Alice Cullen - Auf den ersten Blick

Nach unten

Alice Cullen - Auf den ersten Blick

Beitrag  Gast am Mo 09 Mai 2011, 22:04

Hallo ihr lieben!
Das hier ist meine erste FF überhaupt (naja, FF.... Oneshot, FF, nennt es wie ihr wollt^^) und ich hoffe, ich habe sie einigermaßen hinbekommen ;) Es ist das erste Kapitel + Vorgeschichte+ Anhang aus der Sicht von Alice Cullen, meinem Lieblingscharakter, geschrieben. Ich habe mich sehr um Buchnähe bemüht und darum, dass ich die Charakter glaubwürdig und eben auch so rüberbringe, wie sie im Buch beschrieben werden.
Hoffentlich gefällt euch meine Story, und, bitte, seid nicht ganz so streng mit mir, ja? ;) Es ist, wie gesagt, meine erste FF und natürlich ist sie nicht perfekt.
Ich habe sie zwar mit meiner Betaleserin Rose_fan 4 ever überarbeitet und verbessert, aber Rechtschreibfehlerchen könnten immer noch drin sein, ich hoffe, ihr verzeiht mir ^^
Also dann, viel Spaß beim lesen!



Twilight
Biss Zum Morgengrauen
Auf den ersten Blick- Alice Cullen

Vorgeschichte: Die Vision


Ich saß mit meinen Geschwistern im Auto. Es regnete, wie immer in Forks, sodass das Wasser in Strömen an den Fensterscheiben herunterlief. Wir waren auf dem Weg zur Schule. Oh nein. Für mich war dieser Ort wie meine persönliche Hölle und allein der Gedanke, die nächsten Stunden dort verbringen zu müssen, ließ mich schaudern.
Ich fand es einfach zu langweilig, Tag um Tag dort hinzugehen, mich in den Unterricht zu setzten und einem Mittelmäßig begabten Dozenten beim Reden zuzuhören. Schrecklich. Ich könnte in der Zeit so schön shoppen gehen...Aber leider mussten wir uns das antun, es war halt notwendig, wenn man nicht auffallen wollte. Nicht, dass wir noch etwas Neues lernen würden, aber die Menschen würden es bemerken, wenn wir nicht zur schule gingen.

Ich ließ meinen Blick durchs Auto schweifen. Wir waren jetzt fast da, obwohl Edward, der noch nicht einmal auf die Straße schaute, sondern den Wald betrachtete, an dem wir permanent vorbeifuhren, für meinen Geschmack viel zu langsam fuhr.
Rosalie saß auf dem Beifahrersitz neben ihm- sie spielte mit einer ihrer Locken. Auf de Rückbank saßen Jasper, Emmett und ich.
Ich betrachtete Jasper. Mein Jasper. So vollkommen, so perfekt. Während ich ihn noch anschaute, wandte er den Kopf und blickte mir direkt in die Augen. Sein Blick war voller Liebe und Zuneigung. Ich strahlte ihn an. Jasper beugte sich vor und küsste mich ganz leicht auf die Lippen. Ein angenehme Wärme durchflutete mich, als seine Lippen meine berührten. Es ließ mich meine Umgebung vergessen, ein Gefühl, als würden tausend Wunderkeren in meinem Kopf explodieren, als würde sämtliches Glück der Welt in diesem Augenblick mir gehören. Wir lösten uns von einander und ich sah Jasper überglücklich in die Tiefgoldenen Augen. Sie strahlten, und in ihnen spiegelte sich mein eigenes, ebenfalls glückstrahlendes Gesicht.

