernst die Lage wirklich war. Garrett nickte. Alice, Jasper und Carlisle gingen nach oben um ihre Sachen zu packen. Esme blieb bei mir und Edward sitzen.
„Geh mit ihr zu Nessie. Ihr habt nicht mehr viel Zeit.“ Edward atmete tief durch und zog mich vom Sofa hoch. Ich folgte ohne ein Wort zu sagen. Wir rannten zu unserem Häuschen. Dort angekommen, wartete Jake schon ungeduldig auf einem Ast. Als er uns bemerkte, sprang er herunter und kam uns entgegen.
„Und? Was ist jetzt, Edward?“
„Wo ist Nessie?“
„Sie schläft, ich hab sie ins Bett gebracht.“ Edward nickte nur. Jacob bohrte jedoch weiter.
„Bella, verrätst du mir vielleicht was los ist?“
„Sie brechen noch vor Sonnenaufgang auf. Carlisle, Alice, Jasper, Eleazar und…“ Ich konnte es nicht aussprechen. Jake´s Blick wanderte von mir zu Edward. Als er seinen Blick traf, flüsterte er: „Edward.“
Wir klärten ihn schnell über die Situation auf und verabredeten uns für den nächsten Morgen hier bei uns. Ich wollte so schnell wie möglich mit Edward alleine sein. Keine Sekunde verstreichen lassen. Die Zeit verging schnell, viel zu schnell. Als es an der Zeit war, gab Edward mir einen langen Kuss, dann stand er auf und packte hastig ein paar Sachen zusammen. Nur zehn Minuten später war Jake da. Wir weckten Renesmee und liefen schweigend zum großen Haus. Die anderen erwarteten uns schon.


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Beitrag  esme78 Do 24 Sep 2009, 21:20

Die Abreise

Wir standen alle in der Auffahrt, vor den geparkten Autos. Es war noch stockdunkel. Jake hielt die schläfrige Renesmee in den Armen. Die Rucksäcke, mit den paar Kleidungsstücken, waren schon im Kofferraum verstaut. Die Denalis hatten sich bereits von Eleazar und meiner Familie verabschiedet. Sie verschwanden im Dickicht des morgendlich verschlafenen Waldes. Edward nahm Renesmee und drückte sie fest an sich. Mir steckte ein Kloß im Hals. Ich versuchte zu schlucken, aber es gelang mir nicht.
„Jake, ich vertraue dir meine beiden Mädchen an. Ich weiß, dass ich mich auf dich verlassen kann. Es tut mir wirklich leid.“ Er vergrub sein Gesicht in Renesmees Haar. „Mach dir ihretwegen keine Sorgen. Ich pass schon auf sie auf. Aber pass du nur auf, dass du bald zurückkommst. Und zwar in einem Stück bitteschön.“
„Jacob Black!“ Ich fand das alles andere als witzig.

Renesmee hob Edward Gesicht mit ihren kleinen Händen an, und schaute ihm traurig in die Augen. „Daddy, pass auf dich auf, bitte!“ Ihre Augen bekamen einen leichten Schimmer und im nächsten Moment kullerten ihr die Tränen über die Wangen.
„Hey, nicht weinen. Ich ruf ganz oft an und dann kannst du mir was auf der Geige vorspielen, ja?“
„Mach ich.“ schluchzte sie und dann reichte sie ihm ihr Medallion. „Hier. Ich möchte dass du das mitnimmst. Ich hab ein Bild von der Geburtstagparty rein gesteckt.“ Sie hängte es ihm um den Hals und legte die Hand auf sein Gesicht. Er lächelte und nickte.
„Vielen Dank. Ich werde es jeden Abend anschauen, versprochen.“ Dann drückte er sie wieder und gab ihr einen Kuss auf die Stirn. „So, jetzt musst du aber auch Carlisle, Alice und Jasper einen dicken Kuss geben.“

Sie hüpfte in Alices Arme und Edward legte Jacob die Hand auf die Schulter. Dann kam er auf mich zu. Ich starrte auf den Boden, um ihm nicht mein Gesicht zeigen zu müssen. Mit einer Hand zog er mich an sich und hob mit einem Finger mein Gesicht hoch. „Ich fühle mich grauenvoll. Immer wieder muss ich meine Versprechen brechen. Es tut mir so leid.“ Er wartete, dass ich darauf etwas sagen würde. Doch ich konnte nur nicken.
„Bella. Ich liebe dich. Mehr als mein Leben. Ich kann es nicht ertragen, dich so unglücklich zu sehen.“ „Ich versuche es ja. Ich möchte stark sein, vor allem für Renesmee. Sie ist so tapfer.“ Ich sah wie sie einen nach dem anderen umarmte und küsste.
„Liebste, ich tue alles was in meiner Macht steht, um so schnell wie möglich wieder zu euch zurück zu kommen.“ Dann küsste er mich.

