Cloud Atlas

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Beitrag  silvi am Mo 26 Nov 2012, 00:50

Also ich bin mit falschen Vorstellungen in den Film gegangen.

Ich habe gedacht, dass ist so ein nettes Epos über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten. Ich habe mir an der Kasse noch Nachos mit Käse gekauft und bin dann mit meinen Freundinnen in den Kinosaal und wir haben es uns in unseren Sitzen bequem gemacht.

Oft kam ich dann nicht zum Essen, denn wenn Menschen vor mir auf der Leinwand abgeschlachtet werden bekomme ich nichts runter.

Ich muss sagen, der Film geht ja fast 3 Stunden aber das merkt man nicht, er ist sehr kurzweilig gestaltet und die einzelnen Geschichten fesseln einen. Aber man braucht eine sehr lange Zeit, um überhaupt in den Film zu finden. Man hat sich gerade in eine Geschichte etwas reingefunden und schon wird gewechselt und zwar nicht chronologisch.
Ich finde den Film für 12 Jährige ungeeignet, da unter anderem sehr viel Gewalt vorkommt (u. a. wie Schlachtvieh aufgehängte Menschen, die ausbluten und zu Futter verarbeitet werden).

Und die Aussage des Films ist auch eindeutig nicht für jüngere Altersgruppen.
Bis zu einem gewissen Punkt finde ich die Message des Films gut aber mir geht sie doch etwas zu weit.
Man soll sich über Konventionen hinwegsetzten, sich gegen Ungerechtigkeiten einsetzten, jeder Einzelne kann etwas für immer bewirken und das kann somit auch Auswirkungen auf andere haben. So weit so gut – stehe ich dahinter. Aber die Darstellung, dass man für die „richtige Sache“ sein Leben lassen soll und keine Angst davor haben braucht, da der Tod ja nur eine Tür ist, durch die wir gehen, um auf irgendeine Art und Weise wiederzukommen - ganz ehrlich – es ist eine total gewagte Meinung und nichts für noch nicht gefestigte Persönlichkeiten.

Man kann sich den Film anschauen – keine Frage - es ist auch faszinierend, wie die jeweiligen Darsteller ihre vielen Rollen spielen aber man sollte den Film doch kritisch hinterfragen.
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Re: Cloud Atlas

Beitrag  Alice_FrEaK am Mo 26 Nov 2012, 23:43

Ah, auf diesen Thread hab ich schon gewartet. (:
Ich werde aber eventuell ein wenig spoilern, also alle, die den Film noch nicht gesehen, bzw. das Buch noch nicht gelesen haben, sollten meinen Beitrag vielleicht nicht lesen.
Ich hab ihn bis jetzt zwei Mal gesehen und meine erste Reaktion war eigentlich dieselbe wie deine, silvi.
Da ich den Film nicht ausgesucht habe, sondern auf einer Art Geburtstagsparty dort war, dachte ich mir anfangs auch sowas wie 'Verdammt, jetzt stecken die mich in einen dreistundenlangen Film voller Langeweile', wobei meine Laune sich dramatisch gebessert hat, als ich erfahren habe, wer Regie geführt hat!
Als dann aber in den ersten paar Minuten gleich ein paar Nebencharaktere teilweise abgeschlachtet, teilweise ohne Vorwarnung vom Dach geworfen wurden, hab ich auch erstmal ein paar Mal geblinzelt. kicher
Allerdings muss ich silvi recht geben - ab 12 war der auf keinen Fall! Ich bin da zwar eher komisch, da mir nichts in der Art etwas ausmacht, egal wie viel Blut oder Organe über die Leinwand fliegen, aber ein paar meiner Freundinnen haben sich bei diesen Szenen auch mal ganz unauffällig weggedreht.
Zu dem schnellen Wechsel zwischen den Geschichten muss ich aber sagen, dass ich das recht angenehm gefunden habe. Ich lese gerade das Buch dazu, in dem eine Geschichte fast aufeinmal erzählt wird und gerade, wenn es ein paar Geschichten gibt, die einen mehr oder weniger interessieren, zaht sich's dann doch ein bisschen. Das hat mir also eigentlich sehr gut gefallen.
Dass der Film nicht für uns 'Jünglinge' sein soll - wenn wir rein von der Thematik reden, natürlich; sollte jemand kein Blut sehen können, ist eine andere Filmwahl bestimmt kein Fehler - finde ich persönlich nicht. Mich hat der Film wirklich fasziniert und angesprochen. Gerade Somnis Aufstand in der Zukunft hat mich beeindruckt (dass sich die Bediener gegenseitig mehr oder weniger aufessen hat mich übrigens gar nicht soo sehr geschockt, muss ich sagen. Das bin ich jaah schon von Matrix gewöhnt ;D) und war meiner Meinung nach eine der besten Geschichten.

Neben der genialen Thematik ist der Film allerdings allein durch die fantastischen (!) Masken, bzw. das Make-Up, sehenswert! Teilweise musste man sich wirklich anstrengen, um die Schauspieler zu erkennen, bzw. bin ich erst durch den Abspann, bei dem man alle Schauspieler in allen ihren Rollen sieht, über manche Charaktere aufgeklärt worden.
Die Idee allein, einem Schauspieler bis zu sechs Rollen in nur einem Film zuzuteilen finde ich absolut genial und es hatte eine fantastische Wirkung. Mich persönlich hat jaah Halle Berry als weiße Jüdin, mir ist ihr Name entfallen, beeindruckt - dass sie ihre Haut so hell und gleichzeitig so natürlich hinbekommen haben, war toll.
Aber ich mag mich weder auf nur dieses Make-Up von ihr beschränken, noch auf Halle Berry selbst. Die anderen Schauspieler waren, wie gesagt, auch genial geschminkt.
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