Kolumne November 2009 - Jacob, der Übergangsmann

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Kolumne November 2009 - Jacob, der Übergangsmann

Beitrag  Gast am Mi 18 Nov 2009, 23:25

Liebe User,

im November gibt es bei uns wieder einmal eine Premiere. Zum ersten Mal hat eine von Euch eine Kolumne geschrieben. Vielen Dank an teaserette und viel Spaß beim Lesen.

Eure Mona

Jacob Black, der Übergangsmann

Egal, ob "Team Edward" oder "Team Jacob", jeder "Twilight"-Fan hat dem November entgegen gefiebert. Endlich flimmern unsere Lieblingsromanhelden wieder in Fleisch und Blut über die Leinwand und wir sind dabei, wenn sich eine der spannendsten Dreiecksgeschichten der jüngsten Vergangenheit entfaltet. In "New Moon" lernen wir außerdem Jacob Black besser kennen, den schüchternen Amerikaner indianischer Abstammung, der im ersten Teil Bella Swan noch zaghaft darum gebeten hat, die Finger von Edward Cullen zu lassen. Einer Metamorphose sei Dank ist Jacob nun so sexy wie nie. Eine Tatsache, die auch Bella bemerkt. Sie fühlt sich stark zu ihm hingezogen. Doch empfindet sie wirklich etwas für den Wolfsjungen oder ist er für sie nur ein Übergangsmann?

Zum besseren Verständnis: Der sogenannte Übergangsmann ist die typische Folge einer schmerzhaften Trennung, die Bella ja zweifelsohne durchlebt. Doch im Gegensatz zu einem neuen Haarschnitt und dem übermäßigen Konsum von Eiscreme, ebenfalls typische Reaktionen auf eine Trennung, die nur der Protagonistin allein schaden würden, stehen bei einem Übergangsmann-Szenario auch die Gefühle des anderen auf dem Spiel. Er ist der Mann zwischen zwei Beziehungen oder so lange aktuell, bis der Verflossene zurückkehrt. Und hier kommen wir auf die Geschichte von "New Moon" zurück. Denn genau so bricht Bella dem unschuldigen Jacob das Herz. Er liebt sie nämlich aufrichtig. Jetzt höre ich Team Jacob schon lauthals rufen: „Jacob kann nicht der Übergangsmann sein! Er und Bella gehören einfach zusammen!“ Doch meiner Meinung nach, ist er in einer Welt, in der Edward Cullen existiert auf diese Rolle festgelegt, auch wenn er nicht dem Prototypen eines Übergangsmannes entspricht.

Alle Anzeichen deuten darauf hin. Die Zeit, die sie vorher mit Edward verbracht hat, Wochenenden, Nachmittage, freie Tage, verbringt Bella mit Jacob, nachdem sie endlich wieder aus ihrem Wachkoma zu sich kommt, in dem Edward sie zurückgelassen hat. Doch sie weigert sich, Jacob gegenüber ernsthafte Gefühle zu entwickeln und zuzugeben. Ja, da ist etwas zwischen ihnen, etwas Besonderes. Aber das würde sie sich nie eingestehen. Denn sie liebt Edward immer noch abgöttisch. Sie fliegt nach Italien, um ihn zu retten. Und sie unternimmt die waghalsigsten Dinge, um seine Stimme zu hören. Hinzu kommt, dass Edward und Jacob auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben. Edward ist der große, dünne, blasse Junge mit der bronzefarbenen Wuschelfrisur, im gleichen Alter wie Bella. Er gibt sich elegant, höflich und hat seine Gentleman-Manieren aus längst vergangenen Zeiten mitgebracht. Jacob hingegen ist indianischer Abstammung, schwarzhaarig, muskelbepackt und charmant durch seine freche, saloppe Art. Er ist jünger als Bella und während Edward einen ausgeprägten Sinn für Literatur und Musik hat, besticht Jacob mit praktischeren Kenntnissen über Motoren.

Natürlich käme für Bella Swan auch nicht jeder als Übergangsmann in Frage. Nehmen wir Mike, der nach Edwards Abgang sofort seine Chance wittert: Er beißt auf Granit. Bella beachtet ihn einfach nicht. Schon nach Edwards Abreise hätte sie sich problemlos mit Mike ablenken können, anstatt Monate zu warten, bis sie auf Jacob trifft. Aber Mike ist weder Werwolf noch Vampir, eben ein ganz normaler Bursche. Also viel zu langweilig für unsere Heldin. Sicher, man könnte sagen, dass Bella einfach mehr für Jacob empfindet. Was sie miteinander verbindet ist, dass sie sich schon immer, ohne über romantische Gefühle nachzudenken, in der Gegenwart des anderen wohl gefühlt haben.

Irgendwann wird dann mehr daraus. Wieder sehr typisch für das Phänomen Übergangsbeziehung: Man tröstet sich mit einer anderen Person über den geliebten, verlorenen Menschen hinweg. Meist ist das dann nichts Ernstes. Oft fühlt man sich danach frei, frei von der Übergangsbeziehung und frei vom Trauern um die verlorene große Liebe. Nur die Übergangsperson bleibt verletzt auf der Strecke.

