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Verlorene Hoffnung - Oneshot

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Beitrag  Gast Mo 18 Feb 2008, 00:19

Verlorene Hoffnung - Oneshot

Vorwort

Dieser hier ist der vierte und längste, den ich geschrieben habe.

Die Handlung setzt an, nachdem Edward von Rosalie erfahren hat, dass Bella tot ist ( New Moon ).
Ich hab als „Vorhandlung“ das Outtake von SM verwendet, wo Edward mit Rosalie telefoniert.

Anmerkung: Aufgrund der Länge ist der Oneshot in mehrere Posts gegliedert.

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Edwards Sicht

Meine Hände zitterten und meine Sicht verschwamm.
Es konnte nicht wahr sein... Es durfte nicht wahr sein...
Ich wusste nicht, wer den Hörer bei den Swans abgenommen hatte, aber es war mir auch egal – derjenige hatte die bittere Wahrheit bestätigt.
Ich zog meine Knie näher heran und die Dunkelheit des Ghettos drohte mich zu verschlingen.
Ratten und Spinnen liefen an mir vorbei, aber ich kümmerte mich nicht darum.
Es war mir alles egal...

Bella war tot.
Sie war für immer von dieser Welt gegangen.
Und ich war daran schuld.
Mein Körper verkrampfte sich und diese überwältigende Traurigkeit machte sich in mir breit. Ich wünschte, dass ich weinen könnte, aber ich konnte es nicht.
Wieder einmal erkannte ich, was für ein Monster ich doch war...
Wieder einmal hatte ich alles falsch gemacht...
In dem Glauben, das es das Beste für sie war, hatte ich sie verlassen und sie dabei mehr verletzt, als ich beabsichtigt hatte.
Ich selbst trug einen tiefen Schnitt von unserem Abschied in mir, der niemals wieder verheilen würde...
Was war ich nur für ein gefühlsloses Wesen.

Wieder einmal sah ich Bella vor meinem geistigen Auge und die Erinnerung an sie schmerzte.
Eine klaffende Wunde öffnete sich von neuem in mir und das Gefühl ließ mein Körper fast gänzlich taub werden.
Ihre rehbraunen Augen brannten sich in mein Gedächtnis.
Das Trugbild von Bella lächelte mich entschuldigend an und streckte die Arme nach mir aus.
„Edward!“, hörte ich ihre erfreute Stimme in meinem Kopf und ihr dunkles Haar wehte in der windstillen Dunkelheit.
Aber sie war nicht echt.
Ich kniff meine Augen fest zusammen und vergrub mein Gesicht in den Händen.
Tränenlose Schluchzer ließen meinen Körper erbeben und ich machte keine Anstalten, meine Traurigkeit zurückzuhalten.

Niemals wieder würde ich sie wiedersehen...
Niemals wieder würde ich ihren unwiderstehlichen Geruch riechen...
Niemals wieder würde ich ihre zarte, warme Haut berühren und sie in meinen Armen halten...
Sie war tot... Mein Engel war gestorben... Und ich lebte.

Nein, das durfte nicht sein...
Mein Engel durfte nicht sterben – nicht so.
Sie sollte glücklich sein, ein normales Menschenleben führen können, ohne die Dämonen.
Und nun war sie tot.
Sie hatte kaum ein Leben gehabt und nun war es auch schon vorbei... Wieso nur...?
Gerade mal sieben Monate hatte sie ohne mich gelebt und dann soll dies schon das Ende gewesen sein...?
Schuldgefühle plagten mich wieder in dieser Schicksalhaften Stunde.
Wäre es besser gewesen, bei ihr zu verweilen?
Ich hätte sie bestmöglich vor allem und jedem beschützt und sie mehr geliebt, als es irgendjemand anderes konnte.
Es hätte niemals diese Leere in ihr und mir gegeben... Ich wäre glücklich mit ihr gewesen.
Und was am wichtigsten war, sie wäre vermutlich noch am leben.

„Bella! Bella! Bella!“, rief ich verzweifelt und streckte meine Hand nach dem Trugbild aus.
Es war mir egal, ob sie echt war oder nicht... Ich wollte nur meine Bella sehen, hören und fühlen...
„Bella!“, rief ich noch einmal, aber das Trugbild verschwand.
Ich hörte meine eigenen Schluchzer, versuchte aber nicht, sie zu dämpfen.
Das Hirngespinst meiner Fantasie war niemals meine Bella gewesen... Meine Bella war tot – kalt und leblos in ihrem Grab.
Ich wollte nicht zurück nach Forks... Ich wollte nicht ihr trostloses Grab in der Erde sehen, damit die Realität mich noch härter traf.
Ich wollte sie wiedersehen...
Ich wollte die Realität nicht wahrhaben.
Aber ich konnte die Toten auch nicht wieder lebendig machen – niemand konnte das.