Als wir in der Schule ankamen, waren die meisten Schüler schon da. Edward bog auf den Schülerparkplatz und manövrierte den Volvo geschickt in eine Parklücke, die viel zu schmal dafür schien. Wir sprachen nicht, als wir ausstiegen. Es war eine synchrone, anmutige Bewegung, als wir uns alle gleichzeitig erhoben. Wie immer zogen wir die Blicke der Schüler in unserem Umkreis auf uns. Ich war es gewohnt, denn Ich hatte schon zahllose Menschenschulen besucht, aber es war mir immer noch unangenehm. Die Blicke, die uns trafen, waren sehr unterschiedlich, sie drückten verschiedene Gefühle aus. Die einen betrachteten uns mit Unbehagen, Zweifel, Respekt, ja, sogar Angst. Die anderen begegneten uns mit kaum verhohlener Abneigung. Aber etwas hatten sie alle gemeinsam: Sie mieden uns. Das war besser so, besser für sie. Ihr Unterbewusstsein warnte sie vor uns, sagte ihnen, dass wir etwas Übernatürliches waren, etwas, das sie nicht kannten, etwas Gefährliches . Automatisch gingen sie uns aus dem Weg. Das war uns ganz Recht so. Es machte die Sache erträglicher.

Wir gingen aufs Schulgebäude zu. Jasper hatte meine Hand genommen und drückte sie, ich erwiderte den Druck. Es war für Jasper noch am schwierigsten, sich zu beherrschend, er war der jüngste „Vegetarier“ in unserer Familie. Für die Leute um uns herum mochte es so aussehen, als gingen wir einfach nur Hand in Hand, wie jedes gewöhnliche Pärchen. Aber in Wahrheit führte ich Jasper, hielt ihn zurück. Emmet hatte einen Arm um Rosalie geschlungen, sie hatte einen Arm um ihn gelegt. Die beiden stellten ihre Beziehung viel mehr zur Schau als ich und Jasper, aber mir war es egal. Ich war glücklich, obwohl Kunst vor mir lag, das Fach, von dem ich am wenigsten verstand, was es an einer High-School zu suchen hatte. Es hatte gerade gegongt und die Schüler Strömten in die Schule. Es war keine große Schule. Sie sah eher aus, wie eine Ansammlung aus einer Menge baufälligen rotbraunen Ziegelhäusen. Würde vor dem Hauptgebäude nicht das große Schild „Forks High-School“ stehen, könnte man es glatt für eine alte Turnhalle halten. Das die Schule ein sehr großes Gelände hatte, konnte man von der Straße aus nicht sehen, da die vielen großen Bäume die Sicht versperrten.

Wir schlossen uns dem Strom der Schüler an. Im Atrium mussten meine Geschwister und ich uns trennen um zu unseren verschiedenen Kursen zu gehen. „Bis später!“, sagte ich zu Jasper und küsste ihn auf die Wange. Er, Rosalie und Emmett spielten ältere Schüler, Edward und ich die jüngeren. Jasper drückte mir ebenfalls einen Kuss auf die Wange und lächelte mir zu. „Ich hol dich nach Spanisch beim Kursraum ab, okay Alice?“, fragte er. „Wie immer.“, antwortete ich. Ich blickte in seine karamellfarbenen Augen und verlor mich in ihrer Tiefe. Mit aller Gewalt musste ich mich aus dem verschlungenen Strudel aus Gold und Topas losreißen. „Komm schon,Jazz!“, rief Emmett. Jasper grinste mich an und verschwand dann mit Emmet zu seiner Biologie Stunde. Ich schaute mich um. Mit leichtem schrecken stellte ich fest, dass das Atrium sich bereits ziemlich geleert hatte. Ich musste mich beeilen, um nicht zu spät zu meiner erste Stunde zu kommen. Leider konnte ich in der Schule keinen gebrauch von meiner übermenschlichen Schnelligkeit machen. Es wäre ein leichtes für mich, innerhalb von ein paar Sekunden vor dem Kursraum zu stehen, in dem ich Unterricht hatte, auch wenn ich dafür die ganze Schule durchqueren musste. Ein Mensch wurde dafür ein paar Minuten brauchen, ich nur ein paar Sekunden. Es war allerdings viel zu Riskant, ich könnte von einem vorbeikommenden Schüler oder Lehrer gesehen werden und dann würden mir nicht mal meine erstaunlich guten Reflexe etwas nützen, wir würden wieder umziehen und uns in eine schaurige Erinnerung auflösen müssen.