Langsam aber sicher stiegen sie in die Auto´s (sie fuhren mit dem Mercedes und dem Porsche). Die letzten Worte, die er mir ins Ohr flüsterte: „Gib auf mein Herz acht, ich habe es bei dir gelassen.“ Ich lächelte. Wir winkten noch kurz und dann waren sie auch schon verschwunden. Esme legte einen Arm um mich und zog mich ins Haus. Emmett und Rose blieben auf der Verandatreppe sitzen. Jake und Renesmee blieben im Garten. Ich beobachtete sie vom Wohnzimmer aus. Ich war so froh, dass Jake da war. Dann legte ich mich der Länge nach aufs Sofa und schloss die Augen. Edwards Gesicht war in meinem inneren Auge eingebrannt. Esmes sanfte Stimme holte mich kurz darauf zurück.


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Beitrag  esme78 Sa 26 Sep 2009, 22:58

„Bella, Kleines. Seth ist am Telefon für dich.“ Sie hielt mir den Hörer hin und ich rappelte mich auf. Ach herrje, Leah! Die hatte ich ja ganz vergessen. Hoffentlich ist sie nicht all zu sauer.
„Seth, was gibt´s?“ fragte ich und machte mich auf einen Vortrag gefasst.
„Bella. Jake sagt, Edward und Carlisle sind mit dem Oberboss weggefahren? Stimmt das wirklich? Leah und ich sind ja vorgestern Abend nach Hause gegangen.“ Er war ganz aufgeregt.
„Ja, leider. Alice und Jasper sind auch mitgegangen. Sag mal ist Leah bei dir? Kann ich sie mal sprechen?“ Ich wollte mich besser gleich bei ihr entschuldigen.
„Leah? Keine Ahnung wo die ist. Sie hat vor einer Stunde etwa gesagt, sie dreht mal ne Runde, und ist noch nicht zurück.“
„Ach so. Na wenn sie wiederkommt wäre es nett, wenn du mir Bescheid sagen würdest.“
„Ja mach ich. Geht es dir auch gut?“
„Den Umständen entsprechend. Aber er kommt ja hoffentlich bald wieder. Ich leg´ jetzt mal auf. Bis bald, Seth.“
Ich legte auf und ging nach oben. Ich wollte mit Esme sprechen.

An diesem Mittag besprach ich mit Esme, wie es bei uns jetzt weitergehen sollte. Schließlich waren die Semesterferien offiziell zu Ende. Sie schlug vor, Edward und ich sollten ein Semester aussetzen. Alice und Jasper würden ein halbes Jahr nach Europa reisen. Carlisle hatte am Abend zuvor noch mit dem Krankenhaus telefoniert und erklärt, dass er überraschend nach Südamerika reisen müsste um sich dort Ärzte ohne Grenzen anzuschließen. Er war einem früheren Kollegen noch was schuldig. Edward wollte ihn begleiten und konnte deshalb nicht zur Uni. Wir wollten auch Charlie bitten, auf Anfragen, so zu antworten.

Als ich bis zum Abend immer noch nichts von Seth oder Leah gehört hatte, rief ich Seth noch einmal an. Leah war immer noch nicht zurück. Er und Sue machten sich langsam Sorgen. Nach dem Gespräch mit Seth rief ich noch Jake an, der den Tag bei Billy verbrachte. Er hatte auch nichts von ihr gehört und von einer Patrouille hatte er auch keine Ahnung. Er setzte sich mit Sam in Verbindung und rief kurze Zeit später zurück.
„Also, weder Sam, Paul, Jared oder die anderen wissen wo sie ist. Ich schwöre dir, dass ich sie nicht losgeschickt habe.“
„Jake, so langsam kommt mir da ein Verdacht.“
„Und der wäre?“ hackte er nach.
„Sie ist mitgegangen.“ sagte ich kurz.
„Mitgegangen, wohin? …Moment, du meinst doch nicht …?“ stammelte er.
„Ich fürchte schon.“ gab ich kleinlaut zu.
„Warum?“ schrie er.
Ich erklärte ihm, dass ich ,seit unserem Gespräch gestern, noch nicht mit Nahuel geredet hatte. Jake wollte gleich wieder vorbeikommen, er würde Billy nur noch bei Charlie absetzen. Es war schon nach elf Uhr und Nessie schlief schon. Ich saß mit Jakob auf der Bank vor unserem Häuschen und fühlte mich hundeelend (wie passend).
„Hey, das ist doch nicht deine Schuld.“ versuchte er mich zu trösten.
„Na, du kennst doch Leah. Sie war noch nie ein großer Fan von mir. Und dann bittet sie mich mal um einen Gefallen – und ich vergesse es einfach.“ Ich vergrub das Gesicht in den Händen.
„Also, du hast im Moment nun wirklich anderes im Kopf. Ich hab mich vorhin mit ihr in Verbindung gesetzt. Sie hat sich nach dem Flug verwandelt, deshalb konnten wir vorher nichts von ihr hören. Sie ist nicht böse auf dich. Echt nicht. Sie versteht das. Deshalb ist sie ja mitgegangen. Naja..“ Er zögerte kurz. „..ich bezweifle, dass die anderen es wussten. Mittlerweile hat Edward sie vielleicht schon entdeckt.“ fügte er hinzu.
„Na das kann ja heiter werden. Aro wird nicht begeistert sein. Ich würde es ihm zutrauen, dass er sie zum Teufel jagt.“
„Da kennst du aber Leah schlecht. Die ist nicht so leicht abzuschütteln. Ich spreche da aus Erfahrung.“ Ich nickte gedankenverloren. Da hatte er vermutlich Recht.
Noch in derselben Nacht wollte ich mit Edward telefonieren.