Ich stand auf und löste meine andere Hand vom Gesicht.
Meine Beine waren wackelig und mein ganzer Körper war taub.
In mir rumorte es und schließlich wollte ich nur noch alles aus mir heraus schreien...
All den Schmerz... All meine Ängste und Sorgen in diesen sieben Monaten.
War alles umsonst gewesen...? Waren alle meine Versuche tatsächlich umsonst?
Ich brüllte auf und es war mir egal, ob mich jemand hörte oder sah.
Das Brüllen war keine Erlösung für mich; am Ende schmerzte es mich nur noch mehr und nichts konnte mir Trost schenken.

„Bella... Wieso bist du nur von dieser Welt gegangen“, flüsterte ich schmerzlich und schloss meine Augen.
Wieso war sie tot und ich am leben?
Würde ich wirklich jeden verlieren, den ich liebte? Zuerst meine Eltern, und nun Bella...
Mein Licht, meine Hoffnung... Alles war verloren.
Ich fiel zurück in die Dunkelheit und kein Engel würde mich jemals wieder in den Himmel hinaufziehen können. Ich würde in der Dunkelheit bleiben, für den Rest der Ewigkeit. Es gab nichts mehr in meinem Leben.
Wieso war Bella nur von der Klippe gesprungen? War ich schuld daran?
Hatte sie ihr Leben so satt gehabt, dass sie lieber den Freitod gewählt hatte?
Hatte ich von Anfang an ihre Gefühle zu mir unterschätzt?
War dies wirklich meine Schuld?
Würde sie noch leben, wenn ich sie nicht verlassen hätte?
Diese Vorstellungen waren die reinste Qual für mich.

Ich öffnete wieder meine Augen und ballte die Hände zu Fäusten. Ich spürte meine Finger kaum, aber dies war völlig nebensächlich für mich.
Ja, es war alles meine Schuld.
Ich war egoistisch genug gewesen, mich ihr anzunähern, obwohl ich gewusst hatte, wie gefährlich ich war.
Ich hatte sie in diese ganze Sache hineingezogen und nun hatte sie dafür büßen müssen.
Wieso traf es sie und nicht mich?! Ich war an allem Schuld, und nicht sie!
Ich sollte tot sein und nicht meine Bella!
Ganz egal wie sehr ich sie liebte, ich hätte mich niemals mit ihr einlassen sollen.
Meine Gefühle und ihr Licht hatten mich geblendet – so stark, dass ich niemals wieder mein Augenlicht erhalten würde.
Ich war ja so naiv gewesen...
Mein Leben bestand nur auf Fehlern und Leid.
Nun war die Zeit reif, dass ich dafür büßen würde.

Mein Leben war verloren und sinnlos.
Es gab keinen Halt mehr für mich.
Meine Geliebte war tot – und ich würde ihr folgen.
Ohne sie konnte und wollte ich nicht mehr leben.
Ich hoffte inständig, dass mein Engel die Tore zum Himmel erreichen würde... Auch wenn ich ihr nicht in den Himmel folgen konnte, wollte ich lieber sterben, als weiterhin in dieser Welt zu verweilen, in der es sie nicht gab.
Vielleicht würde durch meinen Tod alles ein Ende finden...
Sie war und blieb meine Bella, selbst in ihrem und meinem Tod. Ich würde sie für immer weiter lieben.
Meine Liebe zu ihr war unsterblich, selbst wenn der Tod uns trennte... selbst wenn es für mich kein Leben nach dem Tod gab.
Was würde ich nur alles dafür geben, sie im Himmel wiederzusehen... Doch ich konnte es nicht.
Ich würde schon bald sterben... Mein Entschluss stand fest.
„Die Volturi“, murmelte ich und wickelte meine alten Pläne von neuem auf.
Ja, ich wählte den Tod.
Es gab kein Leben mehr für mich, nur meinen Tod.
Ich lächelte ganz leicht bei dem Gedanken an mein baldiges Ableben.
Bald würde alles vorbei sein...
Bald gab es keinen Schmerz und kein Leid mehr...

