Männer sind Zeitverschwendung

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Männer sind Zeitverschwendung

Beitrag  Alice02 am Do 04 Apr 2013, 12:55

Hallo ihr Lieben.
Ich hab in letzter Zeit immer wieder mal an einer neuen FF geschrieben. Jetzt ist sie so gut wie abgeschlossen.
Nun habe ich mir gedacht, dass ich sie euch mal lesen lassen könnte. Falls jemand Lust dazu hat.
Sie heißt "Männer sind Zeitverschwendung" und Vampire gibt es da nicht.
Vielleicht gefällt sie euch ja ein bisschen.
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****Alice****

Wie jeden Morgen stand ich im Bad und schminkte mir sorgfältig die Augen. Die Sorgfalt musste sein, auch wenn ich an diesem Morgen verdammt spät dran war. Ich hatte eine lange Nacht mit meiner besten Freundin Rosalie und deren Freund Emmett im Nightlife, einer angesagten Diskothek, verbracht. Demnach hatte ich fast verschlafen. Umso wichtiger aber, dass mein Make-up perfekt war um die Augenringe zu verdecken.

In Gedanken ging ich den Tagesplan durch. Ich hatte als erstes eine Teamleiterkonferenz, zu der ich nicht zu spät kommen sollte. Also hieß es Gas geben.
Noch ein paar Termine fanden am Vormittag statt. Ich versuchte es mir die genauen Zeiten ins Gedächtnis zu rufen. Es wollte mir nicht gelingen.
Memo an mich selbst: Nicht mehr mit Rose und Emmett feiern, wenn ich am nächsten Tag in die Redaktion muss.

Eine knappe viertel Stunde später machte ich mich auf den Weg. Unterwegs legte ich bei Papperts einen kurzen Stopp ein um mir einen Coffee to go zu holen. Ein Morgen ohne Kaffee war so gut wie nicht möglich. Und an so einem Morgen war es absolut unmöglich. Dann ging ich schnellen Schrittes zur Redaktion der „Celebrity“, in welcher ich als Teamleiterin für den Bereich Mode und Society arbeitete. Das Magazin war momentan angesagter als jede andere Zeitschrift.

„Guten Morgen, Miss Brandon. Ich habe einen Anruf für sie auf der zwei. Und ihr Bruder hat angerufen. Sie sollen sich bitte …“, begann meine Sekretärin als ich sie unterbrach.
„Morgen Bella. Momentan keine Anrufe. Ich muss zur Konferenz. Such mir doch bitte gleich mal den Plan für heute raus, ja?“
Sie nickte mir kurz zu und griff wieder zum Telefon.

In Büro schenkte ich mir erst mal ein Glas Wasser ein. Verdammt, wo hatte ich nur die Kopfschmerztabletten hingelegt?
Noch während ich mit Suchen beschäftigt war klopfte es an meiner Tür.
„Ja, herein“, sagte ich leicht genervt, da ich weder Zeit noch Lust auf ein Gespräch mit einem meiner Kollegen hatte.
„Hier. Ihr Tagesplan.“ Bella reichte mir die Mappe und sah mich an. „Geht es Ihnen nicht gut?“
„Nur leichte Kopfschmerzen“, sagte ich.
„Moment, ich hole Ihnen eine Tablette.“ Damit verschwand sie auch schon.
Ja, Bella war schon ein Goldstück. Und vor allem nahm sie ihre Arbeit ernst. Kam (soweit ich mich erinnern konnte) noch nie zu spät und war auch erst einmal wegen einem Magen-Darm-Infekt erkrankt. Zudem hatte sie immer genau das parat, was ich gerade brauchte.
Im selben Moment trat sie mit der Tablette wieder ins Zimmer.
„So, hier. Bitte. Kann ich noch irgendwas für Sie tun?“
„Nein danke. Momentan nicht. Ich muss zur Konferenz. Und dann …“, begann ich und sah auf meinen Plan.
„Zum Meeting mit den Fotografen“, vervollständigte Bella meinen Satz. „Ich gehe dann mal wieder an meine Arbeit.“
„Ja, danke dir Bella.“ Ich lächelte ihr freundlich zu bevor sie den Raum verließ.
Dann griff ich schnell nach meinen Unterlagen und machte mich auf den Weg zum Konferenzraum.

Nachdem ich eine Weile auf meinem Stuhl gesessen hatte, wirkte auch endlich die Kopfschmerztablette. Genau im richtigen Moment, denn ich musste nun meinen Bericht vorlegen. Den vorhergehenden Berichten konnte ich kaum folgen, so brummte mir der Schädel.
„Danke Miss Brandon. So, dass war’s dann auch für heute. Ich wünsche Ihnen allen noch einen schönen Tag“, sagte mein Chef.
Mit leisem Gemurmel standen alle nach und nach auf und verließen den Raum. Ich war heilfroh endlich einen Moment Ruhe in meinem Büro zu bekommen und wollte den Konferenzraum so schnell wie möglich verlassen.
„Man Alice, pass doch auf wo du hinrennst.“ Versehentlich hatte ich meinen Kollegen Jasper Whitlock fast umgerannt.
„Steh einfach nicht dauernd im Weg rum“, antwortete ich nur und ging eilig weiter. Jasper war nicht unbedingt einer meiner Lieblingskollegen. Vor allem auch, weil wir wahrscheinlich die größten Konkurrenten waren, die es in dieser Redaktion gab. Er war für den Musikteil der Ausgaben zuständig. Und dieser war mindestens genauso beliebt meine Reportagen.

Entsprechend genervt kam ich wieder bei meinem Büro an.
„War alles ruhig?“, fragte ich Bella.
„Naja … das kann man sehen wie man will. Ihr Bruder hat noch mal angerufen. Sie sollen sich dringend bei ihm melden. Und Miss Hale wartet in ihrem Büro auf Sie. Ist doch okay das ich sie reingelassen habe?“
„Na aber sicher. Rosalie empfange ich doch immer. Danke dir. Bring uns doch bitte einen Kaffee.“
„Ja, wird erledigt.“

„Na? Ausgeschlafen?“, begrüßte ich meine Freundin und umarmte sie zur Begrüßung.
„Ne, eher aufgehört. Emmett musste heute schon so früh weg. Aber egal. Ich dachte ich komme einfach mal auf einen Kaffee bei dir vorbei.“ Rosalie grinste mich an.
„Bella bringt ihn gleich. Hast du heute wohl keine Termine?“, fragte ich sie. Rosalie arbeitete als Immobilienmaklerin. Auf jeden Fall ein Vorteil. Sie legte normalerweise keinen Termin vor elf Uhr. Ihr Schönheitsschlaf war ihr mehr als wichtig.
„Einen. Aber erst heute Nachmittag. Und du? Hast du jetzt ein bisschen Zeit?“
„Ein bisschen schon, ja. Ich hoffe doch das ich in der Zeit mal wach werde.“
Rosalie fing an zu lachen. „War wohl ein bisschen viel gestern Abend? War doch aber schön, oder?“
„Ja, zum Teil war es ganz nett.“
„Okay, dass Mike da sein würde konnte ja nun keiner ahnen. Aber dem haben wir es doch richtig gezeigt.“ Wieder lachte sie.
Ich dachte an den letzten Abend zurück. Wir hatten viel Spaß, haben getanzt und uns den ein oder anderen Cocktail gegönnt. Aber plötzlich stand Mike, mein Ex-Freund, vor mir. Der Typ hatte es mal wieder geschafft mir den Abend zu verderben. Fast zumindest. Dank Emmett sind wir ihn dann doch recht schnell wieder los geworden.
„Der Typ geht mir so auf die Nerven. Seit einem Jahr ist jetzt Schluss. Und? Kapiert er was? Scheinbar nicht“, sagte ich genervt.
„Er wird es früher oder später schon kapieren. Vielleicht solltest du dir mal einen neuen Freund suchen. Dann wäre die Sache Mike definitiv Geschichte“, schlug Rosalie mal wieder vor.
„Rose. Nein. Wie oft noch? Ich habe von Männern absolut die Schnauze voll.“ Und so war es auch. Am Anfang war es ja wirklich nett mit Mike, aber er entwickelte sich mehr und mehr zum Macho, was mir gehörig auf die Nerven ging.
„Es sind nicht alle Männer wie er. Schau dir Emmett an“, meinte Rosalie.
In dem Moment klopfte es und Bella betrat mit einem Tablett mein Büro.
„So, ihr Kaffee. Kann ich sonst noch etwas für Sie tun?“, fragte sie höflich.
„Nein danke. Vorerst nicht. Wann habe ich den Termin mit den Fotografen?“
„In einer Stunde“, antwortete Bella sofort.
„Sehr gut. Das war’s dann erst mal.“
Freundlich lächelnd verließ Bella den Raum.