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Beitrag  esme78 So 27 Sep 2009, 15:04

Blinder Passagier (Edward)

Nach einer knappen Stunde im Auto kamen wir am Flughafen in Seattle an. Wir checkten ein und, nach einem Zwischenstopp in Atlanta, landeten wir endlich auf dem Flughafen in Manaus, Brasilien. Wir sind nur deshalb geflogen, weil ich Carlisle und Eleazar wegen Aro beruhigen konnte. Er ließ sich, etwas missmutig zwar, zu den Kontaktlinsen überreden.
Noch einmal zwei Stunden später sind wir in Nahuels Heimat, unserem ersten Ziel, angekommen. Wir versuchten Huilens Spur zu finden und brauchten erst einige persönliche Gegenstände, um uns mit ihren Geruch vertraut zu machen. Nahuel und Huilen waren keine typischen Nomaden. Sie lebten in einer Art Höhle, in der Nähe eines Seitenflusses des Amazonas im Nordwesten Brasiliens. Wir schlugen uns durch den dichten Regenwald, der mit seinen riesigen, uralten Bäumen wie ein grünes Gefängnis wirkte. Natürlich lief Nahuel uns vorraus, er kannte sich hier ja bestens aus. Ich hingegen, bin in all den Jahren nie nach Südamerika gekommen.
Carlisle war mal vor zweihundertvierzig Jahren hier unterwegs. Damals hatte er auch Zafrina und die anderen Amazonen kennengelernt. Seine Kenntnisse würden uns auch helfen. Alice, Jasper und ich überlegten, während des endlos schienenden Marsches, was uns Letztendendes erwarten würde. Eine Armee von Halbvampiren? Kleine Monster, wie die unsterblichen Vampirkinder, wild und ungezähmt? Ich bezweifelte, dass die anderen, falls es noch viele andere geben sollte, ein solches Glück gehabt hatten wie Nahuel. Er war im Schutz seiner Tante aufgewachsen. Sie hatte ihn alles gelehrt und ihm Wertvorstellungen vorgelebt.

Ich ließ mich mit den zweien etwas ans Ende unserer Expedition abfallen, um mich mit ihnen auszutauschen.
Edward, was meinst du? Was wird Aro mit den Kindern anstellen? fragte mich Alice.
Ich zog die Schultern hoch und flüsterte: „Ich weiß es noch nicht. Er hält sich bedeckt. Aber ich gehe von dem Schlimmsten aus.“
Er hält seine Gedanken im Zaum. Das heißt also er will uns nicht mal die Chance lassen seine Vermutungen zu entkräften?
Ich machte ein fragendes Gesicht.
Habt ihr euch schon mal Gedanken gemacht, was mit Nahuels Schwestern passiert? Den älteren meine ich. fragte Jasper.
Ich schüttelte den Kopf ein wenig.
Was?? fragte mich Alice.
Ich kam leider nicht mehr dazu, mich weiter mit ihr zu verständigen. Aro und Carlisle kamen zu uns.
„Demetri hat ihre Spur aufgenommen. Er sagt sie ist etwa zwei Wochen alt. Wir schlagen eine neue Richtung ein.“ erklärte uns Carlisle.


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Beitrag  esme78 So 27 Sep 2009, 20:04

(Edward)

Wir setzten unsere Wanderung fort. Es war lästig, vergleichsweise langsam, durch das Dickicht zu wandern. Aber wären wir gerannt, hätten wir die Spur vielleicht wieder verloren. Jetzt lief ich neben Carlisle. Jasper an meiner anderen Seite.
Demetri ist voll auf die Spur fixiert. Es ist beeindruckend, wie er alles andere ausschalten kann. Beeindruckend, aber auch beängstigend. sinnierte Jasper.