Einen Moment lang sah ich die Gesichter von meiner Familie...
Ich würde ihnen dies alles nicht zumuten... Ich würde verschwinden, ohne dass sie es wussten... Vermutlich würde Alice meinen Tod sehen, aber was konnte sie schon tun? Gar nichts. Sie würde trauern, mehr als alle anderen... Aber sie würde sich bestimmt irgendwann beruhigen...
Alice würde es bestimmt verstehen... Sie wusste wie sehr ich in diesen sieben Monaten gelitten hatte... Sie würde es bestimmt verstehen, wenn ich nach all dem nicht mehr leben wollte.
So manches Menschenleben war schon viel kürzer als mein eigenes, was machte es also für einen Unterschied?
Rosalie würde sich bestimmt schuldig fühlen, aber vielleicht tat ihr dieser Umstand vielleicht sogar gut, damit sie endlich einen Teil ihrer Überheblichkeit verlor. Vielleicht würde sie irgendwann meine letzte Lehre respektieren.
Jasper würde sicherlich mit Alice und der Rest der Familie trauern – durch sein Talent vermutlich stärker als die anderen. Aber auch er musste sich irgendwann wieder beruhigen.
Emmett würde mich vermissen. Wir hatten stets so viel zusammen unternommen, dass er unmöglich die Tatsache meines Ablebens ignorieren würde. Er würde auch trauern und vielleicht Rosalie dazu bewegen, mit ihm um mich zu trauern.
Carlisle würde sich elend fühlen, das wusste ich. Er kannte mich am längsten von allen und wir hatten eine schwere Zeit zusammen durchgemacht.
Esme würde es wohl am schwersten treffen. Ich war wie ein Sohn für sie, und sie für mich wie eine Mutter, die ich verloren hatte. Trauerte eine Mutter nicht immer um ihren Sohn?
Es schmerzte mich, meine Familie in diesem Zustand zurückzulassen... Vielleicht bewies dies wieder, wie selbstsüchtig ich doch war...
Aber irgendwann würden sie darüber hinwegkommen – da war ich mir sicher.

Ich drängte meine Füße dazu, sich zu bewegen und ich schaffte es tatsächlich.
Träge schlurfte ich aus der dunklen Gasse hinaus auf die Straße.
Am schnellsten würde ich nach Volterra gelangen, wenn ich einen Flug nach Florenz nehmen würde.
Ich nahm mein Handy aus meiner Tasche heraus und rief die Fluggesellschaft an, um mir meinen Flug zu buchen.
Ich schaltete mein Handy aus und warf es in den nächstbesten Mülleimer, der in meine Sicht kam – ich würde mein Handy ohnehin nie wieder benutzen.
Ja, schon bald würde alles vorbei sein...

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Beitrag  Gast Mo 18 Feb 2008, 00:20

***

Der Flughafen von Florenz war überfüllt, aber dies machte mir nichts aus.
Ich schlängelte mich durch die Massen der Menschen und zog meine Kapuze auf. Ich versuchte mich im Schatten aufzuhalten, aber dies war nicht immer möglich.
Zum Glück besaß ich für solche Fälle Hautfarbene Handschuhe, die in der Sonne wirklich exzellent meine Haut verbargen.
Ich hatte wirklich großes Glück, dass ein Bus bis nach Volterra fuhr und dieser auch nur wenige Minuten nach meiner Ankunft ankam.
Weiter als bis zu den Stadttoren würde ich nicht kommen, aber das brauchte ich auch nicht.
Ich stieg in den Bus ein und setzte mich auf einen Platz ganz weit hinten.
Während ich aus dem Fenster starrte, überlegte ich, wie ich die Volturi am besten auf mich aufmerksam machen würde. Vielleicht konnte ich eine Wache anreden und sie dazu bringen, mich zu töten – vielleicht aber auch nicht. Ich war mir fast sicher, dass Aro, Marcus und Caius ein Wörtchen mitzureden hatten, was das töten von anderen Vampiren anbelangte.
Carlisle war ein guter alter Freund von ihnen, sie würden sicherlich meiner Bitte Gehör schenken.