Seufzend machte ich mich , in langsamer menschlicher Geschwindigkeit, auf den Weg zu Kunst.

Es klingelte. Spanisch war vorbei, ich packte meine Sachen zusammen, um mich auf den weg zur Cafeteria zu machen. Es war mal wieder eine langweilige stunde gewesen. Für jemanden, der, wie ich, perfekt Spanisch konnte, war ein Leistungskurs ein Klacks. Als ich aus dem Kursraum verließ, stand Jasper schon vor der Türe. Er zog mal wieder die Blicke aller Mädchen auf sich. Kein Wunder. Mit seiner großen schlanke Figur, dem Honigfarbenen Haar und den Muskelbepackten Armen sah er auch einfach verdammt gut aus. Ich strahlte Jasper an und lief auf ihn zu. Wir begrüßten uns ohne Worte, nur mit einem Blick. Das war unsere Art uns zu verständigen. Gemeinsam machten wir uns auf dem weg zur Cafeteria. Im Naturwissenschaftstrackt lief Jessica Stanley an uns vorbei. Mit ihr hatte ich Hauswirtschaftlehre. Sie warf Jasper im vorbeigehen einen anschmachtenden Blick zu. Ich schnaubte verärgert. So eine dumme Pute aber auch, Was fiel ihr ein? Jasper schaute mich verwundert an, ich nickte zu Jessica, die jetzt mit Angela Weber vor uns ging. Jasper grinste nur und Schüttelte den Kopf. Ich war erleichtert, auch wenn ich von vornherein gewusst hatte, das Jasper NIE etwas mit Jessica Stanley oder irgendeiner anderen anfangen würde. Mein Jasper! Was ihn anging, war ich wirklich sehr besitzergreifend. Aber ich hatte auch lange genug auf ihn gewartet. Jasper spürte, dass ich immer noch wütend war, er nahm meine Hand und beruhigte mich mit seiner Gabe, Stimmungen zu beeinflussen. Eine innere Ruhe nahm mich in Besitz und so kam ich völlig entspannt und zufrieden in der Cafeteria an.

Emmett, Edward und Rosalie saßen bereits an unserem Stammtisch in einer Ecke. Als Jasper und ich durch die Türe traten, sahen sie auf. Ich tänzelte auf den Tisch der anderen zu und zog Jasper hinter mir her. „Hi!“, zwitscherte ich. Edward grinste. "Alice, wie schön, dass du die totbringende Langeweile der Spanischstunde unversehrt überstanden hast." Natürlich hatte Edward in meinen Gedanken gehört, wie ich mich im Unterricht gelangweilt hatte. "Ja, du hast Recht, das ist so eine Zeitverschwendung, aber wie du siehst, weile ich noch unter den Lebenden. Wenn du den Ausdruck entschuldigen würdest", antwortete ich und setzte mich. Edward grinste. „Ich kann dir nicht verdenken, dass du dich gelangweilt hast. Wenn man eine Sprache besser beherrscht als der Lehrer, ist der Unterricht alles andere als aufschlussreich.“ Allerdings, dachte ich. Man möchte den Lehrer am liebsten ständig verbessern. Wieder grinste Edward, dann nickte er ganz leicht, fast unmerklich, mit dem Kopf.

