Biss zum letzten Ende

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Biss zum letzten Ende

Beitrag  Gast am Fr 18 Dez 2009, 23:59

Hinweis: Es ist die Fortsetzung meiner ersten Geschichte Biss zum letzten Vollmond und daher würde es sich lohnen die erste Geschichte zuerst zu lesen, da es sonst an manchen Stellen schwer fallen könnte zu folgen.
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Hier könnt ihr eure Kommentare zu meiner FF machen. Ich freu mich etwas von euch zu lesen.
Und kommt mich doch gleich mal auf meiner Homepage besuchen.



Lieber Jacob…

Es tut mir leid, dass ich so lange nicht mehr in La Pusch war, doch die Trauer und die Sehnsucht nach dir nahmen kein Ende. Ich bin viel gereist, habe versucht Zerstreuung zu finden und den Keim der Schmerzen etwas zu unterdrücken, doch ich sah immer nur dich, immer nur dein wundervolles Gesicht wie du lachend um die Ecke kommst und mich in deine Arme schließen willst. Nur leider ist es nichts als Einbildung, ein Wunschdenken denn du wirst mich nie wieder in deine Arme schließen, mir nie wieder sagen dass du mich liebst.
Du fehlst mir Jacob und ich habe das Gefühl innerlich daran zu verbrennen ohne dich sein zu müssen. Seit dem Tage an, da wir von dir getrennt wurden hat sich vieles verändert. Emmett ist nicht mehr er selbst, er vermisst dich auch sehr auch wenn er es versucht zu unterdrücken und nicht so zu zeigen, so ist es doch sehr auffällig. Er ist, man könnte fast sagen erwachsen geworden. Und Mumm und Dad, naja du kannst dir ja sicher denken, wie sie sich fühlen. Ich war so viele Male von dir getrennt, doch ich wusste immer dass du irgendwann wieder bei mir bist, dass ich dich irgendwann wieder in den Armen halten kann, deinen Duft riechen kann.
Es heißt immer dass die Zeit alle Wunden heilt, doch das sehe ich nicht so. Es ist viel Zeit vergangen seit dem Tag an da wir deine Seele mit Taha Aki zusammen gebracht hatten und noch immer schmerzt es wie ab den ersten Augenblick auf der Wiese.
Sind es heute wirklich schon vierzehn Jahre? Ich sehe deinen Blutverschmierten Körper vor mir als sei es erst gestern her gewesen.
Leah macht sich im Übrigen wirklich gut als Rudelführerin, sie bemüht sich dass alles ihren Weg geht. Doch das Rudel ist viel zu Hause, es gibt nichts für sie zu tun seit Aro tot ist. Jasper hatte Recht als er sagte dass Ciaus und Marcus ohne ihn keine Gefahr dar stellten würden.
Und Lilli… Ja was soll ich dir zu Lilli schreiben?
Sie ist jetzt eine von uns, genau genommen seit zwei Jahren und du würdest sie lieben Jake. Ihre Gabe, für jeden von unnützer Art macht sie Glücklich. Sie hält das Haus ein wenig auf mit ihrer unbeschwerten Art. Sie ist meine Freundin, meine beste Freundin. Sie wird mich nachher, wenn ich den Brief zu dir bringe begleiten damit ich in dieser schweren Zeit nicht alleine bin. Man könnte sagen es war Fügung, dass sie vom Baum gefallen ist und sich so schwer verletzt hatte. Es klingt egoistisch, aber ich will nie wieder ohne sie sein müssen. Rosalie ist fast wahnsinnig geworden als Alice mit ihr hinein gelaufen kam und Lilli über all voller Blut war. Es stand nie zur Debatte dieses Kind sterben zu lassen, weder für Mumm und Dad noch für einen anderen aus der Familie.
Du hättest deinen Spaß mit Lilli gehabt mein Schatz das weiß ich genau. Sie schafft es sogar, dass sich hin und wieder ein Lächeln auf meinen Lippen bildet.
Ich kann mich nur immer wieder bei dir endschuldigen, dass ich so viel Zeit brauchte um zu dir zu kommen, du dachtest sicher ich hätte dich vergessen, doch sei gewiss… Ich werde dich nie vergessen…NIEMALS.
Ich liebe dich Jacob für immer. Auf ewig im Leben, auf ewig im Sterben, auf ewig beisammen… Das habe ich nicht vergessen.

Deine dich liebende, achtende und vermissende Frau
Renesmee

Langsam legte ich den Stift bei Seite und faltete das Blatt Papier zusammen um es dann mit einem roten Schleifenband zu umwickeln. Tränen liefen mir wieder über die Wangen, wie so oft wenn ich an Jacob dachte. Ich griff nach dem weißen Luftballon der an meinem Stuhl befestigt war damit er nicht weg flog und ging aus meinem Zimmer. Lilli wartete bereits in der Wohnstube und unterhielt sich mit dem dicken schwarzen Kater den sie gefunden hatte als sie auf der Jagd war. Dieses Tier stand vollkommen unter ihrem Schutz, er war ihr kleiner Gefährte und genoss ihrer Nähe genau so wie sie die seine. Er war hässlich, am Ohr fehlte ein Stück, und eine runzlige Narbe zeichnete sich über seiner kleinen Nase ab. Er humpelte. Dennoch liebte Lilli ihn und er, so merkwürdig es auch war hatte keine Angst vor uns. Sein innerer Impuls riet ihm nicht davon zu laufen, aber vermutlich hatte er bereit viel Schlechtes in seinem Leben erlebt. „Nein Luke du kannst nicht mitkommen, wir sind viel zu schnell für dich. Bleib hier und ruh dich aus.“, hörte ich sie sagen als ich die Treppe hinunter kam. Mit einem breiten Lächeln blickte sie zu mir auf. „Er will unbedingt mitkommen dieser dicke sture Kater.“, lachte sie und auch ich zwang mir ein kleines Lächeln ab. „Beim nächsten Mal Luke.“, sagte ich und tätschelte dem dicken Tier den Kopf. Sagt man nicht immer man soll mit dem Essen nicht spielen? dachte ich doch es stand außer Frage, dass Katze nicht gerade die beste Wahl für eine Mahlzeit war. Was auch der Grund war warum Luke ihn solch einem Haus überlebte. Lilli gab Luke noch einen Kuss auf sie feuchte Schnauze und erhob sich elfenhaft vom Sofa um mir hinaus zu folgen. „Laufen wir oder nehmen wir ein Auto?“, fragte sie mich, doch mir war nicht nach Autofahren, ich wollte beim Laufen noch ein wenig Ablenkung erlangen und mich auf mein Vorhaben vorbereiten. „Wir laufen“, antwortete ich also knapp. Lilli war meine Launen gewohnt, sie sagte nie etwas darüber dass ich nicht Lachte oder mich oft zurück zog, für sie war es normal und sie stand mir zur Seite wenn ich sie brauchte. Bevor wir im Wald verschwanden, drehte sie sich noch einmal um und winkte dem dicken Kater, der bereits auf der Veranda saß um sie zu verabschieden und ihr mit einem klagenden Blick nach zu sehen. „Jetzt sei doch nicht so Luke!“, rief Lilli lachend, dann rannten wir los.
Es tat gut den Wind in den Harren zu spüren und einfach nur zu laufen. Zu vergessen wohin wir liefen war leider nicht so leicht und der Weg auch viel zu kurz. Es gab keine Grenzen an die wir uns zu halten hatten, keine unsichtbaren Linien die wir nicht überschreiten durften und so erreichten wir La Push schnell, viel zu schnell.

Noch bevor ich mit den Füßen den Sand berühren konnte hielt ich abrupt inne, mein Mut zum Wasser zu gehen hatte mich verlassen. Wie war ich nur zu der absurden Idee gekommen das vierzehn Jahre reichen würden? Ich kann das nicht, ich schaff dass nicht, dachte ich immer wieder. Ich war mir sicher ich würde unter Schmerzen zusammen brechen ehe ich die Hälfte des Strandes überquert hätte. Unschlüssig was ich tun sollte stand dich schweigend da, Lilli nicht an meiner Seite. „Nessie?“, flüsterte sie leise und griff nach meiner Hand. Ich fühlte gleich wie die Spannung von meinem Körper wich. „Du schaffst das Renesmee ich bin an deiner Seite“ Sie schenkte mir ein umwerfendes Lächeln und drückte meine Hand ein bisschen fester. Ich atmete tief ein. Ließ die Luft ein paar Sekunden in meinen Lungen verweilen und atmete dann wieder tief aus. Noch einmal holte ich mir Mut indem ich in die großen goldenen Augen meiner Freundin sah. Langsam setzte ich einen Fuß vor den anderen und ging in steifen Schritten in Richtung Wasser. Es kam mir vor als würde ich mich auf der Stelle bewegen, als würden wir kein Stück weiter kommen, bis endlich das kühle Nass meine Knöchel berührte. „Siehst du… Es war ganz leicht.“, flüsterte Lilli und wollte meine Hand los lassen, doch ich ließ sie nicht. Ich glaubte umzukippen wenn ich an ihr keinen Halt mehr finden würde. „Bitte.“, flehte sich sie leise an und deutete mit dem Kopf auf unsere ineinander verschränkten Finger. Verständnisvoll nickte sie und richtete ihren Blick wieder auf das sich bis zum Horizont ausgebreitete Wasser. Eine kurze Zeit folgte ich ihrem Blick, dann kniete ich mich ins feuchte Nass und holte den Brief aus meiner Tasche um den das rote Schleifenband gebunden war. Ich befestigte es an dem Band, welches den weißen Ballon fest in meinen Händen hielt und strich noch einmal sanft über das Papier. „Ich liebe dich.“, hauchte ich und ließ den mit Helium gefüllten Ballon in die Lüfte steigen. Tränen liefen mir heiß über die Wangen, brannten sich in meine Haut. Das Gefühl, an der Stelle zu sein, wo wir Jacob ins andere Reich haben geleiten, war noch stärker als erwartet. Schuldgefühle machten sich in mir breit, Schuldgefühle weil ich so lange nicht bei ihm war, weil ich nicht einmal versucht hatte weiter zu leben, insofern ich das tat, weil ich versucht hatte ihn zu vergessen. „Erzähl mir von ihm.“, hörte ich Lillis leise Stimme in meinem Kopf. Erschrocken blickte ich zu ihr auf. Wieder wurden ihre vollen Lippen von einem sanften Lächeln umspielt und die Wärme in ihren Augen strahlte unendliche Liebe aus. Lilli war das gütigste Wesen, das je unter uns gelebt hatte. Sie hatte für alles Verständnis, wurde nie sauer und fand immer den richtigen Weg jemanden Trost zu spenden. „Ich weiß nicht ob ich…“ begann ich meine abwehrende Antwort zu formulieren, doch sie schüttelte nur mit ihrem Kopf. „Du musst Renesmee. Sperr ihn nicht länger aus deinem Leben. Rede über ihn, erzähle von seiner Güte, seinen Taten und von deinen Gefühlen. Es wird dir besser gehen, vertrau mir.“ Natürlich vertraute ich ihr, wie sollte man auch anders können? Sie war die reinste und gütigste Person die es gab. „Er war schon immer da, seit dem ich meinen ersten Gedanken denken konnte, so erinnere ich mich auch an Jacob.“, begann ich mit trauriger Stimme meine Erinnerung an Jacob für Lilli zu öffnen. „Das erste Mal nahm ich seine Stimme war, da befand ich mich noch in dem dunklen und engen Mutterleib meiner Mutter. Er klang besorgt und traurig, doch seine genauen Worte verstand ich nicht. Du wirst sterben… Es tötet dich…umbringen… all die Worte die ich war nahm waren gedämpft von den Wänden meiner Schützenden Höhle.
Ich begriff zu dem Zeitpunkt nicht, dass ich der Grund war über den sich die Stimmen aufregten. Wieso glaubten sie dass ich meiner Mutter, meiner Götting weh tun würde? So gut es ging versuchte ich mich um so größer ich wurde nicht zu bewegen, damit ich sie nicht verletzte, doch ich konnte es nicht verhindern, dass sie schmerzen hatte. Doch umso größer ich wurde, so deutlicher konnte ich die Stimmen hören, konnte hören dass sie mich hassten. Alle außer meiner Welt, meine Göttin, meine Mutter. „Es bringt dich um, Bella. Sieh dich doch an“, hörte ich die Traurige Stimme wütend und ängstlich rufen. Tu ich nicht dachte ich, doch niemand ging auf meine Gedanken ein. Wenige Tage vergingen, doch der Platz in meinem kleinen Universum wurde immer beengter und erdrückte mich. Ich fühlte mich schwach und elendig, hatte Hunger und Durst, doch bekam ich nicht das was ich brauchte. Immer wieder brach ich meiner Mutter durch die kleinsten Bewegungen Rippen und fügte ihr schmerzen zu. Ich litt unter der Situation, dass ich nichts ändern konnte. Wie durch ein kleines Wunder, ging es mir mit einem Tag besser, ich konnte von den Stimmen der Außenwelt hören, dass sie einen Weg gefunden haben mich und auch meine Göttin zu ernähren. Auch meiner Mutter schien es besser zu gehen, denn ich konnte sie lachen hören, konnte hören wie sie fröhlich Lieder für mich sang und ich konnte die schönste Melodie hören, die es für mich gab. Das starke kraftvolle Schlagen ihres Herzens. Leider wurden meine Kräfte immer stärker und ich verletzte sie immer mehr.
Ich wollte ihr nicht weh tun, ich liebte sie. Plötzlich wurde es eng, es schien mich zu erdrücken und zerquetschen. Aus Reflex streckte ich meinen Körper, was ich in Sekundenschnelle bereute, denn ich hörte wie die Knochen meiner Göttin brachen.
Gegen mein Handeln versuchte ich mich aus der Dunkelheit zu befreien, es war als würde mein Körper ohne mein Einverständnis handeln aus einem tiefen Instinkt heraus. Ich konnte hören, dass es um mich herum hektisch wurde und ich konnte die lauten Stimmen hören, die meine Mutter anflehten nicht auf zu geben. Eine Stimme hörte ich besonders laut, die bettelte das Mumm nicht aufgab. „Du hast es versprochen Bella, du wirst leben.“, hörte ich die Stimme flehen. Und dann wurde alles ganz Hell. Das Licht blendete mich, doch nach wenigen Sekunden konnte ich eine Gestalt erkennen die mich liebevoll ansah. Ich sah in ein paar goldene Augen die wunderschön waren. Um mich herum war es kalt und ungemütlich, ich sehnte mich wieder nach meiner Schützenden Höhle als ich die Stimme des Mannes mit den Goldenen Augen etwas sagen hörte „Renesmee“, flüsterte sie. Im Augenwinkel sah ich das sich etwas Bewegte, und als ich vorsichtig über meine Schulter blickte, sah ich eine Frau, sie lag in ihrem Blut und streckte die Arme nach mir aus. „Lass mich… Gib sie mir.“, krächzte sie. Als ich in die Arme der Frau gelegt wurde, war es wie ein neues Leben, ich fühlte mich so geborgen, wie in meiner schützenden Höhle, die Seidige Haut auf der ich lag roch wie tausend Blumen und die Augen in die ich blickte, gaben mir unendlich viel Liebe. „Renesmee.“, flüsterte die schöne Frau in dessen Armen ich lag, die Göttin die mich schützend hielt. „So wunderschön.“
Ich konnte die liebliche Stimme der Göttin kaum noch wahr nehmen, denn der betörende Duft ihrer Seidigen Haut zog mich magisch an. Wie aus einem Reflex heraus biss ich zu und wurde sogleich aus den warmen Armen meiner Mutter gerissen. „Nicht.“, sprach der schöne Mann dessen Stimme ich sofort wieder erkannte in einem lieben Ton zu mir. „Worauf wartest du noch?“, hörte ich eine andere Stimme und suchte nach ihr, da war er, er sah anders aus als der Mann mit den goldenen Augen, er war braun und sein Gesicht lag voller Leid. „Wirf sie aus dem Fenster.“, sprach er voller Zorn. Meinte er mich? Wollte dieser Mann wirklich mich aus dem Fenster werfen mich nicht haben? Ich verstand das alles nicht, was konnte ich getan haben das sein Blick so voller Abscheu lag? „Gib sie mir.“, hörte ich eine andere mir bekannte Stimme „Gib mir das Baby Edward ich werde mich um sie kümmern.“ Edward? Der Mann mit den goldenen Augen hieß Edward, er war der den meine Göttin liebte er war mein Vater. Liebevoll reichte er mich in die Arme der blonden Frau welche sich mit mir davon machte um mich in eine warme Decke zu wickeln und mir ein Fläschchen mit roter köstlicher Flüssigkeit zu geben. Lange vernahm ich laute von oben, bis ich die leisen schlurfenden Schritte auf der Treppe war nahm. Gerade als die Schritte lauter wurden, nahm mir der blonde Engel meine Flasche weg und hob mich an um mir ihre Wange an mein Gesicht zu schmiegen.
Ich konnte wieder den braunen großen Jungen sehen, wie er mich voller Hass ansah, eine kurze Zeit stand er da, bis sein Blick auf eigenartige Weise weich und liebevoll wurde. Er strahlte mich an, schenkte mir so viel durch seine großen braunen Augen.
Ich konnte mich in ihnen spiegeln und sah zum aller ersten Mal mein eigenes Gesicht wie ich ihn forschend ansah. Ich kann es nicht erklären, doch in dem Augenblick in dem ich ihn, seine großen dunklen Augen sah, die mich mit Liebe und Freude ansahen, wusste ich dass ich immer an seiner Seite bleiben würde.“ Lilli unterbrach mich während meiner Erzählung kein einziges Mal. Gebannt und mit Faszination über mein Endstehen zog sie jedes gesprochene Wort in sich auf. Erst als ich inne hielt, bewegte sie sich wieder, aber nur um mir eine von vielen Tränen aus dem Gesicht zu wischen. „Das ist sehr schön. Das alles.“, murmelte sie leise. „Wie ging es weiter?“ Langsam schüttelte ich den Kopf. „Ich werde es dir erzählen Lilli aber nicht jetzt. Ich bin müde und möchte mich ausruhen. Das heute war sehr anstrengend für mich.“ Wie sollte es auch anders sein? Lächelnd stand sie auf und zog mich mit sich. „Dann ein anderes Mal“, stimmte sie mir lachend zu. Ihr Lachen erwärmte mich, es war wie die Sonne die aufging nach einer kalten dunklen Nacht.

Wir rannten den Weg nach Hause nicht ganz so schnell wie bei dem Hinweg. Im Augenwinkel konnte ich sehen, dass Lilli mich beobachtete. Das Wort „Neugier“ stand ihr auf die Stirn geschrieben, dennoch wusste ich dass sie mich nie mit ihren Fragen löchern würde. „Danke“ Mit hochgezogenen Augen sah Lilli mich an. „Wofür?“ „Dafür das du mit gekommen bist. Allein hätte ich das nicht geschafft.“ Ein Engelslachen brach aus Lillis Kehle und sie verringerte ihr Tempo noch ein bisschen. „Renesmee, bedanke dich nicht für Selbstverständlichkeiten.“ Für sie waren es Selbstverständlichkeiten, für sie war immer alles selbstverständlich. Doch ich wusste dass ich niemand anderes hätte fragen können, sie vermieden es Jacobs Namen in meiner Nähe zu nennen und hofften, somit sei mein Schmerz erträglicher. „Nessie?“, Lilli sah mich mit ihren Ich-hab-dich-lieb-Augen an. „Du wirst es mir doch erzählen oder? Also alles?“ In meiner Kehle bildete sich ein fester harter Klumpen, den ich kaum hinunter würgen konnte. Ein Versprechen durfte nicht gerochen werden. „Alles.“, murmelte ich und bereute es sofort wieder. Ich war mich nicht sicher, ob ich es verkraften würde die ganzen Erinnerungen, die ganzen Gefühle noch einmal zu durchleben. Ich wurde wieder schneller, flog durch den Wald Richtung Forks. Forks. Es war riskant so früh wieder hier her gezogen zu sein, doch Mumm wollte es so sehr. Sie glaubte es würde mir helfen wieder an dem Ort zu sein an dem alles begann, sie glaubte seine „Nähe“ würde meinen Schmerz lindern. Doch so war es nicht, die ersten Tage waren ein Albtraum für mich, an jeder Ecke sah ich ihn, hinter jedem Baum konnte ich ihn lachen hören. „Komm Nessie oder hast du kein hunger?“, zog er mich immer auf, wenn er schneller war als ich. Ich hatte wieder angefangen mein Fenster auf zu lassen in der Hoffnung er würde kommen. Aber natürlich kam er nicht. Nach einer Weile hatte ich mich an meine neue alte Heimat gewöhnt und die Stimmen wurden leiser und leiser bis sie gänzlich verstummten. Mein Fenster jedoch stand immer noch auf. Als wir das Haus erreichten saß Onkel Emmett auf der Veranda neben ihm der dicke Luke. „Wo wart ihr?“, fragte Emmett uns als wir aus dem Wald auf die Wiese vorm Haus traten. „Ich hab mir Sorgen gemacht.“ Ich schenkte ihm ein kleines Lächeln und gab ihm einen leichten Kuss auf die Wange um seine Sorge zu entschädigen. „Wir waren bei Jacob.“, trällerte Lilli ihm voller Freude darüber, dass ich diesen Schritt endlich gemacht hatte entgegen. Misstrauisch beäugte Emmett mich mit gerunzelter Stirn. In seinem zuvor ernsten Blick lag plötzlich viel Trauer. „Wie geht es dir?“, sanft strich er mir eine verirrte Haarsträhne aus dem Gesicht. „Es geht schon.“, murmelte ich. „Ich hab Lilli ein wenig erzählt.“ Ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen als er Lilli, die bereits leise mit Luke tuschelte einen Blick zuwarf. „Ich werde jetzt Duschen gehen, und dann werde ich schlafen. Wenn Mumm und Dad nach Hause kommen, sag ihnen ich hab sie lieb.“ Noch einmal drückte ich Emmett einen Kuss auf die Wange, Lilli verabschiedete ich nicht, sie würde ohnehin irgendwann in mein Zimmer kommen, dachte ich. So war es immer. Sie langweilte sich wenn ich schlief weil sie niemanden hatte mit dem sie sich austauschen konnte. Und nach dem ich ihr versprochen hatte ihr mehr über Jacob zu erzählen, wusste ich dass sie nun noch anhänglicher sein würde als sie es ohne hin schon war. Langsam schlich ich die Treppe hoch und ging ins Badezimmer. Ich ließ meine Kleidung vom Körper gleiten und stellte mich unter das heiße, dampfende Wasser. Die Wärme tat gut, sie wusch den Frust von mir und legte eine angenehme Ruhe um mich. Wie gebannt starrte ich die weiße Decke an und ließ das Wasser einfach über meinen Kopf laufen. Ich atmete tief ein und schloss meine Augen. Ruhe. Es war ein Gefühl von Freiheit, einen kleinen Augenblick, auch wenn es nur eine Sekunde andauerte war ich glücklich. Die Wärme, die meinen Körper entlang lief, hinterließen kleine Schauer auf meiner Haut. Und dann war das Gefühl des Glücks vorbei. Vor meinem Inneren Auge sah ich ihn, wie er mir gegenüber stand und mich anlächelte. „Ich liebe dich“, flüsterte seine raue leise Stimme und der Duft seines Atems schlug mir ins Gesicht. Erschrocken riss ich mein Augen auf. Und er verschwand wieder. Wie hypnotisiert stieg ich aus der Duschwanne und schlang mir ein Handtuch um die Hüften. Ein Blick in den Spiegel verriet mir, dass ich weinte. Mein Körper war von dem heißen Wasser noch so erhitzt dass er es nicht spüren konnte. Nass und unbekleidet, nur mit dem Handtuch um meinen schlanken Körper gewickelt ging ich in mein Zimmer und verkoch mich unter meiner Bettdecke. Ich presste mein Gesicht in mein dickes Kopfkissen, damit niemand die aufsteigenden gebrochen Atemzüge hören konnte. Ich weiß nicht mehr wann ich eingeschlafen bin, doch es war eine Nacht, die mich quälte.


Zuletzt von Feuer~und~Eis am Sa 27 März 2010, 21:55 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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2. Das silberne Herz

Beitrag  Gast am Di 23 Feb 2010, 14:23

Mit nackten Füßen laufe ich durch den Wald, die Farben der Bäume und Blätter sind in einen satten Grün und der Himmel gleicht einem hellen blauen Seidentuch, meine bronzefarbenen Haare werden vom Windspiel in den Himmel getragen. Der rosa Spitzenstoff meines Kleides streift leicht über den modernden Boden. Ich höre wie mein glockenlachen die Umgebung erhellt. „Fang mich Jacob, fang mich.“, rufe ich immer wieder und die kleinen nackten Füße tragen mich immer schneller über wurzel und Farn. Glück, sprüht durch jede Faser meines Körpers. Die Schritte und das liebliche Lachen hinter mir werden immer lauter, bis schließlich zwei rostbraune Hände um meine Talje greifen „Ich hab dich kleine Nessie“, lacht mir eine leise schöne Stimme ins Ohr und schmeißt meinen kleinen leichten Körper in die Luft. Das Gefühl für einen Moment zu fliegen überwältigt mich und ich stoße einen Freudenschrei aus. Noch während des fallen verändert sich meine Umgebung die hellen, satten Farben werden düster und schlammig, der blaue Himmel, der meine Haut leicht schimmern ließ verdüstert sich. Das fallen dauert zu lange, ich hätte schon längst aufgefangen werden müssen. Warum fängt er mich nicht auf „Jacob“, schreie ich „Jacob bitte.“, doch er fängt mich nicht. Ich sehe von oben auf den Wald hinab, sehe wie er sich in langsamen Schritten von mir entfernt und mich einfach fallen lässt. Immer weiter und weiter ohne ein Ende in Sicht. „Jacob nein.“, rufe ich weiter. „Bitte lass mich nicht allein...“

Zwei blasse Hände hatten meine Schulter umfasst und mich leicht geschüttelt. „Nessie…pst, pst ich bin da, ich bin hier du bist nicht mehr an dem schrecklichen Ort.“ Sanft wurde mir übers Haar gestrichen. „Alles ist gut du bist zu Hause, alles ist gut.“ Heiße Tränen liefen mir übers Gesicht, brannten sich einen Weg in meine Haut. Die Anspannung durch das Fallen war noch immer in meinen Knochen spürbar. „Er war… Er…“, stotterte ich mühevoll, doch die Worte die ich sprechen wollte, wurden durch ein lautes Schluchzen aus meiner Kehle erstickt. Leise und beruhigend fing Lilli an ein Lied für mich zu singen und mich wie ein Baby in den Armen zu wiegen. Ich weiß nicht wie viele Nächte sie schon so an meinem Bett gesessen hatte. Als sie noch ein Kind war und die schlechteTräume mich Nacht für Nacht um den Schlaf gebracht hatten, saß Mumm an meinem Bett um mir die Tränen aus dem Gesicht zu streichen. Auch in jener Nacht konnte ich ihre Anwesenheit wieder spüren, ich wusste sie stand vor meiner Tür, die Fingerspitzend leicht an das helle Holz gedrückt. Alle im Haus horchten auf meine stillen schreie, doch waren sie außer Stande etwas dagegen zu unternehmen. „Soll ich dir ein Glas Wasser bringen?“, unterbrach Lilli ihr Wiegenlied und musterte mich mit ihren großen Augen. Müde und ausgelaugt schüttelte ich den Kopf und ließ ihn ins Kissen sinken. Ich hatte lange nicht mehr solche realen Träume gehabt, Träume vom fallen. Mir viel wieder ein, warum ich mir selbst verboten hatte an Jacob zu denken oder über ihn zu reden, denn dadurch wurden die Träume zum Leben erweckt und Gedanken an ihn sprudelten ohne mein Einverständnis in mich ein. Ich fühlte noch, wie Lilli meine Decke über mich zog und mir einen Kuss auf die Stirn gab, ich hörte noch wie sie leise durch meine Tür verschwand und die leise Frage meiner Mutter „Sie kommen wieder nicht wahr? Die Träume sind zurück.“ Dann hörte ich das traurige seufzen und ein betretenes „Ja, es sieht ganz so aus.“ Klick… Die Tür wurde geschlossen. Mit offenen Augen starrte ich mein vom Kleiderschrankspiegel wieder gegebenes Gesicht an. Noch immer liefen stille Tränen über mein Gesicht. Ohne meinen Willen, bildete sich ein Bild vor meinem inneren Auge und wuchs heran zu einer klaren Erinnerung.

Ich war vier, hatte bereits den Körper einer mindestens acht oder neun jährigen. Mumm und ich waren einkaufen gewesen und ich durfte mir tollte Kleidung aussuchen. Gespannt darauf wie sie Jacob gefallen würde, die Meinung meines besten Freundes war mir mehr als wichtig gewesen was die Auswahl meiner Kleidung anging, lief ich in sein Zimmer. Ohne anzuklopfen, wie so oft ließ ich die Tür mit einem lauten Knall gegen die Wand aufprallen. „Jacob sieh was Mumm…“, doch sein Zimmer war leer. Endtäuscht ließ ich mich auf sein nicht gemachtes Bett fallen. Sofort strömte der wundervolle Geruch aus Wald, Baumrinde, Grass, Regen und Tau auf mich ein. Ich konnte nie nachvollziehen, warum die anderen im Haus sagten Jacob würde schlecht riechen. Für mich war sein Geruch das schönste auf der Welt. „Wieso bist du denn nicht da?“, grummelte ich beleidigt zu mir selbst. Ich ließ meinen Blick durch sein unordentliches Zimmer gleiten Der Rest des Hauses war immer in einem tadellosen Zustand gewesen, da sorge Esme für, doch Jacob wollte nicht dass sie für ihn sein Zimmer säuberte. Dabei hätte das einmal nötig getan, dachte ich schmunzelt. „Ich bin ja nicht Esme“, murmelte ich und stand wieder von seinem Bett auf um die Decke auszuschütteln und zusammen zu legen. Dann begann ich langsam eine Kleidungsstücke vom Fußboden aufzusammeln und in den Wäschekorb zu schmeißen. Als die Wäsche nicht mehr auf dem Boden lag, sah sein Zimmer schon nicht sehr ganz so schlimm aus. Dann machte ich mich daran seinen Schreibtisch zu sortieren, die Stifte in den dafür vorgesehenen Behälter, und die Bögen Papier in die obere Schublade. Schnell noch das Bild, welches mich auf seinen Schultern zeigte zurecht geschoben und schon war der Schreibtisch auch sauber. Ich lief nach unten um den Staubsauger zu holen und wieder die Treppe rauf. Verwirrte Blicke folgen mir und Onkel Emmett rief „Na hat dich der Putzteufel gepackt?“, doch ich hatte keine Zeit für Späßchen, ich wusste ja nicht wann Jacob wieder da war. Bevor ich sein Zimmer betrat lugte ich einmal vorsichtig um die Ecke, sicher ist sicher, man weiß nie ob er nicht vielleicht durchs Fenster gekommen ist. Doch die Luft war rein und so schmiss ich schnell den Sauger an. Ich war stolz dass ich die Idee gehabt hatte und wusste er würde sich freuen, auch wenn er es nicht so zeigen würde. Als alles sauber war, trug ich den Sauger wieder nach unten und verstaute ihn im Schrank. Emmett musterte jeden meiner Schritte und auch Daddy hatte ein verschmitztes Grinsen auf den Lippen. „Was?“, fragte ich im vorbei gehen. Aber ich bekam von Onkel Emmett nur ein Lachen und von Daddy nur ein Kopfschütteln zur Antwort. Ich wartete stunden auf ihn, so kam es mir zumindest vor. Gelangweilt lag ich auf seinem Bett und spielte mit einem kleinen Ball. Immer wieder warf ich ihn in die Luft und fing ihn wieder auf. Ein Knacken ließ mich aufhorchen und der Ball flog zu Boden und rollte unter das Bett. „Blöder Vogel.“, meckerte ich leise und kniete mich auf den Fußboden um den Ball unterm Bett hervor zu fischen. Aber anstatt eines kleinen blauen Balles kam ein dunkles in Ledergebundenes Buch darunter hervor. Neugierig hielt ich es in den Händen und betrachtete den Einband. Ich klappte es in der Mitte auf und es kam die unsaubere Handschrift von Jacob zum Vorschien. Langsam begann ich zu lesen: Heute habe ich zum ersten Mal gespürt wie sehr ich sie brauche. Schon jetzt entwickeln sich Gefühle in mir, die nicht angemessen sind. Ich weiß dass ich es nicht ändern kann, und ich weiß auch dass es nicht nur allein meine Endscheidung ist, doch das Warten macht mich fast verrückt. Wenn ich ihr doch nur sagen könnte wie es wirklich ist, wenn ich ihr doch einfach alles erklären könnte… Wütend schlug ich das Buch wieder zu. Jacob hatte eine Freundin? Und er hatte mir nichts davon erzählt? Wir erzählten uns doch sonst immer alles. Die spannendsten Geschichten die geheimsten Geheimnisse. Wieso durfte ich nichts von seiner Freundin erfahren? Er ist bestimmt auch jetzt bei ihr, dachte ich traurig und stapfte aus dem Zimmer. Eine gefühlte Ewigkeit stand ich unschlüssig darüber was ich tun sollte im Flur. Sollte ich ihn darauf ansprechen? Lieber nicht, dachte ich besorgt. Er würde wütend werden wenn er erführe dass ich einfach in dem Lederbuch gelesen hatte. Ich schlich in mein Zimmer und öffnete mein Fenster. Es war der Beginn eines kleinen Rituals, doch das wusste ich noch nicht. Ich wollte nur die Abendliche kühle Luft in meinem Zimmer willkommen heißen. Müde vom langen warten ließ ich mich in mein Kissen fallen. Es dauerte nicht lang und ich war vollkommen ruhig, ließ die Abendluft auf mich wirken und vergas die Wut über das geschriebene. Fast. Ein leises Knarren schlich in meine Ohren, gefolgt von einem leichten Lachen. „Schläft du schon?“, Jacob sein Duft erfüllte meinen Raum. Freude überkam mich, Freude darüber dass er wieder zu Hause war. Doch sie hielt nicht lange, die Wut und Endtäuschung kroch rasend schnell in meine Knochen. „Ja“, grummelte ich und verschloss die Augen fester. Kichern. „Schade, ich dachte du hast das Fenster offen gelassen um mir zu zeigen ich kann kommen.“ Einen kurzen Moment war es still, dann flüsterte er „Dann werde ich jetzt gehen kleine Nessie. Schlaf schön.“ Ruckartig schoss mein Körper in die Luft „Geh nicht. Ich…“, doch er war schon verschwunden. Ich muss eingeschlafen sein, denn ich hatte nicht mehr Jeans und T-Shirt an wie zuvor, sondern trug mein dunkelrotes Nachthemd. Ein Blick auf die Uhr verriet mir dass es schon nach zehn war. Wo war er solange gewesen? Sein Zimmer lag genau neben meinem und ich konnte hören wie er sich auf sein Bett plumpsen lies. Bestimmt sah er sich in dem Moment in seinem Zimmer um und stellte fest dass es ordentlich ist. Sein leises Lachen drang durch die dicke Wand gefolgt von einem kleinen „Danke Sonnenschein.“ Er wusste sofort dass ich es war. Ungefähr eine Stunde nachdem es bei Jake im Zimmer still wurde lag ich noch immer wach. Ich konnte nicht mehr einschlafen, meine Gedanken kreisten nur darüber wo er war. Ich strampelte die Decke von mir ab und schlich zu meiner Zimmertür. Leise und darauf bedacht das mich keiner von den anderen hörte, was sie dennoch bestimmt taten, schlich ich in Jacob sein Zimmer und ließ die Tür hinter mir zufallen. Groß und unbeholfen lag er in seinem Bett, einen Arm hinter den Kopf verschränkt den anderen aus dem Bett in der Luft hängend. Die Decke lag zerwühlt neben ihm ans Fußende getreten. Seine Kleidung lag auf dem Fußboden verteilt. Ärger machte sich in mir breit. Ich hatte alles so schön sauber gemacht. Zum schlafen trug Jake eine Blaue Short mit kleinen gelben Enten drauf. Ich hatte sie ihm zum Geburtstag geschenkt und wusste er hasste sie. Dennoch zog er sie an. Langsam schlich ich auf ihn zu und krabbelte zu ihm ins Bett. Seine wärme war angenehm und wohltuend. All meine Wut war verflogen. Selbst wenn er eine Freundin hatte, so war ich es die nachts in dein Bettchen krabbeln konnte, dachte ich voller Freude. Vorsichtig, bedacht darauf ihn nicht zu wecken drückte ich mich an ihn und legte einen Arm um seinen Bauch. Mein Kopf ruhend direkt unter seiner Armbeuge. Tief inhalierte ich seinen Duft und schloss meine Augen. „Du bist also nicht mehr sauer, aus welchem Grund auch immer!?“, hörte ich ihn amüsiert flüstern. „Nein, bin ich nicht.“, gab ich beschämt zur Antwort. „Darf ich denn fragen was dich so aufgeregt hat?“ Ich überlegte eine kurze Zeit ob ich ihn davon erzählen sollte dass ich sein Tagebuch gefunden hatte und darin las, beschloss es dann aber für mich zu behalten. „Nein. Ich möchte darüber nicht reden“ Das Bett wackelte ein wenig und Jacob zog seinen Arm behutsam unter meinem Kopf weg um sein Gesicht daran zu stützen als er sich seitlich hinlegte. „Du hast Geheimnisse vor mir? Seit wann denn das?“, lächelte er mich an. Das brachte das Fass für mich zum überlaufen. Er hatte schließlich auch Geheimnisse vor mir. „Wo warst du heute?“, fragte ich und drückte meine Unterlippe beleidigt etwas nach vorn. „Das erfährst du schon noch du neugierige Kröte.“, lachte er „Deswegen die Aufregung? Weil ich nicht zu Hause war?“ Beschämt wand ich mein Gesicht von ihm ab, ich spürte wie sich Tränen in meinen Augen bildeten. Wie konnte ich nur so dumm sein und davon anfangen? dachte ich und unterdrückte ein Schluchzen. Sanft legte Jake seine Hand auf meine Wange und zog mein Gesicht in seine Richtung. „Was hast du Sonnenschein? Weinst du etwa?“, erschrocken weiteten sich seine Augen und er richtete sich auf. Auf Knien saß er vor mir, seine Hände im Schoß und mit traurigen Augen blickte er mich an. „Was hast du?“, fragte er, seine Stimme lag voller Kummer. Ich kam mir dumm vor, wegen etwas zu weinen was mich nichts anzugehen hatte, wenn er eine Freundin hatte so war es sein gutes Recht, schließlich war ich ein dummes Kind und nicht mehr. „Ich wollte dir meine neuen Sachen zeigen“, log ich und verbarg mein Gesicht im Kissen. „Dann mach das doch jetzt“, murmelte er. Ich konnte hören, dass mein Verhalten ihn traurig machte und schämte mich noch mehr. Langsam richtete ich mich auf und setzte mich ihm in der selben Knienden Position, wie er sie hatte gegenüber. „Wo warst du heute Jacob?“, wiederholte ich meine Frage noch einmal“ Er musterte mein trauriges Gesicht und zog seine Brauen zusammen. Nervte ich ihn? Gerade als ich aufstehen wollte holte er tief Luft und stand auf. Wollte er gehen? Wollte er mich einfach allein lassen? „Ist es schon Mitternacht?“, fragte er ruhig und gelassen. „Ich… Ich wie nicht.“ Er blickte auf die Uhr die auf seinem Schreibtisch stand und nickte endschlossen. Dann kramte er eine kleine Schachtel aus seiner Hosentasche. Er setzte sich wieder zu mir aufs Bett und reichte mir die kleine Schachtel. „Alles Gute zum Valentinstag mein Sonnenschein.“, murmelte er und ich konnte trotz der Dunkelheut erkennen, dass sein Gesicht von einem leichten dunkel rot umrahmt wurde. „Was ist das?“, fragte ich meine Augen auf die kleine dunkel grüne mit Samt bezogene Schachtel gerichtet. „Der Grund warum ich heute nicht zu Hause war.“ In seinem Mundwickel verbarg sich ein kleines Lächeln doch in seinen Augen lag Neugierde. Mit dem Zeigefinger strich ich über den samtenen Stoff und öffnete die Schachtel mit einem kleinen Klicken. Gebannt sah ich auf den Inhalt der Schachtel. Tränen bildeten sich wieder in meinen Augen. Ich hatte mich so dumm verhalten, so dumm und er schenkte mir etwas zum Valentinstag. „Gefällt sie dir? Es sind Fotos darin.“ Natürlich gefiel sie mir. Die Kette mit dem kleinen Herzen, welches man öffnen konnte. Sie war verziert mir Schlaufen und Ranken und hing an einem schlichten Kettenband. Vorsichtig öffnete ich das silberne Herz und ein Bild von Jake und mir kam zum Vorschein. „Sie ist wunderschön.“, hauchte ich und konnte gerade so eine endkommende Träne wegwischen. Jacob nahm mir die silberne Herzkette aus der Hand und legte sie mir um den Hals. Sein Gesicht war dem meinem ganz nah und ich konnte seine Wärme auf meiner Wange spüren. Ein ungewohntes Gefühl machte sich in meinem Magen breit, ein Gefühl welches ich zuvor noch nie erlebt hatte. Langsam neigte ich meinen Kopf und drückte Jacob, wie so viele Male schon zuvor einen Kuss auf die Wange. „Danke“, flüsterte ich und lächelte ihn an. „Lass und jetzt schlafen Nessie.“ Jacob legte sich wieder neben mich und breitete seinen Arm so aus, dass ich mich an ihn ran kuscheln konnte. Es dauerte nur wenige Minuten und Jacobs Atmung wurde ruhig und gleichmäßig. Ich hingegen lag noch lange wach und dachte darüber nach was dass neue Gefühl in meinem Bauch zu bedeuten hatte. Wurde ich krank?

Die Gedanken an dieses Ereignis hielten mich lange wach. Ich weinte konnte aber die Bilder aus meinem Kopf nicht verdrängen. Immer wieder sah ich das Buch vor meinem Auge, oder hörte ihn wie er durch mein Zimmerfenster kam und fragte ob ich schon schliefe. Ein Lachen, gefolgt von „Danke Sonnenschein“, hallte in meinem Kopf, hämmerte wie ein Vorschlaghammer gegen meine Stirn und machte mich fast wahnsinnig. Ich griff an meinen Hals und stellte mit Bedauern fest, dass ich das silberne Herz nicht mehr trug. Hastig stand ich auf und rannte auf meine Kommode zu um in meinem Schmuckfach danach zu suchen. Ehrleichtert darüber, dass ich sie da hinein gelegt und nicht etwa verloren hatte stieß ich einen freudigen Seufzer aus. Wie hypnotisiert starrte ich auf das silberne Herz mit den schönen Verzierungen und den kleinen Ranken. Ein wohliges Lächeln machte sich auf meinen Lippen breit. Vorsichtig öffnete ich das kleine Herz und das Bild, welches ich nie ausgetauscht hatte strahlte mich an. Jacob und ich Arm in Arm. Es war mein dritter Geburtstag gewesen und Alice schoss ein Foto nach dem anderen. Endschlossen, diese Kette nie wieder abzulegen, legte ich sie mir um den Hals und ließ den Verschluss einharken. Wie von selbst breitete sich eine angenehme Wärme in mir aus, es war wie ein Zeichen, ein Zeichen dafür das es richtig war die Gedanken an Jacob nicht länger zu unterdrücken. Ich ging wieder zu einem Bett und verkroch mich unter meiner Denke. Gedankenverloren streichelte ich das kleine silberne Herz. Ich werde Lilli alles erzählen, dachte ich. Nichts werde ich auslassen. Ich schloss meine Augen und rief mit Absicht Jacob sein Bild in meinen Kopf. Dann glitt ich in einen ruhigen und angenehmen Schlaf. Den Rest der Nacht quälten mich keine Albträume, keine schrecklichen Bilder davon, wie er mich verlässt.

Als ich morgens meine Augen öffnete, schien die Sonne bereits und ein Geruch von frischen Brötchen zog durchs Haus. Langsam stand ich auf und zog mir meinen Morgenmantel über um anschließend ins Badezimmer zu trotten und mir das Gesicht zu waschen und meine wilden Haare zu bändigen. Sofort viel mein Blick auf das kleine Herz an meinem Hals und das Versprechen welches ich mir in der Nacht selber gab kam wieder auf. Fest sah ich meinem Spiegelbild in die Augen. „Du wirst wieder Leben Renesmee hörst du? Er hätte nicht gewollt das du so untergehst.“ Ich nickte mir selbst tapfer zu um meine Aussage zu verstärken und ging aus dem Badezimmer. Fast wäre ich über den dicken schwarzen Kater gestolpert, der vor der Tür au mich gewartet hatte. Ich bückte mich und nahm ihn in die Arme. „Na mein dicker.“, fing ich an mit ihm zu reden und knuffte dabei seinen Kopf. „Wie war deine Nacht? Hast du ein paar Mäuse gefangen?“ Luke starrte mich unbeirrt an und schnurrte als ich mit der Hand über seinen Rücken strich. Mit Luke auf dem Arm betrat ich die Küche und mein Blick viel sofort auf den reichlich gedeckten Küchentisch. Brötchen, Marmelade, Nutella, Wurst, Käse, Eier, alles was es so gab war vorhanden. „Bekommen wir besuch?“ Ich selbst konnte hören, dass meine Stimme anders klang, dass sie nicht mehr so voller Trauer und Verbitterung lag. Sie war weich und sanft, sie klang wie früher, als Jacob noch voller Erwartung mit einem selbstgemachten und vollkommen widerlichen Pfannkuchen in der Küche auf mich wartete. „Seth.“, mehr brachte meine Mutter nicht über die Lippen, sie sah mich voller Verwunderung an und ich bemerkte sofort, dass ihr Blick auf meinem Hals und der Kette lag. Als ob sie sich erinnern wollte was sie vorhatte zu sagen, schüttelte sie einmal hastig den Kopf. „Seth und Leah kommen.“, wiederholte Mumm die Antwort für mich und lächelte zaghaft. An ihr vorbei sehend konnte ich aus dem Fenster gucken und sah Emmett, wie er die Kinderschaukel abbauen wollte. Sie war rostig und quietschte. Viele, viele Jahre stand sie schon da. Errichtet wurde sie als ich ein Kind war und selbst in den Jahren in den wir nicht in Forks waren, wurde sie nicht abgebaut. Der rote Lack blätterte bereits ab und auch die kleine hölzerne Sitzplatte war leicht angebrochen. „Was macht Emmett da?“, fragte ich verwirrt über sein Handeln. „Er will sie abbauen.“, gab Mumm trocken zurück. Schnell und ohne ein weiteres Wort sauste ich an ihr vorbei Richtung Hintertür. „Emmett“, rief ich „Emmett nein lass das.“ Verwundert sah er mich an und runzelte die Stirn. „Warum? Sie ist alt und rosig und wir haben hier eh keine Verwendung mehr für sie.“ „Bitte lass sie stehen.“, murmelte ich und ließ meine Finger über den rostigen Rahmen gleiten. Bei der Berührung durfluteten mich hunderte fröhliche Gedanken. Ohne zu überlegen, ohne es verhindern zu können breitete sich ein Lächeln auf meinen Lippen aus. „Bitte Onkel Emmett.“ Einen Moment musterte er mein Gesicht ohne ein Wort. Dann nahm er meine Hand leicht in sein. „Wenn du sie hier stehen haben möchtest bleibt sie hier stehen!“. Voller Freude über sein Einverständnis schlang ich meine Arme um seinen Hals und drückte ihm einen dicken Kuss auf die Wange. „Lass das nicht deine Tante sehen“, lachte Emmett. Sein Lachen ging mir bis unter die Haut. So lange hatte ich ihn nicht Lachen sehen. Ich stimmte in sein Lachen mit ein und presste mich noch enger an ihn. „Ich hab dich lieb Onkel Emmett.“ „Ich hab dich auch lieb meine Kleine.“ „Lass das nicht meine Tante hören.“, wiederholte ich seine Worte und fing erneut an zu Lachen. Als wir uns, immer noch kichernd von einander lösten viel mein Blick auf die große Veranda. Alle aus meiner Familie sowie Seth und Leah, die ja genau genommen auch zur Familie gehörten standen dort und beobachteten uns. Esme hatte ein warmes Lächeln auf ihren Lippen und stützte sich an Carlisle. Und Mumm und Dad, hatten dieses magische Funkeln in den Augen. Es wird alles gut, dachte ich und Dad nickte unauffällig mit einem kleinen grinsen.

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3. Das Madchen aus dem Tagebuch

Beitrag  Gast am Mi 24 Feb 2010, 23:39

Die darauf folgenden Tage waren recht ruhig. Natürlich hatten die Albträume nicht nachgelassen, doch was konnte ich auch anderes erwarten. Lilli saß jede Nacht an meinem Bett und hielt meine Hand, wenn ich schreiend oder weinend erwachte. Sie fragte nicht noch einmal nach Jacob und meiner Geschichte, ganz offensichtlich gab sie sich die Schuld für die immer wiederkehrenden neuen Albträume. Sie war peinlichst genau darauf bedacht nicht seinen Namen in meiner Gegenwart zu nennen. Mein Tagesablauf glich einem akribisch ausgeklügelten Theaterstück. Tagsüber war ich die endlich wieder fröhlich gewordene Nessie, die mit einem Lächeln auf dem Lippen jeden das Herz erstrahlen ließ. Doch nachts war ich die weinende, von Albräumen geplagte Renesmee die ihren Kümmer nicht verbergen konnte. Niemand ahnte etwas von dieser Tetrade. Niemand außer Lilli, die mich tröstete und Luke, der mir auf unerklärliche Weise nicht mehr von der Seite wich. In einer Nacht, die wieder einmal aus Albträumen und verweinten Augen bestand flüsterte ich zu Lilli „Weißt du es gab einmal eine Zeit zwischen mir und Jake, da glaubte ich unsere Freundschaft würde kaputt gehen.“ Verwirrt darüber, dass ich ohne ersehenden Grund anfing ihr von Jacob zu erzählen, kniff sie die Augen zusammen. „Du musst nicht…“, find sie an, doch ich unterbrach sie. „Ich will aber!“ Ich zog mir die Decke über die Knie und stützte meinen Kopf an die Wand. Lilli tat es mir gleich und griff nach meiner Hand. „Ich war sieben, sah aber bereits aus wie sechzehn.“, begann ich langsam meine Erzählung und die Bilder formten sich vor meinem inneren Auge.

Meine leicht gewellten Haare fielen mir locker über die Schultern. Meine goldenen Augen, die immer ein tick mehr braun in sich hatten als die von Mumm oder Dad, waren umrahmt von dickten schwarzen Wimpern. Lang sah ich mich im Spiegel an, untersuchte jede Stelle meines Körpers um neue Veränderungen an mir zu fest zu stellen. Doch die Veränderungen wurden immer langsamer. Noch ein Jahr und ich würde endlich eine Schule besuchen können, dachte ich. Ich zog mir das schwarze Tob, welches ich so liebte über, griff nach einer Blue-Jeans. Noch ein Blick in den Spiegel… Perfekt. Vom Badezimmer aus lief ich schnell in mein Zimmer und legte mir die Halskette, die ich einst von Jacob zum Valentinstag bekommen hatte um den Hals. Ich ging nie ohne sie aus dem Haus und auch wenn das Foto was in dem silbernen verzierten Herzen steckte schon ganz vergilbt war, so tauschte ich es nicht aus. Jake und ich hatten geplant auf einen Freimarkt zu gehen, Es war das erste Mal, dass ich so etwas machen konnte ohne das Mumm oder Dad dabei waren. Das Wetter an diesem Tag war vollkommen, die Sonne schien und meine Haut bekam dadurch einen geschmeidigen Glanz. Es machte mich sonst immer traurig, dass ich anders war als der Rest meiner Familie, doch der Umstand dass ich mich im Sonnenlicht zeigen konnte ohne wie hunderte von Diamanten zu funkeln machte dies wieder weg. Ich genoss die Wärme der Sonne, ich liebte sie. Nach all den Jahren hatte ich nie gelernt bei Jacob anzuklopfen, und wenn ich es eilig hatte, dann konnte ich mich eh nicht daran halten und so rannte ich auch jenen Tag mit einem lauten Knall der Tür in sein Zimmer. Abrupt und mit weit aufgerissenen Augen blieb ich stehen. Ich musste mich erst wieder daran erinnern, wie man den Mund schloss. „Was ist?“, fragte mich Jacob mit einem lieben Lachen im Gesicht, auf welches ich mich aber nicht konzentrieren konnte. Seine Haut war von Duschen noch ganz nass und vereinzelnd liefen kleine Wassertropfen über seine Brust. Um seine Hüfte hatte er nur ein kleines weises Handtusch gewickelt, was jeden Augenblick hätte runterrutschen können. Ruckartig drehte ich ihm den Rücken zu und stotterte ein kleines leises kaum hörbares „Entschuldigung.“ Ich hörte wie Jake zu Lachen anfing und ich fragte was so lustig sei. „Du!“, prustete er. „Was stellst du dich so an? Du hast mich doch schon hunderte Male nur in Handtuch gesehen.“ „Das ist was anderes.“, murmelte ich. „Ich war jetzt nicht darauf vorbereitet.“ An den lauter werden Geräuschen, die seine nackten Füße auf dem Boden machten, vernahm ich dass er auf mich zu ging. Er legte eine Hand auf meine Schulter und ein Schauder, der einem Stromschlag glich durchflutete meinen Körper wie ein Blitz. „Jetzt bist du ja darauf vorbereitet“, grummelte er. Es hörte sich so an als müsse er sich ein Lachen verkneifen. Die Wärme seiner Hand brannte sich in meine Haut. Langsam drehte ich mich wieder zu ihm um, stark darauf konzentriert meine Gesichtszüge zu kontrollieren. „Ja. Jetzt bin ich es!“, sagte ich hart und schüttelte seine Hand mit einer lässigen Bewegung von meiner Schulter. „Zieh dich an Jake. Ich will los bevor es dunkel wird und die Sonne nicht mehr scheint.“ Noch immer grinsend wandte Jacob sich von mir ab und ging zu seinem Kleiderschrank. Er wühlte in einem Haufen Jeanshosen herum, bis er eine ausgewaschene, mit an den Knien gelöcherte Jeans heraus kramte. Anschließend durchstöberte er einen Stapel T-Shirts. „Schwarz oder weiß?“, fragte er nachdenklich. Ich hatte meinen Blick starr auf seinen muskulösen Rücken gerichtet und beobachtete wie die Muskeln bei der Bewegung seiner Arme tanzten. Geistesabwesend sagte ich „Grün.“ Lachend warf Jake mir einen prüfenden Blick über die Schulter zu. Bei der Bewegung spannte sich der rechte Rückenmuskel an und ein letzter Wassertropfen, der sich auf seiner Hat gehalten hatte fiel zu Boden.“Grün?“ „Ja grün“, ich wusste selbst nicht was ich mich gefahren war, all meine Gedanken war benebelt und konnte mich nur auf die zarte, nackte Haut konzentrieren. „Ich weiß gar nicht ob ich ein grünes Shirt habe.“, wandte Jacob sein Gesicht wieder von mir ab um weiter seinen T-Shirt Berg zu dursuchen. Wie von selbst, wie von magischer Hand geführt ging ich auf ihn zu, ich stellte mir vor wie es wäre seine Haut zu berühren. Obwohl ich es schon hunderte Male zuvor getan hatte machte es plötzlich einen besonderen Reiz aus. Gedanken verloren murmelte Jake er habe kein grünes Shirt, doch das nahm ich nur am Rande war. Ich streckte meine Hand nach ihm aus, zaghaft ließ ich sie einige Sekunden, überlegend ob ich es wirklich tun sollte in der Luft hängen. Wenige Millimeter trennten seinen Rücken von meinen Fingerspitzen. Rückartig drehte Jacob sich um „Wie wäre es mit dem blauen das sieht…“, er hielt mir ein blaues Shirt entgegen auf dem ein Surfer abgebildet war. Doch seinen Satz konnte er nicht zu Ende sprechen. Er sah mich, verwirrt darüber dass ich einen Ruck von ihm weg machte und dabei gegen seinen Schreibtisch geknallt bin, mit zusammen gezogenen Augenbrauen an. „Was ist denn nur los mit dir?“ „Nichts.“, beschämt über mein Verhalten senkte ich meinen Kopf und tat so als würde ich mir die Sachen auf seinem Schreibtisch angucken. „Beeil dich jetzt bitte Jake.“ Ich öffnete gedankenverloren ein Schubfach und mir fiel das braune in Ledergebundene Buch ins Auge. Ich konnte spüren, wie es mich in den Fingern juckte nur einen kleinen schnellen Blick hinein zu werfen. „Wenn ich mich beeilen soll, solltest du jetzt lieber raus gehen.“, er grinste mich an und hielt provozierend eine Hand an den Knoten der das Handtuch um seine Hüften hielt. „Das wagst du ja doch nicht.“, ermahnte ich ihn, und sah ihn zornig an. „Wetten?“, das Lachen, welches seine schönen Lippen umspielte war Siegessicher. „Ich bin ein Kind Jacob und du könntest ich verstören.“, gespielt drehte ich mir eine Locke um den Zeigefinger und zog einen Schmollmund. Ich glaubte Jacob würde in mein Spiel mit einsteigen, mich meines Alters wegen ein wenig auf den Arm nehmen und mich meine verrückten Gedanken vergessen lassen. Doch das tat er nicht. Sein eben noch Lachender Gesichtsausdruck verschwand und ich glaubte einen Hauch Traurigkeit in seinen Augen erkennen zu können. „Ja du hast recht.“, gab er leise von sich. „Du bist noch ein Kind. Ich vergesse es hin und wieder. Sie dich doch an.“, er deutete mit seiner rechten Hand in meine Richtung und die Größe meines Körpers an. „Wie wunderschön du bist. Eine Frau und dennoch ein Kind.“ Er wand mir den Rücken zu und strich sich das blaue Shirt über. „Ist alles in Ordnung?“, fragte ich ihn, und seine Antwort war nur ein stilles Nicken. „Bitte Nessie, ich soll mich doch beeilen.“, murmelte er und deutete auf die Tür. Ich folgte seiner Bitte und verließ sein Zimmer. Noch bevor die Tür ins Schloss viel konnte ich einen lauten Seufzer hören, den Jacob ausgestoßen hatte. Ich lehnte meinen Kopf an die Wand und wartete dass er raus kommen würde. Gedankenverloren strich ich über die Kette an meinem Hals. Was waren das für merkwürdige Gefühle, die ich für ihn entwickelte?

Die Fahrt zum Freimarkt verlief schweigend und Jacob starrte unbeirrt auf die Straße die sich vor uns in langen Kurven schlängelte. Ich tat es ihm gleich, konnte dennoch nicht verhindert dass meine Augen ein Eigenleben führten und immer wieder die geraden Linien seines Gesichtes begutachteten. Hatte er sich verändert? Er wirkte ernst und seine Gesichtszüge dadurch härter. Es schien als sei er nervös. Immer wieder biss er sich leicht auf die Unterlippe oder benässte sie mit der Zunge. Wenn er dies tat, machte sich wieder diese neue, komische Gefühl in mir breit. Nach einer kurzen Zeit war ich so sehr damit beschäftigt Jacob anzustarren, dass ich gar nicht bemerkt hatte, dass das Auto zum stehen gekommen war. „Wir sind da.“, Jake seine Lippen wurden von einem kleinen Lächeln umrahmt, als er sich über mich beugte um die Tür auf zu machen. Er verweilte in der über mich gebeugten Position einen kleinen Augenblick, so als müsse er über etwas nachdenken, dann richtete er sich schnell auf und stieg aus dem Auto. „Was zum…“, ich atmete tief ein und schluckte einmal schwer. Die Spannung, die zwischen uns herrschte war kaum zum aushalten und ich wusste nicht woran es lag. Langsam stieg ich ebenfalls aus dem Auto aus und schlug die Tür zu. Noch einmal tief ein und aus geatmet… Reis dich zusammen, dachte ich. „Was wollen wir zuerst machen?“ Jacob schien mit einem mal wie ausgewechselt zu sein. Doch in seinen Augen lag dieser sonderbare Ausdruck. „Wie wäre es wenn wir erst einmal an einem Stand was essen?“, schlug ich vor und konnte an Jacob seinen mehr als breiten Grinsen erkennen das er gehofft hatte ich würde diesen Vorschlag machen. Zielstrebig gingen wir auf die erste Frittenbude zu, die unseren Weg kreuzte. Wie immer, wenn Jake etwas zu Essen zu sich nahm, war es eine riesige Portion. Ich vergnügte mich damit mir hin und wieder einen Pommes von ihm zu mopsen. Der Tag, trotz des komplizierten Anfangs war herrlich gewesen. Wir fuhren Achterbahn und Schiffschaukel. Immer wenn ich Angst bekam hielt ich seine Hand und dieses kribbelnde Gefühl war verschwunden. Ich redete mir ein, dass mir nur übel war am Vormittag. Den ganzen Tag hatten Jacob und ich gelacht und unsere Späße mit einander getrieben. Ein Mann war da, er stand auf einer Tribüne die einen großen Schriftzug über sich auf einem dunklen Stoff hatte. „Der Unbesiegbare“ stand in dicken leuchtenden Farben darauf. Jake warf mir einen verstohlenen Blick zu und trat an die Tribüne heran um den Mann, der wirklich Angsteinflößend aussah herauszufordern. Lachend nahm der breitschultrige, Tätowierte Mann an. Er konnte sich ja nicht ansatzweise vorstellen, dass Jacob um so vieles stärker war als er selbst. Jake prallte sonst nie mit seiner stärke. Von Onkel Emmett hätte ich es erwartet wäre er dabei gewesen, doch bei Jacob war es mir neu. Als ob die riesigen Gewichte fliegenleicht wären, hob er sie eins nach dem anderen an. Der „Unbesiegbare“ warf Jake wütende Blicke zu, konnte aber nichts weiter tun als ihm zu seinen Sieg zu beglückwünschen. „Du hast wirklich einen starken Freund“, rief mir der Mann auf der Bühne zu. „Sicher bist du mächtig stolz auf so einen Mann.“ Schamesröte kroch in mein Gesicht „Oh er ist…“, begann ich doch Jake trat an meine Seite und legte einen Arm um meine schlanke Hüfte. „Sicher ist sie das Mister.“, mit diesen Worten unterbrach er mich und presste mir einen dicken Kuss auf die Wange. Die Menschen, die um uns herum standen klatschten eifrig in die Hände und vereinzelnd hörte man „Oh“, und „Ah“ Als wir uns langsam von dem Trubel entfernten stieß ich Jake von mir weg und zischte ihn an. „Was sollte das eben?“ Locker wie Jake immer war wenn seine Laune in Hochstimmung zu sein schien, lachte er auf. „Ich wollte ihm zeigen dass er nicht unbesiegbar ist.“, gab er stolz zur Antwort „und das habe ich ja wohl auch gekonnt getan.“ „Nicht das. Warum hast du gesagt du seiest mein Freund?“ Der glückliche Gesichtsausdruck fiel wie ein Stein aus Jacob seinem Gesicht. „Ich bin dein Freund Nessie.“, zart strich er mir über den Arm. „Sicher bist du mein Freund. Aber der Mann meine eine andere Art von Freund er meinte einen… einen Liebhaber.“ An den Bewegungen seiner Wangen konnte ich erkennen dass er die Zähne zusammen biss. „Ich… Also…“, leicht senkte Jake seinen Blick und trat gegen einen kleinen Kiesel, der vor seinen Füßen lag. „Wie sollten gehen… Sonnenschein.“ „Jake?“, ich legte meine Hand auf seine heiße Wange und zwang ihn so mir in die Augen zu gucken. „Nicht.“, gab er leise von sich, nahm meine Hand in seine um sie einmalleicht zu drücken und dann fallen zu lassen. „Bitte, lass uns nach Hause fahren.“ Ich stimmte ihm leise zu und wir machten uns auf dem Weg in Richtung Auto. „Was ist das?“, fragte ich nach einer Weile des Schweigens. „Was ist was?“ Eigentlich wollte ich ihn fragen, was das für neue komische Gefühle seien die uns umgaben, doch als ich die Abwehrende Stimme hörte, verließ mich der Mut. „Ach nichts.“ Genervt, so schien es mir zumindest atmete Jacob tief aus und rief sich mit Daumen und Zeigefinger über die Stirn. Den Rest der Fahrt schwiegen wir uns weiter an. Als wir vor unserem Haus ankamen und er den Wagen anhielt, machte er keine Anstalten aus dem Auto auszusteigen, also blieb ich nervös neben ihm sitzen. „Ich habe noch etwas zu erledigen.“, Jacobs Stimme war leise und sie klang traurig. „Was denn?“, fragte ich nach, doch er sagte nur es sei nichts Wichtiges. „Kann ich mitkommen?“, fragte ich obwohl ich mir die Antwort schon denken konnte. Doch als er das kalte „Nein.“, aussprach tat es weh wie eine Ohrfeige. Schnell stieg ich aus seinem Auto, lief die Treppe zum Haus hinauf und stürmte an Alice und Esme, die wohl gerade dabei waren sich eine neue Dekoration zu überlegen vorbei in mein Zimmer. Ein leises kloppen gefolgt von einem Zarten „Kann ich rein kommen Sonnenschein?“, drang an der Wut vorbei und direkt in meinen Kopf. „Nennt mich nicht Sonnenschein.“, schrie ich. „Ich bin kein kleines Kind mehr.“ Die tanzenden Schritte von Tante Alice entfernten sich wieder und ich war von Stille umhüllt. Ich stand in meinem Zimmer, die Hände zu Fäusten geballt und versuchte mich zu beruhigen. Wieso ist nur auf einmal alles so verwirrend, dachte ich. Wieso benimmt er sich so komisch? Ich darf nicht mit kommen? Ich darf sonst immer bei ihm sein wenn ich es will. Ich zermarterte mir meinen Kopf darüber was los war, doch kam ich zu keinem Endschluss. Ich wusste wo ich Antworten finden würde für die Frage warum auch Jacob sich so verhielt. Zielstrebig ging ich in sein Zimmer und griff in die Schublade in der ich am Vormittag das in Leder gebundene Buch gesehen hatte. Hastig blätterte ich es durch, bis ich zu dem letzten Eintrag gekommen war. Ihre Haut, ihre Haut macht mich wahnsehnig. Immer wenn ich sie berühre möchte ich ihr am liebsten sagen wie sehr ich sie liebe, möchte sie küssen und fest an mich gedrückt halten. Ihre großen Augen, wie sie mich anstrahlen. Es gibt mir das wärmste Gefühl auf der Welt. Wieso schreibst du denn keine Namen, dachte ich genervt. Wer war sie? Wer war das Mädchen das dafür sorgte dass Jacob mich nicht bei sich wollte als er weg fuhr. Angespannt las ich weiter. Manchmal kommt es mir so vor als sei alles perfekt, doch dann plötzlich ist es das nicht mehr. Wir fahren auf den Markt und ich bin schon so aufgeregt. Ich weiß nicht ob ich noch lange an mich halten kann, oder ob mich meine Sehnsucht sie zu küssen bald überwältigt. Wie würde sie reagieren? Stößt sie mich weg? Könnte ich es ertragen abgewiesen zu werden? Ich glaube eine Abweisung von ihr würde mich zerstören. Mit einem lauten Knall schmiss ich das Buch zurück in die Schublade. Er war dort, mit ihr. Wie konnte er so gemein sein und mit mir auf den Freimarkt gehen um dann anschließend mit dieser anderen dorthin zu fahren. Womöglich küsst er sie gerade. Jetzt in diesem Augenblick, dachte ich zornig. Sie kann gar nicht gut genug für ihn sein. Niemand kann das. Niemand. Ich schloss die Schublade und ging in mein Zimmer. Wütend schloss ich das Fenster und löschte das Licht. Wie konnte er nur? Wieso erzählte er mir nicht von diesem Mädchen? Ist es noch immer die selbe, von der ich schon einmal gelesen hatte? Gedanke um Gedanke wurde ich immer zorniger…

Ich richtete meinen Blick auf Lilli, die mich mit traurigen Augen ansah. „Wie ging es weiter?“, fragte sie und stich mir mit ihrem Zeigefinger eine Träne von der Wange. „Hast du ihn auf das Mädchen angesprochen? Was hat er gesagt?“ Mein Blick glitt von den traurigen Augen meiner Freundin zu meinem Kleiderschrank und ich sah mir dabei zu, wie ich weiter von meinem Leben mit Jake erzählte. Wenn ich mich dabei betrachtete viel es mir leichter darüber zu sprechen, es war als würde ich es nur mir erzählen, nur mir meine geheimsten Gedanken anvertrauen. „Die Nacht schien nicht Enden zu wollen…“, führte ich meine Erzählung weiter. „Ich wartete auf ihn, horchte gebannt wann er nach Hause kommen würde. Immer wieder ließ ich meinen Blick auf die Uhr schweifen. Es war bereits weit nach zwei Uhr und noch immer war er nicht da.“ „Weißt du wo er war?“, fragte Lilli. Es war das erste Mal, dass sie mich während meiner Erzählungen unterbrach. „Nein, das weiß ich nicht.“, antwortete ich leise. Ich schloss die Augen, ließ die Bilder vergangener Zeiten aufkommen und unterdrückte den Schmerz, der dabei mit aufkam.