„Also zurück zum Thema … ich hätte nämlich da schon jemanden im Kopf“, sagte Rosalie und sah mich grinsend an.
„Im Kopf? Für was?“, fragte ich nach.
„Für ein Date. Alice wirklich, ich denke du solltest es mal wieder probieren.“
„Also noch mal für dich zum mitschreiben: Ich brauche keinen Mann. Für was denn bitte?“
„Na ich wüsste da schon so die eine oder andere Sache.“ Rosalies Grinsen wurde noch breiter.
„Na um die Sache kann ich mich schon noch ganz gut selber kümmern“, sagte ich jetzt ebenfalls grinsend. „Nur für den Fall das du es noch nicht mitbekommen hast … es gibt Spielzeug.“
„Ja aber auf Dauer … oh man Alice. Das kann doch wohl nicht dein Ernst sein. Du warst früher nie länger als vier Wochen am Stück Single. Und jetzt bist du es schon ein Jahr.“
„Und ich habe dieses Jahr so genossen“, sagte ich und lehnte mich in meinem Stuhl zurück. In dem Moment klingelte das Telefon.
„Ja Bella?“, sagte ich nachdem ich abgenommen hatte.
„Mr. Newton ist am Telefon. Kann ich ihn durchstellen?“, fragte sie.
„Nein. Und sag ihm er soll aufhören mich anzurufen. Ach, in Zukunft brauchst du es mir nicht mehr mitteilen wenn er anruft. Ich bin für ihn grundsätzlich nicht zu sprechen.“
„Gut, mach ich.“ Damit legte ich wieder auf und sah Rose an.
„Siehst du, genau das meine ich. Männer nerven einfach nur.“
„Das war dann wohl mal wieder Mike?“, fragte sie mich.
„Wer sonst? In letzter Zeit ruft er ständig an. Schreibt E-Mails und SMS. Es nervt einfach nur.“

Wir unterhielten uns noch eine Weile als ich plötzlich geschockt auf die Uhr sah.
„Mist, in fünf Minuten hab ich einen Termin. Sorry Rose, ich muss weg.“
„Schon okay. Ich seh dich heute Abend?“, fragte sie.
„Wenn du nichts besseres vor hast? Okay, ich melde mich wenn ich daheim bin.“
Schnell griff ich nach meinem Blazer und meiner Handtasche.
„Bis später Bella“, sagte ich im Vorbeigehen zu meiner Sekretärin. Oder auch persönlichen Assistentin, wie es ja eigentlich hieß.

Der Termin mit den Fotografen verlief problemlos. Sie hatten den richtigen Instinkt und haben so genau die Fotos gemacht, die ich für meine Kampagne wollte. Nun war es nur noch meine Aufgabe die besten auszusuchen und an den Druck weiterzuleiten.
Obwohl es nicht viel Arbeit war, brauchte ich doch fast zwei Stunden dafür. Es mussten einfach die perfekten Bilder sein. Ich wollte mit der Kampagne mehr denn je überzeugen.
In der letzten Ausgabe hatte Jasper mich eindeutig übertroffen. Auf seinen Bericht hin über das Justin Biber Konzert gab es deutlich mehr Zuschriften als über meinen Bericht der neuen Gucci Kollektion. Das würde ich damit ändern. Was gab es schon besseres als Prada? Und mit diesem Model war es einfach perfekt. Sowohl der Bericht, als auch die Kollektion.
Ich muss unbedingt mal wieder shoppen gehen, dachte ich mir und nahm es mir sogleich für den kommenden Samstag vor.

Als ich wieder im Vorraum meines Büros ankam saß mein Bruder Edward auf dem Stuhl vor Bellas Schreibtisch und unterhielt sich mit ihr.
„Na endlich. Sag mal Alice, hast du vielleicht irgendwann mal fünf Minuten Zeit für mich?“, fragte er grinsend.
„Hallo Edward. Freut mich auch dich zu sehen“, antwortete ich ironisch.
„Sorry. Hi Alice.“
„Was ist denn so dringendes? Ich hätte dich schon noch angerufen.“
„Schon noch angerufen … die Frage ist nur wann“, meinte er.
„Nachdem du jetzt schon hier bist, was gibt’s?“, fragte ich noch einmal.
„Naja, nur für den Fall das du es vergessen hast, unsere Eltern haben am Sonntag Silberhochzeit. Hast du eine Idee für ein Geschenk?“ Er sah mich fragend an.
„Ach du Scheiße. Das hab ich wirklich vergessen. Geschenk … hm … keine Ahnung. Einen Gutschein zum Essen vielleicht?“
„Schwesterchen, das verschenken wir an jedem Geburtstag. Und an Weihnachten auch noch. Vielleicht doch noch eine andere Idee?“
„Hast du denn keine? Wieso sind Männer eigentlich immer so unkreativ?“, fragte ich ihn.
„Ich hatte eventuell an eine Kreuzfahrt gedacht. Wir schicken die beiden einfach mal in den Urlaub. Was hältst du davon?“, schlug er vor.
„Na das ist doch perfekt. Bella, such mir doch gleich mal ein paar Angebote raus.“
Edward sah mich mit einem merkwürdigen Blick an. Dieser Blick hieß normalerweise, dass ihm wieder einmal irgendwas nicht passte.
„Lass uns doch bitte noch mal kurz in deinem Büro sprechen“, sagte er und ging an mir vorbei.
„Alice, dass war jetzt nicht dein Ernst, oder?“, fragte er sofort als auch ich in meinem Büro war und die Tür hinter mir geschlossen hatte.
„Was ist denn jetzt schon wieder? Deine Idee ist perfekt. Also bekommen sie eine Kreuzfahrt.“
„Das meine ich nicht. Kannst du nicht irgendwas im Leben mal selber machen? Es ist bei weitem nicht Bellas Aufgabe das Geschenk für deine Eltern zu organisieren.“
„Doch Brüderchen, dass ist ihre Aufgabe. Sie ist meine persönliche Assistentin. Und ich gebe ihr Aufgaben.“
„Aufgaben die die Redaktion betreffen. Aber keine Aufgaben aus deinem Privatleben.“
„Edward bitte, misch dich einfach nicht ständig in meine Angelegenheiten ein. Aber wenn es dich beruhigt, ich werde jetzt selber das Internet dazu befragen.“ Mehr konnte und wollte ich zu diesem Thema nicht mehr sagen. Demonstrativ setzte ich mich in meinen Chefsessel und schaltete den PC ein.
„Ich glaub ich geh dann mal besser. Deine Laune wird echt von Tag zu Tag schlechter“, sagte er und verließ den Raum ohne einen weiteren Gruß.

Puhhh, endlich wieder Ruhe, dachte ich mir und gab in Google den Suchbegriff „Gucci“ ein. Nach der Reise sollte ruhig Bella schauen. Ich hatte momentan wirklich wichtigeres zu tun.
Ich mochte meinen Bruder ja normalerweise total gern, aber in letzter Zeit fing er mehr und mehr an zu nerven. Er war nicht mein leiblicher Bruder. Ich war im Alter von fünf Jahren von Esme und Carlisle Cullen adoptiert wurden. Zuerst war ich dort nur als Pflegekind, aber meine Mutter schien wirklich kein Interesse mehr an mir zu haben. Richtig adoptiert wurde ich schließlich im Alter von zwölf Jahren. Esme und Carlisle waren für mich wie richtige Eltern. Und auch der drei Jahre ältere Edward war für mich wie ein richtiger großer Bruder. Ich war damals sehr froh, dass ich meinen Namen, Alice Brandon, behalten konnte. Keine Ahnung warum, aber mir lag sehr viel daran. Alle hatten es verstanden.

Während ich mir die neueste Kollektion von Gucci noch einmal ansah klopfte es an der Tür und Bella trat ein.
„Miss Brandon, ich habe vier Angebote gefunden. Sie schicken uns alle Infos gleich per Mail. Ich werde Ihnen alles ausdrucken und in Ihr Fach legen.“
„Danke Bella. Ich wusste doch das ich mich auf dich verlassen kann.“
Bella nickte freundlich und verließ mein Büro wieder.

Bella war wirklich lieb. Vielleicht ja ein bisschen zu lieb? Also ich würde solche Sachen wohl nie für andere machen. Aber ihr Job schien ihr richtig zu gefallen. Vielleicht sollte ich ihr mal eine kleine Freude machen? Ich würde mal mit Rosalie darüber sprechen. Die hatte für so was meist sehr gute Ideen.

Noch während ich darüber nachdachte klingelte das Telefon.
Hat man hier denn keine fünf Minuten seine Ruhe, dachte ich mir und nahm ab.
„Ja Bella?“
„Mr. Jenks wünscht Sie zu sprechen. Sie sollen bitte gleich zu seinem Büro kommen“, sagte sie.
„Mr. Jenks? Ja, gut. Ich mache mich sofort auf den Weg.“
Was wollte der Big Boss denn jetzt von mir? Heute Morgen war doch erst Konferenz. Hatte ich irgendwas wichtiges vergessen? Verdammt, ich war wohl wirklich nicht richtig bei der Sache.
Mit einem Seufzer stand ich auf und verließ mein Büro.

