Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

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Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am So 10 Mai 2009, 17:15

Meine FF spielt ein Jahr nach Bellas Verwandlung. Die Figuren gehören alle S. Meyer. Ich schreib nur zum Spass. Ich hoffe euch gefällt es einigermassen. Ist mein erster Versuch. Hier nun das erste Kapitel. Die Eigenschaft sind im Vergleich zu den Vampiren von S.M. etwas abgeändert. Vielleicht gefällt es euch ja trotzdem.

Der Umzug

Mittlerweile war es schon ein Jahr her, dass ich von Edward verwandelt wurde. Ich erinnerte mich noch genau daran, als ob es gestern gewesen wäre. Ich erinnerte mich and die Schmerzen der Geburt meiner Tochter Renesmee, an die Schmerzen die ich nach der Verwandlung hatte, an die erste Jagd und noch so vieles mehr.
Ich erinnerte mich aber auch an meine menschliche Vergangenheit. Ich hatte lange befürchtet, dass diese Erinnerungen verblassen, aber ich vergaß keine einzige. Meine Zeit auf der Forks-High-School, meine Liebe zu Edward und meinen Wunsch verwandelt zu werden. Ich wollte das sein, was er war: Ein Vampir. Nur das war die Möglichkeit für immer mit ihm zusammen zu sein. Und mit meiner Wunsch-Familie: Den Cullens. Carlisle, Esme, Emmet, Rosalie, Alice und Jasper. Nun gehörte ich schon seit einem Jahr dazu. Edward meinte zwar immer das ich vorher schon ein Familienmitglied war, jetzt war es aber einfacher. Sie mussten sich nicht ständig zusammenreißen wenn ich im Haus war. Besonders für Jasper war es einfacher. Er war der jüngste Vampir der vegetarisch lebte. Sich also nicht von Menschen- sondern von Tierblut ernährte. Wie der Rest der Familie Cullen.
Ich erinnerte mich aber auch an meine menschliche Familie. Charlie, meinen Vater, Reneé meine Mutter und ihren zweiten Ehemann Phil. Von allen Erinnerungen die ich hatte, blieben mir aber zwei am deutlichsten im Gedächtnis: Der Moment als ich Edward das erste Mal sah und unsere Hochzeit.
Als ich Edward das erste Mal in der Caféteria der High-School sah, verliebte ich mich sofort in ihn. Und das obwohl mir meine damalige Klassenkameradin noch sagte das hier wohl kein Mädchen gut genug für ihn ist. Aber irgendwie hat er mich magisch angezogen. Genau wie seine Geschwister. Sie waren alle so anders. Sie waren alle so wunderschön. Ich fühlte mich dagegen wie das Mauerblümchen und hätte nie gedacht das er jemals Notiz von mir nimmt, geschweige denn mit mir zusammen sein will. In der ersten Biologiestunde als ich neben ihm saß sah es auch nicht so aus. Er wollte sogar wegen mir den Kurs wechseln. Ich wusste damals noch nicht, dass er ein Vampir ist und ich einfach unwiderstehlich für ihn rieche. Er wollte mich nur schützen und ich dachte er kann mich nicht leiden.
Nach nur knapp zwei Jahren haben wir geheiratet. Während der Flitterwochen wurde ich schließlich schwanger.
Und jetzt war ich alles was ich sein wollte. Ein Vampir und bis in alle Ewigkeit mit Edward zusammen.
Das letzte Jahr in Forks hatte ich hauptsächlich zu meiner Familie Kontakt. Charlie kam uns oft besuchen (auch wegen seiner Enkeltochter). Mit Reneé habe ich telefoniert. Ihr konnte ich nicht so viel zumuten wie Charlie. Jakob sah ich täglich. Er war ja schließlich auf Renesmeé geprägt und wollte keinen Tag ohne sie verbringen. Die Cullens (vor allem Alice und Edward) waren immer für mich da. Sie wussten dass es schwer werden würde, wenn ich als Vampir lernen sollte mich wie ein Mensch zu benehmen.
Jetzt war ich soweit, dass ich mehr unter Menschen gehen konnte. Auf die „vegetarische Ernährung“ war ich eingestellt. Ich hatte von Anfang an wenige Probleme damit, mich zu beherrschen. Der Geruch des menschlichen Blutes machte mir nicht so viel aus wie es wohl bei Neugeborenen Vampiren üblich ist.
In diesem Sommer wollten wir endlich auf´s College gehen. Die Zulassung für Dartmouth hatten Edward und ich schon seit dem Ende der High-School. Aber Edward konnte den Collegebeginn um ein Jahr verschieben. Außerdem sind auch meine anderen Geschwister aufgenommen wurden. Vorher wollte keiner von ihnen und jetzt waren plötzlich alle Feuer und Flamme. Ich glaubte dass es eine Absprache war. Ich sollte nicht allein sein. Edward hatte schon in meinem menschlichen Leben gern einen Aufpasser für mich gehabt. Das war dann normalerweise immer Alice. Er schenkte ihr sogar ein Porsche dafür, dass sie mich ein Wochenende nicht aus den Augen lies.
