Nordstern

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Nordstern

Beitrag  Gast am Fr 04 Sep 2009, 23:37

Titel: Nordstern
Genre: Drama, Romanze
Altersfreigabe: AB 16
Hauptcharaktere: Sandy Stevens(Mensch), Bruce McGregor(Vampir)
Nebencharaktere: die Volturi, die Cullens, die New Order, die McGregors, die Wölfe und verschiedene Mensche und anderes.
Disclaimer: Die FF ist aus der Sicht von Bruce McGregor geschrieben. Bruce und seine Familie fange Dartmouth an zu studieren. Dort trifft er auf Sandy Stevens und das verändert sein ganzes Lebe.

Ihr wisst ja welche Charaktere und Orte von Stephenie Meyer sind, die habe ich mir nur „ausliehen". Die Hauptcharaktere, die McGregors, die New Order, sowie die Gaben dieser Charaktere sind meine eigenen. Ich verdiene hiermit kein Geld und schreibe nur zum vergnügen.


Würde mich über Komentare freuen. Klick mich

Da die Autos ja auch eine Rolle in der FF spielen habe ich sie mal rausgesucht.

Hier Links zu den Spielzeuge der McGregors:
Bruce
Audi R8
1937 Chevy Coupe Streed Rod

Marie
BMW M6
Mercedes 300 SL

Eddie
Ford Mustang Shelby
1970 Plymouth Road Runner

L.
Subaru Impreza
Audi Urquattro

S.
Audi A6 4.2 quattro Security
Maserati GranTurismo-S
Lamborghini Miura P400SV

Familie
Audi Q7
Shelby Cobra 427


Zuletzt von IRABLOODLUST am So 24 Jan 2010, 01:08 bearbeitet; insgesamt 7-mal bearbeitet (Grund : Neue Spielzeuge)

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Vorwort

Beitrag  Gast am Fr 04 Sep 2009, 23:39

Vorwort

“Wie lange noch ?”
“Maximal sechs Monate, eher kürzer.”
‘Maximal sechs Monate!’, halte das Todesurteil durch meinen Kopf.
Seit ich sie kannte, hatte ich mich immer vor diesem Tag gefürchtet. Ich wusste das er kommen würde, aber doch noch nicht jetzt. Ich hatte damit in 50 oder 60 Jahren gerechnet und gehofft das ich bis dahin stark genug wäre das Richtige zu tun. Das ich stark genug wäre meinen Nordstern ziehen zu lassen.
Mein Nordstern, ja das war sie für mich. Mein Wegweiser in der Nacht, das Licht an meinem Firmament, das mir egal wie rau die See war, den Weg nach Hause wies, zu ihr.
‘Maximal sechs Monate!’
Was sollte ich tun, jetzt wo der Tag da war?
Ich sollte sie ziehen lassen, wie könnte ich ihr das Andere je antun. Sie auf ewig verdammen, sie zu so einer Existenz verurteilen.
Ich wusste das meine Familie, meine erweiterte Familie und unsere Freunde es verstehen würden, das ich nicht auf sie verzichten könnte. Sie selbst hatte es ja oft genug von mir verlangt, erst kurz vor meinem Verdacht hatten wir uns deswegen gestritten. Für sie war es immer unausweichlich gewesen, aber war es auch ihr wahrer Wunsch oder nur das blinde Vertrauen in ihre Gabe?
Für mich war meine Existenz immer die Strafe für meine Sünden gewesen, sie sah das alles ganz anders. Für sie war ich vor meiner Zeit geboren worden und als Gott seinen Fehler einsah hatte er mich zu dem gemacht was ich bin, um auf sie warten zu könne, um ihr Leben mit liebe zu erfüllen und darum müsste ich sie verwandeln damit wir ewig zusammen sein könnten, denn das wäre mein Preis dafür, das ich solange auf sie warten musste. Sie war einfach viel zu romantisch.
Doch wer von uns beiden hatte recht?
Aber war es im Grunde nicht einerlei wer von uns beiden recht hatte? Ich musste mich entscheiden und egal wie ich entschied, ich müsste damit leben bis ans Ende meiner Existenz, bis in die Ewigkeit.


Zuletzt von IRABLOODLUST am So 27 Sep 2009, 20:41 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet

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1. Die Frage nach dem Weg

Beitrag  Gast am Fr 04 Sep 2009, 23:40

1. Die Frage nach dem Weg

Dartmouth, als Mensch hatte ich immer davon geträumt hier zu studieren, aber das ist schon lange her. Langsam fuhr ich auf den Parkplatz vor dem Verwaltungsgebäude, der Scheibenwischer lief auf höchster Stufe, Regen wie schön so konnten wir wenigsten am Tag die Formalitäten hinter uns bringen. Ich fand zwei leere Parkplätze in der Nähe des Eingangs und stellte meinen Audi R8 ab und Marie und Eddie parkten ihren BMW M6 neben mir. Drei Türen gingen gleichzeitig auf und fast synchron standen wir neben unseren Autos. Im schnellen Menschentempo begaben wir uns ins Gebäude.
“So und wo müssen wir jetzt hin?”, erklang Maries glockenhelle Stimme hinter mir. “Ich weiß nicht, Schatz.”, antwortete Eddies voller Bass, “lass uns wenn Fragen.”
Ich schaute mich um, keiner außer uns war auf dem Gang, aber ich hörte ein Herz schlagen und es kam näher. Durch den Herzschlag und den penetranten Geruch nach Mensch, der hier überall in der Luft lag, entflammte meine Kehle, doch ich schob den Durst beiseite. In meinen 45 Jahren als Vampir hatte ich noch nie Jagd auf Menschen gemacht und damit würde ich jetzt auch nicht anfangen. Als Soldat hatte ich genug Tote gesehen. Als ich aus Vietnam zurück kam hatte ich mir Geschworen keinen Menschen mehr zu töten und daran hatte ich mich auch nach meiner Verwandlung gehalten, na ja fast.
Und dann kam sie um die Ecke, um die zwanzig, dunkelbraunes leicht gewelltes Haar das fast ins schwarz überging mit roten Strähnchen, das Gesicht etwas zu rund um als klassischen Schönheit durchzugehen. Aber ihrer kleinen Stupsnase glich das wieder aus, sie strahlte genau die Mischung zwischen Frau und Kind aus die Männer verrückt macht. Genug Frau um sich in sie zu verlieben und soviel Kind um sich schützend vor sie zu stellen um alles Böse von ihr fernzuhalten. Eine gefährliche Mischung. In ihrer Hand hielt sie eine Mappe, darauf stand Willkommen in Dartmouth und darunter Erstsemester 2012. Na die muss ja wissen wo wir hin müssen.
“Entschuldigung “, sprach ich sie an, als sie an uns vorbei gehen wollte. Sie hob ihren Blick und schaute mich zum ersten Mal mit ihren wunderschönen blauen Augen an. Doch was war das? Ihre Augen weiteten sich als sie mein Gesicht sah. Ihr Ausdruck wechselte von überrascht, zu erkennen, zu ANGST. Sie zitterte leicht, wich bis an die Wand zurück und rannte fast zum Ausgang.
Die meisten Menschen hielten sich zwar Instinktiv von uns fern, aber eine solche Reaktion war doch ein bisschen ungewöhnlich.
“Wow, die hat ja gekuckt als wolltest du sie Auffressen!”, schmunzelte Marie hinter mir und Eddie kicherte leicht. Ich drehte mich zu ihnen um und schaute sie nur streng an.
“Schon gut, schon gut, ich weiß keine Witze übers essen.”, meinte Marie so schnell, das es für Menschen nur ein zischen war und schaute schuldbewusst zum Boden. Der Nächste den wir trafen wies uns den Weg und nach einer Stunde nervtötenden Papierkram hatten wir alles erledigt und saßen wieder in unseren Autos. Ich blieb erst noch stehen und schaltete die Anlage auf volle Lautstärke. Die Foo Fighters krachten durchs Auto, eins muss man den Deutschen lassen, ihrer Autos waren schnell und komfortabel. Das Mädchen von vorhin ging mir nicht aus dem Kopf, seltsam Menschen hinterließen bei mir selten einen bleibenden Eindruck. Ich fokussierte meinen Geist und konzentrierte mich ganz auf sie, meine Blick verlies das hier und wanderte Richtung Westen auf eine Wohnheim zu, direkt durch ein Fenster im dritten Stock. Ich befand mich in einem typischen Wohnheimzimmer ohne persönliche Note, Koffer und Kisten warteten noch darauf ausgepackt zu werden. Klar, sie war wohl noch beim Umzug. Das seltsame Mädchen saß auf ihren Bett, die Arme um ihre Knie geschlungen wiegte sie sich vor und zurück. Tränen liefen aus ihren geröteten Augen. “Das kann nicht sein, das ist alles nur ein Traum, er existiert nicht.”, stammelte sie immer wieder.
Was hatte sie nur? Hatte ich wirklich so ausgesehen als ob ich sie Fressen wollte? Ja, da war Durst, aber er war nicht schlimmer als sonst, halt wie bei jedem Menschen. Sie machten uns Durst aber das konnte ich schon immer gut kontrollieren. Irgendwas, ich weis nicht was hielt mich bei ihr. Nach einer halben Stunde hatte sie sich etwas beruhigt, sie stand entschlossen auf und kramte in einer Kiste herum. Dann ging sie zur nächsten und zog mit einem breiten Lächeln einen großen Zeichenblock hervor. Ich schaute auf das Deckblatt dort stand in großen Lettern:

SANDY
TRÄUME
MAI - OKTOBER 2002

Was sollte das jetzt? Ich richtete meinen Blick wieder auf ihr Gesicht während sie gezielt die letzte Seite aufschlug. Zum ersten Mal erfüllte ein glückliches strahlen ihre Züge. Gedankenverloren und sehr zärtlich streichelte ihre Hand über das Papier. Ich wechselte die Perspektive um zu sehn was sie sah.
“NEIN, NEIN, NEIN, das darf nicht sein, das wird nie passieren.”, schrie ich im Geist als ich das Bild sah. Das Mädchen fuhr zusammen als hätte sie mich gehört. Dann entglitt mir meine Fähigkeit und meine Sinne waren wieder bei meinem Körper. Doch das Bild auf ihren Block hatte sich für alle Ewigkeit in mein Gehirn gebrannt.

Es war eine Zeichnung die jedem Künstler ehre gemacht hätte. Nur das Motiv, es war schön und schrecklich zugleich. Sie war darauf zu sehen, glücklich Lächelnd in die ferne blickend, ich war zu sehen mit stolzen und glücklichen Gesicht. Hand in Hand standen wir vor meiner Hütte in der Wildnis von Nordkanada. Meine Augen leuchteten Golden. Ihre Augen hatten das leuchtende Rot einer Neugeborenen


Zuletzt von IRABLOODLUST am Sa 12 Sep 2009, 15:53 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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2. Fehler über Fehler, wo ist nur mein Verstand geblieben ? Teil 1

Beitrag  Gast am Fr 04 Sep 2009, 23:45

2. Fehler über Fehler, wo ist nur mein Verstand geblieben ?

Als ich den Wagen in der Garage abstellte war ich noch ganz durcheinander, tausende Gedanken gingen mir durch den Kopf. Wie war das möglich? Wie konnte sie das vor zehn Jahren gezeichnet haben oder wer auch immer es war? Was wusste sie? Waren wir hier sicher? Sollten wir nicht besser verschwinden? Denk an die Regeln, bewahre das Geheimnis! Wieso war sie glücklich als sie das Bild betrachtet hat? Wieso sah ich glücklich aus auf dem Bild? Wieso war ich nicht schon beim Packen? Was hält mich hier? WIESO ? WAS ? WARUM ?
Plötzlich hatte ich das Gefühl in einem Ruderboot zu sitzen, das bei heftigem Sturm auf den Wellen tanzt. So aus meinen Gedanken gerissen warf ich einen schnellen Blick durch die Windschutzscheibe und in den Rückspiegel. Eddie hatte den Wagen vorne und Marie hinten hochgehoben und rüttelten ihn durch. Oh man, manchmal benahmen sie sich wie kleinen Kinder, aber nein sie waren ja fast noch Kinder. Ein leichtes Knurren entfuhr meiner Kehle, mehr Mahnung als Warnung. Aber wieso war mir entgangen das sie hier waren? Sie stellten den Wagen wieder sanft hin und schon war Marie an der Tür und hatte sie aufgerissen. Sie strahlte mich unschuldig an. Sofort waren die düsteren Gedanken verschwunden. Ich konnte ihr nie böse sein, egal was sie tat. Meine wunderschöne Enkeltochter. Oder Tochter ? Als Mensch war ich ihr Opa, als Vampir ihr Erschaffer also ihr Vater und ich füllte mich auch mehr als ihr Vater. Wenn man das Aussehen von 25 hat und auch immer noch die Gefühlswelt eines 25 Jährigen, liegt die Vorstellung Großvater zu sein sehr fern.
“Na, warst du wieder auf Reisen? Eddie und ich wollen noch mal Jagen, kommst du mit?”
Jagen ? Ich prüfte meinen Durst, aber da bestand kein Verlangen nach Blut. Außerdem war ich mir noch nicht sicher was ich mit meinem kleinen Problem machen sollte. Also nein, ein bisschen allein sein und nachdenken würde mir gut tun und ein wenig Zweisamkeit würde ihnen gut tun. Das würde Marie bestimmt sanfter Stimmen wenn wir von hier verschwinden mussten, wegen eines kleinen Menschenmädchens das zuviel wusste.
“Nein, geht mal schön allein und nach der Jagd könnt ihr ja noch ausgehen. Heute Abend sind doch ein paar Partys auf dem Campus. Amüsiert euch, vielleicht komm ich später noch nach.”
Bei den Worten allein, ausgehen und Party platzte sie fast vor Freude, es wäre das erste Mal, das sie als Vampir allein unter soviel Menschen durfte. Ich war wohl etwas übervorsichtig gewesen. Sie und Eddie hatten die Phase als Neugeborene und die Gewöhnung an unsere spezielle Art der Ernährung viel leichter durch gestanden als ich. Nun ja, ich war ja auch damals ganz allein gewesen.
“Meinst du wirklich? Du läst uns allein Ausgehen? Du bist der Beste, ich hab dich ganz doll lieb. Wir sind auch ganz bestimmt brav.”, jubelte sie und fiel mir um den Hals.
“Jetzt aber weg mit euch, eh ich es mir noch anders überlege.”
Sie strahlte mich noch mal an und sprang dann in einer fliesenden Bewegung über mein Auto. Zwei Türen gingen auf und zu, der kräftige Zehnzylinder des BMW heulte einmal kurz auf und schon waren sie Weg. Kinder, schmunzelte ich vor mich hin.
Ich ging direkt in meine Bibliothek, zündete ein Feuer im Kamin an und setzte mich in den schweren Clubsessel. Stundenlang starte ich ins Feuer und versuchte eine Lösung zu finden. Ich betrachtete es von allen Seiten, ging das für und wieder durch und konnte doch keine Entscheidung treffen. Die Uhr im Wohnzimmer schlug zwölf und ich hatte Sehnsucht nach meiner Familie, wollte aber auch nicht das Haus verlassen. Also nutzte ich meine Gabe und konzentrierte mich auf Marie. Augenblicklich hatte ich sie gefunden. Sie waren im Haus einer Studentenverbindung und schwebten mit einer Anmut über die Tanzfläche wie nur Vampire es können. Sie schien großen spaß zu haben. Ich schaute mich ein wenig im Raum um, die Anwesenden warfen den beiden versteckte Blicke zu. Die Jungs waren wohl neidisch auf Eddie und wollten wohl am liebsten an seiner stelle mit Marie tanzen, während die Mädchen Marie am liebsten auf den Mond geschossen hätten um Eddie für sich zu haben. Trotzdem blieben alle instinktiv auf Abstand, ihr Unterbewusstsein erfasste die Gefahr die von uns ausgeht, auch wenn ihr Verstand dazu nicht in der Lage war. Gut das wir anders sind und unsere natürlichen Instinkte unterdrücken, sonst wären wohl nicht nur Herzen gebrochen worden, sondern hätten wohl für immer aufgehört zu schlagen. Ich konzentrierte mich jetzt wieder ganz auf Marie und drang in ihren Verstand ein.
“Hallo mein Schatz, hast du Spaß?”, fragte ich in ihrem Kopf.
“Und wie, kommst du noch vorbei?”
“Glaub nicht, aber keine Angst das ist kein Kontrollbesuch, ihr habt mir nur Gefehlt.”
“Oh, du fehlst mir auch. Sollen wir heimkommen? Geht es dir gut? Du bist heute so … seltsam. Was ist los? Ist es wegen dem Mädchen?”
“Wie kommst du jetzt auf die?”
“Seit wir sie gesehen haben bist du gar nicht richtig anwesend, mach dir keine Sorgen du hast nichts gemacht und ja wir haben sie eben auf der Party der Footballspieler gesehen, da hat sie ganz freundlich zu uns rüber geschaut, sie hat sogar gelächelt. Ich glaube sie hat keine Angst vor uns, du hat ihr keine Angst gemacht glaub mir. Alles wird gut.”
“Na ja, feiert noch schön wir sehen uns Morgen.”
“Ja bis Morgen. Mach dir keine Sorgen.”
Ich zog mich aus ihrem Kopf zurück, unbewusst suchte ich mein neues Ziel.
Ich fand sie, auf der Party der Footballspieler. Sie stand mit zwei weiteren Mädchen an der Bar. Drei große breitschultrige Jungs redeten auf die Mädchen ein. Während ihre Begleiterinnen offenbar sehr froh über sie Aufmerksamkeit der Spieler waren machte sie einen eher gelangweilten Eindruck. Sie sah sich immer wieder im Raum um, als ob sie jemanden suchte. Eines der Mädchen meinte sie müsse sich mal frisch machen und dann gingen sie gemeinsam zur Toilette. Es wird mir immer ein Rätsel bleiben warum sie das immer im Rudel machen müssen, aber das wollt ich mir nun doch nicht ansehen. Ich Respektierte ihre Privatsphäre und lies meine Sinne bei den Jungs.
“Da geht noch was, das sag ich euch.”, meinte der Eine.
“Ja, die Chicas sind scharf, die machen wir klar. Aber deine hat wohl kein Interesse. Da musst du wohl schwerere Geschütze auffahren, wenn du die noch klarmachen willst, Dave.”, sagte der etwas kleinere.
Dave grinste fies und bestellte sechs Bier. Sein Grinsen wurde noch fieser als er ein kleines Flächen aus der Hosentasche zog.
“Da muss wohl meine Geheimwaffe ran.”, sagte er zynisch und goss ein paar tropfen in eine der Flaschen. Dann lachte er höhnisch und die anderen fielen in sein Lachen ein. Eh ich noch darüber nachdenken konnte hatte mein Körper schon reagiert. Ich stürzte durch Haus und saß keine zwei Sekunden später in meinem Wagen. Es war wie Splitscreen im Fernsehen, ein kleiner Teil meiner Wahrnehmung und meines Geistes steuerte den Wagen in halsbrecherischem Tempo zum Campus, während der größte Teil meiner Aufmerksamkeit auf der Party war. Die Mädels kamen wieder zurück.
“Ich hab uns noch was zu Trinken besorgt.”, meinte Dave zu ihnen und drückte jeder ein Bier in die Hand, wobei er darauf achtete das sie die präparierte Flasche bekam.
Meine Wut kochte über. Ich reis ihn ganz langsam in Stücke und dann verbrenn ich seine Einzelteile, nein ich bind ihm eine Kette um und schau mal wer schneller laufen kann. Tausende von Möglichkeiten ihn in die Hölle zu schicken gingen mir durch den Kopf.
Sie hob die Flasche an und wollte gerade trinken.
“Nein, trink das nicht!” schrie ich in meinem Kopf.
Ihre Augen weiteten sich und die Flasche glitt ihr aus der Hand und zerbrach in tausend stücken auf dem Boden. Dave schaute angewidert nach unten. Seine teure Designerhose war mit Bier besudelt.
Ich erreichte den Parkplatz und schoss im sehrschnellen Menschentempo auf den Eingang zu.
“Kannst du nicht aufpassen, du blöde Kuh.”, fuhr er sie wütend an.
“Du spinnst wohl, weist du wie teuer die war?”
Ich schlängelte mich im hohen Tempo durch die Feierden zur Bar.
Dave schrie sie weiter an und legte ihr seine Hände auf die Schultern als wollte er sie durchschütteln.
Jetzt sah ich sie auch so und ließ meine Gabe fallen. In ihrem Gesicht lag Angst, Hilfe suchend sah sie sich um. Dann traf sich unser Blick und sie lächelte mich an. Das traf mich bis in mein gefrorenes Herz.
Noch zwei Schritte und ich war hinter ihm und klopfte ihm auf die Schulter.
“So geht man nicht mit einer Dame um.”, meinte ich voller hass.
Wütend wirbelte er herum, man war der langsam und starte mich von oben an, seine zwei Kumpels stellten sich rechts uns links neben ihn. Um uns herum zogen sich die Menschen, in Erwartung einer Schlägerei zurück.
“Krümmer dich um deine Kram Kleiner, sonst gibt’s was auf Maul.”, funkelte er mich von oben an. Sein Kumpel lies warnend die rechte Faust in die linke Hand klatschen.
Mordlust lag in meinen Augen, ich bleckte die Zähne und ein leises knurren entstieg meiner Kehler als ich einen Schritt auf sie zumachte.
Alle Selbstsicherheit wich von ihnen und pure Angst lag auf ihren Gesichtern. Sie wichen vor mir zurück, der linke rutsche aus und krachte gegen die Theke. Bei Dave gesellte sich zu den Flecken an seinen Beinen noch ein großer feuchter Fleck in seinem Schritt, vom dritten stieg ein Duft auf als hätte sich sein Darm entleert. Angewidert zog ich die Nase kraus. Hinter mir ertönte schallendes Gelächter aus mehreren Kehlen.
“Schau nur der große Mann hat sich in die Hose gemacht.”
“Der Kleine hat es denen aber gezeigt.”, meinte ein Andere.
Mit hochroten Köpfen, machten Dave und seine Kumpane sich, vom johlenden Gelächter der anderen Partygäste begleitet, davon.
Nur gut das ich mit dem Rücken zu den anderen Gästen gestanden hatte, so hatten sie wohl nicht gesehnen was den dreien solche Angst gemacht hat und die die es gesehen hatten würden es beiseite schieben, so arbeitete ihr Verstand halt, was nicht sein kann das gibt es auch nicht. Die pure Verdrängung. Ich schaute sie an, ihre Augen waren weit aufgerissen und ihr Mund stand weit offen. Na, klassen wenn ich ihr heute Mittag keine Angst gemacht hatte, dann wohl jetzt. Prima, gut gemacht. Weiter so, du sagst den anderen wir sollen nicht auffallen und du rastest am ersten Abend aus. Sag endlich was.
“Sandy, geht es dir gut ?”, sagte ich ganz sanft zu ihr, sie sollte sich nicht vor mir fürchten.
Sie löste sich aus ihrer starre und strahlte mich an.
“Ja, alles bestens. Danke.”
“Du solltest jetzt besser nach Hause gehen.”, sagte ich in einem Ton der keinen Widerspruch zuließ.
Sie legte ihren Kopf leicht schräg und kicherte als hätte ich einen Witz gemacht.
“Sir, jawohl, Sir”, kam es leicht spötteln von ihr.
Sie ging an mir vorbei Richtung Ausgang, blieb aber nach drei Metern stehen und schaute mich fragend an.
“Was?”
“Nun ich dachte du würdest mich begleiten damit ich auch sicher Zuhause ankomme.”, das war keine Frage, das war eindeutig eine Aufforderung. Oh, man die macht mich noch fertig.
“Gut, dann komm.”, sagte ich resigniert und ging zum Ausgang.
Schnellen Schrittes ging ich zu ihrem Wohnheim, sie musste fast rennen um mitzukommen. Ich sagte kein Wort. Ich war noch viel zu durcheinander. Wieso hatte ich mich hier eingemischt? So was passiert tausendfach jeden Tag, das hat mich bis jetzt noch nie Interessiert. Menschenangelegenheiten sind für Menschen da, nicht mein Business. Meine Familie schützen das ist mein Business, aber so bring ich sie nur in Gefahr. Plötzlich standen wir vor ihrem Wohnheim und ich drehte mich zu ihr um, da waren sie wieder diese großen blauen Augen und strahlten mich an. Die Erkenntnis traf mich wie ein schlag, ich könnte es nicht ertragen wenn ihr was zustoßen würde. Warum wusste ich nicht. Nur das es so war. Aber die größte Gefahr hier, war ich. Es wäre also besser wenn sie sich von mir fernhielt.
“Die Treppe kommst du ja wohl allein hoch.”, kann es sehr unhöfflich und genervt von mir. Ich drehte mich auf der stelle um und wollte fortgehen.
“Warte!”
“Was ?”
“Wie heißt du eigentlich?”, diesmal lag ein flehen in ihren Augen wie bei einem Hundewelpen wenn er ein stück Wurst haben möchte.
“Bruce.”, antwortete ich und verschwand in der Nacht.
“Bruce, wie schön.”, hörte ich noch leise hinter mir.


Zuletzt von IRABLOODLUST am Sa 12 Sep 2009, 15:54 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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2. Fehler über Fehler, wo ist nur mein Verstand geblieben ? Teil 2

Beitrag  Gast am Fr 04 Sep 2009, 23:46

Ich wollte Dave noch einen Besuch abstatten, aber erst musste ich mir noch ein Alibi zulegen, nein ich würde ihn nicht umbringen, aber sicher ist sicher. Ich startete meinen Wagen und fuhr zum Highway Richtung Concord, zwischen Hanover und Concord fand ich was ich suchte, ein kleines Motel direkt an der Straße. Ich parkte direkt vor der Rezeption und ging rein.
“Schönen Wagen fahren sie da, ist das ein R8?”, fragte der junge Mann hinter dem Tresen.
“Ja, fährt sich Klasse, haben sie noch was frei für eine Nacht?”
“Die Acht ist noch frei.”, sagte er und griff nach hinten und reichte mir den Schlüssel und das Anmeldeformular, “Macht 30$, Sir.”.
Ich füllte das Formular aus und reichte ihm die 30 Mäuse.
“Bis wann arbeiten sie?”
“Bis morgen um 10, wieso ?”
Ich nahm eine 100$ Note, riss sie in der Mitte durch und reichte ihm eine Hälfte.
“Wenn sie heute Nacht ein Auge auf mein Auto werfen und morgen kein Kratzer dran ist bekommen sie die andere Hälfte.”
“Alles klar Chef niemand wird das Schmuckstück anfassen. Kann ich ihnen sonst noch behilflich sein? Was zu trinken, oder suchen sie nach einer Begleitung, oder was auch immer?”
“Nein, danke.”
“Na, dann gute Nacht und sollten sie doch noch was benötigen einfach die Eins wählen, wenn sie raustelefonieren wollen die Null vorwählen.”, meinte er fast kriecherisch.
Ich nickte nur und ging zur Acht, hing das bitte nicht stören Schild außen an die Tür und schloss von innen ab. Gut der würde sich an mich und meinen Wagen erinnern. Ich war jetzt 150 KM von Dartmouth entfernt, das würde Ausreichen. Ich kelterte durchs Fenster und rannte Richtung Hanover. Mein Geruchssinn führte mich in eine ziemlich miese Gegend, die Strassen waren voll Gesindel aber hier fand ich was ich suchte. Ein etwa 16 jähriger Ganger stand am Straßenrand und ging seinen Geschäften nach. Ich ging auf ihn zu und er schaute mich skeptisch von oben bis unten an. Ja, klar er kannte mich nicht und ich war zu gut gekleidet um in dieser Gegend zu fuß unterwegs zu sein.
“Was willst du?”, fragte er und seine Hand fuhr nach hinten in seinen Hosenbund. Ich schaute mich um, keiner zu sehen. Ich machte zwei schnelle Schritte auf ihn zu und griff seine Hand und hielt sie mit eisernem Griff fest.
“Immer mit der ruhe Kleiner und niemand wird verletzt.”, meinte ich und nahm mit der anderen Hand seine Pistole und warf sie hinter ihm über den Bretterzaun.
“Schon gut.”, jammerte er kleinlaut als ich seine Hand wieder los lies und fuhr sich mit der anderen über sein Handgelenk wo sich ein großer blauer Fleck bildete.
“Ich brauch Pillen.”
“Eine 30, fünf für 100.”
“Wie wäre es wenn du mir einfach alles gibst was du hast und ich vergesse das du eben sehr unhöfflich warst.”
Ich schenkte ihm mein schönstes Raubtierlächeln. Zitternd griff er in seine Hosentasche und holte zwei Beutel raus. In dem einen waren Tütchen mit einzelnen und in dem anderen mit je fünf Pillen. Ich nahm sie an mich.
“Ist das alles?”
Er nickte stumm und ich gab ihm einen leichten Schlag an die Schläfe. Er sackte weg, morgen würde er schreckliche Kopfschmerzen haben aber leben. Während ich nach Dartmouth rannte konzentrierte ich mich auf mein Ziel. Ich fand Dave in seiner Wohnung, es war ein typisches Angeberappartement für Söhne reicher Eltern. Er hatte sich umgezogen und stand mit einem Karton Bier, an seiner Eingangstür. Er ging aus der Wohnung die Treppe nach oben aufs Flachdach wo ein schöner kleiner Garten mit Sitzgelegenheiten angelegt war. Perfekt dachte ich.
Fünf Minuten später war ich bei seinem Haus. Ich vergewisserte mich noch mal wo er sich befand und das die Wohnung leer war, dann sprang ich geräuschlos auf seinen Balkon im zweiten Stock. Die Tür war nur angelehnt. Ich schlich wie eine Katze rein und deponierte die Drogen. Alle bis auf fünf Pillen, die brauchte ich noch. Ich ging wieder auf den Balkon und hüpfte aufs Dach. Dave stand auf der anderen Seite und schaute auf einen kleinen Park. Leise bewegte ich mich auf ihn zu und erstarte anderthalb Meter hinter ihm zu einer Statur.
Ich konnte jeden Herzschlag hören, seine Körper strahlte eine feuchte Hitze aus, ich roch sein Blut und sah es an den Adern, unter seiner dünnen Menschhaut, am Hals pulsieren. Meine Kehle stand in Flammen. Doch die Vorstellung sein Blut zu trinken ekelte mich an. Selbst wenn ich die Beherrschung verlieren und ihn töten würde, war der Gedanke etwas von ihm in mir zu haben absolut abstoßend.
Innerhalb einer Stunde trank er fünf Bier. Abwechselnd fluchte er, zitterte und murmelte vor sich hin das er mich umbringen würde. Er beleidigte meine Mutter, er verwünschte Sandy. Ein Lufthauch kam vom Park herüber geweht, sein Geruch hatte etwas Unangenehmes und erinnerte mich an ein Feld das frisch gedüngt war, überlagert von Alkohol und Angstschweiß. Dann drehte er sich endlich um, sein Gesicht war gerötet und die Augen glasig vom trinken. Sein Verstand braucht ein paar Sekunden um zu begreifen wer vor ihm Stand. Sein Gesicht wurde zu einer angstverzehrten Maske und er torkelte zurück, ohne das hüfthohe Geländer rund um den Dachgarten wäre er wohl runter gefallen. Noch mehr Angstschweiß und der Geruch von Urin, zogen mir entgegen. Nicht schon wieder dachte ich, kann dieser Mensch seine Körperflüssigkeiten den nie bei sich behalten. Angewidert verzog ich die Nase.
“Kauf dir doch mal Windeln, wenn du schon nicht weißt wie man eine Toilette benutzt. Das ist ja widerlich!”, stieß ich angeekelt hervor.
Voller Panik starte er auf mich. Ein Grinsen legte sich auf meine Züge, aber darin lag nichts freundliches. Dann stieß ich zu. Während einer Achtelsekunde hatte ich die Distanz zwischen uns überwunden, ihn mit einer Hand am Hals gepackt und auf die Knie gezwungen. Ein stöhnen entwich seiner und eine tiefes Knurren meiner Kehle. Bei ihm wich die Panik und machte Todesangst platz.
“ Was … was … bist … du? … Was … willst … du? Nein … ich … will … noch … nicht … sterben….”, stotterte er vor sich hin Tränen schossen aus seinen Augen.
“Ich bin dein schlimmster Alptraum, das bin ich und ich wollte mich mit dir über Damen unterhalten.” Meine Stimme klang sehr freundlich fast mitfühlend aber mein Blick strafte sie Lügen. Er fing am ganzen Körper an zu Zittern, es kam mir vor als würde er auseinander fallen.
“Ich hab genau gesehen was du mit ihrem Bier gemacht hast. So was macht man doch nicht. Frauen behandelt man mit Respekt und Höfflichkeit. Wenn man abgewiesen wird zieht man sich mit freundlichen Worten zurück, oder hat dir deine Mutter das nicht beigebracht?”
“Ja, hat sie.”
“Und warum hörst du dann nicht auf sie? Ach weißt du was, ich behalte dich einfach im Auge und solltest du noch einmal zu einer Frau unhöflich sein, komme ich wieder und dann führen wir ein sehr langes Gespräch über Anatomie. Ich werde dir dann zweigen wo jeder einzelne Knochen in deinem Körper sitzt, dir den lateinischen Namen nennen und anschließend zertrümmern.” Ich machte eine Pause um das gesagte sacken zu lassen.
“Haben wir uns verstanden?”
“Ja.”, kam es von tränen erstickt von ihm.
Ich erhöhte den Druck meiner Hand an seiner Kehle. “Ich versteh dich so schlecht bitte etwas lauter oder sollen wir das Gespräch jetzt führen?”
“Ja, ich hab dich Verstanden.”, schrie er fast.
Ich fuhr mit der freien Hand in meine Hosentasche, zog das Tütchen mit den Pillen raus und hielt sie ihm vor die Nase. Entsetzt starte er auf die Pillen.
“So jetzt machen wir brav den Mund auf oder soll der böse Mann nachhelfen?”, fragte ich voller Sarkasmus.
Widerwillig öffnete er seinen Mund. Ihm die Pillen in den Rachen zu schütte, das letzte Bier aus dem Karton nehmen, die Flasche öffnen, die Hand von der Kehle nehmen, seine Nase greifen den Kopf nach hinten zu drücken und die Flasche an seinen Mund zu setzten dauerte keine Viertelsekunde. Als das Bier in seine Kehle schoss schluckte er ganz automatisch, dann ließ ich die leere Flasche zu Boden fallen und sie zerbrach in tausend Stücke.
Ich zog ihn auf seine Beine. Schlug ihm gezielt auf beide Oberschenkel, Knie und Unterschenkel. Man hörte ganzdeutlich wie die Knochen brachen, aber ich hatte meine Schläge gut dosiert es kam zu keinen offnen Brüchen. Ich weiß nicht ob meine Selbstbeherrschung groß genug gewesen wäre, ihn nicht zu töten wenn Blut geflossen wäre. Ich legte ihm eine Hand vor den Mund um seine Schrei zu dämpfen. Diesmal musste ich ihn mit der anderen Hand festhalten, mit so zerschmetterten Beinen kann niemand stehen. Wieder war nur eine Viertelsekunde vergangen.
Als sein Schrei in ein wimmern überging schaute ich ihm noch mal tief in die Augen.
“Ach solltest du mich irgendwie erwähnen komm ich auch wieder!” meinte ich ganz beiläufig und hielt ihn weiter fest.
Schmerz und Angst waren zuviel für ihn. Sein Körper erschlafft und er verlor sein Bewusstsein. Ich wartete solange bis ich roch das die Drogen sich in seinem Blut verteilt hatten. Ich schnupperte, lauschte und sah mich um, ob auch niemand im Park war, dann nahm ich ihn auf und sprang leichtfüßig vom Dach. Unten legte ich ihn so das es aussah als wäre er runter gefallen, nahm sein Handy und wählte den Notruf. Ich verstellte meine Stimme, ich klang jetzt wie der kleinere seiner Freunde von der Party und nannte die Adresse.
“Nennen sie mir bitte ihren Namen, Sir?!”, sagte die Telefonistin geschäftsmäßig.
“Hören sie mein Freund hat geschrien ich kann Fliegen und ist vom Dach gesprungen.”, sagte ich mit gespielter Panik.
“Ist er bei Bewusstsein?”
“Nein, er hat den ganzen Abend getrunken und Pillen geworfen, kommen sie schnell er liegt hinter dem Haus.”
“Ich schicke ihnen die Polizei und einen Rettungswagen, Sir. Wie ist ihr Name, Sir?!”
Ich legte auf und rannte zurück zum Motel. Dort angekommen schaltete ich als erstes den Fernseher ein und wählte den Lokalen Wetterkanal. Der Morgen sollte stark bewölkt sein, für den Nachmittag sprach man von leichten Aufheiterungen, für die nächste Woche wurde der Durchzug einer größeren Schlechtwetterfront mit Dauerregen angekündigt. Na, wenigstens etwas, gutes Wetter. Ich ging unter die Dusche und stellte mich sehr lange unter das heiße Wasser. Eigentlich brauchte ich nicht zu duschen, mein Körper konnte ja nicht mehr schwitzen und beschmutzt hatte ich mich auch nicht, aber heißes Wasser fand ich schon immer entspannend. Aus lauter Gewohnheit legte ich mich aufs Bett und lies den Abend Revue passieren. Sie zu beschützen, nein nicht sie sondern Sandy zu beschützen war Richtig. Bei der Erinnerung an ihre Augen und den klang ihrer Stimme durchlief mich ein wolliger Schauer. Dave zu bestrafen war notwendig und irgendwie befriedigend. Man der konnte von glück reden das ich mich beherrschen konnte, lachte ich innerlich. Doch ich hatte auch Fehler begangen. Ich hatte mich auf der Party wie ein Vampir benommen, ich hatte sie mit ihrem Namen angesprochen, obwohl ich den gar nicht wissen dürfte und ich war schnurstracks zu ihrem Wohnheim gegangen ohne zu fragen wo sie wohnt. Wo war nur mein Verstand geblieben? Solche Fehler zu begehen sah mir gar nicht ähnlich. Warum war ich so durcheinander, wenn es um sie ging? Das mit dem Namen und dem Wohnheim ließ sich leicht vertuschen, wenn sie fragte konnte ich immer noch behaupten ich hätte mich über sie informiert. Den Ausraster auf der Party müssten wir im Auge behalten. Wir würden die Gespräche, der anderen Studenten genau belauschen und so schon erfahren was getuschelt wird. Wir würden jedenfalls erstmal bleiben.
Ich konzentrierte mich wieder auf sie und fand sie in ihrem Bett. Ihr Schlaf war ganz ruhig, sie sah so friedlich aus. Eigentlich wollte ich nur kurz schauen ob es ihr gut ging, doch ich konnte mich von ihr nicht losreißen. Unser Verstand ist schon seltsam, einerseits ist es uns möglich die komplexesten Dinge zu tun, eine Unterhaltung auf höchsten Niveau zu führen, einen detaillierten Plan auszuhecken, unregelmäßige Verben zu deklinieren und das alles gleichzeitig. Da war soviel Platz. Andererseits waren wir so leicht abzulenken und verloren uns in Kleinigkeiten.
Der Wecker an meinem Handy klingelte. Ich ließ meine Gabe fallen und ging zur Rezeption.
“Guten morgen, Sir.”, meinte der junge Mann hinter dem Tresen als ich zur Tür rein kam. “Ich hoffe sie haben gut geschlafen. Ihrem Auto ist nichts passiert, keiner hat es angerührt.”
Ich reichte ihm den Schlüssel und die versprochne zweite Hälfte des Hunderters. “Danke und schönen Tag noch.”
Beim Anblick des Geldes bekam er ein zufriedenes Grinsen, schnell verschwand der Schein in seiner Hose. Ich drehte mich um und ging zu meinem R8, von hinten hörte ich noch: “Ebenfalls und beehren sie uns bald wieder. Haben sie eine gute Reise.”
Ich sprang in meinen Wagen und fuhr nach Hause.