Ich klopfte vorsichtig an seiner Bürotür und trat auf sein Zeichen hin ein. Ich erschrak ein wenig als ich Jasper vor ihm sitzen sah. Was wollte der denn jetzt hier? Hatte er sich vielleicht über mich beschwert? Ich hatte ihn doch nicht mit Absicht fast umgerannt. Diesmal zumindest nicht.
„Setzen Sie sich Miss Brandon“, sagte Mr. Jenks und deutete auf den Stuhl neben Jasper.
Okay, jetzt kannst du eh nix mehr dran ändern. Also Augen zu und durch, dachte ich mir.
„Nachdem Sie ja nun beide hier sind … ich habe einen Auftrag für Sie“, sagte er.
Einen Auftrag? Für uns beide? Was sollte das denn jetzt schon wieder werden?
In dem Moment hatten Jasper und ich mal etwas gemeinsam: Einen fragenden Gesichtsausdruck.
„Wie Sie ja wissen, in der nächsten Woche finden die MTV Music Awards in Los Angeles statt. Ich möchte das Sie beide dort vor Ort sind.“
MTV Music Awards? Wie geil war das denn? Aber … oh scheiße … wieso sollte ich zusammen mit Jasper dort hin? Das konnte doch nur schief gehen.
„Wie lange werden dort bleiben?“, hörte ich Jasper fragen.
„Eine Woche. Sie sollen so viele Hintergrundinfos der Stars wie möglich sammeln. Und Sie beide sind perfekt dafür geeignet. Miss Brandon kennt sich in der High Society und Sie in der Musikbranche bestens aus.“
„Ich werde Ihnen den perfekten Bericht schreiben“, sagte Jasper grinsend.
„DU? Ich denke wohl eher ICH werde den perfekten Bericht schreiben“, sagte ich darauf.
„Stopp. Sie werden zusammen EINEN Bericht schreiben. Das ist doch kein Problem für Sie, oder?“ Mr. Jenks sah ruhig von mir zu Jasper und wieder umgekehrt.
Ich sollte einen gemeinsamen Bericht mit ihm schreiben? Das war so ziemlich das unmöglichste was ich mir vorstellen konnte.
„Ja natürlich. Das machen wir“, sagte Jasper und grinste mich frech an.
„Ja … wird schon“, sagte ich nur.
„Gut, dann können Sie jetzt wieder an die Arbeit gehen. Ich buche Ihnen das Hotel und die Flüge. Sie bekommen alle Unterlagen rechtzeitig.“
Er nickte uns noch einmal zu.
Daraufhin verließen wir sein Büro.
Ohne ein weiteres Wort mit Jasper zu wechseln ging ich in mein Büro.

Das konnte nicht sein Ernst sein. Er wusste doch genau wie Jasper und ich zueinander standen. Das wir zwei garantiert nicht miteinander klarkommen würden, sollte ihm eigentlich klar sein. Ich konnte es nicht fassen.
Aber mein Gott, es waren die Music Awards. Und da vor Ort zu sein, mit Backstage Pässen war so ziemlich das beste was ich in meiner Laufbahn erleben würde. Also würde ich es wohl oder übel in Kauf nehmen und zusammen mit Jasper dort auftauchen. Ich würde mich einfach so weit wie möglich von ihm fernhalten.

Allerdings ergab sich daraus, dass ich nun wirklich dringend einkaufen musste. Das Outfit sollte für so ein Ereignis perfekt sein. Wenn nicht, wäre ich gleich unten durch.
Jasper würde das hundertprozentig nicht auf die Reihe bekommen. Von Mode verstand er überhaupt nichts.
Ich hoffte nur darauf, dass ich mich mit ihm nicht allzu sehr blamieren würde.
„Bella, ich mache Feierabend für heute. Ich hab noch was dringendes zu erledigen“, sagte ich zu meiner persönlichen Assistentin.
„Was ist denn nun mit der Reise für Ihre Eltern? Ich habe die Unterlagen hier“, sagte sie.
Ach Gott, die Reise. Dafür hatte ich nun wirklich überhaupt keine Nerven.
„Such einfach etwas schönes raus und buch es. Danke dir. Bis morgen“, sagte ich und machte mich sofort auf den Weg in die Stadt.

Auf dem Weg zu meinem Auto rief ich Rosalie an. Sie würde mir sicher gern bei der Kleiderfrage helfen.
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So, dass ist dann mal der Anfang.
Wenn es euch gefällt und ihr gern mehr lesen möchtet, stelle ich natürlich die weiteren Teile auch noch ein.
Schreibt mir doch einfach einen Kommi und lasst es mich wissen.
Hier der Link zu dem Thread: http://forks-bloodbank.forumieren.de/t9674-kommentare-zu-manner-sind-zeitverschwendung
LG
Alice
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Re: Männer sind Zeitverschwendung

Beitrag  Alice02 am Do 04 Apr 2013, 17:43

So, hier ist dann der nächste Teil.
Viel Spaß beim lesen.
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****Jasper****

MTV Music Awards … ich hatte darauf gehofft das ich hingeschickt werde. Allerdings hatte ich bei weitem nicht damit gerechnet, dass Alice mich dorthin begleiten sollte. Gerade Alice … jeden anderen hätte Mr. Jenks mir an die Seite stellen können. Warum gerade die schlimmste Kollegin die ich hatte?
Allein schon durch ihre völlig überdrehte Art würden wir uns dort bis auf die Knochen blamieren.
Ich hoffe doch das ich wenigstens ein paar Interviews bekomme, dachte ich mir während ich mich im Internet über die kommenden Awards informierte. Fakt ist wohl, dass ich sie nicht bekomme wenn Alice in der Nähe ist. Ich sollte mir dringend etwas einfallen lassen. Und dafür hatte ich nicht mehr viel Zeit.
Ich sollte auf jeden Fall erst mal mit ihr sprechen. Ich wusste keineswegs wie sie sich das ganze vorstellte. Und bevor es in einem Desaster enden würde, würde ich es auf mich nehmen und ein Gespräch mit ihr führen.
Ich griff zum Telefon um in ihrem Büro anzurufen.

„Vorzimmer Miss Brandon“, meldete sich ihr persönliche Assistentin.
„Hallo Miss Swan. Jasper Whitlock. Verbinden Sie mich bitte mit Alice“, sagte ich freundlich.
„Sorry, sie hat bereits Feierabend gemacht.“
„Feierabend? Es ist drei Uhr nachmittags.“ Ich konnte es nicht fassen.
„Sie hat noch etwas dringendes zu erledigen“, klärte mich Miss Swan auf.
„Ja, okay. Dann melde ich mich morgen wieder“, sagte ich. Die arme Assistentin konnte ja schließlich nichts für ihre merkwürdige Chefin.
Was dringendes zu erledigen … das konnte bei ihr höchstens die Kleiderfrage sein. Hatte sie wirklich nichts wichtigeres zu tun?
Kopfschüttelnd widmete ich mich wieder meinen Internetrecherchen.

Das war genau die Alice, die ich kannte. Wirklich wichtige Dinge werden ausgeblendet. Vielleicht sollte ich mit Mr. Jenks sprechen. Es wäre doch sinnvoller jemanden mit nach L.A. zu schicken, der ein wirkliches Interesse an dem Bericht hatte.
Allerdings wusste ich auch, dass es noch nie möglich war Mr. Jenks von etwas abzubringen.
Verdammt, warum gerade ich, dachte ich mir und stand auf um mir einen Kaffee zu holen. Meine persönliche Assistentin musste mir nämlich nicht alles nachtragen.

****Bella****

Na wunderbar. Miss Brandon war verschwunden und ich saß jetzt hier und sollte das Geschenk für die Silberhochzeit ihrer Eltern auswählen. Besser gesagt die Reise. Ich kannte ihre Eltern ja nicht mal. Welche Route wäre nun wohl die beste? Und welcher Zeitraum? Wie lange würden sie wegbleiben können? Und vor allem: Wieviel sollte der Spaß kosten? Ich war der Verzweiflung nahe als das Telefon zum zweiten Mal klingelte.

„Vorzimmer Miss Brandon“, meldete ich mich ganz nach Vorschrift.
„Cullen, hallo. Könnte ich bitte noch mal mit meiner Schwester sprechen?“, fragte ihr Bruder gewohnt höflich.
„Oh sorry, die ist schon weg.“
„Schon weg? Hat sie noch einen Termin?“
„Sie hat etwas zu erledigen. Aber wenn sie schon am Telefon sind, könnten Sie mir bitte gerade mal die Daten Ihrer Eltern geben?“, fragte ich. Zumindest wüsste ich dann schon mal ein bisschen was. Ich hielt es für eine gute Idee einfach ihren Bruder danach zu fragen.
„Die Daten meiner Eltern? Wozu … moment mal, Sie sollen sich nicht allen Ernstes um die Reise kümmern?“, fragte er nach.
„Doch. Miss Brandon hat mich beauftragt etwas zu buchen“, sagte ich wahrheitsgemäß.
„Das gibt’s doch nicht. Jetzt reicht’s aber wirklich langsam. Ich komme mal im Büro vorbei. Dann können wir das zusammen machen“, sagte er. Allerdings schien er ziemlich wütend auf seine kleine Schwester zu sein.
Ich fand es allerdings prima, dass er das mit mir zusammen machen würde. So würde ich wenigstens keinen gravierenden Fehler machen.
„Ja gut. Ich warte dann hier auf Sie“, sagte ich.
Damit legte ich auf.