. „He Jasper, dreh dich mal ganz langsam um und guck zwei Tische schräg zum Fenster.“, sagte Emmett unterdrückt kichernd. „Was?“, fragte Jasper verwirrt und dreht sich um. Ich mich ebenfalls. Und was sah ich? Natürlich. Jessica Stanley, die Jasper anstarrte. So eine dumme Pute! Ich warf ihr einen Zornfunkelnden Blick zu. Sie errötete und schaute schnell weg, als sie bemerkte, dass wir alle sie anstarrten. Emmett schnaubte vor Lachen und selbst Edward kicherte. „Idioten“, zischte Jasper, boxte Emmett in die Seite und zog Edward an den Haaren. Edward lachte Und Emmett gluckste: „Letztens ist sie noch bei Edward abgeblitzt, reicht’s ihr denn noch nicht?“ Rosalie stimmte in Emmetts und Edwards Lachen ein, aber ich schmollte. Ich hasste die Vorstellung, Jasper könnte mich wegen einer Anderen verlassen, auch wenn ich ganz genau wusste, dass das nie passieren würde. Und trotzdem war ich schrecklich wütend. Jasper bemerkte es natürlich. „Schschsch, Ally.“, machte er ganz leise in mein Ohr, weil es nur für mich bestimmt war. Ich drehte mich etwas weg, wie ein schmollendes Kind, aber Jasper zog mich in seine starken Arme und drückte mir einen Kuss aufs Haar, was mich besänftigte. Edward, der scheinbar für einen Moment vergessen hatte, meine Gedanken aus seinem Kopf fernzuhalten, hatte sie gehört. Mh. So wütend wie ich gewesen war, musste sie ziemlich laut gewesen sein. Edward hörte auf zu lachen und blickte mich beruhigend an. Dann schüttelte er langsam den Kopf, ich seufzte erleichtert und kuschelte mich in Jaspers Arme.

Am Nachmittag, einige Stunden später, saß ich auf der Fensterbank in meinem Zimmer und starrte hinaus in der regen, der wie üblich über dem Land niederging. Ich fühlte mich seltsam und unwohl. Irgendetwas lag in der Luft. Während ich noch hinaus in die verregnete Landschaft schaute, schob sich plötzlich ein anderes Bild vor mein inneres Auge. Ich hatte eine Vision. Ich sah mich, Edward, Jasper, Rosalie und Emmett in der Cafeteria sitzen. Ein Mädchen kam herein. Es hatte langes, mahagonibraunes Haar, große, schokoladenbraune Augen und rosige Lippen. Sie war blass, trug Jeans und eine rote Bluse. Sie war Umringt von Jessica Stanley, Mike Newton und einigen anderen Schülern. Sie ließ sich an einem Tisch nieder und schaute sich schüchtern um. Hauptsächlich war sie von Jungen umringt. Ihr Blick fiel auf dem Tisch von mir und meinen Geschwistern.. Dann sah ich Edward. Er lag auf einer Wiese. Die Sonne schien, die Knöpfe seines Hemds waren geöffnet, die Sonne brach sich auf seiner Haut, die wie Tausende Diamanten im Licht glitzerte. Und neben ihm lag dieses blasse fremde Mädchen, dass ich noch nie zuvor gesehen hatte, weder mit meinen bewussten Augen, noch mit meinem „Zweiten Auge“

Erschrocken fuhr ich hoch. Was war das denn? Edward? Diese Unbekannte? Was... Wie? Das konnte doch nicht sein! Edward würde doch niemals... Sie war doch ein Mensch! Verwirrt presste ich mir beide Hände auf die Schläfen und versuchte, noch mehr zu sehen, aber ich bekam nichts mehr zusammen. Nur dieses leicht verstörende Bild von Edward und diesem Mädchen. Was sollte ich tun? Sollte ich Edward warnen?