Ich konnte mir lebhaft vorstellen, wie Demetris Gemütszustand ihn verwirrte. Er war schließlich der weltbeste Tracker. Seine Gabe bestand darin sich ganz auf seine „Beute“ zu konzentrieren. Und im Moment sah ich in seinem Kopf nur Caius und Huilen.
Edward? fragte mich Carlisle. Ist Alice schon weiter vorrangekommen?
Ich schüttelte leicht den Kopf.
Halt! Wartet mal. Irgendetwas verändert sich gerade bei ihm. dachte Jasper.
Ich suchte Alices Blick. Sie starrte verwundert zurück. Offenbar hatte sie nichts gesehen. Wir stoppten. Aro und den anderen ist das natürlich auch nicht entgangen.
„Demetri, was hast du gefunden?“ wandte sich Aro an ihn.
„Es ist jemand hinter uns her“ wurde er wütend.
Ich drehte mich unwillkürlich um. Ich konnte nichts hören. Außer einem Schwarm verschreckter Tucanos, papageienähnliche schwarze Vögel mit langen, orangefarbenen Schnäbeln, die ,in etwa einem Kilometer Entfernung südöstlicher Richtung, die Flucht ergriffen. Alice machte einen leicht ärgerlichen Gesichtsausdruck und stierte mir in die Augen. Ich lief an ihre Seite.
„Wer ist es?“ fragte Aro nach. Dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen, als ich Demetris und Alices Gedanken hörte.
„Leah!“ war Alice ein wenig schneller als ich. „Ich hätte es mir denken können.“
Ich wusste nicht was ich sagen sollte. Das hatte uns gerade noch gefehlt. Was dachte sie sich dabei? Wollte sie sich umbringen? Carlisle legte mir die Hand auf die Schulter.
„Was hat das zu bedeuten, Edward?“ Ich wusste nicht was, oder wie viel ich sagen sollte.
„Das soll sie euch besser selbst erklären.“ beschloss ich.
Aro machte ein verärgertes Gesicht, passend zu seinen Gedanken. Er versuchte sich an eine gewisse Leah zu erinnern. Es gelang ihm aber nicht. Er wurde zunehmend nervöser. Da stieß sie aus dem Blätterwald zu uns. Automatisch zuckte Aro zurück. Er hatte tatsächlich einen Moment lang Angst. Ich konnte es kaum glauben. Er musterte mich und verengte die Augen. Ich machte ein einigermaßen versöhnliches Gesicht, das hoffte ich zumindest. Leah, in Wolfsgestalt, schaute mich an und winselte.
Ich würde mich gerne zurückverwandeln, wenn es geht. Würden sich die Herren bitte umdrehen?
Ich seufzte. „Währt ihr bitte so freundlich einen Moment wegzusehen? Sie schämt sich.“ sagte ich kichernd. Alice musste auch lachen. Jasper, Carlisle, Eleazar und ich drehten uns um. Die anderen reagierten verstört. Ich riss die Augen auf und drehte ruckartig den Kopf herum, dann drehten auch sie sich endlich um. Aro starrte mich fuchsteufelswild an. Alice ging zu ihr und half ihr in die Kleider.
„Ihr könnt wieder schauen. Danke.“ sagte Leah.
„Was hat das zu bedeuten? Edward, erklär mir das bitte!“ zischte Aro.
„Ich denke wir lassen Leah und Nahuel einen Moment alleine. Sollten wir nicht langsam mal jagen, Eleazar? Aro? Also ich hab´Durst.“ Ich lief an der Gruppe vorbei und zog Jasper hinter mir her.
Glaubst du das ist die richtige Art, der richtige Moment? dachte Jasper.
„Das ist jetzt ihr Problem. Ich bin doch nicht ihr Babysitter.“ Jasper wusste natürlich um Leahs Gefühle. Er war ebenso überrascht gewesen wie Jake und ich. Für Seth war es da etwas schwieriger, als er in den Gedanken seiner Schwester Dinge gesehen hat, für die er eigentlich noch viel zu jung ist. Ich konnte es ihr nur schwer verübeln. Sie war lange allein und hatte schon fast die Hoffnung aufgegeben, sich je wieder zu verlieben und solche Gefühle für jemanden zu haben.


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Beitrag  esme78 So 27 Sep 2009, 21:52

(Edward)

Wir konzentrierten uns jedenfalls auf die Jagd. Es war sehr angenehm mal was anderes zwischen die Zähne zu bekommen, als in Forks und Umgebung. Aro und sein Gefolge machten leider Gottes Jagd auf etwas anders, so mussten sie weiter in der Umgebung nach einer Fährte suchen. Nach einer halben Stunde liefen wir zu den Beiden zurück. Sie saßen an einen Baum gelehnt und unterhielten sich. Jasper atmete auf und ich wusste gleich warum. Leah strahlte und Nahuel war so durcheinander, dass er uns gar nicht bemerkte. Offenbar hatten sich die zwei gefunden. Ich schmunzelte und nickte Carlisle zu. Der nickte zustimmend zurück.
Als Aro mit Demetri und Renata wieder zu uns stießen war es schon dunkel. Ich bat Carlisle mit ihm zu reden und lief ein Stück weit in das Dickicht. Als ich die Stimmen nicht mehr hörte, zückte ich mein Mobiltelefon und drückte die Kurzwahltaste.

„Bella?“
„Edward! Ist alles in Ordnung bei Euch? Ich bin so froh deine Stimme zu hören.“ sagte sie, sehr erleichtert. Ich atmete ebenfalls tief durch, bevor ich antwortete: „Ja. Ich hab dich auch vermisst, Liebes.“ Ich spürte einen stechenden Schmerz in meiner Brust, versuchte ihn aber zu ignorieren. „Schläft meine Süße schon?“

„Ja. Sie liegt mit Jake auf dem Sofa. Sag mal, kann es sein, dass ihr Zuwachs bekommen habt?“ Ihre Stimme war leicht nervös. Ich zögerte.
„So kann man es sagen. Sie hat hier einigen Wirbel verursacht, nebenbei bemerkt.“ Ich lächelte.
„Das tut mir Leid, ehrlich. Ich wollte dich auch bald anrufen. Sue und Seth machen sich große Sorgen.“
„Du kannst sie beruhigen. Solange sie Aro aus dem Weg geht, sehe ich keine Probleme. Sie hat sowieso keine Augen für uns.“ erklärte ich weiter.