Während ich auf Mr. Cullen wartete setzte ich einen frischen Kaffee auf. Sicher würde er gern einen trinken.
Er brauchte tatsächlich nicht lang. Eine viertel Stunde später trat er ein.
„Ist Alice noch mal aufgetaucht?“, fragte er.
Ich schüttelte den Kopf.
„Na die kann was erleben“, murmelte er.
„Mr. Cullen … seien Sie bitte nicht zu streng zu ihr“, sagte ich. Miss Brandon gab mir zwar die ungewöhnlichsten Aufgaben, aber irgendwie mochte ich sie. Und ich wollte keinesfalls, dass sie jetzt wegen mir Ärger bekommt.
„Sagen Sie doch einfach Edward zu mir. Ich komme mir mit diesem Mr. Cullen immer so alt vor.“ Er lächelte mir freundlich zu.
„Ja, gern. Zu mir können Sie … äh du, gern Bella sagen.“
„Prima. Dann zeig doch mal die Angebote die du schon rausgesucht hast“, meinte er.

Zusammen gingen wir die einzelnen Angebote nach und nach durch und buchten schließlich eine dreiwöchige Karibikkreuzfahrt. Ziemlich teuer, aber das schien Edward nicht weiter zu stören.
„Meinst du nicht das diese Reise etwas teuer ist?“, hatte ich noch gefragt.
„Nein. Bei Alice spielt das sowieso keine Rolle was etwas kostet. Solange sie dafür nichts tun muss ist alles okay.“

„Sag mal Bella, verlangt meine Schwester immer solche Sachen von dir?“, fragte er als wir die Buchung abgeschlossen hatten.
„Nein, normalerweise nicht. Ihre Schwester ist heute wohl nur etwas im Stress“, antwortete ich. Ich wollte ihm nicht sagen, dass ich ständig für Privatangelegenheiten seiner Schwester zuständig war. Vor allem für die, worauf sie keine Lust hatte. Wie zum Beispiel Gänge in die Reinigung oder auch die Bestellung des Abendessens.
„Naja … ich finde einfach das meine Schwester sich in letzter Zeit schon etwas verändert hat. So langsam aber sicher wird sie größenwahnsinnig.“ Er grinste mich leicht an.
„Sie ist ja schließlich meine Chefin. Also … ich denke die Aufgaben die ich normalerweise habe sind ganz normal.“
„Na gut, solange sie nett zu dir ist …“, sagte er mit leicht gerunzelter Stirn. Man sah ihm an, dass er mir scheinbar nicht richtig glaubte. „Ich werde mich dann mal wieder auf den Weg machen.“
„Ja. Und danke für deine Hilfe“, sagte ich und fügte vorsichtig hinzu: „Ähm … du wirst deiner Schwester das jetzt aber nicht vorwerfen, oder?“
„Immer ruhig bleiben, Bella. Keine Sorge, auf dich wird sie nicht böse sein. Das kläre ich schon mit ihr.“
Ich nickte und stand auf um ihn zur Tür zu begleiten.

Als Edward das Büro verlassen hatte war es bereits fünf Uhr. Nun konnte ich auch endlich Feierabend machen. Gut so, denn ich hatte Hunger und musste unbedingt noch einkaufen. Schnell schaltete ich meinen Computer aus, aktivierte den Anrufbeantworter und verließ ebenfalls das Büro.

****Alice****

Ich hatte mich mit Rosalie für vier Uhr in der Eisdiele verabredet. Dann wäre ihre Hausbesichtung gelaufen und sie würde natürlich liebend gern mit mir shoppen gehen. Wofür ich einkaufen wollte hatte ich ihr noch nicht gesagt. Dieses Highlight wollte ich mir für später aufheben.

Kurz vor vier war ich bei der ausgemachten Eisdiele und suchte mir einen Platz. Bis Rosalie da sein würde könnte ich mir auf jeden Fall schon mal einen Prosecco bestellen. An die Kopfschmerzen vom Morgen dachte ich schon gar nicht mehr. Immerhin hatte ich jetzt etwas zu feiern.

„Ach, na schau einer an. Musst du jetzt schon allein deinen Sekt trinken?“ Mike stand grinsend vor mir.
„Verpiss dich einfach. Hat es dir gestern Abend nicht gereicht?“ Jetzt war es an mir zu grinsen. Nachdem er mich am Abend zuvor im Nightlife so sehr genervt hatte, dass ich heimgehen wollte, hatte Emmett ihn vor die Tür begleitet. Es kam definitiv nur Emmett wieder rein.
„Pass lieber auf was du sagst, Kleine. In der Sache ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.“ Er funkelte mich mit erschreckend bösem Gesichtsausdruck an.
„Wenn du mir Angst machen willst … das klappt nicht. Und sieh zu das du Land gewinnst. Rosalie kommt nämlich gleich. Und Emmett ist sicher dabei.“
„Ja, mit der Hilfe von deinen Freunden bist du stark. Und sonst nichts anderes als eine eingebildete Tussi.“
Ich konnte nichts mehr erwidern, da er sich sofort umdrehte und ging.
Emmett würde bestimmt nicht mitkommen, aber um Mike zu vertreiben hatte es gereicht.

Kurz darauf kam Rosalie sehr gut gelaunt an.
„Huhu Alice. Gibt es was zu feiern?“, fragte sie und deutete auf mein leeres Sektglas.
Ich nickte. „Allerdings“, sagte ich, rief den Kellner und bestellte uns noch jeweils einen Prosecco.
„Also erzähl.“ Rosalie sah mich neugierig an.
„Okay. Rate mal wo ich nächste Woche bin?“ Ich grinste übers ganze Gesicht.
Rosalie legte die Stirn in Falten. Das tat sie immer wenn sie über etwas nachdachte.
„Also wenn du so fragst, dann bist du auf jeden Fall schon mal nicht im Büro. Hast du Urlaub?“, fragte sie.
„Ja und nein. Ich fliege am Montag nach Los Angeles. Zu den MTV Music Awards. Stell dir das vor Rose, ich bin eine Woche in L.A.“ Aufgeregt rutschte ich auf meinem Stuhl hin und her.
„Im Ernst? Wie geil ist das denn? Der Hammer. Ich glaub ich hab den falschen Job. Brauchst du zufällig ne Praktikantin?“, fragte sie.
Ich schüttelte lachend den Kopf während der Kellner die zwei Prosecco vor uns auf den Tisch stellte.
„Ich kann’s ja immer noch nicht glauben … klein Alice allein in Los Angeles. Der absolute Hit“, sagte Rosalie nachdem wir angestoßen hatten.
„Naja, allein nun leider nicht. Jasper fliegt auch mit“, sagte ich und mein Gesichtsausdruck verschlechterte sich ein wenig.
„Jasper … wer ist das? Kenn ich den?“, fragte Rosalie.
Ich dachte einen Moment nach. „Ja, doch. Auf dem Sommerfest hast du ihn doch gesehen.“
„Sommerfest … ach der? Der bis etwa zehn Uhr Apfelsaftschorle getrunken hat und dann nach Hause gegangen ist bevor die Party überhaupt angefangen hat?“
„Genau der.“
„Oh man. Na das kann ja heiter werden“, sagte Rosalie und sah mich mitfühlend an.
„Das hab ich mir auch schon gedacht. Ich werde mich bis auf die Knochen blamieren“, sagte ich. Meine Laune war mittlerweile wieder im zweistelligen Minusbereich.
„Versuch einfach das Beste draus zu machen. Ich meine … das sind die Music Awards. Scheiß auf deinen Kollegen.“
„Darauf wird es auch hinauslaufen. Aber lass uns mal das Thema wechseln. Was zieh ich an?“, fragte ich. Allein bei dem Thema Kleider stieg meine Stimmung sofort an.

Nachdem wir unseren Prosecco ausgetrunken und bezahlt hatten verbrachten wir die folgenden zwei Stunden in verschiedenen Boutiquen. Schließlich fanden wir das perfekte Cocktailkleid für die After-Show-Party. Leicht fliederfarben, nur von den Schultern gehalten und kurz, aber nicht zu kurz. Es war perfekt. Am liebsten hätte ich es gleich angelassen.
Schließlich fanden wir auch noch die passenden Schuhe und nicht zu vergessen auch die passende Handtasche.