Dann entschied ich mich. Ich würde nichts tun, Die Zukunft konnte sich ändern, sie war Subjektiv. Aber jetzt musste ich meine Gedanken verschließen, Edward dürfte sie nicht lesen, auf keinen fall. Mit einer fließenden Bewegung erhob ich mich von der Fensterbank und ging langsam und in Gedanken versunken zur Tür. Ich wollte ein heißes Bad nehmen, um nachzudenken und mich zu beruhigen. In meinem Kopf herrschte ein einziges durcheinander von Gedanken, aber ich konnte sie nicht ordnen. Was sollte ich bloß tun? Edward von meiner Vision erzählen kam gar nicht in frage. Aber ... warum kam das nicht für mich in Frage? Ich wusste es selbst nicht, wusste nur, dass ich niemandem, davon erzählen wollte. Ich dürfte nicht daran denken, wenn Edward dabei und meine Gedanken nicht sicher waren. In Gedanken versunken machte ich mich auf den weg über den langen Flur zu meinem und Jaspers Badezimmer.

Das Bad war sehr groß und in schlichten weißen und cremefarbenen Tönen gehalten. Es war mit einem riesigen Waschtisch aus Holz mit Doppelwaschbecken, Einem Duschplatz, Einem regal mit dicken weichen Frottierhandtüchern, einem regal mit Kosmetik und Shampoo und einem überdimensional großen Wirlpool ausgestattet. Die Regale waren aus hellbraunem Holz in Treibholzoptik. An der Front, die zum garten zeigte, befand sich ein großes rechteckiges Fenster, von dem man eine Wunderbare Sicht über den Wald, das Tal dahinter, die Berge und den großen Fluss hatte.

Ich ließ das heiße wasser in die Wanne laufen. 80 Grad, meine Lieblingstemperatur. In das Wasser goss ich meinen Badezusatz, Marokkanische Rose. Als das wasser eingelaufen war, zog ich langsam meine Klamotten aus, hängte sie über einen Bügel und ließ mich in die Wanne gleiten. Ich schloss die Augen, dachte nach. Nein, ich würde Edward nicht von meiner Vision erzählen. Und auch keinem anderen, das war besser. Edward würde sich nie auf etwas Derartiges einlassen. Dann verschloss ich sorgsam meine Gedanken.

--------------------------------------------------------------

So, das war das erste cap. Das zweite Folgt.





2. Auf den ersten Blick

Es war wie ein Déjà-vu. Wieder saß ich mit meinen Geschwistern im Auto, wieder regnete es. Wieder holte mich Jasper von Spanisch ab, wieder gingen wir Hand in Hand zur Cafeteria, wieder setzten wir uns zu den anderen. Doch diesmal saß ich angespannt und starr auf meinem Stuhl, Ich blickt Richtung Ausgang, die ganze zeit.

Ich wusste, ich hatte meine Gedanken und meine Gefühle nicht für mich, und Jasper und Edward waren schon auf meine Verstimmung aufmerksam geworden. Also versuchte ich, mein Gedanken auf etwas anderes, unwichtigeres zu lenken, als das fremde Mädchen. Ich übersetzte im Kopf das Vater unser ins Tibetanische. Als ich damit fertig war, machte ich mit Chinesisch weiter und dann mit Russisch. Ich nahm Edward, Emmett, Jasper und Rosalie kaum wahr. Sie unterhielten sich nicht, sie saßen stumm auf ihren Plätzten, Rosalie schlug die Beine übereinander, Emmett starrte eine wand an, Jasper und Edward unterhielten sich scheinbar stumm. Dabei warfen sie mir unsichere, misstrauische Blicke zu. Verzweifelt suchte ich nach einer neuen Möglichkeit, meine Gedanken auf unwichtige Nebensächlichkeiten zu lenken. Mein Hirn schrieb einen Aufsatz über Romeo und Julia.

Dann geschah es. Die Szene aus meiner Vision trat ein. Die Tür der Cafeteria schwang auf und ein Grüppchen von Schülern trat ein, Die Neue in ihrer Mitte. Sie wurde von Jessica Stanley zielstrebig zu einem der runden Esstische geführt, wo sich die Gruppe niederließ.