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3. Drei Einladungen und ein Zeitungsartikel Teil 1

Beitrag  Gast am Fr 04 Sep 2009, 23:48

3. Drei Einladungen und ein Zeitungsartikel

Es war Montagnachmittag, heute würde also mein Studium beginnen, ich wäre mal wieder der Neue und wie früher. Mein Vater war Sergeant bei der US-Army und als ich ein Kind war, in den späten 40ern und den 50ern sind wir, alle zwei Jahre umgezogen. Auch wenn viele Erinnerungen an mein Menschenleben verblasst sind, an das Gefühl der Neue zu sein konnte ich mich noch gut erinnern. Man wird von allen angestarrt, manche mit Interesse doch die meisten mit Abneigung, wieder so ein Army-Blag das für kurze Zeit da war und wieder aus ihrem leben verschwinden würde, nicht wert um sich mit ihm abzugeben und fand ich Freunde so musste mein Familie wieder umziehen. Mit der Zeit hatte ich aufgegeben Freunde zu suchen, der ewige Abschiedsschmerz war es eh nicht Wert. Meine Brüder hatten es besser, sie waren alle viel älter als ich das Nesthäkchen und sie hatten mir wohl auch nie verziehen das ich geboren wurde und das Mutter dabei starb. Mutter, für mich war sie nur die Frau auf einem vergilbten Foto, für sie war sie der Schutz vor unserem überstrengen Vater, der auch Zuhause der Feldwebel vom Dienst war und ich hatte sie ihnen genommen. Das haben sie mir nie verziehen und es mich spüren lassen. Doch was konnte der kleine Junge dafür das er geboren wurde? Früh, hatte ich für mich die Welt der Bücher entdeckt, war mit Huck Finn den Mississippi runter gefahren oder mit Jack London dem Ruf der Wildnis gefolgt. Bücher waren für mich immer eine feste Zuflucht, hier fand ich Freunde die ich immer besuchen konnte. Doch meinem Vater war das ein Dorn im Auge, ich sollte Sport machen, Boxen war immer sein Favorit und wenn ich schon Bücher lesen wollte dann doch bitte Patton, von Clausewitz und ähnliche Werke über Krieg und Strategie. Ich sollte Soldat werden für ein Studium hätten wir eh kein Geld. Und jetzt begann ich mein Studium an einer der angesehensten Universitäten des Landes. Welch Ironie was mir als Mensch verwährt wurde, war für den Vampir ein leichtes gewesen.
Als ich aus dem Wagen ausstieg wehte mir eine Wolke, aufdringlich süßen Parfüms, gemischt mit Haarspray und Pfefferminzmundwasser entgegen. “Hey”, kam es aus Richtung der Wolke. Ich drehte mich der Stimme zu. Dort stand einen sehr attraktive, nun ja für einen Mensch war sie attraktiv, Blondine, die eine Hand lag auf meinem Auto, die anderen hatte sie keck in die Hüfte gestemmt. Ihre teure Designerkleidung und ihr Auftreten deuteten eindeutig auf Tochter aus gutem Hause hin. Sie schenkte mir ein Lächeln, aber darin lag nichts warmes, jedenfalls für mich. Zu routiniert, zu aufgesetzt, es war diese Art Lächeln, das hübsche Frauen aufsetzen, wenn sie etwas wollen.
“Du bist Bruce McGregor, ich heiße Annabelle Stone, von den Bostoner Stones, ich bin der Kapitän der Cheerleader, wir haben am Samstag ne Party. Du bist hiermit eingeladen.” Ohne auf meine Antwort zu warten reichte sie mir einen Briefumschlag aus schwerem Papier, auf das mein Name aufgedruckt war. Hauchte mir noch ein bis Samstag ins Ohr und stolzierte von Dannen. Ein Junge zwei Parkplätze neben mir schüttelte den Kopf und kicherte vor sich hin. Ich warf den Umschlag ungeöffnet auf den Beifahrersitz, schnappte mir meine Tasche und ging auf das Unigebäude zu. Cheerleaderparty, der Traum meiner eingeschlafenen Füße, schnaubte ich vor mich hin, ohne mich. Der Junge vom Parkplatz schlüpfte vor mir ins Gebäude, er schien es eilig zu haben, stand aber gelangweilt an einem Fenster und starte nach draußen als ich es betrat. Seltsamer Mensch dachte ich noch, als fünf Mädchen den Gang hinunter stolzierten als wäre es ein Laufsteg. Alle in Chanel, Prada und ähnlichem gekleidet, Marie hätte es sofort erkannt, sie war das Fashion Victom in der Familie. Mir war das immer egal aber sie bestand auf ‚ordentlicher Kleidung‘, man kann nicht mit Luxusautos rumfahren, in riesigen Häusern wohnen und sich dann in Lumpen kleiden, meinte sie immer wenn sie mich in die nächste Boutique schleppte. Eine große Dunkelhaarige ging in der Mitte, die anderen folgten ihr mit einem Schritt abstand. Ich musste innerlich lachen, das erinnerte mich zu sehr an ein Wolfsrudel das dem Leitwolf folgt. Automatisch machten ihnen die Menschen den Weg frei, einige Jungs starten ihnen mit offenen Mündern hinterher, während die Mädchen sie mit einer Mischung aus Hass und Neid von der Seite betrachteten. Zielgerichtet steuerte das Rudel auf sein Ziel zu, mich. Gut anderthalb Meter vor mir blieb die Dunkelhaarige stehen, ihr Rudel hielt exakt die Position hinter ihr. Ihr Lächeln war genauso verlogen und zielorientiert wie das der Blondine vom Parkplatz.
Was will den die? dachte ich noch als sie mich ansprach.
“Hallo, ich bin Nancy O’Harra, von den O’Harras aus Provedence. Unsere Studentenvereinigung, gibt am Freitag eine Cocktailparty.”, sie reichte mir einen Briefumschlag mit meinem Namen, “ Wir erwarten dich pünktlich um acht.” Sie drehte sich um und schritt von dannen. Ihr Rudel nahm wieder seinen Platz ein und folgte ihr. Eine Antwort von mir war wohl nicht nötig, wie hätte ich auch die ‘Ehre’ übersehen sollen von Nancy O’Harra persönlich Eingeladen worden zu sein. Ich warf den Briefumschlag in den nächsten Mülleimer. Ein kichern ließ mich aufhorchen. Es kam von dem Jungen vom Parkplatz, der jetzt zum gleichen Hörsaal wie ich ging. Die erste Vorlesung ging ereignislos vorüber. Bücherlisten, Arbeitsgruppen und ähnliches. Nur der Junge vom Parkplatz schaute immer wieder verstollen zu mir, wobei er sich offensichtlich königlich amüsierte. Was hat der nur? Ich betrachtete ihn etwas genauer. Er war um die 20, markantes maskulines Gesicht, Blonde Haare, sehr kurz fast ein Bürstenhaarschnitt, mit 1,80 hatte er fast meine Größe. Er war der sportliche Typ sowohl vom Body, als auch von der Kleidung. Auffällig war nur das er etwas Blas war. Nicht so Blas wie wir, mehr wie ein Mensch der die Sonne meidet um nicht Braun zu werden. Was soll es, einfach ignorieren.
Als ich nach Ende der Vorlesung auf den Gang trat hatte ich ein Déjà-vu. Nur das die Trägerin der edlen Kleidung und des unechten Lächelns diesmal nicht Blond oder Dunkelhaarig war, sondern langes feuerrotes Haar hatte das ihr in sanften Wellen über die Schultern fiel.
“Bruce McGregor,” sprach sie mich an, “Ich bin Barbara Brown, von den Hartford Browns. Das Komitee zur Traditionspflege der Universität Dartmouth gibt am Samstag seine Semesteranfangsparty. Hier deine Einladung.” Und schon wieder bekam ich einen Briefumschlag mit meinem Namen in die Hand gedrückt. Ich starte auf den Umschlag, was soll das ganze? Soll ich hier etwa zum Partylöwen gemacht werden? Und was wollten all diese Tussis von mir? Vielleicht sollte ich die Nächste einfach in aller Öffentlichkeit aussaugen, dann wäre wohl ruhe. Schade das das nicht in frage kommt. Grollte ich innerlich.
“Man sieht sich.”, war alles was ich noch hörte als sie abzog.
Als wieder ein kichern zu hören war brauchte ich erst gar nicht zu suchen von wem es kam, das konnte nur dieser seltsame Junge sein. Ich beschloss ihn zur rede zu stellen, vielleicht konnte er ein bisschen Licht in diesen Irrsinn bringen, doch er war schon nicht mehr zu sehen. Die nächste Vorlesung war absolut Ereignislos und diesmal wurde ich auch nicht von irgendjemand zu irgendwas Eingeladen.
Ich machte mich auf zur Mensa, um mich mit meiner Familie zu treffen, als er mir über den Weg lief.
“Das scheint dich ja köstlich zu Amüsieren!”, sprach ich ihn an.
“O ja, die Töchter des Teufels auf Beutefang zu beobachten ist immer Amüsant. Ich bin Robbert Lee.”, meinte er schmuzelnt und reichte mir die Hand.
“Bruce McGregor, aber das weißt du wohl schon.”
Ich ergriff seine Hand. Obwohl die meisten Menschen von unserer kalten Haut überrascht sind, schreckte er nicht zurück. Sein Händedruck war überraschend kräftig und ein bisschen zu Warm, als hätte er leichtes Fieber. Und dann nahm ich seinen Geruch wahr, er war erdig und erinnerte an ein Weizenfeld im Frühjahr, aber das war nicht das Auffälligste. An ihm haftete ganz dezent der süßliche Geruch eines Vampirs. Sehr seltsam, ich hatte keinen fremden Vampir in der nähe Gewittert. Wo war dieser Mensch mit einem unserer Art zusammengetroffen. Denn ein Mensch war er, ich konnte ja sein Herz schlagen hören, die Wärme seines Körpers spüren, seinen Puls unter an seiner Kehle wahrnehmen und seine braunen Augen sehen.
“Einfach nur Lee, kein von den was weiß ich wo Lees?”, fragte ich leicht vor mich hin als wir weiter zur Mensa gingen.
“Nun ja, wenn du mich so fragst”, druckste er vor sich hin, ”ich bin ein direkter Nachfahre von Old Bobby.”
“Ah, der General endlich mal ein Name mit dem ich was Anfangen kann.”, lachte ich und er viel in mein Lachen ein, “Und was hatte das jetzt mit dem Empfangskomittee durch die, wie nanntest du sie doch gleich, Töchter des Teufels auf sich? Muss ich jetzt Angst haben?”
“Tja, kommt drauf an. Wenn du dich mitten in einer Kriegszone wohlfühlst nicht.”
“Und warum befinde ich mich mitten in einer Kriegszone?”
“Da muss ich wohl etwas ausholen. Wo fang ich jetzt an? Ah am besten mit den Familien. Die Stones, die O’Harras und die Browns sind alle alter New England Geldadel, angeblich haben alle Vorfahren die auf der Mayflower in die Neue Welt kamen. In allen Familien ist es Tradition die Kinder nach Dartmouth zu schicken und das Wichtigste sie führen schon seit Generationen einen Kleinkrieg gegeneinander.”
Wir waren mittlerweile an der Essenausgabe angelangt. Robbert bestellte sich ein Steak mit Pommes und ein Wasser, während ich nur eine Dose Cola nahm. Getränkedosen sind so praktisch, man kann so tun als ob man Trinkt ohne das es auffällt, das man es doch nicht tat. Probier das mal mit Gläsern oder Flaschen.
“Hast wohl keinen Hunger?”, meinte er, als ich mit meiner Dose zur Kasse ging.
“Nein, nicht wirklich bei uns wurde nie nach fünf gegessen, ist so ne Familientradition.”
“Na, wenn das so ist.”, meinte er skeptisch.
Wir gingen zu einem der freien Tische am Rande der Mensa. Er fing an zu essen und ich nippte an meiner Cola.
Zwischen zwei Bissen begann er wieder zu reden.
“Wo war ich stehen geblieben ach ja beim Kleinkrieg, das aus allen drei Familien zurzeit Töchter hier studieren, hat den natürlich wieder angefacht. Keine gönnt der anderen die Butter auf dem Brot und jetzt bist du halt das lohnende Ziel um das gekämpft wird.”
“Warum bin ich das lohnende Ziel?” Es gefiel mir gar nicht hier in eine Familienfede rein gezogen zu werden, ich brauchte mehr Informationen.
“Nun bis zum Wochenende war Dave, der Auserwählte, aber nachdem der ja zugetrönt vom Dach gefallen ist, scheidet der ja aus.”
“Gut, aber was hab ich damit zu tun?”
“Also pass auf, alle drei wollen Ballkönigin auf dem Winterball werden, dafür ist aber die passende Begleitung absolut notwendig und da kommst du ins Spiel.”
Bitte was? Ich soll die Schnepfen zum Winterball begleiten weil sie dachten, mit mir hätten sie bessere Chancen aufs Krönchen. Ohne mich, kommt gar nicht in Frage.
“Passende Begleitung wie kommen die da auf mich?”
“Nun, dein Auftritt von Samstagabend ist nicht unbemerkt geblieben. Dave ist oder besser war zwar der Starverteidiger der Big Green, aber die Leute haben ihn mehr gefürchtet als respektiert und dann kommst du an fährst ihn kurz an und er pisst sich aus Angst in die Hose. Der Spruch muss gut gewesen sein, kannst du mir den mal bei Gelegenheit beibringen?”
“Bei Gelegenheit, aber jetzt erstmal weiter.”
“Dave ist offen gesagt ein Arschloch, er hat vielen böse Mitgespielt und wenn ihm sein Status als Spieler nicht aus der Patsche geholfen hat, dann war Papa mit seiner dicken Brieftasche und den dazugehörenden Beziehungen da und hat alles geregelt. Keiner hat sich mehr getraut was zu sagen und dann kommst du rettest eine Maid in Nöten, machst ihn absolut lächerlich und er zieht auch noch mit eingezogen Schwanz ab. Das war zu köstlich. Viele haben sich königlich Amüsiert und deinem Ansehen hat das ganz bestimmt nicht geschadet. Das und natürlich die offensichtlichen Gründe machen dich zur passenden Begleitung.”
“Von welchen offensichtlichen Gründen reden wir hier?”
Er schaute mich an als hätte ich ihm eine völlig überflüssige Frage gestellt und wollte mich über ihn lustig machen, mir war es aber todernst. Ich musste wissen was er unter offensichtlichen Gründen verstand.
“Willst du mich verarschen?”, fragte er leicht verärgert,”Du hast offensichtlich genügend Kohle, fährst nen deutschen Sportwagen und dann noch dein Aussehen, auch wenn du wohl ein bisschen mehr schlafen solltest. Du bist echt Blass, weist du.”
“Nun, gut zu wissen. Da hoff ich für die Ladys, das sie noch einen Plan B haben, denn ich werde auf keinen Fall einen von ihnen begleiten.”
“Stell dir das nicht so leicht vor, so schnell geben die nicht auf. Ach, an der Essensausgabe ist die Kleine vom Samstag, in Begleitung einer atemberaubenden Brünetten, die die ganze Zeit zu uns rüber sieht.”
Ich drehte mich leicht um. An der Essensausgabe stand Sandy und unterhielt sich angeregt mit Marie. Verdammt musste das jetzt auch noch sein? War die Situation nicht schon kompliziert genug? Marie winkte mir zu und ich verzog kurz mein Gesicht, dann drehte ich mich wieder Robbert zu.
“Das ist nur meine kleine Schwester.”, sagte ich so beiläufig wie möglich.
“Deine kleine Schwester ? Wow, die musst du mir unbedingt Vorstellen.”, kam es aufgeregt von ihm.
“Na, die kommt ja gleich her, dann lernst du sie ja kennen, aber mach dir keinen Hoffnungen.”
Ich hatte den Satz gerade zu ende gesprochen als sich neben mir jemand auf den Stuhl fallen ließ. Ich brauchte gar nicht hin zu sehen. Ich hatte ihn schon lange an seinem Geruch erkannt.


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3. Drei Einladungen und ein Zeitungsartikel Teil 2

Beitrag  Gast am Fr 04 Sep 2009, 23:50

“Hey Bruce.”
“Hey Eddie, das ist Robbert.”, ich deutete mit dem der Hand zu Robbert und dann zurück zu Eddie, “Robbert, das ist mein Schwager Eddie.”
Bei dem Wort Schwager zuckte es kurz in seinem Gesicht, er hatte wohl verstanden warum er keine Chance bei Marie hatte.
“Hey Robbert.”, kam es von Eddie einsilbig, er hatte natürlich gehört das Robbert Interesse an seiner Marie hatte und das mochte er überhaupt nicht.
“Hey.”, kam es von Robbert, dann schaute er von mir zu Eddie und dann zu Marie, die in Begleitung von Sandy zu unserem Tisch kam und schüttelte den Kopf. “Sag mal, haben die euch früher irgendwas ins Essen gemischt oder warum seht ihr alle so … gut aus, oh Mann ich kenn ne menge Leute die würden töten um so auszusehen.”
Eddie und ich fingen gleichzeitig an, aus vollen Hals zu lachen, während Robbert uns fragend ansah. Es war doch immer wieder köstlich wie Menschen auf unser Aussehen reagieren, aber das war gar nicht das lustigste an seiner Bemerkung. Unbewusst hatte er den Nagel auf den Kopf getroffen, man musste töten, um so auszusehen.
“Was ist den hier so lustig?”, erklang Maries glockengleiche Stimme. Ohne auf eine Antwort zu warten beugte sie sich zu Eddie runter und küsste ihn leidenschaftlich, dann schaute sie auf und fragte: “Also wie lautet der Witz?”
Ich deutete auf Robbert. “Robbert hier meinte das manche Leute für unser Aussehen töten würden.”
Marie ließ ihr helles Lachen erklingen und zwinkerte Robbert zu. “Ja, manche Menschen würden das wohl.”, dann wand sie sich mir zu,”Ach schau mal wenn ich in meinem Literaturkurs kennen gelernt habe.” und lächelte Sandy an, die gerade um den Tisch schritt, um sich mir genau gegenüber niederzulassen.
“Hallo Bruce.”, kam es leicht schüchtern von ihr.
“Hallo Sandy.”, zu mehr war ich bei ihrem Anblick nicht in der Lage.
“Ihr kennt euch schon?”, kam es überrascht von Marie.
“Ja, dein Bruder war so freundlich mir am Samstag bei einem recht unfreundlichen Kerl zu helfen, er kann ganz schön einschüchternd sein.”
“Davon hast du uns ja gar nichts erzählt.”, tadelte mich Marie neckisch.
“Du musst auch nicht alles wissen, Schwesterchen.”, antwortete ich ihr leicht süffisant und grinste sie an, dann wand ich mich wieder Sandy zu.
Unsere Blicke trafen sich und ich war gefangen von ihren blauen Augen, wieder einmal. Alles andere trat in den Hintergrund, war nicht mehr vorhanden, ich nahm nur noch ihr Gesicht wahr. Da war soviel das ich noch nicht wahrgenommen hatte. Die kleinen Grübchen die sich bildeten wenn sie lächelte, ihr leicht dunkler Teint, die kleine Narbe unter ihrem linken Auge, so fein das sie ein menschliches Auge gar nicht wahr genommen hätte, der perfekte Schwung ihrer Lippen und dann diese Augen. Große, dunkel Blau mit einem haarfeinen tiefgrünen Kreis außen und von vollen Wimpern umrandet. Auch ihren Geruch, ach was Geruch, Duft nahm ich zum ersten Mal richtig wahr. Er erinnerte mich an einen meiner Lieblingsplätze, eine kleine Bucht am Nordmeer im Frühjahr. Wenn Eis und Schnee sich zurückgezogen haben, auf den Salzwiesen die ersten Blumen ihre Blüten öffnen und eine leichte Briese würzig salzige Luft vom Meer rüberweht, klar und rein. ‘Und was meinst du erst wie gut ihr Blut schmeckt? ‘, meldete sich das Monster in mir. ’Schnauze!’, war alles was ich ihm antwortete, für mehr hatte ich keine Zeit, ich musste dieses Wunder vor mir betrachten. Solange wie möglich genießen, bevor es sich in Rauch auflöst, denn das würde es, dessen war ich mir sicher, so was konnte nicht existieren. Ich weiß nicht wie lang ich sie angestarrt habe, doch plötzlich zogen sich ihre Augenbrauen zusammen und zwischen ihnen bildete sich eine kleine Falte, wie süß und ihre Augen zogen sich zu schlitzen zusammen.
“Was ist?” fragte sie scharf.
Verträumt und vertrottelt wie ich war legte ich den Kopf leicht schräg und lächelte sie an.
“Ich denke gerade, dass das zauberhaft schöne Blau deiner Augen, den perfekten Kontrast zu deinen Teint und deinen schönen Haaren bildet. Du bist wunderschön.”
Bei zauberhaft wurde ihr Herzschlag unregelmäßig, um dann sich dann bei wunderschön zu einen Trommelwirbel zu steigern, Blut schoss in die feinen Adern in ihrem Gesicht und sie wurde rot. Überrascht schaute sie mich mit großen Augen an um dann verlegen ihren Blick zu senken.
“Zauberhaft, perfekt, wunderschön, warum sagt der so was? Das ist doch gar nicht wahr! Marie ist wunderschön, ich nicht! Warum macht der sich über mich lustig?”, grummelte sie so leise vor sich hin, das es ein Mensch nicht gehört hätte.
Erst da wurde mir bewusst, das ich meine Gedanken laut ausgesprochen hatte. Wäre es mir möglich gewesen rot anzulaufen hätte ich jetzt wie ein Heißluftballon in der Nacht geleuchtet, bei dem die Brenner auf voller Stufe laufen. Man war das peinlich. Warum konnte sich jetzt kein Loch auftun und ich darin verschwinden? Hilfesuchend schaute ich zu Marie, doch die sah mich nur überrascht an und wand sich sofort an Eddie. Hilfe war von da nicht zu erwarten. Ich wusste nicht was ich tun sollte, also schwieg ich. Sandy schaute nicht mehr auf und fing an mit ihrem Essen zu hantieren. Sie hatte auch ein Steak mit Pommes und einem kleinen Löffel Möhren. Ich war ja nicht mehr so ganz auf dem Laufenden was menschliche Essgewohnheiten angeht, aber vom Fernsehen wusste ich das die moderne Frau von heute eher Salate und leichte Kost bevorzugt, aber was weiß ich schon. Als sie ihr Steak aufschnitt war ich mir sicher das ihre vorlieben im Bezug auf Nahrung doch ein wenig ungewöhnlich waren. Ihr Steak sah aus als wäre man mit einem Bunsenbrenner einmal kurz über das rohe Fleisch gegangen, bevorzugten Menschen ihr Fleisch nicht zart rosa oder durch, gut es gab auch welche die es englisch mögen aber das war noch nicht mal englisch. Oh, man menschliches Essen war ja schon so was von eklig, aber das. Es schüttelte mich innerlich. Sie schnitt ein weiteres Stück ab, drückte mit dem Messer von oben auf das Fleisch, so das der ganze Saft auf den Teller lief und aß es genüsslich, dann schob sie die Pommes über den Fleischsaft damit sie sich schön voll sogen.
Das wurde mir dann doch zuviel.
Ich deutete auf das Steak: ”Das solltest du besser zurückgehen lassen, das ist ja noch roh.”
Sie schnaubte verächtlich und schnitt sich demonstrativ ein neues Stück ab. Dann hob sie die Gabel und funkelte mich böse an.
“Ich mag mein Fleisch gerne blutig. WAS dagegen ?”
Ich hob abwehrend die Hände und grinste sie an.
“Nein, ist ja dein Magen … aber du weißt schon das das kein Blut ist.”
Sie knallte die Gabel auf den Teller und wand sich abrupt ihre Tasche zu, die auf dem Stuhl neben ihr stand.
“Besserwisser!”, kam es leise von ihr, dann kramte sie eine Zeitung hervor und legte sie vor mich.
“Ließ das und lass mich in ruhe essen.”, kam es leicht bissig.
Es war die Dartmouth Standart, die Uni-Zeitung. Sie hatte sie so gelegt das die letzte Seite oben lag. Dort war ein Bild von Dave im Trikot der Big Green, dem Uni-Footballteam. Daneben stand in großen Lettern:

Starverteidiger David Morgan schwer Verletzt !


Dartmouth. Die beliebte Nummer 86, David Morgan, Verteidiger der Big Green wurde in der Nacht von Samstag auf Sonntag schwer Verletzt hinter seinem Haus aufgefunden. Herr Morgan hat sich schwere Brüche an beiden Beinen zugezogen, als er vom Dach des Appartementhauses fiel, in dem seine Wohnung liegt. Nach noch unbestätigten Informationen stand Herr Morgan erheblich unter Einfluss von Alkohol und illegalen Betäubungsmittel als das Unglück geschah. Laut den behandelnden Ärzten, des Universitätskrankenhaus, ist sein Zustand stabil, die Beinverletzungen aber schwer. Auf die Frage, ob und wenn wann Herr Morgan wieder einsatzbereit ist, antwortete Coach Campbell:
“Die Beinverletzungen von Herrn Morgen sind so erheblich das es zweifelhaft ist ob er je wieder Football spielen kann. Doch sollten sich die Vorwürfe über den Missbrauch von Betäubungsmitteln bestätigen ist das sowieso unerheblich. Dann wird er auch bei einer vollständigen Genesung nicht mehr das Trikot der Big Green tragen. Wir stellen hohe moralische Anforderungen an unsere Spieler.”
Nach auffinden von Herrn Morgan, wurde seine Wohnung von der Polizei durchsucht und erhebliche Mengen illegaler Substanzen sicher- gestellt. Dazu Polizeichef Miller vom Hanover Policedepartment :
“Gegen 04:30 Uhr, ging bei unserer Dienststelle der Notruf einer unbekannten Person ein. Der Anrufer meldete eine bewusstlose Person im Batterie Park. Bei umgehend eingeleiteten Rettungsmaßnahmen wurde Herr David Morgan schwer Verletzt hinter einem Appartement- haus, in dem sich auch seine Wohnung befindet, aufgefunden. Nach Angaben des unbekannten Anrufers war Herr Morgan vom Dach ebendieses Gebäudes gefallen. Da der Verdacht bestand das Herr Morgan zum Zeitpunkt des Unfalls unter Einfluss illegaler Betäubungsmittel stand, wurde umgehend eine richterliche Verfügung zur Durchsuchung seiner Wohnung erwirkt. Bei der Durchsuchung des Appartements wurden erhebliche Mengen illegaler Substanzen sichergestellt. Es handelt sich dabei um Kokain, Ecstasy, Ruipnol besser bekannt als KO-Tropfen und diverser Dopingmittel zum Muskelaufbau. Da Herr Morgan noch nicht Vernehmungsfähig ist konnte er noch nicht zu den Tatvor- würfen befragt werden.”
Auf Anfrage des Standards gab Dekan Houston folgende Stellungnahme ab:
“Die Universität Dartmouth bedauert den Unfall von Herrn Morgan. Unsere Gebete sind bei Herrn Morgan und seiner Familie. Wir hoffen das sich sein Gesundheitszustand bald bessern wird. Jedoch können wir auch nicht die Augen vor den erheblichen Vorwürfen gegen Herrn Morgan verschließen. Darum wurde Herr Morgan, bis zur endgültigen Klärung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe durch das exekutiv Komitee der Universität, vorläufig Suspendiert. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und noch einmal alle Studierenden darauf hinweisen das an der Universität Dartmouth eine null Toleranz Politik in Bezug auf Drogen gilt.”
Der Standart wird sie über den weiteren Verlauf im Fall Morgan auf den laufenden halten. Was der Ausfall von Herrn Morgan für unser Football- team bedeutet erfahren sie in der morgigen Ausgabe.

Ich liebe es wenn ein Plan funktioniert, der hätte in nächster zeit anderes zu tun als Frauen zu belästigen, z.B. darauf zu achten das ihm keine Seife im Duschraum runterfällt, aber davor würde ihn sicher sein Daddy bewahren. Ein triumphierendes Lächeln zauberte sich kurz auf mein Gesicht. Sandy war immer noch mit ihrem Essen beschäftigt, von dem Rohfleisch war nichts mehr übrig und sie stocherte in den letzte Pommes herum, die Möhren hatte sie nicht angerührt. Ich wartete bis sie fertig wahr und sparte mir jeden weiteren Kommentar zu ihrer Mahlzeit. Keine Witze übers Essen war wohl auch bei Menschen ein guter Rat.
Als sie die letzte, mit Fleischsaft voll gesogene Pommes runter geschluckt hatte, sah sie mich schmunzelt an. “Und ?”
Ich deute auf das Bild und grinste. “Bösen Menschen passieren böse Dinge.”
„Sera tamen tacitis Poena venit pedibus.“, kam es kichernd von ihr.
Ich schaute sie erstaunt an. Seneca, wow, schön und belesen, was für ein wundersames Wesen.
„Probatum est.“, war alles was ich noch sagen konnte und dann fingen wir an zu lachen.
“Kann mich mal jemand aufklären ich will mitlachen.”, unterbrach uns Eddie.
“Sie meinte, spät kommt die Strafe leisen Schrittes.“
„Worauf er sagte, es hat sich bewährt.“ und dann mussten wir wieder lachen.
„Versteh ich immer noch nicht.“, kam es quengelt von Eddie.
„Du musst auch nicht alles verstehen.“, sagte ich zu ihm und schaute auf meine Uhr und stand auf. „So ich muss dann mal, hab noch ne Vorlesung.“
Dann schaute ich zu Sandy. „Du sitzt doch morgen wieder bei uns?“
„Wenn du das möchtest.“, kam es wieder leicht verlegen.
„Ja, aber nur wenn du das auch möchtest. Überleg es dir. Bis morgen.“
„Bis morgen.“, kam es von ihr, ich lächelte sie noch mal an, dann drehte ich mich um und ging zum Unterricht.