„Puhhh, geschafft“, sagte Rosalie als wir mit Tüten beladen auf der Straße standen. „Was meinst du? Wollen wir noch was essen gehen? So zur Feier des Tages?“, schlug sie vor.
„Klar. Dann kann ich mir den Lieferservice heute sparen.“ Von der Idee war ich sofort begeistert. Kochen war nicht unbedingt meine liebste Beschäftigung. Deshalb bestellte ich oft mein Abendessen. Oder besser gesagt ich ließ es Bella bestellen bevor sie Feierabend machte.
„Wäre es okay für dich wenn ich Emmett anrufe und ihn frage ob er auch kommen will?“, fragte Rosalie.
„Na aber sicher. Ruf ihn schon an, meinen Retter in der Not“, antwortete ich ihr grinsend.


****Alice****

(Am nächsten Morgen)

Es war ein lustiger Abend mit Rosalie und Emmett. Die beiden passten wirklich wie die Faust aufs Auge zusammen. Innerlich hoffte ich, dass es diesmal auch halten würde. Meine Freundin hatte die dumme Angewohnheit sich nach spätestens einem Jahr einen anderen Mann zu suchen. Aber mit Emmett schien es wirklich besser zu passen als mit ihren vorherigen Beziehungen.
Ich machte mir um Beziehungen keine Gedanken. Ich genoss mein Single-Leben. Zudem lebte ich mehr und mehr für meine Arbeit. Wer weiß … wenn der Bericht der Music Awards gut wäre … vielleicht wäre ich dann ja mehr unterwegs. Hoffentlich ohne Jasper, dachte ich mir noch.
Jetzt machte ich mich mal wieder auf den Weg ins Büro. Meinen üblichen Coffee-to-go holte ich mir natürlich auch.

„Morgen Bella. Steht was wichtiges an?“, begrüßte ich meine Assistentin.
„Guten Morgen. Momentan nicht. Mr. Newton hat vorhin angerufen. Ich hab ihm sofort gesagt, dass sie für ihn nicht zu sprechen sind.“
„Sehr gut gemacht. Dann mache ich mich mal an die Arbeit“, sagte ich und verschwand in meinem Büro.

Ich schaltete meinen PC ein und schaute erst mal nach den wichtigsten E-Mails. Die beste davon war von Mr. Jenks. Er teilte mir mit das unser Flug am Montagmorgen um sieben Uhr gehen würde. Ich war sofort wieder aufgeregt ohne Ende.
Als ich gerade über meine Kleidung für den Flug nachdachte klopfte es an meiner Tür und Bella trat auf mein Zeichen hin ein.
„Ihr Bruder wünscht sie zu sprechen“, sagte sie.
„Dann sag ihm er soll später noch mal anrufen. Ich hab keine Zeit“, antwortete ich ihr.
„Er ist bereits hier“, sagte sie und Edward drängte sich an ihr vorbei.
„Danke Bella. Sie wird jetzt Zeit haben“, sagte Edward, lächelte Bella freundlich an und trat ein. Er schloss die Tür hinter sich und nahm auf dem Stuhl vor meinem Schreibtisch Platz.

„Was ist denn jetzt schon wieder? Ich flieg am Montag nach L.A. und hab jetzt wirklich anderes zu tun.“
„Du fliegst nach L.A.? Na egal, die Zeit wirst du jetzt haben. Was sollte das mit der Reise für unsere Eltern?“ Er sah mir direkt in die Augen. Und diesem Blick konnte ich noch nie besonders gut standhalten.
„Die Idee mit der Reise kam von dir“, erinnerte ich ihn.
„Das meine ich nicht. Wieso lässt du Bella die Buchung übernehmen? Alice, was soll das? Sie weiß rein gar nichts über unsere Familie. Weißt du eigentlich in was für eine Situation du sie gebracht hast?“
Scheiße, er wusste es. Genau das sollte eigentlich nicht passieren.
„Ich hatte keine Zeit. Ich hab soviel vorzubereiten und Bella hat einen guten Geschmack“, versuchte ich es mich zu verteidigen.
„Dann hättest du mir Bescheid gesagt. Alice wirklich, du solltest dich ein bisschen zurücknehmen was Bella angeht.“
„Ja okay, in Zukunft werde ich dran denken, zufrieden? Aber sag mal, seit wann seid ihr eigentlich beim Du?“, fragte ich zum einen aus Neugier und zum anderen um ihn abzulenken.
„Seit ich ihr geholfen habe deinen Auftrag auszuführen. Gut, ich verlasse mich drauf das du Bella in Zukunft nicht mehr solche Aufträge gibst.“
„Ja, ja. Ist ja jetzt wieder gut“, sagte ich. „Aber … woher wusstest du eigentlich davon?“
„Das spielt doch wohl keine Rolle, oder? Aber wenn du es unbedingt wissen willst, ich kam gestern noch mal her um etwas mit dir zu besprechen. Aber du hattest ja wieder mal besseres zu tun. Shoppen wahrscheinlich, oder?“
„Das musst du nun aber wirklich verstehen. Ich brauchte doch dringend ein Kleid für die Music Awards. Am Montag flieg ich doch schon“, sagte ich entschuldigend und sah Edward mit meinem berühmten Dackelblick an. Dem wiederum konnte mein Bruder so gut wie nie standhalten. Und so war es auch diesmal.
Ich konnte ein Lächeln auf seinem Gesicht entdecken.
„Okay, okay. Du hast eben deine Prioritäten. Und im Prinzip ist es ja super so eine tolle Schwester zu haben. Ich wünsch dir auf jeden Fall viel Spaß bei den Music Awards.“
„Danke. Willst du einen Kaffee?“, fragte ich ihn.
„Nein, danke. Ich muss los. Mein Dienst im Krankenhaus fängt gleich an.“
„Okay. Dann wünsche ich dir mal einen schönen Tag, Brüderchen.“ Ich grinste ihn an.
„Dir auch, Schwesterchen“, sagte er ebenfalls grinsend.
Dieses Brüderchen und Schwesterchen war schon immer ein Spiel von uns, wenn wir uns nach einem Streit wieder vertragen hatten.

****Jasper****

Ich ging an diesem Morgen früher als gewöhnlich ins Büro. Es gab schließlich für die Music Awards noch einiges vorzubereiten.
Gegen zehn Uhr hatte ich eine Liste mit allen teilnehmenden Sängern, Bands und Moderatoren erstellt. Ich beschloss, Alice zu einem Gespräch zu bitten. Lieber hätte ich alles allein gemacht, aber ich wollte nicht das sie uns blamierte indem sie über rein gar nicht Bescheid wüsste. Und das würde wohl unweigerlich passieren.
Also stand ich auf, griff nach meinen Unterlagen und ging zu ihrem Büro.

„Guten Morgen, Miss Swan. Ist Miss Brandon zu sprechen?“, fragte ich im Vorraum höflich.
„Einen Moment bitte. Ich frage ob sie Zeit für Sie hat.“ Damit griff ihre Assistentin zum Telefon.
„Mr. Whitlock ist hier und würde gern mit Ihnen sprechen“, hörte ich sie sagen. „Ja gut“, sagte sie schließlich und fügte an mich gewand hinzu: „Miss Brandon erwartet Sie.“ Freundlich lächelnd zeigte sie auf die Bürotür.
„Danke“, sagte ich, ging zur Tür und klopfte.
„Herein“, hörte ich Alice. Sie schien gerade mal wieder etwas genervt zu sein, aber das war ich auch.
„Guten Morgen, Alice“, begrüßte ich sie nachdem ich eingetreten war und die Tür hinter mir geschlossen hatte.
„Guten Morgen. Was ist?“, fragte sie nicht sonderlich interessiert.
Ich erschrak erst mal ein wenig als ich ihren Schreibtisch sah. Wie konnte man in diesem Chaos noch etwas finden?
„Ich finde wir sollten über die kommende Woche sprechen“, sagte ich ruhig.
„Das können wir am Montag im Flieger auch noch machen. Ich habe gerade wichtigeres zu tun.“ Vor ihr lag ein Schmuckkatalog.
„Neue Ohrringe aussuchen oder was? Alice, dass hier ist wichtig.“ Ich betonte das wichtig mit Absicht etwas stärker.
„Nur so nebenbei … neue Ohrringe sind auch verdammt wichtig. Der erste Eindruck ist immer ausschlaggebend. Vielleicht solltest du da auch mal drüber nachdenken.“
„Es ist aber wichtiger zu wissen wen wir interviewen wollen. Also? Wen schlägst du vor?“, fragte ich.
„Mein Gott, dass sehen wir wenn wir dort sind“, sagte sie, stand auf und holte ein kleines Kästchen aus dem Schrank. Sorgfältig legte sie verschiedene Ketten vor sich auf den Schreibtisch.
„Wenn wir dort sind kann es schon zu spät sein. Alice, bei solchen Events ist Planung alles.“
„Na vor allem ist das richtige Auftreten alles. Moment …“, sagte sie, griff zum Telefon und wählte eine Nummer.
„Hallo Rose. Hast du später mal kurz Zeit?“, hörte ich und schüttelte gedanklich mal wieder den Kopf.
„Prima. Komm einfach im Büro vorbei. Bis dann“, sagte sie nach einer kurzen Pause, in der wohl ihre Gesprächspartnerin geantwortet hatte. Es schien eine ihrer Freundinnen zu sein. Denn in der gesamten Redaktion kannte ich keine Rose.
„Können wir jetzt hier mal weitermachen?“, fragte ich schließlich. So langsam fing die Sache an zu nerven.
„Jasper … ich habe wirklich zu tun. Und nein, nicht nur Ohrringe aussuchen. Ich muss noch drei Artikel lesen. Die müssen heute noch in den Druck.“
Sie fing an in den Stapeln aus Papieren auf ihrem Schreibtisch zu kramen.
„Ich denke es ist besser wenn ich jetzt gehe. Aber tu mir bitte den Gefallen und bereite dich zumindest ein bisschen vor“, sagte ich und stand auf.
„Ja, ja. Mach ich“, murmelte sie und kramte weiter in den Papieren.
Kopfschüttelnd verließ ich das Büro.