Ich bin eingeschlafen, das letzte Mal als ich auf die Uhr sah war es halb fünf und er war noch immer nicht da. Als ich morgens aufwachte, es war eigentlich schon mittags, sagte ich zu mir selbst „Lass es einfach.“ Ich suchte mir Anziehaschen aus dem Kleiderschrank und begab mich ins Badezimmer. Lange verbrachte ich die Zeit unter der Dusche, putzte mir ausgiebig die Zähne und bürstete mein Haar. Auch an diesem Morgen stellte ich keine neue Veränderung an mir fest, es schien endlich aufgehört zu haben. Leise trottete ich die Treppe hinunter und schlich in die Küche. „Guten Morgen.“, begrüßte mein Dad mich, der gerade Mumm einen ausgiebigen Kuss gab. „Hast du gut geschlafen?“ Ich warf ihm einen wütenden Blick zu. „Als ob du das nicht wüsstest.“ Ich ging zum Kühlschrank und griff mir eine Flasche Orangensaft. „Was ist denn vorgefallen zwischen dir und Jake?“, wollte Mumm wissen, doch auch diese Frage beantwortete ich mir einem sarkastischen „Frag doch Dad, der weiß es sicher.“ Ich kippte den Orangensaft in ein Glas und leerte dieses mit einem Zug. „Nessie, Sonnenschein…“ „Ich bin nicht euer verdammter Sonnenschein.“, unterbrach ich meinen Dad und ließ warmes Wasser in das Glas laufen um es dann auf der Spüle abzustellen. Mit großen Augen sah meine Mumm mich an. „Also Renesmee, was soll das denn?“ Genervt verdrehte ich die Augen und ging wieder aus der Küche. „Wir sind noch nicht fertig junge Dame!“, rief mir meine Mutter nach. „Junge Dame?“, fragte ich genervt. „Was denn nun? Dame, Kind, Baby? Was zur Hölle bin ich eigentlich?“, wütend strich ich mir mit der Hand übers Haar. „Ihr habt ja keine Ahnung wie es ist ich zu sein. Ihr habt keine Ahnung was ich für Gefühle habe. Ich hab ja selbst kaum Ahnung davon also haltet euch daraus und lasst mich in Ruhe.“, schrie ich Mumm entgegen. „Was ist denn hier los?“, hörte ich eine mir nur zu gut bekannte Stimme. „Ich warte wohl besser mit Frühstücken.“ Langsam drehte ich mich um und sah voller Zorn in die braunen Augen von Jacob. „Du hast mir gerade noch gefehlt.“, knurrte ich wütend. „Ich hoffe du hattest einen schönen Abend! Oder sollte ich besser schöne Nacht sagen?“ Verwundert sah Jacob mich an „Was ist denn?“, seine Augen waren unsicher auf mich gerichtet. Er war es nicht gewohnt dass ich in solch einem Ton mit ihm sprach. „Das weißt du ganz genau. Lass mich in Ruhe. Lasst mich alle in Ruhe.“ In hastigen Schritten ging ich an Jacob vorbei und rempelte ihn dabei an. „Nessie. Jetzt warte doch mal und sag mir was los ist.“, hörte ich ihn hinter mir her rufen, doch ich blieb nicht stehen. „Lass mich Jake. Geh doch zu deiner Freundin, der kannst du deinen Scheiß erzählen.“ Im Selben Augenblick, da ich die Worte ausgesprochen hatte bereute ich sie auch schon wieder. „Scheiße.“, stieß ich hervor. Ich war mir sicher, dass er nun wüsste dass ich in seinem Tagebuch gelesen hatte. Schnell lief ich die Treppe zu meinem Zimmer rauf um die Tür mit einem lauten und bestimmenden Knall hinter mir zu zuschmeißen. Ich lehnte mit dem Rücken gegen die Tür. Durch den Schatten der sich durch den kleinen Spalt bewegte konnte ich sehen, das Jake vor meiner Tür stand. Leise und mit lieblicher Stimme sagte er meinen Namen. „Renesmee. Bitte lass mich rein.“ Ich antwortete ihm nicht und verschloss einfach meine Tür. „Wenn du dich beruhigt hast und reden willst… Ich werde den ganzen Tag in meinem Zimmer sein.“ An seinen Schritten und dem leisen Klicken seiner Tür vernahm ich das er weg war. Langsam ließ ich mich zu Boden gleiten und legte meinen Kopf auf den Knien ab.
Ich verbrachte die nächsten Tage damit Jacob aus dem Weg zu gehen, was nicht so leicht war wenn man zusammen unter einem Dach lebte. Meine Körperliche Veränderung hatte vollkommen innegehalten also sprach ich meine Eltern auf das Thema Schule an. „Ich bin mir nicht sicher ob das jetzt schon eine so gute Idee ist.“, gab mein Dad nachdenklich von sich, doch Mumm stellte sich gleich auf meine Seite. „Wieso denn nicht Edward? Sie könnte neue Freunde finden und ein wenig Abstand gewinnen. Außerdem sieh sie dir doch mal an. Sie hat sich in den letzten Wochen kaum mehr verändert.“ „Bitte Daddy.“, mit meinem schönsten Lächeln und meinem Ich-hab-dich-lieb-Daddy Blick sah ich durch die Wimpern zu ihm auf. „Ich werde mich benehmen und wenn es nicht klappt, dann gehe ich halt erst nächstes Jahr auf die Schule aber bitte lass mich hingehen.“ Nach kurzer Überlegung stimmte Dad meiner bitte zu. Doch er hatte eine Bedingung. „Nur, wenn Alice ebenfalls auf diese Schule geht. Zur Sicherheit.“ Natürlich stimmte ich ihm zu, ich stellte es mir lustig vor mit Tante Alice die Schulbank zu drücken, und Schule an sich stellte ich mir auch spannend vor. Zumindest schien es besser zu sein als der Hausunterricht den ich von Jasper und Rose bekam. Ich war mit meinen Gedanken schon dabei mir Kleidung für den ersten Schultag rauszusuchen, als mich eine knarrende Holzdiele aufblicken lies. Jacob stand an der Tür gelehnt und musterte mich eindringlich. „Schule hä?“, gab er in einem sonderbaren Tonfall von sich und kam einige Schritte auf mich zu. „Darf ich dich an deinem ersten Schultag begleiten oder strafst du mich noch immer aus unerklärlichen Gründen mit Missachtung?“ „Ich missachte dich nicht.“, gab ich trocken von mir und griff nach einem Apfel, der in einer Obstschale auf dem Küchentisch lag. „Komisch kommt mir aber so vor.“, murmelte er und senkte seinen Blick. „Jacob. Man kann jemanden nur missachten wenn man Gefühle für jemanden hat. Da dies aber nicht der Fall ist missachte ich dich auch nicht.“ Bei meinen Worten zuckte er leicht in sich zusammen. Ich bereute die Worte, er war schließlich mein bester Freund, doch ich war noch immer sauer darüber, dass er mir nichts von seiner Freundin erzählte. „Es tut mir leid.“, hörte ich ihn leise murmeln als er sich langsam von mir entfernte. „Ich wollte dich nicht sauer machen.“ Traurig sah ich ihm nach wie er durch die Hintertür hinaus in den Garten ging. Meine Mutter warf mir einen vielsagenden Blick zu und auch Dad hatte einen bestürzten Gesichtsausdruck. „Du Quälst ihn.“, gab Mumm ruhig von sich und griff nach Dad seiner Hand um ihn hinter sich her aus der Küche zu ziehen. Ich saß da. Allein. Jacob stand im Garten und blickte in die Bäume. Seine Körperhaltung glich einem nassen Sack. Ich erhob mich von meinem Küchenstuhl und ging auf ihn zu. Kurz vor ihm blieb ich stehen und schwieg. Sein Körper zitterte leicht und hin und wieder hob er seine Hand zu seinem Gesicht. Stark und unter Schmerzen wurde mir bewusst dass er weinte. Er weinte und ich war schuld. „Jake?“, ich durchbrach die letzten Meter die zwischen uns lagen und berührte sanft seine Schulter. „Jake weinst du?“ „Nein.“ Ich machte einen kleinen Bogen um ihn und stellte mich vor ihn. Seine Augen waren rot und Tränen liefen ihm über die Wange. Ich hatte Jacob zuvor nie weinen sehen. „Warum weinst du?“, ich hob meine Hand an um ihn die Tränen aus dem Gesicht zu streichen, doch er zog seinen Kopf zurück und untersagte mir somit die Berührung. „Schon klar.“, murmelte ich „Ich bin eben nicht deine Freundin.“ „Herr Gott Nessie was hast du nur immer mit meiner Freundin?“, er wischte sich mit dem Arm über die Augen. „Wieso hast du mir nicht von ihr erzählt?“ „Von wem denn? Es gibt niemanden vom dem ich dir hätte erzählen können.“, seine zitternde Stimme wurde lauter, doch in seinem Blick lag keine Wut. Nur Trauer. „Ich weiß es. Ich weiß das du in ein Mädchen verliebt bist und du hast es mir nicht erzählt.“ Geschockt sah Jake mich an, Ich war mir sicher dass er mich anschreien würde, das es mir übel nehmen würde dass ich in seinem Tagebuch gelesen hatte. Doch er schrie nicht. „Du weißt gar nichts!“, gab er leise von sich. Er hob seine Hand um meine Wange zu berühren, ließ sie dann aber wieder fallen. „Ich kann nicht, es… es ist nicht richtig.“ „Was?“, fragte ich „Was ist nicht richtig? Ich verstehe nicht.“ „Du bist erst acht. Ich… es tut mir leid Nessie.“


„Du warst das Mädchen in seinem Tagebuch oder?“, Lilli schlang ihre Arme fest um meinen zitternden Körper. „Ja.“, stieß ich hervor. „Ich war es, doch ich war zu dumm um es zu verstehen.“ Ich stieß einen lauten Seufzer aus. „Wieso hat er es dir denn nicht gesagt als ihr draußen im Garten standet?“ „Wieso?“, ein lautes, falsches Lachen durch brach die Stille in meinem Zimmer. „Wieso, fragt du? Lilli ich war acht. Acht dumme Jahre.“ „Ja aber du warst nur vom alter acht, doch nicht von deinem Wesen und deinem Aussehen. Nicht von deinem Verstand“ „Dennoch war ich acht und genau das störte Jake.“
Lilli warf nachdenklich ihren Kopf in den Nacken „Es war ja alles mehr als kompliziert mit euch“ Ich drehte eine meiner Locken zwischen den Fingern und nickte unauffällig mit den Kopf. Den Rest der Nacht schwiegen wir, bis ich irgendwann mit meinem Kopf auf Lillis Schoß und Luke in meinen Armen eingeschlafen war.

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4. Der erste Schultag

Beitrag  Gast am So 28 Feb 2010, 12:48

Wochen vergingen, Wochen die wie in einem Zeitraffer an mir vorbei zogen ohne jegliche Bedeutung. Bedeutungen waren nichts mehr wert für mich, denn welch eine Bedeutung konnte mein Leben, mein Dasein haben wenn ich ohne meinen Geliebten war? Die anderen Lebten ihr Leben weiter so gut es ging. Sie gingen auf die High-School oder arbeiteten. Natürlich, waren sie nicht mehr sie selbst, niemand war das nach dem tragischen Verlust den wir erlitten hatten, doch das „Leben“ musste ja schließlich weiter gehen nicht wahr? Ich verbrachte viel Zeit allein, denn es wurde mit der Zeit immer anstrengender mein perfektes Theaterspiel weiterzuführen. Ich widmete meine Zeit Dingen die… unwichtig schienen. Pflanzte Blumen im Garten an, putzte das Haus oder lag einfach nur wie in einem Wachkoma auf meinem Bett. Ich wollte nicht in die Schule, wollte mich nicht den Blicken der Menschen aussetzten und abgesehen von meinen Theaterspiel zu Hause, noch ein zweites in der Schule vorführen. Lilli war begeistert davon endlich eine Schule besuchen zu dürfen. Es machte ihr sichtlich Freude. Nur leider war sie dadurch anderen Dingen zugewandt und hatte wenig Zeit für mich. Ich nahm es ihr nicht übel, als ich zum ersten Mal eine richtige Schule besuchen durfte, war ich auch mehr als aufgeregt. Sicher der Hausunterricht der mir erteilt wurde und mich darauf vor bereitete eines Tages eine Schule besuchen zu dürfen, war sehr unterhaltsam gewesen. Jasper seine Interpretation von Shakespeares Othello oder Rosalie, die mir verschiedene Fassetten der griechischen Mythologie erklärte war immer lustig. Dad hatte sich darauf spezialisiert mich in Mathematik und Geschichte zu unterrichten und Mumm, die sich noch am ehesten an ihr menschliches Leben erinnerte gab mir Unterricht in Hauswirtschaft und Kochen. Carlisle und Esme waren für Sach- und Erdkunde zuständig und Emmett, wie sollte es auch anders sein teilte sich selbst für Sport ein. Alice unterrichtete mich in Kunst und brachte mir vieles aus der Kunstgeschichte des achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert bei. So war ich, als ich endlich eine normale Schule besuchen durfte gut, man könnte sagen besser vorbereitet als die Lehrer selbst. Lilli hatte es nicht so leicht wie ich, sie hatte nicht so viel Zeit alles zu erlernen und musste sich, was ihre Noten angingen sichtlich anstrengen, was auch dazu führte warum sie selbst dann, wenn sie zu Hause war kaum Zeit hatte. An einem sonnigen Tag, ich hatte mich bereits so sehr nah ihm gesehnt als Alice erwähnte das er kommen würde, gingen Lilli und ich in den Wald. Ich musste sie überreden mich zu begleiten, was ich zuvor noch nie tun musste. „Renesmee, ich habe noch so viel zu tun, wir müssen einen Aufsatz fertig schreiben und heute ist der einzige Tag an dem ich mich wirklich nur auf diese eine Sache konzentrieren kann.“, brachte sie genervt über einen riesen Berg aus Büchern von sich. Doch ich ließ nicht Locker und schließlich begleitete sie mich mit Wiederwillen. „Wie läuft es in der Schule?“, erkundigte ich mich nach einer Weile des Schweigens. „Gut.“, gab sie zur Antwort. „Es ist manchmal recht schwer.“ „Wenn du Hilfe gebrauchen kannst, ich helf gerne.“ Sie warf mir einen Blick zu und ich konnte so etwas wie Wut in ihm erkennen. Noch nie hatte sie mich so angesehen. „Es wäre mir eine große Hilfe gewesen, wenn du dabei gewesen wärest.“ Das schlechte Gewissen machte sich in mir breit. Ich wusste wie gerne sie mit mir zusammen zur Schule gegangen wäre. „Du weißt warum ich nicht hingehe.“, murmelte ich kaum hörbar. Sofort veränderte sich ihr Ausdruck wieder in das gewohnt lächelnde Gesicht, welches ich so liebe und brauchte um überhaupt weiter zu existieren. „Es tut mir leid.“, sie griff nach meiner Hand und drückte sie leicht. „Wie war dein erster Schultag? Du hast nie davon erzählt.“, schuldbewusst, wahrscheinlich weil sie den Grund für mein Schweigen kannte, sah sie mich an. „Ich mochte die Schule.“, gab ich nachdenklich von mir. „Ist „er“ auch zur Schule gegangen?“ „Jake?“, erkundigte ich mich, obwohl ich wusste wen sie mit „er“ meinte. Sie nicke und musterte mich eindringlich. Du hast es ihr versprochen, dachte ich. Alles würdest du ihr erzählen. „Wie ich dir ja bereits sagte, war Jacobs und meine Freundschaft ab dem Tag an, da wir zusammen auf dem Freimarkt waren etwas aus der Bahn geworfen. Das „Missverständnis“, welches zu der Zeit noch keins war weil ich fest daran glaubte er hätte eine Freundin, stand noch immer zwischen uns. Das Gespräch, dass wir im Garten geführt hatten, war das letzte richtige Gespräch das wir führten bevor ich zur Schule ging.“ Lilli und ich steuerten einen umgefallen Baum, der seine großen Wurzeln in den Himmel ragen ließ an und setzten uns auf die von der Sonne getrocknete Rinde. „Er ging mir und ich ging ihm aus dem Weg. Trotz dass wir zusammen in einem Haus wohnten vermisste ich ihn, war aber zu stolz es zu zugeben…“

Ich hatte noch genau eine halbe Stunde Zeit mich fertig zu machen, bevor Alice und ich abfahren würden. Hastig durkämmte ich meine Haare, was aber nur dazu führte dass ich aussah wie ein zu heiß geföhnter Pudel. Also griff ich mir ein dunkles Haarband und knotete meine Haare zu einem Knäul. Schnell schlüpfte ich in meine Jeans und zog mir einen dunkelbraunen Pullover an. Der Blick in den Spiegel überzeugte mich nicht mal ansatzweise, doch mir blieb keine Zeit mehr um mir die Haare zu waschen oder mich für ein anderes Outfit zu entscheiden. Also verließ ich mürrisch das Badezimmer und fluchte leise in mich hinein „Das fängt ja schon mal gut an. Ich sehe aus wie ein Trottel.“ So völlig in meine Gedanken vertieft, bemerkte ich erst das Jake vor meiner Zimmertür stand, als ich direkt vor ihm stehen blieb. „Guten Morgen“, murmelte er leise und hatte seinen Blick gesenkt. Er hatte einen weisen ziemlich engen Pullover an, der seine Muskeln an der Brust zum Vorschein brachte und trug darüber eine schwarze Lederjacke. Seine Haare hatte er locker nach vorne gegellt, wie er es immer tat. „Morgen.“, murmelte ich ebenfalls leise zurück. „Heute ist es dann soweit was?“, er richtete seinen Blick auf und sah mir tief in die Augen. Sein Blick löste eine Flutwelle der Gefühle in mir aus. Die Situation, die zwischen uns herrschte machte mich wahnsinnig und ich wollte dass es ein Ende hatte. Er will das auch, dachte ich, sonst würde er jetzt nicht hier stehen. „Ja wir fahren gleich los.“ Ein leichtes Grinsen lag in den Ecken seines Mundwinkels verborgen. „Darf ich dich begleiten?“ Die nächste Flutwelle brach über mich hernieder und schien mich zu ersticken. Ich brauchte zu lange um zu antworten, denn noch immer kämpfte ich gegen die Wellen an und Jake missverstand mein Zögern. „Es ist okay wenn du es nicht möchtest. Ich kann es verstehen ich habe mich wie ein Idiot verhalten, doch ich werde dir alles erklären Nessie. Du… Also ich…“, Jacob verhaspelte sich und brach schließlich in stilles Schweigen. „Ich würde mich freuen wenn du an meinem ersten Schultag dabei bist Jake.“, wie als sei es das selbstverständlichste auf der Welt und als sei nie etwas zwischen uns gewesen griff ich nach seiner Hand. Sie war heiß. Ich hatte sie so lange nicht mehr gehalten, dass mir die Hitze sonderbar fremd und doch unglaublich vertraut vorkam. Seine Miene hellte sich auf und ein breites Lächeln verschlug mir den Atem. Ruckartig zog er mich an seine warme, heiße Brust und schlang die Arme um mich. „Es tut mir leid.“, flüsterte er sanft in mein Ohr. „Ich bin ein Trottel.“ Ein leises Lachen stieß aus meiner Brust hervor „Du bist nicht der Trottel sondern ich. Sieh mich doch mal an. Meine Haare, meine Outfit. Ich sehe aus wie eine Bauernmarkt.“ Langsam löste Jacob seine Umarmung, ließ mich aber nicht los und begutachtete mich. „Also ich finde du siehst wunderschön aus.“, an der Wärme, die seine Worte ausstrahlten konnte ich nicht an ihnen zweifeln. „Danke.“, ich fühlte wie mir die Hitze ins Gesicht stieg und wollte den Kopf senken, doch ich war von seinen großen fast schwarzen Augen angezogen. Es schien als würde er mir bis tief in die Seele blicken. Wieder verriet das leichte knabbern auf seiner Unterlippe seine Nervosität. „Du hast mir gefehlt Nessie.“, seine Stimme klang rauer als zuvor, was vielleicht daran lag dass er auf nicht mehr flüsterte. Seine Hand, die er auf meiner Schulter liegen hatte wanderte meinen Hals hinauf und hinterließ kleine Schauer. Erst als sie auf meinem Hinterkopf unterhalb meines Knäuels hielt beendeten auch die kleinen Stromschläge. Es schien als würde auf einmal alles um mich herum verschwimmen und nur noch Jacob existieren. Dies war ein vollkommen neues Gefühl, intensiver als die alten neuen Gefühle die ich für Jacob hatte. Langsam senkte er seinen Kopf in meine Richtung und ließ die andere Hand, die noch immer auf meiner Schulter verweilte auf meine Wange gleiten. Heiß und weich lag sie da, als wäre die Stelle in meinem Gesicht extra dafür gemacht. Sein Gesicht kam dem meinem immer näher. Wollte er mich küssen? Wollte ich dass er mich küsst? Es fiel mir wie Schuppen von den Augen. Ich wollte geküsst werden. Von ihm, von meinem Jacob. Wenige Zentimeter trennten unsere Lippen noch von einander und ich konnte seinen heißen Atem, der stoßweise kam auf meinem Mund spüren. Ich schloss meine Augen und wartete Sehnsüchtig darauf dass es passieren würde. „Nessie… Engel wir müssen los. Oder willst du an deinem Ersten Schultag zu spät kommen?“, ruckartig hob Jacob seinen Kopf an und zog seine Hände von Wange und Nacken, als Alice ihre Elfenstimme zu uns hoch drang. „Es tut mir leid. Ich weiß auch nicht was das war.“, versuchte Jake sich zu rechtfertigen, seine Handlung zu rechtfertigen. „Nein.“, stotterte ich noch immer benommen von seinem heißen Atem auf meinen Lippen. „Nein, endschuldige dich nicht.“ „Renesmee!“, rief Alice wieder. „Du musst jetzt gehen.“, pflichtete Jacob mir bei und versuchte dabei gelassen zu klingen. Doch er tat alles andere als das. „Du wolltest doch mitkommen.“, ich zwang mir ein kleines Lächeln ab und sah ihm direkt in die Augen. „Ich glaube es ist besser wenn ich hier auf dich warte. Du kannst mir alles erzählen wenn du wieder da bist.“ Ich sah ihn fragend an doch er nickte nur in Richtung Treppe und gab mir zu verstehen dass es Zeit wurde. „Bist du sicher?“, fragte ich noch einmal nach. Ich wollte mich nicht von ihm trennen. „Ja. Jetzt geh schon… Ich muss en über ein paar Sachen Nachdenken.“ Er legte eine Hand auf meinen Rücken und schob mich zur Treppe. „Nessie!“ „Ich komm ja schon Tante Alice“, rief ich und lief die Treppe hinunter. Auf halber Stufe drehte ich mich noch einmal um und ich sah wie Jacob seinen Kopf gegen die Wand lehnte und sich die Hände vors Gesicht hielt. „Scheiße“, murmelte er „Du bist so dumm“ Schweren Herzens lief ich den Rest der Treppe runter und steuerte direkt auf die Haustür zu. „Nessie Liebling“, hörte ich meine Mumm rufen. „Deine Schultasche.“ „Oh! Ach die hab ich ja vollkommen vergessen.“, lachte ich auf, stellte jedoch schnell fest dass es sich komisch anhörte. Hysterisch. „Ich wünsch dir viel Spaß mein keiner Engel.“, sagte Dad als er einen Arm um mich legte. „Und benehm dich!“ „Ja Dad.“, stöhnte ich genervt und verdrehte die Augen. Ein lautes Hupen unterbrach unsere Unterhaltung. „Ich glaub du solltest dich beeilen.“, lachte Emmet, der vor dem Fernseher saß und ein Footballspiel sah „Sonst fährt sie ohne sich ab unsere kleine Streberin.“ „Sehr komisch Emmett.“, rief Alice von draußen „Ich will nur nicht das sie an ihrem ersten Tag zu spät kommt.“ Ich eilte zur Tür hinaus und hüpfte zu Tante Alice ins Auto. Schnell, viel zu schnell fuhr sie los und wühlte dabei den Kies der Auffahrt auf. „Bist du schon aufgeregt?“, fragte Alice nach einer kurzen Zeit. Ich liebte sie, keine Frage aber wenn man mal Nachdenken wollte war sie nicht die beste Wahl einer Begleitperson. „Ein wenig. Es wäre hilfreich gewesen wenn du mir sagen könntest wie mein Tag so verläuft.“ Alice warf mir einen betrübten Blick zu und nickte verständnisvoll. „Ich weiß was du meinst. Mich wurmt es auch, dass ich deine Zukunft nicht sehen kann.“ Sie beugte sich leicht nach vorne und schaltete den Cd-Player ein. Die laute Melodie von Pink Floyd erklang. Alice konzentrierte sich auf den Text und dadurch dass sie starr und benommen auf die Straße blickte auch auf die ihre Zukunft. Ihr Tag schien also schon vollkommen durchgeplant. Ich richtete meinen Blick auf die trübe Landschaft die an uns vorbei rauschte und hing meinen eigenen Gedanken hinter her. Es schien ganz so auszusehen, als bereute Jacob den Versuch mich zu küssen. Vielleicht war es einfach nur… Ach was weiß denn ich was er sich dabei gedacht hatte. Wieso benahm er ich so merkwürdig? Noch vor ein paar Monaten war alles so einfach mit ihm gewesen, das Lachen, das in Arm nehmen, einfach alles. Und nun löst schon jede noch so kleine Berührung diese Merkwürdigen Gefühle in mir auf und er… Sein Verhalten ändert sich von Minute zu Minute. Wenn ich es nur verstehen könnte. In meiner Hosentasche Vibrierte mein Handy und ich wurde ruckartig aus meinen Gedanken gerissen. Das eben… Es tut mir leid. Wenn deine Schule aus ist, werde ich da sein und auf dich warten. Viel Spaß! Dein Jake, genervt steckte ich das Handy wieder in die Tasche und ließ mich tiefer in den Autositz rutschen. „Da ich nicht sehen konnte, dass einer von uns eine Sms schreiben wollte, gehe ich davon aus das es Jacob war?“, Alice sah mich mit ihren großen Augen an. „Ja.“, murmelte ich. „Dann habt ihr euch also wieder vertragen? Was hat er geschrieben?“ „Er holt mich von der Schule ab“ Alice warf mir einen eigenartigen Blick zu und kniff leicht die Augen zusammen. „Du scheinst dich nicht sonderlich zu freuen.“ Ruckartig richtete ich mich wieder in eine Vernünftige Position und blickte sie fest an. „Es ist alles so verwirrend Tante Alice. Mal verstehen wir uns, mal nicht, dann ist da auf einmal dieses Gefühl das ich nicht kenne. Und auch Jacob benimmt sich so merkwürdig. Vorhin… Also… Ach vergiss es.“ Ich richtete meinen Blick wieder auf die vorbeiziehenden Bäume und stieß einen tiefen Seufzer aus. „Was ist vorhin passiert?“, fragte mich Tante Alice in einem lieben Ton. Es klang keine Neugierde mit, sondern Interesse und Mitgefühl für diese komplizierte Situation die mich umgab. „Ich glaube er wollte mich küssen.“, antwortete ich leise und sofort stieß mir die Hitze ins Gesicht. „Ich… ich konnte schon seinen Atem auf meinen Lippen spüren und dann hast du nach mir gerufen. Als ich die Treppe runterging, konnte ich sehen wie er sie die Hände vors Gesicht hielt und sich selbst als „dumm“ bezeichnete. Es schien als würde er es bereuen.“ Meine Worte klangen trauriger als erwartet und ich fühlte wie Tränen versuchten mir in die Augen zu kriechen. „Mist.“, stöhnte Alice. „Ich fass es nicht.“ Erstaunt sah ich sie an. Warum machte der Versuch von Jake sie so wütend? „Alice?“, nur zögernd kam mir ihr Name über die Lippen. „Es tut mir leid Liebes.“ „Was tut dir leid?“, ich verstand gar nichts mehr. „Hätte ich gesehen was er vorhat, dann hätte ich dich warnen können.“ Warnen? Ich wollte nicht gewarnt werden. Ich wollte verstehen. „Glaubst du er bereut es?“ „Den Versuch dich zu küssen? Nein ich glaube nicht.“ Ich nickte nur leicht und sagte weiter kein Wort. Alice konnte Jake nicht einschätzen, sie sah ihn nicht in ihren Visionen und konnte also nicht wissen was er tun würde. Sein Verhalten vom Morgen, war für mich Beweis genug das er es bereute.

Dicke Regentropfen ließen mich meine Erzählung innehalten. „Mist.“, fluchte ich. „Das war es dann mit Sonnenschein.“, pflichtete Lilli mir bei. Schnell suchten wir Schutz unter einer dicken Tanne. „Wie ging es weiter?“ „Naja zu aller erst das übliche Prozedere. Alice und ich wurden unseren Klassen zugewiesen und erhielten einen Plan für die Schule und einen Stundenplan. Wir hatten kein Fach zusammen und das beängstigte mich ein wenig.“ Lilli lächelte leicht. „Ich bin auch mit niemanden von den anderen in einem Kurs.“ Ich erwiderte ihr Lächeln und begann fortzufahren.

Klassenraum 23. Ich stand vor der weißen Tür und war wie angewurzelt. Der Unterricht hatte bereits begonnen. Gerade als ich an die Tür klopfen wollte ertönte hinter mir eine leise Stimme. „Bist du die neue? Man sagte uns das wir jemand neuen bekommen würden.“ Ein Junge, etwa einen halben Kopf größer als ich mit dicken blonden Haaren, die alle wild durcheinander waren und tief blauen Augen sah mich an. „Ähm… Ja das bin dann wohl ich.“, ich reichte ihm meine Hand und stellte mich vor. „Ich bin Renesmee.“ „Tom. Du hast aber einen ungewöhnlichen Namen.“ Ich bin ungewöhnlich, dachte ich und musste mir ein Lachen verkneifen. „Aber gut dass ich dich noch vor der Tür getroffen habe. So kann ich sagen dass ich deinetwegen zu spät gekommen bin.“ Ich zog eine Augenbraue hoch uns musterte ihn. „Naja, wir sagen einfach ich hab vor dem Sekretariat auf dich gewartet um dich dann zur Klasse zu begleitet.“, er versuchte mich mit einem unglaublichen Lächeln zu überzeugen. „Na gut.“, stimmte ich schließlich zu und klopfte an die Tür. Nach einem leisen „Herein.“, öffnete ich mit einem riesigen Klos im Magen und trat dicht gefolgt von Tom in die Klasse. „Mister Miller, wie immer zu spät?“, erkundigte sich der Lehrer sofort in einem recht scharfen Ton. Sofort ergriff ich das Wort bevor Tom sich in Schwierigkeiten brachte. „Endschuldigen sie bitte, aber Toms Verspätung ist meine Schuld. Ich bat ihn beim Sekretariat zu warten und mich dann zur Klasse zu begleiten, bevor ich mich verlaufe.“, ich setzte mein bezauberndstes Lächeln auf und dem Lehrer stockte für eine Millisekunde der Atem. „Ich verstehe. Setzten sie sich bitte an einen freien Platz, damit wir mit dem Unterricht fortfahren können.“ Tom griff nach meiner Hand und zerrte mich hinter sich her. „Setzt dich zu mir, da ist noch der Platz frei.“ Mit einem leichten Ruck ließ ich mich auf dem Platz den Tom mir angeboten hatte nieder. Der Lehrer setzte seine Unterrichtsstunde fort und ich kramte eilig ein Buch aus meiner Tasche, das mir im Sekretariat ausgehändigt wurde. Der Unterrichtsstoff an sich, war mehr als leicht, es waren Sachen dien ich bereits zu Hause mit dem einen oder anderen Familienmitglied durchgenommen hatte. Dennoch sah ich dem Lehrer aufmerksam bei seinen Erläuterungen über die Gründerväter des achtzehnten Jahrhundert zu. „Danke wegen eben.“, begann Tom sofort ein Gespräch als die erste Unterrichtsstunde zu Ende war. „Kein Problem.“, antwortete ich freundlich und studierte meinen Stundenplan und die Schulkarte. „Was hast du als nächstes?“, er richtete seine Aufmerksamkeit auf meinen weißen Zettel, den ich in den Händen hielt. „Biologie, dann Kunst, und dann zwei Stunden Sport.“ „Das ist super.“, platze es aus ihm heraus „Ich habe auch Biologie. Kunst haben wir nicht zusammen, aber dafür dann wieder Sport.“ Mit einem zufriedenen Lächeln schritt er vor mir weg und ich folgte ihm wie ein kleines Hündchen. „Übrigens, du bist cooler als ich dachte.“, lässig warf er mir einen Blick zu. Wieso? Wie dachtest du denn das ich bin?“ „Naja du siehst aus wie diese typischen Streber-Mädchen.“, er lachte einmal leicht auf. „Versteh mich bitte nicht falsch, du siehst echt super aus und so und deine Augen wow, ich habe noch nie so geile Augen gesehen. Ich mein die Farbe alle Achtung.“ Er ließ einen kleinen Pfiff verlauten, kontrollierte dennoch vorsichtig meine Reaktion. „Ich sehe das dann jetzt mal als ein Kompliment.“ „Auf jeden Fall. Dein Freund muss mächtig stolz auf dich sein.“ Ich senkte beschämt meinen Kopf. Auf solche Unterhaltungen war ich an meinem ersten Schultag nicht vorbereitet. Sowieso war ich auf derartige Unterhaltungen nie vorbereitet wurden. Es war mir unangenehm, also schwieg ich. Tom musterte mich noch einen kleinen Augenblick, dann nickte er kaum merklich. Als die Unterrichtsstunde bald ein eine hatte und ich mich, dicht gefolgt von Tom der mir netterweise den Weg zur Cafeteria zeigen wollte, was eigentlich nicht nötig tat da ich das Essen schon einige Meter vor her mehr als deutlich riechen konnte auf den Weg machte hielt ich Ausschau nach Tante Alice. Ich konnte sie erst erblicken, als wir bereits in der großen Mensa angekommen waren. Sie saß wartend an einem etwas abseits gelegenen Tisch, vor sich ein Tablett mit Nudeln. Schnell griff ich mir ebenfalls ein Tablett und nahm mir etwas von dem Fisch und Salat. Tom, der noch immer an meinen Fersen hing nahm dasselbe. Als er bemerkte das ich Zielstrebig auf den Tisch zulief an dem Alice saß wurde er etwas langsamer und entfernte sich von mir. „Tom?“, rief ich ihm nach. „Ja?“, in seinem Blick lag freudige Erwartung als er sich wieder zu mir umdrehte. „Wo gehst du hin? Esse doch bei mir und… meiner Schwester.“, es war ein komischen Gefühl, Tante Alice als Schwester zu bezeichnen. Ich warf ihr schnell einen fragenden Blick zu und als sie mich anlächelte wusste ich dass es für sie in Ordnung war. Alice war wenn es darum ging immer sehr unkompliziert. Rosalie hingegen hätte einen riesen Aufstand gemacht. „Klar gerne.“, sofort änderte er wieder die Richtung und kam auf uns zu. „Hey, ich bin Alice“, trällerte sie sofort los, als wir unseren Tisch erreichten. Tom stockte merklich er Atem und er brauchte einen kurzen Augenblick um zu antworten „Tom. Freut mich.“ Alice lächelte ihn noch einmal kurz an um sich dann an mich zu richten. „Wie war es bis jetzt?“ „Ganz gut. Ich habe gleich Kunst und dann haben Tom und ich Sport.“ „So, so.“, Alice warf mir einen vielsagenden Blick zu. Denk daran, dass du dich nicht zu auffällig benimmst in Sport, sollte er heißen. Während ich still mein Essen aß, unterhielt sich Alice mit Tom. Die Pause verging zügig und ich machte mich zu meinem Kunstraum. „Ich hol dich dort ab, dann können wir gemeinsam zum Sport gehen.“, rief Tom mir noch nach, als er in der Masse unterging. Ich steuerte, als ich den Klassenraum erreicht hatte einen Stuhl in der hinteren Ecke an. Die Staffeleien waren so angerichtet, dass sie einen Kreis ergaben und in der Mitte stand ein Tisch mit einer Plastickobstschale. Nach und nach trudelten immer mehr Schüler in die Klasse und die Blicke die sie mir zuwarfen, blieben nicht verborgen. „Hallo. Ich bin Luisa.“, ein Mädchen, das noch kleiner war als ich und feuerrote Haare hatte sprach mich an. Ihr Gesicht war übersät von Sommersprossen und ihre Augen hatten die Farbe von giftigen Grün. „Ich bin Renesmee.“, stellte ich mich ebenfalls höfflich vor. „Sie!“, der Lehrer, der seinen Platz vorne am Pult eingenommen hatte, zeigte mit dem Finger auf mich. „Sie sind die neue?“ Langsam stand ich auf und nickte mit dem Kopf. „Ja Sir.“ „Komm bitte in die Mitte des Kreises und stelle dich den anderen vor.“ Ich tat wie geheißen und trottete nervös in die Mitte des Kreises. „Hallo.“, sagte ich leise und blickte die Mitschüler dabei an. „Ich heiße Renesmee Carlie Cullen und bin sechzehn Jahre alt. Ursprünglich komme ich aus Forks, das ist ein kleiner Ort in Washington. Ich Lebe hier im alten Morose Haus mit meiner Familie. Dazu gehören meine Geschwister Bella, Edward, Emmett und Alice, meine Cousine Rosalie und mein Cousin Jasper. Meine Mumm und mein Dad heißen Esme und Carlisle. Ach und Jacob, er ist…“, als ich etwas über Jacob sagen wollte fehlten mir die Worte. Ich hatte nie nachgedacht wie ich in vorstellen würde. „Also Jake ist aus Forks mit uns gekommen und… er ist mein bester Freund.“ Ich sah wie die anderen vereinend anfingen zu Lachen als ich ins Stottern fiel. „Hast du irgendwelche Interessen?“, erkundigte der Lehrer sich weiter. „Nein Sir.“, log ich. Doch was hätte ich auch sagen sollen? Ja Sir ich gehe gerne Jagen und auf meinem besten Freund reiten wenn er sich in einen riesenhaften Wolf verwandelt? „Gut dann setzt dich wieder auf deinen Platz.“ Ich folgte seinen Anweisungen und nahm auf meinem Platz in der hinteren Ecke des Raumes platz. Die Stunde schien sich endlos hinzuziehen und ich sehnte mich immer mehr dem Ende entgegen. Dann noch zwei Stunden Sport und dann kommt Jakob, dachte ich fröhlich. Wie angekündigt wartete Tom vor der Klassentür auf mich und wir gingen gemeinsam zur Sporthalle. Ich erzählte ihm von der Peinlichkeit des Vorstellens und er fand es mehr als amüsant. „Ihr seid aber echt eine große Familie.“, stellte er fest. „Ja, naja wir sind nicht alle Geschwister. Emmett und Alice sind adoptiert und Rose und Jasper wohnen bei uns weil es für sie einfacher ist.“, es viel mir ziemlich schwer, mir eine passende Antwort für die Fragen die Tom mir stellte einfallen zu lassen. Doch er wollte alle möglichen Dinge wissen. Der Sportunterricht war ganz angenehm. Wir wurden in kleine Gruppen eingeteilt und spielten so eine Art Wurfspiel. Die zwei Stunden vergingen wie im Flug. „So, geht euch Duschen und dann wünsche ich euch noch einen schönen Tag.“, rief der Lehrer, sein Name war Mister Tomcik. In der Umkleidekabine unterhielt ich mich mit den Mädchen und stellte fest dass Tom einer der begehrtesten Jungen der Schule sei. Mich interessierte das alles nicht, ich hing meinen Gedanken nach und freute mich das ich den ersten Schultag hinter mir gelassen hatte. Ich hatte keine Zeit mehr, mir nach dem Duschen noch die Haare zu föhnen, also band ich sie einfach wieder zu einem zotteligen Knäul zusammen. Ich warf mir meine Schultasche über die Schulter und verließ die Kabine. „Da bist du ja schon. Ich dachte du würdest länger brauchen bei deinem perfekten Aussehen.“, wurde ich freundlich von Tom, welcher an der Wand lehnte begrüßt. Ich lächelte bloß, was sollte ich auch dazu sagen? Als wir den schmalen Gang entlang schritten, immer Richtung Ausgang erzählte Tom von seiner Familie. Er hatte noch einen älteren Bruder Ralf und eine jüngere Schwester Nadine. Seine Eltern waren viel unterwegs und so kümmerte sich eine Nanny um sie. Sie sind auch erst vor zwei Jahren in die Gegend gezogen und so wüsste er noch genau wie es sich anfühlte „der neue“ zu sein. Wir traten aus dem dunklen Flur, ins Freie. Der graue Himmel warf alles in ein trübes mattes Licht. Obwohl ich nicht fror, rieb ich mir mit den Händen über die Arme. Es wirkte alles so ungemütlich. Ich ließ meinen Blick über die große Schulwiese gleiten, die mit ihren verblassten Bänken und den überfüllten Mülleimern nicht besonders einladend aussah und plötzlich wurde mir warm ums Herz. Er war gekommen, obwohl er es versprochen hatte, so glaubte ich nicht wirklich daran dass er mich von der Schule abholen würde. In seinem weißen Pullover und seiner Lederjacke stand er an sein Motorrad gelehnt und wartete. Die Mädchen die an ihm vorbei gingen musterten ihn eindringlich und wenn sie etwas von ihm entfernt waren drehten sie sich noch einmal nach ihm um. Mein Herz, das so schon schneller schlug als ein normales, machte hundert Freudenhüpfer hintereinander. Als wir nahe genug an ihm dran waren und auch Tom ihn sehen konnte stieß er wieder diesen pfeifenden Ton von sich, welchen ich schon einmal mitbekommen hatte. „Ist das eine coole Maschine. Und der Kerl sieht ja Monströs aus. Den hab ich noch nie hier gesehen. Wetten das der mit einer von den Cheerleadern zusammen ist.“ Ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen als ich in das Gesicht von Tom blickte der Jacob voller beneiden musterte. „Jake!“, rief ich und wedelte mit der Hand in der Luft. Ruckartig riss Tom seinen Kopf in meine Richtung. „Du kennst ihn?“ Wieder fing ich an zu lachen. „Er ist mein Freund… Also nicht meiner aber… Er ist mein bester Freund.“, wieder viel es mir schwer eine genaue Bedeutung für das zu finden was Jacob für mich war. Als Jake mich sah, hellte sich seine Miene augenblicklich auf. Doch der finsteren Blick, den er auf Tom gerichtet hatte, auch wenn es nur eine halbe Sekunde gedauert hatte, blieb mir nicht verborgen. Ohne nachzudenken, wie es vielleicht für Außenstehende aussehen würde, lief ich auf ihn zu und schlang meine Arme um seinen Hals. „Du bist da.“, hauchte ich ihm voller Freude ins Ohr. „Hab ich doch gesagt.“, gab er trocken und amüsiert von sich. „Ja aber ich hatte nicht daran geglaubt.“ Jacob festigte seine Umarmung noch ein wenig ehe er mich los ließ. „Wie war es?“, erkundigte er sich und seine Augen lagen so voller Freude. „Oh es war toll. Ich hab auch schon einen Freund gefunden. Und Das Mädchen neben mir in Kunst scheint auch ganz nett zu sein.“ „Einen Freund?“, hakte Jake nach und da fiel mir ein dass Tom ja auch noch da war. Er stand etwa abseits und sah peinlich berührt aus. „Jacob darf ich vorstellen? Das ist Tom. Er ist in Unterschiedlichen Kursen mein Platzpartner und hat mir gezeigt wie ich zur Cafeteria komme.“ „Hallo.“, gab Jacob trocken von sich und streckte Tom eine Hand hin, die dieser sofort ergriff. „Ich bin Jacob.“ „Hallo.“, gab Tom etwas schüchtern von sich. „Ich werde dann auch mal los Renesmee, nicht dass sich die Nanny noch sorgen macht. Also mach es gut Jacob hat mich gefreut.“, er machte sich in langsamen Schritten davon. „Bis morgen Tom und danke für alles.“, rief ich hinter her und lächelte ihn an. „Lass uns auch nach Hause fahren ja? Ich bin etwas müde.“, richtete ich das Wort an Jacob, der wie selbstverständlich meine Hand nahm. Für die Schüler, die an uns vorbei gingen war es sicher eine eindeutige Position. „Ja lass uns fahren. Alice ist auch schon los, ich hab ihr gesagt das du mit mir fährst.“ Er nahm mir den Rucksack von den Schultern und verstaute ihn, als er den zweiten Motorradhelm aus dem Sitz fach genommen hatte darin. Ich löste wieder das Knäul meiner immer noch nassen Haare und setzte mir den Helm auf. Jacob setzte sich auf das Motorrad und zog ebenfalls den Helm über seinen Kopf. Ich schlang mein Bein über den Sitz und legte meine Hände an Jacobs Hüfte. Sein Körper zuckte einmal kurz und es hörte sich so an als würde er ein Lachen unterdrücken, dann fuhr er los. Ich liebte es mit Jacob Motorrad zu fahren. Der Wind, die Geschwindigkeit dass alles war berauschend für mich. Doch dieses Mal war es anderes. Ich wurde noch von etwas anderem berauscht als von dem Wind und der Geschwindigkeit. Ein Geruch, ein Geruch so unvorstellbar schön und wohltuend stieg mir in die Nase. Ein Geruch den ich schon hunderte… tausende Male inhaliert hatte. Moos, Bäume, Rinde, Grass, Regen, Tau. Alles war in dem lieblichen Duft enthalten, alles was ich kannte. Dennoch brannte es in meiner Nase, es brannte und wollte immer mehr von dieses wundervoll gewohnten Duft. Ich presste mich unauffällig etwas enger an Jacob und legte meinen Kopf, der von diesem unnützen Helm gefangen war auf seinen Rücken. Die Fahr nach Hause ließ ich mich von seinem Geruch umschließen. Einhüllen. Berauschen.

„Schatz wie war dein Schultag?“, das dritte Mal das ich das gefragt wurde. „Gut Mumm. Es hat Spaß gemacht und ich hab auch schon Freunde gefunden.“ „Schön Liebes. Es freut mich dass du deinen Spaß hattest. Wo ist Jacob?“ Während dessen ich mich auf den Weg die Treppe hoch in mein Zimmer machte antwortete ich „Er bring das Motorrad in die Garage. Mumm ich leg mich etwas hin ja? Ich bin ziemlich müde.“ Ich ging bereits weiter die Treppe hinauf als ich von ihr ein leises „Mach das mein Schatz.“, hörte. Der Tag, so spannend und nett er auch gewesen sein mochte, hatte mich ziemlich mitgenommen. Die Gerüche und Geräusche die einen permanent umgaben, setzten mir ganz schön zu. Mit einem langen zaghaften Gähnen öffnete ich meine Zimmertür und ließ meinen Blick sofort auf den kleinen Plüschteddy gleiten der liebevoll auf meinem Bett platziert wurde. Grinsend schloss ich die Tür und lief auf den Teddy zu. Er war seidig weich und flauschig und er roh nach „ihm“. Als ich den Teddy anhob, bemerkte ich erst die kleine Karte die seitlich an ihm lehnte. Ich legte mich auf mein Bett und den Teddy neben meinen Kopf, dann begann ich die Karte zu lesen. Ich hoffe du hattest einen schönen ersten Schultag Nessie. Es tut mir leid, dass ich dich nicht zur Schule gebracht habe. Ich werde es gut machen und damit meine ich nicht dass ich dich abgeholt habe… Für immer dein Jacob. Ich stieß einen kleinen Freudenseufzer aus und schloss meine Augen. Ich musste schnell eingeschlafen sein, denn als ich sie öffnete war es bereits dunkel. Ich streckte meine Glieder und legte eine Hand auf meinen Bauch. Er fühlte sich hol und leer an. Ich beschloss mir etwas zu Essen zu machen und mich dann an meine Hausaufgaben zu setzten. Das Haus wirkte still und verlassen als ich den unteren Teil erreichte. Wahrscheinlich sind sie alle jagen, dachte ich beleidigt darüber das mir keiner Bescheid gesagt hatte. Mürrisch öffnete ich den Kühlschrank und griff nach den Rest Nudelauflauf vom Vortag. Schnell in die Mikrowelle und fertig.


„Wir sollten langsam zurück.“, unterbrach ich meine Erzählung. „Erzählst du mir nachher mehr?“ Lilli machte ein bedrücktes Gesicht, es sah schon fast traurig aus. „Was hast du?“, fragte ich vorsichtig. „Es ist… Für dich ist es alles passiert, dass alles hast du durchlebt und erlebt. Für mich ist es bloß eine Geschichte. Jacob war bestimmt ein toller Kerl. Ich hätte ihn gerne besser gekannt als nur die wenigen Tage die mir als Kind zur Verfügung standen.“ „Jake war ein wunderbares Wesen Lilli.“, antwortete ich traurig. Ich stand auf und zog sie mit mir mit. Der Regen hatte nachgelassen und die Vögel begannen wieder zu singen. Schnell liefen wir zum Haus zurück. „Es tut mir leid dass ich dich von deinen Hausaufgaben abgehalten habe.“, endschuldigte ich mich und setzte dabei einen Reue haften Blick auf. „Das macht nichts. Es war schön wieder etwas mehr über dich und Jacob zu erfahren und wie dein erster Schultag war.“, sie schenkte mir ein Lächeln und ging voraus ins Haus.

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5. "Immer nur du"

Beitrag  Gast am Mo 08 März 2010, 22:09

„Wo wart ihr denn den ganzen Tag?“, empfing uns Mumm als wir durch die Haustür kamen. „Spazieren. Die Sonne schien so schön.“, antwortete Lilli und ging an ihr vorbei. „Wo ist Luke? Ich muss mit ihm reden?“ Ich musste mir wie so oft, wenn sie sagte dass sie mit einem Tier reden müsste ein Lachen verkneifen. Es war ihr hoch anzurechnen, dass sie bei der Vegetarischen Ernährung blieb obwohl sie mit den Tieren genau so sprach wie mit den Menschen. „Luke ist bei Nessie im Zimmer. Er wartet schon den ganzen Tag da oben.“, lachte Mumm auf und schüttelte dabei den Kopf. „Manchmal glaube ich, dass dieser hässliche Kater uns genau versteht.“ Lilli warf Mumm einen wütenden Blick zu und brummelte leise beim weiter gehen „Luke ist nicht hässlich. Er ist etwas ganz besonderes. Ihr habt doch keine Ahnung.“ Verwundert über Lillis kleinen Wutausbruch sahen Mumm und ich ihr nach. „Meine Güte, sie hat aber heute schlechte Laune.“, bemerkte Jasper, der gerade die Stube betrat und mit Lilli im Flur zusammen gestoßen war. „Eigentlich nicht.“, wiedersprach ich ihm. „Sie liebt dieses Tier nur einfach sehr.“ Jasper zuckte mit den Achseln und grinste mich an. „Und du? Was ist mir dir?“ Ich verzog meine Augenbrauen und musterte ihn still. „Was soll mit mir sein?“ „Na deine Laune scheint heute ziemlich gut zu sein.“, gab er trocken als Antwort zurück. „Ich kann nicht klagen Onkel Jazz.“ Noch einmal lächelte ich meine Mutter an, dann ging ich Lilli nach.
Sie saß auf meinem Bett und hatte Luke in ihren Armen. „Ich versteh das aber nicht. Warum denn? Es wäre so viel einfacher.“, flüsterte sie dem Tier zu, als hätten sie ein kleines Geheimnis. „Was wäre einfacher?“ Erschrocken darüber, dass ich in der Tür stand riss Lilli den Kopf hoch. „Nichts.“, gab sie schnell von sich. „Es ist nur… Also ich wundere mich warum Luke keine Mäuse fangen will.“ Grinsend hockte ich mich neben Lilli und Luke. „Na weil er eben ein dicker und fauler Kater ist, der in einem Haus voller Vampire viel zu sehr verwöhnt wird.“Ich knuffte ihn dabei leicht den Kopf worauf hin Luke zu schnurren begann. „Jasper fragt warum du schlechte Laune hast. Ich hatte das gar nicht bemerkt.“, fing ich an über Jaspers Bemerkung nachzuhaken. „Hab ich nicht. Ich war nur in Gedanken und vielleicht hat er mein Gefühl falsch gedeutet.“ Ich sah sie mit leicht zugekniffenen Augen an. „Verheimlichst du mir etwas?“ Empört über meine Vermutung schob Lilli ihre Unterlippe etwas nach vorn und schüttelte beleidigt den Kopf. Ich lachte laut auf, denn ich liebte es wenn sie diese Geste von sich gab. Sie hatte es auch immer dann getan, wenn sie als Kind ihren Willen nicht bekam. Das kam allerdings sehr selten vor. Emmett und Rosalie hatten sich ihrer angenommen gehabt als wir von Forks zurück nach Alaska gingen. Ich hatte mit bekommen dass Mumm mit dem Gedanken gespielt hatte Lilli fort zu bringen, weil sie Angst hatte dass es für Lilli zu gefährlich sein könnte unter uns zu leben. Doch Emmett und Rosalie wollten das nicht zulassen. Es gab einen riesen Streit wegen Lilli und dem was mir ihr passieren sollte. Auch wenn Mumm für Lilli immer die erste Person in diesem Haus war, so war Emmett derjenige, der sie zu Bett brachte und Kochen für sie lernte. Rosalie war es die Kleider für sie kaufte und ihr die Haare machte. Die Rollen setzten sich mit der Zeit immer fester. So wurden Emmett und Rose zu Mumm und Dad und Bella und Edward zu Tante und Onkel. Als Lilli von dem Baum fiel und Alice mit ihr ins Haus kam, ist Tante Rose beinahe umgekommen vor Sorge. Ihr Körper war überall voller Blut und aus der Haut ihres Beines ragte ein Knochen hervor. Carlisle gab sich die größte Mühe, richtete ihr Bei und versorgte ihre Wunden. Tante Rose war die ganze Zeit bei ihr geblieben, trotze dem Verlangen nach ihrem Blut und hielt ihre Hand. Doch Carlisle konnte nichts tun. Lilli hatte innere Verletzungen und wurde immer schwächer. Den Tag an dem es mit Lilli zu Ende gehen sollte werde ich wohl nie vergessen. Carlisle war außer Haus um Medikamente für Lilli zu besorgen. Der Apparat an dem Lilli angeschlossen war, piepste regelmäßig. Rosalie saß wie jeden Tag, wie jede Stunde, Minute und Sekunde an Lillis Bett und redete ihr leise zu, sie solle sich Mühe geben gesund zu werden. Ich saß mit Emmett allein in der Stube und wir guckten einen Kochchannel. Mumm, Dad, Alice und Jasper waren Jagen und Esme war dabei frische Blumen im Haus zu verteilen. Dann wurde die friedliche Stille von einem durchgehenden Piepsen durchbrochen und Tante Rosalie rief voller Panik nach Emmett. „Emmett komm schnell irgendwas stimmt nicht.“ Ich lief Emmett nach und erblickte Lilli, die blas und still auf ihrem Bett lag. „Tu was Emmett, es hört nicht, das Piepsen wird nicht gleichmäßig.“ Völlig hecktisch wedelte Rosalie mit den Händen über Lillis stillen Körper. „Was soll ich denn machen? Ich hab doch keine Ahnung davon?“ Ich erkannte sofort dass es nur einen Ausweg geben würde. Und umso länger sie warteten, umso unwahrscheinlicher wurde es dass es klappen könnte. „Verwandel sie Emmett. Sie wird sterben.“ Erschrocken und mit unglaublich viel Angst in den Augen sah Rose mich an. „Ich kann das nicht.“, stieß sie hervor. Ohne ein weiteres Wort stieß Emmett Rose von Lilli fort und biss sie in den Hals, in die Arme, die Beine und die Brust. Ich hatte vorher nie gesehen, wie jemand verwandelt wurde. Es erschien mir nach all den Jahren grotesk. Einige Minuten vergingen in denen nichts passierte. Noch immer gab der Apparat dieses lange monotone Geräusch von sich. Dann richtete sich Lillis Körper plötzlich auf und sie sah mit weit aufgerissenen Augen in die Ferne, der Apparat gab nicht länger diesen langen Ton von sich, sondern einen kurzen nach dem anderen schnell hintereinander. Dies dauerte nicht lange an. Sie ließ sich nach hinten fallen und das Monotone Geräusch kam wieder. „Hat es geklappt?“, fragte Rose aufgeregt und strich Lilli über den Kopf. „Ich weiß nicht. Ich hab es noch nie gemacht. Wir werden warten müssen.“… Es hatte geklappt und es war das Beste was Emmett und Rose passieren konnte. Was mir nach Jakes Tot passieren konnte.
Ich krabbelte zu Lilli in mein Bett und lächelte sie an. „Du was machen wir jetzt? Wollen wir deine Hausaufgaben machen?“ „Nein. Da hab ich jetzt keine Lust zu. Erzähl mir mehr. Wie ging es weiter? Du warst in der Küche und weiter?“ Ich lachte kurz auf und lehnte meinen Kopf an ihre Schulter. „Naja… Also wie gesagt, ich hatte mir den Rest Nudeln gemach und mich an den Küchentisch gesetzt. Die anderen waren nicht zu Hause und ich glaubte sie seien alle Jagen…“

Ich aß meine Nudeln, sie schmeckten mir nicht besonders gut. Ich zog Blut normalem Essen vor, doch es war einfach und allein Jagen wollte ich nicht. Als ich mit Essen fertig war, spülte ich meinen Teller ab und nahm einen Schluck Wasser zu mir. Ich konnte hören dass der Kies in der Einfahrt knirschte und dachte es sei Carlisle. Also ging ich zur Haustür. Doch als ich sie öffnete war es nicht Carlisle der der aus einem alten Fort ausstieg sondern Tom und ein Mädchen, das ich in der Schule nicht gesehen hatte. „Hey. Man ist ja echt schwer hier her zu finden. Die Straße ist nicht mal ausgeschildert.“, begrüßte mich Tom mit einem großen Lächeln auf den Lippen. Das Mädchen, sie hatte lange braune Haare und dunkle Haut lächelte mich ebenfalls an. „Was machst du hier?“ Ich trat aus der Tür und stellte mich an den oberen Tritt der Verandatreppe. „Das nenn ich mal eine nette Begrüßung.“, ein lautes Lachen drang durch die Dunkelheit die das Haus umgab. „Wir wollten ins Kino. Ich, Eva und ihr Freund. Er wartet schon dort, sonst hätte er einen Umweg machen müssen. Naja und da du ja noch nicht so viele Freunde hast dachten wir uns wir fragen ob du mit willst.“ Er deutete mit einer leichten Geste auf das dunkelhaarige Mädchen namens Eva. „Also… Ehm, meine Eltern sind nicht da und ich weiß nicht ob ich mit kann. Es ist ja auch schon dunkel.“ Als sei es selbstverständlich, kam Tom die Verandatreppe rauf und setzte sich in die Hollywoodschaukel, die seitlich neben der Tür stand. „Ruf doch eben bei deinen Eltern an.“ Ich fühlte mich leicht in die Enge getrieben. Ich war es nicht gewohnt ohne einen aus meiner Familie oder Jake weg zu gehen, dennoch machte es einen enormen Reiz für mich aus. Außerdem machte ich mir Gedanken darüber, wie wohl die anderen reagieren würden wenn sie Tom und Eva bei uns sehen würden? Seufzend und nickend ging ich ins Haus und griff zum Telefon. Schnell wählte ich Dad´ s Nummer und wartete das er abhob. „Ja?“ „Dad ich bin es. Ich wollte dich was fragen.“ Mein Magen zog sich vor Aufregung zusammen, noch nie hatte ich eine normale Menschliche Frage an meinen Vater gehabt. „Was denn Liebes?“, die Stimme von Dad war wie immer gewohnt liebevoll. „Also zwei aus meiner Schule sind hier…“ „Bei uns zu Hause?“, unterbrach Dad mich, doch er klang eher positiv überrascht als sauer. „Ja. Naja sie wollen ins Kino und wollten dass ich mit komme. Ist das in Ordnung?“ „Natürlich Liebes. Ich wünsch dir viel Spaß.“ „Danke Dad. Ich hab dich lieb.“ Ich drückte auf den roten Knopf und das Gespräch war beendet. „Kino also? Na dann viel Spaß.“, vor Schreck zuckte ich zusammen und fuhr Ruckartig herum. Jacob stand in der Terrassentür und blickte mich starr an. Ein nervöses Lachen entfuhr meiner Kehle. „Musst du dich so anschleichen? Ich hab fast einen Herzinfarkt bekommen.“ Es sollte ein Scherz sein, doch Jake ging nicht darauf ein. „Keine Sorge Renesmee, es ist nicht dein Herz welches aufhören kann zu schlagen.“ Ohne ein weiteres Wort ging Jake an mir vorbei und die Treppe hinauf. „Jacob?“, schnell lief ich ihm nach und hielt ihm auf halber Stufe am Arm fest. „Was hast du?“ „Dein Freund wartet Nessie. Verschwinde.“ Ich fühlte wie sich ein harter Klumpen in meinem Hals bildete und mir das Sprechen erschwerte. „Wieso bist du so?“, brachte ich mühsam raus. Einen kurzen Augenblick, nicht mal eine Sekunde lang trat ein trauriger, schmerzvoller Ausdruck in Jacob seinem Gesicht dann war da nur noch Entschlossenheit zu erkennen. „Ich bin so, wie ein Freund… ein Bruder eben ist. Deine Freunde warten Renesmee und ich hab auch keine Zeit. Also geh jetzt und hab viel Spaß mit deinen neuen Freunden.““Wo willst du denn hin?“, stotterte ich erschrocken über seine fremde Art zu sprechen. Ein Freund… ein Bruder? Noch nie hatte er sich selbst so dargestellt. Er sprach sonst immer von „dein Freund“, nie war es ein „ein“. „Geh jetzt.“, war alles was er sagte. Er beantwortete mir nicht einmal meine Frage. In zügigen Schritten entfernte er sich von mir und verschwand in seinem Zimmer. Ich blieb eine Weile lauschend auf der Treppe stehen doch konnte keinen Laut vernehmen. Langsam, mechanisch ging ich auf seine Zimmertür zu und legte meine Hand an das dunkle Holtz. „Jacob?“, flüsterte ich, doch ich erhielt keine Antwort. „Renesmee?“, Toms rufen rief mir ins Gedächtnis dass er und Eva unten auf der Veranda auf mich warteten. „Ich hab mir nur eine Jacke geholt.“, log ich und lief in mein Zimmer um mir die erst beste Jacke zu greifen die ich in die Finger bekam. Schnell lief ich die Treppe hinunter und versprach mir selbst nicht mehr über Jake sein merkwürdiges Verhalten nachzudenken. Ich wollte Spaß. Spaß allein unter Menschen.
Wir sahen uns ein Liebesdrama an, es handelte um einen Jungen der heimlich in seine beste Freundin verliebt war. Es stellte sich raus dass die an Leukämie erkrankt war und so tat er alles um ihr die letzten Monate so schön wie möglich zu gestalten. Er fuhr mit ihr ohne Einverständnis ihrer Eltern in ein anderes Land, weil sie das Meer sehen wollte. Am Ende des Films starb das Mädchen mit den Worten dass sie sich alles außer einer Sache von ihm gewünscht hatte. Als der Junge fragte welche Sache das gewesen sei brachte sie mühsam über ihrer blasen Lippen das Wort „Dich“ raus und schloss für immer ihrer Augen. Es war ein trauriger und doch sehr schöner Film. Eva hatte die halbe Zeit des Films damit verbracht sich heimlich die Tränen aus dem Gesicht zu wischen und ihr Freund tat so als würde er es nicht sehen. Tom war stark damit beschäftigt so zu tun als würde ihn das Ende des Films nicht rühren, doch die versteckte Träne in seinem Augenwinkel war nicht zu übersehen. Ich selbst weinte auch vereinzelt kleineTränen. Es war eine Mischung aus Rührung über den Film und aus Verzweiflung über diese neue merkwürdige Situation die Jacob und mich seit Wochen umgab. „Das war echt ein toller Film.“, gab Tom trocken von sich als die hellen Lichter im Kinosaal angingen. „Ziemlich heftige Geschichte. Was meinst du?“, er richtete sein Augenmerk auf mich. „Der Aspekt das sie ihn die ganze Zeit über liebte, aber fest daran glaubte er würde nur Freundschaft für sie empfinden und all die selbstlosen Sachen für sie tun, damit sie Glücklich ist war schon sehr traurig. Das Ende war schlimm. Sie starb in dem glauben ihre Liebe sei einseitig, weil sie sich nicht getraut hat es ihm zu gestehen. Und er? Er wollte es ihr einfach nur so gut wie möglich machen und sie nicht mit seinen Gefühlen unter Druck setzten. Dabei war es genau das, was sie wollte.“ Währenddessen ich mir meine Gedanken über den Film machte betrachtete Tom mich eindringlich und nickte bei meinen Worten. „Ja, wenn man für jemanden etwas empfindet, dann sollte man es ihm am besten gleich sagen.“ Er stand auf und reichte mir die Hand. Zögerlich ergriff ich sie um seine nett gemeinte Geste nicht abzuschlagen. Als ich aber stand, ließ er mich nicht los. Eva und ihr Freund, sein Name war Daniel gingen voraus Richtung Ausgang. Ich blickte einmal kurz auf Tom und meine ineinander verschränkten Finger. Es war ein ganz anderes Gefühl als wenn Jake und ich uns an den Händen hielten. Jacob seine Hände waren Farm und kräftig. Toms Finger hätte ich mit nur einer Bewegung brechen können. Ohne zu zögern ging Tom Eva und Daniel hinterher, noch immer meine Hand in seiner. Die Luft die uns draußen erwartete war klar und kühl. Der Himmel war Wolkenlos und die Sterne leuchteten in einem Meer aus Diamanten. Wäre ich zu Hause, so hätte ich wahrscheinlich mit Jake im Garten auf einer Decke gelegen und wir hätten gemeinsam in den Himmel geguckt. Naja vielleicht auch nicht, dachte ich mürrisch. „Was machen wir jetzt?“, fragte Daniel „Es ist noch nicht sehr spät. Wollen wir irgendwo etwas Essen gehen oder was trinken?“ „Mikes macht super Hamburger.“, meldete sich Eva zu Wort. „Lasst uns was Essen gehen.“ Aneinandergeschmiegt gingen Eva und Daniel zu Daniels Auto. „Was ist mir dir Renesmee? Hast du Hunger?“, hoffnungsvoll, das ich „Ja“ sagen würde sah er mich an. „Klar. Warum nicht? Hamburger bei Mikes.“, stimmte ich fröhlich mit ein. Wir gingen zu Tom sein Auto und er hielt mir die Wagentür auf. Erst als ich einstieg ließ er meine Hand los. Er lehnte sich mit dem Arm an das Dach des Autos und stützte seinen Kopf an seinem Arm um mich innig zu mustern. „Es ist schön, dass du mitgekommen bist Renesmee. Das bedeutet mir wirklich viel.“ „Du kannst ruhig Nessie sagen.“, murmelte ich verlegen. „Nessie.“, Tom streckte den Arm, den er nicht als Stütze gebrauchte nach mir aus und strich mir über die Wange. „Ich hoffe du hast wenigstens halb so viel Freude an diesem Abend wie ich.“, sagte er noch in einem lieben Ton, dann ließ er die Autotür zufallen und ging um den Wagen herum um auf der Fahrerseite einzusteigen. Der Abend machte noch lange unheimlich viel Spaß. Mikes hatte wirklich große Burger und obwohl sie mir nicht so köstlich schmeckten wie Daniel, Eva und Tom so bemühte ich mich mindestens genau so begeistert zu klingen. Wir lachten viel, ich verstand mich außerordentlich gut mit Eva. Sie erzählte mir dass sie und Daniel schon vier Jahre zusammen waren und sie niemals einen anderen Jungen geliebt hatte. „Wenn die Schule vorbei ist, wollen wir gemeinsam nach Kalifornien um dort zu studieren. Und wenn wir mit dem Studium fertig sind, werden wir heiraten und Kinder bekommen.“ Ich hörte ihr die gesamte Unterhaltung mit echtem Interesse zu. Für mich waren das immer nur Wunschvorstellungen. Ich wusste ich würde nie einem Mann finden, den ich heiraten könne, und ich würde nie Kinder bekommen. „Und du?“, riss mich Eva aus meinen Gedanken, meinen Wünschen und Vorstellungen. „Hast du einen Freund oder so etwas?“ Ich spürte sofort wie Tom seinen Blick auf mich richtete und gespannt zuhörte. „Ich… ich hatte noch nie einen Freund. Wir ziehen häufig um und ich möchte mich noch nicht festlegen.“, beantwortete ich zur Hälfte wahrheitsgemäß ihre Frage. „Und wer war dieser riese da?“, fragte Tom. „Also Jacob.“ Ich hatte es fast den ganzen Abend über geschafft nicht an Jake zu denken, doch nachdem mich Tom nach ihm fragte stach es wie ein Messerstich in meiner Brust. „Jake ist schon immer bei uns gewesen.“, ich bemerkte selbst wie sich meine Stimme traurig anhörte, konnte es aber nicht verhinder. „Er ist mein bester Freund. Ich vertraue ihm alles an und er mir.“, zumindest war das mal so, dachte ich traurig. „Hat er eine Freundin? Ihr seid euch ja sichtlich Nahe.“ Tom steckte sich eine Pommes in den Mund und spülte diese mit einem Schluck Cola runter. „Ich weiß nicht genau ob er eine Freundin hat.“, gab ich leise zu. „Warum nicht? Ich dachte ihr erzählt euch alles?“, harkte Eva nach. „Das war einmal. Jetzt ist es ein bisschen schwierig alles. Er verheimlicht mir etwas.“, beschämt senkte ich meinen Kopf und sah auf die Tischplatte. „Ich hab in seinem Tagebuch gelesen. Da stand etwas von ihrer Haut und so. Ich hab ihn darauf angesprochen, doch er streitet es ab.“ „Klarer Fall. Er will dich nicht verletzten in dem er zugibt dass er eine Freundin hat. Jungs sind manchmal ein bisschen kompliziert Nessie.“, lachte Eva auf. „Und du hattest echt noch nie einen Freund? Dann hast du auch noch nie geküsst und so?“ Mir kroch die Schamesröte ins Gesicht und ich antwortete mit einem leichten Kopfschütteln. „Was wollt ihr denn Studieren?“, versuchte ich das Gespräch wieder in eine andere Richtung laufen zu lassen. Und war ehrleichtert, als Eva sofort begann weiter von ihren Zukunftsplänen zu erzählen.