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4. Die Unsterblichkeit, Blut und ein Abendessen Teil 1

Beitrag  Gast am Fr 04 Sep 2009, 23:52

4. Die Unsterblichkeit, Blut und ein Abendessen

Wollte dieser Vormittag den gar nicht zu enden gehen? Manchmal war das Menschspielen der absolute Horror und jetzt gerade war es die Hölle. Ich wäre jetzt lieber bei ihr aber das ging nicht, gerade jetzt konnte ich meine Gabe nicht einsetzten um sie zu beobachten, auch wenn ich nur in meinem Kopf bei ihr war lenkte mich das zu sehr ab. Ich neigte dann immer dazu zuviel preiszugeben. Ich hatte mir eine kleine Hütte auf einer kleinen Insel gekauft. Die Insel lag mitten auf einem Waldsee etwa 100 km entfernt, sie war mein Ort der Ruhe. Eigentlich wollte ich da an meinem neuen Buch arbeiten, aber zurzeit kam ich zu nichts. Meine Gedanken drehten sich immer nur um einen Punkt, Sandy. Noch nie war ich von einem Wesen so fasziniert gewesen, schon gar nicht von einem Mensch. In den letzten 6 Wochen hatte meine Gabe Überstunden gemacht. Es zog mich so zu ihr das ich sie fast 24 Stunden beobachtete, nur zum Jagen und unserem täglichen Treffen in der Mensa schaltete ich ab. Auch wenn diese Treffen für mich der Höhepunkt des Tages waren, blieben unsere Unterhaltungen belanglos, was hauptsächlich an mir lag. Ich wusste einfach nicht wie ich mich ihr gegenüber verhalten sollte. Sie war ein Mensch und ich ein Monster, wie sollten, konnten wir da befreundet sein. Eine Freundschaft mit mir würde sie ständiger Gefahr aussetzen.
“Nur der Glaube an Jesus Christus und das Heil der Kirche führen zur Unsterblichkeit, … “, sagte Pfarrer Brown und sah mich eindringlich an, während er weiter sprach. Ich nippte an meinen Kaffee, die ekelhafte Flüssigkeit rann meine Kehle runter, es bedurfte aller Selbstkontrolle die ich aufbieten konnte den Ekel nicht zu zeigen. Stattdessen nickte ich dem Paffen und seinen fünf Begleiterinnen vom Nachbarschaftskomitee zu, die mir gegenüber im Wohnzimmer unseres Hauses saßen. Oh, meine Gedanken waren schon wieder abgetrifftet, realisierte ich. Aber diese Unterhaltung war echt die Hölle, Warum wurde ich so gestrafft? War meine Existenz nicht Straffe genug? Was hatte der grade gefaselt? Führen zur Unsterblichkeit. Also ich kenne einen sicheren Weg zur Unsterblichkeit, ein kleiner Biss, drei Tage Scheiterhaufen und schon bist du Unsterblich. Nur das deine Seele dann für immer dem Teufel gehört. Vielleicht sollte ich ihm das anbieten, schmunzelte ich innerlich.
Ich war die Nacht in meiner Hütte gewesen und morgens gegen neun Uhr zurück gekommen. Da standen sie schon an unserer Einfahrt, Pfarrer Brown und fünf Frauen mittleren Alters. Sie wollten sich vorstellen und mit meinen Eltern über eine Spende für ein Wohltätigkeitsprojekt sprechen. Ich hätte auf meinen Instinkt hören sollen, ihnen einen Scheck in die Hand drücken und sie abwimmeln. Doch ich wollt ja höfflich sein, den perfekten Mensch spielen. Also lud ich sie auf eine Tasse Kaffe ins Haus ein. Nachdem ich sie aufgeklärt hatte das wir Waisen sind und allein hier wohne, hatte der Pfaffe angefangen zu sprechen. An ihm war echt ein Missionar verloren gegangen, der konnte reden ohne Luft zu hohlen. Seit zweieinhalb Stunden versuchte er nun meine Seele zu retten. Enthaltsamkeit, regelmäßiger Kirchgang, das Sakrament der Ehe, noch mehr Enthaltsamkeit und ähnliche Themen wurden von ihm abgearbeitet. Die Frauen hingen an seinen Lippen und nickten nur an den passenden Stellen. Ein gutes hatte sein Redefluss, ich brauchte nicht viel zu sagen, ein nicken hier, ein ‘Da haben sie recht’ oder ein ‘So hab ich das noch gar nicht gesehen.’ da, reichten vollkommen aus. Das seine Bemühungen um mein Seelenheil umsonst waren konnte ich ihm ja schlecht sagen. Wie hätte er auch verstehen sollen das ich schon lange tot bin, der Teufel aber beschlossen hatte das ich selbst für die Hölle zu schlecht war und mich statt dessen mit dieser untoten Existenz strafte.
Da ich nur einen kleinen Teil meiner Aufmerksamkeit für dieses Gespräch brauchte, triftteten meine Gedanken wieder zu Sandy. Sie war echt klasse. Morgens arbeitete sie in einem Altenheim und kümmerte sich liebevoll um die alten Menschen, dann ging sie für gewöhnlich Heim und macht ihre Schularbeiten, dann Vorlesungen um vor dem Schlafen noch mit ihrer Großmutter zu telefonieren. Sie war hilfsbereit und liebevoll zu den Mensch in ihrer Umgebung, hatte für jeden ein offnes Ohr. Doch anstatt ihr liebe Art zu belohnen, wurde sie ausgenutzt und sie nahm es mit einem Lächeln hin. Das tat mir fast körperlich weh. Ich hätte sie so gern in den Arm genommen und ihr gesagt das sie was ganz besonderes ist, aber sie hatte was besseres verdient als die Zuneigung eines Dämonen.
Durch meine Beobachtungen war ich auch dem Geheimnis ihrer Bilder etwas näher gekommen. In manchen Nächten stand sie plötzlich auf, ging ohne das Licht anzumachen zu ihren Malsachen und fing an zu zeichnen, ihr Blick war dann nicht im hier und jetzt sondern lag weit in der ferne. So einen Blick hatte ich als Mensch schon mal gesehen, das 1000 Yards starren haben wir es beim Militär genannt. Das bekamen Soldaten wenn sie zuviel erlebt hatten und die Erinnerungen ihr Denken total be- herrschte. Mal hatte sie nur ein Motive und ein andermal war es wie in einem Comic, viele kleine Bilder die sich zu einer Geschichte zusammenfügten, sogar mit Sprechblasen. Viele dieser Bilder hatten mit ihrer Arbeit, den Menschen in ihrer Umgebung und ihrer Großmutter zu tun, ich vermutete das es ihre Großmutter war, denn sie hatte eine Foto von ihr auf dem Schreibtisch stehen. Doch da gab es auch Bilder die mich total schockten, Bilder von ihr und mir, Hand in Hand, wie wir uns küssten, ich und meine Familie bei der Jagd, sie blass und mit roten Augen. Diese Bilder waren für mich der blanke Horror. Sie ahnte zumindest was wir sind und trotzdem saß sie jeden Tag bei uns. Warum nur tat sie das? Und dann die Bilder mit den roten Augen, wie konnte sie nur eine von uns werden? Wer sollte sie verwandeln? Ich würde es nicht machen und ich würde alles tun um das zu verhindern. Kein Vampir würde ihr das antun solange ich existiere. Keiner würde diesen Engel zur ewigen Verdammnis verurteilen, das würde ich verhindern!
Wenn sie dann fertig war legte sie sich wieder hin und schlief weiter. Am nächsten Morgen betrachtete sie dann ihr Werk voller staunen, als wäre sie selbst überrascht wie die Bilder aufs Papier kamen. Immer wenn sie mich gezeichnet hatte lag eine große Sehnsucht in ihrem Blick, was mich einerseits freute, andererseits auch sehr beunruhigte. Wie konnte sie Sehnsucht nach einem Monster haben, das ist doch nicht gesund.
Gestern Abend wurde noch ein Geheimnis ihrer Bilder gelüftet. In dem Heim in dem sie arbeitet starb eine alte Frau, sie hatte unglaubliche Angst davor allein zu sterben, sie hatte wohl keine Freunde oder Verwandten mehr oder zumindest keine die ihr beistehen konnten oder wollten. Also blieb Sandy und hielt ihre Hand bis alles vorbei war. Sie hatte sich nichts anmerken lassen, erst als sie in ihrem Zimmer war hat sie stundenlang geweint. Es war schrecklich mit anzusehen und nichts tun zu können. Was hätte ich tun sollen? Mitten in der Nacht bei ihr auftauchen, ihr sagen, ‘Hey ich bin ein Vampir, ich hab da diese besondere Fähigkeit das ich jeden aus der Ferne beobachten kann und ich hab gesehen, das es dir schlecht geht, kann ich dir vielleicht irgendwie Helfen?’. Das währe bestimmt eine große Hilfe gewesen. Ich würde versuchen es heute wieder gutzumachen, ich wusste noch nicht wie, aber ich würde es versuchen.
So schrecklich das ganze für sie war, zeigte es doch das zumindest einige ihrer Bilder die Zukunft zeigten. Sie hatte nämlich genau diesen Abend zwei Wochen vorher gemalt. Sie hatte ganz eindeutig auch eine Gabe. Ein kleiner Teil von mir fragte sich wie stark ihre Gabe wohl nach einer Verwandlung ist, wenn sie schon als Mensch so ausgeprägt war. Doch ich verwarf ihn ganz schnell, sie würde nie ein Monster werden.
Die Standuhr schlug zwölf und der Pfaffe hat endlich ein einsehen, eine der Damen erläuterte mir noch schnell für was sie Spenden sammelten. Es ging um die Unterstützung einer Armenküche. Ich zog mein Scheckbuch und stellte einen Scheck über 15.000,00 $ aus. Sie waren begeistert, dankten artig und brachen, nicht ohne das mich der Pfaffe noch mal auf den Sonntagsgottesdienst aufmerksam gemacht hatte, auf.
Als ich zurück ins Wohnzimmer kam, stand Marie mit einem amüsierten Grinsen im Raum. “Und gehen wir jetzt regelmäßig in die Kirche und betten für unsere Unsterblichkeit.”
“Unsterblichkeit,” schnaubte ich, “dafür brauch ich keinen Pfaffen, ich hätte ihm ja den Weg zur Unsterblichkeit zeigen können, aber ob er dann noch Halleluja singen würde wag ich zu bezweifeln und Kaffee ist ekelhaft hatte ich das schon erwähnt, bah.”
Ihr glockengleiches Lachen erschalte und aller ärger viel von mir ab, Marie war eindeutig der Sonnenschein in meinem Leben, aber da gab es Bereiche in mir die auch ihr Licht nicht erreichen konnte. So gut wir uns auch Verstanden so waren wir ja nicht nur durch unser Gift verbunden, sondern auch durch unser Blut. Immer wenn ich sie und Eddie sah, wie glücklich sie zusammen waren, freute ich mich für sie, aber mir wurde dann auch immer bewusst wie lang die Ewigkeit dauert, wenn man allein ist. Warum konnte ich kein normaler Mensch sein? Dann wäre vieles soviel leichter.
“Claire hat angerufen, sie und Stuart sind in Boston. Sie würden sich gern mit uns treffen.”
‘Claire und Stuart, hier nein danke.’, ging es mir durch den Kopf. Sie waren beide zwar nett aber ihre Jagdgewohnheiten unterschieden sich von unseren, sie hier das gefiel mir überhaupt nicht. Aber gegen einen kleinen Ausflug nach Boston hätte ich nichts, aber eigentlich wollte ich nicht weg, vielleicht heute Nacht.
“Dann ruf sie zurück und sagt ihnen das wir heute nach den Vorlesungen nach Boston kommen.”
“Och so späte, ich hab heute nur eine Vorlesung die wollt ich eigentlich schwänzen und sofort fahren, aber wenn wir noch warten müssen bis du fertig bist ist es ja schon nach zehn eh wir loskommen. Bitte las uns doch jetzt fahren. Bitte.”, schmollte sie und sah mich eindringlich an.
Ich konnte sie ja verstehen, Claire und Stuart gehörten zu den wenigen Freunden die wir hatten und sie akzeptierten unsere Ernährung, auch wenn sie sie nicht nachvollziehen konnten. Wir würden bestimmt viel Spaß haben, aber ich konnte noch nicht weg, nicht heute. Ich klappte mein Handy auf und wählte die altbekannte Nummer. Es klingelte zweimal, eh eine mir wohlbekannte Frauenstimme erklang.
“Ja.”
“Hallo Claire mein Schatz, wie geht es dir?”
“Gut danke, und selber Bruce ? Gibt’s noch Hunde in der Nach- barschaft? “, kam es heiter.
“Klar, du weißt doch das ich lieber Katzen mag. Ihr seid in Boston und wollt uns Treffen? Nur zum Spaß oder gibt’s was Wichtiges?”
“Nur zum Spaß, warum?”
“Nun, ich hab hier noch was zu erledigen, aber Marie und Eddie wollen gleich zu euch und wenn es nur zum Spaß ist kann ich ja später Nachkommen, was meinst du?”
“Klar kein Problem, dann bis später.”
“Bis später.” Ich klappte das Handy wieder zu und wartete auf das was jetzt kommen würde und wurde nicht enttäuscht.
“Wir sollen vorfahren und du kommst nach? Warum denn das ?”
Wie sollte ich ihr das nur erklären? Das sie mir fehlt, das es ihr nicht gut ging letzte Nacht und ich mir sorgen machte.
“Es ist doch nicht wegen dieses Mädchens? Ich weiß sie ist nett aber sie ist ein Mensch.”
“Ich weiß ja auch nicht.”
“Bruce ich mach mir ein Sorgen deswegen. Du bist so anders seit wir sie kennen gelernt haben, so abwesend. WAS IST LOS?”
“Ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht. Sie verwirt mich total. Ich möchte mich von ihr fernhalten doch alles zieht mich zu ihr, ich kann’s ja auch nicht erklären.”
“Du bist doch nicht etwa … in einen Menschen?” Sie klang leicht geschockt und sah mich fragend an.
“Was?”, ich wusste nicht was sie meinte.
“Was wohl du bist verliebt. Das kann doch nicht gut gehen mit einem Menschen.” Sie war sehr ernst.
Verliebt was redet sie da? Verliebt in einen Menschen, das stimmt doch nicht! Ich war noch nie verliebt, nicht in dieser Existenz. Als Mensch ja, aber daran konnte ich mich nur noch schwach erinnern. Ja ich hatte Jess, geliebt, auch noch nach meiner Verwandlung, aber ich konnte mich kaum noch erinnern wie ich fühlte als ich sie kenne lernte. Das lag alles wie unter einer Tonne Eis. Als Vampir war es so wie bei jedem anderen Familienmitglied, man liebt sie, will sie beschützen aber da war nichts Romantisches. Ja ich hatte auch um sie getrauert als sie starb und ich würde immer um sie trauern, so ist das wenn man nicht vergessen kann, aber das Gefühl in sie verliebt gewesen zu sein konnte ich nicht mehr hervorrufen, obwohl es da gewesen ist. War ich nun verliebt in Sandy? Die Vorstellung in einen Menschen verliebt zu sein war so abwegig das sie mir noch nicht gekommen ist. Wölfe liebten Rehe, sie verliebten sich aber nicht in sie. Ich mochte sie, sehr sogar, ich würde sie immer beschützen, aber verliebt. Ich drehte mich im Kreis.
“Ich weiß nicht ob ich in sie verliebt bin. Ich weiß ja nicht mal wie sich das anfühlt.”, sagte ich traurig, “Ich weiß nur das ich sie heute sehen muss.”
Marie kam auf mich zu, schaute mir tief in die Augen, dann legte sie ihre Arme um mich. “Wenn du in sie verliebt bist, wirst du es schon merken und eine Lösung finden damit umzugehen. Notfalls.”
Sie sprach es nicht aus aber ich wusste was sie meinte. Notfalls könnte ich sie ja verwandeln, aber diese Möglichkeit kam nicht in frage, aber das würde ich jetzt nicht ausdiskutieren.
“Lassen wir jetzt diese Gefühlsdussellei, ihr sollte jetzt fahren.”
“Und du kommst nach?”
“Ja, später.”
Sie hauchte mir einen Kuss auf die Wange. “Lass es auf dich zukommen, alles wird gut und ich mag sie ja auch.”
Ich löste mich aus ihrer Umarmung. “Viel spaß in Boston und macht nichts was ich nicht auch machen würde.”
Sie zwinkerte mir zu “Und du hab viel spaß mit deinem Mensch, sie ist echt ne Süße.”
Noch eh ich etwas erwidern konnte war sie verschwunden und ich war allein. War ich nun verliebt? Ich wusste es ehrlich nicht. Ich würde es auf mich zukommen lassen. Was sollte ich sonst schon tun?


Zuletzt von IRABLOODLUST am Sa 12 Sep 2009, 15:55 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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4. Die Unsterblichkeit, Blut und ein Abendessen Teil 2

Beitrag  Gast am Fr 04 Sep 2009, 23:54

Heute sollte ich wirklich bestrafft werden, waren meine Sünden wirklich so schlimm das ich das auch noch ertragen musste? Ich war ne Viertelstunde früher als sonst in der Mensa und hatte mich an unseren üblichen Tisch gesetzt, ich freute mich Warnsinnig darauf gleich wieder in diese Augen blicken zu können. Ich hatte die Augen geschlossen und ging im Geist noch mal das Gespräch mit Marie durch, als plötzlich alle fünf übrigen Plätze an meinem Tisch besetzt wurden. Der Geruch der Frauen, das konnte ich riechen, war mir nicht vertraut, also öffnete ich die Augen um zu sehen wer sich da einfach unaufgefordert zu mir setzte. Nancy O’Harra und ihr Rudel, was wollten die schon wieder?
Sie schaute mich leicht Vorwurfsvoll an. “Du warst gar nicht auf unserer Party, das war nicht nett!”
“Keine Lust.” Meine Stimme war eiskalt und abweisend aber das schien dieses Zicke nicht zu bemerken oder besser sie ignorierte es einfach.
“Na hör mal, keine Lust.”, kam es zuckersüß von ihr. Vom Klang ihrer Stimme konnte man glatt Karies bekommen. “Das hat doch nichts mit Lust zu tun. Du musst an deine gesellschaftliche Stellung denken, man ist nur so gut wie seine Beziehungen …”
Ich verdrehte die Augen, senkte meinen Blick und spielte gelangweilt mit meiner Coladose. Doch auch das wurde einfach ignoriert. Sie redete und redete ohne nur eine Pause zu machen, ich hörte einfach nicht mehr zu und sagte auch nichts mehr. Ich hoffte das ihr schnell langweilig werden würde und sie mit ihrem Rudel abzieht. Doch da kannte ich eine Nancy O’Harra schlecht, Taktgefühl schien nicht zu ihren Talenten zu zählen. ‘Wenn Sandy gleich kommt werde ich einfach aufstehen und mich mit ihr woanders hinsetzen, soll sie doch mit einem lehren Stuhl reden, doofe Kuh!’ grollte ich innerlich.
“Sie dir die mal an, wie kann sich nur so raustrauen?”
“Ist halt ein Bauerntrampel, die hat ihre Kleidung bestimmt aus der Kleiderkammer.”
“Das so was hier zugelassen ist. Ich kann echt nicht verstehen warum sich solcher Pöbel hierher traut. Dartmouth ist auch nicht mehr das was es mal war.”
‘Oh wie klassisch.’, dachte ich als zwei aus dem Rudel über jemanden herzogen. ’Reich und eingebildet. Wenn man ihnen ihre chicen Klamotten und Daddys Kreditkarten wegnehmen würde, was wären sie dann? Einsam und nicht überlebensfähig.’
Nancy Stimme wechselte von zuckersüß zu arrogant als sie jemand hinter mir ansprach. “Was willst du denn hier, siehst du nicht das du hier nicht erwünscht bist. Begib dich zu deinesgleichen und wo hast du denn die Klamotten her vom Wühltisch bei Wallmart?”
Der mir wohlbekannte Geruch traf mich wie ein Schlag, da ein leichter Luftzug von vorne kam hatte ich ihn nicht eher registriert. Wut stieg in mir auf, wie konnte es diese arrogante Kuh nur wagen. Hinter mir hörte ich ein leises Stöhnen und das scharen von Schuhen, als sie sich umdrehte um wegzugehen.
“SANDY,” kam etwas zu scharf, “wo willst du hin?”
Ich drehte mich ihr zu, in ihrem Gesicht lag Schmerz und Enttäuschung als sie mich ansah.
“Ich … wollte dich und deine … Freundinnen nicht stören.” Ein Zittern lag in ihrer Stimme und man merkte das sie kurz davor war zu weinen.
“Freundinnen,” schnaubte ich, “das sind nicht meine Freundinnen! Ich bin heute nur hier weil ich DICH sehen wollte. Das sind nur PARASITEN die sich unaufgefordert zu mir gesetzt haben und nicht wissen wann sie unerwünscht sind. Also wo willst du hin?”
Ich lächelte sie an, strafte leicht die Schultern, reckte kurz den Kopf und zwinkerte ihr zu. Es blitzte kurz in ihren Augen, sie hatte verstanden was ich wollte. Alle Unsicherheit verschwand, etwas königliches lag in ihrer Köperhaltung. “Zu dir natürlich.”, dann wand sie sich an Nancy, “Du sitzt auf MEINEM Platz, verschwinde.”
Ihr Stuhl fiel um als sie aufsprang und beide Hände auf den Tisch schlug. Leicht nach vorne gebeugt funkelte mich Nancy wütend an.
“So lass ich mich nicht behandeln.”, giftete sie, “Du kriegst hier keinen Fuß mehr auf den Boden. Wer sich mit ABSCHAUM abgibt ist auch selber welcher. Das hat Konsequenzen.”
Ich legte meine Hände mit genügend Druck auf ihre, so das sie sie nicht wegziehen konnte, dann schaute ich ihr in die Augen. Eises Kälte lag in meinem Blick.
“Ich brauch weder deine Beziehungen noch das Geld deines Daddys. Ich hab genug Eigenes und auf meine gesellschaftliche Stellung scheiß ich.”, meine Stimme war ruhig und sachlich, “Und du solltest aufpassen wenn du Abschaum nennst. Sie ist nett, liebevoll und warmherzig. Geld und Ansehen sind ihr einerlei. Du dagegen bist arrogant, berechnend, oberflächlich und gefühlskalt. Alles dreht sich nur um dich und deinen Vorteil.” Ich lehnte mich zu ihr vor und flüsterte ihr ins Ohr. “Solltest du oder deine Freundinnen ihr noch einmal wehtun, dann wirst du das bis ans ende deines allzu kurzen Lebens bereuen.” Ich schaute sie noch einmal prüfend an. Sie war entsetzt und zog sofort ihre Hände zurück als ich sie freigab. Doch eins musste man ihr lassen sie hatte sich schnell wieder im Griff. “Kommt wir gehen.”, zickte sie ihr Rudel an und zog dann ab.
Ich beugte mich nach unten und stellte den Stuhl wieder hin, dann klopfte ich leicht auf die Sitzfläche “Sandy, bitte hier ist was frei.”
Mit breitem Grinsen setzte sie sich auf den angebotenen Stuhl. “Danke. Aber das solltest du nicht tun.”
Was sollte ich nicht tun? Jetzt verstand ich überhaupt nichts mehr. “Und was bitte sollte ich nicht tun?”
“Menschen so einschüchtern.”, und selbst für mich kaum hörbar fügte hinzu, “Nicht wegen mir.”
“Du findest also das ich MENSCHEN einschüchtere? Schüchtere ich dich auch ein?”
“Ja du hast sie total eingeschüchtert oder besser sie hatte Angst vor dir. Ich weiß ja nicht was du ihr zugeflüstert hast, aber ich glaube sie hat heute Nacht Albträume.”, amüsierte sie sich um dann zögernd fortzufahren, “ Und ja mich schüchterst du auch manchmal ein aber ich habe keine Angst vor dir.”
‘Die solltest du aber haben, es wäre besser für dich.’
Ich wollte grade zu einer neuen Frage ansetzen, als ein Mädchen viel zu schnell an uns vorbei lief. Ich sah das Unglück kommen. Ihre Füße verfingen sich in einer auf dem Boden abgestellten Tasche, ungebremst knallte sie, mit dem Gesicht voran auf ein Tablett, das auf dem nächsten Tisch stand. Als erstes hörte ich ein knacken als ihre Nase brach, dann folgte das das Splittern von Porzellan und zuletzt das reisen von Haut.
Ich wollte die Luft anhalten aber es war schon zu spät, der köstlich warme Geruch von frischen Blut hatte mich schon erreicht. In meiner Kehle tobte ein Feuersturm, große Mengen Gift schossen mir in den Mund, meine Augen weiteten sich. ’FUTTER’, schrie das Monster in mir und dann drehte sie sich mir auch noch zu. Köstlich warmes Blut rann ihr in Strömen aus der zertrümmerten Nase und einer großen Platzwunde auf der Stirn. Ihr Gesicht war nur noch eine blutverschmierte große Speisekarte. ‘RAUS ich muss hier RAUS!’, schrie mein verstand, ‘Endlich mal was anständiges!’, antwortete das Monster. Mit allem was ich an Selbstbeherrschung aufbringen konnte gelang es mir wegzusehen. Ich sprang viel zu schnell auf. “Ich muss hier weg.”, presste ich noch zwischen meinen geschlossen Zähnen hervor. Dann rannte ich aus der Mensa. Ich konnte mich noch soweit bremsen nicht in Vampirtempo zu fallen, trotzdem sah ich wohl aus wie ein 100 m Läufer auf der Flucht. Endlich war ich aus dem Gebäude. Ich senkte meine Geschwindigkeit und ging zu einer alten Eiche, auf einer Wiese rund 200 m entfernt. Ich lehnte mein Gesicht an die raue Rinde des Baums, mein Körper zitterte leicht vor Erregung, der Feuersturm tobte immer noch in meiner Kehle und ich spie das Gift aus, das sich in meinem Mund gesammelt hatte. Musste denn heute alles schief laufen? Mir war immer klar gewesen das so was passieren konnte, Menschen sind halt ungeschickt und verletzten sich so leicht. Schon früher hatten Menschen in meiner nähe geblutet aber noch nie so nah. Ich hatte versucht mich darauf einzustellen, aber es theoretisch durch zu spielen und den Durst am eigenen Körper zu erleben das waren zwei paar Schuh. Ich atmete immer noch nicht.

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4. Die Unsterblichkeit, Blut und ein Abendessen Teil 3

Beitrag  Gast am Fr 04 Sep 2009, 23:55

Plötzlich schob sich etwas Warmes in meine Hand. Erschrocken zog ich sie weg und wirbelte herum und da stand mein Engel. Mit ihren großen blauen Augen sah sie mich besorgt an und griff wieder nach meiner Hand. Sie war weich und warm. Ich konnte ihren Puls fühlen als sie mir zärtlich mit dem Daumen über den Handrücken streichelte, die Kälte meiner Haut schien ihr nichts auszumachen. “Ist schon gut, nichts ist passiert, beruhige dich, …” Bestimmt fünf Minuten redete sie liebevoll, wie eine Mutter die ihr Kind beruhigen will, auf mich ein. Ich sah ihr die ganze Zeit nur in die Augen, das zittern legte sich, der Feuersturm wurde zu dem üblichen leichten ziehen und als ich endlich wieder einatmete war da nur ihr Duft. “Geht’s wieder?”, fragte sie einfühlsam. Ich nickte nur, zum sprechen war ich noch nicht in der Lage. Das war das unglaublichste und verrückteste das ich je erlebt hatte. Sie hatte es tatsächlich geschafft mich zu beruhigen und ich hatte sie nicht angefallen trotz meines unerträglichen Durstes und der körperlichen Nähe zu ihr. Doch wie konnte sie sich einer solchen Gefahr aussetzen? Sie ahnte doch was ich bin und das es nicht gesund sein kann, sich mir gerade jetzt zu nähern muss ihr doch klar sein. Hatte sie denn überhaupt keine Angst vor mir, vor dem was ich bin? Als ein Krankenwagen am Eingang der Mensa vorfuhr wurde ich aus meinen Gedanke gerissen. Sandy schaute zu ihn hin, dann zog sie mich weg. “Das musst du dir nicht auch noch antun.”, war alles was sie sagte.
Aus purer Gewohnheit scannte ich schnell meine Umgebung, dabei viel mir auf das ich nicht der Einzige war der um Fassung rang. Auf der anderen Seite der Wiese stand Robbert und zitterte leicht. Er war noch blasser als sonst, auch an ihm schien der Vorfall nicht spurlos vorüber gegangen zu sein. Für einen kurzen Moment begegneten sich unsere Blicke. Doch in seinem Blick lag kein Schrecken oder Ekel, sondern etwas ganz anderes, etwas das ich selbst gerade erlebt hatte, Blutlust. Aber das war doch Blödsinn, wie sollte in den Augen eines Menschen Blutlust liegen? Ich verwarf den Gedanken so schnell wir er gekommen war. Aber irgendwas stimmt mit ihm nicht, da war ich mir sicher.
Der Zug an meiner Hand wurde stärker und ich folgte ihr nur zu willig. Hand in Hand gingen wir davon. Ihre weiche warme Hand in meiner, das fühlte sich so gut an, so richtig und doch so falsch. Verlegen schaute ich zu ihr herab, sie sah mich nicht an aber man konnte sehen das sie glücklich war. Aber wie konnte sie glücklich sein, mit mir? Wieso war ich glücklich darüber?
Die Erkenntnis traf mich wie ein Schlag, plötzlich ergab alles einen Sinn, das ich immer so durcheinander war in ihrer Nähe, dieses unglaublich starke Bedürfnis sie zu beschützen, das ich sie immer beobachten musste, das ich mich immer wieder in ihren wunderschönen Augen verlor, das mich alles zu ihr zog. Es war total verrückt, aber ich wusste es jetzt.
Ich liebte sie!
Und noch etwas wurde mir klar. Nichts könnte das je ändern, ich war ihr total verfallen. Dieses kleine bezaubernde Menschenmädchen, dieses Wunder das ich dort in meiner Hand hielt, hatte meine Welt total auf den Kopf gestellt und nichts könnte sie je in ihren alten Zustand zurück- verwandeln.
Langsam gingen wir über das Campusgelände, das Licht der Straßen- laternen gewann langsam die Vorherrschaft über den grauen Schimmer der im Zwielicht liegenden Wolken. Ich verschränkte meine Finger in ihren und genoss nur den Augenblick. Sie führte mich zu ihrem Wohnheim und ich fragte mich was sie mit mir vorhatte, nicht das es von Bedeutung war solange ich bei ihr sein durfte, aber neugierig war ich schon.
“Darf ich erfahren was wir vorhaben?”, fragte ich so beiläufig wie möglich.
“Nun ich dachte wir gehen zu mir und reden, ich hatte den Eindruck das du soweit bist um über mehr als das Wetter oder die Uni zu sprechen. Aber erst mach ich mir ein paar Brote, mein essen steht nämlich noch immer auf dem Tisch und da willst du ja bestimmt nicht hin.”
“Gewiss nicht.” Der Gedanke jetzt wieder zurück zu gehen ließ mich erschauern und sie hatte recht ich würde mich gerne mit ihr unterhalten, aber das mit den Broten gefiel mir überhaupt nicht. Sie hatte wegen mir auf ihr Essen verzichtet und jetzt wollte sie sich ein paar Brote machen, kommt gar nicht in Frage. Auch wenn ich schon ewig nicht mehr essen musste, wusste ich doch noch das Menschen mindestens einmal am Tag warmes Essen brauchten. “Ansonsten ja und kommt gar nicht in Frage.”
Sie blieb abrupt stehen und sah mich verwirt an. Kleine Falten bildeten sich auf ihrer Stirn. “Was kommt nicht in Frage, willst du doch nicht mit mir reden?”
Ich lächelte sie breit an. “Natürlich möchte ich mit dir reden, aber das du dir Brote machst kommt nicht in Frage. Du gehst jetzt rauf und ziehst dich um. Ich hol dich dann in einer Stunde ab oder brauchst du länger?”
“Wie bitte, was soll ich?”, kam es überrascht.
‘Oh man wo sind deine Manieren du musst sie richtig Frage.’
“Sandy, würdest du mir die Ehre erweisen mit mir heute Abend Essen zu gehen? Es wäre mir eine große Freude wenn du ja sagst, bitte.”
Jetzt war sie vollkommen verwirt, damit hatte sie nicht gerechnet, zumindest nicht heute.
“Versteh ich das richtig du bittest mich um ein Date?”
Ein Date ? So hatte ich das zwar nicht gesehen aber ja das war im Grunde das was ich jetzt wollte. Ein Date mit ihr.
“Ja ein Date, was sagst du?”, fragte ich verlegen. Was wenn sie wieder glaubt ich wolle mich über sie lustig machen, was wenn sie doch nicht mit mir befreundet sein wollte?
Ich spürte wie der Puls in ihrem Daumen schneller ging, ihre Wangen bekamen wieder dieses appetitliche Rot und automatisch machte sich der Durst in meiner Kehle bemerkbar, aber wenn das der Preis für ihre Nähe war würde ich ihn mit Freuden zahlen.
“Ein Date also. Natürlich geh ich mit dir aus.”, sprudelte es aus ihr raus. Sie setzte ihr schönstes Lächeln auf, das wo ihre Grübchen besonders deutlich zu sehen waren, dann war plötzlich ihre Hand verschwunden.
“Bis in einer Stunde, lass mich nicht warten.”, rief sie noch als sie zu ihrem Wohnheim verschwand.
Da stand ich nun allein und die wärme ihrer Hand fehlte mir schon jetzt. In der letzten Stunde hatte sich alles verändert, nichts würde mehr sein wie es war und das war gut so. Doch wie sollte ich jetzt da ich wusste wie ich fühlte damit umgehen? Ich konnte, durfte ihr ja nicht einfach sagen was ich bin. Das war gegen die Regeln. Jeder Mensch, der wusste was wir sind hatte eigentlich nur zwei Möglichkeiten, Sterben oder die Verwandlung und auch wenn ich den Volturi noch nie begegnet war so war mir doch, wie jedem Vampir, ihre konsequente Haltung in dieser Frage und ihre Macht bekannt. Abgesehen davon wusste ich ja nicht was sie für mich Empfand und sollte sie wieder erwarten meine Gefühle erwidern, was dann? Was würde das für eine Beziehung? Ich müsste ständig darauf achten sie nicht aus versehen zu verletzen oder gar umzubringen und meinen Durst, ja den müsste ich auch unter Kontrolle behalten. Doch wie hatte Marie so schön gesagt: ‘Du findest schon eine Lösung.’ Hoffentlich hat sie recht.
Schnell begab ich mich zu meinem Wagen und fuhr nach Hause. Unterwegs rief ich meinen Sekretariatsservice in Bombay an, damit sie mir eine Reservierung in einem passenden Restaurant in der nähe besorgten. Eins musste man der heutigen Zeit lassen, die Erfindung von Internet und Handy waren echt eine Erleichterung und so ein Sekretariatsservice im Ausland hatte auch nur Vorteile für unsereins. Kein persönlicher Kontakt, sie erledigten zuverlässig Reservierungen und ähnliches und woher hätte ich wissen sollen wo ich auf die schnelle ein passendes Restaurant finden könnte? Restaurants gehören nun mal nicht zu den üblichen Orten für Vampire. In meinem Schlafzimmer, nun eigentlich war es ja mein Kleiderschrank in dem zur Tarnung auch ein Bett stand, zog ich mich schnell um. Ich wählte eine schwarze Jeans, dazu ein weises Hemd und einen Marinefarben Pullover mit V-Ausschnitt. Ich war etwas hektisch, zumindest gab mir das das erste Hemd zu verstehen als es meinen Versuch es anzuziehen mit einem lauten Reisen quittierte. Abgerundet wurde mein Outfit von schwarzen Habschuhen und einem anthrazitfarbenen Sportsakko. Ich sah in den Spiegel und wünschte mir Marie wäre da. Sie hätte mir sagen können ob die Farben zueinander passten, aber ich wollte sie jetzt auch nicht stören, das ganze war schon kompliziert genug, da brauchte ich nicht auch noch die Fragen meiner allzu neugierigen Tochter. Ich war schon auf dem Weg in die Garage, als mir eine Idee kam, schnell wechselte ich den Autoschlüssel. In der Garage lies ich meinem R8 und unseren Q7 links liegen und ging zum letzten Auto, das unter einer dicken Plane auf seine allzu seltene Einsätze wartete. Ich zog die Plane weg und sah meinem kleinen Liebling an. Zärtlich fuhr ich mit der Hand über das alte Metal. Dieser Wagen war perfekt und mein ganzer Stolz. Ein 1937 Chevy Coupe Streetrod, altes Blech mit topaktueller Technik unter der Haube. Ein Geschenk meines Vaters zu meinem 12 Geburtstag, damals war es eine alte Rostlaube, aber wir hatten ihn wieder aufgebaut und seitdem hielt ich die Technik immer auf dem neuesten Stand. Ich holte ihn selten aus der Garage, er war viel zu kostbar, aber heute war ein besondere Anlass und ich hoffte das mein alter Weggefährte mir helfen würde, nicht indem er sie beeindruckt, sondern meine Selbstsicherheit zu behalten. Immerhin war es das erste Mal das ich die Frau die ich liebte zum Essen ausführte, zumindest als Vampir. Ich war furchtbar nervös. Mein Handy piepste. Eine SMS teilte mir mit das ein Tisch für zwei in der Black Mill reserviert war. Ich googlete schnell die Black Mill und war zufrieden. Das Restaurant war wohl zurzeit total angesagt und eigentlich musste man zwei Monate im Voraus reservieren, wieder einmal fragte ich mich wie die Jungs in Indien das immer schafften. Ich drehte den Zündschlüssel rum und der V8 erwachte mit einem satten Grollen. Auf dem Weg zu ihr hielt ich noch an einem Blumenladen. Die Verkäuferin war sehr nett und als sie meine Unsicherheit bemerkte stellte sie einen wunderschönen kleinen Strauß zusammen.