Wie konnte ein Mensch nur so chaotisch und gleichzeitig so erfolgreich sein? Denn erfolgreich, dass musste ich zugeben, war sie wirklich. Im Prinzip war sie meine einzige, ernstzunehmende Konkurrentin.
Ich verabschiedete mich von Bella und ging zu meinem Büro zurück. Auf dem Weg nahm ich mir vor, lieber alles allein vorzubereiten.
Alice … warum musste ich gerade mit ihr zusammenarbeiten?
Ich beschloss das Beste aus der Sache zu machen und hoffte, dass die Woche ohne größere Probleme verlaufen würde.

Während ich dabei war eine Liste mit den wichtigsten Interviewpartner zu erstellen klingelte mein Telefon. Intern 1 stand auf dem Display. Also war es meine Assistentin Angela.
„Hallo Angela“, sagte ich.
„Miss Brandon ist am Telefon. Kann ich sie verbinden?“, fragte sie mich.
Ich dachte im ersten Moment ich höre nicht richtig. Hatte Alice vielleicht doch nachgedacht und brauchte ein paar Infos?
„Ja, stell sie durch“, sagte ich zu Angela.
„Hallo Alice.“
„Hallo. Keine Sorge, es geht schnell. Ich habe nur etwas vergessen“, sagte sie.
„Was denn?“
„Ich wollte dir nur mitteilen, dass du dir doch bitte für die After-Show Party einen Anzug und ein anständiges Hemd besorgst. Ich werde ein fliederfarbenes Cocktailkleid tragen und für dich hatte ich an …“, begann sie in einem Tempo, dass ich mich fragte ob sie zwischendrin auch mal Luft holen würde. Schnell unterbrach ich sie.
„Alice, du musst dir um meine Kleidung nun wirklich keine Gedanken machen. Ich war schon öfter auf solchen Veranstaltungen.“
„Ja, aber …“, setzte sie wieder an.
„Kein aber. Ist sonst noch was?“, fragte ich mittlerweile schon nicht mehr so freundlich.
„Nein. Das wars.“
„Na dann noch einen schönen Tag.“
Damit legte ich auf und musste erst einmal tief durchatmen. Was glaubte sie eigentlich wer sie war?

Mit einem innerlichen Groll gegen meine Kollegin machte ich mich wieder an die Arbeit.
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So, ich hoffe es hat euch ein wenig gefallen?
Ich würde mich sehr über ein paar Kommis dazu freuen.
Lg
Alice
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Re: Männer sind Zeitverschwendung

Beitrag  Alice02 am Fr 05 Apr 2013, 12:18

Hallo zusammen.
Ich habe mich entschlossen, gleich noch den nächsten Teil zu posten.
Immerhin ist die Geschichte jetzt komplett fertig auf meinem Stick gespeichert.
Vielleicht findet sich ja doch noch der ein oder andere Leser?
Ich würde mich sehr über ein paar Kommis freuen.
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****Alice****

Zwei Stunden später war Rosalie da. Sie müsste mir unbedingt helfen den richtigen Schmuck zu finden.
„Dann lass uns am besten mal in die Stadt fahren. Wir werden sicher was finden. Außerdem habe ich noch eine Überraschung für dich“, sagte sie und zwinkerte mir zu.
„Eine Überraschung? Los, erzähl.“ Ich sah sie gespannt an. Ich liebte Überraschungen und konnte einfach nicht mehr ruhig sitzen wenn ich erfuhr, dass jemand eine Überraschung für mich hatte. Sofort sprang ich auf und lief wie aufgescheucht im Büro herum.
„Später“, meinte Rosalie grinsend und hielt mir meine Tasche hin.
„Wann ist später?“, fragte ich, während ich mir meinen Blazer überzog.
„Wenn es soweit ist. Und jetzt komm.“

Mein Blick fiel auf meinen Laptop. Ich war gerade dabei mir doch eine Liste mit den Gästen zu erstellen, die zu den Music Awards zu erwarten waren. Vielleicht wäre es ja doch ganz sinnvoll. Aber diese Aufgabe konnte ich auch gut an Bella übertragen.
„Würdest du mir bitte mal eine Gästeliste der Music Awards machen? Leg sie mir dann einfach in mein Fach. Ich muss dringend noch mal weg“, sagte ich zu meiner Assistentin bevor wir das Büro verließen.
„Ja, sicher. Aber wieso eine Liste der Gäste machen? Das hat Mr. Whitlock schon getan. Er hat sie gerade per Fax geschickt. Mit der Bitte das ich sie in Ihr Fach lege“, antwortete Bella.
„Oh … umso besser“, sagte ich grinsend. „Dann leg sie mir doch in mein Fach. Ich bin jetzt erst mal weg. Wenn du hier soweit fertig bist kannst du heute auch etwas früher Feierabend machen.“
Bella schüttelte nur leicht den Kopf, wünschte mir einen schönen Tag und wand sich ihrem PC zu.

„Erfahre ich jetzt endlich was die Überraschung ist?“, fragte ich zwei weitere Stunden später als wir es endlich in ein Cafe geschafft hatten.
Ich hatte Rosalie bis dahin alle zehn Minuten mit dieser Frage genervt, aber sie schien richtig Spaß daran zu haben mich so leiden zu sehen und lachte immer nur.
Jetzt hatten wir eine Kette, passende Ohrringe und einen passenden Armreif gefunden und saßen gemütlich vor einem Milchkaffee.
„Also gut … du hast heute Abend ein Date“, sagte sie und grinste übers ganze Gesicht.
„Wie bitte? Und das soll eine Überraschung für mich sein? Ich will kein Date. Ich brauche keinen Mann“, erwiderte ich sofort.
„Alice, dass ist nicht einfach irgendein Date. Das ist ein Date mit Christian Tanner.“ Gespannt sah sie mich an.
„Und wer bitte ist Christian Tanner? Ist aber eigentlich egal, denn ich will kein Date.“
„Christian Tanner war mein Termin von heute Vormittag. Er hat ohne mit der Wimper zu zucken ein Apartment in der Upper East Side für 400.000 Dollar gekauft. Und: Er sucht noch die passende Frau. Und noch besser: Du hast heute Abend ein Date mit ihm.“ Rosalie lehnte sich, scheinbar sehr zufrieden mit sich, in ihrem Stuhl zurück.
„Und? Weiter? Man Rose, wieso verstehst du das nicht einfach?“
„Ich versteh es ja das du von solchen Typen wie Mike die Schnauze voll hast. Aber Christian ist ganz anders. Er ist gebildet, gutaussehend und noch dazu reich. Etwa 1,90 groß und 43 Jahre alt. Perfekt oder?“
„Perfekt? Da kann ich ja gleich mit meinem Vater ins Bett gehen. Falls du es vergessen haben solltest, ich bin 26 genau wie du.“ Mit dieser Überraschung hatte sie mich jedenfalls nicht sonderlich beeindruckt.
„Er sieht deutlich jünger aus. Ich persönlich hätte ihn auf 32 geschätzt. Alice bitte, du musst da heute Abend hingehen. Ich blamier mich ja sonst bis auf die Knochen. Also heute Abend acht Uhr im Saya. Bitte, Alice.“ Sie sah mich mit flehendem Gesichtsausdruck an.
Ich persönlich hatte weder Lust auf ein Date, noch auf diesen Christian Tanner. Aber das Saya war toll.
„Gut, ich gehe hin. Aber du kommst mit“, sagte ich grinsend. Ich wusste, dass es genau das war, was Rosalie jetzt mit Sicherheit nicht hören wollte.
„Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Ich soll mit dir zu deinem Date gehen? Alice, wie alt sind wir denn bitte?“
„26“, sagte ich lachend. „Ja, du kommst mit. Und wenn es mir zu blöd wird, dann wird es eben dein Date. Aber vorher lassen wir uns zum Essen einladen und uns die Cocktails bezahlen.“
„Und was soll ich Emmett bitte sagen? Der lacht mich doch aus wenn ich ihm erkläre das ich dich zu einem Date begleite.“
„Lass dir was einfallen. War ja schließlich auch deine grandiose Idee, Schätzchen.“ Ich grinste sie an, rief den Kellner und bestellte uns zwei Prosecco.