„Wenn du willst kann ich dich morgen früh abholen und wir fahren gemeinsam zur Schule.“, gab Tom nach einer Weile des Schweigens von sich. Wir saßen allein in seinem kleinen alten Ford und fuhren die Landstraße entlang. Eva hatte beschlossen mit Daniel nach Hause zu fahren. „Du musst mich nicht abholen. Ich fahre doch eh mit Alice und du brauchst keinen Umweg machen.“ „Ich mache keinen Umweg wenn ich dich abhole Nessie. Und wenn, dann würde es mich nicht stören.“ Er richtete seinen Blick mit einem Lächeln auf mich und zwinkerte mir leicht zu. Ich konnte mir ein Kichern nicht verkneifen. Mit Ihm war es so leicht. „Also hole ich dich nicht ab. Hmm… Aber ich darf vor der Schule auf dich warten?“ „Natürlich.“ Ich ließ mich etwas tiefer in den Sitz gleiten und betrachtete die Sterne. Noch immer war keine Wolke am Himmel und der Mond war dick und Rund zu sehen. Er tauchte alles in ein grau blaues Licht. Ich richtete mein Augenmerk auf die Uhr. Es war kurz nach Mitternacht. Wenn ich Glück habe ist Jake noch wach, dachte ich. Ich hatte vor ihn zur Rede zu stellen. Ich wollte dass diese Sache, welche auch immer es war die zwischen uns stand geklärt wird. Tom blieb es nicht verborgen dass ich die Uhr ins Visier genommen hatte, zog aber selbstverständlich die falschen Schlüsse. „Meinst du, du bekommst Ärger weil es schon so spät ist? Ich kann mit rein kommen und sagen es sei meine Schuld.“, er klang regelrecht besorgt und seine Stimme bekam dadurch einen Kindlichen Klang. „Nein ich bekomm keinen Ärger. Mach dir da mal keine Gedanken.“ Wir bogen den Weg zur Einfahrt ein und konnten sofort das hell erleuchtete Haus sehen. Schnell kontrollierte ich ob in Jacob seinem Zimmer Licht brannte, doch es war dunkel. Tom hielt den Wagen und stieg mit mir zusammen aus. Wahrscheinlich wollte er mir die Tür aufmachen, doch ich schaltete zu Spät. Er begleitete mich direkt vor die Haustür. Ich konnte hören, was er nicht hörte. Die Stille im Haus, die darauf schließen ließ dass sie gespannt lauschten, sein zu schnell schlagenden Herz, den Wind in den Bäumen und in weiter Ferne große Pfoten die durch den Wald stapften. Jake war unterwegs. Sehnsucht machte sich in mir breit. Ich wollte meine Hände in sein Fell graben, seinen Geruch aufnehmen und ihm von meinem Tag erzählen. „Es war wirklich schön heute Nessie. Toll das du mitgekommen bist.“, fing Tom ein gemurmeltes Gespräch an. „Mir hat es auch viel Spaß gemacht. Eva ist wirklich nett und Daniel auch. Wir sollten das ruhig wiederholen.“ Tom zupfte sich unruhig an seinem Pullover Ärmel „Vielleicht machen wir ja mal was allein. Nur du und ich… Ich mag dich wirklich sehr Renesmee.“ Ich konnte ein Seufzen von Alice aus der Stube hören, das für Tom verborgen blieb. „Ich äh… Ich mag dich auch. Du bist nett und…“, völlig unerwartet legte Tom seine Hand auf meine Wange. Es war dieselbe Position, welche auch Jake seine am Morgen hatte. Doch dieselbe Position machte nicht dasselbe Gefühl aus. Ich wollte das nicht. Es fühlte sich nicht richtig an. Die Stelle in meinem Gesicht war nicht gemacht für seine Hand. „Du bist was ganz besonderes Nessie. Das spür ich und dazu muss ich dich nicht mal lange kennen.“ „Du musst jetzt gehen.“, sagte ich leise, als er seinen Kopf zu mir senken wollte. „Es ist spät und morgen ist Schule.“ Langsam ließ er seine Hand von meiner Wange gleiten. Es glich einem Streicheln. „Ich verstehe.“, murmelte er „Schlaf schön Renesmee. Bis morgen.“ Ich blieb stehen und sah zu, wie Tom in sein Auto stieg und langsam davon fuhr. „Ich gehe Jake suchen.“, flüsterte ich in die Dunkelheit, wusste aber dass meine Familie mich hören würde. In schnellen Schritten eilte ich in den Wald und horchte angestrengt den Geräuschen um mich herum. Wind, Vögel, kleine Nager, Eichhörnchen, Rehe… Jake. Ich vernahm das laute gleichmäßige Atmen und das kräftige Schlagen seines Herzen. Seine Pfoten laute blieben aus, was bedeutete er würde irgendwo liegen. Ich lief in die Richtung aus der ich seine Atemgeräusche wahr nahm und schon nach wenigen Minuten sah ich ihn unter einem Baum liegen. Er hatte sich zusammen gerollt und seinen Kopf unter seiner linken Pfote vergraben. Langsam ging ich die letzten Schritte die mich von ihm trennten und ließ mich dann neben ihm nieder. Sein Fell war weich und warm. Sofort endspannte ich mich und genoss seine Nähe. „Es ist dumm wenn wir streiten Jake. Erst heute Morgen hatte wir uns vertagen und dann gegen Abend wieder so eine blöde Situation. Ich versteh das nicht.“ Ich ließ meinen Kopf gegen seine Schulter fallen. „Ich hab mich mit Eva, sie ist eine Freundin von Tom…“, als ich Toms Namen aussprach schnaubte Jake kurz auf. „Ach komm schon er ist nett. Auf jeden Fall haben Eva und ich uns über dich unterhalten. Ich erzählte ihr, dass du mir nicht von deiner Freundin erzählen magst und dass ich aber weiß das du eine hast.“, es war leichter alles zu sagen, wenn Jacob kein Mensch war, dass Gefühl der Scharm blieb aus. „Eva sagte, dass du mich wahrscheinlich einfach nicht verletzten willst. Das du mir nur nichts von deiner Freundin erzählen willst, weil du denkst das es mich stören würde.“ Was es zweifellos tun würde, doch das hätte ich nie zugegeben. Ich atmete tief ein bevor ich den nächsten Gedanken laut aussprach. „Und dass du den Versuch mich zu Küssen bereust kann ich auch verstehen.“ Ruckartig richtete Jake seinen Kopf in die Höhe und seine großen dunklen Augen musterten mich innig. Sanft legte ich ihm eine Hand unter die Schnauze und begann ihn zu kraulen. „Ich hab darüber nachgedacht. Naja erst war ich gekränkt das du es offensichtlich bereust, doch dann ist mir klar geworden dass der Kuss für dich und deine Freundin fatale Folgen gehabt hätte.“ Jacob begann aufgeregt zu Winseln und richtete sich auf. Ich musste mich an seinem Fell festhalten um nicht in den Dreck zu fallen. „Jake… Ich bin dir nicht böse. Es war eben dumm aber wir sind Freunde und sollten solche Sachen besprechen.“ Wieder schnaubte er. „Vielleicht, wenn du irgendwann soweit bist, dann können wir ja mal zu viert weg gehen. Also du, sie Tom und ich. Ich glaube du verstehst dich prima mit ihm.“ Ohne eine weite Geste drehte Jacob mir den Rücken zu ging in Richtung Bäume. „Jacob warte doch mal.“, rief ich und ging ihm nach, doch er hielt nur kurz an um mich am weitergehen zu hindern. Dann ging er weiter und verschwand. Ich stand wie benommen da und wusste nicht was ich davon halten solle, bis seine raue Stimme durch die Dunkelheit drang. „Ich werde ganz bestimmt nicht mit diesem Tom ausgehen. Wenn du und er ein Paar seid, dann ist das deine Sache. Doch ich halte mich lieber von ihm fern.“ In seiner Stimme lag ein bitterer Unterton den ich nie zuvor von ihm gehört hatte. „Es ist nur gesünder für ihn.“ „Jacob was soll das? Könnten wir uns bitte ansehen wenn wir mit einander reden?“ Ein gemeines Lachen, welches mir Gänsehaut bereitete erklang „Das geht nicht. Du hast ja seit neusten eine Abneigung gegen meinen Körper. Und naja ich verstecke im Wald keine Kleidung.“ Ich hatte nicht daran gedacht, dass er Nackt hinter einem Baum stand. Doch als er diese offensichtliche Sache ansprach spürte ich sofort wie sich Nervosität und Anspannung in mir breit machten. „Also du und dieser blonde Lover-Boy?“ „Was hast du gegen ihn? Er ist nett und er wechselt nicht ständig seine Laune wie es ihm gerade in den Kram passt. Und nein nicht ich und Tom. Ich kenn ihn doch gar nicht.“ Wütend machte ich, die Tatsache das er nackt war außeracht gelassen, einige Schritte auf ihn zu. „Und was regst du dich eigentlich auf Jacob Black? Wenn es so wäre würde ich wenigstens kein Geheimnis daraus machen. Ich würde es dir erzählen. Nicht so wie du und deine…“ Ich habe keine Freundin Renesmee.“, unterbrach Jacob mich lauthals. „Ich hatte noch nie eine Freundin. NIE. Was hast du immer damit? Wie kommst du auf diese absurde Idee ich würde eine andere lieben außer…“ „Außer?“, harkte ich nach als er seinen wütenden Satz ohne Abschluss beendete. „Wie kommst du auf die Idee das ich eine Freundin habe Nessie? Erklär es mir bitte.“ Seine Stimme war nicht länger laut und wütend. Sie klang verzweifelt und leise. „Ich habe dein Tagebuch gelesen.“, gestand ich und erhoffte mir dadurch endlich Klarheit. „Mein…“, er verstummte und ich wartete. Ich glaubte dass er nur die richtigen Worte für den Vertrauensbruch zusammen suchen müsste, doch das tat er nicht. Das nächste was ich von Jake hörte waren seine großen Pfoten die sich in die Erde gruben um schneller zu laufen. „Was? Toll gemacht Renesmee.“, schimpfte ich mich selbst. Es war für mich klar, dass ich ihn zu tiefst endtäuscht hatte und ihm das Gespräch deswegen zu wieder war.
Ohne Eile ging ich zurück zum Haus. Als ich es erreichte hatte, wartete mein Dad auf der Veranda auf mich. Sicher hatte er in Jake seinen Gedanken gehört wie dumm ich mich verhalten hatte. „Wie deine Verabredung verlaufen ist, darüber reden wir morgen.“, begrüßte mich mein Dad und deutete auf die Hollywoodschaukel. „Dad ich hab eigentlich keine Zeit. Ich bin müde und…“, zügig ergriff Dad meinen Arm um mich am weitergehen zu hindern. „Nur ein auf ein Wort mein Engel. Du sollst wissen, dass egal was du tust ich immer hinter dir stehen werde. Nur sei nicht immer so hart zu Jacob. Er hat es gewiss nicht so leicht.“ Verständnislos verzog ich eine Augenbraue. „Er hat es nicht leicht? Jetzt bin ich also an allem Schuld oder wie darf ich das verstehen?“ „In gewisser Weise schon mein Engel.“, mein Vater lächelte mir liebevoll zu. „Jacob wartet in deinem Zimmer auf dich.“ „Weißt du worüber er mit mir reden will? Ist er sauer weil ich in seinem Tagebuch gelesen habe?“ Die ganze Zeit wollte ich erfahren um wen es sich in seinem Buch handelt, doch als sich der Augenblick der Wahrheitsfindung näherte wusste ich nicht mehr ob ich das wollte. „Er will dir von dem Mädchen in seinem Tagebuch erzählen. Die Zeit ist gekommen mein Engel. Du bist… in gewisser Weise alt genug.“ Aufmunternd lächelte mein Vater mich an, dann ließ er mich los und ging voraus ins Haus. Um mich nicht den neugierigen Blicken meiner Familie aussetzen zu müssen beschloss ich erst mit Jake zu reden und ging geradewegs die Treppe hoch. Vor meiner Zimmertür wartete ich einen kurzen Moment um Mut zu schöpfen.
Jacob saß auf meinem Bett und hielt das in Leder gebundene Buch in seinen Händen. Sein Gesichtsausdruck war eine Mischung aus Wut, Anspannung, Nervosität Hoffnung und Freunde. Langsam ließ ich mich neben ihm Nieder. „Ich wollte nicht einfach weg laufen.“, begann er sofort „Ich wollte nur richtig mir dir reden und das ist unbekleidet kaum machbar gewesen.“ „Ist schon in…“ „Unterbrich mich bitte nicht Renesmee. Das hier ist schon schwer genug für mich.“ Jacob holte einmal tief Luft und stand auf. Er stellte sich mir genau gegenüber und schlug das Buch auf. „Ich möchte dir etwas vorlesen und ich bitte dich mich nicht zu unterbrechen.“, seine Stimme klang eingeschüchtert. Ganz anders als der sonst so selbstbewusste Ton den sie hatte. „Ich will das nicht hören. Ich will nicht hören was du über dieses Mädchen geschrieben hast. Es macht mich… Also es macht mich irgendwie wütend. Ich kann es auch nicht erklären.“, stammelte ich mir zurecht. „Nessie… Bitte.“, flehte er und guckte dann auf sein Buch. „Heute habe ich zum ersten Mal gespürt wie sehr ich sie brauche. Schon jetzt entwickeln sich Gefühle in mir, die nicht angemessen sind. Ich weiß dass ich es nicht ändern kann, und ich weiß auch dass es nicht nur allein meine Endscheidung ist, doch das Warten macht mich fast verrückt. Wenn ich ihr doch nur sagen könnte wie es wirklich ist, wenn ich ihr doch einfach alles erklären könnte. Doch ich kann es nicht. Ich muss warten wie es abgemacht war, warten bis die Zeit gekommen ist und ich ihr von meinen tief eingebunden Gefühlen erzählen kann. Es frisst mich auf, es betäubt meinen Körper… Der Gedanke, dass sie mich vielleicht gar nicht wollen könnte...“, Jake las den Eintrag vor, den ich als erstes vor einiges Jahren gelesen hatte. Der Schmerz und die Wut, die ich damals, wartend darauf dass er Heim kommen würde empfand, machten sich wieder in mir breit. „Ich will das nicht hören Jacob. „Du willst antworten, und die bekommst du jetzt. Du willst wissen wer das Mädchen ist das ich liebe… Ich werde es dir sagen also hör zu.“ Es war soweit. Er hatte zugegeben dass er verliebt war. Ich wusste es, doch es traf mich mit schmerzen. Wie eine Wucht. „Ihre Haut, ihre Haut macht mich wahnsehnig. Immer wenn ich sie berühre möchte ich ihr am liebsten sagen wie sehr ich sie liebe, möchte sie küssen und fest an mich gedrückt halten. Ihre großen Augen, wie sie mich anstrahlen. Es gibt mir das wärmste Gefühl auf der Welt. Manchmal kommt es mir so vor als sei alles perfekt, doch dann plötzlich ist es das nicht mehr. Wir fahren auf den Markt und ich bin schon so aufgeregt. Ich weiß nicht ob ich noch lange an mich halten kann, oder ob mich meine Sehnsucht sie zu küssen bald überwältigt. Wie würde sie reagieren? Stößt sie mich weg? Könnte ich es ertragen abgewiesen zu werden? Ich glaube eine Abweisung von ihr würde mich zerstören. Ich bin mir nicht sicher ob ich es mir nur einbilde, aber ich glaube sie hat ebenfalls Gefühle für mich. Manchmal benimmt sie sich so merkwürdig. Sie starrt mich an, durchbohrt mich mit ihrem Blick und wenn ich sie dabei erwische, dann bekommt ihre sonst so blasse Haut einen rosa Schimmer. Ich liebe es wenn ihr die Farbe ins Gesicht steigt…“ Jacob richtete einen kurzen Augenblick seine Aufmerksamkeit auf mich. „Du kennst diese Abschnitte?“ Ich nickte nur, antwortete aber nicht. „Gut, dann weiter… Dieser Tag hätte so schön werden sollen. Er fing so perfekt an. Sie hatte wieder diesen Ausdruck in ihren Augen als sie meinen nackten Oberkörper sah. Ihr Gesicht wurde dunkelrot Ich kann gar nicht sagen wie sehr ich diese Farbe in ihren Wangen liebe. Doch es kam anders. Anspannung lag zwischen uns die sich nicht verbergen ließ. Die Fahrt zum Markt verbrachten wir schweigend. Ich kämpfte mit mir ob es der richtige Zeitpunkt war um ihr meine Gefühle zu gestehen. Sie sah mich an. Die ganze Zeit sah sie mich an. Es brachte mich fast um den Verstand ihren Blick auf mir zu spüren. Als ich mich über sie beugte um ihr die Tür zu öffnen musste ich mich zusammenreißen sie nicht an mich zu reißen. “, erschrocken über seine Worte riss ich meinen Kopf, den ich zu Boden gesenkt hatte in die Luft und starrte ihn an. „Als der Tag zu Ende war verschwand ich von ihr. Ich hielt es nicht aus in ihrer Nähe zu sein. Es tat weh. Sie machte mir, für sie wahrscheinlich unbewusst klar das ich nur ein Freund für sie sei.“ „Jacob…“ „Lass mich zu Ende lesen Nessie.“ Ich konnte sehen, dass sich Tränen in seinen Augen bildeten. „Wir haben uns gestritten. Sie redete von einem Mädchen das ich lieben würde. Wie kommt sie auf die Idee ich könnte jemanden lieben? Seit Tagen reden wir kein Wort mehr mit einander. Sie sieht mich nicht einmal mehr an. Es tut so weh von ihr ignoriert zu werden. Ich lungere um sie herum wie ein Schatten, doch sie sieht mich nicht. Manchmal spiele ich mit dem Gedanken fort zu gehen, einfach weg um vielleicht mit den Schmerzen zu Recht zu kommen. Doch ich weiß ich würde es keinen ganzen Tag aushalten ohne in ihrer Nähe zu sein. Was soll ich bloß machen? Morgen beginnt ihr erster Schultag… Was ist, wenn sie dort jemanden kennenlernt und sich verliebt? Ich müsste sie gehen lassen, das weiß ich, doch ich würde es nicht können. Niemand könnte gut genug für sie sein.“ Jake schluckte schwer und blätterte die Seite um. „Der letzte Eintrag… Sie ist weg. Vor wenigen Minuten ist sie mit Alice zur Schule gefahren. Ich weiß nicht genau wie ich mit der neuen Situation umgehen soll. Tage, wenn nicht sogar Wochen haben wir nicht geredet. Ich hielt das nicht mehr aus, also habe ich die Initiative ergriffen und vor ihrer Zimmertür auf sie gewartet…“, Heute morgen, dachte ich geschockt. Er beschreibt den heutigen Ablauf. „Sie sah wie immer wunderschön aus. Ihre Harre zu einem Zopf gebunden und sie hatte diesen Braunen Pullover an. Sie stammelte etwas von sie würde nicht gut aussehen. Ist doch total lächerlich. Sie ist das schönste Wesen was es auf dieser Erde gibt. Dennoch. Ich hab was Dummes getan. Ich hab mich von ihrem Geruch berauschen lassen. Der Drang sie zu küssen, ich wusste ich halt das nicht mehr lange aus überrannte mich. Nur wenige Millimeter trennten ihre Lippen von den meinen. Ich konnte es nicht kontrollieren. Meine Atmung ging zu schnell und mein Herz raste wie ein Schnellzug. Doch ich wollte es so sehr, ich wollte sie fest halten und schmecken. Ich glaube sie wollte es auch. Sie war ganz locker, sie hatte sogar ihre Augen geschlossen. Wenn ich daran denke, werde ich noch immer ganz benommen. Alice unterbrach diesen Moment. Er hätte besonders sein können, doch die Realität rief mich zurück ins Leben. Ich werde sie abholen und dann werde ich ihr alles erklären, werde ihr sagen was ich fühle…“, einen kleinen Moment blieb Jacob ganz still, dann flüsterte er leise „Willst du den letzten Rest auch noch hören?“ Seine Augen waren bereits rot angelaufen und die Tränen, die sich in ihnen gebildet hatten liefen über. Ich konnte nicht sprechen. Meine kehle war zugeschnürt, also nickte ich. „ Ich hab sie von der Schule abgeholt. Sie freute sich mich zu sehen und das gab mir ein unglaublich gutes Gefühl. Es war ihr egal was die anderen dachten als sie meine Hand hielt und es war ihr egal was dieser blonde Junge dachte der mit ihr aus der Sporthalle kam. Sie war sehr Müde als sie aus der Schule kam, also ließ ich sie in Ruhe und ging in den Wald um meine Gedanken zu sammeln. Ich wollte es ihr sagen. Heute. Doch als ich zurück kam sah ich sie mit dem Rücken zur Tür stehend telefonieren. Ich hatte den blonden Jungen und ein dunkelhaariges Mädchen bereits vor der Tür gesehen. Sie wollte gehen. Wollte mit ihm weg gehen. Ich werde es aufgeben, werde sie aufgeben. Wenn sie einen Menschen will um glücklich zu sein dann werde ich es hin nehmen. Nie würde ich etwas tun um ihr, ihr Glück zu nehmen…“, er klappte das in ledergebundene Buch zu und reichte es mir. „Du darfst alles lesen wenn du es möchtest. Ich will keine Geheimnisse mehr vor dir haben. Ich werde dir nicht im Weg stehen wenn du Freunde haben willst. Ich will dass du glücklich bist und es tut mir leid, dass ich mich wie ein Idiot benommen habe.“ Ich sah ihn einfach nur an. Die Worte die er sagte nahm ich nur am Rande war, zu sehr war ich damit beschäftigt mir über den letzten Eintrag Gedanken zu machen. „Es steht noch ein letzter Satz darin.“, murmelte er leise. Ich nahm das Buch entgegen und schlug die letzte Beschriebene Seite auf. Ich liebe dich. Ich habe dich immer geliebt. Es warst IMMER NUR DU! Es stand in dicken Buchstaben über die Seite geschrieben. „Ich… Also…“, ich wusste nicht was ich sagen sollte, was ich denken sollte. Ich war es. Ich war es die ganze Zeit. „Du musst nichts sagen. Es tut mir leid, dass ich so lange gewartet habe und dass dadurch alles kaputt ging.“ Jacob ging auf mich zu und kniete sich vor mich auf den Boden. Seine Hand war leicht schwitzig als er sie auf meine Finger legte. „Es ist spät und du solltest schlafen. Morgen musst du wieder munter sein.“ „Bleibst du bei mir.“, meine Stimme war heißer und piepsig. „Wenn du es willst.“, seine rau und leise. Er biss sich auf die Lippe und sah mich an. „Ich will es.“ Jake nahm mir das Buch wieder aus den Händen und legte es auf meinen Schreibtisch. „Ich geh eben raus und warte bis du dich umgezogen hast. Ich muss auch noch schnell was machen.“ Mit den Worten verließ er mein Zimmer. Ich griff hastig mein Schlafshirt und tauschte es gegen meinen Pullover und Jeans. Hastig krabbelte ich in mein Bett und zog die Decke über meinen Körper. Einige Minuten später kam Jake zurück ins Zimmer. Leise schloss er die Tür hinter sich. Er trug seine Entenshorts und ich konnte mir ein kleines Lachen nicht verkneifen. Ohne ein Wort kam er zu mir ins Bett und legte sich neben mich. Reflexartig wie ich es immer tat wenn er bei mir oder ich bei ihm schlief, reichte ich ihm einen Teil Decke.“


Ich sah Lilli an, und bei ihrem verträumten Gesichtsausdruck musste ich grinsen. Sie hatte Luke fest an sich gedrückt und streichelte motorisch über sein Fell. „Das ist ja… Was hast du Gefühlt als er dir aus dem Buch vorgelesen hatte?“, harkte Lilli nach. „Was soll ich schon gefühlt haben? Ich war im ersten Augenblick total überrannt. Ich verstand erst nichts.“ Die Gedanken an meine Gefühle waren Schmerzvoller als die Erinnerung an sich. „Wie ging es weiter? Wie verlief die Nacht?“ „Nicht mehr heute Lilli. Ich bin müde.“ Mit großen flehenden Augen sah mich meine beste Freundin an. „Du kannst doch jetzt nicht aufhören. Nicht jetzt.“ Sie legte ihre bitte-bitte-Miene auf mit der sie mich sonst immer rum bekam. „Nein. Morgen okay? Ich hole dich von der Schule an wenn du möchtest.“ Wiederwillig stand Lilli auf, warf mir dann aber ein Lächeln zu, welches Steine zum Schmelzen gebracht hätte. „Okay morgen. Luke würde gerne bei dir übernachten.“ Das laute Lachen, welches aus meiner Kehle brach ließ sich nicht unterdrücken. Ich liebte es wenn sie für die Tiere in ihrer Umgebung sprach. „Dann lass den dicken Kater bei mir.“ Sie reichte mir Luke mit einem zufriedenen Grinsen und verschwand aus meinem Zimmer. „Na mein lieber? Willst du heute Nacht auch nicht allein sein?“ Ich legte mich auf die Seite und schlang vorsichtig einen Arm um den schwarzen Kater. Wohliges Schnurren entwickelte sich in meinen Ohren zu einem melodischen Lied und so glitt ich schnell in einen ruhigen und tiefen Schlaf.

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6. Eine Wahl zwischen Paris und Romeo

Beitrag  Gast am Mo 15 März 2010, 22:23

Laut hatte ich einen Song von „Stanfour“ laufen. Es war einer meiner Lieblingshits und hieß „In Your Arms“ Es machte sich bereits Langeweile in mir breit als ich auf dem Schulparkplatz der Forks High-School stand und darauf wartete, das Lilli endlich Schulschluss hatte. Das Wetter passte sich meiner Stimmung an. Dunkle Wolken bedeckten den Himmel und dicke Regentropfen platzen auf meiner Windschutzscheibe auseinander. Ich konnte bereits die ersten Stimmen der Schüler hören die voller Freude den Klassenraum verließen. Genervt drehte ich die Musik noch ein wenig lauter um stille um mich herum zu schaffen. Mumm und Dad waren die ersten die ich erblickte. Sie gingen Hand in Hand den Weg entlang. Dad trug, ganz wie es die alte Schule üblich hatte Mumms Schultasche. Alice, Jasper und Rose traten als nächstes aus der großen Glastür ins Freie. Sofort öffnete Rosalie ihren Regenschirm um ihre Frisur nicht zu ruinieren. Dann traten ein paar Schüler aus dem Gebäude. Lilli und Emmett waren noch nirgends zu sehen. Ich schaltete die Musik aus und trat in den Regen. In zügigen Schritten eilte ich durch den Regen ins Schulgebäude. Plakate mit der Aufschrift „Tanz der Stars“ hingen an den Wänden und Papierflyer lagen auf dem Fußboden. Ich strich mit den Händen über die Spinde und inhalierte den Geruch von Menschen. Sehnsucht machte sich in mir breit. Ich fühlte mich einsam obwohl ich in mitten von Menschen stand. „Kann ich ihnen helfen?“, fragte mich ein älterer Herr. „Ich suche Lilien Cullen. Wissen sie wo ich sie finde?“ Der Mann mit den grauen Haaren musterte mich kurz dann nickte er. „Miss Cullen ist noch im Kunstraum. Sie gehen den Gang hinunter und dann die dritte Tür Links.“ Ich bedankte mich und folgte dem Weg, den er mir nannte. Es kam mir vor, als würde ich selbst auf diese Schule gehen. Ich hatte im Laufe der Zeit so viele Schulen besucht, doch nie war ich auf der Forks High-School. Als ich links abbog konnte ich Emmett sehen, der sich gelangweilt an die Wand lehnte. „Was machst du hier?“, fragte er verwirrt als er seinen Kopf in meine Richtung drehte und mich sah. „Ich hole Lilli ab. Ich hatte es ihr versprochen.“ Bei Emmett angekommen, konnte ich einen Blick in den Kunstraum werfen. „Was macht sie da?“ Lilli war akribisch damit beschäftigt den Fußboden von blauer Farbe zu befreien. „Sie hat bewiesen, dass Vampire doch nicht unbedingt graziös sein müssen. Sie wollte nach dem Klingeln schnell den Klassenraum verlassen und stieß dabei einen Eimer Farbe um.“Emmett fing an zu Lachen und Lilli sah zu uns hinüber. Als sie mich sah, hellte sich ihre wütende Miene auf und sie winkte mir mit einer blau beschmierten Hand zu. Es dauerte einige Minuten, bis sie den Rest Farbe aufgewischt hatte. Sicher wäre sie schneller gewesen doch sie musste ihre Aufgabe in menschlicher Geschwindigkeit erledigen, da der Kunstraum von einer Videokamera überwacht wurde. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass jemand die selbstgemalten oder gebastelten Sachen eines Schülers stehlen sollte, aber anscheinend war es so. „Du kannst gehen Emmett, ich werde mit Lilli nach Hause fahren.“ Er nickte und warf Lilli eine Kusshand zu. „Bis nachher Blaubeere.“, zog er sie beim gehen auf.
„Hast du viel Hausaufgaben auf?“, erkundigte ich mich als wir über den Parkplatz zu meinem Wagen gingen. „Nein, das kann ich alles heute Nacht erledigen. Was machen wir jetzt?“ „Was willst du machen?“ Ich ließ den Wagen an und schaltete den Scheibenwicher ein. „Ich hab ziemlichen Hunger.“, gestand sie kleinlaut. Sie wartete obwohl sie die jüngste von den Vampiren war, immer am längsten damit auf die Jagd zugehen. Auch wenn sie es nie zugab, so wusste ich, dass es belastend für sie war die Hilfeschreie ihrer Beute zu hören. „Dann fahren wir jetzt nach Hause und gehen Jagen.“ Schlug ich also vor. Ich ließ den Motor an und fuhr langsam vom Parkplatz. „Du gehst selten jagen. Magst du es nicht so?“, erkundigte sich Lilli um die Stille die sich im Wageninneren breit machte zu vertreiben. Ich lächelte ein trauriges Lächeln ehe ich antwortete. „Es macht keinen Reitz für mich aus. Ich bevorzuge den Geschmack von Blut, doch Menschliche Nahrung schmerzt nicht so.“ „Wie meinst du das? Schmerzt nicht.“ Ich konnte verstehe dass Lilli meine Aussage nicht verstand Sie war auch etwas merkwürdig formuliert gewesen. „Jagen ist eine Sache gewesen, die Jake und ich immer zusammen gemacht hatten. Wenn er mit dem Rudel unterwegs war, hab ich mich nur Menschlich ernährt, doch sobald er von seinen Aufgaben für eine Weile nach Hause kam, sind wir jagen gegangen. Es machte Spaß mit ihm zusammen. Schon als ich noch ein kleines Kind war, machten wir eine Art Wettkampf daraus. Wer bekommt das größte Wapiti oder erlegt als erstes ein Tier?“, ich hielt einen kurzen Moment inne und unterdrückte ein Seufzen. „Jetzt ist das Jagen einfach nur eine schmerzvolle Erinnerung an das was ich einmal hatte. Ich vermeide es so gut es geht, doch manchmal muss es eben sein um Kräfte zu sammeln.“ „Ich verstehe. War Jacob ein guter Jäger?“ „Er ließ mich glaube ich manchmal mit Absicht gewinnen. Er war schnell und Clever. Tiere konnte er aus tausend Metern Entfernung wittern und seine Ohren nahmen das noch so kleinste Geräusch wahr.“ „Sind alle Wölfe so schnell wie Jacob?“ Ich musste darüber nachdenken, denn ich hatte mich nie um die anderen Wölfe gekümmert. Mir war es egal ob sie schnell oder sogar schneller waren als mein Jake. „Ich weiß nicht. Wir können am Wochenende ja mal einen kleinen Abstecher nach La Push machen wenn du möchtest.“, bot ich ihr an und Lilli nickte voller Freude. Ich hielt mich nicht viel in La Push auf und schon gar nicht freiwillig.
Ich fuhr meinen Wagen in die Garage und Lilli lief schnell ins Haus um ihre Tasche wegzulegen und Rosalie Bescheid zugeben. Mein Blick viel in einen abgelegenen Teil der Garage und traf ein großes schwarzes Motorrad. Sofort zog sich mein Magen zusammen und ich glaubte keine Luft mehr zu bekommen. Dad hatte es behalten, obwohl ich nichts von Jake im Haus haben wollte. Wie von Geisterhand geführt ging ich auf die Maschine zu und strich mit der Hand über den Ledersitz. Blitzartig zogen hunderte Bilder an mir vorbei, wie ich es erlebte als ich die rostige Schaukel berührte. „Ich würde mit dir ans Ende der Welt fahren wenn du es willst.“ „Es ist egal wo wir hinfahren solange wir zusammen sind.“, hörte ich Jacob und meine Stimme. Alles um mich herum schien zu verschwinden. Die Garage verblasste und vor mir öffnete sich ein Bild aus Landstraßen und weiten Tälern. Die Sonne verschwand am Horizont und färbte alles in ein grelles Orange. Ich konnte den Wind auf meiner Haut spüren und Jacob seinen Geruch riechen. Mein eigenes Lachen brach durch die Berge und schallte zurück.
„Wir können.“, riss Lilli mich aus meinen Erinnerungen. Meine Hand verweilte noch immer auf dem Ledersitz. Ich sah zu ihr hinüber und spürte wie eine Träne den Weg über meine Wange suchte. Schnell wischte ich sie weg und zwang mich zu einem Lächeln. Natürlich hatte Lilli die Träne bemerkt, ihre Augen bekamen diesen es-tut-mir-leid-Ausdruck. „Wo wollen wir jagen?“, fragte ich schnell um einen neuen Gedanken zu fassen. „Hier in der Gegend oder wollen wir weiter laufen?“ „Hier in der Gegend.“, bestimmte sie und zwang sich ein Lächeln ab. Sie ging voraus und ich folgte ihr. Der Boden war durch den Regen weich und matschig geworden. Das Moos hatte sich mit dem Wasser vollgesogen. Wir gingen ein Stückchen in den Wald hinein bis wir an einer geeigneten Stelle zum stehen kamen. Zuversichtlich nickte Lilli mir zu und schloss die Augen. Ich tat es ihr gleich. Meine ganze Konzentration hing an der Jagd, meine Sinne waren geschärft. Wind durchstreifte meine Haare, Regen lief warm meine Haut herunter. Ich konnte den Bach hören, der wenige Meter neben unserem Haus vorbei floss, doch das war nicht mein Ziel. Ich richtete meine Konzentration weiter aus. Vögel, Autos, Nager… Herzen. Laut und kräftig schlugen sie in der Brust ihres Wirts. Ich griff nach Lillis Hand und lief los. Speichel floss in meinem Mund zusammen. Ich ließ mich voll und ganz von meinen Trieben leiten und Lilli tat es mir gleich. Sie wurde immer schneller und schon bald hatte sie mich eingeholt. Wenige Meter vor einer Herde Wapitis blieben wir stehen und duckten uns. Das Blut in den Adern der Tiere rauschte verlockend, die Melodie ihrer Herzen schlug in einem gleichmäßigen Rhythmus. Sie ahnten nichts von der Gefahr die sie umgab, ahnten nicht das sie nur wenige Meter von dem gefährlichsten Raubtier das es gab entfernt ihren Hunger stillten. Lilli leckte sich über die Lippen, ihre Augen hatten sich dunkel gefärbt, dann sprang sie auf eins der wehrlosen Tiere. Es hatte nicht die geringste Chance. Die Herde teilte sich hysterisch in verschiedene Richtungen und stießen einen panischen Laut aus. Blutdurst packte mich angelockt von dem immer schneller rasenden Blut in den Feinen Adern der Tiere. Los geht’s, dachte ich uns stürzte mich auf ein Wapiti, dass blindlings in meine Richtung lief. Es hatte die Augen vor Angst weit aufgerissen, konnte aber die Richtung nicht mehr ändern. Ich war zu schnell. Mit einem Ruck riss ich das Tier zu Boden und stieß meine Zähne in die weiche Stelle des Halses. Metallisch, Salzig floss die Lebensenergie des Tieres meine Kehle hinunter und stillte einen Teil meines Durstes. Unbeachtet ließ ich den Kopf meiner Beute zu Boden sinken und stürzte mich auf das nächste. Innerhalb kürzester Zeit hatten Lilli und ich mehrere Wapitis erlegt und ihnen die Lebenskraft ausgesaugt. Wie immer wenn Lilli Jagen war machte sie danach einen betrübten Eindruck. Sie litt und die Schreie der Herde hallten in ihrem Kopf wieder. Gesättigt, ich hatte das Gefühl ich würde überschwappen, gingen wir gemütlich in Richtung La Push. Der Regen hatte nachgelassen und die Luft wurde zunehmend kühler. Bald würden die warmen Tage gänzlich ein Ende nehmen, dachte ich traurig. Der Winter würde kommen und alles in ein tristes weiß hüllen. Winter und Schnee machten mich immer traurig. Schnee war wie eine verblasste Liebe. Die Menschen warteten das ganze Jahr auf die besondere weiße Zeit, hatten ihren Spaß an der Kälte. Doch wenn sie einmal da ist, haben sie schnell genug und sehnen sich nach dem Ende. Schon wenige Wochen später ist der Schnee geschmolzen und nichts weiter als eine blasse Erinnerung. Das Warten beginnt von neuen. Ein Kreislauf der nicht gebrochen werden kann. „Ist alles in Ordnung?“ Ich sah Lilli fest an, sie machte noch immer einen bestürzten Eindruck. „Ja alles ist bestens.“, gab sie leise von sich und fuhr sich mit den Händen durch ihre langen lockigen Haare. Am Strand von La Push ließen wir uns auf einen angetriebenen Baumstamm nieder. Lange schwiegen wir uns an und blickten aufs Wasser. „Wie ging es weiter?“, durchbrach Lilli das lange Schweigen mit einer leisen Frage. Ich ließ meinen Blick weiter aufs Wasser gerichtet. Die Frage um was es sich handelte konnte ich mir sparen. Ich wusste was sie meinte, wusste welche Antworten sie hören wollte…

Lange lagen Jacob und ich nebeneinander wach. Wir sprachen nicht miteinander obwohl mir hunderte Fragen durch den Kopf sausten. Jake seine Körperhaltung war steif und angespannt, sein Atem flach doch sein Herz schlug laut und schnell gegen seine Brust. Die Aussage, dass ich das Mädchen war, welches er liebte machte das nebeneinander liegen mehr als kompliziert. Wollte ich von ihm geliebt werden? Ich genoss seine Wärme, genoss seine Nähe doch wahrscheinlich nur weil es… selbstverständlich war. Stunden vergingen, Stunden in denen wir schwiegen und trotzdem nicht schliefen. Stunden in denen ich mich sehnte meinen Arm um seine Brust zu legen aber mich nicht traute. Stunde um Stunde lauschte ich seinem Herzen. Dem Herzen das nur für mich schlug. Die Vögel begannen zu singen, ein Zeichen dafür dass die Sonne aufging. „Ich werde jetzt aufstehen, damit du dich fertig machen kannst.“ Jacobs Stimme klang obwohl er flüsterte, laut als er die Stille durchbrach. Ich zuckte bei seinen Worten zusammen, griff aber zügig nach seiner heißen Hand um ihn am Aufstehen zu hindern. „Holst du mich ab? Also von der Schule?“ Seine Finger umschlossen meine und er fuhr mit dem Daumen über meinen Handrücken. „Wenn du mich darum bittest, wie könnte ich da nein sagen?“ Er richtete sich, ohne dass er meine Hand los ließ auf. Die Decke die seinen Oberkörper bedeckte rutschte langsam runter und entblößte seine Brust. „Vielleicht… Also wenn du willst… Ich kann dich auch hinfahren.“ Seine Worte waren weich, seine Stimme hatte sich verändert, sie klang frei. Ich richtete meinen Blick auf seine warmen weichen Augen die er verschämt auf den Fußboden gerichtet hatte. Waren seine Gesichtszüge schon immer so schön? Ich wusste es nicht, doch sie erschienen mir an diesem Morgen anders. „Es würde mich freuen wenn du mich bringst.“ „Dann geh ich jetzt damit du dich fertig machen kannst.“ Jacob hob seinen Kopf und sah mich an. Ein kleines Lächel, lag tief in seinen Mundwinkeln verborgen. Er hatte seinem Herzen Platz gemacht, hatte seine Gefühle gestanden, doch ich war mir nicht sicher was das für uns bedeuten sollte. Liebte ich ihn? Waren die Gefühle, die ich für ihn fühlte Liebe oder war es einfach nur Angst ihn an dieses andere Mädchen, an das ich glaubte verlieren zu können? Mein Kopf schmerzte von all den Gedanken die ich verarbeiten musste. Ich wusste nicht ob ich Jacob liebte, wusste nicht ob ich ihn bei mir haben wollte. Ich wusste nur, dass ich nicht ohne ihn sein wollte. Jake verließ ohne ein weiteres Wort mein Zimmer. Auch er schien…verwirrt…verwirrt über mein zurückhaltendes Verhalten und über die neue, noch nicht genau benannte Situation.

Müde und mit schmerzenden Kopf suchte ich mir Kleidung für den bevorstehenden Schultag aus dem Schrank und trottete ins Badezimmer. Ein Blick in den Spiegel zeigte mir, dass Vampire durchaus müde und erschöpft aussehen können. Ich zog mir das Schlafshirt über den Kopf und schlüpfte aus meiner Unterwäsche. Mit einem wohligen Seufzen ließ ich warmes Wasser über meinen Körper laufen, das meine kalte Haut wärmte und das schlechte Gefühl von mir wusch. Anschließend seifte ich mich mit Lavendel-Honig Duschgel ein und wusch mir die Haare. An diesem Morgen endschied ich mich für einen schwarzen Pullover, der meine blasse Haut zur Geltung brachte und eine weiße Jeans. Meine Haare föhnte ich über Kopf und ließ sie lockig über meine Schultern fallen. Wie immer legte ich nur dezent Makeup auf und tuschte meine Wimpern. Lustlos ging ich in die Küche, wo mich meine Mutter bereits mit einem Frühstück begrüßte. „Guten Morgen meine Kleine.“, trällerte sie fröhlich. „Wie war deine Verabredung gestern?“ Ich musterte Jacob, der über einer Schüssel Cornflakes hing und mit seinem Arm den Kopf stützte. „Die Verabredung war gut. Eva ist toll, du würdest sie mögen.“ „Wirst du noch öfters mit ihnen weggehen? Ich frage nicht weil ich etwas dagegen hätte, sondern damit wir uns auf Menschen Besuch einstellen können.“, fragte und korrigierte meine Mutter zugleich. Ich zuckte nur mit den Schultern und griff nach einen Croissant. Sie beäugte mich noch einen Augenblick, richtete ihr Augenmerk dann aber auf Jacob, der einen mehr als müden Eindruck machte. „Warum bist du eigentlich schon wach? Du hättest doch ausschlafen können.“ „Ich kann nachher noch immer schlafen.“, grummelte Jake und stieß ein Herzliches Gähnen aus. „Auf mich machst du den Eindruck, dass du jeden Moment mit deinem Kopf in die Cornflakes fällst.“, spottete Mumm. „Ich fahr Nessie in die Schule, deswegen bin ich so früh wach.“ „Aber wieso fährst du nicht mit Alice?“, Mumm sah mich mit gerunzelter Stirn an und zwischen ihren Augen bildete sich ein kleinen V. „Weil ich es will deshalb.“, murrte ich und nahm einen Schluck Milch. „Können wir?“ Jacob, der sich gerade den Löffel in den Mund steckte nickt stumm und stand auf. Auf den Weg zur Spüle schob er sich hastig noch drei Löffel hinterher, schüttete den Rest dann aber in den Ausguss. „Ihr habt doch noch Zeit.“ Mumm sah kurz zur Uhr die über der Tür hing und dann auf uns. „Schon, aber ich muss noch eine Kleinigkeit für die Schule machen“, log ich und griff nach Jacobs Arm um ihn hinter mir her zu ziehen. „Brauchst du keine Bücher oder so?“, erkundigte Jacob sich als wir im Auto saßen. „Mist.“, stöhnte ich genervt. „Gestern hatte ich meine Tasche auch beinahe vergessen.“ Als ich nach dem Türgriff greifen wollte hielt Jake mich auf. „Ich hol sie.“, lächelte er und stieg aus dem Wagen. Müde ließ ich meinen Kopf nach hinten fallen. Wie sollte ich den mir bevorstehenden Tag nur überstehen? Es würde mich nicht wundern wenn ich im Unterricht einschlafe, dachte ich und strich mir dabei über die Haare. Meine Augen schlossen sich wie von selbst und meine Gedanken schweiften ab. In der Garage, eingeschlossen in dem wohlriechenden Auto von Jake war es leicht den Stress und die aufwühlenden Gedanken der letzten Tage hinter sich zu lassen. Gerade als ich ins Land der Träume sinken wollte sprang Jacob wieder auf seinen Fahrersitz. „Hat etwas gedauert. Tut mir leid.“, er grinste mich an und startete den Motor. „Macht gar nichts.“, murmelte ich, die Augen wieder fest verschlossen. Ich konnte hören, dass Jacob leise das Radio einschaltete und ein Lied von Milow erklang. „Du bist sehr müde oder? Ich hätte vielleicht doch in meinem Zimmer schlafen sollen.“ Durchbrach er bald die Stille und ich fühlte seine Warme Hand an meiner Stirn, als er mir eine Locke aus dem Gesicht strich. „Du bist auch nicht viel wacher als ich.“, gab ich leise von mir „Und auch wenn du nicht bei mir geschlafen hättest, wäre ich kaum zu Schlaf gekommen.“ Ich öffnete müde meine Augen und sah direkt in die großen braunen Augen von ihm. Seine Lippen wurden von einem weichen Lächeln umspielt. „Was musst du denn noch für die Schule machen?“, wechselte Jacob das Thema. „Nichts. Ich hatte nur keine Lust auf stundenlange Gespräche zu Hause.“ Kurz blitzen Jakes weißen Zähne auf, als er ein lautes Lachen ausstieg. „Jede Wette, dass es Bella wahnsinnig macht nicht zu wissen was los ist.“ Ich musterte ihn innig. Meine Müdigkeit war mit einem Mal wie weggeblasen. „Was genau ist denn los?“ Ich musste diese Frage stellen, denn ich selbst wusste schließlich auch nicht was los war. „Ich weiß es nicht.“, gab Jacob von sich, noch immer Lächelnd. „Also ich weiß nicht was bei dir los ist. Was bei mir los ist, dass ist klar doch für dich kann ich nicht sprechen.“ „Ich weiß nicht.“, meine Kehle wurde trocken und ich konnte kaum sprechen. Ich glaubte ich würde ihn verletzten wenn ich meine Gefühle nicht in demselben Ausmaß wiedergab wie er sie fühlte. „Das ist nicht schlimm Nessie. Ich hab dich überrannt. Ich wollte nur das du weißt dass ich dich liebe.“, er sah mich flüchtig an und ich konnte das leuchten in seinen Augen erkennen. „Aber ich verlange nicht, dass du mir sofort deine Gefühle eröffnest. Werde dir bewusst was du willst. Ich bin dein, so oder so.“ Vor uns tauchte die Schule auf. Der Schülerparkplatz war noch leer. Jacob steuerte eine Parklücke an und schaltete den Motor ab. „Da wären wir.“ Ich sah mich auf dem leeren Parkplatz um, tat als würde ich nach Schülern Ausschau halten, doch das tat ich nicht. Ich versuchte meine Gedanken zu ordnen, versuchte mir über meine Gefühle klar zu werden. Jacob schwieg, er mustere mein Gesicht mit einem wohligen Lächeln. Es gab so vieles zu Fragen, doch nichts zu sagen. Nach und nach trudelten immer mehr Schüler auf den sich langsam füllenden Parkplatz ein. Ich sah wie Eva aus Daniel seinem Wagen ausstieg und sie sich an den Händen hielten. „Willst du nicht zu deinen Freunden gehen?“, fragte Jake und zeigte auf Eva. „Nein. Ich bleibe noch ein bisschen bei dir.“ Sein Gesichtsausdruck strahlte. „Zeig mir doch die Schule. Deinen Klassenraum oder die Cafeteria.“, bot er an. Warum eigentlich nicht, dachte ich und stieg aus dem Auto aus. Eva erblickte mich sofort. „Nessie. Hallo!“, rief sie und wedelte mit den Armen in der Luft. Natürlich blieb mir der Blick, welchen die auf Jake richtete nicht verborgen. „Hallo.“, rief ich und lächelte sie an. „Das war es dann wohl mit einer Führung durchs Schulgebäude.“, lachte Jacob. Endschuldigend sah ich ihn an. „Es ist kein Problem. Ehrlich.“ Er legte einen Arm um meine Schulter und drückte mich an sich. Sollte das etwa schon der Abschied sein? Nein, das ging nicht. Ich wollte mich noch nicht von ihm trennen. Ich konnte es nicht erklären, aber ich wollte mich nicht verabschieden. Es war als würde mich ein unsichtbares Band an ihn halten, mich zwingen in seiner Nähe zu bleiben. „Komm.“, bestimmte ich und zog ihn mit mir. „Ich stell dich Eva und Daniel vor.“ Ohne zu murren folgte er mir. Meine Hand verweilte noch immer an seinem Ellenbogen als wir bei Eva und Daniel ankamen. Langsam ließ ich sie runter gleiten, seinen Unterarm entlang, bis sie seine Hand erreichte. Wieder eine Handlung, die ich nicht beeinflussen konnte. „Eva, Daniel. Hallo ihr zwei.“, begrüßte ich sie „Darf ich euch Jacob vorstellen?“ Höfflich streckte Daniel seine Hand nach Jake aus, die dieser sofort mit einem warmen Lächeln ergriff. „Wir haben schon von dir gehört. Du bist ja echt riesenhaft.“, lachte Daniel und sah zu Jake hinauf. „Ich bin Daniel Lesart.“ Jacob stieß ein kleines Lachen hervor „Jacob Black. Freut mich ebenfalls euch kennen zu lernen. Wie ich hörte hattet ihr einen schönen Abend. Es ist schön das Nessie so schnell Freunde gefunden hat.“ Eva starrte unbeirrt von einem zum anderen. Es schien als würde sie vergleichen was nicht zu vergleichen war. Jake war groß und dunkel und kräftig. Daniel war im Vergleich klein und blass und schmächtig. Es war ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich zog offensichtlich die Nacht vor. Eva stellte sich ebenfalls vor und errötete als Jake nach ihrer Hand griff. Fiel ihnen die Hitze, die Jake versprühte auf, oder nahm nur ich sie so stark war, weil ich immer ein wenig kühler war als er? „Du gehst hier nicht zur Schule oder?“ „Nein. Ich mache ein Fernstudium von zu Hause aus.“ Eva zog mich am Ärmel ein wenig bei Seite, so dass wir abseits von Daniel und Jake standen. „Du hast nicht erwähnt, dass Jacob aussieht wie die Abbildung eines Gottes. Ich meine… Also… WOW.“, sie sah verstohlen zu den Jungs rüber und kicherte. Jacobs Lippen wurden von einem zarten Lächeln umrahmt, was mir verriet das er uns zuhörte. Der Parkplatz füllte sich immer mehr, und viele Schüler musterten den großen dunklen Jungen. „Ich werde dann jetzt erst mal verschwinden. Wann hast du Schulschluss?“ Der bevorstehende Abschied schmerzte. Ich fing bereits an mich nach ihm zu sehen, obwohl er noch vor mir stand. „Um sechzehn Uhr.“, murmelte ich. Eva, einer der feinfühligsten Menschen die ich je kennengelernt hatte, griff nach Daniels Hand um sich von mir und Jake zu entfernen. In meinem Kopf sang ich eine Dankes-Lobeshymne für sie. „Ich steh dann also um sechzehn Uhr wieder hier okay?“ Wieso bleibst du nicht einfach den ganzen Tag hier, schrie ich in meinem Inneren. Du könntest in der Pause mit uns zu Mittag essen. Aber was ich sagte war „Ich freu mich schon.“ Jacob hob seine Hand und legte sie an die dafür gemachte Stelle in meinem Gesicht. „Ich werde dich vermissen.“, flüsterte er rauchig in mein Ohr. Dann bleib, bleib bei mir und warte in meiner Nähe auf mich. Ich halte es nicht aus, wenn ich von dir getrennt werde, schrie ich, dachte ich voller Verzweiflung. „Ach es ist ja nicht für lang.“, presste ich die Luft durch meine Lungen bis sie Worte bildeten. Sanft legte er seine Lippen auf meine Stirn und gab mir einen zarten Kuss. Ich schloss meine Augen, um die Geste in vollen Zügen ausnutzen zu können. Ein wohliger, nicht kontrollierbarer Seufzer entfuhr meiner Kehle den Jacob bereitwillig erwiderte. Als er sich von mir löste zwinkerte er mir einmal zu ehe er zu seinem Wagen ging. „Bis bald Daniel, Eva. Hat mich gefreut.“ Uns auch.“, rief Daniel hinter her „Wir sehen uns ja nachher nochmal.“ Ich sah Jake nach, der über die Köpfe der anderen Schüler ragte und Wehmut machte sich in mir breit. „Ihr seid ja sowas von verknallt.“, lachte Daniel laut auf als der Grund meiner Wehmut den Parkplatz verließ. „Ach Daniel, lass sie doch. Ich find es süß.“, fing Eva sofort an mich zu verteidigen. Ich warf den beiden einen Blick zu und ging zum Eingang der Schule. „Wo ist eigentlich Tom?“ fragte Daniel, es schien als sei die Frage eher eine Feststellung und Ausruf zugleich. „Naja, es ist doch normal dass er zu spät kommt.“, kicherte Eva „Aber ich dachte das die neuen Umstände ihn zum Frühaufsteher machen würden.“ Mit neuen Umständen meinte sie offensichtlich mich.

Der Unterricht hatte bereits begonnen. Geschichte. Nicht sehr interessant und die Müdigkeit, die noch immer in meinen Knochen steckte überrannte mich erneut. Mein Geschichtslehrer Mr. Hamed verteilte Bücher auf den Tischen und faselte etwas von Liebschaften und ihre Folgen. Ich achtete nicht auf ihn und auch nicht auf das Buch das vor mir auf dem Tisch lag. Erst als es zaghaft an der Tür klopfte richtete ich meinen Blick, den ich aus dem Fenster gerichtet hatte nach vorn. „Wer kann das wohl sein?“, fragte sich Mr. Hamed sarkastisch „Möchte einer raten?“ Die Klasse fing an zu Kichern. Tom trat mit einem verlegenden Lächeln in die Klasse und endschuldigte sich für seine Verspätung. „Mein Wagen ging nicht an.“ „Sie sollten sich vielleicht ein Fahrrad zu legen Mister Miller. Setzten sie sich auf ihren Platz und stören sie nicht weiter… Also wie ich bereits erwähnte ist Romeo und Julia eine der berühmtesten…“ Ich ließ einen Blick auf das Buch vor mir gleiten. Romeo und Julia. Das sollte ein leichtes für mich werden schließlich hatte ich es schon öfters gelesen. „Wie gut das du mein Angebot, dich zu Schule zu fahren abgeschlagen hast.“, grinste Tom und ließ sich neben mich in den Stuhl gleiten. „Oh man Romeo und Julia? Nicht gerade eins meiner Lieblingsbücher.“ Er nahm das Buch, das Mr. Hamed ihm reichte in die Hände und guckte betrübt auf den Einband. „Wieso nicht?“, erkundigte ich mich beiläufig. „Naja, einer muss sterben damit der andere das Mädchen bekommt.“, er verdrehte theatralisch die Augen „Nicht gerade gelungen.“ Ich schüttelte leicht den Kopf. „Es muss keiner sterben, damit einer das Mädchen bekommt. Paris und Romeo lagen im Streit schon bevor Julia in Romeos Leben trat. Sie liebte beide auf ihre Art doch war es Romeo den sie wählte. Es lag nicht daran das Paris fiel, sondern allein an dem Grund, das ihre Liebe echt war.“ „Wäre Romeo nicht gewesen, so hätte sie sich für Paris entschieden.“, gab Tom hart zurück. „Schön möglich. Doch Romeo war nun einmal da und er liebte Julia.“ „Richtig, er liebte sie. Aber er verschleierte ihre Sicht der Dinge mit seinen Liebesbekundungen. Sie hatte keine Wahl.“ „Natürlich hatte sie eine Wahl.“, gab ich von mir „Man hat immer eine Wahl und ihre viel auf Romeo. Er war einfach der bessere für sie. Er kannte sie und sie konnte in seiner Nähe ganz sie selbst sein.“ Tom sah mich lange an ohne ein Wort zu sagen, dann murmelte er „Sie gibt Paris ja nicht die Chance zu beweisen, dass sie auch bei ihm sie Selbst sein kann.“ Er wollte noch etwas sagen, doch der Lehrer unterbrach ihn mit einer Frage. Den Rest der Stunde schwieg Tom. Ich beobachtete ihn und dachte über seine Worte nach. Je länger ich das tat, umso klarer wurde mir das wir nicht über Romeo und Paris sprachen. Hatte ihn meine Abweisung vom Vorabend zu der Vermutung angetrieben ich würde Jacob lieben, meinen Romeo? War es für jeden so viel offensichtlicher als für mich? Daniel hatte am Morgen auf dem Parkplatz auch eine Bemerkung gemacht. Das Läuten der Schulglocke beendete meine Gedankengänge und ich kramte meine Sachen zusammen. Gemeinsam gingen Tom und ich zu unserer Biologieklasse. Er sprach kein Wort mehr mit mir für den restlichen Tag und auch in der Mittagspause setzte er sich nicht zu Alice und mir. Offensichtlich hatte ich ihn unbeabsichtigt gekrängt. „Wieso bist du nicht mit mir gefahren?“, begrüßte mich Alice mit einem gespielt schmollenden Blick als ich an dem Tisch in der Cafeteria ankam. „Jacob hat mich gebracht.“, antwortete ich wahrheitsgemäß uns setzte mich. „Ich weiß. Ist also alles wieder gut? Man kommt ja nicht mehr hinter her. Mal mögt ihr euch, mal wieder nicht.“, sie zupfte an einem Brötchen rum und lächelte mich an. „Du weißt es doch eh.“, gab ich trocken von mir. „Weiß ich nicht, ich kann euch ja schließlich nicht sehen. Na gut na gut, ich hab es gehört wie ihr euch unterhalten habt gestern Abend. Wir alle haben es.“, gab sie schließlich von sich als ich sie schweigend anblickte. „Es war aber sehr süß. Was gedenkst du zu tun? Liebst du ihn auch?“ Ich steckte mir ein Stück Pizza in den Mund und dachte an Romeo und Paris. Liebte ich Jacob oder waren es einfach nur gewohnte intensivierte Gefühle die ich für ihn hegte weil ich sein konnte wie ich bin wenn wir zusammen waren? Gab ich Tom, der offensichtlich etwas für mich empfand keine Chance aus dem Grunde das Jake meine Sicht der Dinge vernebelte? „Nessie?“ Ich blickte Alice an und zuckte kaum sichtbar mit den Schultern. „Ich bin mir nicht sicher. Ich glaube da ist etwas. Aber ich kann es nicht benennen.“ „Wie meinst du das?“ „Es schmerzt wenn es fort ist und wenn er bei mir ist verspüre ich wohliges Glücksgefühl. Doch dieses Gefühl habe ich schon von klein auf. Ich vermisste ihn schon immer wenn er nicht da war und fühlte mich schon immer besser wenn ich in seiner Nähe sein durfte.“ In den Augen meiner Tante lag ein leuchtendes Lächeln. „Ist doch also alles klar. Für mich ist die Sachlage eindeutig.“ „Ist sie das?“ „Aber ja doch Liebling. Jacob liebt dich. Er liebt dich so sehr, dass er es vor dir verheimlichte um dich nicht unter Druck zu setzten und dir alle möglichen Alternativen offen zu lassen aber eigentlich hast du dich bereits entschieden und ziehst gar keine Alternativen in Erwägung, weil es schon immer Er war.“ Ich runzelte die Stirn und überdachte ihre fragwürdige Vermutung. „Aber sollte Julia Paris denn nicht zumindest eine Chance geben? Ihn richtig kennenlernen? Jetzt da sie die Möglichkeit dazu hat.“, murmelte ich in mich gekehrt. „Hä? Was redest du da? Haben wir das Thema gewechselt und ich hab es nicht mitbekommen?“ „Tom. Ich glaube er mag mich auch.“ Alice atmete tief ein und hielt einige Sekunden die Luft in den Lungen. „Renesmee“, begann sie schließlich „Tom ist ein Mensch. Du wirst nicht mit ihm zusammen sein können.“ „Mumm war auch ein Mensch.“, gab ich trotzig zurück. „Ja deine Mutter war ein Mensch. Bella war ein außergewöhnlicher Mensch Liebes. Sie hielt mit dem Übernatürlichen Schritt, so gut es ging. Bella scheute sich nicht vor dem was sie nicht kannte, ganz im Gegenteil sie zog es an wie ein Magnet. Und als dein Dad auf Bella traf, hatte sie keine Möglichkeit. Es war beschlossen dass sie eine von uns sein würde irgendwann, auch wenn Edward es noch nicht so schnell begreifen wollte so wusste ich es schon viel früher. Tom hingegen ist einfach nur ein Junge. Ich sehe ihn nicht an deiner Seite und das hängt nicht damit zusammen dass ich dich nicht sehen kann.“ Sie legte mir sanft ihre Hand auf die meine und sah mir tief in die Augen. „Nessie, das mit dir und Jacob, das ist Bestimmung. Wenn nicht Er, wer ist dann besser für dich gemacht? Ein Mensch? Ein dummer Mensch, der wechselhaft, schwunghaft ist? Vergleiche Jacob und Tom nicht mit Romeo und Paris. Denn wenn du das tust bedenke eins“, ihr Blick wurde immer intensiver „Paris sieht nur deine Äußerliche Hülle doch Romeo hingegen erkennt das helle Licht, welches in dir steckt.“ Ich richtete meinen Blick über meine Schulter und sah zu Tom, der mit Daniel und Eva an einem Tisch am anderen Ende der Cafeteria saß. Der schöne blonde Engel, der mich gleich voller Freude in seine Mitte nahm. Mir Schutz bieten wollte und mich wie einen Menschen behandelte. Sprunghaft, wechselhaft. Alice hatte recht, einen Menschen konnte ich nicht lieben, nicht wenn ich ihm nicht alles erzählen würde und nicht wenn er nicht eines Tages einer von uns sein würde. Als ob er spürte, dass mein Blick auf ihm lag, wand er seinen Kopf in meine Richtung. Ein kleines Lächeln lag auf seinen Lippen, doch es erreichte seine Augen nicht. Er kennt mich noch nicht so lange. Wie groß können seine Gefühle da schon sein? Müde dachte ich darüber nach wie sehr ich ihn verletzten würde. „Was hast du jetzt?“ Ich zuckte zusammen als Alice mir ihre Hand auf die Schulter legte. Die Cafeteria wurde bereits von einigen Schülern verlassen. Ich hatte das Läuten der Glocke nicht gehört. „Kunst.“ „Das liegt auf meinem Weg. Ich begleite dich ein Stückchen.“, gab Alice von sich und griff nach meinem Tablett.