Das Mädchen schaute sich schüchtern um. Ich bemerkte, dass ich nicht die einzige war, die die Neue anschaute. Als sie zur Tür herein gekommen war, hatten sich sämtliche Schüler in der Cafeteria nach ihr umgeblickt. Logisch, einen neue an eine Schule, die insgesamt 357 Schüler hatte, war so etwas wie ein neues Spielzeug in mitten von alten Bauklötzen. Dem Mädchen schien es jedoch gar nicht so zu gefallen, so im Mittelpunkt zu stehen, sie lief ganz rosa an, machte sich klein und senkte den Blick auf ich Tablett.
Ganz im Gegensatz zu Jessica, die den Umstand, dass alle sie anschauten, offensichtlich ziemlich genoss. Auch Emmett, Edward, Rosalie und Jasper blickten auf, schienen aber nicht so interessiert wie die anderen. Die Schüler um uns herum setzten ihre Mahlzeiten fort, während wir wie immer keinen Bissen anrührten und ich immer nervöser wurde. Ein paar mal schaute ich zum Tisch von dem Grüppchen um Das Mädchen herüber. „Hey Lauren, das ist Bella Swan ...“, schnappte ich einen Gesprächsfetzten auf. Aha, Bella hieß sie also. Und Swan? Das war doch der Polizeichef von Forks, Charlie Swan. Eigentlich sah Bella ganz nett aus .
Einmal begegnete ich ihrem Blick, sie errötete und schaute schnell weg. Ich hörte, wie sie ihre neue Freundin Jessica etwas fragte, doch ich hörte nicht hin, es interessierte mich nicht, ich war zu sehr damit beschäftigt, meinen Kopf mit belanglosen Dingen zu füllen. Ich versuchte so krampfhaft, meine Anspannung zu verbergen, dass es Jasper aufzufallen drohte. Das dürfte nicht passieren. Ich versteinerte mich und starrte an die decke. Auf das Vater unser in verschiedenen Sprachen konnte ich mich nicht mehr konzentrieren, stattdessen dachte ich bloß an eine einen grün- grauen Farbmix und an den Liedtext von einem alten Kinderlied.

Nach ein paar Minuten, Bella und Jessica schauten schon wieder zu uns, hielt ich es nicht mehr aus, ich musste raus hierElegant erhob ich mich. „Ich gehe jetzt.“, sagte ich zu den anderen. „Es wird ohnehin gleich schellen.“ „Okay Alice, bis nachher!“, sagte Jasper, Emmett grinste, Rosalie und Edward nickten mir zu. Dann nahm ich mein Tablett und durchquerte den Raum. Ich spürte den Blick von der Neuen auf mir lasten und Beschleunigte meine schritte, so dass es sich anfühlte, als ob ich schnell tanzen würde. Ich brachte mein Tablett mit dem unberührten Essen weg (was mir einen missbilligenden Blick eier Köchin einbrachte) und verließ die Cafeteria.

An der frischen Luft beruhigte ich mich langsam und die Anspannung ließ nach. Ich ging langsam den Weg zur schule entlang und setzte mich auf dem Schulhof auf eine Bank. Unnötigerweise holte ich mein Mathebuch heraus um mir die Formeln nochmal anzusehen. Ich konnte sie zwar alle perfekt auswendig, dachte aber, dass es auffallen würde, wenn ich nur bewegungslos dasitzen und in die Gegend Starren würde, also „lernte“ ich nochmal die Matheformeln ,wie es jeder gewöhnliche Mensch tun würde. Als es klingelte, machte ich mich erleichtert auf zum Matheunterricht.