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5. Erstes Date Teil 1

Beitrag  Gast am Fr 04 Sep 2009, 23:56

5. Erstes Date

So ausgerüstet stand ich auf die Minute pünktlich vor ihrer Tür. Zögerlich klopfte ich gegen das Holz.
“Einen Moment bitte.”, kam es von innen. Ich hörte sie hektisch hantieren, ihr Herzschlag war leicht erhöht dann kam sie zur Tür und Atmete noch mal Tief durch, sie war offensichtlich genauso nervös wie ich, dann öffnete sie.
‘W-O-W !!’, genau das war der richtige Ausdruck für den Anblick der sich mir bot. Die Haare fielen in sanften Wellen über ihre Schultern und ihr dezentes Make-up betonte ihre wunderschönen Augen. Sie Trug eine dunkelblaue Bluse, einen anthrazitfarbenen Rock der kurz über ihren Knien endete und dazu schwarze Stiefel.
Unentschlossen stand ich da und wusste nicht was ich sagen sollte. Sie schenkte mir wieder dieses umwerfende Lächeln. “Möchtest du nicht reinkommen?”
“Oh, doch sehr gerne.”, ich löste mich aus meiner starre und trat ein. Sie ging vor mir durch den kleinen Flur, links war noch eine Tür die ins Bad führte, dann folgte ein kleiner Raum, links an der Wand zum Bad stand ihr Bett und ein kleiner Nachttisch mit zahlreichen Fotos, daneben stand ein Kleiderschrank und ein Bücherregal, vor der Fensterfront ein Kühlschrank mit einem alten Röhrenfernseher und ein großer Schreibtisch, auf einem kleinen Tisch rechts in der ecke war eine einfache Stereoanlage. Die rechte Seite wurde von einer für die Raumgröße recht großen Dreisitzercouch dominiert vor der ein kleiner Glastisch stand. Außer der Couch und dem Glastisch waren es alles Standartmöbel, die zur Einrichtung des Zimmers gehörten. Topfpflanzen auf den Fensterbänken und ein kleiner Gummibaum neben der Couch, versuchten etwas Grün in die erdrückende Enge und schwere der braunen Holzmöbel zu bringen. Die Wände waren weiß gestrichen, was es auch nicht besser machte. Einziger Lichtblick waren ein großes Bild über dem Bett an der Wand zum Bad und noch eins über der Couch. Obwohl ich den Raum bis ins kleinste kannte, war es doch ganz anders körperlich hier zu sein. Dieses Wohnheim war ganz eindeutig für die Stipendiaten und einfachen Studenten gedacht, die sich die Unterbringung in den Topmodernen Wohnheimen und Privatappartements außerhalb des Campus nicht leisten konnte. Für mich hatte das ganze etwas Erdrückendes und erinnerte mich an meine Kindheit. An alle die Armeestandarthäuser in denen ich groß geworden bin. Warum konnte ich mich nur so gut an die schlechten Zeiten als Mensch erinnern, während die guten immer mehr wie unter einem dichten Nebel verschwanden?
“Was versteckst du denn da hinter deinem Rücken?”
Oh ja, da war ja noch was. Langsam holte ich die Blumen hinter meinem Rücken hervor.
“Sie können zwar nicht mit deiner Schönheit mithalten, aber ich hoffe sie gefallen dir trotzdem.”
“Die sind für mich?”, fragte sie erstaunt, als hätte ihr noch nie jemand Blumen geschenkt. Aber vielleicht brachte man ja heute keine Blumen mehr mit? Ich war wohl nicht mehr auf dem aktuellsten Stand. Früher war das jedenfalls üblich wenn man einer Frau den Hoff machte, aber wie war das heute? Mit glänzenden Augen betrachtete sie die Blumen in ihren Händen, dann beugte sie sich leicht zu ihnen runter und sog mit leicht geblähten Nasenflügeln ihren Duft ein. Wieder waren ihre Grübchen zu sehen. “Sie sind wunderschön. Vielen Dank.”, dann drückte sie mir die Blumen wieder in die Hand, “Kannst du sie kurz halten?” und schon war sie rumgewirbelt und hockte vor ihrem Nachtisch. Sie öffnete die unterste Tür, kurz kramte sie in dem Fach um triumphierend eine Vase hervor zu zaubern. Schnell kam sie auf mich zu und nahm mir die Blumen wider ab. “Ich stell sie nur schnell ins Wasser.”, war alles was ich noch hörte als sie ziemlich aufgedreht ins Bad verschwand. Ich betrachtete das Bild über ihrem Bett genauer. Azurblaues Wasser rauschte in sanften Wellen an den hellen Sandstrand einer halbmondförmigen Bucht. Fischer zogen ihre kleinen Bote vom Strand ins Wasser. Hinter dem Strand schmiegten sich weiße Häuser mit terrakottafarbenen Dächern, sanft an einen bewaldeten Hügel, auf dem Kinder Drachen in der sanften Seebriese stiegen ließen. Der Detailreichtum und die gekonnte Komposition der Farben zeigten eindeutig die Hand eines begabten Künstlers. Sandy kam aus dem Bad und stellte die Vase auf den Glastisch vor ihrer Couch. Ich zeigte auf das Bild. “Das ist zauberhaft hast du das gemalt?”
“Nein, das hat Mom gemalt. Das ist Luca, in Italien. Da kam sie her.”, Stolz und Trauer schwangen in ihrer Stimme.
“Sie ist eine begabte Künstlerin.”
“Ja, das war sie.”, kam es sehr Traurig.
Ich nahm ihre Hand und streichelte ihr mit der andern zärtlich über die Wange. “Ich weiß wie das ist, meine Mom ist auch nicht mehr da.” Wir sahen uns tief in die Augen und konnten beide den Verlust des anderen spüren. Ihr Magen krummelte leicht und ich musste Lächeln. “Darüber können wir später reden, jetzt sollten wir was gegen deinen Hunger unternehmen. Können wir?” Sie atmete einmal tief durch um die dunklen Gedanken abzuschütteln. Auf ihrem Gesicht lag wieder ein strahlen. “Ja wir können.” Sie wollte gerade ihre Jacke vom Bett nehmen, doch ich war schneller. Überrascht sah sie auf ihre Jacke, die ich ihr so hinhielt das sie bequem hineinschlüpfen konnte. “Sehr zuvorkommet.”, schmunzelte sie.
Als sie die Tür zu ihrem Zimmer abgeschlossen und den Schlüssel in ihrer Handtasche verstaut hatte, nahm ich wie selbstverständlich wieder ihre Hand und verschränkte meine Finger in ihren. Es war so schön die Wärme ihrer weichen Haut und den Fluss ihres Bluts zu spüren. Sofort steigerte sich das brennen in meiner Kehle, aber ich schob den Durst beiseite, sie so nah zu fühlen war es wert.
Wir gingen auf den Parkplatz und sie sah sich suchen um. “Gehen wir zu Fuß? Ich sehe dein Auto nirgends.”
Schmunzelnd deute ich auf das Auto direkt vor ihr und öffnete ihr die Tür. Mit leichtem Kopfschütteln stieg sie ein. Als ich auf dem Fahrersitz platz nahm hatte sie sich schon angeschallt. “Das ist aber nicht dein üblicher Wagen.”, stellte sie sachlich fest.
“Nein, das Schätzchen hol ich nur zu besonderen Anlässen raus.”
“Ach .. So und was ist das für einer?”
“Ein 1937 Chevy Coupe, aufgebaut als Streetrod.”
“Na wenn du es sagst.”
Melodischer Metal der späten 80er schwang durch den Wagen, das Licht der Scheinwerfer uns entgegen kommender Wage spiegelte sich auf dem feuchten Asphalt, der V8 brummte dumpf , als wir zu unserem Ziel 30 Meilen außerhalb von Hanover fuhren.
“Wer ist den das?”, fragte sie nach einiger Zeit.
“Fates Warning, Perfect Symmetry ich kann auch was anderes anmachen.”, sagte ich schnell. Ich wusste ja das sie Gitarrensound mochte aber Fates Warning ist schon recht speziell, vielleicht hätte ich was leichteres auflegen soll.
“Nein, das ist schön. Ich kenn sie nur nicht.”
Ich sah zu ihr rüber um ihre Reaktion besser einschätzen zu können.
“Das ist kein Wunder, ist ja auch schon recht alt, 1989 und selbst damals waren sie recht unbekannt. Aber die Platte hat was.”
Sieh sah zu mich an, plötzlich weiteten sich ihre Augen und sie schaute schnell auf den Tacho.
“Könntest du bitte auf die Strasse sehen und du weist schon das es ein Tempolimit gibt.”, kam es vorwurfsvoll.
Ich sah wieder auf die Strasse, obwohl das vollkommen unnötig war und was sollte das mit dem Tempolimit, 100 Meilen war doch nun wirklich nicht schnell, da lauf ich ja schneller.
“Das ist doch nicht schnell. Außerdem liegt das Tempolimit bei 55, pro Achse, ich hab also noch Spielraum nach oben.”
“Ist ja dein Führerschein.”
Obwohl es mir widerstrebte senkte ich das Tempo auf 75, es macht einfach keinen Spaß so langsam zu fahren.
“So jetzt fahren wir ja langsam, besser so?”
Sie sah noch mal auf den Tacho und schüttelte leicht den Kopf, mit der rechten Hand strich sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht.
“75 nennst du langsam?”
“Außer für Falschparken hatte ich noch nie ein Tickt und erst recht keinen Unfall, dir kann nichts passieren.”
Ich hatte wirklich noch nie ein Ticket, Radar konnte ich schon vom weiten hören und das für Mensche unsichtbare Laserlicht sehen und zusätzlich nutzte ich immer meine Gabe, eine kleiner Teil meiner Aufmerksamkeit lag eine Meile voraus und suchte nach Bullen oder andern Gefahren.
“Mhmm.”, war alles was sie darauf antwortete.
Fünf Minuten später bogen wir von der Schnellstrasse auf einen kleinen Privatweg ab. Er führte entlang eines kleinen Baches tiefer in die Wälder. Nach etwa zwei Meilen wichen die Bäume zurück und umgeben von Wiesen stand einen altes Bruchsteingebäude. Es lag direkt am, hier zu einem Kanal ausgebauten Bach. Ein großes hölzernes Mühlrad drehte sich langsam im Wasser. Im Boden eingelassene Lampen hüllten die Fassade in ein warmes Licht. Eine etwa 60 cm hohe Ligusterhecke umgab das Grundstück und grenzte es zur Strasse ab. Ich parkte den Wagen auf dem kleinen aber gut belegten Parkplatz. Sandy schnallte sich ab und wollte gerade die Tür öffnen. “Würdest du bitte warten.”, sagte ich sanft und erntete wieder diesen amüsierten Blick der mich langsam verwirte, machte ich denn alles falsch? Ich ging um das Auto, öffnete ihre Tür und hielt ihr meinen Arm hin damit sie leichter aussteigen konnte. Sie schien sich köstlich zu amüsieren.


Zuletzt von IRABLOODLUST am Sa 12 Sep 2009, 15:56 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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5. Erstes Date Teil 2

Beitrag  Gast am Fr 04 Sep 2009, 23:57

Hand in Hand betraten wir das Restaurant. Ich half ihr aus ihrer Jacke und übergab sie einem jungen Angestellten. Neben der Tür die in den Gastraum führte stand steif, hinter einem brusthohen Pult, ein weiterer Angestellter und blickte uns leicht herablassend an. “Willkommen in der Black Mill, wir sind leider voll Belegt oder haben sie reserviert?” Seine Stimme war sehr nasal und sein abschätzender Blick machte deutlich das er uns für ein junges Paar hielt das sich in der Adresse geirrt hatte.
“McGregor, meinen Büro hat für mich reserviert.”, antwortet ich genauso herablassend. Irritiert fuhr er mit seinem Finger die einzelnen Reservierungen in seinem Buch nach.
“Ah Mister McGregor mit Begleitung, würden sie mir bitte folgen.”
Er führte uns durch den Gastraum zu einem ruhigen Tisch. Dort rückte er Sandy den Stuhl zurecht und entzündete dann eine Kerze. “Der Ober kommt gleich, ich wünsche ihnen einen schönen Abend.” Kurz darauf brachte uns der Kellner eine Karaffe mit Wasser und einen Korb mit noch warmem Weißbrot. Er reichte mir die Karte und zog sich zurück.
“Nur eine Karte?”, sie schaute sich verwundert um, “Können die sich hier nicht mehr leisten?”
“Das ist es nicht, aber in einem solchen Restaurant wird erwartet das der Gastgeber bestellt. Du wirst also total übergangen.”, schmunzelte ich.
“Und warum das?” fragte sie skeptisch.
“Aus zwei Gründen, erstens sollte sich der Gastgeber so auf sein Gast einstellen, so das er auch das passende auswählt, also wenn ich dir jetzt eine Gemüseplatte bestelle, bin ich es selber Schuld wenn du mich für unaufmerksam hältst und zweitens kann der Gastgeber so besser auf seinen finanziellen Rahmen achten, obwohl hier keine Preise stehen.”
“Und was bekomm ich jetzt?”
“Das wirst du ja gleich hören.”
Um ihre Unsicherheit zu überspielen bestrich sie sich ein Stück Brot mit der hausgemachten Kräuterbutter und knabberte bedächtig daran. Kaum hatte ich die Karte geschlossen war auch der Kellner wieder da.
“Haben sie schon etwas ausgewählt?”
“Zuerst für die Dame das Carpaccio vom Rind, dann das Rinderfilet an Whiskysoße mit Rosmarinkartoffel, das Filet bitte englisch sehr englisch und als Nachspeise Trio von Mouse o Chocolate. Dazu bitte den 1960 St. Peter Spätburgunder.”
“Und für sie ?”
“Nichts danke.”
“Wie sie wünschen, möchten sie doch noch was sagen sie es bitte.”, etwas irritiert verlies er unseren Tisch.
“Und was meinst du zu meiner Auswahl?”
Sie sah von ihrem Brot auf und zeigte wieder ihre Grübchen.
“Das mit dem Fleisch war sehr aufmerksam, aber Carpaccio hab ich noch nie gegessen, was ist das?”
“Hauchdünn geschnittenes rohes mit Olivenöl und Zitrone gebeiztes Rindfleisch, mit Parmesan. Ich glaub du wirst das mögen, vertrau mir.”
“Rohes Fleisch ?” So wie sie mich ansah war sie nicht ganz überzeugt das man so was essen kann.
“Na du isst deine Steaks doch auch fast roh.”, schmunzelte ich über ihre Skepsis.
“Du machst dich schon wieder über mich lustig.” Wieder einmal schwangen Zweifel und Unsicherheit in ihren Worten mit und ihre Augen waren starr auf ihr Brot gerichtet. Warum zweifelte sie immer an sich selbst?
“Sandy, bitte schau mich an.”, ich versuchte soviel wärme wie möglich in meine Stimme und meinen Blick zu legen. Zögerlich hob sie ihren Kopf.
“Ich weiß das du glaubst ich mach mich über alles Mögliche lustig, aber das stimmt nicht! Alles was ich gesagt habe war auch so gemeint, außer deine vorliebe für fast rohe Steaks. Die find ich wirklich lustig, aber ich wollte dich damit nicht verletzen.”
“Bist du dir sicher das du alles andere ernst gemeint hast?”, fragte sie zweifelnd.
“Ja, das bin ich.” Ich versuchte es so fest wie möglich zu sagen, aber da lag immer noch diese Unsicherheit in ihrem Blick.
Einen kleinen Servierwagen vor sich herschiebend kam der Sommelier zu unserem Tisch. Nachdem er uns begrüß hatte zeigte er mir die Flasche um sie dann geschickt zu öffnen. Nachdem ich den Korken geprüft hatte füllte er den Wein in eine Karaffe um und verabschiedete sich wieder.
Sandy sah ihm erstaunt zu und schmunzelte wieder vor sich hin, so gefiel sie mir viel besser.
“Das wird noch interessanter wenn dein Essen kommt.”
“Wieso ?”
“Ich vermute mal das es von einem Hilfskellner serviert wird und der Kellner von eben nur dabeistehen wird und den anderen überwacht. Aber zuerst wird der mit dem Wein noch mal kommen, dann muss ich den Wein prüfen und wenn er mir zusagt wird er auch dir einschenken.”
“Und warum so ein Aufwand ?”
“Weil die Geldsäcke,” ich ließ meinen Blick einmal durch den ganzen Gastraum schweifen, ”das so erwarten, die halten das für Vornehm und schließlich ist es ja ihr Geburtsrecht sich vom Pöbel abzugrenzen. Ich brauch den ganzen Aufwand eigentlich nicht, du etwa?”
“Nein, aber warum sind wir dann hier?”
“Weil die hier die besten Steaks rund um Hanover haben. Aber schau dich mal um, sieh dir all die Menschen hier an. Glaubst du etwa nur weil sie Geld haben sind die besser als du? Wohl kaum. Siehst du den alten Mann links hinter mir, der mit aufgedonnerten Blondine in deinem Alter. Wenn du sie fragst ist das natürlich die wahre Liebe, aber sie ist nur hinter seinem Geld her und er weiß das auch, doch er wird sie solange durchfüttern bis er ihrer überdrüssig wird und sie dann ersetzen. Das hier ist die Welt einer Nancy O’Harra für sie ist das hier alles normal, wer Geld hat darf andere schlecht behandeln und wer keins hat soll dienen. Vielleicht verstehst du jetzt warum sie dich so behandelt hat, du bist ihr im weg.”
“Ich bin ihre im Weg?”
Eh ich ihr antworten konnte kam der Weinkellner und ich musste wie Vorhergesagt den Wein prüfen, dabei sah sie mir genau zu und schaute sehr überrascht als ich den Wein runterschluckte. Auch wenn der Wein nicht viel besser als der Kaffee heute Morgen schmeckte ließ ich es mir nicht anmerken und nahm mir vor wenigsten ein Glas zu trinken. Soviel menschliche Nahrung würde mein Körper noch gerade so verkraften und mit Hilfe des Giftes anbauen. Doch wenn ich noch mehr davon, in so kurzer Zeit, zu mir nehmen würde, müsste ich wie ein Bulimieker alles rauskotzen oder mir ging es total schlecht.
Nachdem der Weinkellner uns beiden eingeschenkt hatte zog er sich wieder zurück und schon war der Kellner mit einem Hilfskellner zur stelle und servierte die Vorspeise.
Man sah ihr an das sie sich mit dem Gedanken rohes Fleisch zu essen noch nicht angefreundet hatte. Vorsichtig legte sie ein kleines Stück und etwas käse auf eine Scheibe Brot und biss es mit langen Zähnen ab. Als das Aroma der Vorspeise sich in ihrem Mund verteilte wechselte ihr Gesichtsausdruck von skeptisch, zu überrascht, um bei verzückt zu enden. Ein wolliges “Mhmm.” entfuhr ihr und ich konnte mir ein triumphierendes Grinsen nicht verkneifen. “Schon gut, schon gut, du hast recht es ist köstlich.”, zickte sie mich gespielt an und zeigte ihre Grübchen. ‘Strike’, ich hatte doch recht behalten. Es war so schön ihr beim essen zuzusehen, mit welchem Genuss sie sich diesem neuen Geschmack hingab. Als sie fertig war strahlte sie mich an und ich verlor mich mal wieder in ihren blauen Augen. Ob sie wohl wusste welche Wirkung sie damit bei mir erzielte?
“Also warum bin ich ihr im Weg?”
“Nun sie sieht dich als Konkurrenz, sie möchte das ich ihr neues Spiel- zeug werde, das sie mir wie dem Rest ihres Rudels ein Halsband, aus Geld und Beziehungen anlegen kann, um misch dann an der kurzen Leine nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen.”
“Warum sollte sie den so was Blödsinniges versuchen? Die mag dich doch nicht mal besonders.”, kicherte sie.
“Ach das ist dir auch aufgefallen. Aber in ihrer Welt geht es nicht um mögen oder nicht mögen sonder nur um Macht. Sie und noch zwei weiter Musterbeispiel für Töchter aus der besseren Gesellschaft führen Krieg gegeneinander und alle drei bilden sich ein mit mir an ihrer Seite könnten sie Ballkönigin beim Winterball werden. So Nebensächlichkeiten wie Zuneigung oder ähnliches spielen da keine Rolle. Da geht’s nur darum zu verhindern das eine der anderen Gewinnen könnte.”
Sie schlug sich die rechte Hand vor den Mund und konnte gerade noch verhindern laut zu lachen. “Ich hätte sie für intelligenter gehalten, dir kann man doch nicht seinen Willen aufzwingen, dafür bist du doch viel zu sehr auf deine Unabhängigkeit bedacht. Aber ich verstehe immer noch nicht meine Rolle dabei.”
“Nun, sie ist wohl nicht ganz so dumm wie du denkst. Sie hat wohl bemerkt das ich, wenn überhaupt, nur mit dir auf den Winterball geh und das hat sie versucht zu verhindern.”
Sie schaute mich ungläubig an und Gott sei dank wurde das Hauptgericht serviert. Ich hatte schon wieder ausgesprochen was ich dachte, ohne nachzudenken.
Sie fing genüsslich an das Fleisch zu zerlegen und kaute es bedächtig. Es schmeckte ihr offensichtlich und ich bedauerte das ich so was nicht mehr erleben konnte. Früher habe ich auch Steaks geliebt, aber bitte Medium, nicht so. Dieser einfache Genus, wenn ein gut gebratenes Stück Fleisch sein volles Aroma im Gaumen entfaltet. Das fehlte mir und nie war es mir so bewusst wie in diesem Moment. Nie könnte ich eine so einfache Freude wie diese mit ihr Teilen und das machte mich traurig. Ich konnte noch so sehr versuchen wie ein Mensch zu leben, solche Kleinigkeiten erinnerten mich doch immer wieder daran was ich war. Es überraschte mich als sich ihre Hand auf meine legte, ich hatte nicht bemerkt das sie aufgehört hatte zu essen. Sie sah mich besorgt aber voller Wärme an.
“Was geht dir durch den Kopf? Du wirkst auf einmal so traurig.”
“Du scheinst dein Essen so zu genießen und das ist schön, aber mir ist gerade bewusst geworden, das ich dieses Erlebnis nie mit dir Teilen kann, weil ich so was nicht mehr Vertrage.”
‘Weil ich so was nicht mehr Vertrage. Das hast du doch nicht wirklich gesagt. Wie kann man nur so dumm sein? Warum sagst du ihr nicht gleich was so bist, du Idiot!!’, schoss es mir durch den Kopf. Wenn sie mich nach dem heutigen Abend wirklich wieder sehen wollte, müsste ich mir einen guten Weg überlegen wie ich ihr beibringe was ich bin ohne sie sofort zu verschrecken. Denn lange geheim halten könnte ich es wohl nicht, dafür war ich viel zu unkonzentriert in ihrer Nähe.
“Dann werde ich es für uns beide genießen. Was meinst du?”
“Das währe schön. Schmeckt es dir denn wenigstens?”
“Es ist vorzüglich. Wirklich das beste Steak das ich je gegessen habe.”
Ich lächelte sie an. “Dann lass es bitte nicht kalt werden.”
Sie drückte noch einmal sanft meine Hand und aß dann weiter. Verträumt sah ich ihr bis zum Schluss zu. Während wir auf den Nachtisch warteten legte ich meine linke Hand mit der Innenseite nach oben auf den Tisch und wie selbstverständlich legte sie ihre Rechte hinein. Ganz zart wie ein Windhauch zeichnete ich mit dem Zeigefinger meiner freien Hand die Adern in ihrem Handrücken nach. Es war erregend wie das rote Leben durch ihre Adern pulsierte, wie sich ihr Herzschlag leicht erhöhte, ihr Duft noch intensiver wurde und ihr Blut zu mir sprach, doch das Feuer in meiner Kehl erinnerte mich daran das nichts im Leben kostenlos ist.
Ein Seufzen ließ mich aufblicken, sie hatte die Augen geschlossen und sah leicht entrückt aus. “Soll ich aufhören?”, fragte ich sie neckisch. “Nein.”, antwortete sie genüsslich. Während ich weiter ihre Adern nachzeichnete, beobachtete ich genau ihr Minenspiel, offensichtlich machte ich doch nicht alles falsch, vielleicht ungewöhnlich aber nicht falsch.
“Entschuldigung ! Sir, dürfen wir servieren oder sollen wir noch warten?”, erklang die leicht irritierte Stimme des Oberkellners. Erschrocken zog sie ihre Hand zurück und machte ein Gesicht wie ein kleines Kind das man mit der Hand in der Keksdose erwischt hatte. Ich konnte mir ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen, das war einfach zu süß. Streng sah ich zum Oberkellner, warum muss der uns gerade jetzt stören?
“Sie dürfen.”, antwortete ich kalt wie die Arktis und funkelte ihn an. Der Hilfskellner servierte, so schnell wie es die Etikette erlaubte die Nachspeise und beide rauschten förmlich davon. Sie kicherte vor sich hin und schüttelte vergnügt den Kopf. Ich sah sie fragen an. “Was ist denn so lustig?” “Was wohl, die zwei müssen jetzt bestimmt erst eine Rauchen oder einen Schnaps trinken so wie du die eingeschüchtert hast.” “Wieso, ich hab doch gar nichts schlimmes gesagt.” antwortete ich mit kindlicher Stimme und setzte eine absolute Unschuldsmine auf. Es fiel ihr schwer nicht laut zu Lachen. “Lass das bitte, sonst fliegen wir hier noch raus.”
“Das glaub ich zwar nicht, aber wenn es dich glücklich macht, hör ich jetzt auf.” Ich machte ein todernstes Gesicht, zuckte aber ab und zu mit den Mundwinkeln. “Bruce bitte, hör jetzt auf, sonst kann ich mich nicht mehr zusammenreißen.” Ich lächelte sie an. “Schmeckt das denn auch?”
“Ja, das Essen hier ist hervorragend.”, sie schaute sich schnell um, “Ist nur ein bisschen steif hier.” “Find ich auch.”, kicherte ich. An eine ernste Unterhaltung war zurzeit nicht mehr zu denken und einige Gäste schauten schon Not amused zu uns rüber. Als sie mit der Nachspeise fertig war zahlten wir schnell und verließen gut gelaunt das Restaurant.
“Und was möchtest du jetzt machen?”, fragte ich sie als wir wieder im Auto saßen.
“Ich möchte nach Hause.”, sagte sie fest.
“Gut.” Ich war ein wenig enttäuscht, hatte ich doch gehofft den Abend mit ihr noch ein wenig ausdehnen zu könne, aber was hatte ich auch erwartete.
Schweigend fuhren wir zurück zum Campus, sie saß etwas schräg in ihrem Sitz und beobachtet mich die ganze Zeit. Ich weiß nicht was sie sah, aber ab und an zuckte so ein wissendes Grinsen über ihr Gesicht. Ich parkte vor ihrem Wohnheim und begleitete sie zur Eingangstür. Als ich davor stehen blieb sah sie mich Fragend an.
“Ich hoffe der Abend hat dir wenigstens ein bisschen Gefallen?”, fragte ich unsicher.
“Nicht nur ein bisschen, warum ?” Sie lächelte und legte den Kopf leicht schräg.
“Dann wünsch ich dir eine”, weiter kam ich nicht.
“Bruce hast du nicht etwas vergessen?”, leichter Ärger schwang in ihrer Stimme mit.
“Was ? Ich dachte.” stammelte ich und sah sie verwirt an, warum war sie nur verärgert?
“War nicht vereinbart erst mein Hunger und dann reden? Willst du dich jetzt etwa drücken?”
“Nein, ich dachte.”
“Was dachtest du?”
“Nachdem du nach Hause wolltest, dachte ich das es dir nicht wirklich gefallen hat und du so denn Abend höfflich beenden wolltest.”
Ihr helles Lachen erklang und ihre Haare schwangen durch die Luft als sie ihren Kopf schüttelte. Dann sah sie mich prüfend an. “Kommst du jetzt mit rauf oder sollen wir hier noch lange rum stehen?” Ohne auf meine antwort zu warten nahm sie meine Hand und zog mich in das Gebäude. Auf der Treppe zwischen dem zweiten und dritten Stock kam uns eine aufgebrezelte Blondine entgegen. “Hey April.” “Hey Sandy.”
April nickte ihr zu, um mich dann anzustrahlen. Als ihr Blick dann auf unsere verschränkten Hände fiel, wurde ihr Ausdruck recht frostig. Als wir den dritten Stock erreicht hatten, hörte ich April von unten murmeln. “Wie kommt DIE nur an den süßen Typ. Erst sagt sie immer da währ nichts, obwohl sie immer bei denen sitzt und jetzt läuft sie Händchen halten mit ihm durch die Gegend. Das muss sie mir Morgen aber erklären, die falsche Schlange.” Ich konnte mir ein Kichern nicht verdrücken, mache Menschen waren doch so einfach gestrickt, diese April zum Beispiel, dadurch das ich Sandy in den letzten Wochen ja ständig beobachtet hatte waren mir natürlich nicht entgangen das sie ein eindeutiges Interesse an mir hatte. Immer wieder hatte sie Sandy ganz unauffällig nach mir ausgefragt und auf gute Freundin gemacht, dabei machte sie sich hinter ihrem Rücken über sie lustig und jetzt war sie eindeutig neidisch. Wir standen vor ihrem Zimmer und Sandy schloss auf.

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6. Eine Nacht die ich nie Vergessen werde Teil 1

Beitrag  Gast am Fr 04 Sep 2009, 23:59

6. Eine Nacht die ich nie Vergessen werde

Als ich beim ausziehen ihre Jacke behilflich war lag wieder diese amüsierte Grinsen auf ihrem Gesicht. Ich hing ihre Jacke und mein Sakko auf und blieb unschlüssig stehen, sollte ich mich jetzt einfach auf die Couch setzen oder warten? Ich entschloss mich für warten. “Was stehst du da rum setzt dich doch.” Sie deutete auf die Couch, während sie in ihrem Kleiderschrank rumwühlte. Sie zog eine Jogginghose und ein T-Shirt raus.
“Du hast doch nichts dagegen wenn ich mir was Bequemeres Anziehe?”
“Sollte ich?” Ich grinste sie herausfordernd an. “Das ist jetzt dein Part des Abends, ich lass mich mal überraschen.” Sie streckte mir die Zunge raus und verschwand im Bad.
Was machte ich nur hier? War es denn richtig so für sie zu empfinden und währe es dann nicht besser mich von ihr fern zu halten? Doch könnte ich mich den von ihr fernhalten? Wohl nicht, nicht wenn sie es nicht wollte. Doch durfte ich sie dieser ständigen Gefahr aussetzten? War es nicht egoistisch von mir, das ich mir nichts mehr wünschte als sie in meinem Armen zu halten und ihre nähe zu spüren? Die ganze Situation war der absolute Wahnsinn. Der böse Wolf saß auf dem Sofa des zarten kleinen Rehs, nicht um es zu fressen sondern weil er es Liebte. Ob es wohl irgendwo einen Vampir gab der früher Seelenklempnert war? Ich bräuchte dringend eine Therapie. Vielleicht lag es ja an meiner Ernährung, hatte all das Tierblut meinen Verstand vollkommen zersetzt, waren das jetzt die Nebenwirkungen die die anderen Vampire immer prophezeit hatten? Und was war mit ihr? Sie hatte eindeutig keine Angst vor mir, dabei ahnte sie doch was ich war. Was war mit ihren Instinkten, warum funktionierten die nicht? Jeder normale Mensch würde, mit ihrem Wissen, sich zittern untere der Bettdecke verstecken und zu Gott beten das ich möglichst weit von ihm wegbliebe, selbst wenn er Atheist war. Doch was machte sie? Sie schleppt mich regelrecht auf ihr Zimmer. Was wusste sie von der Zukunft? Was hatte sie alles gesehen, das sie so unbefangen mit mir umging? War ihr Vertrauen in Ihre Gabe den so groß? So viele unbeantwortete Fragen. Mein Verstand sagte LAUF, doch mein Herz, welch seltsame Bezeichnung für ein Organ das seit 1967 nicht mehr schlug, sagte BLEIB. Und mein Verstand verlor den Kampf.
Mit einem unglaublichen Strahlen im Gesicht kam sie aus dem Bad, da wusste ich warum ich nicht weg konnte. Dieses warme Gefühl das mich durchströmte war einfach zu stark, der Zauber der sie umgab ließ mich alles andere Vergessen. Sie entzündete zwei Kerzen die auf dem Tisch vor der Couch standen und schalte eine blau leuchtende Lavalampe auf der Fensterbank an, dann machte sie die Deckenleuchte aus und das ganze Zimmer war in ein defuses warmes Licht getaucht. Aus der Anlage erklangen sanfte Rockmusik. Sanft glitt sie auf das Sofa. Sie saß mir zugewandt im Schneidersitz, den linken Arm auf der Rückenlehne. Ihre Augen wanderten über meinen ganzen Körper und blieben dann an meinem Gesicht hängen. Fragend sah ich sie an, aber sie schüttelte nur leicht den Kopf und sah mir dann tief in die Augen als könnte sie darin bis in mein innerstes sehen. Schweigend betrachteten wir einander, aber es war nicht unangenehm. Nein ganz im Gegenteil, auch schweigen war schön mit ihr. Ich verdrehte leicht die Augen um die Spannung etwas zu lösen, ich wollte unbedingt wissen was sie dachte. “Was geht dir gerade durch den Kopf?”, fragte ich sie sanft.
“Ich frag mich ob du wirklich real bist, ob du wirklich hier bist oder ob ich das nur Träume.”
“Wieso solltest du Träumen?” Ja, wieso sollte sie Träumen und in was für einer Art Traum sollte ich schon vorkommen.
“Weil ich es mir so sehr gewünscht habe das “, ihre Stimme stockte und sie sah verlegen nach unten. Doch was hatte sie sich gewünscht? Gab es etwa Hoffnung das sie auch etwas für mich empfand, war das nicht jenseits allem möglichen? Ich griff sanft unter ihr Kinn und hob ihren Kopf leicht an. “Was hast du dir gewünscht?”
“Das du hier bei mir bist, das du mich beachtest, obwohl es doch so unwahrscheinlich war.”, flüsterte sie unsicher. Was war nur mit ihr, auf der einen Seite war sie mutiger als alle anderen die ich kannte, mich eingeschlossen und auf der anderen Seite so voller Selbstzweifel. Wie hätte ich sie nicht beachten können?
“Wie hätte ich dein helles strahlendes Licht übersehen sollen?”
Sie sah mich zweifelnd an. “Du solltest so was nicht immer sagen, du macht mir Angst.”
Funktionierten ihr Instinkte jetzt doch, oder wieso hatte sie jetzt Angst.
“Ich werde dir nichts antun, das verspreche ich dir. Aber wenn du Angst vor mir hast sollte ich besser gehen.” ‘Bitte sag ich soll gehen, rette dich vor mir, gib mir die Kraft dich vor mir zu schützen.’, fehlte mein Verstand.
Sie griff energisch nach meiner Hand und hielt sie fest. “Bitte bleib, ich will nicht das du gehst. Ich habe keine Angst das du mir was antust.”, ihre Stimme war fest und klar und unterstrich was sie sagte, doch dann wurde sie wieder ängstlich, “Ich habe Angst das du nur mit mir spielst und dann wieder gehst, wie alle anderen.”
“Ich spiele nicht mit dir. Ich mach das wohl alles nicht richtig, nicht wie du es verdienst, das tut mir leid. Das ist alles so ungewohnt für mich, ich hatte schon seit Ewigkeiten kein Date mehr.”
Sie schüttelte energisch den Kopf und sah mich verärgert an. “Verarschen kann ich mich selber, du und keine Dates. Ich kenn mindestens fünf Mädchen, nur auf dieser Etage, die sofort mit dir Ausgehen würden, also erzähl keinen Scheiss.” Sie hatte sich richtig in rage geredet und ihre Augen funkelten mich an.
Ich hob abwehrend die Hände. “Ich habe nicht gesagt das es keine Angebote gab. Ich hätte wohl viele haben können, wenn ich gewollt hätte, das Stimmt wohl, aber ich wollte nicht. Ich finde die meisten Menschen langweilig, Keine war interessant genug. Also wieso hätte ich meine Zeit verschwenden sollen?”
“Und ich bin interessant?” Sie glaubte mir immer noch nicht das konnte man ihr deutlich ansehen.
“Nun das trifft es nicht ganz, Faszinierend passt besser.”, murmelte ich verlegen.
“Faszinierend.”, schnaubte sie, “Wunderschön, Perfekt, keine Dates, ist das deine Masche, du glaubst wohl weil ich aus einem kleinen Kaff in Indiana komme währe ich naiv. So läuft das bei mir nicht, wenn du meinst du bekommst mich so ins Bett, solltest du vielleicht wirklich besser gehen.”
Ja, es wäre besser ich würde gehen, aber es war so unerträglich das sie mir nicht glaubte.
“Ich halte dich nicht für Naiv. Ich kann ja auch nichts dafür das ich dich so sehe, was kann ich nur tun das du mir Glaubst.” Es tat mir einfach nur weh das sie mir nicht glaubte, traurig sah ich sie an aber sie sagte nichts, sie war verwirrt, das sah man ihr deutlich an, irgendwo zwischen Wut, Schmerz und Hoffen. Ich schloss meine Augen und fing an zu reden. “Ich erzähl dir einfach von früher, vielleicht verstehst du mich dann besser. Wenn du heute unsere Kleidung und unsere Autos siehst denkst du wohl wir wären mit dem goldenen Löffel im Mund groß geworden, das ist aber nicht so. Meine Familie war weder arm noch reich, normaler durchschnitt. Mein Vater war Sergeant bei der Army. Meine Mum hab ich nie kennen gelernt, sie ist bei meiner Geburt gestorben. Da mein Vater mit einem Säugling überfordert war, gab er mich zu seiner Mutter. An die Zeit bei ihr kann ich mich kaum erinnern, nur das sie einen Hund hatte den sie mehr liebte als mich. Als ich fünf war hat Dad wieder geheiratet und meine Großmutter war wohl froh mich wieder los zu werden. Sophie, Dads neue Frau, war ich gleichgültig, sie hat mich zwar nie schlecht behandelt aber auch nie geliebt, ich war einfach nur da und wurde Versorgt, nicht mehr und nicht weniger. Ein Jahr später ich war gerade eingeschult worden kam Marie zur Welt, sie war ihr ein und alles und ich wurde überhaupt nicht mehr wahrgenommen. Doch nicht alles war schlecht, in das Haus neben uns zog eine neue Familie mit vielen Kindern. Sie hatten einen Jungen in meinem Alter, Tom und wir wurden die besten Freunde und ich verbrachte meine freie Zeit fast nur noch mit ihm. Seine Mum war eine herzensgute Frau, die geborene Mutter, sie mochte mich und bei ihr fand ich zum ersten Mal die Wärme die ich zuhause nicht fand. Dad konnte das nicht und Sophie war ich einfach egal. Doch nach einem Jahr wurde Dad versetzt und wir kamen auf einen neuen Stützpunkt. Ich war wieder allein, Tom und seine Mum fehlten mir so und dann musste ich auch noch an einer neuen Schule anfangen, es war schrecklich. Ich lebte mich schwer ein, es war ein kleiner Stützpunkt ohne Armeeschule, also musste ich auf die öffentliche Schule und dort wurden wir Armeekinder gemieden. Hier war alles so anders und ich fand über ein Jahr keinen Anschluss und als ich den dann endlich hatte waren Dads zwei Jahre auf dem Stützpunkt rum und es ging für zwei Jahre nach Korea. Ich war am Boden zerstört, da war alles noch schlimmer als vorher, alles spielte sich nur noch auf dem Stützpunkt ab. Hier hatte es überhaupt keinen Sinn sich mit irgendjemanden anzug- freunden, lernte man jemanden kennen wurde sein Vater auch schon wieder versetzt und raus durfte man auch nicht alles war so fremd. Marie war jetzt drei und ein liebes aufgewecktes Kind, sie bekam all die liebe ihrer Mutter was ich ihr zu Anfang sehr übel nahm.