„Wie hat er reagiert? Sag schon, Edward!“ drängte sie.
„Na, wer wird denn da so neugierig sein? Ich weiß nicht. Wir haben die Zwei mal alleine gelassen. Aber ich glaube, ihre Reise war nicht umsonst. Manchmal muss man einfach die Initiative ergreifen, oder?“

„Ach, da bin ich aber erleichtert. Nun erzähl. Wie geht es dir?“
Ich fand nicht die richtigen Worte, um ihr zu sagen, wie sehr ich sie vermisste und sie liebend gerne jetzt im Arm gehalten hätte. „Du fehlst mir.“ flüsterte ich und sagte dann: „Wir haben heute Huilens Spur aufgenommen und folgen ihr. Mehr können wir im Augenblick nicht tun.“
Dann hörte ich Alice näher kommen.

„Edward, wir müssen weiter. Sag Bella Grüße von mir.“
„Schatz, ich muss auflegen. Alice lässt dich grüßen. Ich melde mich bald wieder. Ich liebe dich.“
„Ich liebe dich auch, komm bald zu uns zurück.“ sagte sie.
„Gib Nessie einen dicken Kuss von mir.“ Bisher hatte ich sie jeden Abend ins Bett gebracht. Tiefe Traurigkeit erfüllte mich.
„Mach ich. Bis bald.“

Ich legte auf. Alice rieb mir über den Rücken. Ich ließ den Kopf sinken und stöhnte.
„Warum muss uns sowas immer passieren?“ fragte ich sie niedergeschlagen.


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Beitrag  esme78 Mo 28 Sep 2009, 22:10

Gestochen scharf (Bella)

„Jake? Wo bist du? Was soll das?“ fauchte ich ins Telefon.
„Hey, hey, halt mal die Luft an, Bella.“
Ich nahm seinen Rat an, hielt die Luft an und fing an zu zählen.
„Bist du noch dran?“ fragte er, als ich gerade bei fünfzehn angekommen war. Ich atmete seufzend aus.
„Erklärst du mir bitte jetzt wo du bist?“

Im Hintergrund hörte ich ein surrendes Geräusch, das ich nicht einordnen konnte. Es kam nicht von einem Tier, soviel stand fest.
„Hey, Jake. Du bist dran. Na komm schon du Feigling.“ hörte ich im Quil im Hintergrund rufen.
„Ja, ja.“ war Jake kurz angebunden. „Hör zu Bella, ich bin heute Abend wieder zurück. Es ist alles in Ordnung, glaub mir. Bis dann. Und gib Nessie einen Kuss von mir, ja?“ Dann war die Leitung unterbrochen. Ich starrte auf das Telefon in meiner Hand. Rosalie legte mir den Kopf auf die Schulter, nahm mir das Telefon ab und klappte es zu. Sie lachte.
„Also weißt du, Bella. Du hörst dich langsam an wie Esme. Du bist doch nicht seine Mutter. Er kommt schon rechtzeitig wieder.“ Sie hatte vollkommen Recht. Ich hörte mich an wie meine Mutter. Ich schüttelte den Gedanken ab, und lief zu Emmett in die Garage.

„Bist du fertig?“ rief ich schon aus einiger Entfernung.
„Gleich, muss nur noch was nachregulieren.“ Er beugte sich, halb kniend, halb stehend über den großen Werkzeugkoffer. Nessie saß auf der Kühlerhaube des Jeeps und beobachtete ihren Onkel, mit regem Interesse.

„Nessie, Süße, gibst du mir bitte den achter Schlüssel?“ Sie hüpfte herunter und gab ihm offenbar das richtige Werkzeug, denn Emmett gab ihr einen Kuss auf die Wange und lächelte mich spöttisch an. Das hatte sie ganz sicher von Edward, denn ich wäre jetzt höchstwahrscheinlich zum Schlüsselbrett gerannt und hätte gefragt, welcher denn der achte sein sollte. Emmetts Gelächter konnte ich mir nur zu gut vorstellen.
„Gut, um zehn Uhr wollen wir zu Billy.“ sagte ich, immer noch lächelnd.
„Kein Problem. Geh du nur zu Esme in die Küche.“ winkte er mich ab.

Ich nickte und ging in die Küche. Dort waren Rose und Esme schon bei den Vorbereitungen. Auf der großen Arbeitsfläche, in der Mitte des Raumes, standen Eier, Mehl, Butter und alles was man für einen guten Kuchen benötigte. Ich war früher eine gute Kuchenbäckerin. Das würde man wohl nicht so schnell verlernen, hoffte ich. Wir machten uns an die Arbeit und nach zwei Stunden roch das Ergebnis, zumindest für uns, annehmbar.