****Rosalie****

Man oh man, worauf hatte ich mich da nur eingelassen? Darüber hatte ich nun wirklich gar nicht nachgedacht. Christian war mehr als passend für Alice. Und ich dachte, es wäre das beste ich würde ihr mal ein Date mit ihm verschaffen.
Es gab Zeiten, da war Alice ganz anders. Nie und nimmer wäre sie länger als vier Wochen Single gewesen. Wenn ich an unsere Zeiten auf der High-School zurückdenke … da war sie die unangefochtene Königin. Neben mir natürlich. Unweigerlich musste ich grinsen als ich an diese Zeiten zurückdachte.
Und jetzt? Jetzt war sie der Meinung sie würde allein mit ihrem Spielzeug und ihrer Arbeit glücklich werden. Aber ich kannte meine Freundin gut genug um zu wissen, dass sie damit komplett falsch lag.

Jetzt stand ich im Badezimmer um mich auf den Abend vorzubereiten.
„Hey Rose, putz dich nicht zu sehr raus“, sagte Emmett der lächelnd in der Badezimmertür stand.
„Wieso? Angst das ich jemand anderen finde?“, fragte ich ebenfalls grinsend.
„Angst? Ich? Im Leben nicht. Gegen mich kommt sowieso kein anderer an.“ Er trat hinter mich und schlang die Arme um meinen Körper.
Ich spürte sofort dieses tolle kribbeln in meinem Bauch. Aber ich hatte keine Zeit und durfte mich jetzt keinesfalls darauf einlassen.
„Meinst du? Käme auf einen Versuch an, oder?“, fragte ich.
„Vergiss es. Wehe … ich glaube ich werde heute Abend auch mal ins Saya schauen“, antwortete Emmett bevor er anfing an meinem Ohrläppchen zu knabbern. Mir entwich ein leises stöhnen. Verdammt Rosalie, du musst dich beeilen, sagte ich mir in Gedanken und versuchte es mich aus Emmetts Umarmung zu befreien.
Ich drehte mich um und sah ihm in die Augen. „Keine Sorge, es wird nichts passieren. Es ist einfach nur ein Mädelsabend. Alice muss unbedingt mal wieder raus. Und ein paar Leute kennenlernen“, sagte ich.
„Also ich schätze Alice so ein, dass sie das durchaus allein auf die Reihe bekommt“, meinte Emmett und strich mir in der Zeit über den Po.
„Können würde sie das schon, aber sie weigert sich ja strikt. Also muss ich ihr da wohl mal auf die Sprünge helfen.“
Emmett schob seine Hand jetzt unter meinen Rock und wanderte damit Stück für Stück nach oben. Wieder konnte ich ein leises Stöhnen nicht unterdrücken.
„Emmett … lass das bitte. Ich muss wirklich los“, sagte ich.
„Na einen Moment hast du doch sicher noch“, hauchte er mir ins Ohr.
Verdammt noch mal, ja, den Moment würde ich mir nehmen. Dann sollte Alice eben etwas länger warten. Ich ließ mich Widerstandslos von Emmett in unser Schlafzimmer tragen.

Knapp eine halbe Stunde später stand ich bei Alice vor der Tür und drückte auf die Klingel.
„Was ist denn hier passiert?“, fragte ich mit einem schockierten Blick in ihr Schlafzimmer. Das Bett war vor lauter Klamotten kaum mehr zu erkennen. Und meine Freundin, ja die lief hier immer noch im Bademantel rum.
„Ich habe nichts anzuziehen“, sagte sie mit entsetztem Gesichtsausdruck.
„Häh? Wie bitte? Wie wärs mit dem Rock?“, fragte ich und hielt ihr einen extrem kurzen Minirock entgegen.
„Spinnst du? Ich will den Typen nicht anmachen. Ich denke ich werde ein Kostüm tragen“, sagte sie und wählte eine schwarze Hose, weiße Bluse und schwarzen Blazer aus.
„Alice … du gehst nicht zur Arbeit.“
„Stimmt, aber ich könnte es wie Arbeit sehen. Es ist einfach als ob ich jemand völlig unbekanntes interviewe und mir das Essen bezahlen lasse. Ich nehme es einfach als Vorbereitung auf die Music Awards. Jasper wäre begeistert“, antwortete sie.
„Vorbereitung? Und wieso wäre Jasper begeistert? Häh? Alice so langsam versteh ich wirklich gar nichts mehr.“
„Ach, der hat so komische Anwandlungen, dass man auf alles vorbereitet sein muss. Heute Vormittag kam er mir schon mit irgendwelchen völlig sinnlosen Listen an. Ich hoffe ich überlebe diese Woche ohne bleibende Schäden“, sagte sie lachend.
„Na das hoffe ich auch. Ist der Typ überhaupt ein bisschen spontan?“, fragte ich.
Alice schüttelte den Kopf. „Ich glaube nicht, dass das Wort spontan in seinem Wortschatz existiert. Er plant alles. Mich würde es nicht mal wundern wenn er fürs Blumen gießen Listen hätte.“
„Die Woche kann ja heiter werden. Es gibt wohl keine unterschiedlicheren Menschen als euch beide“, sagte ich lachend.
„Ja, lach du nur. Aber jetzt sollten wir langsam mal los wenn wir unser tolles Date Christian Tanner nicht warten lassen wollen“, sagte sie lachend und griff sich ihre Tasche und ihren Schlüssel.

****Alice****

„Was hast du ihm eigentlich gesagt?“, fragte ich Rosalie während wir in der Nähe des Saya einen Parkplatz suchten. Die ganze Fahrt über hatte ich das Thema Christian Tanner und Date verdrängt. Aber jetzt? Jetzt kam es dafür doppelt und dreifach wieder hoch.
„Na was soll ich ihm schon gesagt haben? Das du eine süße, kleine Freundin von mir bist.“
„Ich meinte jetzt eher wie ihr überhaupt auf das Thema gekommen seid? Du solltest ihm doch nur eine Wohnung verkaufen.“
„Naja, so ein bisschen Smalltalk ist meinem Beruf wichtig. Und er war ja auch sehr redefreudig. So kamen wir dann auch auf das Thema Familienstand“, erklärte sie mir.
„Ach und da hattest du nichts besseres zu tun als ihm zu erzählen das deine Freundin Single ist und unbedingt ein Date mit ihm will, oder was?“
„Nein, dass war Zufall. Um ehrlich zu sein wollte er ja ein Date mit mir.“
„Aha … und dann hast du ihm von Emmett erzählt und mich als Ausweichmöglichkeit vorgeschlagen, oder wie?“ Ich konnte Rosalie immer noch verstehen.
„Ja. Nein. Also so ungefähr“, antwortete sie mir.
„Was nun? Ja oder nein?“
„Also pass auf … er wollte mit mir zum Essen gehen. Ich wollte und habe ihm aber nichts von Emmett erzählt. Ich habe ihm nur erklärt das ich heute keine Zeit hätte. Und dann kamst du mir in den Sinn …“, klärte sie mich auf.
Sie hatte das Auto zwischenzeitlich auf einem Parkplatz abgestellt.
„Also ist er doch dein Date“, stellte ich fest und sah sie grinsend an. „Wie willst du es erklären das du nun doch Zeit hast?“
„Da fällt mir schon was ein. Aber Alice … bitte bewahre mich davor eine Dummheit zu machen“, bat sie mich.
Ich sah sie fragend und erschrocken zugleich an. „Wie jetzt?“, fragte ich schließlich.
„Wir beide werden zusammen da reingehen und auch zusammen wieder raus. Außer du gehst mit ihm. Dann würde ich auch allein gehen.“
„Noch mal kurz zum Verständnis … du würdest wirklich was mit einem 43jährigen anfangen?“, fragte ich nach.
„Er sieht nicht aus wie 43 sondern deutlich jünger“, erklärte sie mir wieder einmal.
„Also gut, dann lass uns mal reingehen. Zumindest anschauen muss ich ihn mir ja doch mal“, sagte ich grinsend und stieg aus.