Zuletzt von IRABLOODLUST am Sa 12 Sep 2009, 15:57 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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6. Eine Nacht die ich nie Vergessen werde Teil 2

Beitrag  Gast am Sa 05 Sep 2009, 00:01

Ich sehe es noch als ob es gestern war, ich saß in meinem Zimmer und weinte, da zog ihre kleine Hand an meinem Arm und sie sah mich mit großen Augen an >Warum bist du Traurig<, ich hab nichts gesagt aber sie wollte mich trösten und fiel mir um den Hals. Sie hat mich fest gedrückt und dann hielt sie mir ihren Lieblingsteddy hin >Für dich, dann brauchst du nicht mehr traurig zu sein.< , das war so lieb von ihr und seit dem Tag liebe ich meine kleine Schwester, wir haben immer zusammengehalten, niemand kann sich eine besser Schwester wünschen als Marie, wer ihr weh tut bekommt es mit mir zu tun. Auch unsere Zeit in Korea ging zu ende und wir zogen wieder mal um, ich war all die Enttäuschungen die unerfüllten Hoffnungen satt und blieb für mich, wozu sich mit jemanden anfreunden wenn man ihn doch wieder verliert, es ist den Schmerz nicht wert. Ich kümmerte mich um meine kleine Schwester oder lass Bücher. In den Büchern fand ich das was ich nicht hatte, Freunde und Abenteuer und wenn wir wieder mal umzogen, begleiteten mich diese Freunde, sie waren nicht einfach von heute auf morgen wieder Weg. Dad fand das meine Leidenschaft für Bücher die reine Zeitverschwendung war und wollte immer das ich mehr Sport mache, vor allem Kampfsport. So zogen wir von einem Stützpunkt am Arsch der Welt zum nächsten. Spätestens nach zwei Jahren hieß es immer Kofferpacken. Auf der Highschool wurde mein leben nur noch schlimmer. Gutes Aussehen soll einem doch angeblich das Leben erleichtern, tut es auch aber man darf nicht zu genau hinsehen. Plötzlich wollten alle mit mir befreundet sein, aber mir wurde schnell klar warum. Für die Mädchen war ich der süße Typ, alle wollten sie was von mir, aber hier ging es nicht um meine >Inneren Werte< sondern nur um die Hülle und wenn einem die Mädels umschwärmen sind auch die Jungs nicht fern, die ein Hälfte hasste mich und die anderen wollten unbedingt mit mir befreundet sein um auch was vom Kuchen abzubekommen. Zuerst hab ich es genossen so im Mittelpunkt zu stehen, doch als ich merkte worum es eigentlich ging, hat mich das alles nur noch gelangweilt. Ich zog mich wieder mal zurück und ließ die Jahre an mir vorbeirauschen und fragte mich oft warum ich eigentlich lebte. Vor meinem letzten Highschooljahr zogen wir nach Texas. Hier hatte ich die schönste Zeit in meinem leben. Dort hat Marie ihren Eddie und ich hab Jess kennen gelernt oder soll ich besser sagen sie hat dafür gesorgt das ich sie nicht übersehen konnte. Sie war eine Stufe unter mir. Sie kam damals ganz offensiv auf mich zu und zeigte mir das sie mich wollte, doch ich hab sie natürlich abblitzen lassen. Doch Jess war hartnäckig sie hat mir keine ruhe gelassen und sie meinte wirklich mich, nicht nur die Fassade und so hab ich mich unsterblich in sie verliebt. Die erste liebe es war wie im Rausch und das Schuljahr ging viel zu schnell rum. Ich hatte gute Noten und Zulassungen für mehrer Unis, aber Jess und ich hatten beschlossen das ich ein Jahr jobben sollte, so das wir nach ihrem Abschluss gemeinsam studieren konnte. Mein Dad hatte ganz andere Pläne für mich, der wollte das ich die Familientradition aufrecht halte und wie er, sein Vater und sein Großvater Soldat werde, wir hatten einen furchtbaren Streit und er warf mich raus. Ich nahm mir ein kleines Haus in der Stadt, arbeitete in einer Autowerkstatt als Mechaniker und war glücklich mit meiner Jess. Doch nichts ist von Dauer. Mein zweites Jahr in Texas war fast rum, es war ein heißer Freitagabend als es an der Tür klopfte, ich öffnete und draußen standen zwei Cops sie wollten rein und dann teilten sie mir mit das mein Dad und Sophie, von zwei jungen Männer bei einem Tankstellenüberfall, der total schief gelaufen war erschossen wurden. Die Kombination von Alkohol, Drogen und Waffen hatte Dad total unterschätzt. Er musste ja unbedingt den Helden spielen und das haben sie nicht überlebt. So stand ich da ohne Eltern und mit einer 14 Jährigen kleinen Schwester die total zusammengebrochen war. Alle wollten das ich Marie in ein Heim gebe, auch Jess, doch das konnte ich nicht. Sie brauchte Eddie und auch mich, ich konnte ihr nicht auch noch diesen halt nehmen. Also nahm ich sie zu mir. Jess ist total ausgeflippt und hat mich vor die Wahl gestellt entweder schieb ich Marie ab oder sie geht. Es tat so weh, doch ich konnte meine kleine Schwester nicht weggeben und so hat Jess mich verlassen. Als ich dann die Papiere von Dad durchgegangen bin fand ich eine alte Besitzurkunde für ein riesiges Stück Land in der Wildnis von Nordkanada und da wir ja dringend Geld brauchten beschloss ich es zu Verkaufen. Ich glaube Dad wusste gar nicht was er da hatte, als ich mich dann nämlich schlau machte was das Land wert ist, erlebte ich eine riesige Überraschung. Das Land liegt mitten in einem Ölsandvorkommen und es gab Angebote von zwei Ölfirmen die uns Millionen nur für die Abbaurechte zahlen wollten. Ich nahm mir einen guten Rechtsanwalt und so haben wir die Firmen gegeneinander ausgespielt. Am Ende haben wir soviel bekommen das wir wohl nie wieder Geldsorgen haben werden. Doch auch Geld macht nicht glücklich. Kaum hatte Jess von unserem plötzlichen Reichtum gehört, kam sie reumütig zurück und da ich sie ja immer noch liebte fand ich nichts dabei. Doch sie hatte sich verändert, da waren nur noch $ Zeichen in ihren Augen. Nicht das ich ihr nicht auch so jeden Wunsch erfüllt hätte, Geld ist nun wirklich nicht so wichtig, aber ihr ging es nur noch um die Kohle. Wenn sie nicht immer sofort das bekam was sie wollte, ließ sie es mich spüren. Ich hab mir das noch ein Jahr angeschaut und sie dann rausgeworfen. Bei Marie und Eddie war das anders, Eddie liebte sie und tut ihr gut. Ihm war es sogar eher unangenehm wenn er was Geschenkt bekam. Ich weiß noch wie wir ihm zum 16 Geburtstag ein Auto gekauft haben, war das ein Drama, er hat sich zwei Monate geweigert damit zu fahren. Ich bin froh das sie ihn hat. Bei mir war das schon anders, die Sache mit Jess hat mich noch misstrauischer gemacht. Natürlich gab es immer wieder Frauen die mich wegen meinem Aussehen und meinem Geld wollten, aber da war Keine die mich meinte oder ich war zu verblendet um es zu sehen. Mich hat jedenfalls keine mehr interessiert und nur mit Frauen ausgehen um sie ins Bett zu bekommen, nein tut mir leid, das ist nicht mein Ding. Also blieb ich für mich, kümmerte mich um meine Familie und fand mich damit ab allein zu sein. Nachdem Eddie und Marie ihren Abschluss gemacht hatten wollten sie unbedingt Heiraten, ich fand es zwar ein bisschen früh aber ich wusste das sie sich liebten und das er der Richtige für sie ist. Nach ihrer Hochzeit sind sie dann ein Jahr durch die Welt gereist und ich hab das auch getan, wenn auch allein. Ja und jetzt sind wir hier und studieren. Ich hatte ja hier in Dartmouth mit vielem gerechnet, aber nicht mit dir. Vom ersten Moment an fühlte ich mich zu dir hingezogen und als ich dann gesehen habe was dieser ekelhafte Dave mit dir gemacht hat, da konnte ich nicht anders ich musste dich beschützen. Glaub mir ich war selber total überrascht, normalerweise misch ich mich bei so was nicht ein, aber bei dir konnte ich nicht einfach zusehen, obwohl ich dich gar nicht kannte. Als ich damals im Dunkeln verschwunden bin, war ich total durcheinander und dann schleppt dich Marie am Montag danach noch an unseren Tisch. Da saß du mir gegenüber und hast mich mit diesen Augen angesehen, groß blau mit ein wenig grün, tief wie das Meer und ich war wie gefangen. Als du mich dann gefragt hast was los ist, da hab ich gar nicht nachgedacht sondern einfach gesagt was ich sah, was ich fühlte, das du wunderschön bist. Normalerweise bin ich nicht so spontan, was mich noch mehr verwirte und was machst du, du denkst ich mache mich über dich lustig. Da hatte ich ja voll ins Schwarze getroffen. Was sollte ich da noch sagen. Ich war froh das du dich am nächsten Tag wieder zu uns gesetzt hast, doch ist wusste einfach nicht was ich zu dir sagen sollte, darum hab ich über belanglose Dinge wie die Uni oder das Wetter gesprochen. Trotzdem war diese Stunde in der Mensa der Höhepunkt eines jeden Tages. Ja und der heutige Tag ist wohl der seltsamste seit langen, heute morgen steht ein Pfaffe mit fünf Frauen bei mir vor der Tür, weil sie spenden sammeln wollten und als ich sie dann rein bitte bekomm ich einen fast dreistündigen Vortrag über Moral gehalten, super morgen kann ich jedem nur er empfehlen, dann setzen sich in der Mensa auch noch diese Tussies zu mir und die werden auch noch frech zu dir und du glaubst auch noch ich wäre mit denen befreundet, na danke. Und als das endlich geklärt ist und du bei mir sitzt, na du weißt schon. Ich dachte schon der Tag ist gelaufen, dabei wollte ich mich heute richtig mit dir Unterhalten. Und dann warst du da und hast mich beruhigt, das war so nett so schön, deine Hand in meiner zu spüren fühlte sich so gut an, darum wollte ich alles richtig machen, du konntest wegen mir nicht essen, darum solltest du das bekommen was du gern isst. Also warum nicht ein gutes Restaurant. Doch ich hab wohl alles falsch gemacht. Du glaubst ja ich wollte dich nur in die Kiste bekommen und dann die nächste, aber so bin ich nicht. Ich Spiele nicht mit dir, ich werde dir auch heute nicht sagen das ich dich liebe, denn das weiß ich noch nicht, ich weiß das ich dich sehr gern habe und das ich dich besser kennen lernen möchte. Und was das körperliche angeht, bin ich sehr altmodisch, immer schön langsam, mehr als das ich dich gerne mal in den Arm nehmen möchte, läuft heute bestimmt nicht.” Es war nicht schön das ich sie stellenweise belügen musste, aber damit ich mich und meine Familie schützen konnte war es unumgänglich. Aber was meine Kindheit bis zum Highschoolabschluß anging hatte ich kaum gelogen, nur der Name meiner kleinen Schwester war nicht Marie sonder Kathrin, den blutigen Teil danach musste ich natürlich geheim halten, aber was sich seit wir in Dartmouth waren abgespielt hat war wieder die Wahrheit, darum war meine schlechtes Gewissen nicht ganz so groß und eh ich ihr sagen würde das ich sie Liebe, müsste ich ihr die ganze Wahrheit sagen. Sie muss wissen worauf sie sich einläst, sollte es soweit kommen.
Ich öffnete die Augen und suchte ihre, doch was war das. Ihre Augen glänzten feucht und Tränen liefen ihr über die Wangen. Warum weinte sie? Ich sah sie fragend an. “Warum weinst du jetzt?” Ich verstand ihre Reaktion überhaupt nicht.
“Du warst immer so allein, das hab ich nicht erwartet. Ich dachte das wäre nur bei mir so gewesen.” Was sie dann tat, kam für mich völlig unerwartet. Sie beugte sich vor und legte ihren Kopf an meine Brust und ihre Arme umschlangen mich. Sie ließ ihren Tränen freien lauf. Was sollte ich nun machen, ich war solch menschliche Reaktionen nicht gewöhnt und das sich mein Durst, durch diese unerwartet Nähe verstärkt meldete machte es auch nicht leichter. Meine Kehle brannte und das Gift schwappte durch meinen Mund. Automatisch hielt ich die Luft an. Doch die feuchte Wärme, die von ihrem Körper ausging und dieser ver- führerische Herzschlag reichten aus, um mein verlangen nach ihrem Blut zu steigern. Das Monster in mir verlangte nach ihrem Blut, aber der andere Teil von mir, dieser neue Teil, der Teil der sie liebte, eben weil sie so menschlich war, so gut, so mitfühlend, das sie sogar wegen mir weinte, wollte sie nur noch enger an mich drücken und ihr sanft durchs Haar fahren. Ich konzentrierte mich, schob den Durst etwas beiseite und Atmete wieder leicht. Ihr Duft war verführerisch wie erwartet, doch ihr regelmäßiger Herzschlag war unerwartet beruhigend. Ich legte ihr sanft eine Arm über ihre Schultern und zog sie etwas fester an mich ran, wobei ich jede Bewegung genau bedachte, ich wollte sie ja nur berühren und ihr nicht jeden Knochen brechen. Ich durfte nie vergessen das sie ein Mensch ist, so zerbrechlich ist wie feinstes chinesisches Porzellan und genauso wertvoll. Mit meiner freien Hand streichelte ich sanft ihr Haar, das hatte Jess auch immer beruhigt. So langsam konnte ich mich wieder erinnern. Nach etwa fünf Minuten wurde das schluchzen seltener und nach weiter fünf Minuten hatte sie sich wieder beruhigt. Sie drückte ihre Nase ganz nah an meine Brust und atmete tief durch. “Du riechst so gut.” Murmelte sie und sah mich unschuldig von unten an. Ich musste grinsen, beugte meinem Kopf in ihr Haar, zog ganz bewusst ihren vollen Duft ein. “Du riechst auch sehr appetitlich.”, gluckste ich und dann musste ich Lachen. “Appetitlich, das hört sich ja an als wolltest du mich auffressen.” Spöttelte sie. Ich sah sie mit fester Mine an. “Vielleicht.” Sie schaute entsetzt, ihr Puls erhöhte sich und sie schwitzte leicht, endlich reagierte ihr Körper mal normal. Ich musste wieder Lachen. “Keine Angst, ich esse nichts was auf zwei Beinen läuft.”, kicherte ich. Da musste sie auch lachen. Ich rückte sie etwas von mir ab und strich ihr vorsichtig eine Haarsträhne, die ihr ins Gesicht gefallen war zurück hinters Ohr. Sie war wieder deutlich gefasster und auch wenn ihre Augen vom weinen leicht gerötet waren.

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6. Eine Nacht die ich nie Vergessen werde Teil 3

Beitrag  Gast am Sa 05 Sep 2009, 00:03

“Willst du mir davon erzählen? Warum warst du einsam?”, ich versuchte so sanft wie möglich zu klingen. Sie setze sich auf und kuschelte sich seitlich an mich. Sie dachte angestrengt nach und ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, mit ihren Haaren zu spielen. Sie waren so schön weich, wie Seide. Als sie immer noch nichts sagte, senkte ich meinen Kopf und flüsterte in ihr Ohr. “Es ist in Ordnung wenn du nicht darüber sprechen möchtest.”
“Ich möchte es dir aber erzählen, ich weiß nur noch nicht wo ich anfangen soll.”
“Lass dir Zeit, aber meist ist es am einfachsten vorne anzufangen, wo wurdest du denn geboren?”
“In Mailand, aber dann fang ich besser noch früher an. Mein Daddy war Industriemechaniker und hat für seine Firma weltweit Produktions- anlagen installiert. 1991 kam er nach Mailand, sie sollte dort eine neue Fabrik komplett ausstatten. Mum hat damals in einem kleinen Cafe in der Nähe dieser Fabrik gearbeitet. Dad ging in seinen Pausen dort immer hin und wie das so ist haben sich die zwei verliebt. Mum ist dann sehr schnell schwanger geworden. Italien ist ja so erzkatholisch und ihr Vater hat auf sofortiger Hochzeit bestanden, also waren sie kaum 6 Monate zusammen und schon verheiratet.”, ja das währe zu meiner Zeit auch nicht anders gewesen, wenn man ein Kind zeugte musste man heiraten, notfalls stand ihr Daddy mit der Schrottflinte hinter einem und hat nachgeholfen, “Als er mit seiner Arbeit in Mailand fertig war, wollten sie dann nach Amerika umziehen, aber Mum war schon so schwanger das keine Fluglinie sie mehr mitnahmen wollte, so blieb sie dann in Mailand während Daddy schon mal nach Chicago flog um alles vorzubereiten. So wurde ich in Mailand geboren und flog im zarten Alter von zwei Wochen über den großen Teich, nach Amerika. Mum hat Chicago nicht gefallen, sie sprach zu Anfang nur schlecht English und konnte kein Auto fahren. So stand sie dann mit einem Baby, in einem fremden Land, dessen Sprache sie nicht richtig konnte, hier gab es niemanden den sie kannte und dann war das Haus noch in einem Vorort. Sie dachte sie könnte wie zu Hause alles mit dem Bus machen, aber das hier ist Amerika Baby, hier fährt niemand mit dem Bus, hier kauft man in riesigen Shoppingmals auf der grünen Wiese ein, hier geht nichts ohne Auto. Das Daddy nach nur zwei Monate schon wieder zu seinem nächsten Auftrag, für ein halbes Jahr nach Russland musste, machte die Situation bestimmt auch nicht leichter, aber so war das halt, Daddy war selten mehr als zwei Monate am Stück da und die restliche Zeit irgendwo auf der Welt. Als ich vier war kam meine kleine Schwester Gina zur Welt, aber Daddy war mal wieder nicht da. Mum war immer sehr gut zu uns und liebte uns vom ganzen Herzen. Mir ging es gut in Chicago, ich hatte viele Freundinnen und Mum brachte mir zeichnen bei, fast alles war gut. Alles hätte so anders sein können, wäre Daddy nicht am 20. August 1998 spurlos verschwunden.”, ‘Ausgerechnet am einem 20.08., immer wieder dieser verfluchte Tag.’, dieses Datum ist mein absoluter Fluch, immer wieder wurde meine Existenz durch Ereignisse an einem 20.08. beeinflusst. So wie am 20.08.1964, die Geburt von Linda meiner Tochter, der 20.08.1966, Vietnam, Krieg, der Tag an dem ich meine Seele verloren habe, der Tag der ewigen Sünde, der Tag den ich mir nie verzeihen werde, der Tag der so grausam war, das er sich auf ewig in mein Gedächtnis eingebrannt hat, dann 20.08.1967, der Tag an dem ich gebissen wurde oder der 20.08.2000, der Tag an dem ich Marie und Eddie verwandeln musste weil sie sonst gestorben wären usw. und nun hier der 20.08.1998, der Tag als ihr Vater verschwand. Welch seltsame Fügung. “Er war schon seit acht Monaten in Dublin und sollte eine Woche später zu uns zurück kommen. Er ist einfach morgens nicht mehr zur Arbeit erschienen, seine Kleidung, Papiere und Geldbörse samt Geld und Kreditkarten waren alle in seiner Wohnung. Er war einfach wie vom Erdboden verschwunden. Die Polizei, sein Arbeitgeber, Privatdetektive, sogar Interpol haben nach ihm gesucht, doch nichts, als hätte es ihn nie gegeben. Mum war am Boden zerstört, wenn wir dabei waren hat sie zwar immer die Starke gegeben, aber ich hab sie jede Nacht weinen gehört. Für mich war das damals nicht so schlimm, ich hab es nicht verstanden, ich dachte Daddy ist nur länger auf der Arbeit und kommt halt etwas später wieder. Doch Daddy kam nicht wieder. Nach drei Monaten stellte seine Firma seine Gehaltszahlungen ein und nach einem halben Jahr hatten die laufenden Kosten und die Privatdetektive sämtliche Ersparnisse aufgebraucht, die Bank wollte ihr Geld für das Haus und so mussten wir ausziehen. Wir sind dann zu Grany nach Summitville in Indiana gezogen. Grany ist Daddys Mum. Summitville ist eine kleinen Stadt, 1200 Einwohner wenn man sämtliche Gehöfte im Umkreis dazu rechnet und die Einwohner sind sehr konservativ und alle streng Gläubig. Wir waren dort vom ersten Tag an die Außenseiter und niemand wollte etwas mit uns zu tun haben. Wir wurden nicht nur gemieden sondern geschnitten. Zuerst hab ich nicht Verstanden warum die Leute so zu uns waren, aber es hing mit ihrem Aberglauben zusammen, Grany ist für sie eine Hexe und wäre wohl in den guten alten Zeiten auf dem Scheiterhaufen gelandet. Du musst wissen Grany stammt von rumänischen Zigeunern ab und hat das zweite Gesicht, sie kann die Toten rufen und ein wenig in die Zukunft sehen.” Ich spielte weiter mit ihren Haaren und hörte ihr aufmerksam zu. Das ihre Großmutter eine Zigeunerin ist und die Zukunft sehen kann erklärte einiges. Der Glaube an Mythen und Legenden war beim fahrenden Volk, wie auch bei einigen Urvölkern schon immer besonders groß. Kirchen, Aufklärung und Wissenschaft hatte ihre Lebensweise nie sosehr beeinflusst, so das sie ihr Wissen über das Übernatürlich bewahren konnten. In solchen Volksgruppen gab es häufig weise Männer und Frauen, die die Legend ihres Volks bewahrten und tatsächlich mit Gaben gesegnet waren. Wäre ihre Großmutter noch bei ihrem Volk, würde man sie achten und als hoch angesehene Frau verehren. Sie würde jetzt bestimmt ihre Enkeltochter, die ja genauso begabt ist, auf ihre Nachfolge vorbereiten. Ironie des Schicksals, die Menschen die ahnten wie seltsam die Welt in Wirklichkeit war, die die Menschen vor gefahren wie uns warmen könnten, galten in unserer Zeit als Verrückte und Außenseiter. Unsere Welt war nur noch gut zur Unterhaltung in Büchern, Horrorfilmen und Verschwörungsseiten im Netz, wie töricht. “Dabei hat Grany nie jemanden ein Leid zugefügt, sie hat den Menschen in ihrer Umgebung immer geholfen, z.B. als der kleine Nachbarsjunge vermisst wurde, hat sie die Karten befragt und konnte so die Polizei zu ihm führen, aber niemand, nicht mal seine Eltern haben ihr dafür gedankt. Wir wurden nur noch mehr gemieden. Wir waren gerade bei Grany eingezogen, da wurde Mum krank, sie dachte sich nichts dabei da sie schon immer ein wenig kränklich war, doch es wurde nicht besser. Als sie dann im Spätherbst endlich zu einem Arzt ging, war es schon zu spät. Sie hatte Bauchspeicheldrüsenkrebs und er hatte schon gestreut. Sie im Krankenhaus zu lassen konnten wir uns nicht leisten, mit Daddys verschwinden waren wir ja auch nicht mehr Krankenversichert und die Suche hatte das was wir hatten aufgefressen. Grany konnte uns auch nicht mit Geld helfen, nur mit ihrer Liebe und einigen Kräutern, die Mum wenigstens die Schmerzen nahmen. Doch zum Schluss halfen auch die Kräuter nicht mehr, auch heute wache ich manchmal nachts auf und kann hören wie meine Mum vor Schmerzen schreit. Es war der 12. April 2000, ein furchtbar kalter Mittwochmorgen, dunkle Wolken zogen von Norden auf, Schnee fiel und bedeckte die Felder. Grany sagte ich bräuchte heute nicht zur Schule und es war so ruhig im Haus, niemand schrie. Ich dachte Mum ging es besser und wollte in ihr Zimmer laufen, doch Grany lies mich nicht. Sie sagte ich müsse jetzt ganz stark sein und ich wusste nicht was sie meinte. Dann sagte sie Mum wäre Bewusstlos und ganz schwach, sie würde heute noch Gott sehen und wir müssten uns jetzt von ihr verabschieden. Ich soll ihr jetzt noch mal alles sagen, denn sie würde mich hören, auch wenn sie nicht mehr antworten könnte. Dann sind wir in ihr Zimmer gegangen. Sie lag in ihrem Bett und atmete ganz flach, eine Kerze stand brennend im Fenster und nur die Nachttischlampe erhellte das Zimmer etwas, an diesem sonnenlosen, dunklen Tag. Gina verstand gar nicht was passierte, sie saß nur stumm mit ihrer Puppe auf dem Boden vor dem Bett und spielte. Ich hab dann Mums Hand genommen und ganz fest gedrückt, ich hab ihr gesagt das ich sie liebe, das sie mich nicht verlassen soll, das sie bei mir bleiben soll. Dann hab ich nur noch geweint. Ich hab ihre Hand nicht mehr losgelassen, ich dachte solang ich sie festhalte würde sie nicht weggehen. Grany hatte ihren Arm um mich gelegt und mich ganz fest gedrückt. So saßen wir bis zum Abend. Mum atmete immer unregelmäßiger, aber ich klammerte mich an ihre Hand, sie sollte bleiben, warum wollte sie mich auch verlassen? Dann verkrampfte sie, ihre Augen öffneten sich noch mal, ihr Atem setzte ganz aus und ihr Blick brach. Doch ich konnte ihre Hand nicht loslassen, sie konnte doch nicht tot sein, sie sollte bei mir bleiben. Sie wurde so kalt und ihre Haut fühlte sich so stumpf an. Ich hab nur noch dagesessen und geweint. Ich weiß nicht wie lange ich so bei ihr gewacht habe aber, plötzlich waren fremde Männer im Raum. Einer von ihnen löste vorsichtig meine Hand und trug mich aus dem Raum, aber auch wenn er ganz sanft mit mir umging hab ich ihn gehasst. Wieso hatte er mich von Mum weg gebracht, sie brauchte mich doch. Ich saß in der Küche als sie den Sarg mit Mum aus dem Haus trugen. Ich wollte hinrennen, wie konnte sie sie nur in so eine enge Kiste sperren, Mum hatte doch immer Angst in engen Räumen. Ich habe geschrieen, um mich geschlagen, gekratzt und gebissen doch es half nichts der fremde Mann war stärker und hat mich nicht zu ihr gelassen. Ich weiß noch das Grany mich in den Arm nahm und die fremden Männer mit Mum fort fuhren. Die Tage bis zur Beerdigung sind unter einem Schleier aus Schmerz begraben. Das nächste woran ich mich erinnere ist eine kleine hölzerne Aussegnungskappelle. Mums Sarg stand offen unter einem großen Holzkreuz und um ihn standen lauter Blumen. Obwohl die Kappelle sehr klein war, verloren sich die wenigen Trauergäste in ihr. Da waren nur mein Onkel Luca aus Italien, Mums Eltern waren schon alt und konnten die weite reise nicht mehr machen, sowie Daddys Bruder und seine Schwester mit ihren Kindern, die wohl nur Grany zuliebe gekommen waren. Von unseren Nachbarn ist niemand erschienen. Ein katholischer Priester war aus der nächst größeren Stadt gekommen und las das Sterbeamt. Danach sind wir alle noch mal zu Mum an den Sarg gegangen. Sie sah so friedlich aus, als würde sie nur schlafen. Grany nahm dann zwei Münzen aus der Tasche und legte sie Mum auf die Augen. Ich hab das damals nicht verstanden, doch Grany meinte später das wäre”, ihre stimme brach und sie weinte wieder, das ganze war einfach zuviel für sie. Ich verstand sie nur zu gut. Tot und Trauer das konnte ich verstehen, begleiteten sie mich doch wie mein Schatten. Ich zog sie etwas fester an mich und ließ sie weinen, mancher Schmerz ist so groß, das mitfühlende Worte es nur noch schlimmer machen. Sie schniefte als ihre Tränen versiegten und ich zog ein Päckchen Taschentücher aus meiner Hose und reichte sie ihr. Sie schnäuzte sich und wischte sich mit einem neuen Taschentuch die Tränen weg. “Danke. Du musst mich ja, für eine richtige Heulsuse halten.”, versuchte sie die Stimmung auf zu lockern. Ich sah sie traurig an. “Nein, wenn du nicht geweint hättest, dann würde ich mir sorgen machen.”, ich zögerte, “Doch es tut mir leid das du wegen meiner Frage so Leiden musst, das wollte ich nicht.”
“Das braucht es nicht, es tut gut mal alles erzählen zu können. Außer mit meiner Schwester und Grany konnte ich das noch nie, aber bei dir ist das so anders. Ich glaube ich kann dir vertrauen, ich fühl mich gerade so geborgen.” Sie vertraut mir, sie fühlt sich bei mir geborgen, sollte mein hoffen doch nicht umsonst sein, aber würde sie das auch, wenn sie die ganze Wahrheit über mich wüsste? Was sollte ich ihr schon sage. “Danke.”, war alles was ich raus brachte.


Zuletzt von IRABLOODLUST am Sa 12 Sep 2009, 15:57 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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6. Eine Nacht die ich nie Vergessen werde Teil 4

Beitrag  Gast am Sa 05 Sep 2009, 00:04

“Wo war ich stehen geblieben ?” Sie dachte angestrengt nach und versuchte den Faden wieder auf zu nehmen.
“Du wolltest mir erklären warum deine Grany Münzen auf die Augen deiner Mum gelegt hat, doch ich weiß warum. Es ist der Lohn für den Fährmann, damit er die Seele deiner Mutter über den Styx in den Himmel bringt und sie nicht ruhelos als Geist auf Erden wandeln muss. Deine Grany ist eine sehr weise Frau.”
“Ja das ist sie.”, man konnte ihr lächeln hören, dann wurde sie wieder ernster. “Nach der Beerdigung sind wir dann bei Grany geblieben. Ich hab Mum so vermisste, warum hatte sie mich verlassen? Ich hab mich immer weiter zurückgezogen. Doch Grany hat es nicht zugelassen. Sie hat mich mit arbeit überhäuft. Wir gingen Kräuter sammeln und haben andere Pflanzen im Garten gezüchtet. Dann hat sie mir gezeigt was man mit all diesen Kräutern und Pflanzen machen kann. Wie man Salben und Tränke macht, welche Pflanzen man zur Linderung von Krankheiten benutzt. Wir haben dann die Kräuter und Salben auf kleinen Wochen- märkten verkauft und so unsere Kasse ein wenig aufgebessert. Nebenbei hat sie mir immer Geschichten aus ihrer Heimat erzählt, die Legenden ihres Volks.” Natürlich hat sie das gemacht, sie wollte das du sie bewahrst. Sie hat dich vorbereitet. Nur worauf ? Wann hatte sie wohl ihre ersten Vision und wann die ersten von mir? “Später hat sie mir dann auch die geheimen Rezepte gezeigt, du weißt schon für >Liebestränke<, Tränke die einen Scheintot wirken lassen, Pflanzen die bis zu einer gewissen Dosis heilen können aber stärker berauschen oder gar töten.” Sie sah mich prüfend an um zu sehen wie ich es aufnahm. Ich nickte ihr aufmunternd zu. “Das gehört doch dazu, nichts ist gefährlicher als Halbwissen.”, flüsterte ich ihr ins Ohr. Da musste sie grinsen. “Bis zur Junior High hatte ich keine Freundin, die Kinder im Ort durften nicht mit mir spielen. Die Junior High war in Fairmount und hier fand ich endlich Freunde. Doch wenn die Eltern erfuhren wer ich war und wo ich her kam, dann durften sie sich meistens nicht mehr mit mir treffen. Auf der Highschool war es anfangs auch nicht besser, doch dann interessierte sich eine Clique für mich, die waren ja so cool und da war auch dieser süße Junge, Ben, in den war ich schon über ein Jahr verschossen. Ich dachte alles wird jetzt gut, war ich doch naiv. Wir haben jedes Wochenende Partys gefeiert und Ben war so nett zu mir. Er hat mir andauernd Komplimente gemacht, wie schön ich doch bin, wie süß usw. und hat mich damit komplett eingewickelt. Auf einer dieser Partys haben wir es dann gemacht, es war mein erstes Mal und ich war so glücklich. Doch als er hatte was er wollte, zeigte er sein wahres Gesicht. Er hat mich wie Dreck behandelt und wenn ich nicht wollte ist er einfach gegangen. Verliebt wie ich war hab ich mir das viel zu lange gefallen lassen. Auf einer dieser Partys wollte er dann das ich auch mit seinen Freunden schlafe. Doch das konnte ich nicht, wir hatten einen riesigen Streit und dann haben sie mich einfach zurück gelassen. Die Party war an einem kleinen See mitten im nirgendwo und so stand ich dann nachts allein in der Pampa, 20 Meilen bis zum nächsten Ort, kein Handyempfang, nichts. Verzweifelt bin ich ihnen hinterher gerannt und hab mich im Gewirr der Feldwege verlaufen. Ich bin die ganze Nacht durch die Gegend geirrt, ich war mal wütend auf ihn das er mich hier allein gelassen hat, auf mich das ich mich so hab behandeln lassen und das ich ihn immer noch liebte. Schließlich hab ich mich einfach auf eine Wiese gelegt und hab dem Schmerz freien lauf gelassen. Am nächsten Morgen fand mich dann ein Bauer und er hat mich dann nach Hause gebracht. Doch ich war total unterkühlt und hatte mir eine Blasenentzündung zugezogen. So konnte ich erst mal nicht zur Schule gehen. Die ganze Zeit hoffte ich das Ben vorbeikommt und sich entschuldigt, aber er kam nicht. Als ich dann wieder zur Schule konnte waren alle noch komischer zu mir als sonst schon, alle starten sie mich an als wäre ich eine Alien. Keiner wollte mit mir reden und dann hörte ich auf der Mädchentoilette was los war. Ben und seine Freunde hatten verbreitet ich hätte mich auf der Party wie eine läufige Hündin aufgeführt, sie alle mit einem Kräutertrank verführt und dann mit allen geschlafen. Ich hätte gar nicht genug bekommen. Toll nicht. War ich früher nur die verrückte Hexentochter, jetzt war ich die verrückte Giftmischerin die auf Rudelbumsen steht.“ Die Wut drohte mich zu übermannen, nur mühsam konnte ich ein Knurren unterdrücken, ich bebte leicht und meine Hände verkrampften sich zu Fäusten. Alles in mir schrie nach Rache und Vergeltung. Meine Gedanken waren schwarz wie die dunkelste Nacht. Wäre ich jetzt allein mit diesem Ben, dann würde er es bestimmt nicht überleben. Ihre Hand legte sich auf meinen Arm und sie drehte sich zu mir. „Sieh mich an.“, forderte sie. Ich sah zu ihr runter und sie fing mich ein. „Du kanntest mich damals noch nicht, du konntest es nicht verhindern und ich hab es überlebt, also bitte beruhige dich, mir zuliebe.“ Sie hatte ja so recht, es nützte niemand wenn ich jetzt ausraste. Ihr Blick und ihre Stimme hatten so eine beruhigende Wirkung auf mich, das es mir gar nicht schwer fiel mich zu entspannen. Meine Hände entkrampften, die dunklen Gedanken fielen von mir ab und ich konnte sogar wieder lächeln. „Du bist unglaublich.“, sagte ich voller staunen, „Normalerweise fällt es mir sehr schwer meine Wut abzuschütteln, doch mit dir ist es ganz leicht. Danke.“
„Wirst du oft wütend?“
„Eigentlich nicht.“
„Und uneigentlich ?“
„Nun wenn es nur mich betrieft so gut wie nie, aber wenn…“, ich zögerte lange und sie sah mich erwartungsvoll an. „Wenn jemand verletzt wird, zu dem ich eine Verbindung aufgebaut habe, dann ja. Aber ich glaube du warst noch nicht fertig.“, versuchte ich das Thema zu wechseln.
Sie grinste mich an, da lag ein leichter Anflug von Triumph auf ihrem Gesicht. „Ach so.“ dann lehnte sie sich wieder zurück und setzte dort fort wo sie unterbrochen hatte. „Auf der Schule war ich von da ab unten durch. Die Mädchen hatten Angst um ihren ruf wenn sie mit mir gesehen wurden, obwohl viele an meiner Stelle es bestimmt getan hätten und die Jungs… ja die dachten jetzt ich wäre leicht zu haben. Viele haben es versucht die meisten recht plump, andere etwas einfallsreicher aber wenn sie nicht bekommen haben was sie wollten war ich wieder abgeschrieben. Ich hab es dann einfach gelassen und mich mit keinem mehr getroffen. Ach und was Ben angeht der hat seine gerechte Strafe bekommen.“ Sie lachte bitter. „Ein Jahr später hatte er auf einer Party was mit einem Mädchen das gerade zugezogen war. Er hätte sie mal besser nach ihrem Alter gefragt. Es stellte sich raus das die kleine eine frühreife 13 Jährige war und ihr Vater war überhaupt nicht erfreut das er sie entjungfert hat. Das der Vater auch noch ein streng gläubiger Anwalt ist, ja das war Bens Verhängnis. Er wurde angezeigt und da das Mädchen betrunken war, wegen Vergewaltigung zu 10 Jahren verurteilt. So ein Pech aber auch. Ich war echt froh das die Highschool vorbei war und da ich gute Noten hatte, bekam ich dann ein Teilstipendium für Dartmouth. Ich war echt glücklich von dort wegzukommen. Ich kann zwar nur die Abendvorlesungen besuchen, weil ich morgens arbeiten muss aber das macht nichts. Grany war sehr stolz das ihr großes Mädchen auf einer Elite-Uni angenommen wurde, aber ich weiß das es ihr schwer gefallen ist mich soweit weg ziehen zu lassen. Am Abend bevor ich abgereist bin nahm sie mich ganz fest in den Arm und meinte sie müsste mit mir reden. Sie war so seltsam und ich hab mich gefragt warum sie so aufgeregt war. Sie hatte die Karten befragt um in meine Zukunft zu sehen,“ Sie rückte wieder etwas ab und sah mich genau an, „Sie sagte mir ich würde hier…“ verlegen senkte sie ihren Blick und sprach nicht weiter.
“Was würdest du hier?”, fragte ich nach einiger Zeit.
“Ach, es ist so seltsam, du wirst denken ich bin ein Freak oder ich will dich belügen.”, flüsterte sie.
“Du musste es schon drauf ankommen lassen und was seltsame Dinge angeht bin ich einiges Gewöhnt.”, munterte ich sie auf. Was konnte ihre Großmutter schon gesehen haben? Schlimmstenfalls die Wahrheit, das sie hier auf Vampire treffen würde.
“Also gut,” kam es leiste, dann sah sie mich wieder an. “ Sie sagte ich würde hier jemanden Treffen. Einen sehr schönen jungen Mann, größer als ich, dunkelblonde mittellange Haare, mit goldenbraune Augen, etwas zu Blass und mit dunklen Augenringen, was seiner Schönheit aber keinen Abbruch tut.” Ich musste grinsen, wenn das wirklich die Beschreibung ihrer Großmutter war, dann war sie recht begabt, für einen Menschen. “Er wäre etwas anders als die Anderen, aber genau der Richtige für mich und wir würden ewig zusammen bleiben. Seltsam nicht.”
“Seltsam ja, aber nicht das Seltsamste das ich je gesehen haben und die Ewigkeit ist eine lange Zeit, darüber solltest du jetzt noch nicht nachdenken.” Ewig zusammen bleiben. Die Vorstellung sie ewig bei mir zu haben war auf der einen Seite verführerisch und auf der anderen Seite undenkbar. Hatte doch die Ewigkeit für mich eine andere Bedeutung als für einen Menschen. Für mich war die Ewigkeit real und nicht nur ein abstrakter Zeitraum. Um mit ihr ewig zusammen zu sein, müsste ich sie verwandeln, dann würde aus diesem Wunder vor mir ein Monster wie ich und könnte sie mir das je verzeihen?
“Was ist den noch seltsamer?”, wollte sie wissen.
“Darauf kommen wir vielleicht später mal.”, blockte ich ihre Frage ab.