Ja, es klingt sehr danach, als ob Bella diesen Weg ginge. Schließlich will sie nur mit ihm befreundet sein, ohne je klarzustellen, dass nie mehr aus ihnen werden kann. Sie nimmt ihn zum Beispiel mit auf einen Kinobesuch mit Mike, was für Jakob wie ein erster Schritt in Richtung Date wirkt. Letzten Endes verletzt sie ihre Sonne, wie sie Jacob nennt, mit ihrer Abreise nach Italien dann aufs Heftigste. Trotzdem kann sie nicht anders. Fazit: Jacob ist also nur der Übergangsmann. Das wäre sicherlich richtig, wenn Bella ein normales Mädchen wäre.

Aber Bella ist kein normales Mädchen. Angenommen, sie würde einige Zeit ohne Unfälle verbringen und sie würde aufhören, Edwards Stimme zu hören. Dann würde sie sich immer mehr in Jacob verlieben. Irgendwann würde sie sich dann ihre Gefühle für ihn eingestehen, nach Jahren, in denen sie nichts von den Cullens gehört hat. Jacob, schon immer verliebt in sie, würde sie sofort in seinen offenen Armen empfangen. Die beiden würden wahrscheinlich ganz lange zusammen bleiben. Bella wäre nicht mehr auf der Suche, die eine große Liebe hat sie ja schon erlebt und viele Dates sind eh nicht ihr Ding. Somit käme es nicht in Frage, ihre Beziehung zu Jacob zu beenden. Hinzu kommt, dass Charlie, dessen Meinung Bella wichtig ist, während er Edward verflucht, große Stücke auf Jacob hält Auch Billy mag Bella und kennt sie von klein auf. Bella hat Jacobs Freunde gern, fühlt sich wohl in seinem Zuhause. Warum sollte sie also diesen Mann verlassen, der ihr gefällt und mit dem sie glücklich ist?

Doch Edward kommt zurück und Jacob scheint vergessen, sobald sie in Edwards Armen liegt. Romantische Gefühle, langsam gewachsen, sind plötzlich wie ausgelöscht. Jacob mag zwar nicht der typische Übergangsmann sein, denn mit dem bleibt man schließlich nie lange zusammen, aber er spielt wie eh und je nur die zweite Geige. Für ihn scheint das jedoch allemal besser zu sein als sich nur als eine einzelne, kleine Station im Leben der Bella Swan zu betrachten.


Zuletzt von Mona am Fr 19 Feb 2010, 23:16 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

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Re: Kolumne November 2009 - Jacob, der Übergangsmann

Beitrag  Gast am Fr 05 März 2010, 16:51

Auch wenn diese Kolumne schon von vielen vor mir gelesen und bewertet wurde, schreib ich meinen Senf dazu jetzt mal hier rein Very Happy .

Vielen lieben Dank noch dafür!! Toll geschrieben und das Thema beschäftigt mich schon lange !
Auch wenn es hart ist - und ich möchte betonen, dass ich sie wirklich sehr mag! - aber Bella wird für mich in dieser Angelegenheit doch immer etwas egoistisch sein. Klar, sie hat Jake nach der Trennung von Edward viel zu verdanken, immerhin hat er sie quasi "wieder ins Leben zurückgeholt", aber ihn einfach links liegen zu lassen, nachdem Edward wieder da war, ist schon mies. Der Witz ist, dass ich 100%ig zum TEAM EDWARD gehöre und der Meinung bin, dass die beiden eines der Traumpaare schlechthin sind, ich es aber trotzdem gemein finde Jake gegenüber Very Happy .

Gut, ist ja nicht so als würde Bella das nicht selber einsehen, immerhin macht sie sich ja in ECLIPSE selber ganz schön fertig deswegen. Aber Bella möchte Jacob ja auch als Freund nicht verlieren, also ist er vielleicht nicht DER Übergangsmann schlechthin. Und weiter als mit Edward ist sie ja auch nicht gegangen .
Zudem hat Bella ja auch einen Hang zum Übernatürlichen, weshalb Mike nie und nimmer Glück bei ihr gehabt hätte.

Also, geniale Kolumne ! Wirklich sehr treffend.

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Re: Kolumne November 2009 - Jacob, der Übergangsmann

Beitrag  daylight am Sa 06 März 2010, 19:27

Prima, dass Du Deinen "Senf" dazugibst. Mir ist dieser Beitrag bisher "durchgegangen". Ich finde ihn auch sehr treffend. Auch ich teile Deine Meinung, es kann gar nicht anders sein, als dass Bella und Edward wieder zusammenkommen. Jacob hat sein Glück versucht, doch bei einer so grossen Liebe kann es für ihn keine Hoffnung geben.
Jedoch glaube ich nicht, dass Bella aus Egoismus handelt. Sie klammert sich einfach an den sympathischsten "Strohhalm" der sich ihr bietet. Wäre Edward nicht zurückgekommen, hätte vielleicht eine Chance bestanden, dass Bella und Jacob zusammenkommen. Aber es ist ja zum Glück gut ausgegangen. Sehr fröhlich
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Re: Kolumne November 2009 - Jacob, der Übergangsmann

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