Der Bus hielt quietschend an einer Haltestelle vor der Stadt und ich bemerkte, wie viele Menschen hier eigentlich waren. Es musste ein besonderer Tag sein, soviel stand fest. Die Parkplätze waren überfüllt und innerhalb der Stadt war striktes Fahrverbot.
Ich überprüfte noch einmal meine Kapuze und ging das letzte Stück zu Fuß in einer normalen, menschlichen Geschwindigkeit.
Mein Gesicht verdunkelte sich, während ich die Leute in den langen grauen Umhängen betrachtete, die am Eingang standen. Es waren keine Menschen – sondern Vampire.
Ich atmete noch einmal tief ein, bevor ich zu ihnen herüber schlenderte.
„Guten Tag“, grüßte ich sie höflich und sie drehten sich zu mir um.
„Was willst du hier? Willst du dir auch das Fest ansehen?“, fragte ein Vampir mit breiten Schultern und ich sah unter seiner Kapuze seine blutrot Augen funkeln.
„Ich würde gerne mit eurem Meister Aro sprechen“, erklärte ich weiterhin höflich und sah sie bittend an.
Die Wachen warfen sich einen kurzen Blick zu, bevor sie sich wieder an mich wandten.
-„Was will er von Meister Aro?“-, dachte der eine mit einer Resignation in der Stimme.
„Was gibt dir die Erlaubnis, unseren Meister zu sehen?“, fragte der Breitschultrige wieder.
„Ich wäre euch sehr verbunden, wenn ihr eurem Meister bescheid geben könntet, dass ein sehr guter Freund von Carlisle hier in Volterra ist.“
Die Wachen warfen sich wieder gegenseitige Blicke zu.
-„Der Name sagt mir etwas“-, dachten sie und sie wurden sich schnell in ihren Gedanken einig.
„In Ordnung. Wir nehmen dich mit und erbitten eine Audienz bei unserem Meister. Folg mir bitte.“
„Sehr gerne“, säuselte ich und folgte zwei der Wachen, die sich nun von der Gruppe abgespalten hatten.
Sie führten mich durch die halbe Stadt und ich folgte ihnen gedankenverloren.
Ich wusste noch nicht, wie ich meine Bitte darbringen sollte... Ich bezweifelte stark, dass mich irgendein anderer Vampir verstehen würde, wenn ich sagen würde, dass ich wegen einem Menschenmädchen nicht mehr leben wollte.
Ich schüttelte leicht den Kopf, aber die Wachen sahen es nicht.

Die Vampire vor mir führten mich in eine prunkvolle Eingangshalle mit weißen Wänden und einem grauen Teppichboden. Die Wachen führten mich den langen Flur entlang zum Aufzug. Ich folgte ihnen emotionslos.
Kaum nachdem wir den Aufzug erreicht hatten, legten die beiden ihre Mäntel ab und ich tat es ihnen nach.
Der Breitschultrige trug kurze schwarze Haare und der andere dunkle Haare bis zu seinen Schultern.
Als der Aufzug anhielt stiegen wir aus und wir betraten erneut eine Eingangshalle.
Ein Duft, den ich hier nicht erwartet hätte, stieg in meine Nase und ich sah kurz zum Tresen, der mitten im Raum stand. Es war eine menschliche Frau. Einen Moment lang verwunderte es mich, aber schon sehr schnell wurde mir klar, welche Aufgaben sie erfüllte.
Sie lächelte uns an.
„Guten Tag meine Herren“, grüßte sie uns und verrichtete dann ihre Arbeit weiter.
Sie wusste, dass wir Vampire waren, aber dennoch fürchtete sie sich nicht. Ein wenig erinnerte mich ihr Verhalten an Bella, aber ich verbot mir diese schmerzhafte Erinnerung.
„Gianna“, grüßten die beiden Wachen zurück und winkten ihr zu.
Wir gingen an ihr vorbei zu einer Flügeltür und ich musste überrascht feststellen, dass dahinter noch ein Empfangsraum war.
Ein bleicher Junge mit einem perlgrauen Anzug kam uns entgegen. Er sah noch sehr jung aus, aber das war er nicht, so wie der Rest von uns Vampire. Seine Augen waren genauso blutrot wie die der Wächter.
Natürlich, sie waren wahre Bluttrinker.
Der Junge musterte mich einen Moment.
-„Goldene Augen... So etwas sehe ich zum ersten Mal“-, hörte ich in seinen Gedanken und es klang ein wenig frustriert.
„Warte bitte hier, ich werde meinem Meister bescheid geben“, sagte der Junge schließlich mit seiner wahren Stimme an mich gewandt und ging durch eine Holztür davon.
Ich wartete angespannt auf seine Rückkehr und versuchte mein Inneres zu beruhigen.
Ich ballte meine Hände zu Fäusten und ich wusste, dass mein Blick genauso finster sein musste.
Bald würde alles ein Ende finden...
Nur wenige Augenblicke später erschien der Junge wieder vor mir und lächelte mich an.
„Meister Aro wünscht dich zu sprechen. Bitte tritt ein“, wies er mich an und ich folgte ihm stumm durch die Tür.