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6. Eine Nacht die ich nie Vergessen werde Teil 5

Beitrag  Gast am Sa 05 Sep 2009, 00:05

“Na gut.” Sie klang leicht enttäuscht. “Der erste Tag hier war ein richtiger Schock für mich, ich hatte meine Sachen gerade in meinem Zimmer verstaut, ging mich anmelden und machte mich auf den Rückweg zu meinem Zimmer. Ich war total im Gedanken als mich eine wundervoll dunkle, melodische Stimme ansprach und als ich aufsah Stand er vor mir, der den mir Grany beschrieben hatte. Wunderschön und dann diese goldenen Augen. Du hast mich total erschreckt weist du das.” Verschmitzt sah sie mich an. “Übrigens heute gefallen mir deine Augen besonders gut, ich mag es wenn sie diesen goldenen Glanz haben, dann bist du besser gelaunt. Wenn sie so dunkel werden bist du meist schlecht drauf.” Oh Gott das auch noch, aber wie konnte ich erwarten das sie das nicht bemerkt. Das ganze wurde immer komplizierter, denn auch meine unnatürliche Körpertemperatur dürfte ihr nicht entgangen sein, da sie doch die ganze Zeit so nah bei mir saß. Wie lang kann ich es ihr noch verheimlichen, wann kommt die direkte Frage was ich bin und könnte ich sie dann noch belügen? Ich wusste es nicht. “Aber ich schätze darauf willst du jetzt auch nicht eingehen.”, fuhr sie fort. “Obwohl ich ja vorgewarnt war, bekam ich Panik und bin weggelaufen. Abends kamen dann April und Carolin zu mir und haben mich einfach mit auf diverse Partys geschleppt. Dort hab ich überall nach dir gesucht, ich hoffte mit dir reden zu können, aber du warst nirgends zu sehen. Auf der Party der Footballspieler sah ich dann deine Schwester mit ihrem Mann, aber von dir keine Spur. Ich wollte schon wieder heim, aber da kam April an und meinte ich soll unbedingt bleiben, sie habe da drei umwerfende Typen getroffen und die wollten unbedingt mit uns reden. Ich hatte von Anfang an ein ungutes Gefühl bei den Jungs, aber April und Carolin waren ja so was von begeistert von Eric und John. Also bin ich geblieben, doch Dave war total eklig, diese Sprüche und sein Auftreten, der hält sich echt für Gottes Geschenk an die Weiblichkeit. Ich hab nur noch auf die richtige Gelegenheit gewartet um mich elegant abzusetzen und dann viel mir aus versehen mein Bier hin. Ich hatte recht Dave ist ein oberflächliches Arschloch, aber das er so ausrastete damit hatte ich nicht gerecht. Ich dachte schon der will mich schlagen und dann tauchst du aus dem nichts auf, ich war so froh dich zu sehen. Aber ich hatte auch Angst, Angst sie würden dir was tun, aber dein Blick, deine ganze Ausstrahlung in dem Monet. So was hab ich noch nie gesehen, alles an dir zeigte nur eins, ich bin gefährlich und wenn ihr euch mit mir anlegt sterbt ihr.” Ich lachte leicht, sie hatte ja so recht, ich bin gefährlich. ”Lach nicht, so sahst du aus und die Jungs haben das auch so gesehen oder meinst du die geben immer so schnell auf? Wohl kaum ! Aber als du mich dann angesprochen hast war deine Stimme so sanft und du sahst so …”, ich merkte wie sich ihr Puls beschleunigte und ihre Ohren bekamen dieses appetitliche rot, “Du sahst aus wie ein Engel. Als wärst du nur wegen mir da, um mich zu beschützen. Doch nachdem du mich heim gebracht hattest, warst du so abweisend, das war total frustrierend. Zuerst legst du dich mit den Typen an und dann läst du mich einfach stehen, das hab ich nicht verstanden. Montags hab ich dann Marie kennen gelernt, ich fand sie gleich sympathisch und ich war froh das sie mich mit zu euch an den Tisch nahm, aber ich hatte auch Angst das du mich wegschicken würdest. Doch du warst total nett, aber deine Komplimente haben mich verärgert, die konntest du nicht ernst meinem. Da sitzt ich graue Maus an einem Tisch mit lauter, man ihr seht alle aus als wärt ihr Filmstars oder Models, selbst Robert sieht tausendmal besser aus als ich und du sagst mir ich wäre wunderschön. Das konntest du nicht ernst meinen, ich dachte du machst dich über mich lustig und seit dem warst du zwar immer nett zu mir, aber ich hatte nie den Eindruck als wärst du an mir interessiert, bis heute. Als du da allein mit all diesen Tussis gesessen hast, da dachte ich alles wäre vorbei. Vor allen dingen als mich diese Obertussi so angefahren hat, da hatte ich alle Hoffnung verloren und dann sagst du das du nur wegen mir da bist und kanzelst auch noch diese blöde Kuh ab. Ich hätte Luftsprünge machen können, so glücklich war ich. Als du dann auch noch ein Date wolltest, da begann ich zu hoffen, das ich dir doch nicht gleichgültig bin. Doch der Abend war einfach zu perfekt, Blumen, dann behandelst du mich als wäre ich eine vornehme Dame, ein teures Restaurant, noch mehr Komplimente die du unmöglich ernst meinen konntest und dann erzählst du mir noch ich wäre die Erste seit vielen Jahren mit der du ausgehst. Das war einfach zuviel für mich, das konnte nicht stimmen. Für mich stand fest das du mit mir spielst, das du hier dein erprobtes Programm abspulst um mich rum zu bekommen und mich dann wieder fallen zu lassen. Warum solltest du schon was von mir wollen, außer ein bisschen Spaß. Das hat mich so an früher erinnert. Aber da hab ich mich wohl geirrt, oder?” Sie hatte den Kopf leicht schräg gelegt, ein strahlen lag in ihren Augen und ihre Grübchen traten besonders schön vor. Ich konnte nicht anders als zurück zu strahlen und ihr durchs Haar wuscheln.
“Natürlich hast du dich geirrt, wie könnte ich dich nicht mögen? Wer nicht erkennt, das du was ganz besonders bist muss blind sein.” Es war so abwegig das ich sie nicht mögen könnte, das ich fast lachen musste.
Sie sah mich schelmisch an. “Du bist aber auch was Besonderes und ich hab dich sehr gern.”
Als sie sehr gern sagte fühlte es sich an, als ob mein Herz für einen kurzen Monet wieder schlagen konnte, das tat so gut. “Nur um es zu präzessieren, was meinst du wollen wir uns jetzt öfter, regelmäßig sehen, so wie jetzt, nur wir zwei? Also ich würde das gern.”
“Also nur um es zu präzessieren.”, schmunzelte sie, “Ja, das würde mir gefallen.”
“Gut, aber ich glaub wir müssen da vorher was besprechen.”, sagte ich ernst. Sie sah mich erwartungsvoll an und so setzte ich fort. “Deine Grany hat dir ja gesagt das ich anders bin und da hatte sie recht. Das meine Augen die Farbe wechseln ist dir ja schon aufgefallen und ich geh mal davon aus, das dir wo du mir heute Körperlich so nah warst, wie noch kein Mensch vor dir, noch ein paar andere Seltsamkeiten aufgefallen sind.”
“Ja.” sagte sie zögerlich.
Ich sah sie aufmunternd an. “Würdest du mir verraten was?”
“Nun ja...” sie sah aus als ob sie angestrengt nachdachte. “Irgendwas stimmt nicht mit deiner Körpertemperatur, du bist so kalt,…” Ich nickte ihr zu. “Deine Haut ist extrem glatt und hart, fast wie Marmor.” Wie Marmor, schöner vergleich. Ich konnte ein Glucksen nicht unterdrücken. “Du isst oder trinkst nie, auch wenn du in der Mensa immer eine Cola vor dir stehen hast und daran nippst, ist die Dose am ende immer noch voll.” Sehr aufmerksam, das ihr das aufgefallen ist, hätte ich nicht gedacht. “Als du heute in der Mensa aufgesprungen bist und als du dich draußen am Baum zu mir ungedreht hast, waren deine Bewegungen so schnell, das ich sie nicht wahrnehme konnte. Im einen Monet warst du noch von mir abgewandt und im nächsten standst du mir direkt gegenüber, ohne das ich die Bewegung dazwischen wahrnehme konnte.”
“Du bist sehr aufmerksam.” sagte ich bitter. “Ich könnte dir jetzt zu allem eine logische Erklärung liefern,… aber ich möchte dich nicht anlügen.”
Sie sah mich erwartungsvoll an, aber ich konnte ihren Gesichtsausdruck nicht deuten.
“Das ganze ist nicht einfach für mich.”, setzte ich von neuem an. “Eigentlich müsste ich jetzt nach Hause fahren, wir müssten alle Packen und für immer verschwinden als hätte es uns nie gegeben.” Ihr Ausdruck wurde leicht panisch und sie griff nach meiner hand. Ihr Finger verkrampften sich um meine, als sie mich mit aller Kraft festhielt. “Aber ich hätte da einen Vorschlag, ein kleines Geschäft zwischen uns. Ich werde dir zu gegebener Zeit alles Erklären, du darfst mich dann alles Fragen und ich werde dir auf alles ehrlich antworten. Doch bis dahin musst du über diese Seltsamkeiten hinwegsehen, sie hinnehmen und darfst mit niemand, auch nicht mit deiner Grany, darüber reden. Wenn du doch darüber redest, sind wir weg. Wenn du damit leben kannst, dann können wir es versuchen und sehen was daraus wird. Was sagst du?”
Sie sah mich eindringlich an und in einem Comic wäre jetzt eine kleine Rauchwolke über ihrem Kopf gewesen, so angestrengt dachte sie nach. Es dauerte eine kleine Ewigkeit und ich wurde langsam ungeduldig, doch ich ließ ihr die Zeit. Dann fuhr ein breites Lächeln über ihr Gesicht.
“Dann lass es uns versuchen. Ich werde nichts sagen, das würde mir sowieso keiner Glauben, aber du musst dich auch an deinen Teil halten.”, verkündete sie feierlich.

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6. Eine Nacht die ich nie Vergessen werde Teil 6

Beitrag  Gast am Sa 05 Sep 2009, 00:06

“Das werde ich und am besten mach ich dann gleich mal den Anfang. Ich würde dir gern ein kleines Geheimnis anvertrauen. Ich denk mal, das du damit umgehen kannst und darüber darfst du auch mit deiner Grany reden.” Wie fang ich jetzt am besten an, es wäre einfacher wenn sie über meine Fähigkeit bescheid weiß. Sie sah mich erwartungsvoll an und ich wuschelte noch mal durch ihr Haar, das machte mir unheimlich spaß. “Also es ist so ich hatte vom ersten Augenblick das Bedürfnisse dich zu beschützen und ich kann dann sehr… also wenn dir jemand was antut kann ich sehr sauer werden. Du hast eben gesagt ich hätte am ersten Abend ausgesehen wie ein Engel, ich war aber an dem Abend kein Engel, höchstens ein Racheengel.” Sie sah mich immer noch neugierig an. “Dave ist nicht vom Dach gefallen.” Jetzt war sie doch ein wenig stutzig, sagte aber nichts. “Nachdem ich dich hierher gebracht hatte, war ich noch bei ihm und wir hatten ein längeres Gespräch, wie man sich gegenüber Frau zu verhalten hat und so. Im laufe dieses Gesprächs sind ihm irgendwie die Beine gebrochen.”
“Du hast ihm die Beine gebrochen.”, stellte sie trocken fest. “Nur weil er mich geschüttelt hat, das ist doch ein wenig übertrieben. Das solltest du nicht tun.”, tadelte sie mich.
“Nun, wenn er dich nur geschüttelt hätte, dann hättest du recht, aber dafür hab ich ihn nicht bestraft, das was er vorher gemacht hat und was er damit bezweckte, das hab ich bestraft.”
“Was hatte er den schlimmes vor?”
“Er wollte mit dir schlafen.”
Sie schüttelte entschieden den Kopf. “Ich hätte nie mit ihm geschlafen. Das müsstest du doch wissen.”
“Du hättest, wenn auch nicht freiwillig. Du wärst gar nicht mehr in der Lage gewesen dich dagegen zu sträuben.”
“Wieso das?”, fragte sie ungläubig.
“Du erinnerst dich doch noch an den Zeitungsartikel, was haben sie denn bei ihm gefunden?”
Ein großes Fragezeichen stand über ihrem Kopf. “Drogen, Dopingmittel und…”, die Erkenntnis traf sie unerwartet, “Das Bier, er hat mir KO-Tropfen ins Bier gemischt. Ja ?”
“Ja!”, ich nickte niedergeschlagen.
“Woher wusstest du das?” Sie war vollkommen durch den Wind.
“Ich hab gesehen wie er es in die Flasche geschüttet hat.”
“Und warum hast du dann nicht sofort was getan? Ich hätte fast davon getrunken.”, sagte sie vorwurfsvoll.
Beschämt senkte ich den Blick. “Ich hab sofort reagiert, aber ich war noch zu weit weg, ich konnte nicht früher einschreiten.”
“Was ? Wie ? Jetzt versteh ich gar nichts mehr.”, kreischte sie.
“Ich war zuhause als ich es gesehen habe.” Ich schaute sie von unten, durch meine Wimpern, an und sie sah erstaunt zurück.
“Du warst zuhause und konntest das sehen, Wie ist das möglich?”
“Ich hab dir doch gesagt, das ich seltsame Dinge gewöhnt bin.”, begann ich zögerlich. “Nun das liegt daran, das ich auch eine ungewöhnliche Fähigkeit habe. Wenn ich jemanden kenne und ich mich auf ihn konzentriere, kann ich die Person von jedem Ort aus beobachten, das ist so als wäre ich anwesend. Ich kann dann alles sehen, hören und auch riechen.”
“W O W.”, war alles was sie sagte.
“Ja, wow. Ich hab an dem Abend mit Marie gesprochen, sie sagte du wärst auch auf der Party, so war ich halt neugierig und hab dich gesucht. Als ich dich fand wolltet ihr gerade zur Toilette, das war mir dann doch zu privat, darum hab ich meine Sinne bei den Jungs gelassen und da hab ich dann gesehen was Dave vorhatte. Ich bin dann sofort aufgebrochen und was dann passiert ist weißt du ja.”
Sie sah mich unergründlich an und mir wurde langsam aber sicher unwohl. “Ist es so schlimm das ich so was kann?”, fragte ich schließlich.
Da lächelte sie. “Nein, das ist doch nichts schlimmes, aber ich hätte da ne Frage. Als ich das Bier trinken wollte, da hab ich dich in meinem Kopf gehört, du hast geschrieen ich soll es nicht trinken, da bin ich so erschrocken, das mir die Flasche aus der Hand gefallen ist. Wie war das möglich?”
Sie hat mich gehört, wie war das möglich? Ich war nicht in ihren Geist eingedrungen, das wusste ich. Sie hätte mich nicht hören dürfen. Mit weit aufgerissnen Augen sah ich sie erstaunt an. “Du hast … mich gehört?”, stotterte ich. Sie nickte nur. “Das ist eigentlich nicht möglich. Ich kann mich zwar, wenn ich meine Gabe nutze auch Verständigen. Dafür muss ich aber bewusst in den Geist der anderen Person eindringen und das hab ich nicht getan.”
“Ich hab dich aber gehört.” Darauf bestand sie entschieden und ich zweifelte nicht an ihren Worten, auch wenn es mir unbegreiflich war.
“Darf ich etwas ausprobieren? Keine Angst es tut nicht weh.”
“Ja.”
Ich konzentrierte mich auf sie, da sie ja vor mir saß fand ich sie direkt und dann drang ich ohne den geringsten Widerstand in ihren Geist ein. Es war viel zu einfach. Normalerweise war da so was wie eine elastische Wand, die den Geist schützte. Diese Wand war von Person zu Person unterschiedlich dick und es war immer anstrengend sie zu durchstoßen. Doch hier war nichts, kein Hindernis, keine Wand, es war so als hätte ich einen Schlüssel und könnte durch eine nun offene Tür eintreten.
Ich sah sie an und presste demonstrativ die Lippen zusammen. “Kannst du mich hören? Wenn du mir antworten willst, dann musst du nur im Geist mit mir sprechen und keine Angst ich kann nur hören was du mir mitteilen möchtest, sonst nichts, also ich kann keine Gedanken lesen.”
Sie verdrehte die Augen und fuhr mir dann sanft über den Arm. “Das… das ist unglaublich. So was hab ich noch nie erlebt und das kannst du auch über große Distanzen?” Ich nickte verlegen. “Wie weit ?”
“Unbegrenzt, ich könnte dich von jedem Punkt der Erde finden, ich könnte dich wahrnehme, ich wüsste in welche Richtung ich gehen muss um zu dir zu kommen, wie weit du von mir weg bist, also nicht in Meilen, nur ob du nah oder fern bist, ob ich mich dir nähere oder mich von dir entferne und ich könnte so mit dir reden.” Ich ließ meine Gabe wieder fallen. Es war einfach angenehmer mich normal mit ihr zu unterhalten. “Wie war das für dich?”, fragte ich vorsichtig, doch sie antwortet nicht, sie sah mich nur erwartungsvoll an. “Ich bin nicht mehr in deinem Kopf, du musst schon normal sprechen, sonst verstehe ich dich nicht.”
“Oh, ja, natürlich.”, kicherte sie. “Ich kann mich nur wiederholen, Wow. Was anderes fällt mir im Monet dazu nicht ein.”
“Ich muss dir aber noch was beichten.” Sie sah mich Fragend an.
“Ich hab dir doch gesagt, dass ich diesen Drang habe dich zu beschützen, nun seit diesem Vorfall mit Dave, lebe ich in ständiger Sorge dir könnte noch was passieren und das wäre unerträglich für mich. Darum hab ich dich öfters Beobachtet, nun ja nicht nur öfters, fast immer.”
“Du hast was?”, fragte sie entsetzt.
“Ich mach mir halt Sorgen um dich und keine Angst ich war diskret, ich hab dich nicht beim Umziehen oder so was beobachtet.”, antwortet ich verlegen. Ich senkte den Kopf. “Es tut mir leid, aber wenn dir was geschieht und ich… ich will gar nicht daran denken.”
“Du machst dir wirklich Sorgen um mich?” Ich nickte aufrichtig. “Das ist irgendwie süß, ich verzeihe dir.”
“Ehrlich?”, fragte ich überrascht. Sie nahm alles so locker hin, das war schon nicht mehr normal.
“Ehrlich. Du hast Angst um mich, das bedeutet das du mich magst und wie sollte ich darüber Böse sein? Auch wenn du es ein wenig übertreibst. Du kannst doch nicht deine ganze Zeit für meinen Schutz aufwenden, da bleibt ja nichts für dich übrig.”
Jetzt musste ich breit grinsen. “Das ist überhaupt kein Problem. Ich kann mich sozusagen Teilen. Der eine Teil von mir passt auf dich auf und der andere macht was ich sonst so tue. Das ist so wie Splittscreen im Fernsehen.”, sprudelte es aus mir heraus. “Aber du könntest mir zwei Gefallen tun, die würden mein Leben echt erleichtern.”
“Und die wären?”
“Also, erstens und das ist mir sehr wichtig.” Ich sah sie ganz ernst an und hatte ihre volle Aufmerksamkeit. Ich zog eine kleine Karte aus meinem Portemonnaie. Auf der Karte standen drei Telefonnummern, aber keine Namen. Erwartungsvoll betrachtete sie die Karte und dann wieder mich.


Zuletzt von IRABLOODLUST am Sa 12 Sep 2009, 15:57 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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6. Eine Nacht die ich nie Vergessen werde Teil 7

Beitrag  Gast am Sa 05 Sep 2009, 00:07

“Solltest du jemals, jemanden sehen, der so ist wie meine Familie, also bleich und wie sagtest du wunderschön, dessen Augen so wie unsere sind oder was schlimmer wäre Rot. Dann begibst du dich auf der Stelle und es ist egal was du vor hast, an einen öffentlichen Platz mit möglichst vielen Menschen, aber nicht am Rand sondern mitten rein, so das du gesehen wirst. Dann rufst du mich an, die oberste Nummer ist meine, sollte ich nicht rangehen wählst du eine der anderen, das sind die von Marie und Eddie. Du sagst uns dann was du gesehen hast und wir sagen dir was du machen musst, bis wir dich abholen. Hast du das Verstanden? “
“Ja, aber …” Ich unterbrach sie indem ich ihr einen Finger auf den Mund legte.
“Kein aber, darüber diskutier ich nicht. Das kann dir dein Leben retten.”
Ein Schauer durchlief ihren Körper und zum ersten Mal schien sie wirklich Angst zu haben. “Mein Leben?”, fragte sie zweifelnd.
“Ja, dein Leben, so gefährlich können wir sein, also bitte versprich es mir, BITTE.”, flehte ich sie an.
Sie legte ihren Kopf an meine Brust und flüsterte. “Kannst du mich bitte festhalten.” Ich schloss meine Arme um sie, durch den ständigen Körperkontakt war mein Durst fast erträglich, nicht so wie das erste Mal als sie sich an mich schmiegte. Es wurde eindeutig leichter mich zu kontrollieren und das gab mir die Zuversicht die ich brauchte um bei ihr zu bleiben.
“Ich wollte dir keine Angst machen.”, setzte ich nach einiger Zeit neu an.
“Nein, ist schon gut. Ich muss wissen wovor ich mich in acht nehmen muss und diese Gefahr hat ja nichts mit dir zu tun. Sie gab es ja schon bevor ich dich kannte, nur das ich jetzt bescheid weiß.” Murmelte sie an meiner Brust. Ihre Stimme war so langsam und träge. Sie gähnte und ich sah auf die Uhr auf ihrem Nachttisch. Es war schon halb Drei und mir wurde bewusst das sie ja nur ein Mensch ist. Sie benötigt Schlaf, etwas das ich ganz vergessen hatte. Mit ihr würde ich mich umstellen müssen. Ab sofort würde ich mehr auf ihre menschlichen Bedürfnisse achten, das nahm ich mir fest vor. Es war irgendwie erheiternd so menschlich wie jetzt hatte ich mich noch nie gefühlt. Ich strich ihr zärtlich dir Haare aus dem Gesicht. “Ich sollte jetzt gehen, du gehörst ins Bett.”
Sie drückte sich noch ein wenig fester an mich. “Nein, bleib. Ich bin gar nicht müde.” Doch sie sprach so Träge, das selbst ein Tauber die Lüge gehört hätte.
“Ja klar, du bissst gaaarnicht Müüüdeee. Du hast ja auch letzte Nacht so viele geschlafen und wir haben ja auch erst halb Drei. Sei vernünftig und geh ins Bett.”, neckte ich sie.
Sie hob träge ihren Kopf und sah mich müde an. “Aber nur wenn du hier bleibst, ich möchte heute nicht allein sein.”
“Gut ich bleibe.”, schmunzelte ich. “Aber du gehst jetzt brav ins Bett oder ich trag dich rüber und gehe. Deine Wahl.”
Spielerisch schlug sie mir auf die Brust und schmollte. “Manchmal bist du so was von bestimmend.”
“Ich weiß, liegt wohl daran das ich jahrelang den Elternersatz spielen musste. Ich versuch mich zu bessern.”
“Wer’s glaubt.”
Sie stand auf und ging ins Bad um sich die Zähne zu putzen. Ich ging zu ihrem Bett, schlug die Bettdecke zurück und schüttelte ihr Kissen aus. Danach schaltete ich die Nachttischlampe an, löschte die Kerzen und die Lavalampe. Ich zog meine Schuhe aus und machte es mir auf der Couch bequem. Als sie aus dem Bad kam und meine Vorbereitungen sah, schüttelte sie amüsiert den Kopf. “Ja, du besserst dich. Ich sehe es.” Dann legte sie sich hin, rutschte aber bis an die Wand. “Du bist so weit weg, willst du nicht rüber kommen?”
Ich stand auf und nahm meine Decke ein Kissen mit. Ich legte mich zu ihr und sie machte es sich direkt wieder auf meiner Brust gemütlich. Ich hatte meinem Pullover und mein Hemd ausgezogen und trug nur noch Hose und T-Shirt. Sie fuhr mit ihrer Hand meinem linken Arm hoch und verharrte plötzlich und betrachtete ihn genauer. Sanft fuhr sie die einzelnen Erhöhungen mit ihren Fingern ab. Ich wusste was sie sah und welche Frage jetzt unausweichlich kommen musste.
“Was ist das?”, fragte sie mit leichtem entsetzten.
“Bissnarben.”, sagte ich emotionslos. Es waren Andenken an meine Zeit in New Orleans, an die endlosen Kämpfe im Süden.
“So viele, was hat dich den da gebissen?”, sie war wieder hellwach.
“Das sind bei weitem nicht alle”, sagte ich trocken, “Und was mich da gebissen hat, gehört zu unserer Vereinbarung.”
“Ich versteh, aber hat das nicht weh getan?”
“Sehr weh.” Von einem anderen Vampir gebissen zu werden, war nach der Verwandlung wohl das schmerzhafteste was es gibt. Das Gift brannte in der Wunde und man hatte das Gefühl dort von neuem zu verbrennen. “Können wir bitte das Thema wechseln, ich möchte jetzt nicht daran denken.”
Sie küsste auf die Stelle wo sich drei Halbmonde zu einem Relief trafen, dann sank sie wieder zurück. “Du wolltest das ich dir noch was verspreche.”, erinnerte sie mich.
“Ja, aber das ist was ganz normales.”, beruhigte ich sie. “Auch wenn du mich jetzt für einen bestimmenden Oberlehrer hältst, ich möchte nicht das du irgendwo offene Getränke annimmst oder sie unbeaufsichtigt stehen läst.”
“Jawohl Sir, wird erledigt Sir.”, antwortete sie mit einem hauch Sarkasmus.
Dann gähnte sie wieder, ihr Atem wurde langsamer und mündete in einem sanfte Schmarrchen, nicht laut ganz sanft. Sie war eingeschlafen. Ich konnte nur erahnen, welches Vertrauen sie in mich haben musste, um nach all dem was sie heute erfahren hatte, so friedlich, mit dem Kopf auf meiner Brust, schlafen zu können. Sie war eindeutig das mutigste Wesen das ich je kenne gelernt hatte, auch wenn sie es nicht so sehen würde.
Ich schaltete das Licht aus und verschränkte die Arme hinter meinem Kopf. Dann gab ich mich ganz dem angenehmen Gefühl hin sie so nah bei mir zu haben. Alles war so neu und unbekannt für mich. Es war einfach schön nach all den Jahren jemanden wie sie gefunden zu haben, aber da waren auch Zweifel. Brachte ich sie nicht unnötig in Gefahr. War eine solche Liebe überhaupt möglich, schließlich war sie ja eigentlich die Beute und ich das Raubtier. Ob es so was überhaupt schon mal gegeben hat? Ein Vampir und ein Mensch und wie sollte das Enden? Ja, es gab Vampire die sich Menschen näherten, Succubus und Incubus. Ich hatte schon von solchen Wesen gehört, aber das war was ganz anderes. Für sie war die Verführung und der anschließende Sex, nur der Beging für einen Festschmaus und obwohl mein Durst in ihrer Nähe größer war als sonst, nun essen wollt ich sie bestimmt nicht.
Gegen Vier vibrierte mein Handy zweimal, Maries Erkennungszeichen das ich mich bei ihr melden sollte. Wir telefonierten nie miteinander, sie rief immer an und legte nach zweimal Klingeln auf, dann wusste ich das sie mit mir sprechen wollte und setzte meine Gabe ein, das war einfach sicherer. Ich hatte die Zwei total vergessen, eigentlich müsste ich ja schon seit Stunden in Boston sein. Ich sammelte mich und bereitet mich Geistig auf das nun folgende Gespräch vor.
Ich sand meinen Geist aus und fand sie in einer schummrigen Billard- kneippe in einem der mieseren Viertel von Boston. Rauch schwängerte die Luft. Träge wischte der Barmann ein Bierglas trocken, während ein Rocker betrunken mit dem Kopf auf den Tresen sank. Lauter Rock schallte aus der Musikbox und ein leicht bekleidetes Mädchen schwang ihre Hüften im Takt der Musik. Es waren nur noch wenige Gäste anwesend. Die Männer waren meist in schweres Leder und die Frauen dafür umso Freizügiger bekleidet. Marie und Eddie stachen in ihren Designerklamotten stark heraus. Eddie spielte gerade eine Partie Pool gegen einen der Rocker, der ungläubig zusah wie Eddie einen fast unmöglichen Stoss mit absoluter Leichtigkeit ausführte. Marie stand hinter ihm und bedachte den Rocker mit einem diabolischen Lächeln. Eine kleine Gruppe hatte sich um den Tisch versammelt und sah dem spiel gebannt zu, doch von Claire und Stuart war nichts zu sehen. Ich drang in den Geist von Marie ein.
“Und wer gewinnt?”, begann ich mit einer unverfänglichen Frage.
“Eddie natürlich, aber er schummelt bestimmt, wie immer.” Ja, mit Eddies Gabe war es für ihn ein leichtes beim Billard zu schummeln, Telekinese war nur ein kleiner Teil seiner Fähigkeit. “Sag mal wo bleibst du?”
“Ich komm nicht mehr.”
“Was heißt hier ich komm nicht mehr? Du hast gesagt, dass du nachkommst.”
“Ich kann hier nicht weg. Tut mir leid.”
“Und darf man fragen warum du nicht weg kannst, man lass dir doch nicht alles aus der Nase ziehen.”
“Sie schläft gerade so schön” Weiter kam ich nicht, als mich Marie ungehalten unterbrach.
“Sie schläft jede Nacht und du kannst sie auch von unterwegs beobachten. Du kannst uns doch hier nicht hängen lassen nur weil sie schläft.”
“Doch kann ich, wenn ich jetzt aufstehe wacht sie garantiert auf und im Gegensatz zu uns muss sie schlafen,”
“Was heißt hier sie wacht auf ?”, fragte sie verärgert.
“Ja,” sagte ich zögernd und hoffte das sie es gut aufnahm. “Sie liegt mit ihrem Kopf auf meiner Brust.”
“Was ? Wie bitte, sie liegt auf deiner Brust?” Überraschung schwang in jedem Wort mit, das konnte ja noch heiter werden.
“Der Abend ist ein wenig anders verlaufen als ich gedacht habe und übrigens du hattest Recht.”
“Womit hatte ich Recht?”
“Ich liebe sie. Damit hattest du Recht.”, ließ ich die Bombe Platzen. “Damit müsst ihr euch jetzt abfinden.”
Lange kam keine Antwort, aber ihr Gesichtsausdruck war sehr angespannt.
“Und wie sieht sie das?”, fragte sie schließlich.
“So schnell schießen die Preußen nicht. Du glaubst ja wohl nicht das ich vor ihr auf die Knie gefallen bin und ihr meine ewige Liebe geschworen habe? Aber ich glaub sie mag mich, vielleicht auch mehr.”
“Aber sie ist ein Mensch, sie wird doch merken das mit dir was nicht stimmt.”
“Ich weiß, wir sprechen darüber wenn ihr wieder hier seit und behalt es solang für dich.”
“Ja gut, aber eins interessiert mich doch brennend. Wie ist das, einen Menschen so nah zu sein, ist dein Durst nicht unerträglich?”
“Es ist unglaublich, wunderschön ihr so nahe zu sein, ich hätte selbst nicht gedacht, das es möglich ist und mein Durst, nun der ist natürlich stärker als sonst, aber es wird von Minute zu Minute einfacher, besonders jetzt wo sie schläft.”
“Du musst ja wissen was du tust.”, antwortete sie skeptisch.
“Sag mal wo sind eigentlich Claire und Stuart? Ich sehe sie gar nicht.”, wechselte ich das Thema, in der Hoffnung damit weiteren Fragen aus dem Weg zu gehen.
“Die sind kurz weg. Zwei von den Typen hier waren scharf auf Claire und sind mit ihr gegangen, Stuart ist dann unauffällig hinterher. Ich vermute mal, das sie jetzt die Überreste ihres Nachtsnacks beseitigen und dann wiederkommen.”
“Dann grüß sie lieb von mir und sag mir wäre was dazwischen gekommen und es tut mir Leid. Lass dir was einfallen, aber bitte behalt den wahren Grund für dich.”
“Das werde ich ihnen bestimmt nicht erzählen, dann halten sie uns ja endgültig für bekloppt. Ich glaub nicht dass sie das auch noch akzeptieren würden.”
Da hatte sie wohl recht, für die meisten Vampire war unsere Lebensart unnatürlich und abartig. Für sie verrieten wir unser gegebenes Recht. Die Starken sollen über die Schwachen herrschen. Gehet hin und nähret euch. Nur wenige akzeptierten unsere Ernährung und damit uns. Aber eine direkte Beziehung zu einem Menschen, das wäre dann doch zuviel. Zumal ich gerade gegen die Regeln verstieß, schon jetzt wusste sie zuviel und ich hatte weder vor sie zu töten, noch sie zu verwandeln.
“Da könntest du recht haben.”, antwortete ich resigniert. “Wann kommt ihr wieder zurück?”
“Wir wollten bis Sonntag bleiben.”
“Gut, dann sehen wir uns Sonntagabend und viel Spaß noch.”
“Dir auch und lass sie am Leben.”
Danke, genau das was ich jetzt gebrauchen konnte. Schnell zog ich mich aus ihrem Kopf zurück und war wieder im hier und jetzt. Sie lag immer noch friedlich da, ihre Finger hielten mein T-Shirt mit festem Griff, so als wollte sie mich davon abhalten weg zu gehen. Ihr Schlaf wurde etwas unruhiger und sie gab unartikulierte Geräusche von sich. Sie träumte. Ich strich ihre Haare zurück und beugte mich ein wenig vor, um ihr Gesicht sehen zu können. Es machte einen entspannten, fast glücklichen Eindruck. Was auch immer sie träumte, es war eindeutig kein Alptraum. Ich lehnte mich wieder zurück und für den Rest der Nacht genoss ich einfach nur ihre Nähe und die schönen Gefühle die sie in mir auslöste. Seit langen war ich wieder Glücklich. Egal was noch geschehen würde, es war eine Nacht die ich nie Vergessen werde. Die Erinnerung würde mich begleiten bis in die Ewigkeit.