„Wenn sie sich bitte zu Morgen alle Gedanken über dieses Thema machen würden, wäre das für sie klar von Vorteil.“, beendete der Biologielehrer den Unterricht. Tom und ich hatten kaum ein Wort mit einander gewechselt doch seine Blicke spürte ich unaufhörlich auf mir. Ich kramte meine Bücher zusammen und steckte sie in meinen Rucksack. Der letzte Schüler verließ gerade den Klassenraum als Tom sich auf die Tischplatte setzte und mich innig musterte. „Ich versteh schon.“, gab er trocken von sich. Ich hob meinen Blick und sah ihm direkt in seine tiefen blauen Augen „Was verstehst du?“ „Naja, ich bin nicht der Richtige. Du bist nicht so wie andere Mädchen und das ist ja auch nicht schlimm. Ganz im Gegenteil. Nur schade dass du mir keine Chance gibst. Wenn du mich nur besser kennen lernen würdest, dann würdest du sehen das wir beide ein tolles Paar abgeben würden.“ Er streckte eine Hand nach mir aus und wickelte eine Lockige Haarsträhne um seinen Finger. „Lerne mich wenigsten kennen bevor du nein sagst.“ „Tom“, ich ließ einen Blick auf die Uhr schweifen, es war bereits nach Sechzehn Uhr. Natürlich blieb ihm das nicht verborgen. Mutlos ließ er meine Haarlocke frei und verschwand aus dem Klassenraum. Entnervt ließ ich mich tiefer in den unbequemen Stuhl gleiten und rieb mit Daumen und Zeigefinger meinen Nasenknochen. Die ganze Situation war einfach zu viel. Erst war ich einfach nur ein kleines Mädchen, das mit einem riesen Wolf im Wald spielte, und dann auf einmal ein Teenager der begehrt wurde. Nur Alice hatte zweifellos Recht mit dem was sie sagte. Ich durfte nun mal keinen Menschen an meiner Seite haben, wenn ich nicht die Gefahr eingehen wolle ihn zu verletzen. Verletzen zu lassen. Ich atmete frustriert tief ein und zuckte bei einem mir nur zu bekanten Duft zusammen. „Ich weiß ich bin zu spät.“, murmelte ich ohne die Augen zu öffnen. „Alice sagte mir wo dein Klassenraum ist.“, ein leisen Lachen kam aus seiner Kehle „Bist du eingeschlafen?“ Ich öffnete meine Augen. Jacob stand an der Klassentür und lehnte sich am Türrahmen an. Die Arme vor der Brust verschränkt. „Nein ich bin nicht eingeschlafen. Ich habe nachgedacht.“ Er kam auf mich zu und setzte sich auf den Stuhl neben mir, auf Tom seinen Stuhl. Ohne es zu wollen, kam der Wunsch in mir auf das es immer so sein könnte. Dass er immer im Unterricht neben mir sitzen könnte, zu Mittag mit mir Essen gehen könnte, und wir gemeinsam die Klassenräume aufsuchten. Ohne zu fragen packte er die letzten Bücher in meine Tasche und schloss den Reißverschluss. „Eine hübsche Schule hast du.“ „Kann sein.“ Ich streckte meine Hand nach ihm aus und er ergriff sie ohne zu zögern. Sofort fielen meine Gedanken von mir, es schien auf mal alles ganz klar. Es schien immer alles ganz klar zu sein wenn er bei mir war. „Wollen wir jagen?“ „Bist du nicht zu Müde zum Jagen?“ Ich stand auf und zog ihn mit mir. „Nein bin ich nicht. Ich hab Hunger und wir waren schon seit Wochen nicht Jagen. Deswegen bin ich auch immer so müde.“ Mit einem bestimmten Ausdruck sah ich zu Jacob auf musste aber Lächeln als ich in seine warmen Augen blickte. Gemeinsam, Hand in Hand gingen wir durch den Schulflur bis wir ins freie traten. Es lag ein warmer Wind in der Luft und vereinzelt kämpfte sich die Sonne mit ihren Strahlen durch die dicke Wolkendecke. Er hielt mir die Wagentür auf und ich ließ mich in den weichen Autositz gleiten. Der Motor wurde gestartet und wir fuhren die Landstraße entlang zu unserem Lieblingsjagdgebiet. Fortwährend kämpfte ich gegen den Drang einfach einzuschlafen an und stieß alle paar Minuten ein laute Gähnen aus. „Also wenn du so jagen willst, dann schnappe ich dir ja alle Tiere vor der Nase weg.“, lachte Jake und Zwinkerte mir zu. „Das werden wir ja sehen.“, grummelte ich. Jacob lenkte den Wagen in einen keinen Waldweg und hielt an. Ohne etwas zu sagen rappelte ich mich aus meiner gemütlichen Position auf und stieg aus dem Wagen. Es war als würde die Luft meine Müdigkeit von mir treiben. Der Geschmack von Erde und Rinde legte sich auf meine Zunge und ich füllte meine Lungen mit klarer, frischer Luft. Mit einem freudigen Lächeln drehte ich mich zu Jake um. „Ist das nicht einfach wundervoll hier? Viel zu lange waren wir nicht gemeinsam Jagen. Was machst du da?“ Er zog sich gerade seinen Pullover über den Kopf und legte diesen auf den Fahrersitz des Autos. „Mich ausziehen.“, antwortete er in einem ruhigen Ton. „Das sehe ich aber warum?“ Lachen brach durch die Bäume und schreckte ein paar Vögel auf. „Weil ich sonst meine Sachen kaputt mache wenn ich zum Wolf werde und dann hab ich auf dem Rückweg nichts.“ Ich ging ein kleines Stück um den Wagen herum, so dass er genau zwischen mir und Jake stand und somit die wichtigste nackte Stelle seines Körpers verdeckt wurde. „Das hat dich doch sonst auch nicht gestört.“, gab Jacob grinsend von sich „Oder findest du mich hässlich?“ „Rede keinen Unsinn. Du bist wunderschön.“, schimpfte ich und errötete sofort bei meiner Wortwahl. „So so, wunderschön.“ Das Grinsen in Seinem Gesicht wurde immer breiter. „Lass und Jagen. Nicht das ich noch zu deiner Beute werde.“, spottete er und warf mir einen vielsagenden Blick zu. „Das willst du ja nur.“, lachte ich, froh darüber dass er die unangenehme Situation in so schneller Zeit gelöst hatte. „Hast du eine Ahnung. Ich wehre leichte Beute. Willst es versuchen?“ „Später vielleicht, jetzt will ich richtige Beute.“ Ohne ein weiteres Wort lief ich in den Wald und ließ mich von meinen Instinkten leiten. Es dauerte nur wenige Sekunden und ein großer brauner Wolf hatte mich eingeholt. Wir flogen gemeinsam, Seite an Seite durch den Wald auf der Suche nach Beute. Der Geruch von Reh stieß mir in die Nase und ich beschleunigte mein Tempo, auch Jake musste die Witterung ausgemacht haben, denn auch er wurde schneller. Der Geruch des Blutes wurde immer intensiver, ich konnte das Schlagen des Herzens schon hören. Voller Vorfreude lief mir das Wasser im Mund zusammen und ich spannte meine Muskeln an. Noch einmal richtete ich meinen Blick auf Jake, der neben mir Schritt hielt, dann stieß ich mich vom Boden ab und landete elegant auf einem dicken Ast hoch in der Luft. Ich hatte einen hervorragenden Ausblick und fand sofort sie Quelle des Blutgeruchs. Ich sah das, was Jacob noch verborgen blieb. Lachens sprang ich von Baum zu Baum bis ich schließlich schnell wie eine Kanonenkugel auf meine Beute zu feuerte. Es sah mich nicht kommen, hatte keine Zeit zur Flucht und ließ sein unwichtiges Leben in meinen Händen. Mit einem lauten Knurren schoss Jake durch die Bäume und packte sich im nu eins der Tiere. Es biss es in den Nacken und riss es zu Boden. Ich konnte deutlich das Genick brechen hören, es hatte keinen Schmerzvollen tot, Jake beendete sein Leiden schnell und schmerzlos. Er war graziös wie eine Katze wenn er auf der Jagd war. Ohne mich zu beachten verschlang er genüsslich seine erlegte Beute. Ich ließ das tote Tier, welches ich in den Händen hielt auf den Boden gleiten und rannte den bereits fliehenden Herdetieren nach. Das Jagdfieber hatte mich gepackt, angespornt von der Angst der Tiere. Doch sie waren langsam, chancenlos. Im nu erlegte ich erneut eins. Doch dieses Mal war es ein Hochgenuss. Durch die Angst pulsierte das Blut rasend schnell in den Adern des Tieres. Ich ließ mir Zeit bei entleeren, kostete jeden Tropfen aus bis nichts mehr vorhanden war. Als ich meinen Blick von dem Tier aufrichtete sah ich Jacob noch nicht. In langsamen, gemütlichen Schritten ging ich zurück zu der Stelle an der Jake und ich die ersten Tiere erlegt hatten. Noch immer lag er gemütlich gebettet auf dem von Moos bedeckten Boden, das Tier zwischen seinen Pfoten liegen. Ich ließ mich einige Meter von ihm auf die Erde sinken und beobachtete ihn wie er sein Wild verspeiste. Blut klebte um seinem Maul und an seinen Pfoten. Nach einigen Minuten stand er auf und trottete auf mich zu. Er beugte sich mit seinem Kopf vor mich und hof sein Hinterteil in die Luft. Ich kannte diese Geste und krabbelte bereitwillig auf seinen Rücken. „Willst du dich nicht erst sauber lecken?“Die Antwort auf meine Frage war ein leichtes Kopfschütteln. In einem leichten Trap lief Jake tiefer in den Wald. Ich fragte nicht wohin, würde ich die Antwort ja doch nicht verstehen. Der Geruch von Wasser stieg mir in die Nase, kühle nasse Luft. Der See, dachte ich voller Freude. Wir hatten ihn durch Zufall einmal gefunden gehabt. Es schien als sei er durch Menschenhand in den Wald geschafft wurden. Eine perfekte runde Kante ohne steine und Algen, inmitten der tiefsten Natur. Jake verdoppelte sein Tempo, die Bäume rauschten wie ein Schleier an uns vorbei und meine Haare wirbelten Wild in der Luft, peitschten gegen meinen Rücken. Ohne Vorwarnung und ohne sein Tempo zu verringern sprang Jacob mit mir auf seinem Rücken in das kühle Nass. Lautes Lachen brach aus meiner Kehle, als ich die Wasseroberfläche mit meinem Kopf durchbrach. „Du verrückter Hund.“, rief ich nach ihm und zuckte zusammen als ich eine Antwort bekam. „Ist doch besser als sauber lecken.“ Ungefähr zehn Meter von mir entfernt ragte Jake sein Kopf aus dem Wasser. Seine weißen Zähne strahlten mich an. „Ja das ist es. Aber ich war nicht so voller Blut wie du.“ Ich setzte meine Beine in Bewegung und schwamm langsam auf ihn zu. Auch er bewegte sich in meine Richtung. „Außerdem, Bewegung nach dem Essen kann nicht schaden.“ „Aber man soll mit dem Schwimmen mindesten zwanzig Minuten warten.“, korrigierte ich seine Hypothese. Wenige Zentimeter voneinander getrennt stellten ich das Schwimmen ein. Ich griff nach seiner Hand um mich an ihm fest zu halten. „Denk dran ich hab nichts an.“, gab Jake leise, so als würde er sich tatsächlich schämen von sich. „Ich weiß.“ Langsam legte ich meine Hände um seinen Nacken. „Als ich klein war, waren wir ständig zusammen schwimmen. Weißt du noch?“ Er nickte „Ist ja nicht so lange her wie man meinen könnte.“ „Wir sollten das wieder öfters machen. Überhaupt sollten wir wieder mehr zusammen machen.“ „Es liegt nicht an mir, Renesmee.“ Jake legte seinen Arm um meine Hüfte und zog mich dichter an sich heran. Der perfekte Augenblick, dachte ich. Dies könnte der perfekte Augenblick sein. Den Gedanken daran, das Jake sein Körper unter der Wasseroberfläche unbekleidet war, schaltete ich vollkommen aus. Noch ein wenig fester schlang ich meine Arme um seinen Hals und sah ihn tief in die Augen. Ich strich in leicht über das nasse Haar stützte meinen Ellenbogen an seiner Brust, um ihn sein Gesicht streicheln zu können. Ohne den Blick von seinen Augen abzuwenden erkundigte ich vorsichtig jeden Millimeter seines Gesichtes. Als ich mit den Fingern sanft über seine Augen strich, schloss er diese. Ich führ über seine dichten Wimpern, über seine perfekt modellierten Augenbrauen. „Du bist so schön.“, flüsterte ich und näherte mich mit meinen Lippen den seinen. An der Wärme, die gegen meine Lippen prallte spürte ich, dass Er seine geöffnet hatte. Noch immer bewegten sich seine Beine leicht, damit wir nicht untergingen. Ich zog meine Beine an und legte sie ihm um die Hüfte um besseren Halt zu bekommen. Sicher war diese Haltung eine Qual für ihn, doch darüber machte ich mir keine Gedanken. Ihm entfuhr ein leises unkontrolliertes Seufzen. Nicht mal die dicke eines Papieres trennte seine Lippen von meinen und ich konnte fühlen wie sein Herz stark und schnell gegen seine Brust hämmerte. Es war alles so klar. Alles schien auf der Hand zu liegen. Ich liebte ihn. Er war mein Romeo. Es war keine Einbildung, kein gewohntes empfinden, keine Verblendung meiner Sicht. Nein. Ich liebte Jacob Black. Mit der Hand, die noch immer in seinem Nacken lag griff ich fest in seine Haare und presste mich noch enger an ihn heran. „Ich liebe dich.“, flüsterte ich und berührte bei der Bewegung meiner Lippen ganz leicht seine. „Oh Nessie.“ Er öffnete seine Augen, flüssige Zartbitter-Schokolade blickte mich warm an. „Ich liebe dich auch. Schon immer. Für immer.“ Dann geschah es. Nicht stürmisch und wild, wie es in Kitschigen Filmen gezeigt wird, sonder sanft und ruhig berührten seine Lippen meine. Kleine heiße Stromschläge durfuhren meinen Körper, leiteten das Geschehen von selbst, steuerten meine Handlungen und mein Verlangen nach ihm. Der perfekte Ort, der perfekte Augenblick, dachte ich wieder. Die perfekte Liebe.


Ich richtete meinen Blick auf den langen dunkeln Sandstrand von La Push und versuchte die Tränen, die in meinen Augen aufstiegen zu unterdrücken. Die perfekte Liebe, mit einem tragischen Ende, dachte ich sarkastisch. Es musste einer Sterben, um das Mädchen zu bekommen, doch anders als in Romeo du Julia, bezahlte nicht Paris mit dem Leben um Julia an Romeo zu binden. Romeo war es selbst, der einen viel zu hohem Preis zahlte. Doch Julia, sie hatte das Glück sterben zu können und ihrem Romeo zu folgen. Ich hingegen war verdammt zu einem Leben voller Trauer. Heiß bahnte sich eine Tränen ihren Weg über meine Wange und hinterließ einen dunkel abgefärbten Fleck im Sand. „Habt ihr mit einander geschlafen in dem See?“, fragte Lilli vorsichtig nach, nicht wissend ob sie eine tiefe Kerbe in meinem Herzen aufreißen würde. „Nein. Jacob und ich ließen uns Zeit. Vielmehr sollte ich sagen er ließ sich Zeit.“, ich legte ein leichtes Lächeln auf meine Lippen. „Er war ein Gentleman, stellte sein Verlangen nach mir immer an letzter Stelle. Es war rein Psychisch den Tag am See. Wir küssten, und berührten uns aber nicht auf eine unanständige weise, sondern sanft und rein.“ „Was… Also nur angenommen es wäre möglich… Was würdest du dafür geben Jacob wieder an deiner Seite zu haben?“ Ich warf Lilli einen traurigen Blick zu. „Das ist unmöglich. Er wird nie mehr an meiner Seite sein.“ „Nur mal angenommen, es gäbe einen Weg.“ „Alles. Ich würde alles dafür geben ihn wieder an meiner Seite zu haben. Es gäbe kein Opfer, das ich nicht in Kauf nehmen würde. Aber es ist nun einmal unmöglich, also rede nicht davon.“ Lilli stieß einen tiefen Seufzer aus und zog ihre Knie an um die Arme darum zu schlingen. „Was ist?“, fragte ich sie und lehnte meinen Kopf an ihre Schulter. „Es ist alles so frustrierend.“ Ich konnte mir ein kleines Lachen nicht verkneifen, ein Lachen gefüllt mit Tränen. „Was findest du frustrierend?“ „Das es so Enden musste.“, antwortete sie, doch ihre Stimme klang merkwürdig, es schien als würde sie mit etwas verheimlichen. „Wollen wir jetzt ins Reservat?“ Ich sah sie noch einen Augenblick an, dann stand ich auf und reichte ihr eine Hand. „Komm. Gehen wir. Jamuel freut sich sicher dich zu sehen.“ Jamuel, Sams jüngster Sohn und dennoch schon ein Mann. Er war schön, hatte wundervolle braune Haut und die Figur eines Kriegers. Er hatte sich noch nie verwandelt und altere ganz normal. Er war fünfzehn als ich ihn das erste Mal sah. Wenige Wochen Später starb Jacob im Kampf. Wir betraten den hinteren Teil des Reservats und sofort legte sich eine dicke dunkle Decke aus Trauer über mich hernieder. So viel Zeit hatte ich als Kind hier verbracht, so viele Glückliche Momente erlebt. Alle mit ihm.

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7. Der unverkennbare Geruch

Beitrag  Gast am So 21 März 2010, 00:12

„Hallo ihr zwei. Meine Güte ihr wart ja ewig nicht hier.“, begrüßte uns Jamuel, als wir den Weg zu seiner Hütte entlang liefen. „Hallo Jamu.“, grüßten Lilli und ich im Chor „Dad wird sich riesig freuen euch zu sehen, vor allen dich Nessie.“, das kleine Lächeln auf seinen Lippen verblasste. „Wie geht es deiner Mumm?“, fragte Lilli vorsichtig. „Schlechter. Sie wird schwächer.“ Emily war bereits eine alte Frau, ihre Kräfte gingen zu Ende und Sam wich nicht mehr von ihrer Seite. Der Fluch der Wölfe. Sie sahen wie ihre Kinder heranwuchsen, wie ihre Frauen alterten doch sie selbst blieben immer die jungen Krieger. Auch wenn Sam sich nicht mehr verwandelte, so konnte er Emily nicht mehr einholen was den Alterungsprozess anging. Selbst Jamuel sah älter aus als sein Vater. „Wie geht Sam mit der Situation um?“ Jamuel sein Gesichtsausdruck wurde leer und seine Augen verdunkelten sich ein wenig. „Er bereitet sich darauf vor ihr zu folgen.“ Eifersucht packte mich. Eifersucht und Neid. Für Sam war es ein leichtes seiner Geliebten in ein anderes Reich zu folgen und niemand würde es ihm übel nehmen. Er war ein alter Mann gefangen im Körper eines jungen Kriegers. Melaka, Sams ältester Sohn, trug das Gen in sich. Er Kämpfte zu schwerer Stunde an Sams Seite. Er würde den Platz seines Vaters einnehmen wenn dieser nicht mehr da ist. Liam, Sams zweitgeborener würde an Melaka seiner Seite bleiben. Nur Jamuel ist von dem „Fieber“ verschont geblieben. Wir folgten Jamuel bis zu Sam seiner Hütte. Nach einem leisen klopfen, gefolgt von einem „Herein.“, betraten wir die kleine Küche in der ich so viele Male mit Jake gesessen hatte. Emily saß in eine Decke gewickelt auf einem alten abgenutzten Sofa. Ihre langen grauen Haare umrahmten ihr schönes schmalen Gesicht. Mit Knochenartigen Fingern umklammerte sie eine Dampfende Tasse. „Renesmee.“, krächzte sie leise als sie mich erblickte. „Wie lange warst du schon nicht mehr hier bei uns? Ich bin so glücklich dich zu sehen.“ „Es ist lange her, es tut mir leid.“, endschuldigte ich mich. „Lilli wollte euch besuchen und wie sollte ich es ihr abschlagen. Du weißt selbst wie sie sein kann.“ Lilli war seit dem Tage an da wir zurück nach Forks gezogen sind viel in La Push. Sie Spielte mit den Kindern aus dem Reservat. Ein schwaches Lächeln lag auf Emilys blassen Lippen. „Wie geht es dir?“, Sam legte einen Arm um meine Schultern. „Ich existiere.“, gab ich trocken von mir. Ich musste kein Theaterspiel vorlügen, musste nicht so tun als sei mein Schmerz gelindert. Lilli wusste ohne hin wie es um mich stand und Sam und Emily konnte ich nichts vor machen. Also warum lügen? „Ich rede wieder über ihn?“ Es war mir peinlich zu gestehen, dass ich seinen Namen so lange nicht ausgesprochen oder Gedacht hatte. Dass ich ihn aus den Tiefen meines Körpers verbannt hatte um wenigsten zu versuchen den Schmerz zu kontrollieren. Natürlich hatte es nicht geklappt. Alles was ich dadurch erreicht hatte war ein taubes Gefühl in meinem Herzen aber keine Linderung. „Hilft es?“, fragte Sam. Davon ausgehend dass die Frage an mich gerichtet war blickte ich von Fußboden auf. Doch es war nicht ich an den er seine Frage gerichtete hatte. Er sah auf Lilli. Mit einem merkwürdigen Gesichtsausdruck nickte sie leicht. „Wenigstens eine gute Nachricht.“, er wandte seinen Blich von Lilli ab und richtete ihn auf Emily. So viel Liebe stand in seinem Blicken geschrieben, wenn er seine Frau ansah. Allein seine Blicke wirken so innig, das man glaubte sie bei etwas intimen zu stören. „Sam ich wollte fragen, also…“ Lilli stockte einen kurzen Moment, dann beendete sie ihren Satz „Können wir kurz reden.“ Ein unheimliches Leuchten trat in Sam seine Augen als er mit dem Kopf nickte und zur Tür deutete. Ich sah ihnen fragend und Verwirrt nach. Ernüchternd musste ich feststellen das lauschen nicht möglich war, Es hatte begonnen erneut zu regnen und die Tropfen, die sich auf den Wellblechdächern anhörten wie Steine störten meine hör Sinne. „Wie fühlt es sich an von Jake zu reden?“, fragte Emily nach einer kurzen Zeit des Schweigens. „Erst tat es weh, das tut es eigentlich immer noch, doch es befreit auch irgendwie. Ich hatte Angst ich würde irgendwann einfach vergessen, doch jetzt weiß ich dass das nicht möglich ist. Ich weiß noch alles, jeden noch so kleinen Moment, egal wie unwichtig er auch erscheint habe ich tief hier drinnen“, ich deute auf meine Brust und die Stelle an der mein schnelles Herz saß „gespeichert.“ „Es ist wichtig dass du ihn nicht vergisst Renesmee. Du musst über ihn reden, nur so kannst du ihn am Leben erhalten.“ Ein verbitterte Ton brach aus meiner Kehle. „Am Leben?“, murmelte ich, erneut getroffen von einer Welle aus Trauer. „Wie kann ich jemandem am Leben erhalten, der mich verlassen hat?“ Emily streckte ihre Hand nach mir aus und ich ergriff sie. Sie war Knochig und kalt, fast so kalt wie meine. „Er hat dich nicht verlassen kleine Renesmee. Er hat dich nie verlassen. Er ist immer bei dir. Im Wind, in den Bäumen, dem Blumen. Du musst nur genau zuhören. Verbanne ihn nicht aus deinem Herzen, auch wenn es dich schmerzt.“ Tränen bildeten sich wieder in meinen Augen. „Aber es tut manchmal so weh, ich glaube ich zerberste daran.“ „Wenn du ihn verbannst Nessie wird er verschwinden und dann für immer.“ Den Mut, den sie mir durch ihre Worte zuflüstern wollte, der erreichte mich nicht. Es hörte sich an wie Aberglaube, wie eine Legende. Doch gerade das sollte mich doch hoffen lassen. Waren sie nicht alle wahr? Die Legenden und die Mythen? Vampire und Werwölfe? Dunkle Wesen die nach dem Tode unschuldiger dursten? Warum also sollte es nicht möglich sein das ich ihn am Leben erhalten kann, wenn ich nur weiterhin fest an ihn denke? Auch wenn es ein Leben ist das ich nicht sehen kann. Die Tür der kleinen Hütte öffnete sich und Sam trat ein. Sein Gesicht erhellt, von einem mir nicht bekannten Ausdruck eingeschlossen. „Nehm es mir nicht übel.“, fing Sam an „aber Emily braucht Ruhe.“ „Sicher Sam.“ Ich stand von dem alten Sofa auf und sah Emily an. „Danke für deine Worte.“ „Ich danke dir Renesmee. Euer Besuch hat mich sehr gefreut.“ Ich nickte Sam zu und trat in den stärker werdenden Regen. „Wir bekommen Besuch.“, murmelte Lili geistesabwesend. Ihren Blick in den Himmel gerichtet. „Wie kommst du darauf?“ „Die Vögel haben sie gesehen. Ein Mann dunkelhaarig mit roten Augen sagen sie.“, sie verzog verwirrt ihre Brauen zusammen. „Sie sagen Bella ist bei ihm.“ Ich sah verwirrt in den Himmel, beobachtete die dicken schwarzen Krähen wie sie in kreisenden Bewegungen in der Luft glitten. „Leyla.“, murmelte ich. „Wer?“ „Manuel und Leyla.“, wahrscheinlich erinnerte sich Lilli nicht mehr an den großen dunkelhaarigen Vampir, der sie vor einigen Jahren in unsere Familie gebracht hatte. Der Vampir der uns ein Menschenkind im Auftrag meiner Mutter brachte. Er ging mit Leyla fort und kam nie wieder. „Manuel?“, Lilli schien ihre Gedanken zu sammeln und dann plötzlich lachte sie auf. „Manuel. Oh mein Gott er wird Augen machen wenn er mich sieht.“ Sie hatte ihn also nicht vergessen. „Was sie wohl hier wollen? Ah ist ja auch egal ich freu mich riesig.“ Wir liefen durch den Wald und hatten unser großes Haus in wenigen Minuten erreicht. „Wir bekommen Besuch.“, rief sie voller Freude als sie durch die Haustür trat. „Ja wissen wir. Manuel und Leyla. Woher weißt du das?“, fragte Alice verwundert. Natürlich, Alice hatte es bereits gesehen. „Die Vögel haben es ihr gesagt.“, lachte ich ein wenig sarkastisch. Auch Emmett, der auf dem Sofa saß und mit Jasper ein Videospiel spielte lachte auf. „Die Vögel?“, spottete er und kassierte dadurch das Jasper ihn einen Lebenspunkt stahl. „Ja die Vögel. Macht euch nur lustig darüber. Der in deinem Kopf hat übrigens keine Lust mehr auf deine dummen Sprüche Dad.“, gab Lilli wütend an Emmett gerichtet von sich. Schuldbewusst, wenn auch nur gespielt biss er sich auf die Unterlippe. „Tut mir leid Liebes.“ „Wann werden sie hier sein Alice?“ „In etwa einer Stunde. Sie haben vor erst jagen zu gehen, sie wissen ja nicht das Lilli kein Mensch mehr ist und wollen auf Nummer sicher gehen.“, antwortete sie mir und grinste. Lilli ging ohne etwas zu sagen aus der Stube raus und die Treppe nach oben. Ich folgte ihr auf dem Fuße, ohnehin schlich ich permanent um sie herum wie ein Schatten der verzweifelt das Licht suchte. Sie zog sich ein anderes Oberteil an und kämmte sich die Locken, die durch den Regen wild durcheinander waren zu recht. Ich setzte mich auf mein Bett und zog die Beine an. „Lilli, also ich wollte dich was fragen.“, gab ich leise von mir. „Sicher doch. Was gibt es?“ Sie steckte sich eine Spange in die Haare und hielt ihren Pony somit an seinem Platz. „Worüber hast du mit Sam gesprochen.“ Einen kurzen Augenblick spannte sich ihr Körper an, endspannte sich aber schnell wieder. „Es ist noch nicht an der Zeit dir davon zu erzählen Nessie. Vertrau mir einfach okay?“ Irgendwas an ihrem Blick und ihren Worten brachten mich dazu ihre fragwürdige Aussage einfach hinzunehmen. „Wo ist eigentlich dein kleiner Freund?“ Ich war es so gewohnt Luke in Lillis Nähe zu wissen wenn wir zu Hause waren, dass es ein ungewohntes Bild ergab sie ohne ihn zu sehen. „Ich weiß nicht.“, hoch konzentriert zupfte sie an ihren Locken bis sie sich mit einem strahlenden Lächeln zu mir umwand. „Du magst Luke oder?“ „Ich… Also ich dulde ihn. Mögen ist etwas anderes.“, gab ich trocken zur Antwort. „Renesmee. Mal ehrlich. Er darf sogar bei dir schlafen und manchmal hab ich schon mitbekommen das du mit ihm sprichst.“ Sie hatte recht, ich sprach mit dem dicken schwarzen Kater. Wenn Lilli in der Schule war oder auf der Jagd, wich Luke mir nicht von der Seite. Ich mochte das Tier, würde dies aber nie zugeben. Schlimm genug, dass wir anderes waren als die anderen Vampire und ihnen so schon genug boten um uns auszulachen, nun hielten wir uns auch noch ein Tier im Haus. „Mochte Jacob Tiere?“ Ich konnte ein Lachen nicht unterdrücken als sie mir diese Frage stellte. „Jake war ein Tier Lilli.“, prustete ich und hielt mir eine Hand vor den Mund. „Du weißt wie ich das meine.“, grummelte sie beleidigt. „Ich denke schon. Klar warum sollte er keine Tiere gemocht haben?“ beantwortete ich ihre Frage mit einer Gegenfrage. Lillis lächelndes Gesicht wurde ernst, sie bekam einen traurigen Ausdruck und biss sich auf die Unterlippe. „Emily wird sterben oder?“ Ich nickte leise, nicht im Stande etwas zu sagen. „Wir könnten es ändern. Es müsste nicht so sein.“ „Doch Lilli. Eigentlich muss es genau so sein. So ist der Kreislauf. Man wird geboren, älter und dann stirbt man. Wir, du, ich und die Wölfe… Wir sind die Ausnahme der Regel, eine ab Normalität der Natur, geschaffen durch das Gute und das Böse. Wir werden nie sterben.“, schmerzhaft stach die Lüge in meiner Brust. „Nicht unter normalen Umständen.“, verbesserte ich leise. „Geschaffen durch das Gute und das Böse? Wie meinst du das?“ Lilli kam zu mir aufs Bett und legte den Kopf auf ihre angezogenen Knie. Sie hatte noch so viel zu lernen, sie kannte die Geschichte von den Wölfen, von den Vampiren nicht. Sie hatte von so vielem keine Ahnung. Einzig und allein die Regeln die sie als Vampir zu beachten hatte wurden ihr erläutert, doch nie hatte sie nach dem Rest unserer Dunklen über Jahrhunderte zurückliegenden Geschichte gefragt. Sie kannte die Geschichte der dritten Frau, die Geschichte der Entstehung der Wölfe nicht, der Geisterkrieger, wusste nicht das WIR der Uhrsprung ihres Fluches sind und es erst enden würde wenn es uns nicht mehr in ihrer Nähe geben würde. „Wir sind das Böse.“, begann ich und schloss meine Augen. „Die Wölfe existieren in ihrer Form nur durch uns. Wir haben sie zu dem gemacht was sie sind.“ Ich erzählte ihr die Geschichte von den Geisterkriegern, die Jake mir viele Male erzählte. Erzählte wie Häuptling Taha Aki von Utlapa hintergangen wurde und dieser sich so als rechtmäßiger Häuptling ausgab und den Stamm unterdrückte. Berichtete davon wie Taha Aki sich mit einem Wolf den Körper teilte damit seine Geisterseele nicht Schutzlos umher irrte. Erklärte ihr wie durch den Streit und die Trauer Taha Akis Geist zu mächtig für den Wolf wurde und er schließlich zu dem wurde was die Nachfahren noch immer waren. Ohne mich ein einziges Mal zu unterbrechen zog sie jedes meiner Worte auf. An den spannenden Stellen zuckte sie oder biss die Zähne fest zusammen. „Aber was hat das mit uns zu tun?“, fragte sie schließlich als ich mit der ersten Geschichte endete. „Dazu komme ich jetzt…Viele Jahre nach dem Taha Aki beschlossen hatte sich nicht mehr in einen Geisterwolf zu verwandeln, er war schon ein alter Mann, kam es im Norden zu Auseinandersetzungen mit dem Makah. Mehrere junge Frauen ihres Stammes waren verschwunden und sie beschuldigten die Wölfe des Nachbarstammes…“ Wieder hörte Lilli mir ungehindert zu, und als ich an der Stelle ankam, wo die dritte Frau ihr Opfer brachte, brach ein merkwürdiger Laut aus ihrer Kehle. „Die kalten Wesen.“, murmelte sie und sah mich mit großen traurigen Augen an. „Wir sind das Böse. Wir sind schuld daran, dass Sam Emily beim Sterben zusehen muss.“ Ich legte meinen Arm um ihre zuckenden Schultern und schaukelte sie wie ein Kind hin und her. „Oh nein Liebes. Denke nicht so schlecht. Sam hat es sich ausgesucht, er hätte nicht so lange ein Leitwolf bleiben müssen, er wollte es so, um für eine gute Sache kämpfen zu können.“ Lilli sagte nichts, zuckte nur hilflos in meinen Armen. Ich hätte ihr davon nichts erzählen sollen, sie war zu gutmütig für solch schlechte Geschichten. Ich hätte damit rechnen müssen dass sie sich vorwürfe für etwas machen würde für das sie nichts konnte. „Was glaubst du warum Jamuel nicht von dem „Fieber“, gepackt wurde?“ Ich dachte eine kurze Zeit über ihre Worte nach, doch eigentlich schien es offensichtlich zu sein. Er war der jüngste, und noch bevor das Gen sich ausbreiten konnte, gab es durch die kalten Wesen keine Gefahr mehr. Und auch wenn wir uns so häufig bei ihnen in der Nähe aufhielten, so wusste er das WIR nicht die Gefahr waren. „Wir sollten langsam runter gehen. Sicher wird unser Besuch jeden Moment da sein.“ Ich strich ihr noch einmal über die seidigen Locken, dann richteten wir uns auf.
Manuel und ich hatten damals, als er Lilli zu uns brachte keinen guten Start, ich verachtete ihn für seine Worte. Doch ich wollte ihm danken, er gab mir eine Freundin fürs „Leben“. Mumm schien ebenfalls sehr aufgeregt über den Besuch zu sein, hatte sie Manuel doch so viel zu verdanken. Zappelig, und dass sollte bei einem Vampir was heißen, saß sie auf dem Sofa, Dad dicht an ihrer Seite. „In zwei Minuten werden sie an der Tür klopfen“, trällerte Alice fröhlich und tänzelte die Treppe hinunter. Mit einem breiten Grinsen öffnete sie die Haustür in dem Augenblick als Manuel dagegen klopfen wollte. „Herzlich willkommen.“, rief sie voller Überschwang und schlang die Arme erst um Manu und dann um Leyla. „Schön euch nach so langer Zeit einmal wieder zu sehen.“ „Wir freuen uns auch. Wir waren in der Nähe und sind dann auf die Idee gekommen euch einen Besuch abzustatten.“ Sie traten ein und als Manuel einen freundlichen Blick in die Runde warf blieb dieser auf dem schwarzen Lockenengel hängen. Lilli lächelte ihn schüchtern durch ihre dichten Wimpern an und brachte ein leises „Hallo Manuel“, hervor. Für einen kurzen Augenblick herrschte Stille. Selbst wenn wir nicht diese hervorragenden Sinne gehabt hätten, hätten wir eine Stecknadel fallen hören können. Layla war es die zuerst schaltete. Sie kannte Lilli ebenfalls als Menschenkind, schließlich hatte sie an Leahs Seite um ihr Leben gekämpft. „Lilli?“, Ungläubigkeit lag in ihren Worten als sie einige Schritte, dicht gefolgt von Manuel auf sie zumachte. „Mit Haut und Haaren.“, lächelte diese. „Ich… Du siehst unglaublich aus.“, platzte es aus Manuel heraus. „Was ist mit dir passiert? Warum?“ Er sah Mumm eine halbe Sekunde vorwurfsvoll an, doch Dad ergriff sofort Partei. „Nein. Bella hatte nach ihrer etwas… komplizierten Zeit in Italien keine Ausrutscher mehr. Lilli ist gestürzt und hat sich schwer verletzt.“ Scheinbar beantwortete er eine unausgesprochene Frage „Sie wäre gestorben hätte Emmett sie nicht gerettet.“, ergriff nun auch Rosalie das Wort. Deutlich war der Schmerz darin zu hören. Liebevoll legte sie einen Arm um die Schultern ihrer „Tochter“. Es wurde noch eine Weile über Lillis Dasein gesprochen und darüber wie gut ihr die Unsterblichkeit stand, dann wechselten sie das Thema und Leyla erzählte von den Reisen die sie zusammen unternommen hatten. Ich geh ein bisschen spazieren Dad, dachte ich und entfernte mich langsam als er mir ein warmes Lächeln zuwarf.
Auf der Veranda lag Luke uns blickte in den Wald. Sah er nachdenklich aus? Es schien so. Grinsend schüttelte ich meinen Kopf. Ich fing schon an wie Lilli und machte mir Gedanken über dieses dumme Tier. Als ich mich auf die Stufe neben ihm setzte und mit meiner Hand über sein Fett strich begann er sofort zu schnurren. „Ich gehe in den Wald spazieren Luke. Willst mich begleiten?“, fragte ich ihn und musste sofort an das Gespräch mit Lilli denken. Ich tat es schon wieder. Ich sprach mit einem Tier. Luke sah mich einfach nur an, natürlich antwortete er mir nicht. Lächerlich. Ich legte sanft, um ihn nicht zu verletzten einen Arm unter seinen Bauch und hob ihn an meine Brust. „Na komm.“, murmelte ich „Lilli hat jetzt eh keine Zeit für dich.“ Mit Luke auf meinem Arm ging ich in den Wald. Ich wusste nicht ob ihm das schnelle laufen vielleicht Angst machen würde, also ließ ich es und ging in normalem Tempo. Vögel zwitscherten und endlich brach ein wenig Sonne durch die Wolken. Ich wusste es würde nicht lange anhalten. Alice hätte mir davon erzählt wenn die Sonne länger scheinen würde. Ein ganzes Stückchen legte ich mit dem Kater auf meinem Arm zurück und ließ mich dann auf einer kleinen Lichtung auf den feuchten Boden gleiten. „Schön hier oder?“, flüsterte ich um die Vögel nicht zu verschrecken die in den Bäumen saßen. Ich wollte ihren Liedern lauschen. Auf dem Rücken liegend beobachtete ich die vorbei ziehenden Wolken. „Soll ich dir was Verrücktes erzählen Luke? Ich frage mich ob Emily Recht hat. Kann es wirklich sein dass Jake hier ist? Ganz in meiner Nähe, in der Luft zum Beispiel? Oder in den Bäumen? Ich weiß es klingt verrückt, doch was ist wenn? Klingen Worte wie Vampir oder Werwolf denn in den Ohren von Menschen nicht auch verrückt? Dennoch gibt es uns.“ Ich schloss meine Augen und atmete tief ein. Der Geruch vom salzigen Meer kroch mir in die Nase. Ich ließ mich davon betäuben und schaltete alles um mich herum aus. Immer wieder inhalierte ich die reine Luft um mich herum und nahm immer mehr Gerüche war, lauschte dem Wind in den Bäumen und genoss die Sonnenstrahlen die den Kampf gegen die dicken Wolken gewannen. Luke hatte es sich auf meiner kalten harten Haut bequem gemacht und schnurrte unbeirrt vor sich hin. Waren Katzen immer so warm? Ich hatte keine Ahnung, schließlich war er das erste Tier was nicht als meine Nahrung galt. Der Wind, das rauschen der Bäume und der Gesang der Vögel ließen mich völlig ruhig wirken. Ich konzentrierte mich auf nichts anderes als auf Jacob, auf seine Wärme, seine Haut, sein Gesicht, seine Stimme, sein Lachen, seinen Geruch… Seinen Geruch? Ich riss meine Augen auf und schrag hoch. Vor Schreck sprang Luke von meinem Bauch uns sah mich mit aufgerissenen Augen an. Ich hatte ihn gerochen. Ich war mir hundert prozentig sicher das es sein Geruch war. Rinde, Wald, Gras, Orange, Tau… Alles war darin enthalten. Bin ich verrückt? Kann das sein? Nein, das ist unmöglich. „Du wirst verrückt Renesmee.“, murmelte ich. Konnte es aber nicht verhindert mich umzusehen. „Nicht das es schon merkwürdig genug ist das du dich mit einem Kater unterhältst, nein nun riechst du noch Sachen die nicht da sind. Die nicht da sein können. Komm her Luke. Ich wollte dich nicht verschrecken.“ Ich streckte eine Hand nach ihm aus und auf merkwürdige Weise freute ich mich darüber, dass er ohne zu zögern wieder zu mir kam. Ich legte mich wieder mit dem Rücken auf die Erde und Luke nahm seine Position auf meinem Bauch wieder ein. „Du bist verrückt Renesmee“, wiederholte ich wieder als ich meine Augen schloss. Noch immer hatte ich die Nachwirkung meiner Einbildung zu verarbeiten. Es schien so real gewesen zu sein. Sein Geruch, so wundervoll und einzigartig, mit nichts zu vergleichen lag noch immer auf dem hinteren Teil meiner Zunge. Ich konnte ihn schmecken. Ich konnte mich nicht täuschen, es war sein Geruch gewesen. Wenn ich ihm so nahe sein konnte, nur dadurch dass ich mich hundert Prozent auf ihn konzentrierte, konnte das Bedeuten das Emily Recht hatte? Trotz der Schmerzen in meinem Herzen wiederholte ich meine Gedanken. Ich dachte so angestrengt an ihn wie nie zuvor. Hunderte Bilder rauschten durch meinen Kopf, tausende von ausgesprochenen Liebeschwüren. Tränen rannen aus meinen Augen, doch ich ließ all die Gedanken, als die Bilder auf ich einwirken. Ich wollte ihm nahe sein, ich wollte ihn riechen. Er sollte Leben durch meine Gedanken.

„Können wir reden Renesmee?“, hatte mich meine Mutter einen Samstagmorgen in der Küche abgefangen. Ich war gerade dabei den Tisch für mich und Jacob zu decken. „Sicher Mumm.“ Erst als ich meinen Blick von den Brötchen, die ich in einen kleinen roten Korp legte aufrichtete bemerkte ich ihren besorgten Gesichtsausdruck. „Es geht um Jacob.“, fing sie an und nahm auf einem Stuhl am Esstisch Platz. Egal wer seinen Namen aussprach, mir wurde sofort warm ums Herz. Ab den Tag nach der Schule, als wir erst jagen und dann Schwimmen waren, machten wir kein Geheimnis aus unserer Liebe. Meine Familie hatte es besser aufgefasst als ich gedacht hatte. Alice stand ohnehin auf meiner Seite und begrüßte es nur mich und Jacob zusammen zu sehen. Emmett freute sich ebenfalls riesig, er und Jake waren die dicksten Freunde gewesen. Esme und Carlisle, gütig wie sie waren wollten ohnehin nur das alle aus ihrer Familie glücklich waren. Eigentlich hatte niemand ein Problem damit gehabt. Niemand? Rosalie, wie sollte es auch anders sein? Sie war natürlich nicht einverstanden. Sie empfand es als ab normal und widerlich. Sie duldete ihn eh nur in unserem Haus, weil sie keine Wahl hatte. „Wir wussten dass es irgendwann so kommen würde, also warum sollte ich jetzt was dagegen haben?“, hatte mein Dad in einem lieben Ton gesagt und mich in den Arm genommen. „Außerdem bist du jetzt nicht mehr ständig so trübsinnig.“ Ich schüttelte meinen Kopf um mich wieder auf meine Mutter zu konzentrieren. „Was ist mit ihm?“ „Naja, also… ich weiß gar nicht wo ich so recht anfangen soll.“, stammelte sie nervös vor sich hin. „Wie wäre es am Anfang.“, schlug ich vor und strahlte sie an. Es half nichts, sie war aus irgendeinem Grund nervös und bekam es nicht in den Griff. „Mumm?“ „Ich mache mir etwas Gedanken wegen… Also naja… dem Sex.“, brachte sie schließlich über ihre vollen Lippen. Sofort schoss mir die Schamesröte in die Wangen. „Mumm… Bitte muss das jetzt sein?“, fragte ich peinlich berührt. „Ja wenn nicht jetzt wann denn dann? Nessie wir wissen nicht wie es bei dir ist, ob du schwanger werden kannst oder ob die Pille als ein Verhütungsmittel nützt. Was ist wenn etwas schief geht?“ Ich wandte meinen Blick von ihr ab und sah aus dem Fenster. „Wir haben keinen.“, murmelte ich. „Noch nicht. Aber irgendwann werdet ihr. Ich möchte einfach nur das du dir Gedanken darüber machst Liebes.“ Ich nickte leicht mit dem Kopf, vermied es aber dennoch sie anzusehen. Ich werde Carlisle fragen, dachte ich. Aber auch dieser Gedanke war nicht gerade eine tolle alternative. „Guten Morgen Bella.“ Jake war in die Kühe gekommen und gab meiner Mumm einen leichten Kuss auf die Wange. Sofort vergas ich den Grund meiner peinlichen Laune. Die Sonne ging jedes Mal wenn Jacob in meiner Nähe war auf. Es berieselte mich mit Glück, wenn ich ihn sah. Er kam auf mich zu um seine Arme um meine Taille zu legen und zog mich an sich heran. „Guten Morgen mein Leben.“, flüsterte er in mein Ohr „Wieso hast du mich nicht geweckt?“ Seine Finger glitten meinen Rücken hinauf und Liebkosten mich zärtlich, Gänsehaut breitete sich auf meiner Haut aus. „Du sahst so friedlich aus.“, murmelte ich. Carlisle, ich muss dringend mit ihm reden. Seine Finger auf meiner Haut machten mich wahnsinnig. „Wollen wir heute ins Kino?“ Abrupt ließ er mich los und setzte sich an den Tisch. In seinem Blick lag ein merkwürdiges Leuchten. „Kino? Was gibt es denn?“ „ich weiß nicht. Ich dachte es wäre einfach nur eine gute Idee.“, er lächelte mich an und griff nach einem Brötchen. Wie konnte man nur so liebenswert aussehen? Er war das schönste was es auf der Welt gab. Seine Wangenknochen, seine Nase, seine Zartbitter-Schokoladenaugen, seine Hände, alles an ihm wirkte wundervoll. Allein wie sich die Muskeln unter seinem grauen Shirt deutlich abzeichneten, wie seine Lippen sich beim reden bewegten. Oh er redete. „Was… ich hab nicht zugehört.“, gab ich leise zu und wieder schoss mir angenehme Wärme in die Wangen. Carlisle, dachte ich wieder. Mumm hatte mir mit ihrem Gerede über Sex völlig den Kopf verdreht. „Ich habe gefragt worauf du mehr Lust hast. Action, Horror oder Liebe? Wo bist du denn mit deinen Gedanken?“ „Ich… Äh…“, stammelte ich und räusperte mich einmal. „Wie wäre es mit Horror?“ Mumm ließ mich nicht aus den Augen. Sie wusste genau was in dem Augenblick in mir vorging. „Willst du nichts essen Schatz?“, in ihrer Stimme halte ein Hauch von Sarkasmus mit. „Doch.“, antwortete ich schnell und nahm an Jacobs Seite Platz. Nur schwer bekam ich das Brötchen mit Marmelade runter. Seine Hand auf meinem Oberschenkel lenkte mich ab. „Geht’s dir nichts gut? Du isst ja kaum.“ Ich zwang mich zu einem Lächeln „Kann ja nicht jeder so viel essen wie du.“, mit meinem Zeigefinger strich ich über seine Wange. Es kribbelte und pulsierte auf meiner Haut. Zuckte durch meinen Arm und durch meinen ganzen Körper. „Ich komm gleich wieder.“ Ruckartig stand ich auf. Meine Mutter warf mir einen wissenden Blick hinterher und ich konnte mir ihre Gedanken genau vorstellen. Auf den Weg in Carlisle Arbeitszimmer hörte ich ihn schon mit meine Dad reden. Ich klopfte leise an die Tür und trat ins Zimmer. „Carlisle… Können wir reden?“ Ich konnte deutlich erkennen wie mein Vater sich anspannte. Seine Blicke durchbohrten mich. „Aber natürlich Liebes. Worum geht es. Setz dich.“, er deutete auf einen Ledersessel vor seinem Schreibtisch. Noch einmal sah ichmeinen Vater an. Was soll es schon machen wenn er dabei ist, er belauscht uns eh, dachte ich und seine Mundwinkel zucken zu einem kleinen Grinsen. „Also? Was liegt dir auf dem Herzen?“ „Also, Mumm meinte ich sollte mir da über etwas Gedanken machen.“ Dad stieß ein stöhnen aus. „Deine Mutter. Oh wie ich es hasse ihre Gedanken nicht lesen zu können.“ „Edward bitte.“, Carlisle sah ich mit ernstem und belustigtem Blick zugleich an. „Bitte Liebes lass dich nicht unterbrechen. Worüber sollst du dir Gedanken machen?“ Ich zögerte einen Augenblick, überlegte wie ich es am besten Ausdrücken sollte ohne dass es peinlich werden würde. Dad schwieg. „Also es geht dabei um mich und Jacob.“, ich betonte jedes Wort genau und Carlisle schien sofort zu verstehen. „Du machst dir Sorgen wegen der Verhütung?“ Nicken. Wieder Atmete Dad tief ein u die Luft dann mit einem Seufzen raus zulassen. „Zuerst müsstest du dich einmal untersuchen lassen Nessie. Erst dann können wir wissen ob und in wie fern ein Verhütungsmittel für dich in Frage kommt. Und dann müssten wir weiter sehen.“ „Wie läuft die Untersuchung ab?“ „Wie bei einem Menschen auch liebes. Wir testen einfach ob du Kinder bekommen kannst, ob deine Gebärmutter funktionstüchtig ist.“ Ich sah zu meinem Vater, der meine unausgesprochenen Gedanken bereits hören konnte. Sein Blick war eine Mischung aus Fürsorge und Verständnis „Wann?“, fragte ich schließlich. „Wann immer du willst. Ich habe alle nötigen Hilfsmittel hier Liebes.“ Ruckartig schoss Dad sein Kopf in Carlisle Richtung. „Edward. Es war doch klar das einer von den beiden bald zu mir kommen würde mit dieser Frage. Warum also warten?“ Genau warum warten, dachte ich. „Dauert so etwas lange?“ „Nicht sehr Liebes. Sag mir einfach wann du es machen willst und ich richte es ein.“ „Morgen“, platze es ohne Vorwarnung aus mir heraus. „Dann morgen.“ Ich stand von dem schwarzen Ledersessel auf und sah meinen Dad kurz an. Ich hab dich so lieb Dad, aber ich bin kein kleines Mädchen mehr, dachte ich als ich seinen traurigen Ausdruck sah. „Ich weiß Liebes. Es ging nur so schnell vorbei.“ Ich hab dich lieb. „Ich dich auch Engel.“ Schnell ging ich zur Tür „Danke Opa.“ Carlisle lachte liebesvoll auf „Dafür nicht Liebes.“
Ich lief in mein Zimmer und zog mir einen cremefarbenen Pullover und einen schwarzen Rock, der bis zu den Knien ging an. Dann schlüpfte ich in meine Sandalen und lief die Treppe hinunter bis in die Küche. Jake saß noch immer seelenruhig am Esstisch und kaute vor sich hin. „Wo ist Mumm?“ „Bei Esme.“ „Ist was?“, fragte ich verwirrt über seinen Gesichtsausdruck und seinen trübsinnigen Tonfall. „Ja.“, er sah mich ungehindert an „Du siehst so unglaublich aus, und das macht die Sache zu warten nicht gerade leichter.“ Seine brauen Wangen wurden von einem rötlich schimmernden Ton umrahmt. Ich lächelte ihn an, es gefiel mir dass ich mit meinen Gedanken nicht allein war. „Du hast gelauscht?“, fragte ich und setzte mich wieder an meinen Platz an seiner Seite. „Nein. Bella hat mir gesagt worüber ihr geredet habt und es war klar das du bei Carlisle warst. Was sagt er?“ „Er untersucht mich und dann werden wir sehen.“ Jacob nickte und legte seinen Kopf in den Nacken. „Ich räume den Tisch ab und dann können wir los okay?“ „Hmhmm.“, gab er still von sich, die Augen geschlossen. Ich beäugte in noch einen Augenblick in seiner Position. Sein Adamsapfel ragte ein wenig hervor und bewegte sich mein schlucken. Seine Arme hielt er verschränkt und verwehrte mir somit den Ausblick auf seine Brust. Grinsen musste ich feststellen das er angestrengt über etwas nachdachte, er benässte seine Lippen mir der Zunge und knapperte auf der Unterlippe. Ich kannte diese Geste von ihm und liebte sie wie alles andere was ihn betraf. Vorsichtig legte ich meine Hand auf seine Wange und zeigte ihm das Bild in meinem Kopf wie er sich die Lippen beißt. „Ich erklär es dir heute Abend.“, murmelte er und richtete seinen Kopf wieder in eine normale Position. „Es ist mir ein bisschen peinlich.“ „Dir muss nichts peinlich sein, nicht vor mir.“ Ich stand von meinem Platz auf und legte meine Arme um seine Schultern. „Ich liebe dich.“ „Ich liebe dich auch mein Engel.“, Jacke zog mich auf seinen Schoss und drückte seine Lippen fest auf meine. Mit einer fließenden Handbewegung zog er meine Hände an seine Wange und genoss die Bilder die sich in meinem Kopf formten. Das hatte er noch nie getan, es war ein ganz neues Gefühl meine Leidenschaft auf eine solche intime Ebene mit ihm zu teilen. Mit einem schweren Seufzen ließ er meine Hände nach einer kurzen Zeit los und beendete den Kuss. Schwer atmend schob er mich von sich runter uns stand auf. „Ich helfe dir beim Tisch abräumen, dann geht es schneller.“ Schnell griff er sich die Teller und das Besteck und tat es in die Spülmaschine. Ich reichte ihm den Brötchenkorb und die Wurst und wischte den Tisch ab. „Willst du das anlassen?“, fragte er mich nach einer Weile und deutete auf meine Kleidung. Verständnislos zog ich eine Augenbraue hoch „Schon. Warum?“ „Einfach so. Sieht toll aus.“ Ich musste lächeln und wand mich zum gehen um. „Wollen wir?“, rief ich in die Küche. „Ja.“, kam leise zurück. Ich griff nach meiner Handtasche und ging voraus in die Garage.
Die Fahrt zum Kino unterhielten wir uns über meine Schule und Daniel seine Autoleidenschaft. Daniel schien einen regelrechten Narren an Jake gefressen zu haben. Jeden Morgen wenn er mich zur Schule brachte wartete Daniel mit Eva auf dem Parkplatz auf uns. Wenn die zwei erst einmal aufeinander trafen waren Eva und ich für einen unbefristeten Zeitraum unwichtig, denn sie widmeten sich nur einem Thema. Autos. Es störte mich nicht, ich freute mich das Jake Freunde fand und Ablenkung genoss. Mit Tom war es anders. Er ignorierte mich nicht, aber hielt sich dennoch zurück. Es machte ich traurig, doch vermutlich war es so das Beste. Während Jacob die Kinokarten bezahlte besorgte ich uns das Popcorn und eine große Cola. Wir kamen recht früh an und so war der Kinosaal noch ziemlich leer. Unsere Sitze befanden sich in der letzten Reihe Mitte. Die Reaktionen der Menschen blieben mir nicht verborgen, wie sich mich und Jake bei vorbeigehen beobachteten und sich dann noch einmal nach uns umdrehten. Der große schöne dunkle Junge und das kleine schöne blasse Mädchen. Wir erregten immer ein wenig mehr Aufsehen wie die anderen aus meiner Familie, da unser Unterschied so enorm war. Ich ließ mich gemütlich in den Sitz gleiten und wartete darauf das der Film begann. Jake tat es mir gleich, doch ich konnte im Augenwinkel sehen dass er immer wieder zu mir herüber sah. Seine Blicke blieben oft an der nackten Haut meiner Beine hängen und ich verstand was er damit meinte als er mich fragte ob ich es anlassen wollte. Nach und nach füllte sich der Kinosaal, bis endlich das Licht ausging und die Werbung auf der großen Leinwand aufleuchtete. Behutsam legte ich meine Hand auf Jacobs und stich mit den Fingern darüber. Seine Augen leuchteten in dem schummrigen Licht und zogen mich völlig in ihren Bann. Plötzlich sehnte ich mich danach mit ihm allein zu sein, ohne die anderen Menschen in dem großen dunklen Saal. Die Idee ins Kino zu gehen erschien mir mit mal wie eine Strafe. Ich glaubte es ginge ihm genau so, denn immer wieder sah er mich mit einem sonderbaren Lächeln an. Ich beschloss mich auf den Film zu konzentrieren und mich nicht mehr von Jake bzw. seinem Äußeren ablenken zu lassen. Doch es gelang mir nicht. Die knapp zwei Stunden die wir im Kino verbrachten und in der Dunkelheit des Kinosaals saßen herrschte eine Spannung zwischen uns, die zu knistern schien. Gott wie ich meine Mutter in diesem Augenblick hasste, dafür das sie mit dem Thema angefangen hatte. Vorher war Sex keine großartige Sache gewesen um die ich mir Gedanken gemacht hatte, doch nachdem sie davon gesprochen hatte, konnte ich an nichts anderes mehr denken außer daran, wie es sich wohl anfühlen würde ihn ganz nah zu spüren. Den Tag den wir am See verbrachen, war das einzige Mal das wir uns leidenschaftlich hingaben. Nie hatte Jake versucht mehr zu fordern, nie hatte er die Andeutung gemacht, das er mehr wollte, mehr wollen würde. Krampfhaft hielt er meine Hand, bewegte sich nicht ein einziges Mal bis das Licht wieder anging und die Menschen sich zum gehen erhoben. „Der Film war gut?“, ich war mir selbst gar nicht so sicher gewesen, da ich nicht aufgepasst hatte, nicht aufpassen konnte. „Um ehrlich zu sein.“, gab Jacob beschämt zu „Ich war etwas abgelenkt.“ Er deutete mit einem Blick auf meine Beine und ein endschuldigender Ausdruck legte sich auf sein Gesicht. „Was wollen wir jetzt machen?“, fragte ich ihn als wir wieder im Auto saßen. „Ich muss nachher mit dem Rudel sprechen, Embry sagte gestern etwas von Komplikationen bezüglich neuer Vampire.“ Embry, Quiel, Leah und Seth. Sie fehlten mir so, besonders Seth. Sie waren unterwegs um das zu tun wozu sie geboren wurden, sie beschützten die Menschen. Dadurch das sie nicht mehr zu Sam seinem Rudel gehörten, waren sie nicht mehr nur auf La Push beschränkt. Sie kamen uns nur selten besuchen und wenn, dann nur für wenige Tage. Jake blieb täglich mit ihnen in Kontakt um immer auf dem Laufenden zu bleiben und um zu wissen ob es Neuigkeiten gab. „Ich könnte mich noch mit Eva treffen. Sie würde sich bestimmt freuen.“, und etwas Abstand von dir bringt mich auf andere Gedanken beendete ich meinen Satz in Gedanken. „Das ist eine gute Idee denke ich.“ Jake sah mich fest an, versuchte es zumindest aber wieder schweifte sein Blick hinab zu meinen Beinen. Mit seinem Seufzen ließ er den Motor an und fuhr los. Er sang ein Lied mit und konzentrierte sich wie nie auf die Straße. Es war belustigend und frustrierend zu gleich.
„Carlisle?“, ich stand vor seiner Tür, nervös massierte ich meine Finger. Jake hatte erst wenige Minuten vorher das Haus verlassen um mit dem Wölfen Kontakt aufzunehmen. „Komm rein Liebes.“ Er saß hinter seinem Schreibtisch und las in einem Buch. „Carlisle hast du Zeit? Jetzt.“ Mit einem wissenden Ausdruck im Gesicht legte er die Lektüre bei Seite und stand auf. In langsamen Schritten ging er um seinen großen Schreibtisch herum und lehnte sich dann mit dem Rücken gegen sein Bücherregal. „Du willst also das ich es heute mache?“, er musste kein Gedankenleser sein um meine Absicht erahnen zu können. Mit einem ängstlichen Gefühl in meinem Magen nickte ich. „Ich habe mir Gedanken darüber gemacht Liebes. Naja ich bin der Meinung, dass vielleicht Esme dich untersuchen sollte falls du dich dann wohler fühlen würdest.“ Ich wog innerhalb weniger Sekunden das dafür und das dagegen ab. „Esme wäre eine gute Idee. Hast du schon mit ihr gesprochen?“ „Natürlich habe ich das. Ich werde ihr Bescheid sagen. Du kannst schon mal in den Medizinischen Raum gehen ihr schicke sie zu dir.“ Wir hatten extra einen Raum errichtet, der für Medizinische Versorgung geeignet war. Auch wenn es unwahrscheinlich war, so wollte Carlisle was die Wölfe anging auf Nummer sicher gehen und für den Fall das sie sich verletzten alles parat haben. Dass er ihn irgendwann mal für Gynäkologische Untersuchungen benötigen würde, damit hatte er nicht gerechnet. Mit einem mulmigen Gefühl betrat ich den weißen sterilen Raum und betrachtete voller Verlegenheit die Fließen auf dem Fußboden. Ein paar Minuten später, es kam mir vor wie eine Ewigkeit betrat Esme mit eine fürsorglichen Blick den Raum. „Meine Kleine.“, sagte sie uns legte ihre Arme um mich. „Wie schnell die Zeit vergeht.“ „Oma wird es weh tun?“ Sie löste ihre Umarmung wieder und schüttelte ihren Kopf. „Ziehst du dich unten rum aus Liebes und legst dich auf den Tisch?“ Mit einer ausgestreckten Hand deutete sie auf den großen Metalltisch. Ich tat wie geheißen streifte den Rock und die Unterwäsche ab. Mit einer verkrampften Bewegung stieg ich auf den Tisch. Ich war sehr froh über Carlisle Vorschlag. Bei Esme fühlte ich mich ein bisschen wohler obwohl die Scharm mich zu überrennen schien. Sie legte sich ein paar Utensilien zurecht und zog sich einen kleinen Hocher zwischen die Beine. „Gut Liebes und jetzt leg dich und winkel deine Beine an. Hab keine Angst.“ Mechanisch ließ ich meinen Rücken auf das kühle Metall gleiten und zog die Knie an. „Oma kann ich dich was fragen?“ Ich musste mich ablenken. „Sicher.“, sie nahm einen metallischen Gegenstand in die Hand, der eine Entenschnabelform hatte. „Also ich…“ „Das könnte kalt sein Liebes.“, unterbrach sie mich kurz und ich zog vorsichtshalber die Luft ein. „Also was ich fragen wollte. „Wie ist das?“ Esme führte das Metallding in mich ein und hob ihren Kopf. „Wie ist was?“ „Sex?“ Bei dem Wort schoss mir wieder sofort die Hitze in den Kopf und ich spürte wie ich rot anlief. Daran zu denken war das eine, aber es laut auszusprechen das andere. Obwohl Esme wusste warum sie mich untersuchen sollte, war es mir unangenehm sie zu fragen. Doch ich wollte auch unter keinen Umständen mit Mumm darüber sprechen. „Es ist eine ganz schöne Sache wenn man sich liebt Liebes. Aber man sollte es auch nur dann tun wenn man es wirklich möchte, wenn man sich bereit fühlt.“, sie nahm wieder einen Gegenstand in die Hand, es war ein Kabel an ihm befestigt das zu einem Monitor führte. „Ich werde jetzt deine Gebärmutter ansehen und dann versuchen ob wir einen Abstich davon machen können.“ Ich nickte und schloss die Augen. Es war ein unangenehmes Gefühl, als Esme ihre Untersuchungen machte, manchmal drückte es. „Jetzt noch der Abstrich.“, murmelte sie „Und fertig.“ Du kannst dich wieder anziehen Schatz. Das hast du toll gemacht.“, sie lächelte mich an und stand von ihrem Hocker auf. „Was weiß ich mehr?“ „Gib mir ungefähr eine halbe Stunde Süße dann sag ich dir was du wissen möchtest.“ Ohne ein weiteres Wort verließ ich den Raum. Eine halbe Stunde? Die Zeitspanne erschien mir enorm, was sollte ich nur machen um mich abzulenken? Ich entschied mich dazu etwas zu essen und ging in die Küche. Dort angekommen stelle ich aber mit großer Ernüchterung fest, dass ich keinen Bissen runter bekommen würde also ging ich in den Garten und legte mich ins Gras. Warten, wie ich es hasste. Hoffentlich kommt Jake bald wieder oder zumindest ein anderer Teil aus meiner Familie. Wo sind sie eigentlich? Jagen bestimmt nicht, sie waren ja erst. Vielleicht genießen sie, jeder für sich den schönen Tag. Völlig in Trance ging ich meinen Gedanken nach. Schaltete die mich ablenkenden Geräusche aus. Ich streifte mit den Fingern strich ins über die Grashalme, ganz behutsam um sie nicht kaputt zu machen. Die Sonne verabschiedete sich bereits langsam und machte Platz für die Dunkelheit, Platz für Wesen der Nacht. Ich lächelte Leicht als ich mir vorstellte wie es sein müsste nur im Dunkeln zu leben. Wie kommen die Menschen nur auf solche Ideen wir würden uns im Dunkeln aufhalten? Ich schloss meine Augen. „Schläfst du?“, mit einem Ruck sprang ich auf und ah in Esme ihre lieben Augen. „Nein, ich hab nachgedacht. Und?“ „Hmm…“, fing sie an „Ich weiß nicht ob es gut ist oder nicht. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass du ein Kind empfangen kannst ist bei gleich null. Deine Gebärmutter ist nicht Menschlich Liebes, sie hat sich dem Vampir in dir angepasst.“ Ich nahm ihre Worte genau war, achtete auf jede Einzelheit und nickte. Es stand also außer Frage dass ich Kinder bekommen konnte. Wieso machte es mich so traurig? War es nicht das was ich wollte? Esme schien meinen inneren Kampf zu bemerken und strich mir sanft über die Wange. „Wenn man es weiß scheint es so endgültig nicht war mein Engel?“ Wieder nickte ich. „Ich weiß.“ Noch einmal hob sie ihre Hand um meine Wange zu berühren, dann lächelte sie in Richtung Wald. „Hallo Jacob.“ Ich drehte mich um, versuchte die schlechten Gefühle in mir zu verbergen. Da stand er. Ein großer Wolf, so wunderschön. „Ich werde zu Carlisle gehen Liebes. Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen.“ „Danke Oma.“, murmelte ich, den Blick immer noch auf meinen Wolf gerichtet. Noch einmal berührte sie mich sanft, dieses mal meine Schulter dann verschwand sie. „Eine Kopfbewegung von Jake deutete an das ich ihm folgen sollte und so tat ich es. Wir gingen ein Stück in den Wald, bis er stehen blieb und mich ansah. „Was ist?“ Ein trauriger Blick lag in seinen Augen, sie wirkten glasig und leer. Vorsichtig lehnte er seinen großen Kopf an mein Schulterblatt und ich begann mechanisch sein Fell zu kraulen. Wir standen lange so da, ohne ein Wort. Ich wollte nicht reden und er, er konnte nicht. Erst als die Sonne bereits unter gegangen war machten wir uns auf dem Heimweg. Ich wartete nicht auf ihn als er am Waldrand stehen blieb, wohlwissend dass er in meinem Zimmer auf mich als Mensch warten würde. Ich öffnete die Haustür und trat in das helle Haus. Meine Stimmung war noch immer mehr als schlecht, was ich mir nicht erklären konnte. Wieso machte mich die Tatsache, dass ich kein Kind bekommen konnte so traurig? Ich wollte doch auch keins, zumindest hatte ich mir nie großartig Gedanken darüber gemacht. War es das? Ich wollte kein Kind, doch ich wollte nie, nie ein Kind. War die absolute Verneinung der Grund meiner Laune? Ich ging in die Stube und sah meine Mutter mit meinem Vater auf dem Sofa sitzen. Sie hielten sich bei den Händen und Dad hatte diesen besonderen Gesichtsausdruck, den er immer hatte wenn er meine Mutter in seiner Nähe wusste. „Ich werde jetzt schlafen gehen. Ich liebe euch.“, sagte ich und sah meine Eltern an. „Was hat Esme gesagt Liebes?“, fragte meine Mutter. An dem traurigen Blick, den mein Vater bekam wusste ich dass er es wusste. „Du musst dir was das Thema angeht keine Sorgen machen Mumm.“ Auch ihr Blick bekam eine Mitfühlende Note. „Es tut mir Leid mein Schatz.“ „Muss es nicht. Es ist wie es ist. Gute Nacht.“ „Nacht Liebling.“ „Gute Nacht mein kleiner Engel. Ich drehte mich um und ging die Treppe nach oben in mein Zimmer, wo wie erwartet Jake schon auf meinem Bett saß. Sofort als ich die Tür hinter mir geschlossen hatte kam er auf mich zu und nahm mich fest in die Arme. „Du hast mir gefehlt. Ich mag es nicht so lange ohne dich zu sein. Ich hätte dir heute gerne zur Seite gestanden.“ „Nein, es ist schon in Ordnung. Es ist wichtig das du dich mit deinem Rudel verständigst und naja… Ich hätte dich eh nicht mit ins Medizinzimmer genommen.“, ich lächelte ihn leicht an obwohl mir nicht danach war, aber ich wusste es machte seine Sorge ein wenig leichter. „Ich geh mich Duschen und dann würde ich gerne schlafen.“ Sein Ausdruck wurde… anders. Traurig? „Was?“, fragte ich schnell nach. „Soll ich heute bei mir schlafen?“ „Wieso? Wie kommst du denn darauf?“ Ich blätterte schnell ein paar Worte zurück und überlegte ob ich was Falsches gesagt hatte. „Es hört sich so an als ob du deine Ruhe haben möchtest.“ Wie konnte er nach den letzten Wochen glauben ich würde ihn aus meinem Zimmer verbannen? Ich liebte es neben ihm einzuschlafen, es gab mir das Gefühl von Sicherheit. „Sei nicht albern mein Schatz. Natürlich schläfst du heute bei mir.“ Ich gab ihm einen Kuss auf sein Kinn, dann verließ ich das Zimmer um mich zu duschen.