Der Raum war eine Art Turm und nur die länglichen Fensterspalten dienten als Lichtquelle. Vor mir standen einige Holzstühle, die mich eher an einen Thron erinnerten, ansonsten gab es nichts Sehenswertes in diesem Raum.
Etliche blutrote Augenpaare richteten sich auf mich, als ich den Raum betrat und ein Mann, mit einem schleifenden pechschwarzen Umhang und langen schwarzen Haaren trat auf mich zu.
Mein Körper spannte sich ein wenig an.
„Willkommen in Volterra, junger Mann!“, begrüßte er mich höflich und strahlte mich an.
„Aro, nehme ich an“, sagte ich trocken und nickte ihm zu. Er lächelte.
„Ah, ich habe gehört, dass du ein guter Freund von Carlisle bist, stimmt das?“, fragte er mich entzückt.
„Ja, das stimmt. Ich war sein erster Vampirgefährte. Vor fast neunzig Jahren hatte er mich gebissen“, erklärte ich und nickte ihm zu.
Aro seufzte, aber es klang eher erfreut.
„Ah, wie ich Carlisle vermisse“, murmelte er mehr zu sich selbst „Und anscheinend bist du genau vom selben Schlag wie er... Man erkennt es sofort an deinen Augen“, fügte er hinzu und lächelte.
Ich lächelte matt.
„Einfach wunderbar“, rief Aro aus und winkte eine Wache näher zu sich heran. „Sag bitte meinen Brüdern bescheid, dass wir etwas Neues von unserem alten Freund Carlisle erfahren werden. Ich denke, sie wollen sich den Bericht nicht entgehen lassen.“ Er kicherte einen Moment und dann wandte er sich wieder mir zu.
„Aber sicherlich bist du aus einem anderen Grund gekommen, nicht war?“, fragte er ein wenig nachdenklich und betrachtete mich aufmerksam.
Ich nickte.
„Ja, das ist wahr.“
Aro seufzte und kam näher an mich heran. Er hob leicht seine Hand, als ob er mir auf die Schultern klopfen wollte, aber kurz vorher hielt er inne.
„Darf ich?“, fragte er und ich sah ihn einen Moment fragend an.
Doch dann wusste ich, was er vorhatte. Ich hörte es.
-„Ich bin gespannt, was seine Gedanken sagen“-, hörte ich ihn entzückt denken und ich trat unwillkürlich einen Schritt zurück.
Einige andere Vampire die an der Seite standen, spannten ihren Körper kampfbereit an.
Aro sah mich fragend an und zog seine Hand zurück.
„Du willst meine Gedankenlesen“, brachte ich knapp hervor und starrte ihn an.
„Oh, ja“, sagte Aro verwundert, als ob er meine Reaktion nicht verstehen konnte.
Sein Blick begutachtete mich erneut neugierig.
„Woher weißt du das?“, fragte er schließlich brennend interessiert.
„Ich kann aus der Ferne die jetzigen Gedankenlesen“, erklärte ich leise.
Aro zuckte auf.
„Das ist ja wunderbar!“, rief er erfreut aus und ich fragte mich, ob er immer so gut gelaunt war.

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Verlorene Hoffnung - Oneshot Empty Re: Verlorene Hoffnung - Oneshot