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Beitrag  esme78 Di 29 Sep 2009, 21:13

Es war kurz vor Zehn Uhr abends, als wir bei Billy vorfuhren. Emmett sprang aus dem Jeep und huschte mit einem gut verpackten großen Paket um das Haus, und war kurz darauf wieder bei uns. Esme hielt die Schachtel mit dem Kuchen in der Hand. Rosalie und Renesmee rannten schon in Richtung Tür. Ich lief ihnen hinterher, nachdem ich feststellen musste, dass Jakes Golf nicht an seinem Platz stand. Er war noch nicht wieder zurück. Na, umso besser dachte ich mir, hatte aber ein etwas gemischtes Gefühl.

Im Wohnzimmer sah ich Dad mit Sue neben Billy auf dem alten Sofa sitzen. Er lächelte mich an. Renesmee sprang ihm auf den Schoß. Ich legte das Geschenk, das ich mitgebracht hatte, auf den Tisch und setzte mich neben Billy.

„Weißt du wo er hin wollte?“ bohrte ich gleich.
„Nein. Aber er ist mir ab sofort sowieso keine Rechenschaft mehr schuldig. Er ist jetzt schließlich erwachsen.“ beruhigte mich Billy mit seinem typischen Humor. Seine Geduld wollte ich auch haben.

Rachel und Rebecca waren in der Küche. Die beiden schnitten den Kuchen an und steckten eine Kerze obenauf. Esme half ihnen die Tassen und Teller zu richten. Es war für alle selbstverständlich, sich ohne Vorbehalte, in so engem Raum, nebeneinander bewegen zu können. Selbst ich hatte mich an den Geruch mittlerweile gewöhnt. Da klopfte es an der Tür. Alle schauten zu Billy.

„Das sind bestimmt Embry und die Jungs. Jake hat doch einen Schlüssel. Rosalie, wärst du bitte so freundlich?“ deutete Billy zur Tür.
Rosalie ging zur Tür und ließ die andern herein. Jetzt konnte man sich kaum noch umdrehen in dem winzigen Raum. Bis auf Sam, Brady und Colin waren alle Wölfe anwesend. Sam war mit Emily bei ihren Verwandten zu Besuch. Paul ging mit Rachel in die Küche. Rose setzte sich bereitwillig auf Emmetts Schoß und Esme stellte sich hinter mich und legte die Hände auf meine Schultern. Seth wartete draußen auf der kleinen Veranda.
„Er kommt!“ rief Seth durch die Tür.
Kurz darauf kam Seth mit Quil und Jacob zu uns. Als er uns alle sah, breitete sich ein überraschtes Grinsen auf seinem Gesicht aus.
„Happy Birthday!“ riefen wir im Chor.

Er zog die Jacke aus und hängte sie an den Hacken. In dem Moment fiel mir die Kinnlade herunter. Emmett neben mir pfiff in überraschtem Ton. Esme verstärkte den Griff an meinen Schultern. Sie stöhnte entsetzt auf. Aber ich war es, die als erste die Worte wiedergefunden hatte.
„Was in aller Welt ist das denn?“ brachte ich entsetzt heraus. Sein linker Oberarm war mit einem riesigen Verband umwickelt.
„Was das? Das ist ein Geburtstagsgeschenk, was sonst.“ sagte er ruhig.
Seth und Paul schauten sich den Arm genauer an. Mit einem Ruck zog Jacob das Pflaster ab, nachdem der den Mull abgewickelt hatte. Darunter zeigte sich eine tellergroße Tätowierung in Herzform. In der Mitte stand Nessie, in alten Schreibschriftlettern. Quil tat es ihm gleich. Auch seinen Oberarm zierte ein Herz mit Claires Namen.
„Hübsch, Jake!“ war der knappe Kommentar meines Vaters, der neugierig den Kopf gestreckt hatte. Er stand auf und lief mit Nessie auf ihn zu. Jacob ging in die Knie und nahm meine Tochter in den Arm.
„Alles Gute zum Geburtstag, Jake“ Sie gab ihm einen Kuss auf die Wange. „Vielen Dank.“
Nachdem wir alle Jacob gratuliert hatten, servierten Rachel und Rebecca den Kuchen. Stolz zeigte Jake allen seinen neuen Körperschmuck. Jetzt stellte sich heraus, dass mittlerweile fast alle Jungs derart verschönert waren. Paul, Quil, Jared. Alle Geprägten zierte jetzt ein Herz mit dem Namen ihrer Liebsten am Arm. Eigentlich eine schöne Idee.