Müde öffnete ich meine Augen. Die Wolken zogen schnell am Himmel, ließen der Sonne keine Chance ihre Strahlen auf die Erde zu schicken. Luke lag neben mir und hatte sein kleines schwarzes Köpfen in meine Handfläche gelegt. Konnten Tiere meine Bilder auch sehen? Jake konnte es wenn er ein Wolf war, doch er war ja nie richtig ein Tier, zumindest hatte ich mir das immer eingeredet. Ich nahm seinen zerbrechlichen kleinen Körper zwischen meine Hände und hielt ihn hoch. „Konntest du sehen woran ich gedacht habe?“, fragte ich ihn. Natürlich blieb er still, er sah mich einfach nur mit seinen großen dunklen Augen an. Es war schon fast unheimlich mit welch einer Intensität er mich anguckte. Doch es lag auch irgendwas Beruhigendes in seinem Blick. „Ich kann mich in deinen Zartbitterschokoladenaugen spiegeln.“ Es war mir vorher nie aufgefallen, aber Luke seine Augenfarbe war dieselbe wie die von Jake. Ich war mir immer sicher gewesen das Luke grüne Augen hatte. Schlammgrün waren sie. Doch es war deutlich zu erkennen. Zartbitterschokolade. „Mein Kopf spielt mir schon wieder Streiche.“, murmelte ich meine Lippen an sein Fell gepresst. „Wollen wir zurück gehen mein kleiner Freund? Verrate bloß nicht Lilli dass ich dich so nenne.“, lachte ich. Ich konnte mir ihre Sprüche genau vorstellen. Ich lief, natürlich nicht zu schnell wegen dem Kater in meinen Armen, zurück zum Haus. Emmett und Manuel saßen im Garten und unterhielten sich lautstark über ein Footballspiel. Lachend lief ich an ihnen vorbei. „Wo warst du?“ fragte Emmett als ich schon fast bei der Haustür angekommen war. „Luke und ich waren spazieren.“ Ehe Emmett etwas sagen konnte fing Manuel laut an zu lachen. „Ihr habt eine Katze als Haustier?“ „Genau genommen einen Kater. Er gehört Lilli.“, gab Emmett etwas beschämt von sich. Ich achtete nicht weiter auf die zwei uns lief ins Haus. „Da bist du ja.“, rief Lilli sofort. „Wo warst du denn?“ Ich packte sie am Arm und zog sie hinter mir her. „Komm mit ich muss dir was erzählen.“ Ich hatte mir auf dem Nachhauseweg vorgenommen ihr von meinem Erlebnis zu erzählen, ihr davon zu berichten dass ich Jake gerochen hatte als ich an ihn dachte. Das ich seinen Geruch auf der Zunge schmecken konnte so intensiv war es. Ich musste es ihr erzählen, auch auf den Fall hin dass sie mich für verrückt halten könnte.

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8. Die Katze ist aus dem Sack

Beitrag  Gast am Mo 22 März 2010, 16:14

„Lach nicht wenn ich dir das jetzt erzähle ja?“, begann ich sofort als Lilli die Tür hinter ihrem Rücken geschlossen hatte. Ich zog sie am Arm an meine Seite aufs Bett, noch immer hielt ich Luke krampfhaft fest. „Wieso sollte ich lachen?“, fragte sie endgeistert. „Also… Ich… Oh man wie fang ich nur an?“ Ich holte noch einmal tief Luft. „Ich hab ihn gerochen.“, platze es schließlich aus mir heraus. Es war wie eine Befreiung es ihr zu erzählen. Sie würde mich nicht anlügen und versuchen es schön zu reden. Würde sie denken ich sei verrückt geworden, dann würde sie diesen Gedanken nicht verschweigen. „Wen gerochen?“ „Jacob. Ich lag im Gras und dachte an das was Emily mir sagte, das Jake durch mich und meine Gedanken weiter leben kann und dann wumm… Da war er. Der Geruch war so intensiv dass ich ihn schmecken konnte.“ „Emily hat es dir gesagt?“ Lilli hatte ihre Augen weit aufgerissen. Sie schluckte einmal kräftig und machte dabei ein leichtes Geräusch. Nervös fing sie an, an ihrem Pullover zu zupfen. „Das hätte sie nicht tun sollen. So war das nicht gedacht. Nein, das läuft ganz falsch.“, murmelte sie. Hatte ich da etwas verpasst? Wieso benahm sie sich so komisch? „Wieso hätte sie mir das nicht sagen sollen? Was ist hier eigentlich los? Hat es was damit zu worüber du mit Sam gesprochen hast? Jetzt sag schon Lilli ich will es wissen.“, meine Stimme wurde immer lauter als ich die aneinander gereihten Fragen fragte. „Ich muss zu Sam. Ich hab jetzt keine Zeit. Gib mir Luke.“, sie streckte ihre Hände nach dem Kater in meinen Armen aus, doch ich drückte ihn nur noch fester an meine Brust. „Was ist hier los?“, ich knurrte die Frage fast. „Was musst du mit Sam reden?“ Lilli stand auf und stellte sich vor mich. In ihrem Gesicht lag keine Freundlichkeit. „Ich kann und darf es dir nicht erzählen Renesmee. Sam hat es verboten. Es würde alles durcheinander bringen und das Vorhaben zerstören. Ich bitte dich, als deine Freundin, deine Schwester… Vertrau mir. Bitte.“ Ernst sah ich sie an. Langsam schüttelte ich meinen Kopf. „Ich will es wissen Lilien.“ „Ich kann nicht. Du wirst es verstehen wenn es soweit ist.“ Wieder streckte sie ihre Arme nach Luke aus doch wie bei ersten Mal verweigerte ich seine Freigabe. „Du weißt das ich nicht kann.“, flüsterte sie und bekam einen traurigen Ausdruck. „Wir sind noch nicht soweit… Ich weiß, ich habe es auch gesehen.“ „Was sagt er?“, fragte ich. Es schien auf einmal alles ein riesen Geheimnis zu sein. Wusste selbst der Kater worum es ging? „Was hast du gesehen?“ Lilli antwortete mir nicht, sie achtete nur auf den Kater in meinen Armen und ihre Miene wurde immer bedrückender. „Wir wissen doch nicht einmal ob es klappt. Es ist nur…“, abrupt hielt sie inne und blickte mich an. Hatte sie sich fast verraten? Ich konnte mir noch immer keinen Reim auf ihre Worte machen. Mit einem lauten Seufzer ließ sie sich auf die Knie gleiten. „Und wenn es nicht geht? Sie wird es nicht verkraften.“ „Was? Was werde ich nicht verkraften? Könntest du bitte mit mir reden und nicht mit Luke. Ich kann deine Kryptischen Andeutungen nicht verstehen.“ „Lass mich erst mit Sam reden. Bitte. Wenn er es für richtig hält werde wir mit ihr reden.“, noch immer schaltete mich Lilli komplett aus dem Gespräch aus. Es machte mich wahnsinnig. Zum dritten Mal streckte sie ihre Hand nach Luke aus. Dieses Mal gab ich ihn frei. „Ich will eine Erklärung, vorher will ich dich nicht mehr bei mir sehen.“, wütend musterte ich sie, wie sie ohne ein Wort und mit traurigen Augen aus meinem Zimmer verschwand. Was war hier geschehen? Irgendwas lief hier verdammt falsch. Mit gemischte Gefühlen ließ ich mich auf mein Bett fallen. Eins stand fest, sie verheimliche mir etwas das mit mir zu tun hatte. Wieso hatte sie sich über das was Emily mir sagte aufgeregt? Und was war das große Geheimnis, welches Stellenwert hatte Luke bei der ganzen Sache? „Aarrw“, wütend stieß ich Luft aus meinen Lungen. Ich legte mich auf die Seite und zog die Decke über meinen Körper. Mein Blick viel auf das geschlossene Fenster. Wenn es stimmte, und ich Jake am Leben erhalten konnte, wenn auch nur als Erinnerung, als Geist im Wind, sollte ich ihm dann nicht zeigen dass er willkommen ist? Schnell stand ich wieder von meinem Bett auf und lief zum Fenster um es zu öffnen. Weit lehnte ich mich hinaus und inhalierte die Kühle Abendluft. Es regnete noch nicht, aber man konnte ihn schon riechen. Es würde nicht mehr lange dauern. „Du bist willkommen mein Geliebter.“ Flüsterte ich in die dunklen Schatten des Waldes. Ich ging zurück zu meinem Bett und legte mich samt Kleidung wieder unter die Decke. Meine Hände rochen nach dem Kater, es war ein angenehmer Geruch. Irgendwie bekannt. Ich schloss meine Augen und gab mich der Dunkelheit hin. Tief im Wald rief ein Wapiti-Junges nach seiner Mutter. Ich hatte mein Fenster so lange Abend nicht mehr geöffnet gehabt, die Geräusche der Natur erschienen mir lauter als zuvor. Ich hörte Emmett und Manuel lachen und Mumm und Leyla sich angeregt unterhalten. Es war komisch Lilli nicht an meine Seite zu wissen. Plötzlich tat es mir leid dass ich sie so angefahren hatte. Dennoch. Wieso machte sie so ein Geheimnis aus dem was sie und Sam hatten? Langsam glitt ich in tiefen Schlaf und vergas für einen ungewissen Zeitraum meine Gedanken um das große Geheimnis, gab mich dafür den Träumen vergangener Zeiten hin…

„Du fehlst mir jetzt schon.“, hauchte Jacob mir ins Ohr und ich spürte wie mir heiße Tränen über die Wange liefen. „Bitte komm schnell wieder. Ich halte es nicht aus von dir getrennt zu sein.“ Leidenschaftlich drückte Jacob seine Lippen auf die meine. Ich spürte die Blicke meiner Familie in meinem Rücken, doch das war mir egal. „Nicht mal in den Genuss von Wolfssex bin ich gekommen.“, mit gespielter Theatralik verdrehte ich die Augen. Alice fing hinter mir an zu Kichern doch ihr leises Geräusch wurde von Emmett seinem lauten Lachen unterdrückt. In Jake seinem Ausdruck lag Belustigung und Ernsthaftigkeit. „Ich liebe dich mein Leben.“, noch einmal legte er seine Hand auf meine Wange, dann wand er sich mit schmerzverzerrten Blick von mir ab und lief in den Wald. „Ich liebe dich auch.“, rief ich ihm nach und im selben Augenblick konnte man schon seine Pfoten auf dem Waldboden hören. Er war weg. Auf unbestimmte Zeit mit seinem Rudel unterwegs. Es wurden Menschen gefunden die auf bestialische Weise zugerichtet waren, Knochen waren gebrochen, ihre Körper ausgelaugt und abgemagert, die Bauchdecke deutlich gewölbt. Anfangs konnten die Wölfe sich keinen Reim darauf machen bis sie eine „Überlebende“ gefunden hatten. Sie war kaum noch bei Kräften, redete in wirren Worten doch eins war klar zu verstehen. Vampir. Sie wiederholte die Worte immer wieder. Sie erfuhren dass sie sich an ihr vergingen, sie nötigten in einem Keller versteckt. Die Frau konnte fliehen, wie ist ein Rätzel. Carlisle vermutete das die Vampire die ihr die schrecklichen Dinge angetan hatten kein Interesse mehr an ihr hegten sich aber sicher waren die Volturi würden sie nicht entdecken. Es stand zu dem Zeitraum nicht fest ob all die Frauenleichen auf das Konto der Vampire ging die sich auch an der Frau vergangen die das Rudel fand. Leah und die anderen hatten lange alles unter Kontrolle, doch die Vampire bekamen Wind davon das ein Rudel Wölfe durch die Staaten zog, auf der Suche nach den „Monstern“, sie wurden angegriffen und so stand es für Jacob fest. „Ich muss an der Seite meines Rudels kämpfen Liebling.“, hatte er gesagt und ich war außer Stande ihn aufzuhalten. Ich konnte und wollte ihn nicht von seiner Aufgabe fern halten. Ich drehte den Wald den Rücken zu und sah in die betroffenen Augen meiner Familie. Selbst Rosalie schien traurig zu sein. Meine Mutter kam an meine Seite dicht gefolgt von Dad und Alice. „Er wird bald wieder hier sein Liebes.“, versuchte Dad mich zu trösten. Ich nickte nur und unterdrückte ein weiteres schlunzen. „Ich werde jetzt zur Schule fahren.“, gab ich leide von mir. „Ich muss mich ablenken sonst halte ich das nicht aus.“ Alice nahm meine Hand und drückte sie leicht, die Hand meiner Mutter lag auf meiner Schulter. „Ich kann nicht mit dir kommen Nessie. Die Sonne wird scheinen. Bleib doch hier und wir machen uns einen schönen Tag.“ Schnell schüttelte ich den Kopf. Ich wollte nicht zu Hause bleiben wo mich jeder Zentimeter des Hauses und des Waldes daran erinnern würde dass mein Geliebter nicht da war. Dass er sich in Lebensgefahr befand. „Es geht schon.“, murmelte ich und ging ins Haus um meine Tasche zu holen. „Soll ich dich fahren?“, bot Rosalie mir an. Ich warf ihr einen komischen Blick zu, es war nicht ihre Art nett zu sein. „Das ist nicht nötig.“ Ich gab meinen Eltern einen Kuss und ging in die Garage um in meinen Mustang zu steigen. Es war ein altes Auto, doch Jake hatte ihn mir fertig gemacht und mir zum Geburtstag geschenkt. Ich liebte das Auto mit seiner dunkelblauen Farbe und den Cremefarbenen Ledersitzen. Das Verdeck ließ ich offen um mir den Wind durch die Haare fahren zu lassen. Ich wusste das es ein schwerer Schultag sein würde, wusste das Daniel und Eva wie jeden Morgen auf mich und Jake auf den Parkplatz warten würden und das Tom mich weiterhin mit Ignoranz in den Schulstunden strafen würde. Tiefes Seufzen entfuhr meiner Kehle als ich den Blinker einschaltete und auf den Schulparkplatz abbog. Er war noch recht leer, doch Eva und ihr Freund warteten bereits an der üblichen Stelle. Sie hielten sich an den Händen und immer wieder gab Daniel ihr einen kleinen Kuss. Mein Herz stach ein wenig bei dem Gedanken daran wann ich wohl meinen nächsten Kuss von Jacob bekommen würde. Ich schaltete den Motor ab und stieg aus. „Hey Nessie.“, rief Eva sofort freudestrahlend. „Wo ist Jacob?“, erkundigte sich Daniel „Ich hab neue Felgen angebracht, die wollte ich ihm unbedingt zeigen.“ Ich ging auf die zwei zu und lächelte leicht. Bereit deinen Text aufzusagen? Tief durchgeatmet und los. „Jake musste dach Forks zu seinen Verwandten es gab Probleme.“ „Oh das ist ja doof.“, grummelte Daniel „Wann kommt er wieder?“ „Ich weiß nicht genau.“, man konnte die Trauer darüber dass Jacob nicht an meiner Seite stand deutlich hören. „Ach das wird schon Nessie. Solange lenken wir dich ab. Stimmt´s Daniel?“ „Stimmt.“, er nickte eifrig mit seinem Kopf und ich befürchtete schon er würde sich einen Wirbel ausrenken. Das Geräusch eines alten Vans ließ uns alle in dieselbe Richtung blicken. „Tom?“, gab Daniel erstaunt von sich „Und das vor dem ersten Läuten?“ Eva kicherte ein wenig über den verblüften Gesichtsausdruck ihres Freundes. „Naja du weißt doch was Mister Jenkins gesagt hat.“ Mister Jenkins unser Schuldirektor hatte Tom nahegelegt, dass wenn er weiterhin zu spät zum Unterricht erscheinen würde seine Versetzung gefährdet wäre. Tom hatte sich ziemlich darüber aufgeregt schließlich seien seine Noten dennoch sehr gut. Doch der Direktor ließ nicht mit sich reden. Er war ziemlich streng wenn es um Disziplin und Respekt ging. „Guten Morgen Tom.“, begrüßte Daniel ihn über einige Autos hinweg. „Bist aber früh heute.“ Er guckte nur genervt und warf sich seinen Rucksack über die Schulter und knallte die Wagentür etwas härter als es nötig gewesen wäre. „Morgen.“, brummelte er und ging an uns vorbei. Mich keines Blickes gewürdigt. „Man man das ist ja nicht zum aushalten der und sein sie-wollte-ihn-statt-mich-Trip.“ Ich achtete nicht auf Daniel seine Worte, stattdessen sah ich Eva endschuldigend an und machte mich auf den Weg in meine Klasse. Tom saß bereits an unserem Tisch und ich machte mich innerlich auf eine lange Unterrichtsstunde bereit. Seit dem er nicht mehr mit mir sprach war es anstrengend neben ihm zu sitzen. Der Unterricht zog sich jedes Mal nur so dahin. „Guten Morgen.“. grüßte ich ihn als ich neben ihm Platz nahm. „Das hatten wir schon auf dem Parkplatz.“, murmelte er den Blick stur nach vorn gerichtet, Definitiv, das würde eine lange Unterrichtssunde werden. Ich atmete einmal kurz ein und legte mir dann meine Bücher zurecht. „Wo war denn der Riese heute?“, fragte er mich nach kurzer Zeit, der Unterricht hatte noch nicht begonnen. „Er musste wohin.“ Ein paar Sekunden ließ Tom seinen Blick auf mir verweilen, dann richtete er ihn wieder nach vorn. Was bildete er sich eigentlich ein so von Jake zu reden? Ich rutsche ein paar Zentimeter von ihm ab, seine Nähe war diesen Morgen nicht ertragbar für mich. „Tut mir leid.“, murmelte er und ich hatte Schwierigkeiten ihn zu verstehen. „Ist bestimmt blöd für dich dass er nicht da ist.“ Ich richtete meinen Blick auf ihn und begutachtete sein Profil. „Kann man so sagen.“ „Wann kommt er wieder?“ „Ich weiß nicht genau. In ein paar Wochen.“ Tom neige seinen Kopf und sah mich ebenfalls an. „Ich hab ich wie ein Arsch benommen richtig?“, ich sagte nichts dazu, was sollte ich auch antworten? Würde ich die Wahrheit sagen würde das sicher wieder mit schweigen Enden und ich brauchte die Ablenkung in den Unterrichtsstunden um nicht voller Trauer an meinen geliebten Jake zu denken. „Is schon klar. Ich weiß dass ich mich daneben benommen hab. Ich war gekränkt.“, er strich sich mit der Hand durch die blonden Locken. „Er scheint ja ganz nett zu sein. Daniel sagt er ist ein cooler Typ.“ Ein warmes Lächeln legte sich auf meine Lippen. „Das ist er.“ Tom nickte nachdenklich, dann sah er wieder nach vorn. Den Rest der Stunde sagte er nichts mehr. Der gesamte Schultag verlief schleichend vor sich hin. Es war kaum zum Aushalten. Ich dachte immer wieder daran dass ich auch hätte zu Hause bleiben können. Dass ich mich hätte meiner Trauer hingeben können, doch wollte ich da? Einfach in meinem Bett liegen und weinend an meinen Freund denken? Ich hatte Jake versprochen dass ich mich davon nicht unterkriegen lassen würde und mich einfach auf das wiedersehen freuen würde. Ich saß bereits hinter dem Steuer meines Mustang als mich eine Stimme hochschrecken ließ. „Kino heute? Als Versöhnungsgeschenk?“ Ich grinste leicht „Es läuft nichts Gutes, aber wie wäre es mit Essen und DVD bei mir?“ entgegnete ich. „Wann soll ich da sein?“ Tom, der an meinen Wagen lehnte lächelte. „So um sechs?“ Er sah auf seine Uhr und nickte. „Gut dann bin ich in zwei Stunden bei dir. Soll ich was mitbringen?“ „Nur wenn du willst. Essen haben wir auch zu Hause.“, lachte ich und dachte an die Unmengen die meine Familie für mich und Jake kauften. Natürlich viel zu viel aber in einem Haushalt mit zehn Personen würde es auffallen wenn man nur so wenig kaufen würde. „Dann bis nachher.“, sagte Tom noch einmal und ging zu seinem alten Van.

„Okay, ich weiß ich hab nicht gefragt ob es in Ordnung ist, aber wir bekommen in nicht ganz Zwei Stunden Menschenbesuch.“, rief ich durchs Haus als ich durch die Haustür trat. „Menschenbesuch?“, Esme war die erste an meiner Seite. Sie befand sich in der Küche und richtete eine Mahlzeit für mich an. „Ja, Tom ihr kennt ihn noch ich war mit ihm, Daniel und Eva mal im Kino. Wir, also Tom und ich wollen DVD gucken und was essen.“ Nun versammelte sich auch der Rest meiner Familie um mich herum. „Ich denke er redet nicht mehr mit dir.“, fragte Alice nach. Ich hatte mich einmal in der Schule darüber beschwert. „Wir haben uns versöhnt. Zumindest so etwas in der Art. Auf jeden Fall redet er wieder mit mir und wir wollen heute zusammen den Abend verbringen. Als Versöhnungsgeschenk.“, ich schmunzelte ein wenig über die Worte. Mein Dad atmete einmal tief ein und verengte die Augen. „Gut. Es war nur eine Frage der Zeit bis ein Mensch zu uns ins Haus kommen würde, ich hatte zwar mit diesem Mädchen, wie hieß sie gleich? Genau mit Eva gerechnet und mit ihrem Freund, aber das ist im Endeffekt egal.“. Dad sah meine Familie kurz an und nickte. „Wir werden uns in unseren Räumen aufhalten, doch natürlich ein Ohr auf das Geschehen hier unten haben.“ „Das ist nicht nötig Dad. Was soll denn schon passieren?“ „Das weiß man nie Liebling. Jungs sind manchmal etwas seltsam.“, beantwortete Mumm meine Frage. „Was habt ihr denn vor?“, fragte Esme mich und legte wie immer ihre gütige Miene auf. „Naja etwas Essen und DVD gucken.“ Sie nickte und ein strahlendes Lächeln breitete sich auf ihren Lippen aus „Ich hab Lasagne gemacht. Die könnt ihr essen.“ Natürlich freute sich Esme darüber das endlich mal ein richtiger Mensch ihr Essen kosten würde. Auch wenn Jake und ich immer sagten ihre zubereiteten Mahlzeiten würden schmecken so verließ sie sich nicht auf unsere Meinung. Ich aß alles und kannte von den meisten Sachen den Geschmack nicht weil alles gleich schmeckte und Jacob aß alles und mochte alles, also war seine Aussage auch nicht relevant. Angespannt warteten meine Familienmitglieder auf unseren Besucher. Alle bis auf Dad waren der Meinung dass es interessant werden könnte. Er machte sich Gedanken darüber was es bedeuten könnte dass ich mich auf dieses Treffen eingelassen hatte. Ich brauche Ablenkung dachte ich. Kaum sichtbar nickte mich mein Vater an. Und dann endlich das erlösende Klingeln der Tür. Wie die Blitze verschwanden Emmett, Rosalie, Alice, Jasper Mumm und Dad in den oberen Teil des Hauses. Nur Esme, die ja für die anderen meine Mutter war blieb bei mir. Ich öffnete die Tür und Tom lächelte mich an. „Diesmal war es leichter zu finden.“ „Komm rein.“, bat ich. Esme, sie war sichtlich angespannt ging einige Schritte auf Tom zu. „Es freut mich dich kennen zu lernen. Ich bin Nessies Mutter. Nenn mich Esme.“ Sie reichte ihm eine Hand und er ergriff sie ohne zu zögern. „Freut mich auch. Ich bin Tom.“ Ich griff nach seinem Arm und zog ihn mit mir in die Küche. „Ich hoffe du magst Lasagne.“ „Ja sehr sogar.“, gab Tom von sich und bewunderte die große helle Küche. „Wenn du möchtest zeige ich dir das Haus. Aber es ist ziemlich groß und oben erwarten dich meine neugierigen Brüder.“ Er blinzelte kurz und schien zu überlegen. Lehnte dann aber dankend ab. Esme schickte uns in das große Wohnzimmer. „Ich werde mich um eure Teller kümmern. Macht es euch nur schon bequem und ich bring euch das Essen wenn es soweit ist.“, hatte sie gesagt. „Worauf hast du Lust? Horror oder eher nicht? Wir haben auch Klassiker.“ „Was hat ihr denn so?“ Ich stand vom Sofa auf und ging auf einen großen rustikalen Schrank zu. Er nahm fast die komplette Wand ein und ging bis unter die Decke. Mit einem kleinen Grinsen öffnete ich die breiten Schranktüren und konnte mir bei Tom seinem Gesichtsausdruck das Lachen nicht mehr verdrücken. „Wie viele sind das?“ Er stand ebenfalls auf und kam auf mich zu um dann die DVDs zu begutachten. „Ich weiß nicht genau. So um die 2000 oder mehr. Es sind viele alte und neue. Ne gute Mischung von Horror zu Komödie. Naja mit einer so großen Familie kommen viele unterschiedliche Geschmäcker zusammen.“ Tom zog eine DVD nach der anderen aus dem Schrank beäugte sie und stellte sie zurück an ihren Platz. Hin und wieder kamen bewundernde Laute aus seinem Mund. „Ganz schön viele Vampir Filme.“, stellte er fest. „Ja die gehören Emmett.“, ich hatte große Mühe das Lachen zu verkneifen, welches auf dem Weg nach oben war. Emmett liebte es sich Vampir Filme anzusehen. Für ihn waren dass die besten Komödien. Jasper stand auf Kriegs Filme und Rosalie auf Dramen. Alice, Esme und Mumm sahen sich gerne Komödien an, wobei Mumm auch Liebesfilme nicht verneinte. Dad und Carlisle waren Freunde von Dokumentationen und ich und mein geliebter Jake liebten kuschelige Horrorabende. „Und? Was dabei?“ Eifrig nickte Tom „Einiges.“, lachte er „Ich kann mich gar nicht endscheiden. Is ja besser als in einer Videothek.“ Der Geruch von gebackener Lasagne durflutete langsam das Haus. „Also wie wäre es mit „House of silence?“, der ist richtig geil.“ Er reichte mir den Film und ich legte ihn in den DVD-Player. Esme betrat im selben Augenblick die Wohnstube und trug ein Tablett mit dampfenden Tellern darauf. „Das riecht aber lecker.“, stellte Tom fest und kam ihr entgegen um das Tablett zu nehmen. „Vielen Dank Esme.“, lächelte er sie an. Sofort erkannte ich dass er ihr Herz erreicht hatte. Ihre Augen leuchteten und sie strahlte übers ganze Gesicht. „Bitte sehr. Wenn ihr noch etwas braucht dann ruft mich einfach.“ Sie verließ die Stube und Tom kam mit dem Essen zu mir auf Sofa. „Willst du das Tablett auf deine Beine stellen? Die Teller sind bestimmt warm, nicht dass zu nicht verbrennst oder so.“, bot er mir an und obwohl ich es nicht brauchte nahm ich das Angebot an. Ich schaltete auf Play und nahm den ersten bissen von meinem Essen. Wie immer schmeckte es nach nichts. Eine breiige Masse, die sich schwer verdauen ließ. Tom hingegen war ganz angetan von der Lasagne immer wieder betonte er das es die beste sei die er jemals gegessen hätte. Esme wuchs in der Küche bestimmt geradezu an ihrem Stolz. Wir schwiegen und konzentrierten uns ganz auf den Film. Ich hatte ich vorher noch nicht gesehen und so war es eine spannende Abwechslung. Tom erschrak einige Male und ich dachte daran wie er wohl reagieren würde dann er wüsste das er in einem Haus voller Vampire war. „Oh der Film ist echt klasse. Mein Lieblingsfilm.“, unterbrach Emmett ´s laute Stimme die Stille und ließ Tom zusammenschrecken. „ Ich darf nicht zufällig mit gucken oder?“ Ich warf ihm einen wütenden Blick zu. „Du hast den doch schon 1000 Mal gesehen.“, das war nicht mal gelogen. Emmett grinste und nahm meinen Kopf zwischen seine Großen Hände. Er tat als würde er mich ärgern, derweilen flüsterte er mir so leise das es Tom nicht hören konnte etwas ins Ohr. „Dein Freund hier hat unkeusche Gedanken und dein Dad überlegt ob er herunter kommen soll um ihm dem Kopf zu waschen. Alice hat es gesehen und mich gewarnt. Sei also vorsichtig und vor allem nicht zu nett zu deinem kleinen Menschenfreund sonst macht er sich nur unnötig Hoffnungen. Jake seine Abwesenheit spornt ihn geradezu an.“ Er ließ mich los und sah mir tief in die Augen. Ich fing an zu kichern und schupste ihn Weg. „Lass das Emmett. Du bist unmöglich.“, quietschte ich und dachte gleichzeitig, Dad keine Sorge ich hab verstanden. Alles ist gut. Emmett tätschelte noch einmal meinen Kopf und ging in die Küche. Ich hörte was Tom nicht hörte. „Edward dreht da oben fast durch Esme. Dieser Tom so nett er auch scheint ist ein kleiner Lüstling.“ „Ach Emmett er ist siebzehn. Jungs sind in dem Alter eben so. Wie warst du mit siebzehn? Du bist noch immer so.“, sie lachte leise über ihren eigenen Witz. „Dennoch. Es ist das Beste wenn du nach dem Film das Zeichen für den Aufbruch gibst. Ich kann für nichts garantieren. Alice hat gesagt das Edward in seinen Gedanken schon alle möglichen alternativen durchgegangen ist diesen Rüpel aus dem Haus zu werfen und dabei wird er wenn er es macht nicht sanft sein. Nicht das es mich stören würde.“, lachte Emmett auf „Aber naja du weißt ja… Den Schein wahren und so.“ „Ich hab verstanden. Den Film noch und dann werde ich Nessie Bescheid geben.“ Emmett kam wieder zu uns in die Stube um zur Treppe zu gehen. Er sah mich noch einmal fest an, dann grinste er. „Ach Tom. Ist doch richtig oder Tom war dein Name?“, Er nickte und sah Emmett an. „Halte dir lieber schön vor Augen das Renesmee drei große Brüder da oben hat, die alle samt ein Auge auf sie halten und befreundet mit Jacob sind.“, noch immer lachte Emmett, doch ich wusste wie ernst ihm seine Worte waren. Tom schien es durch Emmett sein Lachen für einen Scherz zu halten und grinste nur. Böser Fehler, dachte ich. Fass mich an und mein Dad reißt dir den Kopf ab um ihn Jake zum Fraße vor die Pfoten zu werfen. Mit einem kleinen Zwinkern an mich gerichtet ging Emmett die Treppe hinauf. Ich konnte mir Bildlich vorstellen wie er mit stolzer Brust zu Mumm und Dad ins Zimmer trat. „Dein Bruder ist ja ziemlich angsteinflößend.“, gab Tom leise von sich. „Ach naja er spielt sich gerne etwas auf.“ „Hmm, naja trotzdem. Was macht er ist er Bodybuilder?“ „Nein, er macht nur viel Sport.“, log ich und um meinen Onkel ein wenig zu ärgern fügte ich „Ist aber alles heiße Luft.“, hinzu. „Und dein Freund? Macht der Sport?“ „Jacob läuft viel. Er ist immer irgendwie in Bewegung… Und stark ist er auch.“ „Du magst ihn sehr?“ Es hörte sich an wie ein Frage, schien aber eindeutig eine Feststellung zu sein. Ich nickte. Plötzlich hatte ich das starke Bedürfnis über ihn zu reden. „Es ist ein unangenehmes Gefühl in nicht in meiner Nähe zu haben.“ „Wie meinst du das?“ Tom griff nach dem Glas Cola das auf dem Stubentisch stand und nahm einen kräftigen Schluck. „Naja ich mag es nicht. Ich war noch nie ohne ihn gewesen. Es ist ungewohnt nach Hause zu kommen und er ist nicht gleich die erste Person die ich sehe.“ „Woher willst du wissen dass es Liebe ist? Du hattest noch keinen Freund vor ihm, das hast du selber gesagt. Woher weißt du also dass du wirklich Liebe für ihn empfindest und nicht nur irgendein Gefühl der Vertrautheit?“ Er streckte einen Arm über sie Rückenlehne und somit hinter meinen Rücken. „Du kannst dir da nicht vollkommen sicher sein Nessie. Du solltest die Alternativen in Betracht ziehen.“ „Es gibt keine Alternative. Ich liebe ihn und da bin ich mir mehr als eintausend Prozent sicher.“ Tom seine Miene verfinsterte sich ein wenig. „Es gibt immer Alternativen Renesmee. Ich bin deine Alternative. Wieso siehst du das denn nicht?“, er rückte etwas dichter an mich heran. „Tom, ich glaube du solltest jetzt nach Hause gehen.“, murmelte ich. „Warum willst du es nicht versuchen? Warum weißt du mich von vornerein ab? Was kann er schon großartiges das ich nicht kann?“ Sich in einen Wolf verwandeln und dich auffressen wenn du mir nicht von der Pelle rutscht, dachte ich voller Zorn. „Tom bitte geh jetzt.“, wiederholte ich meine Worte und wollte aufstehen. Er packte mich am Handgelenk und hielt mich fest. Es wäre ein leichtes gewesen meine Hand seiner zu endreißen, doch wie sah es aus wenn ein Mädchen meiner Statur solche eine Kraft hätte? „Lass mich los.“, zischte ich ihn wütend an. „Renesmee, vielleicht begreifst du nicht…“ „Du begreifst nicht. Nimm deine Finger von ihr oder ich reis sie dir ab.“, hörte ich meinen Vater knurren. Er stand am Absatz der Treppe und blickte voller Zorn auf den Jungen der meine Hand festhielt. Seine Augen waren dunkler geworden und er hatte die Zähne fest zusammengebissen. „Sofort.“, fügte er etwas lauter hinzu. Tom tat wie geheißen und sah meinen „Bruder“ ängstlich an. „Verschwinde aus unserem Haus.“ Dad kam in langsamen, beherrschten Schritten die Treppe herunter. „Wage es nicht sie jemals wieder ohne ihren Willen anzufassen. Niemals. Du würdest es bitter bereuen.“ Ohne ein weiteres Wort ging Dad auf die Haustür zu und öffnete diese. Mit einem wütenden Blick durchbohrte er den blonden Jungen. In eiligen Schritten lief Tom aus dem Haus und stolperte die Stufen der Verandatreppe hinunter. Der Motor soff einige Male ab bevor er ihn endlich in Gange bekam, dann fuhr er in davon. Dad ließ dir Tür ins Schloss fallen und drehte sich zu mir um. „Was für ein Idiot.“, grummelte er und schüttelte den Kopf. „Ich habe schon lange nicht mehr solche Gedanken gehört. Das letzte Mal als deine Mutter noch ein Mensch war und Mike Newton sie begehrte.“ Ein eigenartiger Ausdruck trat in sein Gesicht. War es Triumpf? Meine Mutter kann die Treppe hinunter, dicht gefolgt von Emmett. Letzteres hatte ein breites Grinsen in seinem Gesicht und klopfte Dad auf die Schulter. „Nicht schlecht Edward. Diese Fass-sie-nicht-an-Nummer hast du echt gut drauf. Ich hätte gerne das Gesicht von dem Typen gesehen.“, nun brach Emmett in schallendes Gelächter. „Der hat sich bestimmt fast in die Hose gemacht.“ „Mein angsteinflößender Held.“, schikanierte meine Mutter ihren Mann und küsste ihn auf die Wange. „Macht euch nur Lustig. Ich habe seine Gedanke gehört.“, grummelte mein Dad…


Leises knacken riss mich aus meinem Traum. Es war stockdunkel in meinem Zimmer, doch das konnte meine Sicht nicht trüben. Ich blickte auf die Uhr. Halb eins. Wieder vernahm ich das knackende Geräusch. Es kam von draußen, von den Bäumen. Müde stand ich auf und trat ans geöffnete Fenster. Ich ließ meinen Blick durch die Dunkelheit gleiten, konnte aber nichts erkennen. Wieder ein Geräusch. Dieses Mal war es ein leichtes Rascheln. Emily ´s Worte hallten wieder in meinem Kopf „Er hat dich nie verlassen. Er ist immer bei dir. Im Wind, in den Bäumen, dem Blumen. Du musst nur genau zuhören.“ Das war doch lächerlich. Oder? Ich lehnte mich über den Rahmen und schloss die Augen. Meine Ohren gespitzt nahm ich jedes noch so kleine Geräusch war. Emmett und Rosalie stritten wegen dem Fernsehprogramm, Alice und Jasper flüsterten sich Liebesschwüre entgegen. Carlisle und Esme unterhielten sich mit Manuel und Leyla und Mumm und Dad waren nicht zuhören. Sie waren sicher wieder unterwegs. Ich strengte mich noch mehr an um genau zu zuhören. Wie ich es im Wald getan hatte konzentrierte ich mich auf Jacob. Ich atmete tief ein und wurde ganz ruhig. Mein Herzschlaf verlangsamte sich für meine Verhältnisse. „Jacob?“, flüsterte ich und kam mir etwas daneben vor. „Bist du es? Du fehlst mir so. Es tut weh.“ Ich öffnete meine Augen wieder, nicht war geschehen. Ich konnte nichts sehen und nichts hören. Natürlich nicht. Langsam und unter scherzen drehte ich dem Fenster den Rücken zu um wieder in mein Bett zu kabeln. Ich war noch nicht ganz einen Meter vom Fenster entfernt als mich ein leichter Aufprall zusammen schrecken ließ. Ruckartig fuhr ich herum und starrte wieder zum Fenster. „Oh Gott Luke. Du hast mich zu Tode erschreckt.“, lachte ich und streckte meine Hand nach dem Tier aus um es tu tätscheln. „Mach das nicht nochmal. Wo kommst du eigentlich her?“ Ich hob ihn in meine Arme und trug ihn mit zum Bett. „Wo ist denn Lilli? Ist sie noch sauer?“, ich küsste die Stelle zwischen seinen Augen und streichelte sein weiches Fell. „Du weißt was ihr Geheimnis ist nicht wahr? Wie gerne würde ich dich verstehen können. Du würdest es mir nicht verheimlichen oder?“ Luke starte mich an. Sein Ausdruck war belustigend. Ich hob ihn etwas an um seinen Kopf in direkter Höhe mit meinem zu haben. „Ich dachte du wärest Jacob.“, fing ich an zu lachen. „Der mir durch den Wind ein Zeichen geben wollte. Stattdessen war es nur ein kleiner Kater. Ich sag ja, ich bin nicht ganz dicht.“ Ein raues Miauen entfuhr Luke. Ich hatte diesen Laut vorher nie von ihm gehört. Eigentlich war ich mir immer sicher gewesen dass er nicht Miauen kann. „Ja du würdest es mir sagen.“ Müde ließ ich mich auf die Seite fallen und zog die Decke über den Kater. Ich glitt schnell in einen ruhigen Traumlosen Schlaf und erwachter erst als die Sonne bereits hoch am Himmel stand. Noch immer lag der Kater unter meiner Decke und schnurrte wohlig. Sein Köpfchen lag unter seiner linken tanze versteckt. Ich lächelte als ich ihm sanft über das Fell strich. Jacob hatte, wenn er als Wolf schlief auch diese Haltung eingenommen. Wärme durchschoss meinen Körper als ich das kleine zerbrechliche Tier beobachtete. Durch meine Berührung wachgeworden streckte Luke seinen Rücken in die Luft und stampfte mit den Krallen in meinem Bett auf und ab. „Frühstück?“, fragte ich und nahm ihn wieder an meine Brust. „ich trag dich nach unten.“ In eiligen Schritten ging ich mit Luke in die Küche. „Guten Morgen.“, trällerte ich und setzte den Kater auf den Fußboden ab. „Fisch oder Huhn?“, ich hielt Luke zwei Dosen Katzenfutter hin endschied mich dann für Fisch. „Wieso schleppst du denn den dicken mir dir rum? Wo ist denn seine Busenfreundin?“, zog Emmett mich auf. Ich ignorierte seine Sticheleien. „Ist Lilli nicht da?“, fragte ich verwirrt.“ „Nein. Sie ist gestern mit Luke aus dem Haus gestürmt und nicht wieder gekommen. Wie ist er hier her gekommen?“, Dad deutete auf Luke, der genüsslich sein Futter aus der blauen Schale fraß. „Er ist heute Nacht nach Hause gekommen. Ich hatte mein Fenster offen gelassen und da stand er.“ „Weißt du wo Lilli hin wollte?“, erkundigte sich Emmett. Sorge stand ihm ins Gesicht geschrieben. „Zu Sam. Sie hat da was Wichtiges mit ihm zu klären.“, gab ich etwas beleidigt von mir. „Du willst sagen sie ist mit Luke zu Sam und er ist den weiten Weg ohne sie wieder hier her gelaufen?“ Als ob er verstanden hätte hielt Luke mit fressen inne und sah zu Edward. „Du bist schon ein komischer Kater. Manchmal würde ich dich zu gerne verstehen.“, gab mein Dad nachdenklich von sich. „Hast du es schon versucht?“, erkundigte Emmett sich. „Die Wölfe kannst du schließlich auch hören.“ Das ist was anderes. Sie sind immer noch Menschen. Ihre Frequenz ist dieselbe. Bei Tieren ist es anders. Als Jacob damals, als er erfuhr Bella und ich würden heiraten davon lief und so lange als ein Wolf lebte konnte ich auch nicht mehr richtig verstehen als er zurück kam.“ Ich wusste zwar das Jacob meine Mutter einmal geliebt hatte und sie ihm das Herz brach als ihre Wahl auf meinen Vater traf, doch ich wusste auch das seine Liebe zu ihr mit dem Augenblick verblasste als er mich das erste Mal sah. Er hatte mir alles erzählt. „Hast du versucht Jakes Gedanken zu lesen als er wieder kam?“, Emmett lehnte sich mit dem Rücken an die Wand. „Nein, dazu blieb mir keine Zeit. Schließlich stand mir der schönste Tag meines ganzen Daseins bevor.“ Ruckartig drückte Emmett sich wieder von der Wand ab und zog Luke von seinem Fressen weg. „Was machst du da?“, schimpfte ich und wollte nach dem fauchenden Kater greifen. „Edward soll es probieren.“ Er hielt ihm den Kater direkt vor die Nase. „Versuch es.“, bestand Emmett. Mein Vater verzog einen Augenblick belustig das Gesicht. „Er sagt du machst ihm angst.“ Genervt verzog mein Bärenhafter Onkel das Gesicht. „Jetzt mach schon.“ Mit einem Seufzen nahm Dad Luke sanft in seine Hände. „Hab keine Angst mein Freund ich wird dich nicht essen. Also wollen wir mal sehen ob ich dich finde.“ Angestrengt zog mein Vater die Augenbrauen zusammen. Hoch konzentriert musterte er meinen kleinen Freund. „Und?“, nörgelte Emmett ungeduldig. „Pscht.“, zischte mein Dad. „Komm schon Luke, zeig mir was in deinem kleinen Katzenhirn los ist.“ Hilflos zappelte Luke mit seinen kleinen Beinchen. Versuchte meinen Vater mit seinen stumpfen Krallen zu verletzten. Um Ihn zu beruhigen trat ich an Dad ´s Seite und strich über sein Fell. In dem Augenblick, wo ich sein Fell berührte weiteten sich die Augen meines Paps. „Mach das nochmal. Fass ihn an.“ Ich tat wie geheißen und ließ erneut meine Hand sanft über das weiche Fell gleiten. „Du.“, brach es aus meinem Dad heraus. „Siehst du was? Ich hab doch gesagt du kannst es.“ Emmett strahlte übers ganze Gesicht. „Was? Was sagt er?“ „Er…“, mein Dad schien angestrengt nachzudenken und starrte fortwährend das Tier in seinen Händen an. „Ich sehe sie.“, antwortete er den Fragen meines Onkels und deutete auf mich, seine Stimme hatte einen eigenartigen Beiklang. „Alles was ich in seinen Gedanken sehen kann ist Nessie.“ Vorsichtig setzte er Luke auf den Boden ab, behielt ihn aber genau im Auge. Auch der Kater ließ meinen Dad nicht aus den Augen. „Mehr nicht?“, grummelte Emmett. „Keine Geheinisse? Nur das Gesicht deiner Tochter? Na toll, ein Kater der für einen Halbvampir schwärmt.“ Lautes Lachen brach aus seiner Brust, Lachen auf das keiner einging. „Geh nach Lilli gucken.“, bat mein Vater. „Aber Edward.“ „Geh schon.“ Beleidigt verließ Emmett das Haus. „Nessie… Wie viel Zeit verbringst du mit dem Tier?“ noch immer starrte Dad auf Luke und dieser zurück. „Ich weiß nicht. Warum?“ „Wie lange ist er schon bei uns?“ Ich dachte einen kurzen Augenblick nach. Lilli hatte ihn beim Jagen gefunden, da war sie erst wenige Wochen ein Vampir. Er kreuzte ihren Weg und hatte keine Angst vor ihr gehabt, es schien als hätte er sie gezielt ausgewählt. Sie nahm ihn mit nach Hause, beschützte ihn und versorgte seine Wunden. Sie bettelte so lange bis schließlich alle einwilligten dass das Tier bleiben dürfte. „Etwas über zwei Jahre. Lilli war noch ganz frisch eine Neugeborene.“ „Wie hat sie ihn gefunden?“ „Beim Jagen. Dad kannst du mir mal sagen was los ist? Warum interessiert dich das?“ Langsam richtete mein Vater seinen Blick auf mich. Trauer spiegelte sich in seinen Augen wieder. „Ich weiß nicht genau was das zu bedeuten hat. Ich… Nessie bitte bleibe jetzt ganz ruhig.“ „Was ist los?“, wiederholte ich meine Frage. Behutsam nahm er Luke wieder in die Arme, dieser wehrte sich nicht, sah mich nur hilfesuchend an. „Ich weiß nicht ob ich mich geirrt habe, aber… Als ich sagte ich sehe nur dich in seinen Gedanken, das war nicht ganz die Wahrheit. Da war mehr.“ „Was war da noch?“ Gänsehaut bedeckte meinen Körper vor Anspannung. „Ich konnte deutlich eine Stimme hören.“, einen kurzen Augenblick hielt mein Dad inne, ein Mensch hätte das zögern wahrscheinlich nicht bemerkt. „Seine Stimme.“ Luke wurde mir gereicht und ich nahm ich zärtlich in die Arme. „Wessen Stimme? Lukes? Wie hört sie sich an? Wieso hast du gelogen?“ Ich verstand das nicht, wieso sollte Dad ein Geheimnis daraus machen wollen, dass er die Stimme von Luke hören konnte? Das war doch nicht schlimm. Ich stupste vorsichtig auf die Nase des Tieren und berührte die Narbe oberhalb seiner Nase. „Nein nichts Lukes. Schatz ich konnte Jacob hören.“ Schlagartig blieb die Welt um mich herum stehen. Was? Was sagte er da?

Der Wald sauste in Grünen schlammigen Farmen an mir vorbei. So schnell ich konnte rannte ich mit Luke in meinen Armen nach La Push. Tränen rollten über meine Wangen, flogen durch den Wind den mein schneller Körper hinterließ. Ich ließ über den großen Rasen der den Wald von Sams Hütte trennte und öffnete die Tür ohne anzuklopfen. „Renesmee?“, Emily sah erschrocken zu mir auf. „Wo ist Sam?“, fragte ich. Mein Atmen kam keuchend und stoßweise. Krampfhaft versuchte ich die Tränen zu unterdrücken. „Sam ist bei Melaka.“ Emily sah auf Luke und lächelte ihn an. „Du wusstest es hab ich recht?“ Ich stieß einen verachtenden Laut und verließ eilig das Haus um zu Melaka zu laufen. Seine Hütte war kleiner, und hatte keinen Garten. Das Wellblechdach war an einer Stelle etwas kaputt und nur notdürftig repariert. Noch bevor ich an der Hütte ankam rief ich nach Sam. „Komm raus Sam ich muss mir dir reden.“ Nur noch wenige Schritte trennten mich von der ersten Holzstufe als die Tür aufging. „Du bist wie deine Mutter. Sie war auch immer so hitzig wenn sie etwas erfuhr. Hat sie dir einmal gesagt, dass sie von allein auf das Geheimnis gekommen war welches uns umgab? Du bist genau so klug wie deine Mutter.“ Wütend sah ich Sam an. Noch nie in meinem Dasein war ich so voller Wut gewesen. „Wieso?“, schrie ich ihn an. „Wieso hast du es mir nicht gesagt?“ Langsam kam Sam die Treppe hinunter um sich auf die unterste Stufe zu setzten. „Was hätte ich dir sagen sollen? Ich konnte nichts sagen. Es hätte nicht geklappt, wir waren uns nicht mal sicher ob es überhaupt funktioniert.“ Verständnislos sah ich Sam an, doch er fuhr einfach fort. „Wir haben so etwas noch nie gemacht Renesmee und um ehrlich zu sein bin ich selbst überrascht zu sehen dass es so weit funktioniert hat.“ Luke fing an in meinen Armen zu zappeln und ich ließ ihn zu Boden fallen. In kleinen Sprüngen eilte er zu Sam an die Seite. „Du hast keine Ahnung welche Gefahren er auf sich genommen hat um in deiner Nähe zu sein. Sein kleiner Körper war nicht immer von den kleinen Narben gezeichnet. Zu Anfang war er ein schöner Kater. Doch wenn man tausende von Meilen zurück legen muss um seiner Liebe zu folgen stößt man auf viele Menschen und Tiere die es nicht unbedingt gut mit einem meinen.“ „Ich wollte es dir sagen Nessie. Aber du musstest allein darauf kommen. Er musste erst wachsten und das konnte er nur durch deine Liebe.“ Lilli tauchte in der Haustür der Hütte auf. Ihr Blick traurig und vielsagend. „Renesmee. Komm mit mir mit und ich werde dir alles erklären.“, Sam stand von der Stufe auf und trat an mich heran. „Tee?“, fragte er und deutete in die Richtung in der Emily ´s und seine Hütte stand. Ohne zu warten ging er voraus und Lilli folgte ihm auf dem Fuße. Luke blieb auf der Stufe sitzen und beäugte mich innig. Konnte das wirklich wahr sein? Ich ging auf ihn zu um ihn wieder in meine Arme zu nehmen und Sam zu folgen. „Setz dich.“, bat er als ich durch die Tür trat. „Ich mach Tee.“ Ich setzte mich auf einen Stuhl und sah schuldbewusst zu Emily. „Es tut mir leid.“, murmelte sie „Es…“ „Ja ja es musste sein.“, unterbrach ich sie wütend. „Ich will jetzt endlich alles wissen.“ Sam reichte mir eine Tasse und setzte sich mir gegenüber, Lilli nahm an seiner Seite Platz.

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9. Life after death

Beitrag  Gast am Mo 29 März 2010, 14:40

„Ich will es jetzt wissen Sam. Keine Ausflüchte mehr.“ Krampfhaft hielt ich die dampfende Tasse mit meinen Fingern umschlossen. „Zu aller erst darfst du Lilli keine Schuld an ihrem Schweigen geben. Sie hatte keine Wahl. Wir alle hatten keine Wahl.“, sagte Sam in festen Ton. „Jacob…“, er deutete auf den ruhigen Luke auf meinem Schoß „fiel mir das erste Mal wenige Wochen nachdem wir ihn Freigaben auf. Er streunte um mein Haus, ernährte sich von Ratten und Abfällen. Emily gab dem hungernden Kater Futter. Wir wussten nichts davon dass Jacob seine Seele in dem Tier ruhte. Es nervte mich dass das Tier hier rumlungerte doch was sollte ich machen? Quil kam seine Claire besuchen und der Kater schien völlig aufgedreht zu sein. Immer wieder lief er Quil vor die Beine bis dieser ihm einen Tritt gab.“ Entsetzt sah ich auf Luke. „Er hat ihn getreten?“ Sam nickte und fuhr fort. „Man hätte meinen sollen das dieses Tier eine Lehre daraus zog, doch das tat es nicht. Ein paar Tage später kamen auch Embry, Seth und Leah. Man konnte sehen dass sie sich seit Jacobs tot nicht mehr verwandelt hatten. Sie ertrugen den Schmerz des Verlustes schon kaum als Mensch, also vermieden sie es ihr Leiden zu verstärken in dem sie das Leid der anderen sahen. Seth stritt sich mit Paul, die Gemüter erhitzten sich und Seth konnte sein Wut nicht mehr kontrollieren also verwandelte er sich. Als dieser dumme Kater auf ihn zulief dachte ich Seth würde ihn einfach fressen. Doch er blieb einfach nur stehen und winselte. Ich weiß nicht ob du es wusstest Renesmee, aber zwei Rudel können nur durch ihre Leitwölfe mit einander kommunizieren. Jacob hätte mich selbst dann wenn ich mich in einen Wolf verwandelt hätte nicht erreichen können. Doch Seth konnte er erreichen, ihm konnte er sagen wer in dem zerbrechlichen kleinen Körper steckte. Wir anderen verstanden nicht warum er einfach nur da stand und auf das schwarze Tier blickte, warum er ihn nicht einfach bei Seite schaffte. Das anfangs leise Winseln wurde immer lauter bis es schließlich zu einem lauten Jaulen wurde. Er verwandelte sich zurück und war völlig verstört. Redete mit dem Kater und drückte ihn fest an seine Brust. „Er lebt“, rief er immer wieder und wir verstanden rein gar nichts. Es dauerte einen kleinen Augenblick bis er sich beruhigt hatte und uns endlich berichtete was vorgefallen war. Er erzählte davon wie Jacob seine Seele sich weigerte Taha Akis Reich zu betreten. Er wollte die Erde nicht verlassen und seine Geliebte zurück lassen. Lieber wollte er auf ewig auf Erden umher wandeln und sie wenigstens so beobachten zu können. Es bewies sich als schwierig ohne einen Wirt, die Schmerzen waren unerträglich. Jacob traf auf den Kater, er war ein Streuner, krank und schwach. Jacob bekam die Erlaubnis in seinen Körper einzutreten und gab dem Tier somit etwas von seinen Kraftreserven. Natürlich blieb immer noch das Problem der Verständigung. Er konnte sein Rudel nicht ausfindig machen und ihnen ein Zeichen geben das er noch da war. Mit seinem Tot nahm Leah den Platz des Leitwolfes ein und somit blieb es Jacob auch verwehrt mit mir zu sprechen. Es war pures Glück, dass Seth sich verwandelt hatte. Noch nie hatten wir mit bekommen dass eine verstorbene Seele wieder zurückkehrt oder sich sogar gänzlich weigerte das andere Reich zu betreten. Seine Liebe zu dir muss wirklich stärker sein als alles was jemals auf Erden gefühlt wurde. Wir holten und Rat bei Lehmua, sie ist die älteste Frau von uns Quileute und gilt als Hexenmeisterin. Schon viele Male hatte sie mit Geistern Kontakt aufgenommen und so die Fragen von verlassenden Frauen beantwortet. Sie sagte es gebe nur eine Möglichkeit dass Jacob wieder zu Kräften kommt. Deine Liebe Renesmee. Nur du hast die Kraft ihn am Leben zu erhalten. Seine Seele wurde schwächer, mit jedem Tag den du ihn aus deinem Leben verbannt hattest. Er folgte dir egal wohin ihr die letzten elf Jahre gegangen seid. Jake war immer in deiner Nähe.“ Ich erinnerte mich wieder daran dass ich als Lilli elf Jahre alt war einen schwarzen Kater gesehen hatte. Er saß auf unserer Terrasse und bettelte nach Essen. Ich scheuchte ihn davon. „Ich hatte es dir nie erzählt…“, murmelte Lilli „aber Jacob war der Grund warum ich auf den Baum geklettert war. Ich sah wie er in der Astgabel saß und auf uns hinab sah. Ich wollte ihn unbedingt streicheln und als er auf meine Rufe nicht reagiert hatte beschloss ich zu ihm hinauf zu klettern. Einer der Äste hielt mein Gewicht nicht und brach.“ Ich spürte wie sich meine Kehle zuschnürte. Das alles war so viel was ich verdauen musste und noch längst nicht alles. „Seth verwandelte sich nun wieder regelmäßig und berichtete mir von dem was Jake tat. Jake beobachtete dich jeden Tag. Sah dir dabei zu wie du weinend an deinem Fenster saßt, hörte deine Schreie in der Nacht wenn du von Albträumen geplagt wurdest. Die ganzen Jahre schlich er um dich herum und konnte dennoch nicht in deiner Nähe sein. Als Lilli ihn auf dem Baum sah und ihn zu sich rief war es ein Zwiespalt der Gefühle für ihn. So gerne wollte er zu dem Menschenkind, hoffte dass sie ihn zu dir bringen würde, doch die Wahrscheinlichkeit war so gering das er den Versuch gar nicht erst unternahm. Als Lilli stürzte und sich so schwer verletzte gab er sich die Schuld daran. Doch nun wissen wir dass es Schicksal war. Wenn sie nicht gefallen und gestorben wäre, wie hätte er jemals Kontakt zu dir bekommen? Anfangs wusste er nicht dass Lilli die Gabe hatte mit den Tieren zu sprechen, dann sah er wie sie mit einem Vogel sprach. Er ging das Risiko ein und folgte ihr auf die Jagt. Natürlich konnte er ihr nicht sofort sagen wer er war. Er redete einfach so mit ihr, sagte ihr wie hungrig er sei und wie Müde. Lilli ist ein gütiger Mensch gewesen und genau so ist sie ein gütiger Vampir. Es war klar dass sie ihn nicht wegschicken und innerhalb der Familie für ihn Kämpfen würde. Das Problem war nur dass Jacob immer schwächer wurde. Du hast aufgehört gehabt über ihn zu sprechen, an ihn zu denken. Dann zu guter Letzt hast du dein Fenster geschlossen. Wir mussten etwas unter nehmen wenn wir wollten dass er nicht gänzlich verendete. Lilli war unsere einzige Möglichkeit. Als es hieß ihr müsstet umziehen sah Jacob seine Chance. Wo als in Forks würdest du mehr an ihn erinnert werden? Er gab sich Lilli zu erkennen, erzählte ihr von seinem Leiden und den Geheimnissen unserer Natur. Sie wusste weit mehr als du dachtest Renesmee. Sie ging zu Bella und schlug vor nach Forks zu ziehen. Natürlich war Bella sich nicht sicher, die Zeitspanne war noch nicht so groß und einige Menschen hätten euch erkennen können, doch als Lilli das Argument vor brachte dass es dir eventuell helfen könnte gab sie nach.“ Ich warf ihr einen kurzen Blick zu. „Wieso hast du nichts gesagt?“ Leise beantwortete sie meine Frage. „Du musstet von alleine wieder an ihn denken. Ich konnte nichts tun als dir einen kleinen Ansporn geben. Deine Geschichten von ihm, deine Liebe die in den Hintergrund geraten war, gaben ihm die nötige Kraft. Du kannst dir nicht vorstellen wie sehr er es genießt dir dabei zu zuhören wenn du über euch sprichst. Doch es ist noch nicht vorbei Renesmee. Er ist noch immer gefangen und kann nicht aus der fleischlichen Hülle seines Wirts. Du hättest es noch nicht erfahren dürfen.“, sie richtete ihren Blick auf den Kater und ihre Miene verfinsterte sich etwas. „Mit Emmett werde ich ein ernstes Wörtchen reden.“ „Kannst du immer mit Jacob reden?“, fragte ich sie und ein nicken beantwortete meine Frage. „Der Kater, der Jacob erlaubte mit ihm zusammen in dem Tier zu Leben verstarb nach ein paar Jahren. Jake bewohnt seinen Körper nun allein.“, gab Sam von sich. „Also ist Luke nicht Luke?“ Sam schüttelte langsam den Kopf. „Ich… Ich kann das nicht.“, mir liefen heiße Tränen über die Wange. Vorsichtig reichte ich das Tier, das mein geliebter Jacob sein sollte über den Tisch und Lilli nahm ihn an sich. „Es tut mir leid. Ich muss gehen.“, eilig rannte ich aus dem Haus. „Warte Nessie bitte.“, hörte ich Lilli hinter mir, doch ich lief einfach weiter. Immer mehr Tränen versperrten mir die Sicht und brannten auf meiner kalten Haut. Ich stolperte über eine Wurzel und fiel auf den feuchten Waldboden. Weinend zog ich die Knie an und blieb einfach liegen. Wie so oft wenn ich weinte passte die die Natur meiner Gemütslage an, es begann zu regnen. Dicke tropfen prallten auf meiner Kleidung ab und zerplatzten in kleine Diamanten. Blitze zuckten am Himmel und Donner grollte Laut. Der Regen wurde immer stärker, der Wind immer stürmischer. Es schien als würde Mutternatur mich dazu zwingen wollen aufzustehen und weiter zu gehen. Doch ich konnte nicht, ich wollte nicht. Elf lange Jahre lebte ich in Schmerz und Verzweiflung, elf Jahre sehnte ich mich nach meinem Geliebten, schrie seinen Namen in der Nacht wenn er mich in meinen Träumen verließ. Wie konnte die Natur solch einen Schabernack mit mir treiben und mir meinen Mann, meinen Geliebten wiedergeben und ihn mir dennoch vorendhalten? Trotz des lauten Donners und des immer stärker werdenden Windes vernahm ich das leise, sanfte Geräusch von kleinen Pfötchen auf nasser Erde. Langsam, als hätte er Angst mich zu verschrecken kam der schwarze Kater auf mich zu und blieb wenige Zentimeter von mir entfernt stehen. „Verschwinde.“, murmelte ich mit dem Gesicht im Schlamm liegend. Doch anstatt zu gehen kam das Tier, ich weigerte mich ihn Jacob zu nennen, noch dichter an mich heran. Leises Miauen brach durch die Geräusche der Natur. „Ich versteh dich nicht.“, meine Stimme wurde vom weinen heiser, meine Kehle brannte. Der Kater verschwamm vor meinen Augen, ich konnte nicht mehr erkennen. Die Tränen beraubten mich meiner Sicht. Obwohl es unmöglich war fror ich, Gänsehaut breitete sich auf meiner blassen Haut aus.