Beitrag  Gast Mo 18 Feb 2008, 00:20

Dann ging die Tür hinter mir auf.
Ich drehte mich um und betrachtete die zwei Vampire die eintraten. Ich hatte sie alle schon einmal auf dem Bild von Carlisle gesehen. Die beiden mussten Marcus und Caius sein.
Marcus trug genau wie Aro lange schwarze Haare und stand damit im Kontrast zu Caius kurzen, schneeweißen.
„Seht, welchen Gast wir haben“, rief Aro ihnen freudig zu und die beiden gingen stumm an ihn vorbei.
-„Dasselbe Theater seit hunderten von Jahren“-, dachte Marcus desinteressiert, während er an Aro vorbei ging.
Ich wandte den Blick von ihnen ab und sah wieder zu Aro, der wieder direkt vor mir stand.
Er erhob erneut seine Hand und legte sie mir auf die Schulter.
Ich spürte nichts, aber Aro hielt seine Augen geschlossen – ab und zu nickte er sogar.
Die Sekunden verstrichen, aber Aro hatte seine Augen immer noch nicht geöffnet. Dann nach einigen Augenblicken später ließ er endlich meine Schulter los.
„Höchst interessant“, murmelte er eher zu sich selbst „Wirklich sehr interessant...“
Er drehte sich um und ging einige Meter auf Abstand.
Niemand sagte etwas und Aro schüttelte leicht den Kopf.
„Du bist also gekommen, um nach deinem Tod zu bitten?“, fragte Aro ruhig und ich hörte, wie das Getuschel losging.
„Ja, das bin ich“, antwortete ich ernst und sah ihn durchdringend an.
„Und das alles nur...“ Er beendete seinen Satz nicht, aber ich hörte es in seinen Gedanken.
-„Für ein gewöhnliches Menschenmädchen. Wie tragisch.“-
Ich ballte meine Hände wieder zu Fäusten und ich gab mir die größte Mühe, ihn nicht an zu knurren. Soeben hatte er meine Geliebte beleidigt – das war unerhört.
„Sie war kein gewöhnliches Mädchen“, brachte ich hinter meinen zusammen gepressten Lippen gereizt hervor.
„Das ist wohl wahr“, stimmte Aro zu „Zumindest was dich anbelangt.“
Ein leises Knurren verließ meine Lippen und ließ die Wachen alarmierend die Muskeln anspannen.
Aro winkte ihre Haltung mit seiner Hand weg.
„Und du meinst, sie ist es wert, dass du für sie in den Tod gehst?“, fragte Aro nachdenklich.
„Absolut“, bestätigte ich und es schmerzte mich gleichzeitig.
„Wir werden uns beraten“, sagte Aro schließlich nach einer kurzen Pause und winkte den Jungen im Anzug wieder zu sich heran. „Alec, wenn du so nett wärst, führe Edward bitte wieder in den Aufenthaltsraum, während wir uns beraten.“
Alec nickte ihm zu.
„Jawohl, Meister.“

Alec führte mich wieder zurück in den Raum, wo Gianna arbeitete und ich setzte mich auf ein helles Ledersofa.
„Wenn die Besprechung zu Ende ist, komme ich wieder“, sagte er an mich gewandt und wollte schon gehen, als sich die Tür vom Aufzug öffnete.
Ein kleines Mädchen mit kurz geschnittenen braunen Haaren kam herein und sah Alec sehr ähnlich. Ich hätte sie für Zwillinge gehalten.
„Jane“, grüßte Alec sie und Jane lächelte.
„Alec.“
Sie ging zu ihm hinüber und sie umarmten sich kurz. Janes Blick streifte mich und ich starrte zurück.
„Du bist also der kleine Freund von Carlisle“, sagte sie an mich gewandt.
„Ja, der bin ich.“
„Wirklich traurig.“ Jane schüttelte den Kopf und ging nun wieder zusammen mit Alec zurück.
Ich zog eine Augenbraue nach oben und lauschte noch kurz ihren Gedanken.
-„Wirklich armselig, wie man einen solchen Aufstand nur für ein Menschenmädchen machen kann“-, dachte sie arrogant im weggehen.
Am liebsten hätte ich ihr hinterher geschrien, dass sie keine Ahnung hätte, aber ich ließ es sein.

Gespannt wartete ich auf die Antwort von den Volturi.
Würden sie meiner Bitte nachkommen? Durfte ich nun endlich sterben?
Ich konnte nicht verhindern, dass meine Gedanken wieder zu Bella schweiften... Und ich hasste mich dafür.
Bald würde ich dies alles nicht mehr ertragen müssen...
Bald würde endlich alles vorbei sein.