Nach der schule stand ich wie immer am Volvo meines Bruders und wartete auf die anderen. Ich war die erste, Rosalie und Emmett kamen aber schon zwischen den einheitlich grauen und schwarzen Regenjacken in Sicht. Hinter ihnen trat jetzt Jasper aus dem Schulgebäude. Ich lehnte am Auto und sah zu ihnen rüber. Ich realisierte, dass Edward gar nicht bei ihnen war. Das war seltsam, sonst kam er meist mit Jasper, aber der kam heute allein auf mich zu. Wir umarmten uns und tauschten einen schnellen leichten Kuss. „Wo ist Edward?“, fragte ich die anderen. „Ich weiß nicht.“, sagte Jasper. „Er ist nicht gekommen, also bin ich allein rausgegangen.“ Ich blickte ein wenig besorgt zum Schuleingang hinüber. „Er wird schon noch kommen, Al“, meinte Emmett unbekümmert und stieg in den wagen, Rosalie hinter sich herziehend.

Jasper folgte ihnen auf die Rückbank, also setzte ich mich nach vorne auf den Beifahrersitz. War mir etwas entgangen? Edward und Jasper waren sonst immer die ersten am wagen, ich die letzte. War ich zu sehr auf Jaspers Zukunft fixiert gewesen? War mir, während ich darauf geachtet hatte, wie Jasper sich schlug, ob er seinen Durst beherrschen konnte, etwas entglitten, das mit Edward zusammenhing? Es schien so. Dann schloss ich die Augen und versuchte zu sehen. Ich sah tatsächlich etwas. Edward schlich um ein Haus herum, das ich nicht kannte. Ich sah sein Gesicht groß vor meinem Inneren Auge. Seine Augen waren pechschwarz und voller hass, sie spiegelten die reine Mordlust wieder. Sie hatten diesen Ausdruck, den Vampiraugen auf der Jagd bekamen. Das Bild änderte sich, Edward war jetzt an einem ganz anderen Ort. Es musste im norden sein, denn es lag Schnee. Er strich durch einen verschneiten Wald.

Mit einem erschrockenen keuchen kehrte ich zurück in die Gegenwart. Ich atmete schwer, war abgrundtief entsetzt. Was war das? Edward wollte ... er... wollte einen Menschen töten? Aber... warum? Was sollte ihn dazu bewogen haben? Edward war doch immer sehr beherrscht! Jasper packte mich von hinten an der Schulter und drehte mich herum. „Alice! Was ist los? Was hast du gesehen?“ Anscheinend war mein kleiner „Ausflug“ in die Zukunft nicht unbemerkt geblieben. Ich blickte nachhinten. Mein Blick musste Bände sprechen, denn mich blickten 3 Paar schwarze Augen misstrauisch und besorgt an. „Alice! Was ist los?“, fragte Jasper besorgt. Eine Welle Gleichmutes schwappte durch das Auto und erstickte meine Panik. Ich konnte nachdenken.

Mein spontaner Entschluss war, den anderen nicht zu erzählen was ich gesehen hatte, da Edward ja scheinbar seine Meinung geändert hatte, er hatte niemanden... niemanden umgebracht. Was also den anderen sagen? Mir kam eine Idee: „Oh, ich hab nur gesehen, dass wir demnächst eventuell besuch bekommen könnten, von anderen Vampiren, Nomaden auf der Durchreise. Nichts Weltbewegendes.“ Jasper ließ meine schulter los und sank zurück in den Sitz. „Achso.“, sagte er, er schien jedoch nicht ganz überzeugt. Zum ersten fühlte er meine innere Stimmung, zum zweite war er mein Seelenverwandter, er kannte mich besser als ich mich selbst kannte. Rosalie und Emmett folgten dem schnellen Wortwechsel mit wachsamen Mienen, waren aber ansonsten still. Das ganze hatte nur 2 Minuten gedauert.