Kurz darauf wurden wir von einem Kellner im Saya zum Tisch von Mr. Tanner gebracht.
„Miss Hale. Wie schön das sie doch kommen konnten. Und Sie sind sicher Miss Brandon?“, begrüßte er uns. Vom Kellner ließ er sofort noch ein drittes Gedeck bringen.
„Ja, mein Abendtermin wurde kurzfristig abgesagt. Da dachte ich mir ich begleite Alice. Sie haben doch nichts dagegen?“ Rosalie sah ihn mit einem Blick an, den ich sehr genau kannte. Ich konnte nur noch hoffen, dass sie wirklich keinen Blödsinn machen würde.
Diesen Christian hatte ich sofort in die Schublade >nicht mein Typ< verbannt. Er sah zwar wirklich jünger aus als 43, aber er hatte auch nichts, was mich auf die Schnelle vom Hocker reißen würde. Außer vielleicht die Wohnung in der Upper East Side. Ich fragte mich wie Rosalie auf die Idee kam, dass genau er der passende Mann für mich sein könnte. Und genauso wenig verstand ich, was sie an ihm fand. Aber manchmal hatte meine Freundin eben einen etwas… fragwürdigen Geschmack. Das wurde mir in diesem Moment wieder bewusst.

Ich beantwortete höflich seine Fragen, war allerdings auch froh, dass er sich mehr für Rosalie als für mich interessierte. Und mit dieser musste ich jetzt dringend mal allein sprechen.

Wir hatten in der Zwischenzeit gegessen und warteten nun auf die Nachspeise. Verdammt… wie sollte ich Rosalie jetzt vom Tisch wegbekommen ohne das er etwas merkte?
Das Glück war allerdings diesmal auf meiner Seite. Er entschuldigte sich, da er schnell einen dringenden Anruf tätigen musste. Mit dem Handy in der Hand und einem Lächeln auf den Lippen verließ er uns.

„Rosalie … wir sollten gehen“, sagte ich.
„Wieso? Alice, falls du es nicht merkst, er hat dich schon ein paar Mal ganz interessiert angeschaut.“
„Es ist mir ehrlich gesagt ziemlich egal ob und wie er mich anschaut. Mein Fall ist er definitiv nicht. Und deiner im übrigen auch nicht“, sagte ich.
„Ja… ich… lass dir was einfallen. Wir können doch nicht einfach aufstehen und gehen. Was soll er denn denken?“
„Das kann uns im Prinzip doch völlig egal sein. Ich will nichts von ihm und du auch nicht“, sagte ich entschieden.
„Naja…“, begann Rosalie.
„Stopp. Nicht mal dran denken, Rose. Ich hab schon eine Idee.“
Sie sah mich fragend an.
Ich holte mein Handy aus der Tasche und programmierte einen Simulationsanruf in 15 Minuten. Gerade noch rechtzeitig, denn sobald mein Telefon wieder in der Tasche verschwunden war am Christian zurück. Auch die Nachspeise wurde nun serviert.

„So, was darf ich den Damen denn noch bestellen?“, fragte er als wir mit dem essen fertig waren. Er sah besonders Rosalie tief in die Augen. Und sie schien diesem Blick nicht im Geringsten ausweichen zu wollen.
Glücklicherweise klingelte in diesem Moment mein Handy. Wenigstens auf die Technik war noch Verlass.
Ich entschuldigte mich und ging ein Stück vom Tisch weg um diesen imaginären Anruf zu führen.

„Rose, wir müssen unbedingt gehen. Es ist was mit dem Hund“, sagte ich als ich wieder zum Tisch kam.
Weder ich noch Rosalie hatten einen Hund, aber das wusste Christian zum Glück ja nicht. Er bot mir an mir ein Taxi zu rufen, dann könnte Rosalie noch bleiben. Zum Glück lenkte sie aber sofort ein und teilte ihm mit, dass sie mich fahren würde.

Er gab uns beiden noch eine Visitenkarte, welche ich ohne weiter darauf zu achten in meiner Tasche verschwinden ließ. Dann drängte ich Rosalie zum Aufbruch.

„Na das war nicht unbedingt der beste Abend seit langem. Was machen wir denn jetzt?“, fragte ich meine Freundin als wir im Auto saßen.
„Feiern. Wenn wir schon mal in Downtown Manhattan sind sollten wir das auch ausnutzen. Außerdem bin ich der Meinung, dass wir dir jetzt endlich mal einen Mann suchen sollten.“ Sie grinste mich mal wieder an.
„Rosalie. Es reicht. Ich will KEINEN Mann. Das ist reine Zeitverschwendung“, antwortete ich ihr. „Aber feiern hört sich gut an. Ins Downstairs?“, fragte ich sie.
„Na sicher. Der beste Club der Gegend ist uns gerade gut genug“, antwortete sie grinsend.

****Jasper****

Nach einem langen Arbeitstag ging ich an diesem Abend erst gegen 19 Uhr nach Hause.
Neben der normalen, täglichen Arbeit hatte ich es doch tatsächlich geschafft eine Liste mit potenziellen Interviewpartnern zu erstellen. Diese hatte ich natürlich alle der Wichtigkeit nach geordnet. Nach langer Überlegung hatte ich Alice diese Liste per Fax zukommen lassen. Wenn sie sich blamieren würde, wäre es mir ja ziemlich egal, aber das würde unweigerlich auch auf mich zurückfallen. Besser gesagt auf unser gesamtes Magazin. Nun konnte ich nur noch hoffen, dass sie sich diese Liste wenigstens etwas zu Gemüte führen würde, denn mehr konnte ich beim besten Willen nicht tun.

Der Interviewpartner, der an erster Stelle auf meiner Liste stand, bereitete mir am meisten Kopfzerbrechen. Mr. White, der Organisator des ganzen Spektakels, gab sehr, sehr selten Interviews. Und das Magazin, welches diesen begehrten Bericht haben würde, wäre ganz schnell an der Spitze.

Nun stand ich in meiner Küche und bereitete mir einen Salat als Abendessen zu.
Ich kochte sehr gern und wenn man den Meinungen einiger Bekannten glauben durfte, auch gar nicht so schlecht. Die meisten von ihnen waren aber trotzdem der Meinung, mir würde eine Frau fehlen. Ich selber sah das ganz anders. Und selbst wenn ich eine Frau hätte, so würde ich sie mit Sicherheit nicht allein am Herd stehen lassen.

Mit meinem Salat, einem frischen Baguette und einem Glas Wasser setzte ich mich aufs Sofa.
Ach ja, es geht doch nichts über einen ruhigen Abend daheim wenn der Arbeitstag so anstrengend war, dachte ich mir.
Nach dem Essen zappte ich durch das Fernsehprogramm. Leider konnte ich nichts interessantes entdecken. Also nahm ich mir ein Buch und begann zu lesen.
Gegen zehn Uhr klingelte das Telefon. Begeistert war ich von der Störung nicht, aber ich ging trotzdem ran.

„Whitlock“, meldete ich mich wie üblich.
„Hey Jazz. Was geht?“
„James. Ich hätte es mir ja denken können um diese Uhrzeit. Was ist?“, fragte ich.
„Ich wollte mal fragen was du machst. Und ob du noch mal mitkommst?“
„Ob ich wohin noch mal mitkomme?“, fragte ich nach.
„Ins Downstairs zum Beispiel. Ein bisschen feiern täte dir mal ganz gut.“
„James, ich muss morgen arbeiten. Und dafür möchte ich gern ausgeschlafen sein“, antwortete ich.
Es waren doch immer wieder die gleichen Diskussionen.
„Schlafen kannst du wenn du tot bist. Mach mal Party man. So bekommst du nie eine ab.“
„Ich will auch keine abbekommen, wie du es nennst. Ich bin ganz zufrieden mit meinem Leben wie es ist“, antwortete ich.
„Du bist 28 Jahre alt. Da sollte man durchaus auch andere Interessen haben als Arbeit“, meinte er.
„Hab ich ja auch. Mein Buch was ich gerade lese zum Beispiel. Außerdem fliege ich am Montag nach L.A. und dafür hab ich auch noch was vorzubereiten“, erklärte ich ihm.
Beim Thema L.A. kamen meinem Kumpel natürlich als erstes die Strandschönheiten in den Kopf. Mit halbem Ohr hörte ich seinem Vortrag über die besten Flirttechniken zu.

Gegen halb elf schaffte ich es schließlich ihn davon zu überzeugen, dass ich hundemüde war und schlafen wollte.

Nachdem ich einmal tief durchgeatmet hatte, nahm ich wieder mein Buch in die Hand.
James war ja wirklich ein guter Kumpel, aber sein ständiger Wahn von wegen mir fehle eine Frau, nervte ohne Ende. Allein schon deshalb ging ich in letzter Zeit nur äußerst ungern mit ihm weg. Es verging dann grundsätzlich kein Abend, an dem er mir nicht mindestens eine Frau vorstellte.

Da es mir an diesem Abend aber glücklicherweise erspart bleiben würde legte ich mich mit meinem Buch wieder gemütlich aufs Sofa.
James würde perfekt zu Alice passen. Die war sicher auch schon wieder in irgendeinem Club beim feiern. Wenn sie doch nur mal ein bisschen vernünftig wäre, dann könnte ich wahrscheinlich auch mit ihr zusammen arbeiten. Aber ihre Art machte mich einfach nur völlig wahnsinnig.
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