Es kam mir vor wie Stunden, als Alec endlich wieder auftauchte.
„Du kannst nun wieder zu meinem Meister“, sagte er ruhig und ich folgte ihm zurück in den Turmraum.
Aro saß nun wie seine Brüder auch, auf einem der hölzernen Throne und lächelte auf mich herab.
„Tritt näher, Edward.“
Ich tat wie ich geheißen und blieb nur wenige Meter vor ihm stehen.
Aros Blick war unergründlich und seine Gedanken spielten ein wirres Spiel.
„Wir haben eine Entscheidung getroffen“, sagte er ruhig und lächelte mich an.
Ich biss mir einen Moment auf die Lippen, bevor ich antwortete.
„Und die wäre?“, fragte ich zögerlich.
„Wir haben uns dazu entschieden... Dir einen Platz in unserer kleinen Familie zu gewähren, Edward.“
Ich sah ihn ungläubig an und Aros Lächeln wurde strahlender.
„Es wäre eine Verschwendung deines Talentes, wenn wir dich töten würden... Dein Talent ist wirklich höchst interessant und von großer Bedeutung für uns. Wie du siehst, es ist ein äußerst großzügiges Angebot von uns. Du könntest hier friedlich weiterleben, es ist wirklich reizend hier in Volterra.“ Aro seufzte und seine Stimme geriet ins schmachten.
Aro hatte Recht; für jeden anderen Vampir wäre dieses Angebot eine große Ehre gewesen, für mich jedoch nicht.
Ich wägte meine Antwort ab, bevor ich sprach.
„Vielen Dank für das Angebot Aro, aber ich kann es nicht annehmen. Ich hege immer noch den Wunsch zu sterben und nichts kann diesen Wunsch ersetzen.“
Aro seufzte – dieses Mal klang es frustriert.
„Bist du dir sicher?“, fragte er mich noch einmal, mit einem Flehen in seiner Stimme.
„Ja, ich bin mir absolut sicher, dass ich es so will.“
„Wie schade. Was für eine Verschwendung.“ Aro schüttelte angeekelt den Kopf. „Es tut mir wirklich sehr leid, Edward, aber ich fürchte wir können deiner Bitte nicht nachkommen. Es wäre wirklich eine große Verschwendung und zudem würde Carlisle dann schlecht auf uns zusprechen sein.“ Er lächelte entschuldigend.
Ich ballte meine Hände zu Fäusten. War das etwa alles?
„Tut mir wirklich leid“, sagte Aro noch einmal „Wenn du dich um entscheiden solltest, dann sind wir natürlich gerne bereit, dich in unserer kleinen Gemeinschaft willkommen zu heißen. Bis zu diesem Tag an, sage ich, lebe wohl und genieße deinen restlichen Aufenthalt in Volterra! Heute ist auch das Fest des heiligen Markus. Es ist wirklich sehr amüsant.“
Ich seufzte.
„Nun, gut. Ich danke euch für eure Gastfreundschaft.“
Aro nickte mir zu.
„Jederzeit wieder“, erwiderte erfreut.
Ich drehte mich um und verließ ohne ein weiteres Wort den Raum und schließlich das Gebäude.
In mir schäumte die Wut.
Wieso hatten sie meine Bitte abgeschlagen?
Wenn sie glaubten, ich würde diese Absage auf mir sitzen lassen, dann hatten sie sich getäuscht.

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Beitrag  Gast Mo 18 Feb 2008, 00:21

Ich lief wieder mit meiner Kapuze und meinen Handschuhen möglichst im Schatten der Häuser durch die Stadt und dachte nach.
Ich musste eine Situation erzielen, in der sie keine andere Wahl hatten, als mich zu töten.
Ich setzte mich in eine schattige Gasse auf eine Kiste und dachte weiter nach.
Die Volturi versuchen ihre Identität zu bewahren und dulden nichts, das ihr Geheimnis entblößen konnte. Es gab viele Möglichkeiten, wie ich sie bloßstellen konnte, die Frage war nur welche ich wählte.
Ich könnte eine Rebellion gegen die Wachen veranstalten oder ein Auto durch die Stadt tragen...
Ich verdrängte diese Gedanken wieder durch ein Kopfschütteln – das war doch lächerlich.
Dann kam mir die Idee, die jeden Körperteil in mir pulsieren ließ.
Ich wusste, es war Wahnsinn.
Ich wollte in der Stadt Jagd auf Menschen machen, dann hatten sie keine andere Wahl, als mich zu töten.
Ich lächelte hinterhältig.
Ja, so sollte es sein.
Ich stand auf und lief die Gasse entlang.
Ich konnte versuchen erst heimlich die Menschen in den Gassen zu töten oder sollte ich lieber gleich in der Masse angreifen? Ich war noch ziemlich unentschlossen was dies anbelangte.
Die Gasse endete vor dem großen Glockenturm, wo sich bereits eine kleine Masse versammelt hatte.
Der Ort erschien mir gerade recht und ein Grinsen huschte über mein Gesicht.
Ich konnte es doch jetzt tun... Niemand könnte mich aufhalten und ich würde meinen Tod schnell finden.
Ja, genau jetzt in dieser Minute würde ich diese Menschen töten und dann selbst sterben.
Ich schloß die Augen und ich spannte alle meine Muskeln an.
Bald... Bald war es soweit.