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7. Sag es bitte nicht, noch nicht Teil 1

Beitrag  Gast am Sa 05 Sep 2009, 00:09

7. Sag es bitte nicht, noch nicht

Regen trommelte ans Fenster als der Morgen graute und das ganze Zimmer trüb einfärbte. Sie schlief immer noch tief und fest. Ich spielte ein wenig mit ihren Haaren. Ich zog eine dicke Haarsträhne an mein Gesicht und strich damit über meine Wange. Neben ihren ausdrucks- starken Augen faszinierten mich ihre Haare am meisten. Sie waren so schön weich. Gegen halb Zehn fing ihr Herz etwas kräftiger an zu pumpen und ihr Körper glitt langsam aus der Ruhephase in die Wachphase. So nah hatte ich die unterschiedlichen Phasen des menschlichen Schlafs noch nie wahrgenommen, so vieles war neu für mich, obwohl ich doch schon soviel gesehen hatte. Diese ganzen neuen Erfahrungen waren wie ein Geschenk, ein Geschenk von ihr für mich. Ich strich sanft die Konturen ihres Gesichts nach. “Oh.”, war das erste was sie sagte, dann schnupperte sie intensiv und seufzte.
“Morgen Schlafmütze.”, begrüßte ich sie.
Verschlafen wand sie mir ihr Gesicht zu und blinzelte mich an. Ihre Hand bewegte sich langsam zu meinem Gesicht und tastete es ab. Als wollte sie sich überzeugen das ich da war, das ich nicht nur eine Traumgestalt war. Sie kam wohl zu der Überzeugung das ich echt war und strahlte mich an. “Du bist wirklich da.”, sagte sie voller staunen.
Ich stupste ihr mit einem Finger gegen die Nase. “Was dachtest du denn, ich hatte die doch versprochen das ich bleibe.”
Sie legte ihr Kinn auf meine Brust und sah mich nur verträumt an. Ihr warmer Atem traf mich und mein Durst erinnerte mich wieder daran was ich war, aber ich schob ihn beiseite. Nichts sollte diesen Moment zerstören. Ich sah in ihre Augen und war wie immer von ihrem Zauber gefangen. Ich weiß nicht wie lange wir uns so anstarrten, aber dann kam mir ein Gedanke und obwohl ich ein lautes Lachen unterdrücken konnte bebte mein Brustkorb. Sie sah mich fragend an. “Darf ich mitlachen?”
Ich verwuschelte noch mal ihr Haar, ihre Frisur konnte ich ja nicht mehr zerstören, das hatte ich im Laufe der Nacht schon erreicht.
“Ich musste nur daran denken, das wir das beide nicht wollten.”
Sie richtete sich leicht auf und sah mich noch fragender an. Kleine Falten bildeten sich auf ihrer Stirn als sie angestrengt Nachdachte, aber sie konnte mir nicht folge.
Ich grinste sie breit an und sie zuckte mit den Schultern. “Obwohl wir das ja nicht vor hatten,” ich machte eine kleine Pause, “Sind wir am Ende doch noch zusammen im Bett gelandet.”
Sie verdrehte die Augen. “Du weißt schon das ich damit was anderes meinte.” Sie sagte es mit solch übertriebener Entrüstung, das ich nicht mehr an mich halten konnte und laut lachte. Gespielt theatralisch schlug sie mir auf die Brust. Das war zuviel, ich packte sie und wirbelte sie auf ihren Rücken und beugte mich über sie. Meine Bewegungen waren schnell und geschmeidig, aber ich achtet genau darauf nicht zuviel Kraft anzuwenden. Unsere Gesichter waren sich so nah, wie noch nie. Mit weit aufgerissenen Augen starrte sie mich überrascht an. Ein triumphierendes Grinsen legte sich auf meine Züge. Ich beugte mich zu ihr und küsste sie auf die Stirn. Ihr leicht salziger Geschmack lag auf meinen Lippen und ich spürte die Wärme ihrer Haut intensiver als jemals zuvor. Widerwillig löste ich mich ein wenig von ihr und sah sie wieder an. Sie war leicht rot angelaufen, was sie für mich noch appetitlicher machte und strahlte mich, mit der Strahlkraft einer 1000 Watt Glühbirne an.
“Also noch einmal. Guten Morgen, ich hoffe du hast gut geschlafen und übrigens du bist wunderschön.”
Ihr Herz setzte kurz aus, dann raste es. Sie hatte aufgehört zu Atmen und sah mich an als wäre ich ein Weltwunder. Als sie nach einer halben Minute immer noch nicht atmete, stupste ich sie leicht an. “Atmen.”, mahnte ich sie.
“Oh!”, flüsterte sie, dann nahm sie einen tiefen Atemzug und atmete wieder gleichmäßig.
Ihr Magen knurrte leise. Ich musste lächeln, das war ja so menschlich.
“Frühstück?”, fragte ich sie.
Sie nickte. “Ich muss aber vorher noch ins Bad.”
Ich sah ihr noch einmal tief in die Augen, dann stand ich auf und zog sie mit. Sie zeigte mir schnell ihre Grübchen, schnappte sich ein paar frische Klamotten und verschwand im Bad. Mir ging es so gut ich hätte einen Baum ausreißen können, ich musste über diese Analogie lachen. Ein rieseln und plätschern bildeten das Hintergrundgeräusch zu einem, nun ja, zwar fröhlichen aber nicht sehr melodischen Gesang, der aus dem Bad zu mir rüberschwappte. Sie gehörte wohl zu der Sorte Mensch die im Bad sangen, ich hatte so was schon im Filmen gesehen aber nie den Sinn dahinter verstanden. Warum sangen Menschen im Bad, während sie sich sonst nicht trauten? Vielleicht lag es ja an der Akustik oder weil sie sich dort ohne Zuhörer wähnten, bei Gelegenheit würde ich Sandy einfach mal fragen. Ich erkannte das Lied, Miracle von den Foo Fighters und stimmte mit ein. Wie selbstverständlich ging ich zu dem Schrank wo sie ihr Geschirr und ihre Vorräte lagerte. Ich nahm eine Schüssel, mischte Cornflakes und Müsli und stellte es auf den Tisch. Dann nahm ich eine Tüte Milch und einen Joghurt aus dem Kühlschrank. Dazu stellte ich noch eine Tasse und das Kakaopulver. Kakao, eigentlich war sie dafür doch schon zu alt, normalerweise Tranken Menschen zum Frühstück doch Kaffee, aber ich hatte schon lange aufgehört mich über ihre Essgewohnheiten zu wundern. Ich legte noch Löffel dazu und bereitet ihr eine Tasse Kakao zu, Milch goss ich noch keine über die Müsli-Cornflakes-Mischung, das ganze war schon eklig genug, es musste ja nicht auch noch total aufweichen. Dann setzte ich mich aufs Sofa und warte das sie aus dem Bad kam. Die Tür ging auf, sie stand nur in T-Shirt und Slip da und rubbelte ihre Haare trocken. Sie sah so verführerisch aus, das ich sie nur erregt anstarren konnte. Mein Mund stand vor Überraschung offen. Als mir das bewusst wurde schloss ich ihn und tat so als müsste ich schlucken. Ein diebisches Grinsen lag auf ihren Zügen, als sie das Handtuch aufs Bett warf, auf mich zu stürzte um auf meinem Schoß landete. Gut, das ich schon solange in ihrer Nähe war, das hätte sonst böse enden können. Ihr Gesicht war so nah und ihr Atem, der jetzt nach einer Mischung von Salbei, Kamille und Minze roch, traf mich voll. Sie fixierte mich mit ihrem Blick und fuhr mir mit beiden Händen durchs Haar. Sie leckte sich über die Lippen und kam langsam näher. Mir war klar worauf das hinausläuft und überprüfte meinen Durst. Das Feuer brannte stark in meiner Kehle, aber es war auszuhalten. Doch könnte ich auch widerstehen wenn sich unsere Lippen trafen? Automatisch versteifte ich mich, versuchte mich unter Kontrolle zu halten und rang mit mir. Ich fühlte mich stark und ich sehnte mich auch danach, darum ließ ich es zu.
Doch es war so anders als ich gedacht hatte, so überwältigend. Als ihre Lippen meine trafen durchzuckte es mich wie ein elektrischer Schlag. Ihre Lippen waren so weich und warm. Ich konnte ihren Speichel, mit dem sie sich vorher die Lippen befeuchtet hatte schmecken und ihren Blutfluss, der immer heftiger pulsierte fühlen. Sie öffnete ein wenig ihren Mund und ich atmete voll Panik aus. Wie ein Ertrinkender saugte sie meine Luft ein und ihr Griff in meinen Haaren wurde fordernder. Mein Durst wurde unerträglich und Gift sammelte sich in meinem Mund. Sanft aber bestimmend löste ich mich von ihr, eh ich vollkommen überwältigt wurde. Das ganze war so schön, so berauschend und doch gleichzeitig schmerzhaft. Ich hatte mich nie für einen Masochisten gehalten, doch für diesen Rausch, würde ich die Schmerzen des Durstes, jederzeit wieder ertragen.
Ich betrachtete sie genau, ihre Augen waren immer noch geschlossen und ihre Mund stand immer noch offen. Sie sah aus, als wäre sie in einem süßen Rausch gefangen. Ich fragte mich ob unser Atem eine be- rauschende Wirkung auf Menschen hat. Denn so abwesend, so abtrieften, konnte man nicht von so einem kleinen Kuss. Ich fuhr mit einer Hand am Rücken unter ihr T-Shirt und streichelte ihre Wirbelsäule hoch. Endlich öffnete sie wieder ihre Augen, aber ihr Blick schweifte immer noch durch andere Sphären. Ich sah sie sanft mit ein kleinwenig Stolz an.
“Hey.”, flüsterte ich.
Ihr Blick wurde wieder klar und sie sah mich mit einem zufriedenen Grinsen an. “Hey.”, war alles was sie antwortete und sah mich weiter mit ihren wunderschönen Augen an. In ihnen lag soviel wärme, verlangen und ich glaube liebe, das ich ihnen diesmal nicht lange stand halten konnte. Meine Gefühle für sie waren so stark, das ich Angst hatte ich könnte mich nicht mehr länger beherrschen. Verlegen senkte ich meinen Kopf. “Ich dachte du wolltest frühstücken.” Versuchte ich mich zu bremsen, ehe die Situation vollkommen aus dem Ruder lief.


Zuletzt von IRABLOODLUST am Sa 12 Sep 2009, 15:58 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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7. Sag es bitte nicht, noch nicht Teil 2

Beitrag  Gast am Sa 05 Sep 2009, 00:10

Sie merkte das mir die Sache unangenehm war und ein enttäuschter Klang lag in ihrer Stimme. “Hat es dir nicht gefallen?”
Entsetzt drehte ich meinem Kopf wieder zu ihr. “Es hat mir zu gut gefallen.”, sagte ich entschlossen und setzte dann traurig nach. “Das ist ja das Problem, ich muss in deiner Nähe immer darauf achten nicht die Kontrolle zu verlieren, damit ich dich nicht unabsichtlich Verletze und das ist nicht einfach, wenn du mich so erregst.”
“Du wirst mich nicht verletzten, das weiß ich.”, sagte sie mit einer solchen Überzeugung, das kein Widerspruch möglich war. Für sie stand das fest, als wäre es in Stein gemeißelt und ich hoffte das sie recht hatte. Dann wurde ihre Stimme sehr verführerisch. “Und wenn wir ein bisschen üben wird es dir schon leichter fallen, du wirst sehen. Ich will nämlich nicht darauf verzischten, dafür war es zu gut.”
“Hast du denn überhaupt keine Angst vor mir? Dir ist doch klar das ich nicht ganz so menschlich bin wie du.”, fragte ich sie ängstlich. Ich konnte einfach nicht anders, auch wenn ich ihr nicht genau gesagt hatte was ich bin, so war jetzt wenigstens eins klar ich war kein Mensch.
Sie griff mir wieder in die Haare und zog mich etwas näher an sich ran. “Ich habe keine Angst vor dir.”, sie betonte jedes Wort. “Auch wenn ich nicht hundertprozentig weiß was du genau bist, mir ist schon sehr lange klar das du kein Mensch bist und ich hatte genügend Zeit mich damit auseinander zu setzte. Ich weiß das du mich nie schwer verletzen wirst. Vielleicht hier und da mal ne Schramme oder ein blauer Fleck, aber nie absichtlich und damit kann ich leben.”
Ich war entsetzt, sie wusste das ich kein Mensch war und das ich sie irgendwann verletzen würde und sie nahm es einfach hin. Das war verkehrt. Wieso wollte sie mit einem Monster zusammen sein und es auch noch küssen? Das war doch der pure Wahnsinn. War sie etwa einer dieser Adrenalinjunkies, jemand der nur lebte wenn sein Leben auf Messerschneide stand? Denn Eindruck hatte sie mir bis jetzt nie gemacht, also musste es was anderes sein. Mir fiel nur eine Erklärung ein, die Einzige die halbwegs logisch war, aber ich war mir nicht sicher ob sie nur meinem Wunschdenken entsprungen war. Sie liebte mich und zwar so sehr, das ihr egal war was ich bin.
Ich drehte meinen Kopf zu ihrem Schreibtisch und schaute auf ihre Malsachen. “Wann hattest du die erste Vision von mir?” Ich wand mich ihr wieder zu und sie sah überrascht aus. “Du hast doch nicht geglaubt das mir deine Gabe entgangen ist.”
Da musste sie breit Grinsen. “Das hätte ich wohl voraussehen müssen, aber nein deine Gabe ist auch für mich überraschend. Ich sehe nicht alles nur bestimmte Szenen und ich weiß nie wann, nur das sie geschehen werden. Ich habe auch keinen Einfluss darauf von wem sie handeln, sie kommen einfach, aber du wolltest ja wissen wann ich dich zum ersten Mal gesehen habe. Ein paar Monate nach dem Tot meiner Mum bin ich morgens aufgewacht und da Lag ein Bild auf meinem Schreibtisch das am Abend zuvor noch nicht da war. Ich betrachtet es, konnte aber nichts damit anfangen. Es war wie ein Comic viele kleine Bilder die eine Geschichte erzählten. Hauptpersonen waren ein Mann und eine Frau die umring von vielen Indianern an einem Lagerfeuer saßen. Ein paar ältere Indianer erzählten wohl eine Geschichte und alle lauschten ihnen gebannt. Zumindest sah es so aus. Die Frau saß vor dem Mann und er hatte seine Arme um sie geschlungen, als wenn sie ein Paar wären. In einem der Bildchen küssten sie sich und am Ende stand der Mann bei den älteren Indianern und reichte ihnen die Hand. Ich wusste nicht, wie das Bild auf meinem Schreibtisch kam, noch wer die Person darauf waren. Ich rief Grany aber auch sie konnte damit nichts anfangen. Es war ein Rätsel. In den folgenden Monaten lagen morgens immer wieder Bilder auf meinem Schreibtisch die abends noch nicht da waren, aber das seltsamste war das sich manche Szenen genauso abspielten, wie sie auf diesen seltsamen Bildern zu sehen waren. Grany ahnte wohl schon etwas und schlief ein paar Nächte in meinem Zimmer. So haben wir dann erfahren, das ich diese Bilder im Schlaf male. Ach ja, ich weiß heute natürlich wer der Mann und die Frau auf meinem ersten Bild waren. Du musst bedenken ich war damals erst acht, darum hab ich mich selbst als erwachsene Frau nicht erkennen können. Die Frau war ich und der Mann du und irgendwann werden wir an einem großen Lagerfeuer sitzen und einer Gruppe Indianern zuhören und spaß haben. Meine erste Vision handelte schon von uns und ich hatte viele Visionen von dir, deiner Familie, uns und wir alle zusammen mit anderen die solch goldene Augen haben.”
Ich war sprachlos, ihre erste Vision handelte von uns und das schon vor so langer Zeit. Das war, ich weiß gar nicht wie ich es ausdrücken soll, das war einfach überwältigend und dann soll es noch andere wie uns geben, war das möglich? Ich hatte noch nie andere Vampire getroffen, die wie wir auf menschliches Blut verzichten konnte. Sollte es tatsächlich möglich sein? Eben dachte ich noch nichts könnte das Glück dieses Tages steigern und jetzt wurde ich eines besseren belehrt. Es ging doch noch mehr. Ich hätte platzen können.
“Halt jetzt bitte ganz still.”, warnte ich sie und dann beugte ich mich vor und Küsste sie. Diesmal war mein Kuss intensiver und ich konnte das brennen länger unter Kontrolle halten. Ihr Atem ging schnell und fordernd. Ihre Hände wühlten in meinem Haar und sie war wieder weggetreten als ich mich von ihr löste. Ich ließ ihr die Zeit um sich zu sammeln.
Verklärt sah sie mich an. “Wie machst du das nur?”
“Was?”, fragte ich unschuldig.
“So zu Küssen, das ist ganz anders. So berauschend, ich kann es gar nicht beschreiben.”
“Das weiß ich auch nicht. Darf ich dich was anderes Fragen?”
“Alles was du willst.”
“Wie viele ? Ich hab noch nie andere mit goldenen Augen getroffen. Wie viele hast du gesehen?”
Sie dachte nach, dann stand sie auf und ging an ihren Schrank, zog eine Kiste hervor und nahm einen Malblock raus. Sie setzte sich auf den Boden und blätterte in dem Block bis sie die richtige Seite gefunden hatte. “Möchtest du es sehen?” Ich überlegte einen Moment und schüttelte den Kopf. “Nein, im Monet reicht mir deine Beschreibung.”, sagte ich entschieden.
“Ich sehe ein Treffen von drei Familien voraus. Die eine besteht aus fünf, die andere aus acht mit goldenen Augen und einem Paar mit normalen Augen, aber sie sind beide auch keine richtigen Menschen und wir sind zu sechst.”
“Zu sechst ?” Ich sah sie fragend an. Wieso sollten wir zu sechst sein? Wir waren drei und sie würde ich zu so einem treffen bestimmt nicht mitnehmen.
“Ja, Marie, Eddie, eine Rothaarige vielleicht 16 oder 17.” Meine Augen weiteten sich und ich sah sie erstaunt an. Lucie, meine jüngst und älteste Tochter würde zu uns stoßen und sie würde sich unserem Lebensstill anpassen, das wäre wunderbar.
“Du kennst sie?”
“Ja, sie ist unsere jüngste Schwester, aber bitte erzähl Marie und Eddie nichts davon das sie zurück kommt und sie hat wirklich goldene Augen?”
“Ja hat sie, dann wäre da noch ein wunderschönes kleines Mädchen, vielleicht 10, mit blauen Augen, du und ich.”, als sie das Mädchen erwähnte strahlten ihre Augen und ich runzelte die Stirn. Warum sollte ich sie und dann noch ein kleines Kind zu solch einem Treffen mitnehmen? Sehr Mysteriös. Ich zählte kurz durch, wenn sie recht hatte dann gibt es zum Zeitpunkt dieses Treffens 17 Vampire die sich von Tierblut ernähren. “Das heißt also auf diesem Treffen sind 17 mit goldenen Augen?”, fragte ich sie zur Bestätigung.
Sie senkte ihren Kopf und sah steif auf den Boden. “18”, flüsterte sie.
“Wie 18, ist da noch jemand den du nicht erwähnt hast?”
“Nein.”, sagte sie unsicher und packte schnell den Block weg.
“Also ich komm auf 17.”
“Ich weiß auch warum du auf 17 kommst… Es wird dir nicht gefallen.”, warnte sie mich.
“Was wird mir nicht gefallen?”
Sie blickte immer noch auf den Boden und sah aus wie ein Häufchen Elend. Was war so schlimm das sie es mir nicht sagen wollte? Augenblicklich kniete ich bei ihr und hob ihr Kinn an. Ich schaute ihr sanft in die Augen und fragte leise. “Was wird mir nicht gefallen? Bitte sag es mir.”
“Du hast mich nicht mitgezählt, ich habe auch goldene Augen.”
Sie hatte recht, es gefiel mir nicht, aber ich hatte ja gefragt. Mir war ja vom ersten Tag an klar worauf ihre Visionen raus laufen, aber ich hatte meine eigenen Vorstellungen und die Zukunft war ein unbekanntes Land, zumindest war sie das für mich.
“Es ist gut das ich es weiß, aber deine Augen werden so schön blau bleiben und lass uns jetzt nicht mehr davon reden. Möchtest du denn nichts essen?”
“Gut, ich lass dir heute deinen Willen, aber du wirst diesem Thema nicht immer ausweichen können. Ich möchte jetzt noch einen Kuss und dann essen.”
Ich zog sie mit mir hoch und trug sie zum Sofa. Dort legte ich sie ab und beugte sich über sie. Unsere Lippen trafen sich und sie hatte recht, es viel mir von mal zu mal leichter. Während sie sich wieder fing legte ich mein Ohr auf ihre Brust und lauschte ihrem Herzen. Zuerst schlug es schnell und wurde dann immer langsamer bis es sich auf einem normalen Rhythmus einpendelte. Normalerweise hätte dieser Klang meinen Durst anheizen müssen, aber aus irgendeinem Grund hatte ihr Herzschlag den gegenteiligen Effekt, er beruhigte mich und gab mir Frieden. Ich konnte mich gar nicht an diesem schönen Klang satt hören. Badabum, Badabum. Ich war wie hypnotisiert.

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7. Sag es bitte nicht, noch nicht Teil 3

Beitrag  Gast am Sa 05 Sep 2009, 00:11

Ihre Hände durchwühlten wieder meine Haare und liebkosten dann meinen Nacken. Dann mischte sich ein knurrendes Geräusch in den Beat und erinnerte mich an ihre menschlichen Bedürfnisse, darum richtet ich misch auf und Wand mich dem Tisch zu. Ich goss Milch über ihr Müsli und rührte noch mal den Kakao durch. Danach setzte ich mich zu ihr und sah sie glücklich an. Sie betrachtet ihr Frühstück und schüttelte ihren Kopf, dann lächelte sie mich an. “Es sollte mich wohl nicht wundern, das du genau weißt was ich morgens esse.”
Ich grinste nur und sie begann zu essen. Sie nahm die Schüssel in eine Hand, lehnte sich zurück und löffelte die Pampe in sich rein. Auch wenn ich es interessant fand ihr bei allem was sie tat zuzusehen und ich mich freute wenn sie ihr Essen genoss, aber die vorliebe von Menschen für Milchprodukte aller Art war mir unverständlich. Der Geruch von menschlichen Essen war im allgemeinen nicht unangenehm für mich, auch wenn alles wie Dreck schmeckte, aber Milchprodukte waren da was ganz anderes, die rochen schon wie abgestandener Dreck. Besonders schlimm war Milchnahrung für Babys und Kleinkinder, da fragte ich mich ernsthaft ob sie die süßen Kleinen überhaupt liebten, warum sonst gaben sie ihnen so was Ekliges zu essen. Bah. Sie stellte die Schüssel zurück auf den Tisch um zu trinken. Ich beugte mich über die Schüssel um ihren Inhalt genauer zu betrachten. Da war noch ein kleiner Rest Flakes und Körner die von der Milch so aufgeweicht waren, das sie wie Schlamm am Boden hafteten. Ich schnupperte und zog die Nase kraus, das war ja so ekelhaft. Angewidert schüttelte ich den Kopf und lehnte mich zurück. Sie lachte leise und ich drehte mich ihr zu. Ihr Kakao schwappte bedenklich in ihrer Tasse und sie sah mich spitzbübisch an.
“Kann man das wirklich essen?”, fragte ich sie immer noch angewidert.
Schnell stellte sie die Tasse ab und lachte herzlich. “Natürlich kann man das essen, das schmeckt sogar sehr gut.”, dann tauschte sie ihren Löffel in die Schüssel und fischte den letzten Rest der Pampe heraus, um ihn mir unter die Nase zu halten. “Möchtest du mal probieren.”
Sie sah mich herausfordernd an und ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und schloss den Mund um den Löffel. Die Pampe war noch ekelhafter als ihr Geruch, am liebsten hätte ich sie wieder ausgespuckt, aber diese Blöße wollte ich mir nicht geben. Entschlossen schluckte ich den Schlamm runter, aber mein Gesicht sprach Bände. “Unter sehr gut verstehe ich was anderes.”, murmelte ich angewidert vor mich hin. Sie stupste mich an und ich sah in ihr überraschtes Gesicht.
“Hast du das jetzt wirklich gegessen?”, fragte sie ungläubig.
Ich nickte und öffnete den Mund damit sie sehen konnte das ich alles runtergeschluckt hatte.
“Wie ? Ich dachte du könntest das nicht.”
“In dem ich mich zusammenreiße, du kannst doch auch, wenn du musst Dinge essen die du eklig findest, z.B. einen Wurm.”, stellte ich sachlich fest.
“Aber nur wenn es sein muss, aber verträgst du das denn überhaupt?” Sie war besorgt, das konnte man deutlich hören.
Ich grinste. “So ein Löffel ist kein Problem, aber die ganze Schüssel,” Ich schüttelte den Kopf, “da müsste ich schon sehen das ich es wieder loswerde, bevor es zu lange in mir ist.”
“Ach so.”, war alles was sie antwortete. Sie nahm den Joghurt, öffnete ich und fing an zu essen. Noch so ein Milchprodukt, dachte ich verzweifelt.
Ich deutete mit dem Finger auf den Becher. “Das werd ich aber ganz bestimmt nicht probieren.”
Sie kicherte und aß weiter. Ich war echt froh als sie mit ihrem Frühstück fertig war und verschwand schnell mit dem Geschirr im Bad um es abzuspülen. Nicht das ich einen übermäßigen Ordnungsfimmel hätte, ich wollte einfach nur die Quelle diese unangenehmen Geruchs los werden. Ich trocknete das Geschirr noch ab und verstaute es wieder im Schrank. “Das hätte ich aber auch selbst tun können, du brauchst hier nicht zu spülen.”, protestierte sie. Ich lächelte sie nur an und zog mein Handy raus. Ich drückte die Schnellwahltaste für den örtlichen Wetterdienst und hörte mir die Vorhersage für den heutigen Tag an. Der Regen sollte gegen Eins aufhören, leichter Wind aus Nordost und eine stabile Wolkendecke auf 7.000 m, die den ganzen Tag nicht aufreisen sollte. Die sicht lag trotzdem bei 9.000 m, nun ja für Menschen, ich könnte durchaus weiter sehen, auch wenn meine Augen für einen Vampir recht schlecht waren. Für Vampirverhältnisse war ich eindeutig Kurzsichtig, aber das machte mir nichts aus. Erstens konnte ich immer noch meine Gabe nutzen und so alles sehen was ich wollte und zweitens hatten ich zum Ausgleich ein überragendes Gehör erhalten, ich konnte viel besser hören als alle Vampire die ich bis jetzt kenne gelernt hatte.
Ich klappte mein Handy wieder zu und sah zufrieden durchs Fenster. Ich griff mein Hemd von ihrem Schreibtischstuhl und begann mich an zu- ziehen.
Fragend sah sie mich an. “Was hast du vor?”
Ich lächelte. “Ich geh jetzt nach Hause.”
Sofort war sie bei mir und ihre Hände verkrampften sich in meinem Hemd als ob sie mich festhalten wollte. “Du kannst doch jetzt nicht gehen.”
Ich schaute runter zu ihren Händen und anschließend in ihr Gesicht, dann strich ich ihre Haare zurück. “Du bist ganz schön besitzergreifend,” erschrocken zog sie ihre Hände zurück, “aber das gefällt mir.”
“Und warum willst du dann gehen?”
“Weil ich noch was erledigen muss und dabei kannst du nicht mit- kommen.” erklärte ich ihr ruhig, “Außerdem kann ich doch nicht die ganze Zeit in den selben Sachen rumlaufen.”
“Das würde mich nicht stören und Duschen könntest du auch hier.”
“Ich weiß, aber du solltest darüber Nachdenken, ob du das alles auch wirklich willst und nicht nur weil du glaubst es wäre so voraus bestimmt.”
“Das brauch ich nicht, ich weiß was ich fühle.” Dann sah sie mich eindringlich mit ihren großen Augen an. Ihr Blick war warm und in ihm lag soviel Gefühl, das ich dahin schmolz. “Ich lie.”
Schnell küsste ich sie um ihre Worte zu ersticken. Nicht höfflich ich weiß, aber ich musste unbedingt verhindern das sie es aussprach. Auch wenn ich mir nichts sehnlicher wünschte als diese Worte zu hören, sie sollte es nicht sagen, noch nicht, nicht bevor sie die ganze Wahrheit kannte.
Nach dem Kuss legte ich ihr meine Finger auf die Lippen. “Nicht, sag es nicht.” Verwundert und enttäuscht sah sie mich an. “Nicht das ich es nicht hören möchte und das es mir anders ergeht, aber ich möchte es erst hören wenn du alles weißt und wenn du dann immer noch so empfindest, werde ich mehr als glücklich sein. Bitte lass mir noch etwas Zeit.”
“OK…. OK, aber musst du wirklich schon gehen?”
“Ja, ich muss wirklich noch was erledigen, dann muss ich mich noch umziehen und das ist jetzt ganz oberflächlich mir ist gar nicht wohl wenn mein Chevy solange im Freien steht, bei jedem anderen Auto ist mir das egal aber an dem häng ich nun mal.”
“Sehr oberflächlich,”, kicherte sie, “wann kommst du wieder?”
“Nun wenn du noch nichts vor hast, hol ich die um Zwei ab.”
“Aber nicht wieder in so einen Schuppen, das ist mir zu steif.”
“Nein, keine Angst. Zieh dir einfach was Normales an, aber bitte keine Schuhe mit Absätzen.”
“Keine Absätze?”, dann deutete sie auf ein Paar schwarze Chucks.
Ich schüttelte den Kopf, in Chucks hatte sie eindeutig zu wenig halt für das was ich vor hatte. “Nimm lieber die CAT, die sind besser geeignet.”
“Besser geeignet, was hast du denn vor?”, fragte sie neugierig.
“Lass dich überraschen.”, neckte ich sie.
“Och ich will’s aber wissen?”, quengelte sie.
“Dann wäre es ja keine Überraschung mehr. So ich geh jetzt, sonst schaff ich das nicht bis Zwei und du solltest dir was anziehen, du bekommst bestimmt gleich Besuch.”
“Besuch ?”
“Ja, April. Sie wartet nur darauf das ich gehe.”
“Woher weißt du das?”, fragte sie skeptisch. “Beobachtest du sie etwa?”
Oh, war da gerade ein kleiner Anflug von Eifersucht in ihrer Stimme?
“Das brauch ich nicht, ich kann sie hören, die Wände hier sind nicht besonders dick. Sie läuft alle fünf Minuten zum Fenster und sieht nach ob mein Auto noch da ist.”
“Moment mal, du kannst sie hören? Da sind noch drei Zimmer zwischen ihrem und meinem.”, fragte sie ungläubig.
Ich zuckte mit den Schultern. “Na und. Ich kann auch hören das in Parterre ein Paar Sex hat oder das sich ein Mädchen im ersten Stock übergibt und schwört nie mehr Alkohol zu trinken und unter uns läuft ein Hamster in seinem Laufrad. Was soll’s. Dieses Wohnheim hier ist wie eine schlechte Soap.”
“Das kannst du alles hören?”, fragte sie ungläubig.
“Es tut mir leid, ich vergesse immer wieder wie seltsam das alles für dich sein muss, aber ich habe nun mal solche Sinne und ich hab das Gefühl das ich mich bei dir nicht verstellen muss, das ich dir Vertrauen kann.”
Sie schlang ihre Arme um meine Hüften und drückte sich an mich. “Danke, das bedeutet mir sehr viel und was will April von mir?”
“Was wohl, sie will wissen was zwischen uns läuft, sie glaubt du hast sie belogen als du gesagt hast da wäre nichts und sie ist eifersüchtig auf dich.” Ich musste schmunzeln, wenn April soviel wie Sandy wüsste, wäre sie schon längst in ihrem Auto und würde sämtliche Geschwindigkeitsbegrenzungen brechen um so weit wie möglich von mir weg zu kommen.
“Na das kann ja lustig werden.”, schnaubte sie und verdrehte die Augen.
Ich löste mich von ihr und zog mich fertig an. “Da musst du jetzt durch.”
Sie winkte ab, als hätte sie sich schon einen Schlachtplan. “Na danke auch, die wird mich löchern, ach ich werde ihr einfach vorschwärmen was für ein lieber und verständnisvoller Kerl du bist und das du sehr gut küsst. Danach werde ich sie über ihr Date mit Robert ausfragen.”
“Robbert Lee?”, fragte ich überrascht.
“Ja, wieso ? Stimmt was nicht.”
“Robbert ist … es hört sich vielleicht komisch an wenn gerade ich das sage, aber mit ihm Stimmt was nicht. So jemanden wie ihn hab ich noch nie getroffen und ich weiß einfach nicht ob er gefährlich ist, halt dich besser von ihm fern.”
“Meinst du wirklich er ist gefährlich?”
“Vielleicht ist er gefährlich, vielleicht auch nicht, ich kann ihn einfach nicht einschätzen und das beunruhigt mich. Daher geh ich lieber davon aus das er eine Gefahr ist.”
“Soll ich zu April was sagen und wenn was?”
“Jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen und wenn sie nicht ganz Blöd ist wird ihr schon auffallen das mit ihm was nicht stimmt. Kein Mensch hat andauernd Fieber und ist dabei so fit.”
“Fieber ?”
“Ja, seine Körpertemperatur liegt immer zwischen 39° und 39,5° und das ist nur das auffälligste. Am besten sagst du nicht oder ist dir April so wichtig? Dann schau ich ab und an mal nach ihr.” Ich deutete auf meinen Kopf um Missverständnisse zu vermeiden.
“Eigentlich ist sie mir egal, aber es ist mir auch nicht recht wenn Menschen die ich kenne verletzt werden oder gar verschwinden und für dich wäre das auch nicht gut, oder.” Sie sah mich eindringlich an. Sie hatte recht es wäre nicht gut, wenn in meiner nähe Menschen ver- schwinden, wir mussten alles vermeiden das unnötige Fragen aufwarf.
“Wie meinst du das?”, fragte ich sie neugierig, dachte sie wirklich dasselbe wie ich oder hatte sie andere Gründe.
“Ist doch logisch, ihr wollt nicht auffallen, wenn April verschwindet oder gar stirbt, werden bestimmt jede menge Fragen gestellt und die werden dann jeden überprüfen den sie kennt. Also auch mich und da wir ja wohl oft zusammen sein werden, wirst du dann auch überprüft und das sollten wir doch besser vermeiden. Ich will nicht das du plötzlich verschwinden musst, weil ein anderer Mist baut.”, schloss sie ihre Überlegungen ab. Sie war wirklich unglaublich und hatte genau die richtigen Schlussfolgerungen aus der Situation gezogen, sie war eindeutig die Richtige für mich, auch wenn sie ein Mensch war.
“Du hast vollkommen recht.”, sagte ich voller Stolz auf sie. “Wir werden Robbert genau im Auge behalten, das wird das einfachste sein.”
“Kannst du das denn auch noch, platzt dir da nicht irgendwann der Schädel, wenn du mich im Auge behältst und jetzt auch noch Robbert, wird das nicht zuviel.”, es war so süß wenn sie um mich besorgt war.
“Ich habe noch nie zwei Personen gleichzeitig beobachtet und ich weiß auch nicht ob das funktioniert, aber dafür gibt es ja eine einfache Lösung.”
“Und welche.”
“Ich glaub die wird dir gefallen.” Ich sah sie verschmitzt an. “Ich bin soviel wie möglich in deiner Nähe, dann hab ich den Kopf frei.”
“Ja, das würde mir gefallen.”
“So ich muss jetzt aber weg, sonst klappt das nachher nicht mehr.”
Ich zog sie mit zur Tür und gab ihr zum Abschied noch einen Kuss. Widerwillig löste sie sich von mir.
“Bis später.”, verabschiedete ich mich.
“Ja, bis später. Komm schnell wieder.”
Sie lächelte mich an und ich drückte sie noch einmal an mich. Dann verschwand ich durch die Tür und ging durch das Treppenhaus runter zum Ausgang. Als ich aus dem Haus trat empfing mich ein typischer New England Herbstregen. Es regnete zwar nicht besonders heftig, aber ein mittelstarker Nordwind lies die Tropfen schräg von vorne direkt in mein Gesicht fallen. Menschen mit Schirmen oder Regenmänteln hasteten an mir vorbei und versuchten so schnell wie möglich in den Schutz von Gebäuden oder ihrer Autos zu kommen. Ich wiederum schlenderte langsam zu meinem Wagen und legte den Kopf in den Nacken. Ich genoss die Schauer, für mich war der Regen nicht unangenehm. Er fühlte sich so warm an und auch die Luft war nach einem langen Schauer angenehmer. Hatte doch das Wasser den ganzen Schmutz weggewaschen. Ich hörte ein Lachen hinter mir, sehr leise und gedämpft durch die Entfernung und das Glas das zwischen uns lag. Ich sah zu ihrem Fenster. Sie stand hinter der Scheibe und sah mir zu. Ich zwinkerte und winkte ich noch einmal zu. Dann setzte ich mich in meinen Wagen und fuhr nach Hause.