„Ich bring dich nach Hause.“, flüsterte eine raue Männerstimme und hob mich langsam vom Boden auf. Zwecklos strampelte ich mit den Beinen versuchte mich aus den Armen der verschwommenen Gestalt zu befreien. „Ich will nicht. Lass mich liegen bis ich sterbe.“ „Rede nicht so dummes Zeug. Du kannst nicht sterben wenn du hier liegen bleibst. Dein Vater macht sich Sorgen und Jacob auch.“ Schwach hob ich meinen Arm und wischte mir Regen und Tränen aus den Augen. „Jacob?“ Langsam erkannte ich in wessen Armen ich lag. Jamuel sah mich ernst an. „Weißt du, ich hatte dich für Klüger gehalten. Ich dachte du würdest besser damit umgehen.“ „Wie hätte ich denn deiner Meinung nach damit umgehen sollen?“ „Er ist sehr traurig. Lilli sagt ihm geht es sehr schlecht.“ Ihm ging es schlecht? Natürlich. Wie viel Zeit hatte er damit verbracht mich zu beobachten, mir zu folgen wohin ich auch ging? Ich war so egoistisch dass ich nur daran dachte wie ich mich fühlte, wie mir all das zusetzte. Seine Gefühle und Gedanken ignorierte ich völlig. „Wo ist er?“, fragte ich leise. „Er ist mit Lilli zurück zu euch nach Hause. Es gibt vieles zu erklären.“ „Lass mich bitte runter.“ Jamuel tat wie geheißen und stellte mich vorsichtig auf die Beine. „Gibt es einen Weg ihn zurück zu holen?“ Obwohl ich keine Hoffnung hatte musste ich die Frage stellen. Ich brauchte Gewissheit. Und als Jamuel mir antwortete gab er mir mit seinen Worten mehr als ich jemals zu hoffen gewagt hatte. „Ja. Es gibt einen Weg. Aber es ist nicht ganz so einfach. Jacob ist noch sehr schwach. Hat Sam dir gesagt wie er zu Kräften kommt?“ Ich nickte leicht mit dem Kopf. „Durch meine Liebe.“, murmelte ich. Erneut bildeten sich Tränen in meinen Augen. „Rede mit ihm Nessie. Erzähle ihm von vergangen Zeiten. Er zerrt so sehr von deiner Liebe. Noch nie, zumindest wissen wir von keinem außer Jacob, hat ein Quileute die Reise in das andere Reich verneint um bei seiner Geliebten zu bleiben. Du kannst dir nicht ansatzweise ausmalen welche schmerzen er erleiden musste in der Zeit in der er keinen Wirt hatte.“ „Wie kann ich ihn zurück holen?“ Jamuel blieb stehen und ich tat es ihm gleich. Er strich sich seine langen Haare aus dem Gesicht und band sie sich im Nacken zu einem Zopf. „Es ist nicht so leicht. Zu aller erst muss sein Geist wieder so stark sein wie er es war bevor er starb. Dann und das ist mit der schwerste Teil, brauchen wir eine Hexenmeisterin. Die letzte die mit Geistern sprach war Lehmua, doch sie ist vor drei Jahren gestorben. Natürlich gab sie ihr Handwerk an ihre Töchter weiter, aber diese sind unerfahrene Hexen.“ In meinem Kopf drehte sich alles. Hexen? Ja gut Vampire und Werwölfe hören sich auch nicht besser in der Menschenwelt an. Aber noch nie zuvor hatte ich von Hexen gehört. „Was passiert wenn wir ihn zurückholen?“ Er nahm meine Hand leicht in seine um sie behutsam zu drücken. „Luke…Ich mein Jacob, er muss aus dem Tier raus kommen und dass kann er nur wenn man den Wirt opfert.“ Erschrocken riss ich die Augen auf. „Opfert? Du meinst tötet?“ Betroffen nickte Jamuel. „Was dann? Was passiert wenn die Hexe das Tier getötet hat?“ Ich wollte mir nicht ausmalen, wie es passierte, doch die Bilder formten sie wie von selbst vor meinem inneren Auge. „Nicht die Hexenmeisterin wird das Opfer vollbringen.“, murmelte er und festigte seinen Griff um meine Hand noch ein wenig. „Nur wahre Liebe kann ihn zurück holen schon vergessen. Nur durch die Macht der Liebe kann er wieder zurück zu dir.“ Ich entriss Jamuel meine Hand. Seine Berührung schien plötzlich wie Feuer auf meiner Haut zu brennen. Das Bild vor meinem Inneren Auge formte sich um. Ich sah nicht mehr wie eine fremde Frau über dem wehrlosen, zerbrechlichen Tier beugte um es zu töten, sondern ich sah mich, mit Tränen genässten Gesicht und einem langen spitzen Dolch in der Hand. Hilflos das kleine Wesen in der anderen. „Einen anderen Weg gibt es nicht.“, gab Jamuel trocken von sich als er den Zwiespalt in meinen Augen sah. „Wenn du willst dass er wieder an deiner Seite ist musst du es tun. Doch bis dahin ist noch viel Zeit. Erst einmal muss Jacob wachsen und das geht nur durch dich. Und wir müssen versuchen eine erfahrene Heilerin ausfindig zu machen.“ Wir begannen wieder zu gehen, der Regen hatte nachgelassen und die dicken Wolken verschoben sich. „Wie lange würde es dauern bis ihr eine Hexe oder Heilerin oder was auch immer ihr benötigt um mir Jacob wiederzubringen findet?“ „Kommt ganz drauf an wie erfahren sie ist. Einen Monat, vielleicht Zwei. Endscheidend ist anschließend wie weit Jacob ist. Ob er bereit ist den Wirt zu verlassen. Ich kann es nur noch mal wiederholen Renesmee… Es liegt nur an dir.“ Jamuel und ich kamen am Haus an. Lautes Gerede war zu hören, alle sprachen durcheinander und Lilli versuche krampfhaft meine Familie zur Ruhe zu bringen. „Bitte, wenn ihr nur einen Augenblick zuhören würdet.“, bat sie doch sie wurde einfach ignoriert. Ich öffnete geräuschlos die Haustür und trat ein. „Wie konntest du uns das nur verheimlichen?“, hörte ich den Vorwurf von Emmett. „Wie konntest du Renesmee das antun?“ Langsam trat ich in den hellen großen Raum. „Sie hatte keine Wahl.“, ich sprach die Worte sehr leise, doch es reichte aus um alle Anwesenden im Raum zum Schweigen zu bringen. „Wahrscheinlich hätte ich ihr eh nicht geglaubt.“ Ich trat in langsamen Schritten an Lillis Seite. Wasser tropfte von meiner Kleidung und hinterließ kleine Pfützen auf dem Fußboden. „Schatz, ich hab mir solche Sorgen gemacht.“, brach es aus meiner Mumm heraus. Sie hielt krampfhaft die Hand meines Vaters. „Sie durfte nichts sagen.“, wiederholte ich wieder. „Ich musste alleine darauf kommen. Naja Dad hat mir geholfen, doch ich habe schon vor einigen Tagen bemerkt das mit Luke… Ähm… Das mit dem Tier etwas komisch ist.“ Ich fühlte wie Lilli ihre Finger um meine schloss. „Ihr wisst bereits dass er schon sehr lange um uns herum schleicht?“ Alice, die einen Mitfühlenden Ausdruck im Gesicht hatte nickte als erste „Sie hat uns alles erzählt. Es tut mir so leid meine Kleine.“ „Muss es nicht. Ich werde ihn wieder zurückholen.“ „Von diesem Teil hat Lilli uns auch erzählt. Sie erklärte bereits wie man es machen muss.“, die Stimme meines Vater lag voller Leid. „Meine geliebte Tochter… Es ist nicht sicher das es funktioniert, es wurde noch nie gemacht und es steht nicht fest ob er überhaupt wieder zurück kann.“ „Dad.“, ich lächelte ihn sanft an. „Jacobs Liebe war so stark dass sie ihn daran hinderte von mir fort zu gehen. Meine Liebe ist genau so stark. Ich werde ihn wieder holen, hier her wo er hingehört. An meine Seite.“ Pure Betroffenheit lag in den Gesichtern meiner Familie. Betroffenheit und Zweifel. Es war mir egal, ich wusste dass ich es kann. Wenn seine Liebe ausreichte um nicht zugehen, würde meine ausreichen um ihn wieder zu mir zurück zu holen. „Wo ist er eigentlich?“ „In deinem Zimmer. Er wurde auf mal schwach also hab ich ihn auf dein Bett gelegt. Er sagte er hat Schmerzen in der Brust.“ Ich entzog Lilli meine Hand und ging zur Treppe. Am Absatz drehte ich mich noch einmal zu meiner Familie um. „Alles wird gut. Ihr werdet sehen. So wie ich euer Wunder war, so wird er das meine werden.“ In den Augen meiner Mutter bildete sich ein kleines Leuchten, ein Funken Hoffnung. Wenn sie nicht daran glaubte, dann würde es keiner. Doch sie glaubte an wunder, glaubte an das Gute. Ich ging die Treppe hoch und öffnete meine Zimmertür. Klein und hilflos lag der Kater… Lag Jacob auf meinem Bett. Den Kopf unter seiner linken Pfote versteckt. Gleichmäßig wölbte sich sein Brustkorb beim Atmen auf und ab. Ich setzte mich vorsichtig auf mein Bett und rutschte mit dem Rücken an die Wand. Lange beobachtete ich ihn, nicht wissend ob er schlief oder ruhte. „Du kleiner Kerl. Was hast du nur durchmachen müssen?“, flüsterte ich. Ich wollte ihn streicheln, doch meine Hand blieb zögerlich über ihn in der Luft hängen. Leises Schnurren brach aus seiner Kehle und so ließ ich meine Hand sinken. „Ich hab mir deinen Geruch nicht eingebildet hab ich recht? Als wir im Wald auf der Wiese lagen, da war es wirklich dein Duft.“ Ich stellte das Streichen kurz ein um in unter dem Bauch zu greifen und zu mir auf den Schoß zu ziehen. „Ach Jake… Soll ich dir ein wenig erzählen? Jamuel sagt es wäre gut wenn ich mir dir rede.“, Jake hob seinen kleinen schwarzen Kopf und sah mir in die Augen. Ich deutete es als ein ja und begann leise ihm von meinen Erinnerungen zu erzählen.

Ich saß an meinem Schreibtisch und las in einem Roman von Jane Austen. Wir sollten Stolz und Vorurteil für die Schule lesen und für mich war es ein guter Zeitvertreib um mich abzulenken. Jacob war bereits acht Wochen mit seinem Rudel unterwegs. Sie waren auf eine heiße Spur gestoßen was die toten Frauen anging. Er rief mich jeden Tag mehrmals an und es war ihm deutlich anzuhören dass er genau so litt wie ich. Gerade als ich mein Buch beiseitelegte um mir etwas zu Essen zu holen vibrierte das kleine Handy erneut. „Das ist Anruf Nummer fünf“, lachte ich „und wir haben es noch nicht mal neun Uhr abends.“ „Ich weiß.“, murmelte die Stimme am anderen Ende der Leitung „du fehlst mir so.“ „Du fehlst mir auch. Was macht ihr?“ Ich hörte wie Jacob seine Füße auf dem Boden auftraten und er schneller Atmete als es nötig war. „Leah hatte Hunger, du weißt ja wie sie sich immer anstellt als Wolf zu essen.“ Lachend schüttelte ich mit dem Kopf. „Wird sie es denn nie lernen?“ „Scheint nicht so. Was machst du?“ „Ich lese Stolz und Vorurteil.“ Jake stieß einen schnaufenden Laut aus. „Leseratte.“, lachte er. „Wieso atmest du so hektisch? Hört sich ja grauenvoll an.“ Ich stand von meinem Schreibtisch auf und ging durch den Flur in die Küche. „Ich laufe schon seit einiger Zeit. Irgendwann geht auch mir die Puste aus.“ Der Kühlschrank fiel mit einem leisen Klicken zu als ich mir eine Packung Saft heraus genommen hatte. Jacob seine Aussage brachte mich zum Schmunzeln. „Wieso läufst du?“ Er musste schon eine ganze Weile laufen, sonst würde er nicht nach Luft schnappen beim sprechen. „Ich laufe vor der Dunkelheit davon.“ Verwundert verzog ich die Augenbrauen. „Versteh ich nicht… Hallo?... Jacob bist du noch da?“ Noch immer hörte ich die Schritte die Jacob machte, doch er antwortete mir nicht mehr. „Jacob? Sag was.“ „Ich laufe dem Licht entgegen.“, ertönte seine Stimme. Doch nicht wie angenommen aus dem kleinen Lautsprecher im Telefon, sondern von der Terrassentür hinter mir. Ich hatte keine Zeit zu realisieren was geschehen war. Binnen Sekunden lag ich fest umschlungen in Jacobs Armen und wurde durch die Luft geschleudert. Ein freudiger Laut stieß aus meiner Kehle, der durch den innigen Kuss meines Jakes erstickt wurde.“Überrascht?“, lachte er und stellte mich wieder auf meine Füße. „Und wie. Wieso hast du mir nicht Bescheid gesagt? Ich hätte mich zu Recht gemacht. Sieh dir nur an wie ich aussehe.“ Wie immer wenn ich zu Hause war und mir vornahm dieses auch nicht mehr zu verlassen trug ich nur eine schwarze Joginhose und mein verblasstes rotes Shirt. Alice hasste es wenn ich so rumlief. „Du hast so viele schöne Sachen Renesmee. Warum tust du mir das an? Warum bist du nur so sehr wie deine Mutter?“, schimpfte sie mich dann. Jacob strich mir über meine zum Zopf geflochtenen Haare und musterte mich eindringlich. Zärtlich strich er mit dem Finger über meine Seite bis er meine Taille erreichte. „Ich finde du bist wunderschön.“ Ich kicherte verlegen und küsste ihn auf den Hals. „Ach Jacob.“, murmelte ich. „Willkommen zu Hause Jacob.“, ertönte die Liebevolle Stimme von Esme. „Schön dich wieder bei uns zu Haben.“ Nur wiederwillig ließ ich Jacob los als er Esme in seine Arme schloss. „Wo ist denn der Rest der Familie?“ Esme küsste Jake auf die Wange und umschloss mir ihren bleichen Fingern seine Hand. „Carlisle ist arbeiten und die anderen sind in die Stadt gefahren. Es tut mir leid, aber ich muss auch gleich weiter. In der Mirror-Street hat ein neues Möbelgeschäft eröffnet. Aber wir unterhalten uns nachher ja?” Liebevoll Lächelnd sah Jake meine Oma an. “Geh nur Esme, so muss ich es wenigstens nicht jedem einzeln erzählen.” Kichernd wand Esme uns den Rücken zu. „Schön das du wieder da bist.“, wiederholte sie noch einmal und verschwand aus der Haustür. Ohne Vorwarnung griff Jake in meine Kniekehlen und ließ mich nach hinten fallen um mich wie ein Baby in seinen Armen zu halten.“ Was machst du?“, lachte ich. „Dich nie mehr los lassen.“ Zärtlich legte er seine Lippen auf die meinen, drückte mich fest an sich. Durch die seichten Bewegungen die er machte spürte ich dass wir uns bewegten. Er war auf dem Weg in mein Zimmer. „Jacob…“, behutsam stieß er meine Tür auf. „Was ist?“ Seine Augen leuchteten mich an. „Du hast mir so gefehlt.“ Er legte mich auf meinem Bett ab, ging zur Zimmer Tür um diese zu schließen und kam zurück zu mir. Vorsichtig legte er sich auf mich rauf und stütze sich mit dem Ellenbogen so, dass er mich nicht erdrückte. Ich konnte mir ein Lachen nicht unterdrücken. Er war verändert, irgendwie fordernd. Bevor er mit den anderen Wölfen fortging war er schüchtern und zurückhaltend, doch davon war nichts mehr zu erkennen. „Gott wie sehr du mir gefehlt hast. Aber dich jetzt wieder in den Armen halten zu dürfen macht all die langen Wochen ohne dich wieder weg.“ Erneut legte er seine Lippen auf meine. Warm und weich schmiegte sich sein Körper an mich. Seine linke Hand fuhr durch meine Harre, meine Wange hinab, über meine Schulter, meine Brust bis hin zu meinem Bauch wo er zärtlich das Shirt anhob um unschuldig die nackte Haut zu streicheln. „Du bist so weich.“, murmelte er, seine Lippen an mein Schulterblatt gepresst. „Alles an dir fühlt sich an wie Seide.“ Noch immer musste er sich mit dem rechte Ellenboden stützen. Meine Hände ruhten auf seinem T-Shirt. Er ließ seine Hand weiter an meinem Körper runter gleiten, bis er meine Beine anwinkeln konnte um sich dazwischen zu legen. Ich musste tief einatmen um meine Konzentration nicht zu verlieren. „Wenn ich was mache was du nicht willst, sag es.“, flüsterte er. „Ich will alles.“, meine Stimme war heiser, sie hörte sich fremd an. Doch in meinen Worten lag die ganze Wahrheit. Ich wollte es, wollte ihn. So lange, so viele Wochen musste ich auf ihn warten, war ohne ihn. Durch Jacob sein Lachen kitzelte mich sein Atem am Ohr. „Alles?“ Es klang als würde er an meinen Worten zweifeln. „Ich bin noch eine ganze Zeit bei dir mein Liebling. Wir können es langsam angehen.“ „Wenn wir noch langsamer machen bekomm ich bald die ersten Falten“ Ich schlang meine Beine um seine Hüfte und drückte mich an ihn. Mit einer lockeren Handbewegung griff er nach meiner Wade und löste meinen Klammergriff. „Sei unberuhigt Faltenbildung ist ausgeschlossen.“, zog er mich auf fügte dann aber in ernsthaften Ton hinzu „ Wir haben viel Zeit Nessie. Es soll nicht so sein.“
Wir gaben uns damit zufrieden uns zu streicheln und zu küssen. Hätte er mich gelassen, so hätte ich mehr verlangt. Doch Jacob hatte einen genauen Plan von dem er mir nichts erzählte.

Nach und nach trudelte der Rest meiner Familie zu Hause ein, und jeder freute sich sehr darüber da Jacob wieder da war. Emmett sein Lachen schien für immer in seinem Gesicht eingemeißelt zu sein und Alice tänzelte immer zu um ihn herum. Mumm und Dad wollten ihn gar nicht mehr los lassen. Immer wieder schlossen sie ihn in ihre Arme. Rosalie war als einzige sehr zurückhaltend. Sie hatte wie immer einen wütenden Ausdruck und hielt einen gewissen Abstand zu Jacob. „Willkommen.“, brachte sie mühevoll in einem ansatzweise netten Ton rüber. Natürlich konnte Emmett den Vorfall mit Tom nicht für sich behalten. Es dauerte nicht lange und er brach in schallendes Gelächter aus. „Du hättest sein Gesicht sehen sollen als Edward in aus dem Haus geworfen hat. So ein dummer Junge.“, grölte er. „Menschen, immer wieder für einen guten Witz zu haben.“ Wie ich befürchtet hatte, fand Jake die Angelegenheit nicht so belustigend wie Emmett und Jasper. Er presste die Lippen fest zusammen und atmete kontrolliert. Die Hände zu Fäusten geballt. „Er wird ja morgen sehen dass ich wieder da bin.“, knurrte er beherrscht durch die zusammengebissenen Zähne. „Oh man wie gerne würd ich auch in eure Schule gehen.“, jammerte Emmett und fing erneut an zu lachen. Ich warf ihm nur einen finsteren Blick zu, den er aber elegant ignorierte. Warum musste er auch immer so sein? Sah er denn nicht dass er Jacob mit seiner Art nur noch mehr erzürnte? Für Rosalie schien es ein gefundenes Fressen zu sein ihren Hass oder was auch immer es war dass sie für Jacob empfand raushängen zu lassen. „Vielleicht solltest du ihm den Kopf abreißen Jacob.“, gab sie in ernsthaften kalten Ton von sich. „Auf diesen einen jämmerliche Jungen, der es gewagt hat deine Freundin anzufassen kommt es nicht an.“ „Wie du zu Selbstjustiz stehst wissen wir Rosalie.“, warf mein Vater erzürnt über ihre Worte ein. Sein Blick hart und vielsagend. „Oh ich vergas dass du ja eine komplett weiße Weste hast.“, knurrte sie ihn an und verengte die Augen dabei. Esme, das Herz unserer Familie, der gute Pol von allem mischte sich sanftmütig wie immer ein. „Schluss jetzt. Warum streitet ihr? Jacob ist nach Hause gekommen, das ist nicht nett von euch.“, sie ging auf Jake zu und legte eine Hand auf seine immer noch zusammen geballten Fäuste. „Ärgere dich nicht. Er ist ein Menschen Junge, gesteuert von Hormonen. Wenn es Liebe ist die er für Renesmee empfindet, dann kannst du es wohl am besten verstehen.“ Mein geliebter holte einmal tief Luft und entspannte sich wieder. Selbst ihn brachte Esme mit ihren Worten zur Ruhe. „Aber nun erzähle uns was es neues gibt. Wisst ihr was es mit den Frauen auf sich hat?“, Carlisle, der sich schweigend zurückgehalten hatte reichte Jacob ein Glas Cola. „Wir wissen eigentlich noch nicht viel mehr. Es scheint als seien sie…“, Jake schluckte einmal schwer „Als seien sie missbraucht wurden. Ihre Körper weisen Brüche vor und Blutergüsse. Sie alle haben dieselben Wunden und sind blutleer. Es steht außer Frage dass es Vampire waren, doch die Grausamkeit mit der sie vorgingen ist abstoßend. Man sieht deutlich dass sie nicht schnell getötet wurden, sondern dass sie gelitten haben mussten.“ Betretene Gesichter lauschten Jacob seinen Erzählungen. „Es war kein junger Vampir. Sie haben nicht die Selbstbeherrschung ein Opfer lange genug am Leben zu halten. Selbst erfahrene haben damit ihre Probleme.“, gab Jasper von sich. Er hatte die meiste Erfahrung mit Jungvampiren und war dem Rudel schon öfters eine große Hilfe gewesen. „Ja, das dachten wir uns auch. Derjenige der das getan hat muss eine Menge Beherrschung haben.“ „Glaubt ihr das es einer war oder mehrere?“ Jacob nahm den letzten Schluck aus seinem Glas ehe er antwortete. „Zuerst dachten wir dass es nur einer war, aber so wie es scheint sind es mehr. Die Frauen… Also die Leichen liegen weit auseinander in verschiedenen Ländern. Dennoch hängen die Todesursachen zusammen. Es kann nicht einer allein gewesen sein.“ Was ist mit den Vampiren die euch angegriffen haben?“, Dad hielt meine Mutter fest in seine Armen. Sie sorgte sich genauso um das Rudel wie ich mich sorgte. „Die stellten kein Problem für uns da. Natürlich bekamen wir nicht aus ihnen raus. Wie auch? Die Gefahr sich zu verwandeln um mit ihnen zu sprechen war zu groß also mussten wir sie ohne etwas zu erfahren töten. Eins steht fest, die Frau die wir gefunden hatten, sie hatte großes Glück.“ „Habt ihr da schon mehr erfahren?“, Esme. „Nein. Leah hatte mit ihr geredet, man sollte eher sagen hatte es versucht. Aber die Frau war voller Angst. Natürlich. Gott allein weiß welche Qualen sie erleidein musste. Was die toten Frauen angeht… Also… Naja…Embry ist bei der Polizeiwache eingebrochen und hat Unterlagen mitgenommen. Darin steht das sie etwas gemeinsam hatten. Alle toten Frauen aus einem Staat. Wir haben auch in den anderen Ländern Nachforschungen angestellt und sind auf etwas gestoßen.“, er sah von Mumm zu mir. „Sie waren… Schwanger. In dem Bericht steht geschrieben dass der Leitende Arzt so etwas vorher noch nie gesehen hatte. Die Gebärmutter war bei allen Frauen deutlich verhärtet und die Embryonen waren deformiert. Keiner der Angehörigen wussten von Schwangerschaften.“ „Oh mein Gott.“, fuhr es aus meiner Mutter. „Ist es das was sie versuchen? Sie wollen ein Halbblut?“ Bei den Gedanken daran, dass Vampire wehrlose Frauen angriffen um sie zu schwängern, lief es mir eiskalt den Rücken runter. „Leah hat da so eine Vermutung.“, fuhr Jacob fort, wurde aber von meinem Vater unterbrochen. „Warum sollte er das tun? So unbedacht würde er nicht vorgehen Jacob. Das würde ihm schaden.“ Fragend sah meine Familie Dad an. „Leah… Eigentlich das ganze Rudel geht davon aus, das Aro seine Finger da im Spiel hat.“ „Denkt nur einmal daran, wie er auf Renesmee reagiert hat als er erst begriff dass sie kein unsterbliches Kind ist, sondern halb Mensch halb Vampir. Seine Gier nach ihr war mehr als deutlich.“ „Aro würde seine Opfer nicht so unbedacht liegen lassen…“ „Was wenn doch? Was wenn genau dass sein Plan ist. Überlegt doch mal. Er weiß dass man ihn für schlau und Clever hält. Was wenn er die Frauen mit Absicht der Öffentlichkeit preisgegeben hat um von sich abzulenken?“ Es dauerte nicht lange und meine Familie redete wild durcheinander. Spekulationen wurden aufgestellt und wiederlegt. Jasper glaubte fest daran dass Aro nichts damit zu tun hatte. Er lebte nach den Werten eines Kriegers und konnte sich nicht vorstellen das Aro seine eigenen Regeln so missachten würde. Auch Carlisle konnte sich das nicht vorstellen. Er teilte Jaspers Ansicht, war sich aber nicht hundert Prozent sicher. Mumm hingegen sah es wie Jacob. Sie verachtete Aro und traute ihm diese grausamen Taten zu. Ich hingegen… Ich konnte nur an die Frauen denken und an ihre Qualen. An ihre Ängste.
Der Tag verging schnell und obwohl ich mich dagegen wehrte holte mich die Müdigkeit bald ein. So gerne wäre ich die Nacht wach geblieben, in den Armen meines Liebsten. Doch Schlaf war einer der unwichtigen Dinge die ich nicht vermeiden konnte. Als ich ein Kind war, dachte Carlisle das es zu Ende wäre wenn ich ausgewachsen sein würde. Ich war ausgewachsten und dennoch bauchte ich schlaf. Es war die erste Nacht seit langen Wochen die ich in den warmen Armen von Jacob einschlief, die erste Nacht seit Wochen in der ich seinen Atem auf meiner Haut spüren konnte und das starke Herz schlagen hörte. Die erste Nacht seit langen Wochen in der ich nicht von Albräumen geplagt wurde, sondern friedlich schlief. Ich hatte meine Augen noch geschlossen, da spürte ich die Küsse schon auf meiner Haut. Sie glitten sanft über meinen Bauch. Liebkosten meinen Bauchnabel. „Guten Morgen.“, murmelte ich leise und strich dem Küssenden durchs Haar. „Guten Morgen mein Engel.“, unterbrach Jacob seine Liebkosungen für wenige Sekunden. „Gut geschlafen?“ Ich nickte, meine Augen noch immer geschlossen. Ich genoss noch einen kleinen Moment die sanften Berührungen, ehe Jacob sie unterbrach. „In der Zeit wo du dich duschst, mache ich Frühstück.“ „Du kannst doch mit unter die Dusche kommen.“, bot ich an. „Lieber nicht.“, er zwinkerte mir zu und erhob sich aus dem Bett. Ich versuchte noch nach ihm zu greifen, erreichte ihn aber nicht. Beeil dich wenn du nicht zu spät zur Schule kommen möchtest.“ Lächeln verschwand er aus meinem Zimmer. Schule, dachte ich genervt. Was sollte ich denn da? Es war bloß wieder Zeit die ich verschwendete, die ich nicht mit Jacob verbringen konnte. Eilig krabbelte ich aus meinem Bett und lief zum Kleiderschrank. Ich zog mir einen weinroten Rock heraus, der wenn ich ihn trug meine blasse Haut zum strahlen brachte und wunderschön wehte. Dazu suchte ich mir eine passende enge schwarze Bluse raus und schwarze Unterwäsche. Schnell lief ich ins Badezimmer um aus meinen Schlafsachen zu schlüpfen und sprang unter die Dusche. Ich ließ das heiße Wasser nur kurz über meinen Körper laufen und seifte mich eilig mit meinem Duschgel ein. Das Harre waschen dauerte etwas länger da sich der Schaum nicht so schnell aus meinen langen Harren spülen ließ. Als es endlich geschafft war wickelte ich Körper und Harre in ein Handtuch und putzte mir die Zähne. Ich zog mir Unterwäsche, Rock und Bluse an und föhnte meine Harre. Natürlich lagen meine Locken nicht so wie ich es wollte. Wie sollte es auch anders sein? Ich nahm ein paar Klammern und steckte sie mir leicht nach oben. „Schick.“, lächelte ich mir selbst zu und eilte aus dem Bad in mein Zimmer um mir meine Schuhe anzuziehen. Dann lief ich schnell die Treppe hinunter. Beinahe hätte ich Emmett umgelaufen, der auf den Weg nach oben war. „Vorsicht Gazelle.“, lachte er „Sonst wird noch einer verletzt. Geht’s nicht in die Schule?“ Verwundert sah ich ihn an. „Doch wieso?“ Er tippte mir sanft auf die Nase. „Naja du siehst ja heute so bezaubernd aus. Du strahlst so und dein Outfit schreit nicht gerade nach Schule.“ Ich streckte ihm die Zunge raus, konnte mir aber ein kleines Lachen nicht verkneifen. Um nichts auf der Welt hätte ich mir die Tage mit Jacob kaputt machen lassen. Langsam betrat ich die Küche und beobachtete Jake dabei wie er liebevoll einen Teller mit Erdbeeren schmückte. Nach jeder Beere die er auf dem Teller platzierte guckte er sich sein Werk an und nickte zustimmend. Ich lehnte meinen Kopf an den Türrahmen und sah ihm dabei zu wie er ein Glas mit Mich füllte, den Teller auf den Tisch stellte sich wieder zur Anrichte umdrehte und Müsli in eine Schüssel tat. Er hatte mich bereits gesehen und mir ein bezauberndes Lächeln geschenkt, ließ sich aber nicht aus der Ruhe bringen. Erst als er das Müsli mit Milch bedeckte und es auf den Tisch abgestellt hatte kam er zu mir um mich in die Arme zu schließen. „Hmm.“, seufzte er „Du siehst wunderschön aus.“ Er nahm meine Hand in seine und führte mich zum Tisch. „Iss.“, gab er trocken von sich und setzte sich auf einen Stuhl. „Willst du nichts?“, erkundigte ich mich. Eigentlich aß Jakob immer wenn er die Gelegenheit dazu hatte. „Ich bin voll.“, lächelte er mich an als ich mir den ersten Löffel Müsli in den Mund schob. „Voll?“ Er nickte und das Lächeln wurde breiter. „Ja voll. Voll von Schmetterlingen die sich in meinem Bauch tummeln.“ Es dauerte nicht lange, da schob er sich doch eine Erdbeere in den Mund. Ich warf einen Blick auf die Uhr und musste mit Bedauern feststellen, dass es Zeit wurde zur Schule aufzubrechen. „Wir müssen los.“ „Müssen wir nicht. Iss erst mal auf.“ „Aber…“ „Ich hab andere Pläne für uns und jetzt esse dein Müsli.“ Zwischen zwei Bissen hielt ich meine Neugierte nicht mehr aus. „Was hast du denn für Pläne?“, fragte ich. „Sie werden dir gefallen.“ Sein Lächeln beraubte mich einen kleinen Augenblick meiner Sinne. Ich löffelte gerade den letzten Rest aus der kleinen gelben Schüssel, als er meine Hand nahm und sie sanft über seine Wange gleiten ließ. „Bist du soweit oder möchtest du noch etwas essen?“, er küsste meine Fingerkuppen und legte meine Hand wieder ab. „Ich bin satt.“, murmele ich. Leichtes Kribbeln breitete sich in meinen Fingern aus. Schlich durch meinen Körper. Ruckartig stand Jacob auf und räumte das Geschirr in die Spüle. Er schien es eindeutig eilig zu haben. „Hast du was dagegen wenn ich deine Augen verbinde?“, fragte er während er meinen Stuhl vom Tisch zog, so dass ich aufstehen konnte. „Wieso?“ „Naja wegen der Überraschung.“ „Ich weiß nicht.“, gab ich leise von mir. Nichts zu sehen und mich nur auf meinen Öhr- und Geruchssinn zu verlassen war mir unangenehm. Ich fühlte mich angreifbar. Doch ein Blick in die bittenden Augen meines unschätzbar wertvollen Freundes, wobei das Wort Freund eine Beleidigung darstellte, reichte aus um genug Vertrauen zu schenken. „Na gut.“ Sein Gesicht hellte sich auf und er zog ein schwarzes samtenes Tuch aus seiner Hosentasche. „Du wirst schnell merken wohin es geht. Du wirst es riechen, was nicht weiter schlimm ist, denn du sollst es nur nicht sehen.“Vorsichtig verband er mir die Augen und führte mich durch die Terrassentür ins Freie. Einen Augenblick blieb es still, dann hörte ich ein bekanntes Geräusch und wurde sanft mit einer feuchten Schnauze angestoßen. Ich krabbelte Blind auf Jacob seinen Rücken und krallte mich an seinem Fell fest. Die Endscheidung einen Rock angezogen zu haben bereute ich in dem Augenblick. Wir liefen nicht sehr lange, aber der Wind verriet dass wir schnell liefen. Die Spangen in meinen Harr hatten sich gelöst und meine Locken wehten im Wind. Ich hatte schnell raus an welchem Ort wir uns befanden als ich von Jake seinem Rücken krabbelte. Der Geruch von Wasser war gegenwärtig. Aber da war noch was anderes. Rosen? „Jake?“ „Warte.“, ertönte es nach einer kurzen Zeit. „Okay jetzt.“, er nahm behutsam meine Hand und führte mich ein kleines Stück. „Ich liebe dich. Mehr als mein Leben.“ Vorsichtig öffnete er den Knoten vom Tuch, Als ich es nicht mehr auf meinen Augen spürte öffnete ich sie. Der Anblick von dem, was sich mir ergab verschlug mir den Atem. Es war nicht viel, doch es war so wunderschön. Ein kleiner Pavillon, ganz in weiß stand wenige Meter vom Wasser entfernt, darunter ein weißes Sofa mit einem kleinen Tisch. Rosen standen links und rechts von dem Sofa in goldenen Vasen. Ein kleiner geflochtener Korp stand auf dem Tisch. Am Pavillon waren Windlichter befestigt, die noch nicht angezündet waren. „Es sieht bezaubernd aus. Wie hast du das gemacht?“ „Alice hat das gemacht. Ich wusste nicht wen ich sonst fragen sollte. Sie und Bella haben es in der Nacht gemacht. Gefällt es dir?“ Stumm nickte ich und ging auf das Sofa zu um es mit den Fingerspitzen zu berühren. Ich hatte Angst ich könnte jeden Augenblick aufwachen und mich wieder allein in meinem Zimmer befinden. Mein Blick viel auf den geflochtenen Korp. Ein Umschlag lag darauf. Ich öffnete ihn und zog ein Kärtchen heraus. Meine Kleine. Ich freue mich dass du Glücklich bist. Ich weiß wie sehr du ihn vermisst hast und wie sehr du ihn liebst. Dein Vater und ich, wir wissen dass es keinen besseren für dich geben könnte. Wir lieben dich. „Es ist einfach wunderschön.“ „Du bist wunderschön.“, korrigierte er mich und nahm mir das Kärtchen aus der Hand. Ein kleines Lächeln umspielte seine Lippen als er es las. Behutsam steckte er das Kärtchen wieder in den Umschlag und legte es zurück auf den Korb. „Möchtest du was essen?“, fragte er sichtlich nervös. „Nein, ich habe vor nicht mal einer halben Stunde gegessen Jake.“, lachte ich auf. „Stimmt. Hab ich vergessen. Vielleicht was zu trinken?“ Ich schüttelte den Kopf und nahm auf dem weißen Sofa Platz. Kleine Kristalle tanzten auf der Wasseroberfläche als sich sie Sonne in den flachen Wellen brach. Eine Enten Familie schwamm langsam und gemütlich über den See und irgendwo in der Ferne hörte man Hufen durch den Wald traben. Ich lehnte mich zurück und schloss meine Augen um mich zu endspannen und die Wärme die in der Luft lag zu genießen. Als ich Jacob seine Hände an meinen Knien spürte öffnete ich sie wieder. „Ich hab was für dich.“, murmelte er und hielt mir eine kleine Schachtel hin. Sofort setzte mein Herz für einen Moment aus. Mit zitternden Fingern nahm ich die Schatulle an mich und drehte sie. Blaues Samt umschloss sie. „Mach auf.“, bat er. Seine Augen leuchteten vor Erwartung. Langsam ließ ich den Deckel aufschnappen und musste grinsen als ich den Inhalt sah. „Damit du es immer bei dir hast wenn ich weg bin.“ Er nahm mir die Schatulle aus den Händen und holte den blutroten Herzkristall der darin lag heraus. Er glitzerte und warf rote funken auf meine blasse Haut. „Danke.“, flüsterte ich „Vielen Dank Jacob.“ Langsam beugte ich mich zu ihm vor um meine Hand in seinen Nacken zu legen. Sofort kam er mir entgegen. Der Kuss war zärtlich und leicht, liebevoll. Vorsichtig legte Jake seine Hände wieder an meine Knie und streichelte diese, bis er seine Finger langsam meine Oberschenkel hinauf wandern ließ. Ich verstärkte den Druck unserer Lippen, zog seinen Kopf noch fester an mich heran, bis ihm ein seufzen entfuhr. Ohne Vorwarnung griff er nach meiner Hüfte und zog mich hoch. Mit einer schnellen und kaum wahrzunehmenden Bewegung wechselte er unsere Position. Nun war er es der auf dem Sofa saß, mit dem Rücken an den weichen Stoff gelehnt und die Augen geschlossen haltend. Ich saß auf seinen Knien, die Arme um seinen Hals geschlungen die Hände in seine Harre greifend. Wieder berührte er sanft meine nackten Oberschenkel, streichelte sie vorsichtig. Ich fuhr mir den Fingern über seine Harre, seine Brust hinab um unter sei Shirt zu fassen. Seine Berührungen hielten kurz inne und er zog sich das Shirt über den Kopf. Man konnte deutlich das schlagende Herz erkennen, wie es sich mit schnellen Bewegungen unter seiner Haut abzeichnete. Mein Herz, dachte ich voller Wonne und Küsste die Stelle unter der es nur für mich schlug. Mit zitternden Fingern öffnete er die Knöpfe meiner Bluse, einen nah dem anderen. Sein Atem begann stoßweise aus seiner Kehle zu brechen. Langsam strich er den schwarzen Stoff von meiner Haut und küsste mein Schlüsselbein. Er legte seine Hände in meinen Nacken und zog mich fest an sich heran. Seine Wärme schoss durch meinen Körper und erhitze mich. Für mich war es ganz klar was ich wollte, was wir wollten. „Schlaf mit mir.“, flüsterte ich in sein Ohr und die Wärme die ich ohnehin schon spürte schien mein Gesicht zu verbrennen. Er antworte nicht mit Worten, sondern mit Gesten. So vorsichtig als könnte er mich verletzten hob er mich von seinem Schoss hoch und legte mich auf das Sofa um sich über mir abzustützen. Sein Gesicht war in ein wunderschönes dunkles rot eingefärbt und seine Augen strahlten unendlich viel Liebe aus. Behutsam zog er mir den Rock über die Beine, legte ihn auf dem Boden ab und küsste meine Oberschenkel. Ich hörte wie sie die Schnalle an seinem Gürtel öffnete, dann das leise Geräusch von Stoff der an der Haut reibt. Jacob begann meinen Bauch zu küssen, liebevoll umkreiste er meinen Bauchnabel und wanderte nach oben zu meinem Gesicht. Er sah mir prüfend in die Augen, doch ich hatte keinen Funken Zweifel in meinen Gedanken. Seine Finger glitten meine Brust hinab und hinterließen heiße Spuren auf meiner Haut. Ich hob mein Becken an und er entledigte mich meiner Unterwäsche. „Ich liebe dich.“, hauchte er, seinen Blick fest auf meine Augen gerichtet. „Ich liebe dich mehr als alles andere. Ich werde dich immer lieben Renesmee, jeden Tag meines Lebens und darüber hinaus. Du bist alles, was es gibt. Alles wofür es wert ist zu leben. Ich werde dich nie allein lassen. Niemals, dass verspreche ich.“ Ich fühlte wie Tränen aus meinen Augen rollten, Tränen aus Rührung und Überwältigung. Ich war dieser Mächtigen Gefühle nicht Herr. Mit einer kleinen Bewegung wischte er sie weg und Küsste mein Lied. Ich legte meine Hände an seine Hüfte und presste ihn eng an mich. Gierig nach seiner Wärme.


„Du hast nicht gelogen.“, murmelte ich „Du hast versprochen mich nie zu verlassen, und das hast du auch nicht getan.“ Jacob presste sein kleines schwarzes Köpfchen in meine Handfläche. Schnurren zeigte mir sein Wohlbefinden. „Was hast du nur alles auf dich genommen mein Schatz? Wie sehr hast du gelitten nur um bei mir zu sein?“ Ich hob ihn an und küsste seine Nase. „Ich werde alles in meiner Macht stehende unternehmen um dich wieder zu dem zu machen was du sein solltest. Ich werde dich wieder zu einem Mann machen und wenn ich dafür bis ans Ende der Welt gehen müsste um eine Heilerin zu finden die dazu in der Lage ist.“ Leichtes Klopfen ließ mich aufblicken „Ja?“ Meine Mutter steckte ihren Kopf durch den Türspalt, doch auch Emmett und Alice konnte ich sehen. „Können wir rein kommen?“ Ich nickte und sie traten durch die Tür. Emmett hatte einen endschuldigenden Gesichtsausdruck. „Ich wollt… Also Lilli hat mir ganz schön Zunder gegeben weil ich dir weh getan hab.“, fing Emmett an und ich bemerkte erst das mit dem Kater sprach als er über das Fell strich. „Es tut mir leid Alter. Ich wäre nicht immer so gemein gewesen wenn ich gewusst hätte dass du in dem Tier steckst. Aber wer sollte denn auch auf die Idee kommen? Ich ein du warst ein riesen Wolf und jetzt bist du…“ „Emmett, wir haben begriffen was du sagen wolltest.“, unterbrach Alice ihn. Lächelnd setzte sie sich neben mich auf Bett. „Darf ich?“, fragte sie und streckte die Arme nach Jacob aus. Nie zuvor hatte ich gesehen dass einer aus meiner Familie das Tier beachtete. Sie ignorierten es oder taten es wie Emmett und ärgerten es auf irgendeine Weise. Ich reichte ihr meinen geliebten und sie drückte ihn sanft an sich. „Willkommen zu Hause Jacob. Es ist zwar komisch, eine verrückte Situation, aber lieber hab ich dich so in meiner Nähe als gar nicht.“, flüsterte sie dem Tier ins Ohr. Mumm fing ebenfalls an das dunkle Fell zu streicheln und lächelte dabei. „Willkommen.“, liebevoll legte sie ihre Lippen an seinen Kopf und küsste ihn. „Alles wird gut Jacob. Wir schaffen das.“ Erneutet klopfen erklang und der Rest meiner Familie betrat mein Zimmer. Die Gesichter aller waren aufgehellt und immer wieder fasste einer Jacob an um ihm zu bestätigen dass alles gut werden würde.

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10. Der Anfang vom Ende

Beitrag  Gast am Fr 16 Apr 2010, 18:14

*Jacobs Sicht*

Dieser verlogene Heuchler, dachte ich voller Zorn. Wie konnte Edward nur so dumm sein und auf das Gerede reinfallen. Sogar Rose und Alice erkennen dass es nur eine weitere Täuschung ist um uns bei geringster Gelegenheit erneut anzugreifen. Noch nie hatte ich so viel Hass in den Augen der Blonden Vampirfrau gesehen wie in dem Moment, da Aro versuchte seine kalte und ohnehin schon tote Haut zu retten. „Edward, er wird es wieder tun.“, knurrte sie und Alice nicke hart und fest mit ihrem kleinen Kopf. Es ist unglaublich wie sie in der Lage ist so zu kämpfen. Sie wirkt so klein und zierlich und dennoch ist sie so stark und unangreifbar durch ihre Gabe. Ich ließ meinen Blick zu meiner geliebten Renesmee gleiten. Sie hielt sich die linkte Hand an den Hals, etwas Blut lief aus einer kleinen Mondsichel. Sie war verletzt. Ihre Hose war an einer Stelle zerrissen und ihr Shirt bestand auch nur noch aus fetzen. Ich konnte deutlich erkennen wie schnell ihr Herz unter der Brust raste. Ich sah auf Embry, an seinem Fell direkt hinter Ohr war eine große Stelle, an der das Fell mit Blut beschmiert war, auch ihn hatten sie stark erwischt. Wieder blickte ich zu meiner wundervollen Freundin, zu meinem Leben, meinem Glück, meinem Alles. Kleine Tränen liefen ihr über die Wangen. Für sie war es in den letzten Wochen mehr als schwer gewesen. Erst der Verlust ihrer Mutter, der Gedanke ob wie wiederkommen würde und nun auch noch dieser schreckliche Kampf. Wut, Wut die mich von innen her aufzufressen schien machte sich in mir breit, drückte von innen gegen meinen Körper. Ich lass nicht zu das Aro das noch einmal tut, dachte ich. Ich werde nicht zulassen dass er auch nur daran denken kann. Ich hörte noch wie Edward meinen Namen rief, doch meine Sicht war getrübt. Wie besessen stürzte ich mich in die Menge der Vampire und biss um mich in der Hoffnung sie zu vertreiben um an mein Hauptziel zu gelangen. Aro. Wir helfen dir Jake, hörte ich die Stimmen meiner Brüder. Ich sah wie Quil einen Vampir packte der im Begriff war auf mich zu zuspringen. Nur wenige Meter trennten mich von dem Wesen, das meiner Familie, meiner neuen Familie zu drohen gewagt hatte. Gerade als ich den letzten Sprung machen wollte, kreuzte eine zierliche Vampirin meinen Weg. Sie sah aus wie Alice, nur hatte sie blondes Haar und rote Augen. Ich konnte nicht so schnell reagieren, wie sie auf meine Schultern sprang und ihre langen Fingern in mein Fleisch grub. Ich unterdrückte ein Winseln und versuchte sie abzuwerfen, doch dann durchlief mich ein Schmerz, den ich zuvor nie gespürt hatte. Feuer verbrannte mich von innen, stieg in mir auf. Ich stieß ein lauten Jaulen aus, versuchte krampfhaft gegen den Schmerz anzukämpfen doch er war so mächtig dass ich glaubte verrückt zu werden. Sie hat mich gebissen, schoss es mir sofort in den Kopf. Kein anderer Schmerz hätte sonst so mächtig sein können. Meine Sicht trübte sich, und ich spürte wie ich den Boden unter den Pfoten verlor. Immer wieder versuchte ich erneut meinen Körper hochzuwuchten, doch es gelang mir nicht. Unter Schmerzen blieb ich auf dem Boden liegen. Ich schmeckte Blut in meinem Maul. „Jake hey. Komm steh auf.“, hörte ich Renesmee sagen, doch es klang als wäre sie weit entfernt. „…Verwandel dich zurück. Carlisle komm schnell. Hilf mir.“ Ich spürte plötzlich einen leichten druck in meinem Kopf, und der Schmerz wurde einen Augenblick besser. Er war nicht weg, doch er wurde… erträglich. „Jacob du musst dich endspannen, nur dann kann ich sehen wo du verletzt bist.“, Carlisle war gekommen. So viele Male hatte er schon meine Knochen gerichtet, mir wunden verarztet, doch dieses Mal würde auch er, mein Wunderheiler mich nicht retten können. Ich werde sterben, dachte ich immer wieder. Ich werde sterben. Der Gedanke daran, dass ich für eine gute Sache starb machte es etwas erträglicher. Ich öffnete meine Augen und sah SIE. Langsam endspannte ich mich, ich wollte nicht als Wolf vor ihr sterben, ich wollte ihr sagen dass ich sie liebe, dass ich sie immer geliebt hatte. Ich spürte wie sich der Wolf immer mehr von mir entfernte und ich mich zu meiner menschlichen Gestalt verwandelte. Sofort bereute ich die Idee. Die Schmerzen waren als Mensch noch viel unerträglicher als in Wolfsform. „Es tut weh. Es frisst mich auf.“, stieß ich hervor. Ich musste mich zusammenreißen um nicht zu schreien. Durchgehend sah ich auf Renesmee, doch immer wieder verlor ich den Blick auf mein Licht. Ich hörte ihre leise Stimme wie sie mich anflehte die Augen zu öffnen. Hatte ich sie geschlossen? Nur mit Mühe bekam ich sie wieder auf. „Jacob wenn du mich alleine lässt, werde ich dir das nie verzeihen. Ich brauche dich, ohne dich bin ich nichts.“ Du bist alles mein Engel, alles und noch mehr. Du warst es schon immer. Ich öffnete erneut meine Augen, die wieder zugefallen waren und versuchte zu sprechen. „Heirate mich.“, brachte ich über meine trockenen Lippen und die Luft die dabei meine Lungen verließ würgte mich. „Was? Was hast du gesagt mein Liebster?“, Renesmee beugte sich über mich und legte ihr Ohr an meine Lippen. Sie hatte mich nicht verstanden. Wieso konnte sie mich nicht hören? Meine Worte schallten in meinem Kopf immer noch nach. „Werde meine Frau.“ „Ja werde ich, so bald du wieder zu Kräften kommst.“ Nein, nein das ging nicht. Es muss jetzt geschehen ich werde nicht mehr zu Kräften kommen. Ich versuchte erneut Worte raus zu bekommen, doch reichte meine Kraft dafür nicht aus. Mühsam schüttelte ich mit meinem Kopf. „Jetzt Nessie.“

Ich sah wie Emmett sich mir gegenüber setzte, doch ich beachtete nur meine wundervolle Freundin. Einen Augenblick betäubte meine Liebe zu ihr den Schmerz der immer stärker wurde. Er hatte inzwischen jeden Millimeter meines Körpers eingenommen. „Ich will.“, sagte sie. Ich hatte nicht gehört was Emmett gesagt hatte, doch ich wusste wofür die Antwort stand. Sie hatte ich will gesagt. Zu mir. Ich versuchte genau auf Emmett seine Worte zu lauschen, doch es erreichten mich nur kleine Brocken von dem was er Fragte. Als sich seine Lippen nicht mehr bewegten, versuchte ich mich auf nichts anderes als auf meine Antwort zu konzentrieren. Ich ballte meine Hand zur Faust und hob die andere um sie Nessie an die Wange zu legen. „Ich will.“ Beim sprechen fühlte es sich an, als würde meine kehle unter dem Druck brechen. Nessie lehnte sich zu mir hinab und küsste mich sanft. Ihre kühlen Fingerspitzen berührten meine Schläfen. „Ich liebe dich Jacob Black.“ Eine ihrer Tränen viel auf mich nieder und rollte meine Wange hinab. Mein Herz schien zu explodiere, es wurde immer schneller, und der Schmerz immer stärker. Noch nicht, dachte ich. Nicht bevor ich es gesagt habe. Ich nahm all meine letzten Reserven zusammen um ihr meine Liebe zu gestehen um sie mit ihrem neuen rechtmäßigen Namen ansprechen zu können. „Ich…ich…liebe dich...auch Miss…Black.“ Es war das schönste aller Gefühle die ich je erleben durfte, es machte mich glücklicher als alles andere auch wenn ich wusste das es das letzte Mal sein würde dass ich sie sah. Ich fühlte mich frei und ruhig, das Rasen meines Herzens nahm noch immer zu, doch der Schmerz war verschwunden. Ein letztes Mal hörte ich das rauschen meiner Lungen in meinen Ohren, ein letztes Mal sah ich meine Frau an….Dann…Stille. Da war nichts, kein Licht an einem Tunnelende, keine Engel die dir den Weg weisen, kein Gesang vom göttlichen Chor. Nur Stille. Dunkelheit. Angst.

Stunden?
Tage?
Wochen?
Monate?
Jahre?

Ich wusste nicht wie lange ich mich in der Dunkelheit befand, doch als endlich grelles Licht auf mich hernieder schien, endspannte sich mein Körper. „Willkommen.“, hörte ich eine Stimme, so lieblich und Rein wie nichts anderes auf der Welt. Sie kam aus dem Licht das mich magisch anzog. „Wo bin ich?“ „Du bist ein besonderer Nachfahre Jacob. Was glaubst du wo du bist?“ Also war es wahr. Alles war wahr. Jede noch so kleine Legende, jeder noch so unrealistische Mythus stimmte. Taha Akis Reich, es gab es wirklich. Das Reich voller Liebe und Hoffnung. Nie mehr schmerzen, nie mehr Leid…Nie mehr Liebe…Liebe…Renesmee…NIE MEHR. „Komm mit mir Jacob. Komm und sehe neue Möglichkeiten.“, die melodische Stimme kam näher und wurde lauter. „Ich kann nicht. Ich will nicht. Bitte. Bitte lass mir noch etwas Zeit auf Erden.“ „Jacob, das ist nicht möglich. Dein Körper ist tot. Sie, die Nachfahren des großen Taha Aki haben dich frei gegeben. Du kannst nicht in deinen Körper zurück.“ „Ich kann aber auch nicht mit dir gehen. Ich habe es ihr versprochen. Verstehst du nicht? Ich sagte ich würde sie nie allein lassen. Gibt es keine Möglichkeit? Ich tu alles.“ „Jacob, wie soll das gehen? Wie soll ich dich gehen lassen? Hüllenlos. Sie, die, die dein Herz gestohlen hat wird Zerstreuung finden.“ „Ich habe es versprochen. Lass mich gehen.“, meine Stimme wurde flehend. „Wie? Wie willst du wandeln auf Erden ohne einen Körper der dich schütz vor Schmerzen? Wie willst du existieren? Du wirst zu Grunde gehen und verdammt werden.“ „Das ist mir egal. Ich will zurück zu ihr. Wenn es Verdammnis ist, die mich anschließend erwartet, werde ich das in Kauf nehmen solange ich bei ihr sein kann.“ „Du dummer Narr. Wie willst du überleben? Willst du als Seele umher streifen und sie beobachten? Sie wird dich nicht sehen können, nicht hören, nicht riechen. Sie wird nicht wissen dass du da bist. Wieso also willst du das in Kauf nehmen?“ „Weil sie alles ist. Sie ist mein Universum und ich gehöre zu ihr.“ „Du bist tot Jacob. Du gehört ins Reich und nicht auf die Erde um bei einem Wesen zu leben, das es nicht mal geben dürfte.“, nun war die Stimme, die aus dem Licht kam nicht mehr sanft und weich. Sie wurde hart und verhasst. „Dein Herz hat aufgehört zu schlagen, weil du für eine falsche Sache gekämpft hast. Und trotzdem willst du zurück und schmerzen erleiden? Du dummer Narr.“ „Mein Herz hat nicht aufgehört zu schlagen.“, schrie ich ins Licht. „Es schlägt noch immer in ihrer Brust. Solange sie lebt, lebe ich, solange sie mich liebt, lebe ich, solange sie meinen Namen denkt, lebe ich. Ich bin erst dann Hüllenlos und tot, wenn sie mich nicht mehr liebt, wenn sie mich vergessen hat, wenn…“ „Sei still Jacob Black… Du willst zurück? Du willst ohne Körper zurück auf die Erde um bei diesem Halbblut zu sein solange bis sie dich nicht mehr will? Solange bis sie dich vergessen hat? Warum? Aus Liebe?“ Ich schluckte einmal schwer. „Ja. Ja aus Liebe. Ich liebe sie mehr als alles. Ich würde alles tun um bei ihr zu sein und wenn das bedeutet schmerzen zu haben, werde ich sie in Kauf nehmen.“ „Gut. Du hast eine Chance. Sobald sie dich vergisst, werde ich dich zurück holen, und dann für immer. Du darfst ihr keine Zeichen geben. Sollte sie allein darauf kommen, dieses Halbblut, dann ist es so. Doch dir ist es verboten. Ich behalte dich und das Halbblut im Auge Jacob Black.“ Ich durfte gehen, ich durfte zurück zu ihr um sie zu sehen. Mehr wollte ich nicht, ich wollte einfach nur bei ihr sein. „Danke. Vielen Dank.“ „Bedanke dich nicht du Narr, du wird dir wünschen dass du nie auf die Idee gekommen wärst ohne schützende Hülle zurück zu kehren, doch ich bin machtlos. Gegen wahre Liebe komm ich nicht an. Das was du für dieses Wesen fühlst, ist mehr als jemals gefühlt worden ist. Mehr als jemand sonst im Stande ist zu fühlen. Du dummer Narr…“ Ich wollte noch etwas sagen, doch ich war nicht im Stande dazu. Erneut legte sich Dunkelheit über mich, und zog mich mit sich. Wieder überfluteten mich Schmerzen, wieder verbrannte ich bei „lebendigen Leib“ bis ein dumpfer Aufprall mich bewusstlos machte. ´

Schwerfällig öffnete ich meine Augen. Grelles Licht erschwerte mir die Sicht. Ich blinzelte einige Male, bevor ich meine Augen offen halten konnte und durch die Baumkronen über mir blicke konnte. Ein Vogel, gar nicht weit entfernt sang ein Lied und ein Fluss ebenfalls ganz in meiner Nähe rauschte. Ich stand auf, versuchte es zumindest, doch die Schmerzen in meinen Gliedern erschwerten mir mein Handeln. Die Gegend war mir bekannt, ich kannte die Bäume um mich herum, kannte das Laub auf dem ich lag und den Geruch des Salzes, der in der Luft lag. Verunsichert hob ich meine Hände um sie zu betrachten. Bleich und schmutzig waren sie, Blut klebte unter den Nägeln. Vorsichtig setzte ich ein Bein vor das andere und viel sogleich wieder zu Boden. „Verdammt.“, stöhnte ich unter Schmerzen. Erneut versuchte ich mich aufzurichten und einen Schritt zu machen. „Vorsichtig Jacob, ganz vorsichtig.“, redete ich mir selbst gut zu. Ich stützte mich an einem Baum und streckte meine Glieder. Der Schmerz war unerträglich, nicht zu vergleichen mit dem, den ich nach dem Biss gespürt hatte, aber auch nicht gerade besser. Ich stieß mich von dem Baum ab und ging einen schmalen Weg entlang, den ich in meinem Leben hunderte Male gegangen war. Jeder Schritt brannte in mir, es fühlte sich an als würde ich auf Rasierklingen laufen, die sich in mein Fleisch schnitten. Fühlen sich so gefallene Engel? Ausgestoßen von Gottes Hand? Nein. Ich war kein gefallener Engel, ich wollte dieses tote Leben. Ich wollte die Schmerzen um bei ihr zu sein. Ich wusste nicht wie lange ich schon tot war, wie viel Zeit bereits vergangen war. Mein innerer Impuls zog mich nach La Push. In langsamen, mühsamen Schritten ging ich immer weiter, bis ich endlich im Reservat angekommen war. Eine rosa Blühte wehte an mir vorbei. Sie tanzte im Wind, verloren wie ich. „Sam.“, rief ich seinen Namen. Ich sah ihn vor seinem Haus stehen. Er hielt ein Telefon in den Händen. „Sam ich bin es.“ Ich versuchte schneller zu laufen, und nur unter enormer Anstrengung gelang es mir. Nur wenige Meter von ihm entfernt hielt ich an. Er sah mich nicht. „Ich hoffe es auch Edward.“, hörte ich Sam sagen. Edward? Er telefonierte mit Edward? „Nein, Leah und die anderen ertragen den Schmerz noch nicht. Sie verwandeln sich nicht.“, Sam ging in langsamen Schritten auf mich zu. Er machte keine Anstalten stehen zu bleiben. Sein Gesicht lag voller Trauer und sorge. „Wie geht es Renesmee? Emily macht sich große Sorgen.“ Renesmee? Was war mit ihr? Ist ihr was geschehen? Ich versuchte mich anzustrengen um Edward seine Stimme zu hören, doch es gelang mir nicht. „Verständlich. Gib ihr Zeit Edward. Die Trauer wird vergehen.“ Sam hatte mich erreicht, nur noch ein Schritt würde ausreichen und er würde mich berühren, dachte ich. Doch was geschah, damit hatte ich nicht gerechnet. Er ging durch mich hindurch, er spürte mich nicht einmal. „Gut Edward. Ich werde mich in den nächsten Tagen noch einmal bei dir melden. Ja mach ich. Sage Nessie sie ist hier jeder Zeit willkommen. Tschüss.“, Sam ließ seinen Arm sinken und schloss die Augen. „Oh Jacob, wie konntest du nur so leichtsinnig sein?“, zuerst glaubte ich er würde mit mir sprechen, doch ich merkte schnell das es Worte waren sie an niemanden gerichtet waren. Träge ging Sam ins Haus. Ich wollte ihm folgen, doch der irgendetwas hinderte mich daran, die Schwelle zu übertreten. Ich versuchte es ein zweites Mal, doch wieder war es als würde mich ein unsichtbaren Band festhalten. Ich ließ mich auf den Stufen vor dem Haus nieder und überlegte was ich tun sollte. Die Schmerzen die mich durchgehend begleiteten wurden erträglicher. Ich gewöhnte mich daran. Eins stand für mich fest. Renesmee befand sich nicht in Forks. Wahrscheinlich waren sie alle zurück nach Alaska gegangen. Der Weg dorthin würde mühsam und schwer werden unter den gegebene Umständen, dachte ich. Doch welche Wahl bleibt mir wenn ich sie sehen möchte?

Tage vergingen, nicht sehr viele doch es erschien mir wie Jahre. Ich wurde fast verrückt durch den mich ständig begleiteten Schmerz. Und dann sah ich ihn. Schwach und Krank lag er am Rande des Weges. Er war schön, sein Fell glänzte und war pechschwarz. Ich trat an ihn heran und kniete mich neben ihn. Als ob er mich sehen könnte, blickten mich seine grünen Augen fest an. „Du armes Kerlchen.“, flüsterte ich und legte aus Reflex, vermutlich weil ich es als lebender Mensch auch getan hätte, eine Hand auf sein verfilztes Fell. Ich war überrascht, dass meine Finger nicht einfach durch ihn hindurch glitten. Viele Male hatte ich versucht Sam oder einen anderen im Reservat zu berühren, doch nicht ein einziges Mal gelang es mir und nun lag meine Hand auf dem kleinen fast toten Tier. „Ich kann dir helfen.“, flüsterte ich, obwohl mich ohnehin niemand hören konnte. Mir kam der Gedanke, dass ich eins mit dem Tier werden könnte. Der Kater musste nicht sterben und ich musste nicht Hüllenlos sein. „Ich werde dir helfen. Du musst nicht sterben. Ich helfe dir und dafür lässt du mich bei dir bleiben.“ Ich legte auch noch meine andere Hand auf den zerbrechlichen Leib und schloss meine Augen. Ich wusste nicht wie ich es anstellen sollte, wie ich mich und das Tier vereinen konnte, also konzentrierte ich mich auf das einzige was ich in meinem Kopf hatte. Renesmee. Nur sie befand sich in meinem Inneren. Nur sie. Glück durchflutete mich. Glück und Liebe. Liebe und Geborgenheit. Ruhe. Unendlich viel Ruhe legte sich über mich. Die Schmerzen verschwanden. Kein Brennen mehr, keine Rasierklingen die sich in meine Füße schnitten. Ich hörte das erste Mal seit ich wieder auf Erden war, meine Lungen. Wie sie sich beim Ein- und Ausatmen aufblähten. Ich spürte das schnelle und kräftige pulsieren, dass mein Herz in meiner Brust veranstaltete. Nicht ganz so cool wie ein Wolf aber immerhin, dachte ich. Es glich dem Gefühl des Fliegens, als ich mich auf die Pfoten stellte. Siehst du mein kleiner Freund, ich sag doch du musst nicht sterben. Ich eilte, so schnell es mit den kleinen Beinchen ging ins Reservat. So musste Sam mich einfach wahr nehmen. Sobald er sich verwandeln würde, müsste er mich hören, dachte ich voller Freude. Natürlich kam es nicht so. Wie ein von Parasiten besetzter Streuner schlich ich im Reservat herum. Sam war mehr als genervt von meiner, von der Anwesenheit des Katers. Emily, die gütige und liebe Emily hatte mehr Mitleid mit mir. Immer wieder stellte sie mir eine kleine Schale mit Essen oder Milch vor die Tür. Ich war ihr mehr als dankbar, durch die Nahrung kam ich zu Kräften, wurde schneller und agiler. Weitere Wochen vergingen, weitere Wochen in denen ich mich immer mehr nach Renesmee sehnte. Ich wollte mich gerade auf den Weg nach Alaska machen, als ich eine mir vertraute Stimme hörte. Ich richtete mein Augenmerk auf die Straße und die Kinder, die vergnügt mit ihren Bällen spielten, als ich Quil sah. Er ging in eiligen Schritten über den Rasen, direkt auf Clair ´s Hütte zu. Eilig lief ich auf ich zu, umkreiste seine Beine. Quil, wie sollte es auch anders sein, schupste mich beiseite. „Verschwinde du Flobeutel.“, schimpfte er mich. Ich ließ mich nicht beirren, jeden Tag sobald Quil das Haus verließ schlich ich um ihn herum. Er trat nach mir und ich flog ein Stück von ihm weg um mit einem harten Aufprall auf dem Rasen zu landen. Es tat weh, doch ich ließ mich nicht abhalten weiter um ihn herum zu Streunern. Erfolgslos. Ich lag gerade vor Claire Haustür, als ein blauer Wagen die Straße entlang fuhr. Ruckartig wurde die Tür aufgerissen und Quil lief den Weg entlang. „Da seid ihr ja.“, rief er und öffnete die Fahrertür um sich eine schöne dunkelhäutige Frau an die Brust zu ziehen. Ihr Haar fiel ihr gerade so auf die Schulter und sie war schlank. „Nicht so fest.“, beschwerte sich die junge Frau und anhand ihrer Stimme erkannte ich sie. Leah? Dachte ich. Was war mit ihr geschehen? Sie hatte sich verändert, war älter geworden. Als sich die Beifahrer Tür öffnete, ereilte mich sogleich der nächste Tiefschlag. Seth, groß und muskulös stand er da. Sein Gesicht ernst und kontrolliert. Auch er war gealtert. Mir wurde klar, warum ich sie nicht hören könnte, warum sie mich nicht hören konnten. Sie waren seit meinem Fortgehen keine Wölfe mehr gewesen. „Wie war die Fahrt?“, erkundigte sich Quil und schlang seine Arme um Seth seinen Körper. „Wie eine Fahrt nach La Push eben ist.“, antwortete Seth unfreundlich und schüttelte Quil seine Umarmung lässig ab. „Was hat Sam mit uns zu besprechen? Warum sollten wir her kommen?“ Auch Leahs Stimme war alles andere als höfflich. Was war denn nur mit ihnen los? Ich beschloss sie erst einmal aus sicherer Entfernung zu beobachten um mir nicht gleich den nächsten tritt einzufangen. Seth war wie ausgewechselt, seine Miene war ernst und düster. Er lachte nicht einmal bei der Begrüßung der anderen und auch Leah hielt sich mit Nettigkeiten sehr zurück. „Also Sam?“, Leah beäugte ihn streng. „Was willst du von mir und meinem Bruder?“ Seth stand kerzengerade neben ihr, es sah aus als sei er ihre Leibwache. „Leah, wir machen uns Sorgen um dich und deinen Bruder. Wir wollen dass ihr wieder nach La Push kommt.“, begann Sam und seine Gesicht lag voller Ehrlichkeit. „Seht euch doch an. Nichts ist mehr in euch von dem was ihr mal gewesen wart. Wo ist der Wolf geblieben?“ Ein verächtliches Schnauben trat aus Seth seiner Kehle, was Leah mit einem trotzende Blick unterstützte. „Quil verwandelt sich ebenfalls nicht.“, brachte sie trocken als Antwort rüber. „Quil hat Claire.“ „Wir haben uns.“, sagte Leah etwas lauter und deutete auf ihren Bruder, der seine Hände zu Fäusten geballt hatte. Ich wunderte mich über Seth seine Reaktion, war ich es von Leah hingegen gewohnt dass sie impulsiv reagierte, so war Seth immer der gewesen der schlichten wollte. „Ihr könnt euch nicht dagegen wehren Leah. Tut das wozu ihr bestimmt seid. Kommt zu mir ins Rudel.“ Bevor Leah antworten konnte richtete Seth bereits seine Worte laut und voller Zorn gegen Sam „Das ist es also? Deswegen sollten wir hier her kommen? Gott Sam du bist so erbärmlich wenn du glaubst wir würden wieder zu deinem Rudel kommen. Ich hätte es mir denken können. Du warst von Anfang an dagegen dass es zwei Rudel gab. Wahrscheinlich kam es dir nur Recht dass Jake weg ist.“ „Seth jetzt komm mal wieder runter.“, schrie Paul ihn an und trat ans Sams Seite. „Was soll ich? Runter kommen? Hat die Klappe Paul du bist doch nichts weiter als Sams persönlicher Speichellecker.“ Seth sein Körper begann bereits zu zittern und Leah versuchte sanft auf ihn einzureden. „Seth komm schon. Wir fahren einfach und lassen dass alles hinter uns.“ „Was würde Renesmee sagen wenn sie dich so sehen würde Seth? Meinst du ihr würde das gefallen? Oder helfen? Und Jake? Glaubst du dein Verhalten würde ihn stolz machen? Du benimmst dich wie ein Idiot.“ Dass Paul auch nie den Mund halten kann, dachte ich. Seth sein Körper bebte immer stärker, er schien ineinander zu verschwimmen. Meine Chance dachte ich und lief bereits einige Schritte auf ihn zu „Wage es nicht über Jacob zu reden.“, knurrte Seth. „Hey komm schon. Seth beruhige dich… Seth… Scheiße!“, Leah machte einen weiten Satz nach hinten als Seth direkt neben ihr platzte. Sofort blieb ich wieder stehen. Ich musste diesen riesigen Wolf einfach ansehen. Er war unglaublich schön, groß und stark. Er war größer als ich es als Wolf war. Wow, dachte ich. Seth knurrte aus tiefer Brust, ich konnte es unter meinen Pfoten spüren wie die Erde dadurch bebte. Ich reiß dich in Stückte, dachte Seth voll Wut. Dachte? Ich konnte ihn hören, schoss es mir durch den Kopf. Ohne darüber nachzudenken ob er mich auch hören konnte lief ich in seine Richtung. Im Augenwinkel sah ich wie auch Paul sich bereits in einen Wolf verwandelt hatte und in Begriff war auf Seth zu zustürmen. Seth… Seth… Immer wieder dachte ich an seinen Namen, bis er mich endlich ansah. Ich blieb direkt vor ihm stehen und schrie seinen Namen geradezu in meinen Kopf. Jake? Oh nein ich werde bescheuert. Ich wusste ich hätte mich nicht verwandeln dürfen, dachte er und ich konnte mir ein innerliches Lachen nicht verkneifen. Seth ich bin es. Du bist nicht bescheuert. Oh mein Gott ich kann es nicht glauben dass du mich hörst. Was ist mir dir und Leah geschehen? Was ist mir dir geschehen? Seth senkte seinen riesen Kopf und die voller Trauer seiner Augen traf mich. Winseln trat aus seiner Brust. Es ist alles irgendwie anders seit dem du weg bist. Leah erträgt die schmerzen nicht als Wolf und ich will bei ihr bleiben. Ich trat noch einen kleinen Schritt näher an Seth heran und konnte dabei die erstaunten Gesichter der anderen beobachten. Sam hatte seine Augen weit aufgerissen, als würde er jeden Moment damit rechnen, dass Seth mich frisst. Seth? Du musst es ihnen sagen. Seth nickte leicht und versuchte seine Gedanken zu kontrollieren um sich zu beruhigen. Es dauerte ein Weilchen und Sam, sowie Leah war es deutlich anzusehen dass sie nervös über die Situation wurden. Langsam und nur unter Mühe verwandelte Seth sich zurück. „Seth? Ist alles in Ordnung?“, vorsichtig trat Leah an die Seite ihren Bruders und reichte ihm ihre Jacke, damit er sich etwas um die Hüfte legen konnte. „Er ist es.“, stotterte Seth benommen. „Er lebt… er ist da… Er…“ „Wer lebt? Seth was redest du da?“ Langsam drehte er sich zu seiner Schwester um und eine Träne lief seine Wange hinab. „Jacob.“, flüsterte er, doch mein Name war so stark gesprochen wurden dass Leah zusammen zuckte. „Was redest du für einen Unsinn? Soll das etwa lustig sein Seth Clearwater? Lass dir eins gesagt sein, Dein Sinn für Humor lässt mehr als zu wünschen übrig.“, mit endzürnten Gesichtsausdruck wandte sie sich wieder an Sam. „Siehst du? Genau deswegen wollten wir nicht kommen. Dieser Ort ist Gift für uns und unsere Gedanken.“ Sam wollte dem etwas entgegen bringen, doch Seth unterbrach ihn lauthals. „Er ist es Leah. Ich mache keine Witze.“, ruckartig riss er mich in die Lüfte und hielt mich direkt vor ihr Gesicht. „Er ist in dem Kater.“ Unter normalen Umständen wäre es sicher eine lustige Situation gewesen. Leah´ s Gesichtsausdruck war mehr als amüsant. „Seth. Bitte hör auf damit.“, sie nahm mich ungewöhnlich behutsam in die Arme und strich mir über den Rücken. „Das ist nicht Jacob. Das ist einfach ein herrenloser Kater, der etwas Aufmerksamkeit braucht.“ Leah, die stolze Leah, dachte ich. Sie war zu eigensinnig um daran zu glauben. Ich richtete mich leicht in ihren Armen auf und schmiegte meinen Kopf an ihre Wange. Bitte hör mich doch, bitte lass mich nicht in der Dunkelheit allein, dachte ich immer wieder. Ich gehöre doch zu euch, du musst mich doch spüren. Bitte Leah. Sam, der das ganze Specktakel ruhig mit angesehen hatte trat an sie heran und nahm mich ohne zu fragen aus ihrer Umarmung. Ich glaubte es. Ich konnte es an seinen Augen sehen. Sam war offen für die Welt der Legenden, warum also sollte er sich vor dem Verschließen was unwirklich erschien? Auch Quil schenke Seth seinen Worten Glauben, es war deutlich zu erkennen.
Es dauerte eine Weile bis sie Leah überzeugt hatten sich zu verwandeln, sie hielt es für absurd und dumm, doch als Quil es tat, überwand sie ihre Scharm.

Weitere Tage vergingen Tage in denen ich den anderen alles erklären konnte, Tage an denen ich nicht mehr allein war, weil immer ein Wolf bei mir war. Doch auch Tage, an denen ich mich immer mehr nach meiner Liebsten sehnte. Sam tat viel daran herauszufinden ob es einen Weg gab mich zurück zu holen, doch ich hielt es nicht mehr aus ihr fern zu bleiben. Seth war derjenige, der meistens an meiner Seite war. Er war auch derjenige der mich von den anderen verabschiedete als ich mich davon machte. Pass auf dich auf Jacob. Nochmal verkrafte ich es nicht dich zu verabschieden, dachte er als ich mich in kleinen Schritten von ihm entfernte. Es war nicht leicht von Forks nach Alaska zu kommen. Ich brauchte Wochen. Viele Gefahren suchten mich heim. Staßenhunde jagten mich, Menschen schmissen Gegenstände nach mir wenn ich im Müll nach etwas essbarem gesucht hatte und Kinder schlugen mich mit Stöcken. Wind, Regen und Kälte ließen mich immer schwächer werden. Doch ich gab nicht auf. Nicht bevor ich sie zumindest einmal gesehen hätte.
Ich lag in einer Seitengasse neben einem Restaurant in einem Karton eingerollt und leckte an einer blutenden Wunde an meinem Bein -Ein Junge hatte mich mit einer Steinschleuder beworfen und mich getroffen- als ich eine glockenartige Stimme wahr nahm. Das Lachen, eins der schönsten dass es gab, gefolgt von einem „Ach Jazz.“, ließen mich mein Schmerz in den Gliedern vergessen. Vorsichtig spähte ich um die Ecke und sah wie Alice, meine geliebte Alice, mein Hoffnungsschimmer in einem Modeladen verschwand. Lange musste ich vor der Tür warten, bis sie wieder hinaus kamen. „Gehen wir noch wo hin oder bist du fertig mit deinem Raubzug?“, neckte Jasper seine Freundin mit liebem Ton. Es tat so gut die zwei zu sehen. Mein kleines Herz erfüllte sich mit so viel Liebe für die zwei Vampire, dass ich glaube es würde aus den Nähten platzen. Es war Schicksal, dass sie mir über den Weg liefen dass wusste ich genau. „Nein.“, lachte Alice wieder auf und harkte sich bei Jazz ein „Ich bin fertig. Danke dass du mitgekommen bist.“ Er lächelte sie nur lieb an und küsste sie. „Was riecht hier so komisch?“, fragte Alice an Jaspers Lippen vorbei und rümpfte die Nase. „Ich glaube das ist dieser hässliche Kater.“, Jazz guckte mir direkt in die Augen, wahrscheinlich um mich zu verscheuchen, mir zu deuten das von ihm Gefahr ausgeht. Doch ich rührte mich nicht. Warum sollte ich auch? „Hmm…“, murmelte Jasper als er sich wieder zu Alice drehte. „Er hat gar keine Angst.“ „Ach wer weiß was der arme Kerl schon durchgemacht hat? Komm lass uns nach Hause gehen.“ Endlich, dachte ich. Führt mich zu IHR. Es war mein Glück, dass Alice und Jasper sich innerhalb der Stadt in normaler Geschwindigkeit bewegen mussten, so konnte ich einfach mithalten. Als sie jedoch am angrenzenden Wald ankamen, war das schon nicht mehr so leicht. Ich musste mich sehr stark konzentrieren ihre Spur nicht zu verlieren. Immer wieder glaubte ich, ich hätte sie verloren und musste zurück laufen, doch ich fand immer wieder eine neue Spur die mich zu meinem Ziel führen sollte. Ich hatte das Haus ganz anders in Erinnerung gehabt, heller und freundlicher. Es wirkte auf den ersten Blick düster. Der sonst immer so schön hergerichtete Garten wirkte ungepflegt und trist. Durch die großen Fenster konnte ich Bella sehen, wie sie ein weinendes Kind in den Armen hielt und Rosalie, die nervös daneben stand. Edward der einen blauen Lappen brachte und ihn behutsam auf das Knie des Kindes legte. Ich sah Emmett, der beruhigend seine Arme um Rose legte. Ich ging weiter ums Haus und sag durch ein anderes Fenster Alice und Jasper, wie sie die Kleidungsstückte in die Schränke der anderen legten. Im Oberen Teil des Hauses brannte ebenfalls Licht. Ich kletterte einen Baum hinauf und sprang aufs Dach. Carlisle saß an seinem dicken Schreibtisch und tat…nichts. Er saß einfach nur da und starrte in die Luft. Trauer lag in seinem Ausdruck. Vorsichtig balancierte ich auf der Regenrinne um die anderen Räume zu erkunden. Ich konnte in den Flur Blicken, konnte sehen wie Esme mit einer Hans sanft die eine Tür berührte. Auch sie sah so unglaublich traurig aus. Ich wusste wessen Tür das war, wusste wer sich dahinter befand und wurde durch das traurige Bild, welches Esme ergab nicht gerade ermutigt. Mein Herz raste schnell in meiner Brust, als ich das letzte erleuchtete Fenster erreicht hatte. Es war offen und leise Musik war zu hören, ebenso das einsame schlunzen meiner geliebten. Ich spähte vorsichtig um die Ecke und erbliebte sie weinend auf ihrem Bett. Ihr Körper zitterte und immer wieder flüsterte sie meinen Namen. Ich dachte daran was das Licht gesagt hatte, dass mich durch mein Handeln Verdammnis erwartet, wenn ich noch einmal zu Grunde gehe. Doch ich konnte mir nicht vorstellen, wie Verdammnis schlimmer hätte sein können als das, was ich vor mir sah. Sie richtete sich langsam auf und ich sprang schnell auf den Ast, der ans Fenster reichte um sie vom Baum aus besser sehen zu können. Von der schönen Frau, die ich wenige Wochen zuvor noch in den Armen gehalten hatte, geküsst hatte war nicht mehr viel zu sehen. Sie war blass, blasser als sonst, ihre Augen verquollen und rot unterlaufen und ihre Harre fielen ihr strähnig ins Gesicht. Ich hätte sie so gerne in die Arme geschlossen, ihr gesagt dass alles gut wird und ich bei ihr bin, doch ich war mir sicher dass sie mich nur weg scheuchen würde sobald ich das Zimmer betreten würde. Ich wich nicht mehr von ihrer Seite, verließ sie das Haus folgte ich ihr verborgen in den Schatten, saß sie in ihrem Zimmer, lag ich auf dem Ast der mir den besten Blick bot. Ich lauschte ihren Träumen, wie sie meinen Namen in die Dunkelheit rief und weinend aufwachte. Ich beobachtete sie dabei wie sie Tagelang regungslos, schweigend und ohne Nahrung auf ihrem Bett saß und Bella immer wieder ohne Erfolg versuchte auf sie einzureden.

Wochen zogen an mir vorbei wie Jahre, Jahre wie Jahrhunderte. Ich sah wie das Kind, die kleine Lilli größer wurde, wie sie Geburtstage feierten und manch einer sein Lachen wiederfand dem Kind zu liebe. Ich sah wie Bella und Edward wieder zueinander fanden, wie Alice und Jasper erneut Heirateten und Rose und Emmett sich dem Kind annahmen. Ich beobachtete jeden einzelnen verborgen in den Büschen, den Bäumen und den Schatten, nur um zu sehen wie sie langsam wieder lebten. Doch ich sah auch, wie meine Geliebte mich vergas. Sie weinte nicht mehr und die Träume schienen auch weg geblieben zu sein denn die Schreie blieben in der Nacht aus. Ich hatte mich jeden einzelnen Tag von ihr fern gehalten, mich aber dennoch sicher ihn ihrer Gegenwart aufgehalten, von ihrer Schönheit eingefangen. Vergesse mich ruhig, dachte ich. Vergesse mich und sei glücklich. „Nessie komm schon bitte.“, hörte ich Lilli rufen. Sie war elf geworden. An ihrem alter wog ich ab, wie lange ich schon als Kater um das Haus der Cullens, meiner Familie schlich. Es waren sechs Jahre. Sechs Jahre, in denen ich nur beobachten konnte. „Ich komme ja Lilli.“, murmelte Renesmee und trat aus dem Haus. Sie Blickte einmal kurz in den Sonnenüberfluteten Himmel. „Ich hasse diesen Ort.“, grummelte sie und warf ihre Lochen über die Schulter. „Wieso? Ist doch schön hier und so viel Sonne.“, lachte Lilli und sprang ins Auto. „Ja genau.“ Sie waren vor umgezogen, und unerwarteter Weise war die Sonne gegenwärtiger als geplant. Renesmee musste Lilli oft zur Schule fahren, und auch andere Unternehmungen mit ihr machen, da die anderen das Haus nicht verlassen konnten. Ich hörte oft wie Nessie sich über sie Sonne beschwerte und immer wieder machte es mich traurig. Früher hatte sie die Sonne geliebt und jeden Strahl aufgesogen und genossen. Sie ging auf den Wagen zu, als ich den Mut fasste und mich direkt vor ihre Füße setzte. Ich sah zu ihr auf und miaute laut. „Hau ab. Wir haben nicht für dich zu fressen.“, scheuchte sie mich fort. Ich wusste zwar, dass die Worte dem Kater galten als den sie mich sah, dennoch zerriss es mich von ihr weggeschickt zu werden. Ich versuchte niedlich zu wirken und schlich schnurrend um ihre Waden. Sie hatte nur kurze Shorts an und so berührte mein Fell ihre nackte kalte Haut. Ich hatte mich die ganzen elf Jahre danach gesehnt ihr nur ein einziges Mal so nah zu sein, sie nur ein einziges Mal zu berühren und dieser kleine, kurze Kontakt löste Stromschläge in mir aus, die das Verlangen sie zu Umarmen noch verstärkten. „Kscht…“, machte sie und klatsche in die Hände. Ich rannte davon, obwohl mein Verlangen, mein ganzer innerer Impuls dagegen war.


Zuletzt von Young~Novelist am Fr 17 Dez 2010, 12:18 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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11. Teil 1... Die ersten Bilder sind die schlimmsten

Beitrag  Gast am Mo 31 Mai 2010, 15:24

*Jacobs Sicht*

Die Zeit verging, lief im Zeitraffer an mir vorbei und hielt mir jeden Tag immer wieder vor Augen wie wenig meine Existenz ohne Renesmee wert war. Jeden Tag wartete ich darauf, dass das Licht kam und mich zu sich holte. Renesmee hatte mich vergessen, sie hatte ihr Fenster geschlossen. Ich schlich weiterhin um sie herum, hielt mich im Schatten versteckt und ernährte mich von ihrer Schönheit. Lilli wuchs zu einer schönen jungen Frau heran. Ihr Kopf wurde von dicken schwarzen Locken umrahmt und ihre Haut schimmerte leicht braun. Wenn sie Lachte zwang sie den anderen automatisch auch eins ab. Ich stellte mit Freuden fest, dass auch Nessie hin und wieder durch die lebensfrohe Art von Lilli aufblühte.

Ich saß in einer Astgabel und beobachtete Lilli und Renesmee dabei wie sie auf einer Decke saßen und Lilli für die Schule lernte. Renesmee half ihr dabei, was eigentlich falsch ausgedrückt ist. Renesmee machte den größten Teil der Aufgaben während Lilli darauf Acht gab das Bella sie dabei nicht sah. Edward und Bella wolltest dann Lilli für ihre Noten lernte, das sie durch harte Arbeit und Fleiß daran wuchs. Sie hatten nicht bemerkt, dann Alice sie bei ihrem Betrug beobachtete. Schmunzelnd saß sie auf dem Fensterrahmen ihres Zimmers und beäugte die zwei. „Ich hole uns was zu trinken.“, murmelte Nessie und blickte von den Büchern auf. Lilli nickte und rollte genervt die Augen „Ich verstehe das alles nicht. Ich mein wozu brauch ich diesen Kram eigentlich mal?“ Nessie antwortete nicht und ging ins Haus. Gedankenverloren drehte Lilli eine ihrer Locken zwischen ihren Fingern. Hin und wieder stieß sie ein genervtes Seufzen aus, bis sie sich ruckartig nach hinten fallen ließ und die Arme hinter ihrem Kopf verschränkte. Ich hörte von innen die Stimmen von Alice und Nessie, wie sie diskutierten und Alice versuchte Verantwortung zu übernehmen, in dem sie Rensemee für den Betrug den sie an Edward und Bella begannen maßregelte. Wie immer war es für Renesmee ein leichtes Alice um den Finger zu wickel, wie sollte es auch anders sein wenn sie mit ihren großen Augen jemanden Anblicke. In Gedanken lauschte ich ihrer lieblichen Stimme, wie sie Lilli immer wieder in Schutz nahm. „Überleg doch mal wie schwer das alles für sie ist. Sie ist die einzige Cullen, die keine Musterschülerin ist.“, schimpfte sie worauf hin Alice nur trocken erwiderte: „Wir mussten alle erst die Sachen erlernen die wir können.“ „Ohh… Ja klar nur mit dem unterschied das die Lehrer nicht wissen wie lange ihr dazu Zeit hattet.“ Hätte ich lachen können, so hätte ich es in dem Augenblick sicher getan. Der Sarkasmus, der in ihrer Stimme mitklang war nicht zu überhören. Als ich meinen Blick wieder auf die Decke, auf der Lili hätte liegen müssen es aber nicht tat, schweifen ließ vernahm ich im selben Augenblick ihre klare, leicht raue Stimme. „Hey, wer bist denn du? Na komm mal her.“ Sie stand am Ende des Baumes und blickte zu mir hinauf. Ich machte mich ganz steif in der Hoffnung sie würde es als Angst deuten und mich einfach ignorieren. „Na komm schon…Ich tu dir nicht.“, flüsterte sie leise und streckte ihre Hand nach mir aus. Ich fühle den inneren Kampf in mir. Die eine Hälfte schrie mich an ich solle zu ihr gehen, die andere untersagte es mir. Sie würde mein Weg ins Haus der Cullens sein, mein Weg zu Nessie doch genauso hätte sie mein Weg zur Ablehnung sein können. „Also wenn du nicht zu mir kommst komme ich eben zu dir.“, schimpfte sie etwas lauter und kniff die Augen zusammen. Ich wusste dass sie nicht log, dass sie den Mut hatte zu mir hinauf zu klettern. Ich hatte sie schon auf dabei beobachtet wie sie auf Bäume geklettert war. Mir ist dabei jedes Mal fast das Herz stehen geblieben aus Angst sie könnte fallen. Tiefe Entschlossenheit stand in ihr Gesicht geschrieben als sie mit einer Hand nach dem ersten Ast griff. Elegant und als wäre es kein Kraftakt, zog sie ihren Körper hoch um sich anschließen mit dem Fuß zu stützen. Nervös sah ich mich um und hoffte das Nessie kommen würde und Lilli von ihrem Plan mich zu streicheln und auf den Baum zu klettern abhalten würde. Es dauerte nicht lange und sie war nur noch ein kleines Stück von mir entfernt. Noch bevor sie ihren Fuß auf den letzten Ast stellen wollte der sie von mir trennte, konnte ich erkennen dass er sie niemals halten würde. „Siehst du mein kleiner Freund ich bin fast da.“, lächelte sie mich an. Bitte bleib wo du bist, dachte ich verzweifelt und sah mich abermals nach Renesmee um. „Nur noch das kleine Stück und …“ Knack. Der Ast war gebrochen und ich sah nur noch wie Lillis Körper in die Tiefen viel. Sie schlug immer wieder mit dem Kopf gegen die Äste, die sie halten wollten. Ich konnte laut und deutlich hören wie der eine oder andere Knochen brach und ihr ein schmerzhaftes Stöhnen entfuhr, bevor sie mit einem dumpfen Geräusch auf dem Boden aufprallte. Im selben Augenblick hörte ich ein Glas im Haus auf den Fliesen zerspringen. Lilli lag bewegungslos auf dem Rücken und blickte mich mit ihren großen Augen an. Blut lief ihr aus dem Mund und auf der Erde an ihrem Hinterkopf bildete sich eine kleine dunkelrote Pfütze. Ihre Rechte Hand zuckte und es sah beinahe so aus, als wolle sie sie nach mir ausstrecken. „Lilli…“, Alice tauchte an ihrer Seite auf und spannte augenblicklich den Kiefer an. Auch das noch. „Nessie ruf Carlsie.“, schrie Alice und wischte Lilli das Blut aus dem Gesicht. „Keine Angst Engelchen, das ist gar nicht so schlimm.“, redete Alice auf sie ein und versuchte noch immer sich zu kontrollieren. Noch immer starte Lilli direkt zu mir hinauf. Ihr Blick brannte auf meiner Haut und sie konnte ihn erst lösen als Alice sie hochhob und ins Haus lief. Schnell sprang ich auf einen anderen Baum um alles genau zu beobachten. Schuldgefühle plagten mich. Wehre ich nicht gewesen, so wäre sie nicht auf die Idee gekommen auf diesen dummen Baum zu klettern. Ich sah wie Rosalie auf Alice zugerannt kam und hysterisch wurde. Und dann ging alles ganz schnell. Carlise nahm sie mit in sein Ärztezimmer und legte Lilli auf eine Trage. Das Geräusch ihrer Knochen, die er wieder richtete und erneut brach, verursachte mir Übelkeit. Immer wieder erkundigte Rosalie sich was er da tat und ob sie durchkäme. Obwohl Carlise ihre letztere Frage mit „Ja“, beantwortete konnte ich ihm keinen Glauben schenken. Blut hatte sich in ihrer Lunge gesammelt und Carlise steckte ihr einen Schlauch in den Hals. Wieder ein Geräusch, das mich noch lange begleiten würde. „Du kannst mir hier nicht helfen Rosalie, geh und hol Emmett, er ist mit Edward und Bella Jagen.“, murmelte Carlise als er Lilli etwas in den Arm steckte. „Ich werde nirgendswo hingehen. Ich kann dir auch helfen. Ich werde bei ihr bleiben.“ Damit war die Diskussion beendet. Ich schlich ums Haus und suchte nach Nessie. Sie hatte bereits Edward angerufen und ihm berichtet was geschehen war. Wartend stand sie am Fenster und blickte in den Wald. Angst, Trauer und Sorge stand ihr ins Gesicht geschrieben. Was hatte ich nur getan? Hätte ich mich doch nur von ihnen fern gehalten, so wäre Lilli nicht gestürzt. Wenn sie stiebt ist es meine Schuld. Nessie würde es nicht verkraften. Ich konnte den Anblick den Renesmee mir bot nicht länger ertragen und lief zurück zu der Stelle an der ich zuvor gesessen hatte und Carlise beobachtet hatte. Er hatte Lilli in der Zwischenzeit an Kabel angeschlossen die ihr schlagendes Herz beobachteten. Rosalie saß auf einem kleinen Metallhocker neben dem Bett und hielt ihre Blutverschmierte Hand. „Bitte Lilli, bitte sterb nicht.“, flüsterte Rosalie. „Lass uns nicht allein.“ Mit „Uns“, meinte sie ganz klar sich selbst. Rosalie, so lieb ich sie in den letzten Jahren die ich mit Renesmee zusammen sein konnte, gewonnen hatte war der egoistischste Mensch, ich sollte lieber Vampir sagen, den ich kenne. „Carlise?“, flüsterte Rose leise „Ja?“ Carlise überprüfte noch einmal ihren Blutdruck und bekam dabei einen besorgten Gesichtsausdruck. „Du wirst sie nicht sterben lassen oder? Ich mein…Du wirst das doch nicht zu lassen.“ Mit großen goldenen Augen blickte sie zum Doc auf. „Ich werde mein bestes geben Rosalie, aber die Chancen, dass sie die weiteren Tage überlebt stehen mehr als schlecht. Ich glaube…“ „Aber du wirst sie nicht gehen lassen. Wir haben Bella bei uns behalten und auch sie war bereits totgeglaubt Carlisle.“ Betrübtes Nicken war alles was er Rosalie entgegen brachte.
Die nächsten Tage war es sehr ruhig im Haus der Cullens. Das einzige Geräusch welches man fortwährend hören konnte, was das piepsen, dass der Kasten an dem Lilli hing von sich gab. „Ich brauche neue Antibiotika für Lilli.“, sagte Carlise zu Nessie. Sie saß mit Emmett auf dem Sofa und sahen Fern. Ihren Kopf hatte sie müde an seine Schulter gelegt. So viele Nächte hatte sie wach in ihrem Zimmer verbracht. „Wenn etwas ist, ich bin auf meinem Handy zu erreichen.“ „Ist gut Carlsie.“, murmelte Emmett der Nessie schützend einen Arm um die Schultern gelegt hatte. Die anderen Familienmitglieder waren außer Haus und gingen unterschiedlichen Aktivitäten nach. Ich machte es mir gerade auf meinem Üblichen Platz in der Astgabel bequem um Nessie zu beobachten, als ein unangenehmes Geräusch in meine Ohren drang, gefolgt von einem hysterischen rufen.“Emmett…Komm schnell irgendwas stimmt nicht.“ Zu schnell für meine Augen rannten Emmett und Nessie in das obere Stockwerk zu Rose und Lilli. Ich lief, so schnell mich eben die kurzen Beine Tragen konnte ums Haus herum und kletterte auf einen Baum, dessen Äste dicht an die Fensterscheibe reichten. „…Ich hab doch keine Ahnung davon.“, brachte Emmett aufgeregt und aufgelöst von sich. Rosalie stand über Lilli gebeugt und wusste selbst auch nicht so recht was sie tun sollte. Ich ging noch ein Stück dichter ans Fenster und sah Nessie still in einer Ecke stehen. Ihre Haltung war angespannt und ihr Blick konzentriert. „Verwandel sie Emmett. Sie wird sterben.“, brachte sie in klaren, ja fast kalten Worten über ihre Lippen. Keine Angst klang bei, keine Furcht vor der Situation war zu hören, als sie es aussprach. Sie war sich völlig sicher, dass es der einzige Weg war Lilli zu retten. Rosalie flüsterte etwas dass ich nicht hören konnte und Emmett stieß sie beiseite um im selben Augenblick seine scharfen Zähne in das bräunliche Fleisch zu rammen. Er biss mehrmals zu, in den Hals, die Arme, die Beine… Er biss ihr sogar in die Brust. Renesmee kniff leicht die Augen zusammen und spannte den Kiefer an. Ich war mir nicht sicher was ihre Reaktion zu bedeuten hatte. Sorgte sie sich darüber ob Emmett aufhören konnte oder war es die Angst darüber ob Lilli „überleben“ würde? Emmett verschloss die Bisswunden mit seinem Speichel, ich hatte es bei Edward gesehen als er Bella in einen Vampir verwandelte. Einige Minuten geschah nichts, der Kasten blieb still. Dann plötzlich fing er an schnell und kurz nach einander zu piepsen. Viel zu schnell dachte ich. Viel zu schnell. Lilli richtete ihren Körper auf und sah mich mit weit aufgerissenen Augen an. Ich erschrak und wollte davon laufen, doch ihr Blick hielt mich gefangen. Es schien als könne sie direkt in mich hinein sehen. Als sähe sie nicht den Kater sondern MICH. Dann ließ sie sich wieder zurück auf die Trage fallen und das piepsende Geräusch verstummte. Rosalie strich Lilli übers Gesicht und fragte voller Sorge „Hat es geklappt?“ „Ich weiß es nicht.“, antwortete Emmett „Ich hab sowas noch nie gemacht. Wir werden warten müssen.“ Es hatte geklappt. Die darauffolgenden drei Tage waren eine Qual für die Familie…für mich. Schreie, von schmerz verzerrt waren zu hören. Immer wieder flehte Lilli nach dem Ende nach dem Tot. „Ich brenne“, schrie sie „Ich will sterben ich brenne.“ Carlise versuchte ihr die Schmerzen zu nehmen in dem er ihr Unmengen an Schmerzhämmer spritzte. „Ich versteh das nicht. Bei Bella hatte es doch auch geklappt. Sie hatte kaum gewimmert.“, sagte er immer wieder wenn sein Versuch Lilli zu helfen nicht klappte. Ich beobachtete Bellas Reaktionen dabei jedes Mal. Zuerst sah sie auf den Boden, dann wenn Edward mit im Raum war auf ihn um sich anschließend mit einem leicht verlegenden Blick auf die Lippe zu beißen. Sie hatte Schmerzen, sie erlitt dieselben Schmerzen wie Lilli sie erlitt. Sie wollte es nur nicht zeigen. Bella, du krankes starkes Mädchen, dachte ich. Selbst in Angesicht des Todes hatte sie sich zusammengerissen um Edward keinen Kummer zu bereiten.
Es war Sonntag, der vierte Tag nach Lillis Verwandlung hatte begonnen, als sie ihre Augen öffnete und sich in dem hellen Raum umsah. Keine Anzeichen von Angst, keine Nervosität. Sie wusste was mit ihr geschehen war, wusste was zu tun war. Rosalie, die mit dem Rücken zu Lilli stand, bekam von dem Erwachen nichts mit. Sie sah in die Bäume und hin und wieder glaubte ich sie würde mich sehen können. Es nervte mich, dass sie aus dem Fenster sah, denn so musste ich mich im Schatten verborgen halten und konnte nicht genügend sehen. Erst als Lilli leise Rosalie ihren Namen aussprach und diese sich langsam, voller Vorfreude umdrehte, konnte ich es wagen dichter ans Fenster zu kommen. „Lilli?“ flüsterte Rose. Ich nahm an, dass sie extra leise sprach um Lilli nicht zu erschrecken. „Wow…Das ist ja Wahnsinn.“, lachte der dunkelhaarige Lockenkopf und sprang leichtfüßig auf die Füße. „Nicht so schnell.“, Rosalie kam an Lillis Seite und legte ihr eine Hand an die Schulter. „Ich will einen Spiegel.“ Ohne zu zögern ging Lilli auf die Tür zu, wo sie mit Alice zusammen stieß. „Ich hab einen.“, lachte diese. „Wow…Lilli du sieht unglaublich aus.“ Es war ein Hochgenuss für mich zu sehen, wie Alice ihre Augen zu strahlen begonnen. Sie lachte viel zu selten und wenn Lillis Erwachen sie aufheiterte, so war die Wahrscheinlichkeit, dass Nessie ebenfalls wieder fröhlich wurde sehr hoch. „Wo sind die anderen?“, mit ausgestreckten Hals sah Lilli am Spiegel vorbei und ignorierte ihr eben noch angefordertes Spiegelbild. „Sie warten unten. Mach erst mal langsam Liebes und sieh dich an.“ Eine halbe Sekunde etwa sah Lilli noch am Spiegel vorbei, ehe sie ihr Spiegelbild erblickte und sich ihre Blutroten Augen weiteten. Vorsichtig streckte sie eine Hand aus und berührte ihre Wange. „Wow.“, war alles was sie rausbrachte. „Ich hab hier was zu anziehen für dich. Nessie hat es dir ausgesucht.“ Alice hielt ihr eine dunkle Tüte hin. Mein Zeichen zu gehen, dachte ich und sprang leichtfüßig die Äste runter um zu dem Fenster zu gelangen, wo ich den Rest der Familie sehen konnte. Ich kam mir manchmal dumm vor, wie ein Spanner durch sie Glasscheiben zu gucken, doch welch eine Wahl hatte ich?
Nessie, meine wunderschöne Frau, wie ich es liebte sie so nennen zu dürfen, stand dicht an Emmett, meinem besten Freund gedrückt und sah gebannt die Treppe hinauf. „Alice ist hin und weg, und auch Rosalie ist der Ansicht noch nie einen so schönen Vampir gesehen zu haben.“, erörterte Edward die Gedanken seiner Schwestern. „Was denkt Lilli?“, erkundigte sich Esme mit sorgenvoller Stimme. Edward warf erst einen kurzen Blick zu seiner Mutter, dann zu seiner Tochter. „Sie will unbedingt zu ihr.“, antwortete er und deutete auf Renesmee. „Hat sie Angst?“ „Nein, sie will nur einfach zu ihrer Freundin. Sie denkt nicht wie eine neugeborene.“, misstrauisch engte Edward die Augen zusammen. „Naja…Sie hatte viele Jahre Zeit sich darauf einzustellen Edward. Sie ist genau genommen keine Neugeborene. Sie weiß von dem Brennen im Hals, von dem Verlangen nach Blut. Nichts kann sie erschüttern oder gar beängstigen.“, entgegnete Jasper Edward seinem Misstrauen. Es dauerte nicht mehr lange, Emmett und Nessie dennoch zu lange, und Lilli stand in einem Roten Tob und einer schwarzen Jeans vor ihnen. Ihre langen Locken umrahmten das zarte blasse Gesicht. Sie war makellos und schön, keine Frage, nicht so schön wie Renesmee es für mich war, dennoch war sie schön. Die Reaktionen waren abschätzbar. Stilles staunen, gefolgt von Unmengen an Komplimenten.

Tag um Tag konnte ich beobachten, wie Lilli lernte ein perfekter Cullen zu werden und wie Nessie sie bei jeden Schritt den sie machte begleitete. Sie blühte an ihrer Aufgabe Lilli zur Seite zu stehen regelrecht auf und hin und wieder erklang ihr atemberaubendes Lachen im Wald. Ich hatte Mühe sie während der Zeit zu beobachten, da sie mir zu schnell waren. Also vertrieb ich mir meine Zeit damit zu Warten und wenn es mir gestattet war, zu beobachten. Meistens schlich ich in Bellas nähe umher, auch wenn sie mir nicht unbedingt die interessantesten Sachen und Einblicke lieferte, so war ich mir sicher, dass es in ihrer Nähe Sicher war. Würde ich mich in Emmetts oder Jaspers Nähe aufhalten und sie würden mich entdecken, so glaubte ich fest daran sie würden mich fressen.
Ich lag etwas abseits vom Garten in der Sonne und wartete darauf das Renesmee und Lilli wieder nach Hause kommen, als ich hörte wie Edward lachend auf die Veranda zu Bella trat. „Du glaubst es nicht Liebling.“, prustete er und gab Bella einen Kuss auf die Stirn. „Glauben? Was?“, fragte sie mit einem lieben Lächen auf den Lippen nach. Es machte mich glücklich zu sehen wie Bella und Edward mit einander umgingen. Es war, als hätte es die Wochen, die sie sich von ihm angewandt hatte nicht gegeben. „Lilli… Sie…Oh das ist es nicht witzig wenn man es genau nimmt, ich weiß genau wie sie sich fühlt. Sie spricht mit Tieren.“ Immer noch Grinsend setzte Edward sich neben den freien Stuhl an Bellas Seite. „Was? Was kann sie?“ „Ihre Gabe Schatz. Es doch nicht so dass sie keine hat.“ „Woher weißt du das?“ Beschämt guckte Edward auf den Boden. „Ich lausche nicht gerne in ihren Köpfen, aber es bleibt mir eben so gut wie nichts verborgen. Sie haben sich durchs Fenster in Nessies Zimmer geschlichen, damit wir nicht merken dass sie da sind.“, erneut find Edward an zu lachen. „Ich hab sie schon gehört, da waren sie noch nicht mal in der Nähe des Hauses. Wie die Elefanten…“
Ich schenkte dem Rest der Unterhaltung keine Aufmerksamkeit mehr. Ich kannte Lillis kleines Geheimnis denn ich hatte sie bereits dabei beobachtet, wie sie mit einem Vogel spach. Nessie war wieder da und ich hatte es nicht bemerkt. Schnell lief ich ums Haus und kletterte auf meinen Stammplatz, wo ich die zwei beobachten konnte. „Ich versteh gar nicht, was daran so schlimm sein soll?“, verteidigte sich Lilli. Mist ich hab den Anfang verpasst, dachte ich. „Ich sag ja nicht dass es schlimm ist, nur dass es unnütz ist. Ich mein mit Tieren reden?“ Renesmee verdrehte die Augen und grinste breit. „Ich mein klar, besser als nichts, aber…Naja hättest du nicht lieber was cooles?“ Was Cooles? Hätte ich lachen können, hätte ich es bestimmt getan. „Ich find es gut.“, war alles was Lilli dazu noch zu sagen hatte und fing breit an zu grinsen. „Schon gehört? Wir ziehen um.“, fing sie gekonnt an das Thema zu wechseln. „Ich hörte wie Carlisle sich mit Esme darüber unterhalten hatte.“ „Weißt du auch wohin?“, hakte Nessie eher mittelmäßig interessiert nach. „Noch nicht, aber da bekomm ich schon raus.“ Mir kam der Gedanke wie ein Geistesblitz. Wo, wenn nicht in Forks würde Renesmee mehr an mich denken? Wo, wenn nicht in Forks? Nur wie schaffe ich es sie nach Forks zu kriegen? Die Zeit sie sie von dort entfernt sind, war noch nicht die längste. Lilli. Sie könnte es für mich hinterfragen wie groß die Wahrscheinlichkeit wäre dort hin zu ziehen. Wenn sie mit Tieren sprach, warum dann also nicht auch mit mir? Ich wartete bis sie wieder auf die Jagt ging. Ich wollte auf Nummer Sicher gehen, dass sie gesättigt war und mich nicht doch eventuell angreifen würde. Als ich sah, wie sie wieder in Richtung Haus zurück lief, legte ich mich still auf den Boden. Hoffentlich läuft sie nicht an mir vorbei dachte ich…

Ich streckte meinen Rücken in die Luft und stampfte mit meinen kleinen Pfötchen auf dem Kissen, welches Lilli mir zu Recht gelegt hatte. Die Nacht war wieder sehr schlimm. Seit wir in Forks wohnten, wurden Renesmee Träume schlimmer. Auch in dieser Nacht hallten ihre Schreie durchs Haus und Lilli musste sie trösten. Ich hörte wie oben Türen geöffnet und geschlossen wurden. Schnell eilte ich die Treppe hinauf und setzte mich vor die Badezimmer Tür. Gleich würde sie rauskommen und ich streicheln, dachte ich voller Wohlgefühl. Auch wenn Nessie es vor den anderen geheim hielt, so liebkoste sie mich mehr als manch einer erahnen könnte. Auch wenn es nur ein kleiner Streichler übers Fell ist, so ist es schon mehr als ich mir erträumt hatte. Die Badezimmer Tür ging auf und beinahe wäre Nessie über mich gestolpert. Mit einem Lächeln, welches ich so liebte beugte sie sich zu mir hienab und nahm mich in die Arme. Sofort viel mein Blick auf die Halskette die sie um ihren Hals trug. Ein silbernes Herz verziert mit Blumenranken. Der Inhalt des Herzens war ein Bild von mir und Renesmee. Ich glaubte sie hätte die Kette nicht mehr in ihrem Besitz. Sofort brach freudiges Schnurren aus meiner Kehle, was nur noch stärker wurde als sie mir mit ihrem Gesicht den Kopf knuffte. „Na mein dicker wie war deine Nacht? Hast du ein paar Mäuse gefangen?“, fragte sie und ihr süßer Atem schlug mir ins Gesicht. Sie ging langsam die Stufen runter und trug mich bis zur Küche auf ihrem Arm. Dann setze sich mich leider ab. „Bekommen wir Besuch?“, fragte Nessie als sie auf den Reichlich gedeckten Tisch sah. „Seth“, murmelte Bella als Antwort. Ihr Blick haftete auf dem Silberherzen an Renesmees Hals. Ja, dachte ich, Ja sie denkt an mich. Sie liebt mich und hat mich nicht vergessen.

Was auch immer der Grund war, aber seit dem Nessie wieder die Kette trug hatte sie sich verändert. Sie lachte mehr und war nicht immer so traurig. Die Träume, welche sie n der Nacht plagten und nicht in Ruhe lassen wollten blieben nicht aus.
In einer Nacht, die sie wieder einmal von Träumen belästigt wurde, fing sie plötzlich an von mir zu erzählen. Es war das erste Mal, dass ich bewusst dabei war wenn sie von mir erzählte. Sonst war es Lilli die mir das, was Nessie sagte wiedergab. Ich rutschte ein Stück an Nessie ran, und sie legte ohne zu zögern und unbewusst eine Hand auf meinen Rücken. Es war magisch ihre Bilder zu sehen, die sich bei den Erinnerungen in ihrem Kopf bildeten.

Es war der Morgen, an dem wir auf dem Rummel wollten. Rensemee war noch im großen Badezimmer zugange und ich musste vorlieb mit dem etwas kleineren nehmen. Ich beeilte mich mit Duschen und ging nur mit einem Handtuch um den Hüften wieder in mein Zimmer. Wie immer lag überall meine Wäsche auf dem Boden verstreut. Ich wollte mich gerade auf die Suche nach einem T-Shirt machen, als meine Tür mit einem lauten Knall aufgemacht wurde. Lächelnd drehte ich mich um und musste feststellen, das Nessie wie versteinert da stand und mich musterte. „Was ist?“, erkundigte ich mich. Gott wie schön sie wieder ist. Wie wunderschön. Ruckartig drehte Nessie sich weg. „Entschuldigung“, murmelte sie verlegen und ich konnte mir ein Lachen nicht verkneifen. „Was ist so komisch?“, erkundigte sie sich peinlich berührt. Ich konnte nicht richtig antworten. Ihre manchmal so Kindliche Art machte es mir unmöglich mich zusammen zu reißen. „Du“, prustete ich „Was stellst du dich so an? Du hast mich doch schon hunderte Male nur in Handtusch gesehen“ „Das ist was anderes. Ich war jetzt nicht darauf vorbereitet.“, grummelte sie. Ich hatte sie beleidigt, das wollte ich nicht. Langsam ging ich auf sie zu und legte ihr eine Hand auf die Schulter. Ich musste mich stark zusammenreißen, das Gefühl ihrer nackten Haut unter meiner Hand war Wahnsinn. „Jetzt bist du es.“, flüsterte ich, doch es klang eher wie ein grummeln. Langsam drehte sie sich zu mir um. Ihre Augen, die flüssige Schokolade blickte mich starr an. „Ja jetzt bin ich es.“ Ihre Worte knallten mir hart gegen das Gesicht und zu allem Überfluss schüttelte sie meine Hand von ihrer weichen Schulter. „Zieh dich an Jake. Ich will los bevor es dunkel wird und die Sonne nicht mehr scheint.“ Krampfhaft hielt ich das Grinsen in meinem Gesicht aufrecht. Ich wollte und konnte ihr den Schmerz, der sich in mir ausgebreitet hatte nicht zeigen. Ich wühlte in meinen Hosen, bis ich eine passende gefunden hatte. Dann machte ich mich an die unzähligen T-Shirts die ich hatte. Alice sorgte regelmäßig für Nachschub und manche hatte ich noch gar nicht getragen. „Schwarz oder weiß?“, fragte ich als ich mich nicht entscheiden konnte. „Grün“, antwortete Nessie Geistesabwesend. „Grün?“, lachte ich und sah sie über die Schulter aus an. Ihr Ausdruck war anders als sonst und sie sah mir nicht wie sonst ins Gesicht, sonder starrte auf meinen Rücken. Ich biss mir kurz auf die Unterlippe und richtete meinen Blick dann wieder auf meine Kleidung. „Ich weiß gar nicht ob ich ein grünes habe“ murmelte ich und tat so, als würde ich weiter suchen. Ihre Gesichtszüge waren so abwesend gewesen, so weich und verträumt. Während ich mir über sie Gedanken machte, viel mein Blick auf das Blaue Shirt mit dem Surfer. Ich mochte es ganz gerne und fand dass es mir stand. Schnell griff ich danach und drehte michwieder zu Renesmee um. Endlich konnte ich sie wieder ansehen. Jede Sekunde, die ich sie nicht sah erschien mir wie eine Ewigkeit. „Wie wäre es mit dem blauen? Das sieht…“Ruckartig sprang Nessie von mir ab und rammte dabei gegen meinen Schreibtisch, was zur Folge hatte das dieser einen leichten Riss an der Stelle wo ihr scheinbar zarter und zerbrechlicher Körper gegenprallte erlitt. Verwundert zog ich meine Augenbrauen zusammen „Was ist denn nur los mit dir?“, fragte ich sie und musterte dabei ihren Ausdruck genau. „Nichts.“, antwortete sie trocken, senkte dennoch den Kopf und fing an sich die Gegenstände auf meinem Tisch anzusehen. „Beeil dich jetzt bitte Jake.“, murmelte sie und öffnete eine Schublade. Für einen kurzen Augenblick weiteten sich ihre Augen und ihr Körper spannte sich an. Ich strecke mich ein wenig und sah ebenfalls in die Schublade. Es lagen ein paar Unterlagen darin und mein Tagebuch. Mein Tagebuch…Schnell begriff ich was sie zu der Reaktion veranlasst hatte. Sie war schon immer neugierig gewesen. Ich musste handeln bevor sie sich genauer Gedanken zu dem Lederbuch machen konnte. „Wenn ich mich beeilen soll, solltest du jetzt lieber raus gehen.“, provokant hielt ich meine Hand über den Knoten, der das Handtuch um meine Hüften hielt, und grinste sie frech an. Das würde ausreichen, um sie abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen. Vielleicht holt sie das aus ihrem komischen Verhalten zurück, dachte ich. „Das wagst du ja doch nicht.“, wütend musterte sie mein Gesicht. Ich konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen. Wie sie da stand, die rote Farbe noch nicht ganz aus ihrem Gesicht verschwunden und der trotz in ihrem Ausdruck. Ich legte eine Siegessichere Miene auf „Wetten?“ Aus meinem Grinsen wurde ein echtes Lachen als ich den Hauch Panik in ihren Augen sah. Sie griff nach einer Haarsträhne und rollte diese um ihren Finger, ihre Lippen wurden leicht schmollig und ihre Augen bekamen diesen ganz besonderen Ausdruck. „Ich bin ein Kind Jacob und du könntest mich verstören.“… Aua, das hat gesessen… Für einen kurzen Moment hatte ich die Kontrolle über mich verloren und hoffte sie habe es nicht bemerkt. „Ja du hast recht. Du bist noch ein Kind. Ich vergesse das hin und wieder. Sie dich doch an.“ Ich deutete mit meiner linken Hand das komplette ausmaß ihres Körpers, ihres wunderschönen Körpers an. „Wie wunderschön du bist. Eine Frau und dennoch ein Kind“ Ich spürte wie sich mein Hals zuschnürte und drehte ihr den Rücken zu. Tränen stießen mir in die Augen. Schnell steifte ich das Shirt über meinen Kopf. „Ist alles in Ordnung?“, hörte ich sie fragen. Doch was sollte ich sagen? Nein ist es nicht, ich liebe dich…Ich liebe dich so sehr das es mich verrückt macht… Ja klar, das war sicher eine gute Idee. Ich beschloss es bei einem Nicken zu belassen und fügte dann leise hinzu: „Bitte Nessie ich soll mich doch beeilen.“ Unachtsam deutete ich auf die Zimmertür und sie kam meiner stillen Aufforderung, den Raum zu verlassen schweigend nach. Ich stieß einen tiefen Seufzer aus und ließ mich auf mein Bett fallen. Wie dumm ich doch war, die Situation so falsch einzuschätzen. Wenn ich mich nicht zusammenreißen könnte, dann müsse ich mich von ihr fern halten. Edward und ich hatten eine klare Abmachung, was meine Gefühle für Nessie angingen. Stilles Schweigen, bis sie in die Schule geht. Was dann ist, liegt ganz bei ihr.

Die Fahrt zum Rummel ging schnell vorbei und dennoch dauerte sie zu lang. Ich starrte unbeirrt auf die Straße, sah sie aber nicht. Mein Mund war vor Nervosität ganz ausgetrocknet. Immer wieder musste ich meine Lippen mir der Zunge anfeuchten. Hin und wieder bemerkte ich im Augenwinkel, dass Renesmee mich beobachtete, bis sie ihren Blick gar nicht mehr von mir nahm. Das Wissen, dass ihre Augen auf mir lagen, nahmen die Nervosität nicht gerade. Ich war unheimlich froh, als wir endlich den Parkplatz des Rummels angesteuert hatten und das Auto zum stehen kam. Als Nessie keine Anstalten machte auszusteigen, sie sah mich noch immer eindringlich an, lächelte ich und beugte mich über sie um die Tür aufzumachen. „Wir sind da.“ Sie neigte ihren Kopf verträumt in meine Richtung und ihr süßer Atem flog mir ins Gesicht. Obwohl es dumm aussehen musste, war ich für einen kurzen Moment nicht im Stande mich zu bewegen. Zwangsläufig überlegte ich, wie sie wohl reagieren würde, wenn ich sie einfach küssen würde, wenn ich sie einfach an mich reißen würde. Wie es sich wohl anfühlen würde ihre Lippen auf meinen zu fühlen. Als mein Blick für nicht mal eine zehntel Sekunde ihre Augen trafen und ich den verwunderten Ausdruck darin erkannte, richtete ich mich ruckartig auf und stieg aus dem Auto aus. Wie dumm konnte ich eigentlich sein… Keine Fehler mehr Jacob, reiß dich zusammen… Als Nessie ebenfalls ausgestiegen war, ihre Miene war noch immer voller Verwirrung, fragte ich was wir zuerst machen wollen. Ich bemühte mich „normal“, zu klingen. „Wie wäre es wenn wir erst einmal an einem Stand was essen?“, schlug sie vor. Ein Grinsen breitete sich in meinen Gesicht aus, sie kannte mich so gut. Wir steuerten den ersten Stand an, der uns in die Quere kam und bestellten etwas. Wie immer, wenn wir zusammen weg waren, begnügte Nessie sich damit, sich Pommes oder anderes von mir zu mopsen. Ich liebte es, mit ihr zusammen zu essen, es gab mir, nein uns Normalität. Es war menschlich, normales Essen zu sich zu nehmen, und ich konnte mir so einbilden wir seien es ebenfalls…Menschlich. Der Tag verlief letztendlich doch noch reibungslos, bis zu dem Augenblich wo ich mir einen Fehler erlaubt hatte und durch mein dummes Verhalten wieder alles ruiniert hatte. Fast am Ende des Rummels stand eine Tribüne mit der Überschrift „Der Unbesiegbare“ und ich konnte es mir nicht nehmen, gegen ihn anzutreten. Es war eigentlich nicht meine Art mit meinen Kräften in Nessie ihrer Gegenwart zu prahlen, doch insgeheim erhoffte ich mir, dass es ihr gefallen würde. Ich hob die Gewichte, die zu meinen Füßen lagen, als seien es leere Pappkartons und der große Mann platze fast vor Wut, gratulierte mir aber zu meinen Sieg. „Du hast wirklich einen starken Freund. Sicher bist du mächtig stolz auf so einen Mann.“, rief der Unbesiegbare Nessie zu. Ich konnte sehen, wie die rötliche Farbe, die ich so in ihren Wangen liebte hoch stieg und sie langsam den Kopf schüttelte. „Oh er…“, schnell stellte ich mich an ihre Seite und schlang meinen Arm um ihre Hüfte um sie an mich zu ziehen. „Sicher ist sie das Mister.“, gab ich voller Stolz von mir und küsste ihre Wange kräftiger als sonst. Die Menge, die um uns rum stand war ganz außer sich vor Rührung, doch das bekam ich nur am Rande war. Viel zu sehr war ich auf ihre Kühle Haut an meinen Lippen konzentriert. Wir entfernten uns von dem Trubel und innerlich schrie ich vor Glück, weil mein Arm noch immer um ihrer Taille lag, als sie ihn mit einem Ruck von sich stieß. „Was sollte das eben?“, fragte sie Kühl. Ich wusste, dass ihr die Sache mit dem Kräftemessen nicht wirklich gefallen würde. Grinsend antwortete ich „Ich wollte ihm zeigen, dass er nicht unbesiegbar ist. Und das hae ich ja wohl gekonnt getan“ „Nicht das. Warum hast du gesagt du seiest mein Freund?“, ihre Miene und ganze Körperhaltung machten mir klar „Du bist ein Idiot wenn du das gedacht hast“ Ich konnte den Schmerz der sich in mir aufbaute nicht ignorieren. Es traf mich noch härter als der Augenblick in ihrem Zimmer. „Ich bin dein Freund Nessie.“ Vorsichtig, nicht wissend ob ich sie anfassen durfte strich ich ihr über den Arm. „Sicher bist du mein Freund. Aber der Mann meinte eine andere Art von Freund er meinte einen… einen Liebhaber.“ Fest biss ich die Zähne auf einander um mir das weinen zu verkneifen. Ich musste Antworten, doch glaubte ich es dann nicht mehr auszuhalten. Jetzt, dachte ich. Jetzt oder nie. Scheiß drauf ob Edward und ich diese dumme Abmachung haben. „Ich… Also…“ erwartungsvoll sah sie mich an und wartete auf meine Erklärung. Ich liebe dich. Ich liebe dich so sehr wie man nur lieben kann. Ich begehre dich, jeden kleinesten Zentimeter von dir. Du bist meine Sonne, meine Sterne und bist alles. Ohne sich bin ich nichts. Ich brauchte dich. Wenn du nicht da bist erleide ich schmerzen…Die Worte lagen klar und bereit in meinem Kopf. Ich senkte meinen Blick und trat gegen einen kleinen Kiesel der vor meinen Füßen lag. Ich kann das nicht. „Wir sollten gehen… Sonnenschein“ „Jake?“ Sie legte ihre kühle Hand an meine Wange und zwang mich sie anzusehen. Zwingen? Nein…Ich sah sie ja ständig an…Immer. Doch diesmal ertrug ich es nicht ihr in die Augen zu sehen. „Nicht.“, murmelte ich und nahm ihre Hand in meine. Ich drückte sie leicht, genoss den unterschied unserer Haut und ließ sie fallen. „Bitte, lass uns nach Hause fahren.“ Schweigend gingen wir zum Auto und erst kurz vor her brach sie das Schweigen mit einer kleiner Frage. „Was ist das?“ „Was ist was?“, fragte ich nicht wissend was sie wollte. Ich hörte selbst wie schnell und scharf meine Worte den Mund verließen, konnte es aber nicht mehr verhindern. Aus dem Augenwinkel sah ich wie sie die Schultern hängen ließ „Ach nichts.“ Wütend auf mich selbst verdrehte ich die Augen. Du bist so dumm Jacob. Auf dem Nachhauseweg schwiegen wir. Sie sah aus dem Fenster und schien nachzudenken und ich sah auf sie und sehnte mich danach ihre Hand zu halten. Ich kann nicht mehr in ihrer Nähe sein, dachte ich. Nicht mehr heute. Als wir vor dem Haus ankamen brachte ich den Wagen zum stehen und wartete darauf das Nessie ausstieg. Doch das tat sie nicht. Verwundert sah sie mich an. „Ich hab noch etwas zu erledigen.“ Ich hätte heule können, als ich feststellte dass ich dabei war sie fort zu schicken. „Was denn?“, ihre liebreizende Stimme war so neugierig. „Es ist nichts wichtiges.“ GEH JETZT BITTE… „Kann ich mitkommen?“ Ich musste schlucken, musste das weinerliche „Du kannst immer mit mir mitkommen“ runter würgen und antworte klar und kalt „Nein.“ Damit war das Gespräch beendet.

Mit aufheulenden Motor fuhr ich den Wagen vom Haus weg um ihn dann in einer Seitengasse aus Bäumen und Büschen zu parken. Ich hatte kein Ziel, ich hatte nichts wo ich hätte hin können. Ich wollte nur weg von ihr. Ich verbrachte die ganze Nacht in diesem Auto und kehrte erst am Späten Morgen zurück. Das erste Geräusch welches ich wahrnahm was das wütende Zischen von Nessie. Leise betrat ich das Haus und sah sie mit ihrer Mutter in der Küche stehen. „…haltet euch da raus und lasst mich in Ruhe.“ „Was ist denn hier los?“, fragte ich vorsichtig „ich warte dann wohl lieber mit Frühstücken.“ Langsam, fast Zeitlupenartig drehte Renesmee sich zu mir um und sah mich mit Zorn, ja fast Hass in den Augen an. „DU hast mir gerade noch gefehlt.“, knurrte sie. „Ich hoffe du hattest einen schönen Abend! Oder sollte ich besser schöne Nacht sagen?“ Noch nie hatte sie so mit mir gesprochen, noch nie war sie mich so angefahren. „Was ist denn?“, fragte ich vorsichtig. „Das weißt du ganz genau. Lass mich in Ruhe. Lasst mich alle in Ruhe.“ Eilig ging sie an mir vorbei und rempelte mich an. „Nessie…“, ich lief ihr Nach die Treppe hoch. „Jetzt wart doch mal und sag mir was los ist.“ „Lass mich Jake. Geh doch zu deiner Freundin, der kannst du deinen Scheiß erzählen.“ Ihre Worte brachten mich einen kurzen Augenblick aus dem Gleichgewicht und ich wehre fast gestolpert. Ich konnte nicht antworten, hörte aber wie sie „Scheiße“, schrie und mit einem lauten Knall ihre Zimmertür schloss. „Renesmee. Bitte lass mich rein.“, murmelte ich und legte eine Hand sanft auf den Türgriff. Ihre Antwort war das klickende Geräusch eines sich verschiebenden Türriegels. . „Wenn du dich beruhigt hast und reden willst… Ich werde den ganzen Tag in meinem Zimmer sein.“ Langsam entfernte ich mich von ihr und ging in mein Zimmer wo ich Stunde um Stunde auf sie gewartet hatte. Doch sie kam nicht. Nicht diesen Tag, nicht den darauffolgenden und auch nicht den darauf folgenden. Die nächsten Tage ging sie mir aus dem Weg. Wenn ich einen Raum betrat dann verließ sie diesen. Ich redete nicht mit ihr, überhaupt redete ich nur noch ganz wenig. Was hatte ich auch zu sagen? Ich machte mich auf den nächsten Tag, den ich mit Missachtung und Ignoranz gestraft wurde bereit als ich sie in der Küche stehen sah. Sie hatte es also geschafft, dachte ich. Sie durfte in die Schule. „Nur, wenn Alice ebenfalls auf diese Schule geht. Zur Sicherheit.“, hörte ich Edward sagen und sie stimmte lachend zu. Langsam ging ich auf die Tür zu um dem Gespräch weiter lauschen zu können, als mich eine verräterische Holzdiele verriet. Ich sah sie fest an. Nicht mehr lange, dann würde sie verstehe, warum ich mich manchmal so dumm benommen hatte. Ich könnte ihr erklären, dass ich nur darauf gewartet hatte, dass sie endlich in die Schule gehen konnte. Ein Gefühl von Glück durchflutete mich bei dem Gedanken daran, dass bald alles gut werden würde. „Schule hä?“, fragte ich. „Darf ich dich an deinem ersten Schultag begleiten oder strafst du mich noch immer aus unerklärlichen Gründen mit Missachtung?“ Gott was es für ein Gefühl wäre, sie zu begleiten. „Ich missachte dich nicht.“ „Komisch kommt mir aber so vor.“ Sofort senkte ich meinen Blick um den Schmerz der letzten Tage zu verstecken. „Jacob. Man kann jemanden nur missachten wenn man Gefühle für jemanden hat. Da dies aber nicht der Fall ist missachte ich dich auch nicht.“ Meine Gedankenblase, dass alles gut werden würde zerplatzte vor meinen inneren Auge und eine ganz neue Art von Schmerz durchzuckte mich. „Es tut mir leid.“, brachte ich leise von mir. Ich wusste nicht genau wofür ich mich endschuldigte, doch es schien mir angemessen. „Ich wollte dich nicht sauer machen.“… Ich liebe dich doch. Ich ging ohne ein weiteres Wort an ihr vorbei und verließ die Küche durch die Hintertür um in den Garten zu gehen. Ich brannte innerlich. Das neue Gefühl des Schmerzes fraß mich auf und zerstörte mich. Ich konnte es nicht verhindert das Tränen den Kampf gewannen und leise über meine Wangen rollten. Immer wieder wischte ich sie weg, doch sie wollten nicht aufhören aus meinen Augen zu steigen. „Jake?“ Oh bitte nicht. Wie viel würde ich noch ertragen? „Jake weinst du?“ „Nein“, ich hasste mich in dem Augenblick selbst so sehr. Nessie ging um mich herum und blieb vor mir stehen. „Warum weinst du?“, langsam hob sie ihre Hand um mein Gesicht zu berühren, doch ich zuckte mit dem Kopf zurück. Ich hätte es in dem Augenblick nicht ertragen. Der Schmerz hätte mich vermutlich umgebracht. „Schon klar. Ich bin eben nicht deine Freundin.“ „Herr Gott Nessie was hast du nur immer mit meiner Freundin?“, grob wischte ich mir mit dem Arm über die Augen. „Wieso hast du mir nicht von ihr erzählt?“ „Von wem denn? Es gibt niemanden vom dem ich dir hätte erzählen können.“ Meine Worte zitterten vor trauer und ich spürte wie die nächste Tränenwelle sich ihren Weg nach oben suchte. „Ich weiß es. Ich weiß das du in ein Mädchen verliebt bist und du hast es mir nicht erzählt.“ Es viel mir wie Schuppen von den Augen. Sie dachte ich sei in ein Mädchen verliebt das nicht sie war, weil ich nie einen Namen geschrieben habe…Sie hat in meinem Tagebuch gelesen und die falschen Schlüsse daraus gezogen. Sie wusste es, doch auch nicht wirklich. . „Du weißt gar nichts!“, gab ich leise von mir. Ich hob meine Hand um ihre Wange zu berühren, ließ sie dann aber wieder fallen. „Ich kann nicht, es… es ist nicht richtig.“ So gerne hätte ich es ihr gesagt doch es schien mir so falsch zu sein. Mir kam ihre Gemeinheit von vor einigen Tagen in den Kopf wo sie sagte sie sei ein Kind. Sie war ein Kind. Ein kleines Mädchen und ich müsse mich damit abfinden. „Was?“, fragte sie „Was ist nicht richtig? Ich verstehe nicht.“ „Du bist erst acht. Ich… es tut mir leid Nessie.“ Verständnislos sah sie mich an als ich gequält die Worte über meine Lippen brachte…


Wie bei allen Erzählungen von mir weinte Nessie, doch ich konnte mich nicht auf ihre Tränen konzentrieren…War ich doch zu sehr mit meinem eigenen Schmerz beschäftigt.

Tage und Wochen schlichen dahin. Ich bemerkte wie ich von den Erzählungen von Nessie stätig wuchs und an Kraft dazu gewann. Lilli berichtete mir von allem was sie über mich sagte wenn ich nicht dabei sein konnte. Doch das war nicht viel, denn ich befand mich täglich in ihrer Nähe, schlief sogar Nacht in ihrem Bett an ihrer Seite unter ihrer Decke in ihren Armen. Immer mal wieder küsste sie Gedankenverloren mein kleines Köpfchen oder stupste meine Nase an. Vor allem dann, wenn sie von mir erzählte wurden ihre Berührungen sanft und zärtlich.