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Beitrag  esme78 Mi 30 Sep 2009, 20:37

„Also mir wird´s hier langsam zu eng.“ sagte Emmett und stand auf und streckte demonstrativ die Muskeln. Dafür bekam er von Rose einen bewunderten Blick, den er mit einem Grinsen honorierte.
„Komm schon, Jake. Draußen wartet noch was auf dich.“ Er packte ihn am Arm und zog ihn hinter sich der. Rose, Paul, Seth, Quil, Embry und ich folgten ihnen. Wir liefen um das Häuschen herum und standen vor dem großen Paket. Jake blieb der Mund offen stehen. Dann zog er an der großen Schleife.
„Das ist von uns.“ sagte Rosalie.
Er wickelte das Papier ab und öffnete den Karton, der locker ein auf drei Meter maß.
„Wow. Irre. Wahnsinn. Das ist ja ….also mir fehlen die Worte!“ versuchte Jake seiner Begeisterung Ausdruck zu verleihen. Er stand strahlend vor seiner neuen Harley Davidson, die neu lackiert und von Rose und Emmett eigenhändig überholt worden war. Am Lenker hing der passende Helm dazu.
Volltreffer dachte ich mir. „Na Spritztour gefällig?“ neckte ich ihn. „Aber hallo. Unbedingt. Willst du mit?“ boxte er mir in die Seite. Noch ehe ich piep sagen konnte, rannte er in seinen Schuppen und warf mit einen Helm zu. Als er näher kam flüsterte er mir ins Ohr: „Ich hoffe Blondie hatte da nicht zu viel ihre Finger drin. Aber sonst würdest du ja nicht mitfahren, oder?“
„Das hab ich gehört. Du Hund. Wenn du nicht willst drehen Emmett und ich eine Runde.“ „Logisch.“ wetterten Rose und Emmett. Alle lachten. Dann stiegen wir auf. Ich klammerte mich an Jake und er ließ die Maschine an. Dieses Geräusch war wirklich etwas Besonderes. Nicht mit den schäbigen Dingern zu vergleichen, die ich damals angeschleppt hatte.


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Beitrag  esme78 Mi 30 Sep 2009, 21:18

Wir fuhren in Richtung First Beach. Ich genoss die Fahrt. So lange war ich nicht mehr Motorrad gefahren. Den Helm hatte ich gar nicht erst aufgesetzt, war ja jetzt nicht mehr nötig. Am Strand angekommen bockte er die Maschine auf und wir setzten uns auf unseren Stammplatz, den verwitterten Stamm. Die Wellen rauschten. Der Mond verzauberte alles in silbriges Licht. Der kühle Wind blies über unseren Köpfen. Ich sog die Meeresluft ein und schmeckte jedes einzelne Salzpartikel auf meiner Zunge. Es war ein perfekter Abend und für Anfang November noch recht mild für Forks. Doch dann plötzlich wurde ich traurig. Ich seufzte und ließ den Kopf sinken. Jake legte den Arm um mich.

„Hey. Nicht traurig sein. Nicht an meinem Geburtstag. Bitte, Bella!“ redete er mir zu. Ich schaute in sein Gesicht. Er zog eine Grimasse und ich musste lachen. Jake war wieder da um mich aufzurichten. Schonwieder. Was würde ich nur ohne ihn machen?
„Jake? Darf ich dich mal was Persönliches fragen?“ begann ich. Er blickte entsetzt.
„Seit wann haben wir denn Geheimnisse?“ fragte er. Wieder schmunzelte ich.
„Ich weiß nicht ob du mit mir darüber reden würdest, aber ich frage mich wie du deine Zukunft siehst? Mit Renesmee meine ich.“ wurde ich deutlicher und senkte den Blick.

„Oh!“ stieß er hervor. „Tja, ich bin mir nicht sicher was du jetzt hören willst, Bella.“
„Werdet ihr irgendwann weggehen? Bleibt ihr hier in La Push? Irgendwann werden wir auch hier weg müssen.“ fuhr ich fort.
„Hey, nun mal eins nachdem anderen. Jetzt machen wir uns über so etwas keinen Kopf. Eins kann ich dir aber versprechen. Ich werde da sein wo Renesmee ist. Egal ob sie bei euch bleiben will oder anderswo.“ Er umarmte mich.
„Du wirst sie nicht verlieren. Glaub mir.“ Er nahm mich bei den Schultern und dann stand er auf.
„Jetzt wird’s aber Zeit dass wir zurückfahren. Sonst wird Nessie noch unruhig. Außerdem möchte ich noch ein Stück von eurem Kuchen.“

An diesem Abend genoss ich die Anwesenheit meiner Familie aber jeder von uns spürte die Abwesenheit der Anderen. In Gedanken waren wir aber zusammen. Kurz vor Mitternacht riefen Carlisle und Edward an. Er war ein langer Abend um drei Uhr waren wir wieder zuhause.
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Beitrag  esme78 Do 01 Okt 2009, 22:02

Fragen über Fragen (Edward)