Plötzlich sagte Emmett: „Hey, da kommt Edward!“ Da stellte er fest: „Besonders gut gelaunt sieht der aber nicht aus.“ Emmett hatte Recht. Edwards Gesicht war zum Fürchten. Seine Kohlrabenschwarzen Augen glühten Zornig, er lief schnell, zu schnell, sein Kiefer war versteinert, die Zähne leicht gebleckt. Mir fuhr der Schreck durch die Glieder, als ich ihn so sah. Die Schüler, an denen er vorbeilief, wichen verschreckt zurück und sahen ihm mit ängstlichen Blicken hinterher. Diejenigen, die er versehentlich berührte, zuckten erschrocken zusammen. Edward riss die Autotür auf, ließ sich ohne ein Wort auf den Fahrersitz fallen und startete den Motor. Ohne ein Wort zu verlieren, brauste er vom Parkplatz.Noch ehe wir um die Straßenecke gebogen waren, hatte der Tacho die 80 erreicht.

Emmett, Jasper und Rosalie starrten Edward vollkommen perplex an. „Edward?“, fragte ich zaghaft. „Ist ... Ist alles in Ordnung?“ „Ja.“, stieß Edward zwischen zusammengepressten Zähnen hervor. „Ist etwas passiert?“ „Nein. Alles bestens ,Alice.“, zischte er. Ich schwieg. Wir brausten über den Highway, die Tachonadel hatte die 120 erreicht und Edward gab immer noch Gas.

Da schob sich wieder ein Bild vor mein bewusstes Auge. Edward rannte durch die Wälder, weg von unserem haus, weg von unserer Familie. Er rannte Richtung Alaska.

Dann war es wieder vorbei. Geschockt wandte ich den Kopf zu Edward. Du verlässt uns? Als Antwort auf meine stummen Gedanken nickte Edward langsam. „So sieht es aus. Ich werde für eine weile gehen.“ „Was?“, mischte sich nun Rosalie ein. „Du gehst?“ fragte auch Emmett. „Warum?“ Edward antwortete nicht, er starrte bewegungslos auf die Straße vor uns. Wir schwiegen. In meinem Kopf war ein einziges Chaos von Gedanken und Gefühlen. Was konnte es für einen Grund für Edward geben, zu gehen? Es war, so weit ich wusste, nicht ungewöhnliches vorgefallen. Aber halt... Meine Vision! Was hatte Edward dazu bewegt, etwas Derartiges in Erwägung zu ziehen? Wie dumm, dass ich solche Dinge nicht durch meine Visionen erfahren konnte.

Da Edward die ganze Zeit mit Höchstgeschwindigkeit gefahren, ach was, gerast war, waren wir fast an der 5 Kilometer langen Auffahrt zu unserem Haus. „Edward, Willst du nicht mit Carlisle sprechen, bevor du gehst?“ Edward atmete tief ein. „Ja, das werde ich machen. Ich fahre jetzt direkt zum Krankenhaus.“ Wir waren an der Auffahrt angelangt und Edward stoppte. Edward ließ uns aussteigen, um dann direkt zu fahren. Langsam erhoben sich Rosalie, Jasper und Emmett und stiegen aus, mit zutiefst misstrauischen Blicken. Ich öffnete die Türe, erhob mich und stieg aus. Bevor ich die Tür zuschlug, flüsterte ich: „Du wirst mir fehlen, Edward.“ „Du wirst mir auch fehlen , Alice.“ Ich schlug die Türe zu, Edward ließ den Motor an und brauste davon, ohne sich noch einmal umzusehen.

Ich schloss die Haustüre auf und betrat das Haus. „Alice, ich will jetzt wissen, was das sollte!“, sagte Rosalie in einem genervten Tonfall. Den ganzen Weg hoch zum Haus hatten mich die anderen Gelöchert, aber wie konnte ich ihnen etwas erklären, von dem ich selbst keine, oder kaum eine Ahnung hatte?



-----------------------------------------------------

Also, das wars. Ich hoffe, es hat euch gefallen ! Vielleicht schreibt mir jemand
hier ein Kommie? Ich freue mich über jedes wie ein Schokokeks! kicher
LG
Emily

Gast
Gast


Nach oben Nach unten

Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten