Das Ende - Aus der Sicht von Edward Cullen

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Das Ende - Aus der Sicht von Edward Cullen

Beitrag  edward_cuLLen am Mo 28 März 2011, 14:56

Titel: Das Ende - Aus der Sicht von Edward Cullen
Genre: Drama, Romantik
Hauptcharaktere: Edward Cullen, Bella Swan
Kapitelanzahl: Ein Kapitel
Kommis: Hier die Kommentare abgeben danke <3
Handlung: "Das was ich gerade im Begriff war zu tun, würde uns beiden das Herz brechen. Ich liebte sie, mehr als alles andere auf dieser Welt. Doch es war das Vernünftigste was ich tun konnte." Das Kapitel "Das Ende", aus dem Buch New Moon, von mir in Edwards Sicht geschrieben. Ich hoffe, es gefällt.


Das Ende - Edward

„Komm, wir machen einen Spaziergang“, schlug ich mit unbewegter Stimme vor und nahm ihre Hand.
Bellas Puls schoss in die Höhe. Sie hatte Angst. Ich auch..
Das was ich gerade im Begriff war zu tun, würde uns beiden das Herz brechen. Ich liebte sie, mehr als alles andere auf dieser Welt. Doch es war das Vernünftigste was ich tun konnte.
Ich zog sie zum östlichen Rand des Gründstücks, dorthin, wo es an den Wald grenzte.
Bellas warme Hand versteifte sich in meiner. Sie wollte nicht weitergehen. Um sie nicht zu weit vom Haus weg zu bringen und ihr somit die Möglichkeit zu ersparen, sich unter dem Blätterdach zu verlaufen, ging ich kaum ein paar Schritte in Wald.
Ich drehte mich zu ihr um. Ihr Blick ruhte fragend auf meinem.
Ich lehnte mich gegen einen Baum und starrte sie an.
Ich versuchte, dass meine Miene unergründlich blieb. Im Moment war mir nämlich eher nach schreien und weglaufen…
„Na gut, reden wir“, forderte sie.
Ich holte tief Luft.
„Bella, wir müssen abreisen.“
Sie sah nicht geschockt aus, eher darauf vorbereitet. Wie immer schoss der Ärger durch meinen Körper, da ich ihre Gedanken nicht lesen konnte. Sie war mir immer wieder aufs Neue ein Rätsel.
„Warum jetzt? Noch ein Jahr…“
„Bella, es ist an der Zeit. Wie lange könnten wir noch in Forks bleiben? Carlisle geht kaum für dreißig durch, und jetzt muss er sich schon für dreiunddreißig ausgeben. Wir hätten ohnehin bald wieder neu anfangen müssen.“
Diese Antwort verwirrte sie. Ich sah es in ihren Augen. Sie starrte mich ratlos an.
Ich blickte mit leeren Augen zurück. Ein kalter Blick.
„Wenn du wir sagst…“ flüsterte sie.
„Ich rede von mir und meiner Familie.“ Ich versuchte mich deutlich auszudrücken.
Und die Worte zeigten ihre vorhergesehene Wirkung. Sie schüttelte mechanisch den Kopf und statt der Verwirrung trat blankes Entsetzten in ihre Augen.
Ich wartete geduldig auf ihre Antwort. Am liebsten hätte ich sie in meine kalten Arme genommen und ihr ins Ohr geflüstert: „Du kommst mit. Ich habe dir versprochen dich nie zu verlassen und ich werde es auch nie. Weil ich dich nicht verlassen will. Ich liebe dich.“
Doch ich wusste, dass ich es zu ihrer eigenen Sicherheit tat. Zu ihrem eigenen Wohlergehen. Und dieser Gedanke trieb mich voran.
„Gut“, sagte sie. „Dann komme ich mit.“
Diese Antwort hatte ich befürchtet. „Das geht nicht, Bella. Da, wo wir hingehen… das ist nicht der richtige Ort für dich.“
„Wo du bist, ist immer der richtige Ort für mich.“
„Ich bin nicht gut für dich, Bella.“ Ich gab mir Mühe, die Worte ohne jegliche Reue zu sagen. Ohne ein Seufzen der Unzufriedenheit. Die Sehnsucht bei ihr zu bleiben, war übermächtig groß. Doch ihr Leben, war mir wichtiger, als meine Bedürfnisse.
„Sei nicht albern“, sagte sie flehend. „Du bist das Beste in meinem Leben.“
„Meine Welt ist nichts für dich“, sagte ich und ließ es grimmig klingen.
„Das was mit Jasper passiert ist – das war nichts, Edward! Gar nichts!“
„Hm, man hätte auf jeden fall damit rechnen müssen“, sagte ich resigniert.
„Du hast es versprochen! In Phoenix hast du versprochen zu bleiben…“
„Solange es gut für dich ist“ korrigierte ich sie.
„Nein! Dir geht es um deine Seele, stimmt´s?“, rief sie zornig, doch der flehende Unterton schwang bei jedem Wort mit. Ich dachte für den Bruchteil einer Sekunde nach.
Meine Seele? Ich hatte keine…
„Carlisle hat mir davon erzählt, aber das ist mir egal, Edward. Es ist mir egal! Du kannst meine haben. Ohne dich will ich sie nicht – sie gehört dir schon jetzt!“
Ich starre lange zu Boden. Meine Lippen formten eine gerade Linie. So ein Schwachsinn.
Als ich aufschaute, blickte ich noch kälter. Noch härter.
Ich musste sie verletzten, damit sie mich gehen ließ. Und dafür hasste ich mich.
„Bella, ich möchte dich nicht dabeihaben.“ Ich sagte es langsam, und betonte jedes einzelne Wort.
Dann musterte ich sie mit meinem kalten Blick.
„Du… willst mich nicht… haben?“
„Nein“ brummte ich.
Die Worte hatten ihre Wirkung nicht verfehlt.
„Tja, das ändert die Lage“, murmelte sie ruhig.
Sie glaubte mir. Ich war entrüstet. Nach all der Zeit, wo ich ihr sagte, was ich für sie empfand, schluckte sie diese banale Lüge. Doch so war es vorgesehen. Ich schluckte, holte tief Luft und starrte sie weiter mit unergründlichem, kalten Blick an.
Nach einer Weile, blickte ich in den Wald und sprach: „Natürlich werde ich dich immer in gewisser Weiße lieben. Doch was neulich geschehen ist, hat mir gezeigt, dass ich etwas ändern muss. Denn ich bin… es leid, immerzu etwas vorgeben zu müssen, was ich nicht bin. Ich bin kein Mensch. Ich habe das viel zu lange zugelassen, und das tut mir leid.“
„Nein“, flüsterte sie. „Tu das nicht.“
Ihre Worte trafen mich wie ein Schlag. Doch ich konnte jetzt nicht nachgeben. Ich wollte es nicht tun. Doch es ging nicht anders.
„Du bist nicht gut für mich, Bella“ sagte ich mit einem theatralischen Seufzen.
Sie blickte verletzt. Das war der Blick, den ich erhoffte nicht sehen zu müssen. Doch es war unumgänglich.
Unsere Liebe war doch nur ein gefährliches Spiel auf Zeit. Doch so stark, so wahr, so tief.
„Wenn… wenn du es so willst“, murmelte sie.
Die Worte hallten durch den, nun noch dunkler aussehenden Wald. Ich nickte.
„Aber um einen Gefallen möchte ich dich noch bitten, wenn es nicht zu viel verlang ist“, sagte ich.
Mein Blick weichte einen Moment auf, doch sofort kehrte ich zu meiner kalten Miene zurück.
„Was du willst“ versprach sie bestimmt.
Ich sah sie mit einer unüberlegten Intensität an. So wie ich es etliche Male bevor getan habe. Bei Worten wie „Ich liebe dich.“
Doch diesmal sagte ich, nein befiel ich, nur „Tu nichts Dummes oder Waghalsiges. Begreifst du, was ich sage?“ Sie nickte hilflos.
Dann wurde mein Blick wieder kühl und unnahbar. „Ich denke selbstverständlich an Charlie. Er braucht dich. Pass auf dich auf – ihm zuliebe“ fügte ich kühl hinzu, damit meine Fassade nicht bröckelte. Wieder nickte sie. „Ja“, flüsterte sie.
„Und ich verspreche dir im Gegenzug auch etwas“, sagte ich. „Ich verspreche dir, dass du mich heute zum letzten Mal siehst. Ich werde dich nicht noch einmal einer solchen Gefahr aussetzen. Du kannst dein Leben ungestört von mir weiterleben. Es wird so sein, als hätte es mich nie gegeben.“
Dieses Versprechen kostete mich viel kraft.
Ihre Knie hatten angefangen zu zittern. Ich lächelte sanft.
„Keine Sorge. Du bist ein Mensch – deine Erinnerung ist löchrig wie ein Sieb. Bei euch heilt die Zeit alle Wunden.“
„Und deine Erinnerung?“, fragte sie, drohend zu ersticken.
„Ich werde nichts vergessen. Aber wir… wir finden immer schnell Zerstreuung.“ Ich lächelte. Ein stilles Lächeln das meine Augen nicht erreichte.
Ich ging einen Schritt zurück. „Das wäre dann wohl alles. Wir werden dich nicht mehr belästigen.“
Sie horchte für einen Moment auf. „Alice kommt nicht mehr wieder“, flüsterte sie wehmütig.
„Nein. Sie sind alle fort. Ich bin geblieben, um mich von dir zu verabschieden.“
„Alice ist weg?“, fragte sie ungläubig.
„Sie wollte auf Wiedersehen sagen, aber ich konnte sie überzeugen, dass ein glatter Bruch besser für dich ist.“
Die letzten Worte brachte ich nur leise heraus. Ein Abschied. Dieser Abschied. Noch nie ist mir etwas schwerer gefallen. Dieser Abschied schnürte mir die Kehle zu.
„Leb wohl, Bella“, brachte ich schlussendlich heraus, ohne dass meine Stimme wegbrach.
„Warte!“, rief sie. Sie streckte die Arme nach mir aus und kam auf wackeligen Beinen näher.
Ich umfasste sie bei den Handgelenken und drückte ihre Arme sanft herunter. Dann beugte ich mich vor und gab ihr ein letztes Mal einen Kuss auf die Stirn.
Mit gebrochenen Herzen drehte ich mich um und ließ mein Leben hinter mir zurück.


Zuletzt von Zarina am Mo 28 März 2011, 15:54 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet (Grund : Postzusammenlegung)
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