Wir liefen jetzt schon mehrere Tage Huilens Spur hinterher. Es war zermürbend. Würde Jasper nicht hin und wieder sein spezielles Talent einsetzten um uns wieder aufzurichten, wäre zumindest ich schon längst umgekehrt und nach Hause gerannt.
Es war schon wieder dunkelste Nacht und wir hatten einen zwanzigstunden Marsch hinter uns, als Demetri plötzlich stehen blieb. Alice hatte uns heute Morgen von einer ihrer Visionen berichtet, in der sie Huilen an einer Stelle am Fluss hat liegen sehen. Sie schien nicht verletzt, wenigsten konnte ich keine äußeren Verletzungen erkennen als ich sie in Alice Gedanken gesehen hatte. Aber warum hatte Caius sie zurückgelassen nach so langer Zeit? Welches Spiel spielte er mit uns?
Eleazar suchte meinen Blick. Nahuel ebenfalls. „Kannst du sie hören, Edward?“ fragten sie mich. Ich konzentrierte mich. Dann schüttelte ich den Kopf.
Dann plötzlich lief Nahuel weiter, von Demetri gefolgt. Sie liefen schnurstracks in südliche Richtung. Wir anderen hinter ihnen her.
Er scheint ihre Nähe zu spüren. dachte Jasper. Beide. fügte er hinzu.
Dann hörte auch ich etwas. Nahuel, mein Nahuel. Das musste Huilen sein. Da lag sie auf dem Boden zusammengekauert wie ein verängstigtes Kind. Ihre Augen waren starr.
„Huilen, Huilen. Was hat er dir angetan?“ Nahuel fiel auf die Knie und umarmte sie. Leah an seiner Seite. Aro drängelte sich an mir vorbei und stieß Leah schroff zur Seite. Carlisle half ihr auf und sie lief missmutig zu Alice.
„Sprich, Huilen, erzähl uns was geschehen ist.“ fauchte Demetri. Aro fasste ihn an der Schulter und sagte beschwichtigend: „Geduld, mein Freund. Das werden wir gleich erfahren.“ Dann berührte er Huilens Arm.

„Sie wurde gefoltert.“ erklärte Jasper, der ihre inneren Qualen spürte. „Jane hat ihr das angetan.“

Jane? Demetri schien entsetzt. Aro war immer noch in Huilens Gedanken vertieft. Seine Augen waren geschlossen. Nach einiger Zeit richtete er sich wieder auf und zog sich zurück. Renata folgte ihm. Demetri blieb wie angewurzelt stehen. Jetzt konnte sich Carlisle endlich um Huilen kümmern. Ich kniete mich neben ihn.

„Sie scheint unter Schock zu stehen. Ich habe Jane zwar schon öfter in Aktion gesehen, aber für Gewöhnlich erledigt sie gründliche Arbeit und erlöst ihre Opfer dann.“ verriet er mir.
„Kannst du ihr helfen?“ fragte ich.
„Ich glaube es ist das Beste wenn sie erst mal trinkt.“ antwortete er und wandte sich an Nahuel. Er sollte ihr etwas Blut besorgen. Er lief gleich mit Leah los. Carlisle blieb bei Huilen.
Ich sah zu Jasper, der verunsichert die Umgebung absuchte. Alice an der Hand, die mit ihren Augen etwas ganz anderes sah als er. Irgendetwas war hier im Gange.

Verdammt! dachte eine mir unbekannte Stimme. Ich drehte reflexartig den Kopf in die Richtung aus der die Stimme kam. Jasper drehte ebenfalls den Kopf in dieselbe Richtung. Nun konnte ich in Alices Vision das Gesicht zu der unbekannten Stimme sehen.

Was ist los, Edward? fragte Eleazar. Er schien ebenfalls etwas bemerkt zu haben. Ich signalisierte ihm die Anderen etwas abzulenken. Er führte Demetri zu Aro und verwickelte ihn in ein Gespräch. Er wollte bestimmt erfahren was Aro gesehen hatte. Das war unsere Chance. Jasper, Alice und ich machten ein paar Schritte auf einen großen Baum zu.
„Du bist nicht länger getarnt. Zeig dich!“ sagte ich leise.

Im nächsten Moment schälte sich eine Gestalt aus dem Umriss des Stammes. Vor uns stand ein schlaksiger, hochgewachsener Junge, äußerlich kaum älter als fünfzehn. Seine Augen waren leuchtend rot.
„Wer bist du?“ fragte Alice.
„Ich bin Codric. Und wer seid ihr? Bis heute hat mich noch niemand enttarnt.“ antwortete er, die Augen verengt, offensichtlich eschauffiert über die Situation.
„Ich bin Jasper, das ist meine Gefährtin Alice und mein Bruder Edward.“ stellte Jasper uns vor.
„Wie habt ihr mich entdeckt?“ löcherte er uns weiter.
„Ist das wichtig?“ fragte ich. „Uns interessiert vielmehr wer dich geschickt hat. Joham?“ Als ich Johams Name erwähnte verzog er das Gesicht, ganz kurz und dachte:
Woher wissen die das schon wieder? Das müssen sie sein. sagte dann jedoch:
„Joham? Nie gehört.“ Ich tauschte einen kurzen Blick mit Jasper. Er zog eine Augenbraue hoch.
„Ich würde dir raten bei der Wahrheit zu bleiben. Wir haben Mittel und Wege die Antworten zu bekommen, die du uns vorenthältst.“
Es konnte je nicht schaden ihm ein wenig Angst zu machen, schließlich wussten wir noch zu wenig über ihn. Er schaute uns prüfend an, überrascht über die Farbe unserer Augen.


Zuletzt von esme78 am So 17 Jan 2010, 23:16 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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