Ich ging ein wenig in die Knie und starrte auf die kleine Menschenmasse vor mir.
Sie waren meine Opfer.
Ich wollte gerade los springen, als eine Wache der Volturi nur wenige Meter von mir entfernt entlang lief.
Der Wind zog an seinem Mantel und ich konnte aus dem tiefen Ausschnitt seiner Kapuze die stechenden blutroten Augen sehen.
Mein Körper erstarrte und ich wich wieder einige Schritte zurück.
Von einer Sekunde auf die andere erkannte ich, was ich gerade eben tun wollte.
Nein, so wollte ich nicht sterben... Nicht als Monster.
Was hatte mich nur zu dieser wahnsinnigen Idee gebracht?
Ich musste in den letzten Sekunden nicht unbedingt meine ganzen Bemühungen von mir und Carlisle zunichte machen. Das war einfach nicht gerecht.
Ich schloß meine Augen und schüttelte angewidert den Kopf.
Ich hatte recht gehabt; ich war gefühlslos.

Der Glockenturm schlug zur zehnten Stunde.
Ich sah hinauf und lauschte dem Glockenspiel.
Mir kam eine Idee, wie ich niemanden in meine Taten hineinzog... Wie ich als friedlicher Vampir sterben konnte.
Genau um zwölf Uhr, wenn sich die Menschen nur so auf dem Platz von Piazza tummeln würden, würde ich meine Haut im Sonnenlicht entblößen und jeder würde sehen, was ich wirklich war.
Ja, es war friedlich und bescherte mir meinen gewünschten Tod.
So sollte es sein.

***

Es war kurz vor zwölf und ich stand in einer dunklen Gasse neben dem Glockenturm.
Ich hatte mein Hemd und meine Hautfarbenen Handschuhe ausgezogen und stand nun mit entblößten Oberkörper im Schutze der Gasse – aber nicht mehr lange.
Bald würde mein Leben enden...
Bald hätte ich für meine Taten gebüßt...
Bella. Bella.

Ich hörte bereits die ersten Schläge und ich schloß meine Augen.
Ich blendete all die Stimmen aus, die an meine Ohren drangen.
Ich sah Bella wieder vor mir.
Ja, bald war es vorbei.
Es spielte keine Rolle, ob ich jetzt an sie dachte.
Nein, ich wollte es sogar.
Vor meinem Tod wollte ich sie noch einmal wiedersehen...
Und vielleicht hatte Carlisle tatsächlich Recht, und es gab wenigstens die Hölle für mich.
Ich lächelte ganz leicht bei dem Gedanken und hob einen Fuß, der mich näher zum Sonnenlicht bringen würde.
Bald war alles vorbei...

Dann prallte etwas gegen mich.
Ich öffnete langsam die Augen und betrachtete die Person vor mir.
Es war Bella – niemals hätte ich es für möglich gehalten.
Ich sah sie überrascht an.
„Erstaunlich“, murmelte ich erheitert „Carlisle hatte Recht.“
„Edward! Du musst wieder in den Schatten! Los, beweg dich!“, rief Bella mir zu und versuchte mich zu schieben.
Ich sah hinab zu meiner Bella und streichelte mit einer Hand ihre Wange.
Vielleicht gab es doch Hoffnung und Licht für mich.
„Ich kann nicht glauben, wie schnell es ging. Ich habe gar nichts gespürt – sie sind sehr gut“, murmelte ich gedankenverloren und drückte meine Lippen an ihr Haar.
Ich roch wieder ihren unwiderstehlichen Geruch und ich genoß es zutiefst.
„Der Tod, der deines Odems Balsam sog, hat über deine Schönheit nichts vermocht“, murmelte ich weiter „Du riechst genau wie immer“, fuhr ich fort „Also ist dies vielleicht doch die Hölle. Aber das ist mir gleich. Ich nehme sie hin.“
Ich atmete wieder ihren blumigen Duft ein und es stimmte. Das Verlangen in meinem Hals pulsierte aber ich konnte nicht an meinen Durst denken... Nur, dass sie irgendwie bei mir war.
„Ich bin nicht tot. Und du auch nicht! Bitte, Edward, wir müssen hier weg. Sie können nicht mehr weit sein!“, flehte sie mich an und versuchte meine Umarmung zu lösen.
Ich sah sie verwirrt an, denn ihre Worte waren unlogisch.
„Wie bitte?“, fragte ich.
„Wir sind nicht tot, noch nicht! Aber wir müssen hier weg, bevor die Volturi...“
Dann in einem Bruchteil einer Sekunde bemerkte ich, dass dies nicht Himmel oder Hölle war, nein, es war die Realität.
Ich zog Bella schnell hinter meinen Rücken und starrte die Gasse entlang. Sie würden bald kommen.
Ich breite schützend die Arme vor Bella aus, ein zweites Mal würde ich sie nicht verlieren, selbst wenn ich gegen alle kämpfen musste.

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