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8. Have Fun Teil 1

Beitrag  Gast am Sa 05 Sep 2009, 00:13

8. Have Fun

Sanft schwang die Tanne, als eine Briese von Nordost den Berghang herauf wehte. Ich stand in gut 30 m Höhe auf einem der oberen Äste und lies meinen Blick über die Umgebung schweifen. Wie weiße Zipfelmützen ragten die Höhenzüge aus dem rot-gelben, mit grün gesprenkelten Flickenteppich der Täler heraus. Auf den höhern Gipfeln der White Mountains war der Niederschlag der letzten Stunden, obwohl es erst Mitte Oktober war, als Schnee gefallen, während in den Tälern noch immer die leuchtenden Farben eines ausklingenden Indiansommers vorherrschten. In solchen Augenblicken liebte ich es ein Vampir zu sein. Die scharfen Sinne die es mir erlaubten die Natur in all ihrer Bracht wahrzunehmen, die Stärke, die Geschwindigkeit und die Geschicklichkeit, die es mir erst ermöglichten an einen Ort wie diesen zu gelangen. An jedem anderen Tag hätte ich mich in dieser Schönheit verloren und wäre Stundenlang auf meinem Hochsitz geblieben, aber nicht heute. Nein, heute nicht. Heute verblasste dieser Zauber vor dem Bild das mein ganzes Denken ausfüllte, vor ihrem schönen Gesicht und ihrem warmen Wesen. Ich war erst eine Stunden von ihr getrennt und die Sehnsucht nach ihr fraß mich fast auf. Was war nur mit mir geschehen, sollte diese Liebe, die Liebe zu einem Menschen von nun an meine Existenz bestimmen? Ihr Zauber war einfach zu stark, ich konnte mich ihr nicht mehr entziehen ohne innerlich zu sterben. Das Geräusch schwerer Herzen, die große Blutströme im rasenden Tempo durch Adern pumpten, holte mich aus meinen Gedanken und ließ meine Instinkte die Kontrolle über meinen Körper übernehmen. Ich sog die Luft der nächsten Briese tief in meine Lungen. Die Witterung bestätigte meine Vermutung, in einem der angrenzenden Flusstäler jagte ein Rudel Wölfe einen Elch. Ich musste Lachen, das war genau das was ich brauchte, heute würden die Jäger zum Gejagten. Ja, heute war wirklich ein guter Tag. Mit einem Satz sprang ich von der Tanne und über den Rand der angrenzenden Klippe, um etwa 70 m unterhalb meines Hochsitzes auf dem Waldboden zu landen. Ich folgte der Witterung und ließ mich schnellen Schrittes treiben. Als ich das Flusstal betrat, lag die Szene erstmals klar vor meinen Augen. Ein großer Elch wurde von sechs Wölfen, am gegenüberliegenden Ufer das Tal hinauf gehetzt, während eine einzelne Wölfin mit vier Jungen, die wohl im Frühjahr geboren wurden, dem Rudel in einigem Abstand folgte. Ich ließ die Wölfin mit den Jungen links liegen, Tiere die Junge führen jagte ich nur im Notfall, stellten sie doch die Nahrungsversorgung der nächsten Jahre dar und konzentrierte mich ganz auf die Jagdgesellschaft. Die Wölfe wechselten sich in ihrer Hatz ab, einer von ihnen führte immer eine Scheinangriff auf das Tier aus, während die anderen sich im Hintergrund hielten um ihre Kräfte zu schonen. Ihre Jagt würde noch eine ganze Weile so weitergehen, denn der Elchbulle war für den finalen Angriff noch zu stark. Ich blieb auf meiner Seite des Flusses und pirschte mich im Schutz des Waldes an meine Beute. Der Wind stand günstig, so das die Wölfe mich nicht wittern konnten. Als sie eine große Kiesbank überquerten blieb ein großer fast schwarzer Wolf ein Stück hinter den anderen zurück und ich ergriff meine Chance. Mit einem einzigen wohldosierten Satz überwand ich die Strecke zwischen uns und landete genau neben meiner Beute. Mein Angriff kam so überraschen für den Wolf, das er ihn erst bemerkte als meine linke Hand ihn bei den Vorderläufen packte, während meine Rechte sein Maul ergriff und ihn in einer flüssigen Bewegung auf den Rücken warf. Wie von selbst schlug ich meine rasiermesserscharfen Zähne in seine entblößte Kehle, sie durchschnitten Fell, Haut und Fleisch und führten mich an mein Ziel, seine Halsschlagader. Gierig saugte ich das warme, rote, flüssige Leben in mich auf und stillte meinen Durst. Es war ein starker Wolf und er hatte versucht sich zu wehren, aber gegen den stahlharten Griff meiner präzisen Hände hatte er nicht die Spur einer Chance und jetzt lag sein ausgesaugter schlaffer Körper unter mir. Einer der anderen Wölfe hatte meine Angriff bemerkt und kam knurrend, mit gebleckten Zähnen und aufgestellten Rückenfell auf mich zu. Er war mutig, da musste man ihm lassen, aber Mut wird in der Natur nicht immer belohnt. Auch ich bleckte meine Zähne und ein tiefes lautes Knurren bahnte sich seinen Weg aus meiner Brust durch die Kehle, dann machte ich einen kurzen Satz und der angreifende Wolf wurde mein zweites Opfer. Als ich mit ihm fertig war stand ich auf und streckte mich. Die anderen Wölfe hatten ihre Jagt mittlerweile abgebrochen und umkreisten mich mit großem Abstand. Sie waren hin und her gerissen zwischen dem natürlichem verlangen ihr Rudel zu verteidigen und ihrer instinktiven Angst vor mir, vor dem stärkeren Raubtier. Ich war satt, sogar übersättigt, wenn es nur um die eigentliche Nahrungsaufnahme gegangen wäre hätte ich nicht vor Donnerstag oder Freitag jagen müssen, aber die Nähe zu ihr machte diese Vorsichtsmaßnahme notwendig. Ich sah mich noch einmal um und lief wie eine Kanonenkugel davon. Als ich ein kurzes Stück gelaufen war hörte ich hinter mir das Klagen der Wölfe. Ihr Rudel hatte heute große Verluste hinnehmen müssen und das würden sie jetzt eine Zeitlang beweinen, danach würde die Natur ihren lauf nehmen und aus den ehemaligen Kameraden das heutige Abendessen. Für Menschen mag die Vorstellung einen Freund zu essen abstoßend sein, aber hier in freier Natur galten andere Regeln. Fleisch war kostbar, bedeute Leben für das restliche Rudel, ohne das Kräfte für eine weitere Jagt aufgewendet werden mussten und die Verschwendung einer solchen Ressource konnte man sich hier draußen nicht erlauben. Im Gegensatz dazu hatte der Elch großes Glück gehabt, wären nur die Wölfe oder nur ich hier gewesen läge er jetzt tot am Ufer, eigentlich war seine Zeit heute abgelaufen, doch der kleine Zufall das zwei Jäger im gleiche Revier jagten rette ihm das Leben, aber auch solche Zufälle waren ein natürlicher Vorgang. Sie gehörten zum lauf des Lebens, zumindest hier draußen, in einer Welt die mit dem heutigen Leben der Menschen fast nichts mehr gemein hatten, zumindest oberflächlich. Grub man nämlich tiefer in der Gesellschaft der Menschen so wirkten, trotz aller Zivilisation auf die sie so stolz waren, immer noch die gleichen Mechanismen. Auch bei ihnen herrschten die Starken über die Schwachen, nur das ihre Waffen Geld und Einfluss waren. Während ich so grübelte trugen mich meine Füße meinem Ziel entgegen ohne das ich all zu sehr darauf achten musste.
Nach einer halben Stunde erreichte ich die Mauer die unser Grundstück vom Wald abgrenzte und sprang in einer fließenden Bewegung darüber hinweg. Im Haus angekommen ging ich ins Bad und duschte ausgiebig, danach nahm ich mir eine verwaschene Bluejeans, ein hellblaues T-Shirt und einen orange-schwarzen Kapuzenpullover und zog sie an. Ich nahm eine kleine Reisetasche und packte ein Ersatzoutfit und meinen Laptop ein. Ich ging noch in meine Bibliothek und suchte ein Buch, das auch in die Tasche legte. Auf dem Weg zur Garage nahm ich noch eine dunkelgrüne Windjacke. Die Tasche verstaute ich vorne in dem kleinen Staufach, das sich bei diesem Auto Kofferraum schimpfte und stieg in meinen R8. Es war viertel nach Eins als ich von unserer Auffahrt auf die Schnellstraße abbog und es hatte wie voraus gesagt vor einer halben Stunde aufgehört zu Regnen. Ich kam eine halbe Stunde zu früh bei ihr an, aber so wie ich sie einschätzte würde sie das nicht stören. Ich stieg aus und konnte ihre Stimme schon vom Parkplatz aus hören, sie versuchte gerade ihre Gäste los zu werden, aber manche Menschen verstanden auch den deutlichsten wink mit dem Zaunpfahl nicht. Sie musste noch lernen deutlicher zu werden, nur so konnte man sich durchsetzten, aber ich war mir sicher das sie das noch lernen würde. Vor ihrer Tür holte ich noch einmal tief Luft, auch wenn ich den Sauerstoff nicht brauchte, so half mir diese kleine Geste mich für das nun folgende zu wappnen und klopfte an ihre Tür.


Zuletzt von IRABLOODLUST am Sa 12 Sep 2009, 16:54 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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8. Have Fun Teil 2

Beitrag  Gast am Sa 12 Sep 2009, 16:10

Von der anderen Seite war das aufgeregte trippeln von Füssen zu hören und dann wurde die Tür aufgerissen. Sie strahlte mich mit ihren ganzen umwerfenden Schönheit an und viel mir sofort um den Hals. Sie war mal wieder so stürmisch und genau darum musste ich mich schon vorher wappnen, damit mir im Eifer des Gefechts kein Fehler unterlief und ich in meiner Freude, sie zu sehen, zu Fest zugriff. Ich beugte mich zu ihr runter und küsste sie innig. Die Welt um uns hörte auf zu existieren und für diesem Moment gab es nur uns, nur Sandy und Bruce, da war kein Unterschied zwischen uns, wir waren nicht mehr Mensch und Vampir, nur noch zwei Wesen die das Schicksal zusammengefügt hatte, damit sie sich gegenseitig in dieser kalten Welt wärmen konnten. Als ich ihr nach dem Kuss in die Augen sah wurde mir klar das sie mich, trotz meiner kurzen Abwesenheit, genauso vermisst hatte wie ich sie und das war schön.
“Endlich bist du wieder da.”, flüsterte sie mir zärtlich zu.
“Ich hab dich auch vermisst.”, antwortete ich ihr auf gleiche weise.
Dann sahen wir uns wieder an.
Ein albernes Kichern hinter ihr, riss uns aus unserer Zweisamkeit und machte deutlich das wir nicht allein waren und Zuschauer hatten. Sie lief wie automatisch rot an und wollte sich von mir lösen. Ich fand das albern und hielt sie um die Hüfte gepackt auf Tuchfühlung, nur weil zwei unreife Gänse im Raum waren wollte ich nicht auf ihre Nähe verzischten.
Ich sah über sie hinweg zur Couch, dort saßen April und Carolin und sahen uns gespannt zu. Ich setzte ein charmantes Lächeln auf.
“Hallo, April, Carolin. Wie geht es den jungen Damen denn heute?”, begrüßte ich sie gespielt galant.
“Hallo, Bruce.”, antwortete die kleine schwarzhaarige Carolin schüchtern und versteckte sich dann hinter April, die mich herausfordernd angrinste.
“Hallo, Bruce. Mir geht es gut und selber?” Sie versuchte verführerisch zu klingen, aber meinem Gehör entging das nervöse zittern ihrer Stimme nicht.
“Alles bestens, ich würde mich ja gerne noch ein wenig mit euch unterhalten, aber wir haben noch was vor und wenn wir uns jetzt nicht beeilen kommen wir zu spät.”, kam ich direkt zur Sache.
Enttäuscht sah April mich an, während Carolin schon aufstand und sie mit hochzog.
“Müsst ich wirklich schon los?”, fragte April frustriert.
“Ja, sonst wird es dunkel bis wir ankommen.”, antwortete ich.
Sandy sah mich fragend an und ich strich ihr übers Haar.
“Du wirst schon sehen, aber du musst noch was einpacken wir bleiben über Nacht.”, flüsterte ich ihr zu.
Sie nickte irritiert und wand sich an ihrer Freundinnen. “Es tut mir leid aber ich muss mich jetzt fertig machen.”
Als ihre Freundinnen zur Tür gingen umarmte sie zuerst April und dann Carolin.
“Dann viel Spaß ihr Zwei, wir sehen uns.”, verabschiedete sich Carolin herzlich.
April sah mich leicht frustriert an. “Man sieht sich.” und schon waren die beiden aus der Tür.
“Also wo geht’s hin.”, fragte Sandy ungeduldig als die beiden raus waren.
“Das verrate ich dir nicht, aber nimm deinen Ausweis mit.” Sie wurde immer ungeduldiger und ich grinste sie an, dann ging ich zu ihr und gab ihr noch einen Kuss. Danach sah sie mir tief in die Augen und verschränkte ihre Arme hinter meinem Nacken.
“Du siehst heute sehr gut aus, deine Augen glänzen richtig und die Schatten unter deinen Augen sind fast nicht zu sehen. Du warst wohl erfolgreich.”, sagte sie sanft.
“Sehr erfolgreich”, strahlte ich sie an, “und außerdem bin ich sehr glücklich bei dir zu sein.”
Sie lief rot an, was sie wieder sehr appetitlich machte, beugte sich vor und küsste mich. Als sich danach nicht von mir lösen wollte schob ich sie leicht von mir weg.
“Du solltest jetzt wirklich packen sonst kommen wir noch zu spät.”, erinnerte ich sie das wir noch was vor hatte.
“Muss ich was spezielles mitnehmen?”, fragte sie wieder neugierig.
Ich schüttelte den Kopf. “Nur was du für eine Nacht so brauchst, morgen sind wir wieder hier, ach ja heute Abend wollte ich in eine Rockkneipe mit Livemusik, wenn du dafür was Spezielles brauchst nimm es mit.”
Sie nickte eifrig und nahm eine Tasche aus dem Schrank und fing an zu packen. Es war schon lustig, sie lief hektisch zwischen Bad, Schrank und ihrem Bett, auf dem ihre Tasche stand hin und her. Als sie fertig war zog sie in einem Zug den Reißverschluss ihrer Tasche zu und strahlte mich an.
“Von mir aus können wir.”, sagte sie ungeduldig.
“Hast du auch alles.”
Sie überlegte kurz und nickte dann.
“Hast du auch an deinen Ausweis gedacht?”
“Nein.” Sie schlug sich mit der flachen Hand vor die Stirn und wand sich ihrem Nachtisch zu. Sie holte den Ausweis aus einer der oberen Schubladen und wedelte mir damit vor der Nase rum, bevor sie ihn in das vordere Fach ihrer Tasche steckte.
Ich nahm ihre Jacke und hielt sie ihr hin, diesmal wunderte sie sich nicht und schlüpfte lächelnd rein. Auch als ich ihre Tasche nahm schien sie das nicht mehr zu wundern. Hand in Hand gingen wir zu Parkplatz. Ich verstaute ihre Tasche im Kofferraum, der mit unseren zwei kleinen Taschen kaum mehr zu ging. Sie wollte gerade zur Beifahrertür gehen aber ich hielt sie fest und ging mit ihr zur Fahrerseite. Als ich ihr die Tür öffnete und ihr den Autoschlüssel hinhielt, sah sie mich skeptisch an.
Ich schenkte ihr ein Lächeln. “Du hast doch einen Führerschein?”
“Ja, aber. “, stockte sie und sah mich Hilfesuchend an.
“Also, wo liegt das Problem?”
Sie sah nach unten und scharte mit ihrem linken Fuß. “Ich bin so ein Auto noch nie gefahren und ich hab ein klein wenig Angst davor.”, sagte sie schüchtern.
Ich hob ihr Kinn an und sah sie grinsend an. “Du bist echt komisch, weißt du das.”, gluckste ich.
“Was ist daran komisch?”, fragte sie gereizt.
“Du bist eindeutig der mutigste Mensch den ich kenne. Du hast keine Angst vor mir, du küsst mich sogar, aber vor meinem Auto hast du Angst.”, ich schüttelte amüsiert den Kopf. “Du brauchst keine Angst zu haben dir wird nicht zustoßen.”
“Um dich zu küssen, dafür brauch ich nicht mutig zu sein, aber was ist wenn ich das Auto kaputt mache? Das ist doch bestimmt teuer.”
Jetzt konnte ich mich nicht mehr halten und Lachte laut los, was mir einen bösen Blick einbrachte.
“Dann kauf ich mir halt ein neues.” Ich zuckte mit den Schultern und drückte ihr den Schüssel in die Hand.
Immer noch ungläubig sah sie auf den Schlüssel.
“Du musst es ja wissen.”, sagte unwillig als sie einstieg.
Ich schloss ihre Tür und stieg dann auf der Beifahrerseite ein.
Als ich mich hinsetzte hantierte sie umständlich mit dem Sechspunkt Sportsicherheitsgurt herum und sah mich fragend an. Ich lächelte, half ihr beim anlegen des Gurts und bei Einstellen des Sitzes und Lenkrads auf ihre Größe. Unsicher sah sie über all die Hebel und Schalter.
“Kann man damit auch ohne Rennfahrerlizenz fahren? Wofür sind all die Knöpfe und was sollte ich besser nicht anfassen, nicht das ich hier drauf drücke “, sie deutete auf einen kleinen roten Knopf am Lenkrad, “und aktiviere damit den Schleudersitz.”
Ich grinste, das war zwar nicht der Schleudersitz aber im Sportmodus sollte sie wirklich nicht auf diesen Knopf drücken, sonst würde das Auto abgehen wie eine Rakete, das war nämlich der Auslöser für die Nitro-Einspritzanlage.
“Ich hab das Auto auf Komfortmodus eingestellt, d.H. er hat jetzt weniger PS, die Federung ist nicht ganz so hart, all die kleinen elektronischen Helferlein wie ESP, ASR usw. sind eingeschaltet, schalten musst du auch nicht und du kannst auch den roten Knopf drücken ohne das wir rausgeschleudert werden. Nur hier lass bitte die Finger davon.” ich deutete auf einen Knopf mit der Aufschrift Sport. “Der schaltet das Auto in den Sportmodus und das ist noch nichts für dich.”
Sie nickte und drehte den Zündschlüssel rum. Mit einem heiseren Brummen erwachte der V12 im Heck zum leben. Hochkonzentriert sah sie zur Windschutzscheibe raus und tippte aufs Gas. Wie von einem Gummiband abgeschossen schnellte der Wagen nach vorn, um genauso Abrupt zum stehen zu kommen.
Mit weit aufgerissen Augen starte sie zu mir rüber. “Hast du nicht gesagt er hätte nicht so viel PS?”
Unschuldig sah ich zu ihr zurück. “Er doch Momentan nur 430 PS, das ist doch nicht viel.”
“Nur 430!”, kreischte sie. “Und das nennst du weniger.”
“Klar doch, im Sportmodus hat er 710 PS und wenn du dann noch das rote Knöpfchen drückst kurzfristig 860.”, antwortete voller Stolz auf mein Auto.
Als sie mich immer noch endsetzt Ansah, streichelte ich zärtlich über ihr Gesicht. “Wenn ich nicht glauben würde das du das kannst, dann würdest du jetzt nicht da sitzen. Vertrau mir, du kannst das.”
“Also gut, ich versuchs.”, antwortete sie immer noch nicht ganz überzeugt.
Hoch konzentriert fuhr sie erneut an, diesmal klappte es besser. Ich wies ihr den weg und nach einer viertel Stunde hatte sie das Auto schon gut im Griff. Kurze Zeit später fuhren wir auf den Parkplatz eines Sportflughafens und parkten den Wagen. Ich nahm unsere Taschen aus dem Kofferraum und wir gingen zum Tower. Vor dem Gebäude kam uns ein Mechaniker entgegen und sprach mich an. „Hallo Bruce, ich hab die Cessna aufgetankt und noch mal durchgecheckt. Ist alles OK, dann viel Spaß da oben.“
„Danke Tom. Könntest du bitte unsere Gepäck in die Maschine bringen ich muss noch den Flugplan einreichen.“ Ich reichte ihm unsere Taschen.
„Ja klar. Wann bringst du sie wieder rein?“
„Morgen Nachmittag und wie läuft die Wartung an der Mustang?“
„Da müssen wir noch drüber reden. Der Vergaser macht zicken und auf die schnelle bekomme ich keine neuen Teile, das wird wohl nichts mehr diese Saison.“
„Macht nichts, aber ich muss jetzt los. Wir reden nächste Woche, bis dann.“, verabschiedete ich mich.
„Ja, bis dann.“, sagte Tom noch und brachte unsere Taschen zum Flugzeug.
„Wir fliegen?“, fragte Sandy aufgeregt.
„Ja, du hast doch keine Flugangst?“ Ich grinste sie an und sie schüttelte mit ihrem hübschen Kopf.
„Normalerweise nicht, aber mit so einer Sportmaschine bin ich noch nie geflogen.“
„Na dann wird’s aber Zeit.“
Wir gingen in den Tower, ich reichte unseren Flugplan ein und ging noch mal den Wetterbericht durch. Nach fünf Minuten standen wir vor meiner Cessna und ich half ihr beim einsteigen. Als ich auf meinem Sitz platz nahm hatte sie sich schon angeschnallt. Ich startete den Motor und fuhr zur Startbahn, dann nahm ich Kontakt zum Tower auf und nachdem ich die Feigabe erhalten hatte hoben wir ab. Als wir unsere Flughöhe von 1.000 Meter erreicht hatten sah ich zu ihr rüber und sie blickte durch die Seitenscheibe. Ihr Kopf ging aufgeregt hin und her.
„Und gefälltes dir?“
„Ja, das ist ja so was von aufregend, das müssen wir öfters machen. Wo geht’s denn jetzt hin?“, sprudelte es aus ihr raus.
„Ich dachte zuerst mal Dartmouth von oben, dann ein kleiner Umweg über die White Mountains, da hat es Heute geschneit, die Gipfel sind weiß und die Täler leuchten in satten Herbstfarben einfach nur Traumhaft, das musst du gesehen haben und dann fliegen wir nach Montreal.“
„Gut.“, war alles was sie sagte dann klebte ihre Nase wieder am Fenster und sie betrachtete die Landschaft unter uns.
Ich flog zuerst Dartmouth an und drehte eine langsame Runde über den Campus. Bei jedem neuen Gebäude das sie erkannte sagte sie schnell seinen Namen begleitet von kuck mal da oder sieh mal hier. Nachdem sie alles ausgiebig kommentiert hatte, steuerte ich die White Mountains an und es wurde ganz still neben mir. Mit offenem Mund sah sie verträumt auf das Farbenspiel der Natur unter uns. Ich sagte ihr die Namen der Berge und Flüsse und erfreute mich an ihrem Staunen. Dann wurde es Zeit und ich steuerte Montreal an. Der St. Lawrence Strom war schon von weiten zu sehen. Die großen Flussschiffe wirken von oben wie kleine Nussschalen und dann kam im Westen Montreal in sicht. Wir landeten auf einem kleinen Flugplatz etwas außerhalb der Stadt. Ich stellte das Flugzeug auf einer Parkposition ab und erledigte die Formalitäten im Tower. Vor dem Flugplatz wartete bereits eine Limo auf uns und brachte uns zum Four Seasens. Wir checkten ein und der Portier reichte mir einen Briefumschlag, bevor uns der Roomeboy zu unserer Suite brachte. Als er die Taschen abgestellt hatte gab ich ihm noch ein Trinkgeld und sah mich in den Zimmern um.

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8. Have Fun Teil 3

Beitrag  Gast am Sa 12 Sep 2009, 16:20

„Das verstehst du also unter einer einfachen Unterkunft.“, sagte sie, als sie mich umarmte.
„Ja, klar.“ Lachte ich. „Das ist mir alle mal lieber als ein kleines Hotel und außerdem sind solche Suiten immer sehr gut Schallisoliert, das macht es für mich leichter.“
„Daran hab ich gar nicht gedacht. Es ist bestimmt nicht einfach wenn man soviel besser hören kann, aber was machen wir jetzt?“
Ich beugte mich zu ihr und küsste sie leidenschaftlich, was sie nur zu gerne erwiderte. Ich sah enttäuscht auf die Uhr, es war schon sechs. Eigentlich hätte ich diesen Monet gerne noch etwas ausgeweitet aber dafür hatten wir leider keine Zeit mehr.
„Am besten bestellen wir dir was zu essen beim Zimmerservice und du machst dich schon mal fertig für heute Abend.“
Sie sah die Karte durch und entschied sich für Lasagne. Ich rief beim Zimmerservice an um die Bestellung aufzugeben, während sie mit ihrer Tasche ins Bad verschwand. Zufrieden sah ich aus dem Fenster und betrachtet die im Zwielicht liegende Stadt. Mit ihrem französischen Charme erinnerte mich Montreal an New Orleans, beides schöne Städte nur das Montreal weit friedlicher war.
Bei New Orleans musste ich automatisch an Lucie denken, meine kleine Lucie, der erste Mensch den ich verwandelt hatte. Ich sah sie wieder vor mir, wie sie mehr tot als lebend, neben der Forststasse lag. Sie war im Wald spazieren gegangen und von einem Holzlaster angefahren worden. Der Fahrer hatte es entweder gar nicht mitbekommen oder es war ihm egal, auf jedenfall hat er sie einfach liegen lassen. Das war im Jahr 1982 und ich streifte damals durch die Wälder Colorados um zu jagen, als mich der unwiderstehliche Geruch von menschlichem Blut zu ihr führte. Sie war schwer Verletzt, aber noch bei Bewusstsein. Bei der Menge an Blut die sie schon verloren hatte und der unnatürlichen Krümmung die ihr Rücken aufwies, war mir nur zu klar, das ich sie es nicht mehr bis ins Krankenhaus schaffen würde. Mit schmerzverzehrten Gesicht, in dem soviel Angst lag, sah sie mich flehend an und stammelte immer wieder „Ich will nicht sterben, bitte hilf mir.“ und so half ich ihr mit dem einzigen Mittel das mir zur Verfügung stand. Die Tatsache, das sie nun ein Vampir war hatte sie überhaupt nicht gestört, nur mit meiner Vorstellung auf Menschen als Nahrung zu verzichten konnte sie sich nie anfreunden. Das ich selber noch ein sehr junger Vampir war und überhaupt keine Erfahrung mit Neugeborenen hatte, machte es auch nicht leichter. Doch ich liebte sie wie eine Tochter und fühlte mich für sie verantwortlich, darum blieb ich damals bei ihr. Die nächsten Jahre zogen wir ziellos durchs Land und so landeten wir 1985 in Greenville, Tennesse. Dort trafen wir auf Eric und Jim. Sie waren kurz vorher aus New Orleans vertrieben worden und sannen auf Rache. Lucie war begeistert von ihrer Art zu leben und freundete sich mit den beiden an. Sie stellten gerade eine Neugeborenenarme auf, so kam ihnen Lucie mit ihrer Gabe gerade recht.
Ja, Lucies Gabe ist schon teuflisch, man steht einfach da, bekommt alles mit was um einen geschieht, aber man kann nichts machen. Nein, man ist nicht gelähmt oder so was, du kannst einfach keine Entscheidung mehr treffen, das ist alles. Ich habe Vampire gesehen die blieben einfach stehen, selbst als sie ins Feuer geworfen wurden, andere liefen einfach geradeaus weiter bis sie außer Reichweite wahren, sie konnten sich einfach nicht entscheiden stehen zu bleiben oder die Richtung zu wechseln.
So blieben wir bei ihnen und wurden ein Teil ihres Kriegsclan. Wir eroberten New Orleans zurück und verteidigten es immer wieder erfolgreich gegen neue Eindringlinge. Für Lucie war das alles ein großes Abenteuer und sie liebte dieses Leben, doch für mich war es nur ein weiterer sinnloser Krieg. Nach fünf Jahren voller Kampf konnte ich nicht mehr, ich stellte sie vor die Wahl mit mir weg zu gehen oder alleine zu bleiben und sie entschied sich zu bleiben. Seitdem hab ich sie nicht mehr gesehen und bis heute Morgen auch gegenüber niemanden mehr erwähnt. Warum sollte meine kleine Kämpferin dieses Leben aufgeben und zu mir zurückkehren und wann würde das sein. Ihre Visionen sagten ja nichts zum Zeitpunkt dieses Treffens und sollte sie dann wirklich ein Vampir sein könnte es auch in 1.000 Jahren sein.
Gedankenverloren fuhr ich die Kriegsnarben ab, als sie ihre Arme um meine Hüften schlang. „Du warst gerade so abwesend. Woran hast du gedacht?“
Ich drehte mich zu ihr. „An meine kleine Schwester Lucie und wann sie wiederkommt.“
„Warum nimmst du keinen Kontakt zu ihr auf, sie fehlt dir doch?“
„Weil ich ihr versprochen habe das nicht zu tun, wenn sie zurück kommen soll, muss das freiwillig sein, sonst macht das keinen Sinn.“
„Ach so.“
Es Klopfte an der Tür. „Da kommt dein Essen.“, sagte ich zu ihr und ging zur Tür. Der Kellner fuhr einen Servierwagen ins Zimmer, stellte das Essen und die Getränke auf den Esstisch am Fenster und fragte ob wir sonst noch irgendwelche wünsche haben. Ich verneinte und gab ihm im herausgehen noch ein Trinkgeld.
„Du bist mir doch nicht böse wenn ich dir diesmal beim essen keine Gesellschaft leiste, aber ich sollte mich auch mal umziehen.“
„Nein, geh nur ich schaff das schon allein.“ Sie schenkte mir noch an Lächeln, setzte sich dann an den Tisch und fing an zu essen.
Ich nahm meine Tasche und begab mich ins Bad. Meine Jeans behielt ich an, aber ich wechselte mein T-Shirt, gegen ein schwarzes mit einem großen Atompilz, darunter stand The End of Days. Dann stylte ich noch meine Haare bis sie mir stachelig vom Kopf abstanden. Auf einen Pullover verzichtete ich. Als ich aus dem Bad kam, war sie mit ihrer Lasagne fertig und wartete darauf sich die Zähne putzen zu können. Als sie wieder raus kam, betrachtete ich sie genau. Ihre schwarzen Röhrenjeans und das schwarze T-Shirt mit einem großen weißen Totenkopf in dessen Stirn ein Einschussloch, aus dem Blut floss brangte, schmeichelten ihrer Figur. Ich half ihr in ihre Jacke. Das Leder der Motorradjacke war so geschnitten das es sich eng um ihre Taille schmiegte, sie sah echt zu gut aus. Ich zog den Reisverschluss ihrer Jacke zu und drehte sie einmal um ihre Achse, um sie von allen Seiten zu betrachte.
„Und kann ich so gehen?“, fragte sie kokett.
„Ja, aber ich werde dich heute den ganzen Abend nicht aus den Augen lassen.“
„Warum denn das?“
„Weil du mir sonst noch geklaut wirst. Du siehst einfach zu gut aus.“
Sie stellte sich auf die Zehenspitzen und zog mich zu sich runter, um mich zu küssen.
„Was soll ich jetzt sagen, so wie du aussiehst wirst du allen Frauen den Kopf verdrehen. Verrätst du mir jetzt wo wir so früh schon hin wollen?“
„Nein, aber wir sollten jetzt gehen.“
„Das ist gemein.“, schmollte sie und zog eine Schnute. Ich warf mir meine Lederjacke, die ich für den Abend eingepackt hatte über, nahm sie bei der Hand und zog sie zur Tür. Vor dem Hotel wartete wieder die Limo und brachte uns zu einer kleinen Konzerthalle in der Altstadt. Über dem Eingang stand auf einer altmodischen weißen Neontafel in großen Wechselbuchstaben:

Dave G. and the Pretenders


Als sie die Ankündigung sah zuckte sie mit den Schultern. „Muss ich die kennen?“
„Ja, die kennst du.“, kicherte ich vor mich hin. Ich freute mich schon auf ihr Gesicht, wenn sie merkt wer sich hinter diesem Namen wirklich verbarg.
Sie knuffte mich in die Seite. „Aber du wirst mir nicht sagen, wer das ist.“ Es klang nicht wie eine Frage, sondern wie eine Feststellung. Ich grinste nur und ging zum Eingang.
Es war eine um das Jahr 1900 im französischen Still erstellten Gebäude, jedoch tadellos im Schuss. Wir betraten ein mit weißem Holz vertäfeltes Foyer, links war eine Garderobe und auf der rechten Seite eine kleine Bar. Die dem Eingang gegenüberliegende Wand wurde von einer großen zweiflügligen Tür dominiert. Rechts und links davon führten Treppen zu den Balkonen im ersten Stock. Die vielen jungen Leute in Jeans und T-Shirts, viele Langhaarig oder mit auffälligen Frisuren boten einen interessanten Kontrast zur schlichten nobles des Gebäudes und den Uniformen der Mitarbeiter. Beide Seiten beäugten sich unsicher und keiner war sich sicher hier am richtigen Ort zu sein. In diesem Gebäude hatte wohl schon einiges stattgefunden, aber bestimmt noch nie ein Rockkonzert. Eine dezente Lautsprecher Durchsage forderte uns auf zu unseren Plätzen zu gehen, da das Konzert in 15 Minuten beginnen würde. Wir betraten den kleinen Konzertsaal. Die mit Polstersesseln bestuhlten Reihen beseitigten jeden Zweifel, das hier war ein Theater und keine der üblichen Hallen. Wir gingen zu den auf unseren Eintrittskarten vermerkten Sitzen und ließen uns in die Polster fallen. Der Vorhang zur Bühne war noch geschlossen. Ich legte ihr meinen Arm auf Ihre Schulter und zog sie an mich ran. Nachdem alle Plätze besetzt waren wurde das Licht im Saal gedämpft und wurde letztendlich ganz gelöscht.
Der Vorhang öffnete sich und ein Barhocker mit einem Mirkofonständer davor wurde von einem einzelnen Spotlight beleuchtet, ansonsten lag die ganze Bühne im Dunkel. Dann trat ein dunkelhaariger bärtiger Mann in den Lichtkegel. Er hatte eine Akustikgitarre umhängen und eine Wasserflasche in seiner rechten Hand, die er neben den Hocker stellte. Dann drehte er sich zum Publikum. „Hey, how are you?“, nuschelte er ins Mikro und dann ging im ganzen Saal das Gegröle los.
„Das ist doch nicht wahr.“, kreischte sie mir ins Ohr. „Dave fucking Grohl. Sag nicht das ist ein Foo Fighters Unplugged Konzert.“
Ich nickte und die nächsten zweieinhalb Stunden waren wie eine Zeitreise. Sie spielten Stücke die in den letzten 20 Jahren Musikgeschichte geschrieben hatten, sogar zwei Lieder aus seiner Zeit bei Nirvana gab er zum Besten. Mit verklärtem Blick sah sie zur Bühne und sang jede Zeile mit. Nach sechs Zugaben war auch diese Konzert zu Ende.

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