Ich lag auf Nessies Bett und wartete das sie und Lilli wieder nach Hause kommen würden. Lilli hatte ihren ersten Schultag gehabt und nun waren sie jagen. Wenn sie nicht da war, bemühte ich mich nicht an sie zu denken, was natürlich nie wirklich klappte. Es tat weh sie nicht in meiner Nähe zu wissen. Ich spürte immer sofort wie ich wieder ein Stückchen schwächer wurde, wenn das der Fall war. Mit einem mittelmäßig lauten Knall wurde die Zimmertür geöffnet und geschlossen. Sofort sprang ich auf die Pfoten als ich Lilli ohne Nessie vor mir sah? „Ist was passiert?“ „Nein Jake, alles ist in Ordnung.“ Wo ist sie? Wo ist Renesmee? „Sie ist noch unten und redet mit Jazz… Jake, können wir es ihr nicht einfach sagen?“ Lilli setzte sich neben mich auf Bett und nahm mich in ihre Arme. „Nein, das geht nicht. Lilli wir müssen uns an den Plan halten.“ „Ich versteh das aber nicht. Warum denn? Es wäre so viel einfacher.“ Ich wusste wie schwer es für Lilli war, diese wichtige Information, die mich betraf vor Nessie geheim zu halten. „Was wäre einfacher?“ Erschrocken darüber, dass Nessie in der Tür stand rissen Lilli und ich den Kopf hoch. „Nichts.“, gab sie schnell von sich. „Es ist nur… Also ich wundere mich warum Luke keine Mäuse fangen will.“ Mit einem Grinsen, welches mir das Herz erwärmte hockte Nessie sich uns. „Na weil er eben ein dicker und fauler Kater ist, der in einem Haus voller Vampire viel zu sehr verwöhnt wird.“ Sie knuffte meinen Kopf und sofort begann ich zu schnurren. Ich sehnte mich so sehr danach sie ebenfalls zu berühren. Sie zu küssen und ihre nackte Haut zu streicheln. Ich sah, das Nessie und Lilli sprachen, doch ich war durch die Berührungen die Renesmee mir gab wie betäubt und konnte nichts verstehen. Immer wieder ließ sie ihre Hand über mein Fell gleiten, es fühlte sich so vertraut, so richtig an. Erst als sie einen Augenblick inne hielt, weil Lilli mich aus ihren Armen frei gab, hörte ich was sie sagte… „…wollen ins Kino und wollten dass ich mit komme. Ist das in Ordnung?“ Ich musste nicht lange überlegen um zu wissen von welchem Augenblick sie erzählte. Ich wusste es sofort. Jedes Wort, jeder gefühlte Gedanke…

Ich kam gerade aus dem Wald wo ich stunden damit verbracht hatte mir die richtigen Worte zu recht zu legen. Ich wollte ihr alles sagen, wollte ihr meine Gefühle gestehen als ich den alten Fort in der Auffahrt sah und den blonden Jungen, den ich schon in der Schule gesehen hatte als ich Renesmee abgeholt hatte. Sofort kroch wieder Wut in mir hoch. Eifersucht packte mich. Was macht er hier? Ich schlich ums Haus und wollte durch die Terrassentür hinein gehen als ich SIE mit dem Telefon in der Hand stehen sah. Sie fragte um Erlaubnis mit IHM ins Kino gehen zu dürfen. Ich spürte wie in mir etwas kaputt ging. Es war also genau wie mit Bella dachte ich. Das normale Mädchen zieht den Vampir vor und das nicht normale Mädchen den Jungen. Anscheinend hatte ich in diesem Haus keinen wirklichen Platz. Sie legte auf. „Kino also? Na dann viel Spaß.“, brachte ich Tonlos über meine Lippen. „Musst du dich so anschleichen? Ich hab fast einen Herzinfarkt bekommen.“, scherzte sie. Doch mir war nicht nach Scherzen zumute. In mir war was gestorben glaubte ich. . „Keine Sorge Renesmee, es ist nicht dein Herz welches aufhören kann zu schlagen.“ Ohne eine weitere Geste ging ich an ihr vorbei die Treppe rauf. „Jake?“ hörte ich sie sagen und einen kurzen Augenblick später hielt sie mich am Arm fest. Feuer und Eis… Die wahrscheinlich letzte Berührung die ich von ihr bekommen würde. „Was hast du?“ Ihre Augen blickten mich traurig an. Du Heuchlerin dachte ich. Wie kannst du mich festhalten, wenn da jemand auf dich wartet. „Dein Freund wartet Nessie. Verschwinde.“, es quälte mich, die Worte zu sprechen, meinte ich doch das genaue Gegenteil. „Wieso bist du so?“, nur mühsam brachte sie die Worte über ihre Lippen. Die Traurigkeit war ihr nun deutlich anzusehen. Weil ich dich liebe, dachte ich. Und ich dich nicht aufhalten will. Weil ich will das du Glücklich bist und du es nicht mit mir sein kannst. Weil du alles bist und mein Herz nichts wert ist wenn du es nicht haben willst. Trauer überrannte mich, als mir klar wurde, dass ich sie nicht haben kann, dass sie mich nicht haben will. Und dann wurde mir klar, dass ich einen klaren Strich ziehen muss, ein klares Ende setzten muss um ihr wenigstens die Chance zu geben glücklich zu sein. „Ich bin so, wie ein Freund… ein Bruder eben ist. Deine Freunde warten Renesmee und ich hab auch keine Zeit. Also geh jetzt und hab viel Spaß mit deinen neuen Freunden.“ Mit den Worten entriss ich ihr meinen Arm, was sie nicht zu bemerken schien, denn sie sah mich fassungslos an. „Wo willst du denn hin?“, erkundigte sie sich mit stotternder Stimme. Doch alles was ich sagte war: „Geh jetzt“, dann machte ich mich in zügigen Schritten in mein Zimmer. Unentschlossen was ich tun sollte stand ich im Raum. Ich fühlte, wie die Tränen sich einen Weg ins Freie kämpften und meine Kehle sich zuschnürte. „Jacob?“ Leises Flüstern war hinter der verschlossenen Tür zu hören. Schnell legte ich mir eine Hand vor den Mund um so das Schlurzen, welches sich in meiner Kehle bildete zu unterdrücken. „Renesmee?“, die widerliche Stimme des blonden Jungens ließ mich aufhorchen. Er befand sich im Haus, wie gerne wäre ich runter gelaufen und hätte ihn den Kopf abgerissen. „Ich hab mir nur eine Jacke geholt.“, schritte verrieten, das Nessie von meiner Tür verschwand. Langsam, müde ging ich zum Fenster und beobachtete wie das Auto davon fuhr. Sie war weg. Mit ihm. Wiederholte sich die Geschichte wirklich aufs Neue? Ist es wirklich so, dass ich wieder umsonst kämpfen werde und sie, die Liebe meines Lebens sich für einen anderen endscheidet? Ich griff unter meine Matratze und zog das in Ledergebundene Buch hervor. So viele Erinnerungen und geheime Gedanken waren darin enthalten. Ich wusste, dass Nessie es gelesen hatte. Doch sie verstand nicht, das SIE das Mädchen war um das es ging. Ist das vielleicht der Grund, warum sie sich für diesen Jungen endschieden hat? Ich schlug den letzten Eintrag auf, den ich am Morgen geschrieben hatte. Sie ist weg. Vor wenigen Minuten ist sie mit Alice zur Schule gefahren. Ich weiß nicht genau wie ich mit der neuen Situation umgehen soll. Tage, wenn nicht sogar Wochen haben wir nicht geredet. Ich hielt das nicht mehr aus, also habe ich die Initiative ergriffen und vor ihrer Zimmertür auf sie gewartet. Sie sah wie immer wunderschön aus. Ihre Harre zu einem Zopf gebunden und sie hatte diesen Braunen Pullover an. Sie stammelte etwas von sie würde nicht gut aussehen. Ist doch total lächerlich. Sie ist das schönste Wesen was es auf dieser Erde gibt. Dennoch. Ich hab was Dummes getan. Ich hab mich von ihrem Geruch berauschen lassen. Der Drang sie zu küssen, ich wusste ich halt das nicht mehr lange aus überrannte mich. Nur wenige Millimeter trennten ihre Lippen von den meinen. Ich konnte es nicht kontrollieren. Meine Atmung ging zu schnell und mein Herz raste wie ein Schnellzug. Doch ich wollte es so sehr, ich wollte sie fest halten und schmecken. Ich glaube sie wollte es auch. Sie war ganz locker, sie hatte sogar ihre Augen geschlossen. Wenn ich daran denke, werde ich noch immer ganz benommen. Alice unterbrach diesen Moment. Er hätte besonders sein können, doch die Realität rief mich zurück ins Leben. Ich werde sie abholen und dann werde ich ihr alles erklären, werde ihr sagen was ich fühle… Ich sah wie gebannt auf das Geschriebene und konnte nicht verhindern, dass mir die Tränen aus den Augen liefen. Wie hypnotisiert griff ich nach meinem Stift und schrieb unter dem bereits geschriebenen Text weiter. Ich hab sie von der Schule abgeholt. Sie freute sich mich zu sehen und das gab mir ein unglaublich gutes Gefühl. Es war ihr egal was die anderen dachten als sie meine Hand hielt und es war ihr egal was dieser blonde Junge dachte der mit ihr aus der Sporthalle kam. Sie war sehr Müde als sie aus der Schule kam, also ließ ich sie in Ruhe und ging in den Wald um meine Gedanken zu sammeln. Ich wollte es ihr sagen. Heute. Doch als ich zurück kam sah ich sie mit dem Rücken zur Tür stehend telefonieren. Ich hatte den blonden Jungen und ein dunkelhaariges Mädchen bereits vor der Tür gesehen. Sie wollte gehen. Wollte mit ihm weg gehen. Ich werde es aufgeben, werde sie aufgeben. Wenn sie einen Menschen will um glücklich zu sein dann werde ich es hin nehmen. Nie würde ich etwas tun um ihr, ihr Glück zu nehmen… Einen kurzen Augenblick dachte ich darüber nach, was ich schrieb dann schlug ich das Buch zu und warf es in die Ecke meines Zimmers. „Warum?“, die Worte kamen lauter als gewollt doch das war egal. Alles war von nun an egal. Ich war egal. Meine Existenz, mein Dasein. Müde und… einsam? Ja das war es was ich war. Einsam… ließ ich mich auf mein Bett fallen und legte mir die Hände aufs Gesicht. Stunden verharrte ich in dieser Position, bewegte mich nicht und hielt meinen Atem flach. Ich lauschte den Wind in den Bäumen, er schrie immer fort ihren Namen so schien es mir. Ich vernahm das Geräusch von Autoreifen auf Kies und schrak hoch. Sie war schon wieder da. Ich wusste dass die Autos der Cullens in der Garage standen und so konnte es nur der schäbige Fort des mir so verhassten Jungens sein. Ohne wirklich darüber nachzudenken sprang ich aus dem Fenster und lief in den Wald. Ich ließ meinen Körper beben und fühlte wie sich Flammen in mir ausbreiteten, dann stapfte ich mit meinen riesigen Pfoten in den Waldboden. Ich wollte nicht hören, wie sie sich von ihm verabschiedete, womöglich küsste und anfasste. Ich steuerte einen Baum an und ließ mich unter ihm nieder. Vielleicht bleibe ich einfach immer ein Wolf, überlegte ich. Ich müsse mir keine Gedanken mehr um Liebe und Verlust machen und Renesmee könnte Glücklich sein. Sie müsse sich nicht mehr mit meinen Launen rumschlagen und auch im Haus der Cullens würde es weniger Ärger geben. Das sanfte Auftreten von Füßen auf weichem Erdboden ließ mich horchen. Ich bewegte mich nicht, lag da wie versteinert, bis sie sich neben mich nieder ließ. „Es ist dumm wenn wir streiten Jake. Erst heute Morgen hatte wir uns vertagen und dann gegen Abend wieder so eine blöde Situation. Ich versteh das nicht.“ Ja unserer beinahe Kuss, heute Morgen war noch alles in Ordnung gewesen. Nessie ließ ihren Kopf gegen meine große Schulter fallen. „Ich hab mich mit Eva, sie ist eine Freundin von Tom…“, ich konnte mir ein Schnaufen nicht verkneifen als sie den Namen des Jungens aussprach. Lieber noch hätte ich geknurrt, doch das verkniff ich mir. „Ach komm schon er ist nett. Auf jeden Fall haben Eva und ich uns über dich unterhalten. Ich erzählte ihr, dass du mir nicht von deiner Freundin erzählen magst und dass ich aber weiß dass du eine hast. Eva sagte, dass du mich wahrscheinlich einfach nicht verletzten willst. Das du mir nur nichts von deiner Freundin erzählen willst, weil du denkst das es mich stören würde.“ Ich hörte mir ihr Gerede an ohne zu reagieren. Es war völlig absurd, dass sie so etwas ernsthaft glauben konnte. Sie atmete tief ein ehe sie weiter sprach. „Und dass du den Versuch mich zu Küssen bereust kann ich auch verstehen.“ Ruckartig richtete ich meinen Kopf in die Höhe. Was? Wie konnte sie nur glauben ich würde es bereuen? Sie fing an mich unter der Schnauze zu kraulen. Normalerweise endspannte ich mich bei dieser Geste immer sofort, doch dieses Mal ging es nicht. „Ich hab darüber nachgedacht. Naja erst war ich gekränkt das du es offensichtlich bereust, doch dann ist mir klar geworden dass der Kuss für dich und deine Freundin fatale Folgen gehabt hätte.“ Erklärte sie, doch das lief in eine völlig falsche Richtung. Ich richtete mich auf und fing laut an zu Winseln. „Jake… Ich bin dir nicht böse. Es war eben dumm aber wir sind Freunde und sollten solche Sachen besprechen.“ Wieder schnaubte ich. Was sollte das? Wollte sie mich foltern? „Vielleicht, wenn du irgendwann soweit bist, dann können wir ja mal zu viert weg gehen. Also du, sie Tom und ich. Ich glaube du verstehst dich prima mit ihm.“ Okay es reicht dachte ich. So funktioniert das nicht, ich muss mich doch zumindest verteidigen können. Ich ging auf zwei dicht nebeneinanderstehende Bäume zu. „Jacob warte doch mal.“, rief Nessie und lief mir nach. Ich blieb stehen und sah sie an, erst als sie stehen blieb ging ich weiter und verschwand im Schatten der Bäume. Es dauerte einen kleinen Moment länger mich zurück zu verwandeln, da ich innerlich so aufgewühlt war. „Ich werde ganz bestimmt nicht mit diesem Tom ausgehen. Wenn du und er ein Paar seid, dann ist das deine Sache. Doch ich halte mich lieber von ihm fern.“Ich versuchte die Worte ohne Emotion vorzutragen, doch bei dem nächst folgenden Satz konnte ich mich nur schwer beherrschen „Es ist nur gesünder für ihn.“ Ich hatte meine Hände zu Fäusten geballt. „Jacob was soll das? Könnten wir uns bitte ansehen wenn wir mit einander reden?“ Wo war sie nur mit ihren Gedanken? Ich täuschte ein gemeines Lachen vor als ich sagte „Das geht nicht. Du hast ja seit neusten eine Abneigung gegen meinen Körper. Und naja ich verstecke im Wald keine Kleidung.“ Sie sagte nichts, also sprach ich weiter. „Also du und dieser blonde Lover-Boy?“ „Was hast du gegen ihn? Er ist nett und er wechselt nicht ständig seine Laune wie es ihm gerade in den Kram passt. Und nein nicht ich und Tom. Ich kenn ihn doch gar nicht.“, zischte sie und machte ein paar Schritte auf mich zu. „Und was regst du dich eigentlich auf Jacob Black? Wenn es so wäre würde ich wenigstens kein Geheimnis daraus machen. Ich würde es dir erzählen. Nicht so wie du und deine…“ Ehe sie diese dumme These zu Ende aussprechen konnte unterbrach ich sie laut. „Ich habe keine Freundin Renesmee. Ich hatte noch nie eine Freundin. NIE. Was hast du immer damit? Wie kommst du auf diese absurde Idee ich würde eine andere lieben außer…“ Schnell hielt ich inne. Dumm Jacob so dumm. „Außer?“ hakte Nessie vorsichtig nach. So viel Gefühl lag in diesem einen Wort und ich schämte mich sogleich für meinen Emotionalen Ausbruch. „Wie kommst du auf die Idee das ich eine Freundin habe Nessie? Erklär es mir bitte.“, ich konnte es nicht verhindern, dass man die Verzweiflung in meinen Worten hörte. „Ich habe dein Tagebuch gelesen.“ „Mein…“, ich hatte also recht gehabt als ich das vermutete. Es war also ganz klar. Ich musste es gerade rücken, musste es ihr erklären. Jetzt oder nie, dachte ich und lief los ohne ein weiteres Wort. Noch ehe ich den ersten Schritt gemacht hatte, befand ich mich wieder in meiner Wolfsform. Binnen weniger Minuten stand ich in meinem Zimmer. Ich durchsuchte den Raum nach meinem Lederbuch. „Wo hast du es nur hingeworfen?“


Zuletzt von Young~Novelist am Fr 17 Dez 2010, 12:25 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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12. Teil 2... Die ersten Bilder sind die schlimmsten

Beitrag  Gast am Fr 17 Dez 2010, 12:23

Zu aller erst, ein riesen ES TUT MIR LEID, weil ich echt so extrem lange gebraucht habe. Es ist so viel passiert in den letzte, ja man könnte sagen Monaten, dass ich nicht dazu gekommen bin zu schreiben. Mein Sohn und die Therapie für ihn, der Stress mit der Arbeit und und und. Es tut mir wirklich leid. Ich hoffe ihr habt das Interesse an dieser Geschichte nicht verloren udn ich kann weiterhin auf leser zählen...

Das ist vorerst der letzte Teil aus Jacobs Sicht. Der nächste wird wieder aus Renesmees sein...

Ich werde versuchen, jeden Monat mindestens ein Kapitel online zu stellen.


*Jacobs Sicht*

Fast hysterisch ließ ich meinen Blick durch das Zimmer gleiten, bis ich mein Tagebuch in der hintersten Ecke des Zimmers neben einem Haufen Wäsche liegen sah. Schnell griff ich es mir und klappte die zuletzt beschriftete Seite auf. Wenn sie einen Menschen will um glücklich zu sein dann werde ich es hin nehmen. Nie würde ich etwas tun um ihr, ihr Glück zu nehmen… Gebannt sah ich auf den Satz. Ich hatte nicht mehr viel Zeit, jeden Augenblick würde sie das Haus betreten. Ich hörte sie bereits mit Edward auf der Veranda sprechen. Was hatte ich schon zu verlieren? Ich griff nach einem schwarzen Stift und ließ die Verschlusskappe auf den Boden fallen. Mit zitternder Hand schrieb ich einen aller letzten Satz quer über die Seite und schlug es dann wieder zu. Noch einmal atmete ich tief durch, dann ging ich in ihr Zimmer. Ich musste nicht warten, ich hatte mich gerade auf ihr Bett gesetzt, als sie in den Raum kam. In meinen Gedanken herrschte ein heilloses Durcheinander. Hunderte Gefühle wühlten in mir. Angefangen von Freude, weil ich sie sah bis hin zu Angst, weil ich nicht wusste, welch ein Ende es nehmen würde. Es gibt kein Zurück, dachte ich – Versuchte ich mir selbst Mut zu schöpfen. Vorsichtig nahm sie neben mir Platz, mustere meine Gesichtszüge genau. Sie kannte mich so gut wie niemand anderes. Sah sie wie sehr ich in diesem Augenblick litt?
Noch eh sie etwas sagen oder Fragen oder mir vermutlich Vorwürfe machen konnte, riss ich die ersten Worte an mich. „Ich wollte nicht einfach weg laufen. Ich wollte nur richtig mir dir reden und das ist unbekleidet kaum machbar gewesen.“ „Ist schon in…“ „Unterbrich mich bitte nicht Renesmee. Das hier ist schon schwer genug für mich.“ Ich stand auf und holte laut und tief Luft. Endschlossen stellte ich mich mit dem Rücken zu ihrem Kleiderschrank und klappte das Buch, welches ich krampfhaft in den Händen hielt auf. „Ich möchte dir etwas vorlesen und ich bitte dich mich nicht zu unterbrechen.“, ich fühlte mich wie ein kleiner Junge der vor einer großen Klasse ein wichtiges, aber kompliziertes Referat vortragen musste. Klein und schwach. „Ich will das nicht hören. Ich will nicht hören was du über dieses Mädchen geschrieben hast. Es macht mich… Also es macht mich irgendwie wütend. Ich kann es auch nicht erklären.“ Nessie verhaspelte sich mehrmals in ihren Worten. Auch sie schien sichtlich nervös zu sein. „Nessie… Bitte.“, flehte ich sie an und richtete dann mein Augenmerk auf das Buch. „Heute habe ich zum ersten Mal gespürt wie sehr ich sie brauche. Schon jetzt entwickeln sich Gefühle in mir, die nicht angemessen sind. Ich weiß dass ich es nicht ändern kann, und ich weiß auch dass es nicht nur allein meine Endscheidung ist, doch das Warten macht mich fast verrückt. Wenn ich ihr doch nur sagen könnte wie es wirklich ist, wenn ich ihr doch einfach alles erklären könnte. Doch ich kann es nicht. Ich muss warten wie es abgemacht war, warten bis die Zeit gekommen ist und ich ihr von meinen tief eingebunden Gefühlen erzählen kann. Es frisst mich auf, es betäubt meinen Körper… Der Gedanke, dass sie mich vielleicht gar nicht wollen könnte...“, Ich trug den ersten Abschnitt aus dem Buch vor. Den ersten Abschnitt, den ich bewusst über sie geschrieben hatte. Sie war noch ein Kind, sah noch aus wie ein Kind und ich schämte mich so viele Male, dass ich diese tiefen Gefühle für sie nicht unter Kontrolle hatte. „Ich will das nicht hören Jacob.“, sie sah so verletzt aus, so traurig und dennoch glühte ein Hauch Zorn in ihren schönen Augen. „Du willst antworten, und die bekommst du jetzt. Du willst wissen wer das Mädchen ist das ich liebe… Ich werde es dir sagen also hör zu.“ Ich sah wie ihr Körper anspannte, konzentrierte mich aber auf mein Buch. „Ihre Haut, ihre Haut macht mich wahnsehnig. Immer wenn ich sie berühre möchte ich ihr am liebsten sagen wie sehr ich sie liebe, möchte sie küssen und fest an mich gedrückt halten. Ihre großen Augen, wie sie mich anstrahlen. Es gibt mir das wärmste Gefühl auf der Welt. Manchmal kommt es mir so vor als sei alles perfekt, doch dann plötzlich ist es das nicht mehr. Wir fahren auf den Markt und ich bin schon so aufgeregt. Ich weiß nicht ob ich noch lange an mich halten kann, oder ob mich meine Sehnsucht sie zu küssen bald überwältigt. Wie würde sie reagieren? Stößt sie mich weg? Könnte ich es ertragen abgewiesen zu werden? Ich glaube eine Abweisung von ihr würde mich zerstören. Ich bin mir nicht sicher ob ich es mir nur einbilde, aber ich glaube sie hat ebenfalls Gefühle für mich. Manchmal benimmt sie sich so merkwürdig. Sie starrt mich an, durchbohrt mich mit ihrem Blick und wenn ich sie dabei erwische, dann bekommt ihre sonst so blasse Haut einen rosa Schimmer. Ich liebe es wenn ihr die Farbe ins Gesicht steigt…“ kurz hielt ich inne um ihre Reaktion abzuschätzen. Noch immer saß sie steif auf ihrem Bett und sah mich an. „Du kennst diese Abschnitte?“ ein kaum sichtbares Nicken folgte zur Antwort. „Gut, dann weiter… Dieser Tag hätte so schön werden sollen. Er fing so perfekt an. Sie hatte wieder diesen Ausdruck in ihren Augen als sie meinen nackten Oberkörper sah. Ihr Gesicht wurde dunkelrot. Ich kann gar nicht sagen wie sehr ich diese Farbe in ihren Wangen liebe. Doch es kam anders. Anspannung lag zwischen uns die sich nicht verbergen ließ. Die Fahrt zum Markt verbrachten wir schweigend. Ich kämpfte mit mir ob es der richtige Zeitpunkt war um ihr meine Gefühle zu gestehen. Sie sah mich an. Die ganze Zeit sah sie mich an. Es brachte mich fast um den Verstand ihren Blick auf mir zu spüren. Als ich mich über sie beugte um ihr die Tür zu öffnen musste ich mich zusammenreißen sie nicht an mich zu reißen. “ Ich konnte das Klicken in ihrem Kopf fast hören, als sie ruckartig, mit weit aufgerissenen Augen ihren Kopf hob. „Als der Tag zu Ende war verschwand ich von ihr. Ich hielt es nicht aus in ihrer Nähe zu sein. Es tat weh. Sie machte mir, für sie wahrscheinlich unbewusst klar, dass ich nur ein Freund für sie sei.“ „Jacob…“, unterbrach Nessie mich leise und mit trauriger Stimme. „Lass mich zu Ende lesen Nessie.“ Ich konnte nicht verhindert, dass der gesamte Schmerz der letzten Wochen in mir auf kam und sich Tränen in meine Augen schlichen. „Wir haben uns gestritten. Sie redete von einem Mädchen das ich lieben würde. Wie kommt sie auf die Idee ich könnte jemanden lieben? Seit Tagen reden wir kein Wort mehr mit einander. Sie sieht mich nicht einmal mehr an. Es tut so weh von ihr ignoriert zu werden. Ich lungere um sie herum wie ein Schatten, doch sie sieht mich nicht. Manchmal spiele ich mit dem Gedanken fort zu gehen, einfach weg um vielleicht mit den Schmerzen zu Recht zu kommen. Doch ich weiß ich würde es keinen ganzen Tag aushalten ohne in ihrer Nähe zu sein. Was soll ich bloß machen? …
Morgen beginnt ihr erster Schultag… Was ist, wenn sie dort jemanden kennenlernt und sich verliebt? Ich müsste sie gehen lassen, das weiß ich, doch ich würde es nicht können. Niemand könnte gut genug für sie sein.“ Ich tarnte ein Schlunzen mit einem Schlucken. Es fiel mir schwer nicht komplett die Fassung zu verlieren und vor ihr auf die Knie zu fallen um all meinem Schmerz Ausdruck zu verleihen. Mit zitternden Fingern blätterte ich die Seite um, die mich von dem letzten Eintrag trennte. „Der letzte Eintrag… Sie ist weg. Vor wenigen Minuten ist sie mit Alice zur Schule gefahren. Ich weiß nicht genau wie ich mit der neuen Situation umgehen soll. Tage, wenn nicht sogar Wochen haben wir nicht geredet. Ich hielt das nicht mehr aus, also habe ich die Initiative ergriffen und vor ihrer Zimmertür auf sie gewartet. Sie sah wie immer wunderschön aus. Ihre Harre zu einem Zopf gebunden und sie hatte diesen Braunen Pullover an. Sie stammelte etwas von sie würde nicht gut aussehen. Ist doch total lächerlich. Sie ist das schönste Wesen was es auf dieser Erde gibt. Dennoch. Ich hab was Dummes getan. Ich hab mich von ihrem Geruch berauschen lassen. Der Drang sie zu küssen, ich wusste ich halt das nicht mehr lange aus überrannte mich. Nur wenige Millimeter trennten ihre Lippen von den meinen. Ich konnte es nicht kontrollieren. Meine Atmung ging zu schnell und mein Herz raste wie ein Schnellzug. Doch ich wollte es so sehr, ich wollte sie fest halten und schmecken. Ich glaube sie wollte es auch. Sie war ganz locker, sie hatte sogar ihre Augen geschlossen. Wenn ich daran denke, werde ich noch immer ganz benommen. Alice unterbrach diesen Moment. Er hätte besonders sein können, doch die Realität rief mich zurück ins Leben. Ich werde sie abholen und dann werde ich ihr alles erklären, werde ihr sagen was ich fühle…“ Meine Worte verstummten und ich rief mir einen kurzen Moment diesen perfekten Augenblick in den Kopf. Ich hatte wirklich geglaubt, dass sie mich liebt, hatte auf dem Flur wirklich geglaubt sie würde mich genau so wollen wie ich sie wollte. Eine Träne lief über meine Wange und tropfte auf die beschriebene Seite des Tagebuchs. Dort wo sie aufkam, verschwamm die Tinte. „Willst du den letzten Rest auch noch hören?“, fragte ich leise, ich konnte nicht mehr sprechen, hatte meine Kraft verloren. Völlig bewegungslos sah sie mich an und nickte bloß. „ Ich hab sie von der Schule abgeholt. Sie freute sich mich zu sehen und das gab mir ein unglaublich gutes Gefühl. Es war ihr egal was die anderen dachten als sie meine Hand hielt und es war ihr egal was dieser blonde Junge dachte der mit ihr aus der Sporthalle kam. Sie war sehr Müde als sie aus der Schule kam, also ließ ich sie in Ruhe und ging in den Wald um meine Gedanken zu sammeln. Ich wollte es ihr sagen. Heute. Doch als ich zurück kam sah ich sie mit dem Rücken zur Tür stehend telefonieren. Ich hatte den blonden Jungen und ein dunkelhaariges Mädchen bereits vor der Tür gesehen. Sie wollte gehen. Wollte mit ihm weg gehen. Ich werde es aufgeben, werde sie aufgeben. Wenn sie einen Menschen will um glücklich zu sein dann werde ich es hin nehmen. Nie würde ich etwas tun um ihr, ihr Glück zu nehmen…“ Ich klappte das Buch zu und reichte es ihr. „Du darfst alles lesen wenn du es möchtest. Ich will keine Geheimnisse mehr vor dir haben. Ich werde dir nicht im Weg stehen wenn du Freunde haben willst. Ich will dass du glücklich bist und es tut mir leid, dass ich mich wie ein Idiot benommen habe.“ Sie sah mich einfach nur an. Überlegte sie? War es ihr egal was darin stand? Ich glaubte ich würde jeden Augenblick zusammen brechen. Nie zuvor hatte ich solche Ängste durchgestanden, nicht einmal, als Bella im Sterben lag und das Dämonenkind gebar. Die bloße Vorstellung, dass Renesmee mich nicht wollen würde brachte mich langsam, Stück für Stück um. „Es steht noch ein letzter Satz darin.“, flüsterte ich leise und endlich streckte sie ihre Hand nach dem Buch aus um es an sich zu nehmen. Sie schlug es auf und für einen unnennbaren Zeitraum stand mein Herz völlig Still. „Ich… Also…“, stammelte sie. Mir war klar, dass sie sofort etwas dazu zu sagen hatte. „Du musst nichts sagen. Es tut mir leid, dass ich so lange gewartet habe und dass dadurch alles kaputt ging.“ Von ihrer Schönheit- und dem Drang ihr Nah zu sein- angezogen ging ich auf sie zu und kniete mich vor ihr hin. Zärtlich legte ich mein Hand auf ihre Finger. Es tat gut ihre Kühle zu spüren, glaubte ich nämlich innerlich zu verbrennen, so heiß war mir. „Es ist spät und du solltest schlafen. Morgen musst du wieder munter sein.“, sagte ich so feinfühlig wie es ging. Ich sah ihr an, das sie Müde war und schlaf brauchte. Sie brauchte Ruhe, um sich über alles Gedanken zu machen. Brauchte Schlaf um alles zu verarbeiten. Und ich brauchte Ruhe um innerlich zu sterben und zu versuchen den Schmerz zu verarbeiten den ich die letzten Stunden in mir hatte. „Bleibst du bei mir.“ Ihre Worte kamen leise und Kindlich über ihre Lippen. Ich sollte bei ihr bleiben? Ich? Sofort war der Schmerz verschwunden und dieser kleine Funken Hoffnung flammte wieder in mir auf. „Wenn du es willst.“, ich versuchte meine Worte gelassen klingen zu lassen, doch sie kamen rau und leise über meine Lippen. „Ich will es.“ Sie wollte es. Ich nahm ihr das Buch aus den Händen und legte es auf ihren Schreibtisch. Ich hatte nicht vor es wieder in mein Zimmer zu bringen. Es war nun ihres, ihr Eigentum. Meine Gedanken und Geheimnisse gehörten fort an ihr. „Ich geh eben raus und warte bis du dich umgezogen hast. Ich muss auch noch schnell was machen.“ Mit den Worten verließ ich ihr Zimmer und hastete in meins. Ich verschloss leise die Tür um sicher zu gehen, dass ich nicht gestört werde. Ich muss nichts machen, dachte ich. Ich wollte flüchten, einen kleinen Augenblick für mich haben, einen kurzen Augenblick nur. Ich ließ mich auf die Knie fallen und legte die Hände vors Gesicht. Mein Atem kam stoßweise und unregelmäßig. Ich hatte es geschafft, hatte ihr meine Gefühle gestanden und meinem Herzen Luft gemacht, dennoch ging es mir in dem Augenblick nicht besser. Die Angst und die Ungewissheit, wie sie fühlte fraßen mich auf. Erschöpft erhob ich mich vom Boden und zog mir meine Kleidung aus. Ich betrachtete mich im Spiegel, kontrollierte die Konturen meines Gesichtes, die Wölbungen meiner Muskeln. „So und nicht anders wolltest du es Jacob.“, flüsterte ich. Ich erlitt gleich zwei Flüche. Zum einen, der ewig junge Wolf, der Freunde und Familie sterben sah zum anderen der dumme Junge, gefangen im Haus der Cullens, gebunden an die eine Person. Ich Griff nach meiner Schlaf-Shorts und zog sie mir über. Noch einmal warf ich einen Blick in den Spiegel. Meine Augen waren leicht geschwollen und rot unterlaufen. Ich seufzte kurz auf und beschloss dann, dass es egal sei. Sie hatte mich weinen sehen, sie würde nicht auf die Idee kommen, dass ich meiner Trauer noch einmal für mich allein Platz geschaffen hatte. Ich schaltete den Lichtschalter aus und ging über den Flur wieder in ihr Zimmer. Sie saß im Schneidersitz auf ihrem Bett und hatte ein einfaches T-Shirt an. Nicht mal eine Schlafshort… Warum foltert sie mich so? Als sie mich ansah stieß ein kleines Lachen aus ihrer Kehle, welches sie sofort zu unterdrücken versuchte. Lachte sie mich aus? Sah sie dass ich heimlich geweint hatte und lachte deswegen? Ich sah ihr direkt in die Augen und erkannte, dass sie auf meine Short blickte. Das war also der Grund ihres Lachens. Die hässliche Enten-Short die ich grundsätzlich nur Ihretwillen trug. Leise schloss ich die Tür und legte mich ohne ein Wort zu ihr ins Bett. Sofort gab sie mir ein Stück ihrer Decke und wieder genoss ich die Kälte die von ihr ausging. Wir schliefen nicht. Ich nicht, weil mein Herz so schnell gegen meine Brust schlug, dass ich glaube es würde jeden Moment durch sie hindurch brechen. Der Grund dafür waren zweifellos die Gedanken die ich in meinem Kopf hatte, die dadurch hervorgerufen wurden, dass ich Nessie ihre nackte Beinhaut an meinem spüren konnte und ich mir immer wieder vorstelle wie es wohl wäre meine Hand über ihre Schenkel gleiten zu lassen. Durch diese Gedanken verkrampfte ich mich so sehr, dass es mich schmerzte, doch ich hatte Angst, wenn ich mich endspannen würde, dass ich meine Hände nicht unter Kontrolle halten könne. Nessie lag eben so still. Ich wusste, dass sie nicht schlief, weil ich hin und wieder einen kleinen Blick in ihre Richtung riskierte und sah, dass sie starr an die Decke blickte. Die Vögel begannen zu singen und gaben uns das Zeichen, dass die Sonne bereits am aufgehen war. Die Nacht war überstanden. „Ich werde jetzt aufstehen, damit du dich fertig machen kannst.“ Obwohl ich flüsterte, waren meine Worte laut. Es schien als würde ich sie schreien. Noch ehe ich aufstehen konnte, lagen Renesmees kalten Hände um meine Hand verschlungen. „Holst du mich ab? Also von der Schule?“ fragte sie fast flehend. Das Gefühl ihrer Hände, wie sich mich fest bei sich hielten, diese Geste des Besitzes… Wie sollte ich nein sagen? Ich umschloss ihre Finger und kreiste mit dem Daumen darüber. „Wenn du mich darum bittest, wie könnte ich da nein sagen?“ Ich richtete mich auf und spürte wie die Decke von mir rutschte. Nessie mustere mich eindringlich, was mir auf unerklärliche Weise peinlich war, denn ich hatte Angst sie könne etwas an mir entdecken, dass ihr nicht gefiele. „Vielleicht… Also wenn du willst… Ich kann dich auch hinfahren.“, schlug ich vor und hoffte gleichzeitig, dass es nicht zu aufdringlich erschien. „Es würde mich freuen wenn du mich bringst.“ Sie sah mich an, sah mir aber nicht in die Augen. Es schien als untersuchte sie mein Gesicht. Doch ich konnte mir darüber keine Gedanken mehr machen. Sie hatte ja gesagt, hatte ja gesagt dass ich sie bringen durfte. „Dann geh ich jetzt damit du dich fertig machen kannst.“ Ich riss mich zusammen, doch am liebsten hätte ich sie an mich gerissen, sie und die ganze Welt, so viel Glück spürte in mir.

Müde stütze ich meinen Kopf in meiner Hand und rührte in meinen Cornflakes rum. Erst als Bella anfing Nessie zu begrüßen fing ich an zu essen. Doch die Unterhaltung gefiel mir nicht sonderlich und machte meine Laune zu Nichte. Es ging um ihre Verabredung des gestrigen Abend und ob wir nun mit Menschenbesuch zu rechnen hätten. Wen interessierte das? Würde dieser blonde Junge nur noch ein einziges Mal seinen Fuß in dieses Haus setzten, so würde ich ihn eigenhändig in Stücke reisen und seinen widerlichen zerbrechlichen Körper fressen, damit ihn niemals jemand finden würde. „Warum bist du eigentlich schon wach? Du hättest doch ausschlafen können.“, richtete Bella nun ihr Augenmerk auf mich. „Ich kann nachher noch immer schlafen.“ Is fiel mir schwer ein knurren zu unterdrücken, denn ich war noch immer mit meinen Gedanken dabei den Jungen auf den unterschiedlichsten Arten schmerz zu zufügen. „Auf mich machst du den Eindruck, dass du jeden Moment mit deinem Kopf in die Cornflakes fällst.“ Es sollte wohl ein Scherz sein, doch mich reizte diese Aussage nur. Merkte Bella denn nicht, dass ich nicht mit ihr reden wollte? „Ich fahr Nessie in die Schule, deswegen bin ich so früh wach.“ „Aber wieso fährst du nicht mit Alice?“ Gut, sie ließ von mir ab und widmete sich wieder ihrer Tochter. „Weil ich es will deshalb.“, grummelte diese und nahm einen großen Schluck Milch. „Können wir?“, fragte Nessie als ich mir gerade einen Löffel mit pampigen Flakes in den Mund schob. Ich nickte nur und stand sofort auf um zur Spüle zu gehen. Schnell schob ich mir noch ein paar Löffel in den Mund um den Rest dann in den Ausguss zu schütten. „Ihr habt doch noch Zeit.“, stellte Bella verwundert fest als sie auf die Uhr über der Tür sah. „Schon, aber ich muss noch eine Kleinigkeit für die Schule machen“ Nessi zog mich am Arm hinter sich her. Sie ließ mich erst los, als ich ihr die Autotür auf hielt und sie eingestiegen war. Als ich neben ihr saß, fiel mir auf dass sie keine Bücher geschweige denn eine Tasche dabei hatte. „Brauchst du keine Bücher oder so?“, fragte ich vorsichtig nach. „Mist.“, stöhnte ich genervt. „Gestern hatte ich meine Tasche auch beinahe vergessen.“ Sie wollte schon nach dem Türgriff greifen, doch ich kam ihr zuvor. „Ich hol sie.“, sagte ich und war auch schon aus dem Wagen verschwunden. Schnell eilte ich wieder ins Haus und an der Küche vorbei wo Bella mir hinterher sah, die Treppe hinauf und in ihr Zimmer. Gott es roch zu gut. Die Mischung unseres Körpergeruchs ergab eine unglaubliche Gesamtnote. Ich griff nach ihrer Tasche und sah mich noch einmal um, dann ging ich wieder die Treppe hinunter. „Tschüss Bella.“, rief ich und sie Lächelte mich an. Ich kannte sie besser als sie glaubte. Es wurmte sie, dass sie nicht wusste was Nessie dachte. Ich öffnete die Fahrertür und meine Liebe schrag etwas zusammen, endspannte sich aber gleich wieder wie es schien. „Hat etwas gedauert. Tut mir leid.“ Ich grinste sie leicht an und startete den Motor. „Macht gar nichts“, murmelte sie, ihre Augen waren verschlossen. Sie sah so müde aus. „Du bist sehr müde oder? Ich hätte vielleicht doch in meinem Zimmer schlafen sollen.“ Sanft strich ich ihr eine Locke von der Stirn. „Du bist auch nicht viel wacher als ich. Und auch wenn du nicht bei mir geschlafen hättest, wäre ich kaum zu Schlaf gekommen.“ Sie öffnete ihre Augen und sah direkt in meine. Sofort machte sich dieses wohlige warme Gefühl in mir breit. „Was musst du denn noch für die Schule machen?“ „Nichts. Ich hatte nur keine Lust auf stundenlange Gespräche zu Hause.“, sie sagte es so trocken dass ich mir ein Lachen nicht verkneifen konnte. „Jede Wette, dass es Bella wahnsinnig macht nicht zu wissen was los ist.“, prustete ich. Der Gedanke daran, was Bella sich in ihrem Kopf zusammen reimte war mehr als belustigend für mich. . „Was genau ist denn los?“ Nessie musterte mich genau. „Ich weiß es nicht. Also ich weiß nicht was bei dir los ist. Was bei mir los ist, dass ist klar doch für dich kann ich nicht sprechen.“ Noch immer Lächelte ich. Meine Laune war binnen Sekunden auf Hochtouren. Mit ihr allein in einem kleinen Auto zu sein, nicht zu streiten und zu wissen, dass sie weiß, dass ich sie liebe, gab mir ein gutes Gefühl, das durch nichts zu bremsen war. „Ich weiß nicht.“, die Worte hörten sich an wie ein Geständnis. „Das ist nicht schlimm Nessie.“, versuchte ich sofort ihr ein gutes Gefühl zu vermitteln „Ich hab dich überrannt. Ich wollte nur dass du weißt dass ich dich liebe. Aber ich verlange nicht, dass du mir sofort deine Gefühle eröffnest. Werde dir bewusst was du willst. Ich bin dein, so oder so.“ Es tat gut die Worte einfach so auszusprechen ohne über die möglichen Konsequenzen nachzudenken. Vor uns tauchte die riesige Schule auf und ich steuerte langsam eine Parklücke an und als ich zum stehen kam schaltete ich den Motor ab. „So da wären wir.“ Nessie sah sich auf dem Parkplatz um und legte ihre Stirn in Falten. Ich ließ sie, schwieg und hoffte sie würde ihre vermutlich Wirren Gedanken sortieren können. Immer mehr Schüler versammelten sich nach und nach und bildeten kleine Grüppchen. Ich sah Eva, dass dunkelhaarige Mädchen das mit Tom bei uns am Haus war um Renesmee abzuholen. Sie hielt einen großen Jungen mit dunklen Haaren an der Hand und lächelte ihn an. „Willst du nicht zu deinen Freunden gehen?“, fragte ich und deutete auf Eva und ihren, ich gehe mal davon aus, Freund. „Nein. Ich bleibe noch ein bisschen bei dir.“ Antwortete Nessie und blickte zu mir auf. Ich konnte nicht vermeiden, dass sich ein breites Lächeln auf meinen Lippen bildete. Sie wollte mich noch nicht verlassen und das stimmte mich nur mehr als zufrieden. „Zeig mir doch die Schule. Deinen Klassenraum oder die Cafeteria.“ Nessie dachte kurz nach, stieg dann ohne zu Antworten aus dem Wagen. Ich tat es ihr gleich und bereute mein Angebot sofort, als Nessi´ s Freundin nach ihr rief. „Hallo.“, rief Renesmee zurück und lachte. „Das war es dann wohl mit einer Führung durchs Schulgebäude.“ Ich lachte und hoffte sie würde die Endtäuschung in meiner Stimme nicht hören. Endschuldigend sah Nessi mich an. „Es ist kein Problem. Ehrlich.“, log ich und legte ihr einen Arm um die Schulter. Sie schüttelte ihn nicht ab und wieder überkam mich eine Welle des Glücks. Doch ihr Gesichtsausdruck veränderte sich, wurde traurig und ernst. Was hatte sie? „Komm.“, bestimmt griff sie nach meinem Ellenbogen und zog mich mit sich. „Ich stell dich Eva und Daniel vor.“ Ich wehrte mich nicht dagegen, freute ich mich doch an ihrem Leben teil haben zu können. Als wir bei ihren Freunden ankamen lag ihre Kühle Hand noch immer auf meinem Arm. Langsam glitt sie ihn hinunter bis sie schließlich meine Hand erreichte und sich unsere Finger mit einander verschränkten. Ich hätte fast fliegen können vor Glück. „Eva, Daniel. Hallo ihr zwei. Darf ich euch Jacob vorstellen?“ Ich ergriff die Freundliche Hand die ich von Daniel gereicht bekam und Lächelte ihn höfflich an. „Wir haben schon von dir gehört. Du bist ja echt riesenhaft.“, lachte Daniel und sah zu mir auf. „Ich bin Daniel Lesart.“ „Jacob Black“, lachte ich „Freut mich ebenfalls euch kennen zu lernen. Wie ich hörte hattet ihr einen schönen Abend. Es ist schön das Nessie so schnell Freunde gefunden hat.“ Auch Eva gab ich die Hand und stellte mich vor. Ihre Blicke ließen mich erneut auflachen. „Du gehst hier nicht zur Schule oder?“, erkundigte sich Daniel „Nein. Ich mache ein Fernstudium von zu Hause aus.“ Eva zog Nessie am Ärmel und zwang sie so mit sich zu kommen. Ihre laute Art zu flüstern machte es mir nur all zu leicht sie zu belauschen. „Du hast nicht erwähnt, dass Jacob aussieht wie die Abbildung eines Gottes. Ich meine… Also… WOW.“ Sagte sie und sah zu mir rüber. Ich lächelte sie an und Eva begann zu kichern. Es war lustig zu beobachten wie normale Mädchen, Menschliche Mädchen auf mich reagierten. Ich beobachtete das verhalten auch bei den anderen Schülern, die nach und nach auf den Schulparkplatz kamen und mich musterten. Die Blicke der Jungs waren mit Neid erfüllt und die Mädchen musterten mich als ei ich die Männliche Perfektion. Ich blickte auf die Große Uhr, die über dem Eingang der Schule hing und stellte mit Bedauern fest, dass es Zeit für Nessie war in ihre Klasse zu gehen. „Ich werde dann jetzt erst mal verschwinden. Wann hast du Schulschluss?“, so gut es ging versuchte ich die Trauer über den bevorstehenden Abschied zu verdrängen. „Um sechzehn Uhr.“, murmelte Nessie. Auch sie schien unglücklich über den Abschied zu sein. Unter normalen Umständen wäre ich glücklich darüber gewesen zu wissen dass sie mich bei sich wolle, aber aus irgendeinem Grund machte mich ihre Trauer nur noch trauriger. „Ich steh dann also um sechzehn Uhr wieder hier okay?“, versuchte ich sie durch meine Worte aufzumuntern. Doch es gelang mir nicht wirklich. „Ich freu mich schon.“ Ich legte meine Hand auf ihre Wange und beugte mich zu ihr hinunter. „Ich werde dich vermissen.“, flüsterte ich in ihr Ohr. „Ach es ist ja nicht für lang.“ Die Worten klangen gequält hervor gepresst und ich schenkte ihnen keine Aufmerksamkeit. Sanft legte ich meine Lippen auf ihre Stirn und küsste diese. Ein wohliger Seufzer brach aus Renesmee ihrer Kehle, den ich nur bereitwillig erwiderte. Nur unter Zwang löste ich meine Lippen von ihr. Bevor ich mich von ihr abwandte Zwinkerte ich ihr einmal zu, dann machte ich mich davon. „Bis bald Daniel, Eva. Hat mich gefreut.“, rief ich noch schnell und hob meine Hand zum Abschied. „Uns auch. Wir sehen uns ja nachher nochmal.“ Ich stieg in meinen Wagen du fuhr vom Parkplatz. Meine Gedanken kreisten nur darum, dass sie mich festhielt als ihre Freunde da waren, dass sie mich nicht abwerte als ich sie küsste, dass sie mich genauso vermissen würde wie ich sie. Ich fuhr die lange Straße entlang grinste wohlig vor mich hin.

Ich parkte den Wagen in der Garage und begab mich ins Haus. Emmett saß in der Stube und spielte mit seiner Playstation. Als er mich erblickte grinste er breit. „ Alles klar?“, fragte ich und ließ mich neben ihm nieder. „Ich kann nicht klagen und bei dir?“ Emmett musterte mich innig, ließ aber das grinsen auf seinen Lippen nicht verschwinden. „Auch.“, antwortete ich knapp. „Denk ich mir. Du schläfst also mit der Tochter vom Chef.“ Er hatte die Worte noch nicht ganz ausgesprochen, da brach er schon in schallendes Gelächter aus. „Sehr witzig Emmett.“, knurrte ich. „So ist das nicht.“ „War doch nur Spaß Alter, mach dir nicht ins Hemd. Du weißt ich bin der letzte der da was gegen hat.“ Ja Emmett war der letzte. Er freute sich wenn ich mich freute. Er war mein Freund, der Beste den man haben konnte. „Glaubst du Edw…“ „Ach Jake.“, unterbrach er mich „Die Regeln waren klar gestrickt. Du wartest bis sie in die Schule geht, dann liegt es an ihr. Du hast nichts falsch gemacht.“ Emmett seine Worte taten gut, sie bauten auf. „Hör zu ich leg mich hin ich hab die nach nicht wirklich geschlafen.“ Sofort bildete sich wieder das breite grinsen auf seinen Lippen, als ich die Worte ausgesprochen hatte. „Nicht was du denkst. Also manchmal glaube ich hast du nichts anderes im Kopf.“ Ruckartig sprang Emmett auf und Schlug mir spielerisch auf die Schulter. „Jetzt wo du es sagst Alter, wo ist eigentlich mein Weibchen?“ Lachend ging Emm aus der Stube und ließ mich allein. Kurz überlegte ich ob ich noch eine Kleinigkeit zu Essen zu mir nehmen sollte, endschied mich dann aber dagegen und ging nach oben in mein Zimmer um ein wenig Schlaf nachzuholen.
Es dauerte nicht lange und ich war tief eingeschlafen. Erst das brutale Rütteln ließ mich aufschrecken. „Jacob wach auf.“, rief Alice als sie auf mich drauf sprang. „Alice? Was machst du hier… Ist was mit Nessie“ Ich sprang auf die Füße und schupste sie von mir runter. „Das hätte auch weh tun können“, lachte sie als ihr Kopf gegen den Schrank knalle und sich ein kleiner aber tiefer Riss bildete. „Mit deiner Liebsten ist alles in Ordnung ich hatte eine Stunde früher Schluss und konnte nicht sehen dass sie mit mir nach Hause fahren würde also nehme ich an du wirst sie holen?“ Ich nickte still und versuchte das schlechte Gefühl wieder verschwinden zu lassen. „Ich bin fast gestorben vor Schreck.“, gestand ich kleinlaut. „Stell dich nicht immer so an.“ Alice schenkte mir ein kleines Lächeln und klopfte mir gegen die Schulter. „Wenn ich dich nicht wach gemacht hätte dann hättest du verschlafen und sie nicht abgeholt.“ Ich rieb mir mit dem Handballen über die Augen und streckte meinen Nacken. „Danke Alice.“ Sagte ich und ließ mich wieder auf Bett fallen. Alice setzte sich neben mich und lehnte ihren Kopf an meine Schulter. Sie war schon immer diejenige –abgesehen von Bella- die am wenigsten ein Problem mir hatte. Schon damals, als Bella noch ein Mensch war und Renesmee noch in ihrem Bauch, überwand Alice den Groll gegen mich und hielt sich in meiner Nähe auf, weil sie so sicher sein konnte ihre Ruhe zu haben. Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaubte das sei der Grund dafür, weshalb wir so sind wie wir sind wenn wir unter uns sind. Freunde. Richtige Freunde. „Ich liebe sie Alice.“, brach es aus mir raus, als wir einen kurzen Augenblick schwiegen. „Ich weiß, wir alle wissen das.“ Sie ob ihren Kopf und sah mich mit ihren dunklen Augen an. „Sie liebt dich auch. Noch ist sie sich dessen nicht bewusst, aber wer könnte dich nicht lieben? Sogar ich würde mich in dich verlieben, wenn du nicht so fürchterlich stinken würdest“, lachte sie. „Ohh… vielen Dank.“, stimmte ich in ihr Lachen mit ein. „Du bist ein guter Mann Jacob Black.“, fuhr Alice nun etwas ernster fort „Und das weiß sie zu schätzen. Wir alle wissen, dass es keinen besseren für Nessie gibt als dich.“ Ich legte meinen Arm um Alice ihre kleine Schulter und drückte ihren harten Körper an mich. „Danke.“, murmelte ich und legte meine Wange auf ihr Haar. Wir saßen eine Weile so da, sagten nichts. Es tat gut Alice bei mir zu haben, sie als Freundin zu haben. „Ich fahr jetzt zu ihr.“ Langsam erhob ich mit und zog die kichernde Alice mit mir. Sie war wie ein Kind wenn wir unter uns waren. Manchmal fragte ich mich ob es ihr vor den anderen unangenehm war, dass sie so viel für mich und ich so viel für sie empfand? Wir waren nur untereinander so offen zueinander. Sobald ein anderer in der Nähe war verhielten wir uns anders, distanziert. „Viel Vergnügen!“, rief Alice mir nach als ich in der Garage verschwand.

Es war bereits nach sechzehn Uhr und Nessie war noch nicht da. Ich sah Daniel und Eva, wie sie fest umschlugen vor Daniel seinem Wagen standen. Sie musste sich auf die Zehenspitzen stellen um ihn zu küssen. Um es ihr leichter zu machen umschlag er ihre Hüfte und hob sie hoch. Sie gaben ein tolles Bild von sich. Mir viel auf, das Tom das Gebäude noch nicht verlassen hatte, was mich unruhig machte. Langsam ging ich Richtung Schulgebäude und betrat die große Aula. Sie war verlassen –kein Wunder welcher Schüler hält sich schon freiwillig nach Schulschluss in einer Schule auf- und wirkte kühl. Ich hatte die Wahl zwischen vier verschiedenen Gängen um Nessie zu suchen und nicht mal einen Anhaltspunkt welchen ich nehmen würde. Gerade als ich die Aula wieder verlassen wollte, sah ich wie Tom aus einem der Gänge kam. Sein Gesichtsausdruck war eine Mischung aus Trauer und Wut. Als er mich erblickte wich die Trauer um der Wut Platz zu machen. Voller Zorn funkelte mich dieser blonde Junge an als er an mir vorbei ging. Hätte ich mich nicht um Nessie gesorgt, so wäre ich ihm wahrscheinlich nach gegangen, aber so endschied ich mich in die Richtung zu gehen, aus der er kam. Ich musste nur einige Schritte durch den langen Gang machen, als ich an eine geöffnete Klassentür kam. Sie saß hinter einem hell lackierten Holztisch auf einem dieser unbequemen Schulstühle und ließ ihre Schultern müde runter hängen. Mit zwei Fingern massierte sie sich den Nasenknochen. Automatisch musste ich lächeln als ich sie ansah. Sie Atmete tief ein und zuckte etwas zusammen. „Ich weiß ich bin zu spät.“, murmelte sie ohne ihre Augen zu öffnen. Schade. Ich sah ihr so gerne in die Augen. „Alice sagte mir wo dein Klassenraum ist.“, log ich und hoffte sie würde die Lüge nicht erkennen. Ich wollte ihr nicht sagen, dass ich mir Sorgen gemacht hatte und glaubte dieser Junge hätte ihr wo möglich etwas angetan. Ich versuchte sie abzulenken und lachte leise als ich fragte: „Bist du eingeschlafen?“ Endlich öffnete sie ihre Augen und sah mich an. „Nein ich bin nicht eingeschlafen. Ich habe nachgedacht.“ Antwortete sich müde. Ich stieß mich leicht vom Türrahmen, an dem ich gelehnt hatte ab und setzte mich auf dem freien Platz neben sie. Ihr Blick bekam einen verträumten Ausdruck als sie mich ansah. Ohne etwas zu sagen nahm ich die Bücher, die auf dem Tisch lagen und packte sie in ihre Tasche. „Eine hübsche Schule hast du.“ Versuchte ich ein Gespräch in Gang zu bringen. Doch sie antworte nur knapp „Kann sein.“ Sie streckte eine Hand nach mir aus und ich ergriff diese sofort. In dem Augenblich wo sich unsere Hände berührten, fühlte ich mich wieder ganz. Immer wenn ich von ihr getrennt war, kam es mir vor als würde ein Stück fehlen, als hätte sie ein Stück mit genommen. „Wollen wir jagen?“ „Bist du nicht zu Müde zum Jagen?“, fragte ich und dachte daran, dass sie nicht so wie ich, den Mittag über geschlafen hatte. Doch ihre Antwort belief darauf, dass sie aufstand und mich mit sich zog. „Nein bin ich nicht. Ich hab Hunger und wir waren schon seit Wochen nicht Jagen. Deswegen bin ich auch immer so müde.“ Auch als wir durch den Gang liefen, durch die Aula und über den Parkplatz ließ sie meine Hand nicht los. Es war ihr egal ob es einer sehen würde, was sie denken könnten. Ich hielt ihr die Wagentür auf und ließ sie einsteigen. Dann lief ich schnell um den Wagen und stieg ebenfalls ein um den Wagen zu starten. Ich fuhr zu unserem Lieblingsjagdplatz der etwas abgelegen war. So konnten wir sicher sein, dass uns keiner sehen würde. Renesmee stieß innerhalb weniger Minuten so oft ein lauten Gähnen aus, das ich glaubte sie würde, sobald sie aufstehen müsse, zusammenbrechen. „Also wenn du so jagen willst, dann schnappe ich dir ja alle Tiere vor der Nase weg.“, lachte ich auf und zwinkerte ihr verschwörerisch zu. „Das werden wir ja sehen.“ Ihre Worte kamen leise und glichen einem Grummeln. Ich lenkte den Wagen in einen kleinen Waldweg und hielt an der Stelle an, wo wir schon hunderte Male gestanden hatten. Nessie wartete nicht und sprang sofort aus dem Wagen. Ihre Haare wehten leicht durch den lauen Wind und sofort wurde mir ihr Geruch entgegen geschlagen. Ich tat es ihr gleich und stieg aus. Ohne lange zu warten zog ich mir meinen Pullover aus und legte ihn auf den Fahrersitz. „Ist das nicht einfach wundervoll hier? Viel zu lange waren wir nicht gemeinsam Jagen. Was machst du da?“ mit großen Augen sah Renesmee mich an. „Mich ausziehen.“, beantwortete ich selbstverständlich ihre Frage. „Das sehe ich, aber warum?“ Ich konnte nicht verhindern, dass ein lautes Lachen aus meiner Kehle brach. Stellte sie mir diese Frage ernsthaft? „Weil ich sonst meine Sachen kaputt mache wenn ich zum Wolf werde und dann hab ich auf dem Rückweg nichts.“ In kleinen, fast unauffälligen Schritten ging Nessie um den Wagen herum, so dass er genau zwischen uns stand. Ihre sonst so blasse Haut war von einem Zarten Rot bedeckt. „Das hat dich doch sonst auch nicht gestört.“, gab ich grinsend von mir „Oder findest du mich hässlich?“ „Rede keinen Unsinn. Du bist wunderschön.“ Sofort wurde die rote Farbe auf ihren Wangen intensiver und sie senkte ihren Blick. Sie fand mich also wunderschön? „So so, wunderschön.“ Meine Brust schwoll förmlich an, bei den Gefühlen die ich durch ihre Wortwahl in mir fühlte. „Lass und Jagen. Nicht das ich noch zu deiner Beute werde.“ Ich sah sie tief an. „Das willst du ja nur“, lachte sie und sofort sah ich wie sie sich endspannte. Ich stimmte in ihr Lachen mit ein „Hast du eine Ahnung. Ich wehre leichte Beute. Willst es versuchen?“ „Später vielleicht.“ Ich wollte noch etwas erwidern, den Spaß noch nicht enden lassen, doch Nessie rannte ohne ein weiteres Wort in den Walt und war Blitz schnell hinter den Bäumen verschwunden. Einige Sekunden blickte ich ihr nach und starrte in die Richtung in der sie Verschwand. Dann ließ ich meinen Körper pulsieren und schon stampften meine riesigen Pfoten durch den Waldboden. Ich musste nicht nach ihr Ausschau halten. Ihr Geruch war unverkennbar. Es dauerte nicht lange und ich hatte sie eingeholt. Gemeinsam trotzten wir der Natur, zischten an Bäumen und Büschen vorbei . Ich witterte den Geruch von Reh. Nessie, dessen war ich mir sicher, roch es ebenfalls. Sie beschleunigte ihr Tempo und in ihrer Miene bildete sich die pure Lust am töten. Sie blickte mich noch einmal an und ich erkannte, dass sich um ihren Mundwinkel ein kleines, verstecktes Grinse bildete. Dann war sie verschwunden. Die Bewegung passierte so schnell, dass ich es nicht realisieren konnte. Ich hörte sie über mir in den Bäumen lachen. Sie sprang wie eine Raubkatze von Baum zu Baum. Dann, wie ein Blitz schoss sie mit den zu klauen geformten Händen zu Boden und verschwand hinter den Büschen. Sie hatte ihr Ziel erreicht. Frischer Blutgeruch stieß mir in die Nase und trieb mich noch mehr an. Durch die Blätter hindurch erkannte ich die von Renesmee aufgescheuchte Herde und steuerte einen dicken Bock an. Knurrend und Zähnefletschend sprang ich auf ihn zu und riss ihn zu Boden. Mit einer ruckartigen Bewegung brach ich ihm das Genick. Ich wollte ihn nicht leiden lassen. Gierig stieß ich meine Zähne in das wärme, weiche Fleisch. Nessie hatte Recht. Viel zu lange waren wir nicht mehr jagen gewesen. Das Blut und Fleisch in meinem Maul verabreichte mir einen Hochgenuss und ich spürte förmlich, wie neue Lebensenergie durch meinen Körper floss. Meine Gedanken waren vollkommen friedlich. Keine Sorgen, kein Stress nur ich und der Bock. Ich und mein Fressen. Als ich meinen Kopf hob, sah ich Renesmee auf dem Boden gegen einen Baum gelehnt sitzen. Sie beobachtete mich. Ich erhob meinen massigen Körper und ging auf sie zu. Nicht einmal das Blut leckte ich von meinem Maul. Langsam beigte ich mich vor ihr hinunter und deutete ihr somit an, dass sie auf meinen Rücken kommen solle. Als ich sie so am Baum lehnend sitzen sah, kam mir ein Gedanke. Wir hatten kaum Zeit miteinander verbracht in den letzten Wochen und ich wollte diesen Tag nicht so enden lassen. Nessie krabbelte bereitwillig auf meinen Rücken „Willst du dich nicht erst sauer lecken?“ Ich schüttelte meinen Kopf und begann zu rennen. Den Ort den ich zu erreichen vor hatte, verband ich mit freudiger Erinnerung und ich erhoffte mir, Nessie erginge es genauso. Schon bald schlug uns der kühle Geruch von Wasser in die Nase. Ich beschleunigte mein Tempo und als wir den See erreichten, an den ich uns führte, sprang ich mit ihr auf meinem Rücken einfach hinein. Schön während ich mit den Pfoten das Wasser berührte verwandelte ich mich zurück. Es war ein gutes Gefühl, dass kalte dunkle Wasser auf meiner Haut zu spüren. „Du verrückter Hund.“, hörte ich sie keuchend lachen. „Ist doch besser als sauber lecken.“, erwiderte ich ihr Lachen und strahlte sie an. „Ja das ist es. Aber ich war nicht so voller Blut wie du.“ Sie kam auf mich zu geschwommen und lächelte noch immer. „Außerdem, Bewegung nach dem Essen kann nicht schaden.“ Fachsimpelte ich gespielt und sie korrigierte mich sofort. Aber man soll mit dem Schwimmen mindesten zwanzig Minuten warten.“ Sie kam immer dichter und als uns nur noch wenige Zentimeter von einander trennten ergriff sie meine Hand um sich an ihr festzuhalten. In mir machte sich Unbehagen breit. Ich hatte nichts an und zum ersten Mal schämte ich mich dafür. Was, wenn das den Augenblick zerstören würde? Was wenn sie dieses Detail nicht bedacht hat, in dem Augenblick als sie auf mich zu schwamm? Ich wollte es spielerrisch von mir bringen, aber als ich meinen Mund öffnete stieß ich die Worte nur leise hervor. „Denk dran ich hab nichts an.“ „Ich weiß.“ Sie legte ihre Hände um meinen Nacken und redete weiter. „Als ich klein war, waren wir ständig zusammen schwimmen. Weißt du noch?“ Ich nickte „Ist ja nicht so lange her wie man meinen könnte.“ „Wir sollten das wieder öfters machen. Überhaupt sollten wir wieder mehr zusammen machen.“ „Es liegt nicht an mir, Renesmee.“ , sagte ich leise. Mir waren die Konsequenzen über mein Handeln bewusst, doch der Drang, sie ganz nah zu spüren, beeinträchtigte meine Denkweise, mein Handlungsvermögen. Ich legte meine Hände um ihre Hüfte und zog sie enger an mich heran. Das Gefühl war berauschend, ihren Körper so eng an meinen gedrückt zu fühlen. Ich war erleichtert, als sie ihren Griff um meinen Nacken festigte. Sie strich über mein Haar, über meine Wange, meine Augenbraue… Ihren Blick immer starr auf mich gerichtet. Als sie mit ihren Fingern sanft über mein Augenlied fuhr, schloss ich diese. „Du bist so schön.“, flüsterte sie leise. Ich spürte ihren Atem auf meinen Lippen. Meine hatte ich leicht geöffnet. Ruckartig zog sie ihre Beine an und schlang sie um meine Hüften. Ein unkontrollierten Seufzen entfuhr mir. Selbst wenn ich gewollt hätte, hätte ich ihn nicht unterdrücken können. Dieses Gefühl war mit nichts zu messen, was ich jemals gefühlt hatte. Ihrer Finger griffen sich in meinem Haar fest als würde ihr Leben davon abhängen und sie presste sich noch fester an mich heran. „Ich liebe dich!“, hörte ich sie sanft sagen. Ihre Lippen berührten die meinen bei der sanften Bewegung als sie die Worte sprach. Als ich dachte, das erste Gefühl sei mit nichts zu messen, so irrte ich mich. Das Gefühl, welches ich verspürte, als sie mir ihrer Liebe gestand, die Worte aussprach, nach denen ich mich so lange sehnte, war atemberaubend. „Oh Nessie… Ich liebe dich auch. Schon immer. Für immer.“ Vorsichtig legte ich meine Lippen auf die ihre. Strich mit meiner Hand über ihr langen Haar und verlor mich völlig im hier und jetzt. Immer wieder kreisten meine Finger über ihre Rücken, berührten ihre Oberschenkel, ihren Hals. Immer wieder bildeten sich kleine Schauder auf ihrer Haut. Auch sie erkundigte meinen Körper genau. Dennoch taten wir nichts Unanständiges. Wir liebten uns, doch nicht so, wie man zu denken vermag…

Lilli riss mich aus meinen Gedanken, als sie aufstand und das Zimmer verlassen wollte. „Ich will bei ihr bleiben.“, flehte ich sie an. Ihre Miene veränderte sich nicht. Doch als sie Rensemee sagte, dass ich gerne bei ihr übernachten wolle, lächelte sie leicht. Nessie begann laut zu lachen und streckte ihre Arme nach mir aus. „Dann lass den dicken Kater bei mir.“ Ich wurde an Nessie weiter gereicht und Lilli ging hinaus. Allein. Mit meiner Liebe allein. „Na mein lieber? Willst du heute Nacht auch nicht allein sein?“ Liebevoll legte sie mich neben sich ab und legte eine Decke über mich um anschließend einen Arm um meinen Körper zu schlingen. Sofort begann ich wieder zu schnurren. Ich fühlte mich gut so zu liegen, fühlte mich ganz. Renesmee schließ schell ein. Ihr Atem war ruhig und gleichmäßig. Ich beobachtete sie lange, festigte meinen Blick auf ihrem Gesicht. „ich liebe dich so sehr. Schon immer… Für immer!“, dachte ich und stupste meine Nase leicht gegen ihre Stirn. Ich sah sie noch lange an, dann schieß ich ein und träumte davon, wieder als Mensch an ihrer Seite sein zu können.

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Re: Biss zum letzten Ende

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