Heute sollte der Umzug stattfinden. Edward hatte bereits ein Haus gekauft in welchem wir alle zusammen wohnen konnten. Esme und Carlisle wollten auch kommen, hatten aber in Forks noch einiges zu erledigen. Alle anderen hatten gepackt. Große Koffer wurden in die Autos verladen. Die kleinste Tasche hatte Alice. Obwohl ihr Kleiderschrank so groß war wie bei anderen ein ganzes Zimmer. Aber ich hatte mich daran gewöhnt, dass Kleidungsstücke für Alice zu den Einmalartikeln zählten. Außerdem liebte sie es einkaufen zu gehen. Und jetzt bot sich ihr wieder die Gelegenheit dazu. Ich hatte gegen Alice Willen fast alle meine Sachen eingepackt. Trotzdem war mir klar, dass ich wohl nicht drum herum kommen würde, sehr viel Zeit in Boutiquen zu verbringen. Sie gab die Hoffnung nicht auf, meinen Geschmack in Hinblick auf Kleider noch zu verbessern. Edward lächelte dann nur und schüttelte leicht mit dem Kopf. „Ihr zwei seid auf eine Art total verschieden. Auf die andere Art aber auch gleich wie Zwillinge.“ Dann sagte er: „Du bist wunderschön so wie du bist, aber tu ihr doch den Gefallen und geh mit. Sie hat so einen Spaß mit dir. Immerhin sind sie und Jasper jetzt die einzigen unverheirateten im Haus. Ich glaub da hat sie schon dran zu knabbern.“
„Red du doch mal mit Jasper. Die zwei sind doch schon so lange ein Paar.“
„Das hab ich schon oft genug versucht. Keine Chance. Jasper ist sehr sehr freiheitsliebend.“
Also nahm ich mir vor mitzugehen. Alice war schon vor meiner Verwandlung meine beste Freundin gewesen. Ihr hatte ich soviel zu verdanken. An ihrer Schulter hatte ich mich ausgeweint als Edward mich verlassen hatte. Und im Gegensatz zum Rest der Familie (vor allem im Gegensatz zu Edward) hat sie meinen Wunsch verstanden. Einmal war sie sogar kurz davor mich selbst zu verwandeln, so leid tat ich ihr. Durch ihre besondere Gabe in die Zukunft zu sehen, hat sie mir manchmal helfen können. Aber sie sah mich leider nie als Vampir. Sie sah mich nie als ihre Schwester. Ich war eben „nur“ ihre Freundin. Das machte mir Angst. Immer wieder erklärte sie mir dass sie nicht alles klar sehen könnte, weil man seine Entscheidungen auch änderte.
Außerdem liebte sie es zu planen und zu orgenisieren. Wenn ich nur an die Hochzeit zurückdenke wird mir immer noch schwindelig (obwohl das nicht mehr möglich ist). Aber Alice hat das alles total glücklich gemacht. Als sie eine Vision hatte und sah wie Edward und ich in Las Vegas heirateten, war sie den Tränen nahe. Sie war am Boden zerstört. Ich war ihre beste Freundin und Edward ihr Lieblingsbruder. Dann konnte ich nicht mehr nein sagen und überlies ihr die Planung. Es war die schönste Hochzeit die in Forks je gefeiert wurde. Und die mit dem schönsten Bräutigam.
„Seid ihr bald soweit? Rosalie, Emmet, Bella nun kommt doch endlich.“ Alice war total außer sich, weil wir schon vor zehn Minuten fahren wollten und jetzt immer noch da waren. Alle Autos waren bis unters Dach voll, obwohl wir an Möbeln nichts mitnehmen mussten. Das Haus war bereits vollständig eingerichtet.
Ich spürte Edwards Arm um meine Hüfte. „Nun komm schon. Du siehst ja alle wieder. Es ist nur ein Abschied für kurze Zeit.“ Oh wie ich das Wort Abschied hasste. Der schlimmste Abschied für mich war der, an dem ich Abschied von Edward nehmen musste. Und jetzt musste ich wieder Abschied nehmen. Diesmal zwar nur für kurze Zeit – aber keiner wusste wie lange das sein würde. Wann würde ich Esme und Carlisle wieder sehen? Würde ich Charlie noch mal irgendwann sehen? Oder Jacob? Oder (und das war am schlimmsten) Renesmee?
„Also gut“, sagte ich „dann lass uns fahren.“ Schnell gab er mir einen Kuss auf´s Haar und dann stiegen wir ins Auto. Genau wie früher hielt Edward mir die Tür auf.
Obwohl wir ganz bestimmt nicht auffallen wollten, unsere Auto´s waren mehr als auffällig. Edward und ich fuhren in meinem schwarzen Mercedes. Die Scheiben waren so stark getönt das man nicht mal erkennen konnte ob überhaupt jemand drin saß. Emmet und Rosalie saßen in Rosalie´s rotem BMW-Cabrio und Alice und Jasper natürlich in ihrem Porsche 911. Kanariengelb. Also überhaupt nicht auffällig. Die anderen Autos sollten noch geholt werden. Aber vorerst reichten die drei Stück aus.
Nach etwa drei Stunden (viel zu schneller) Fahrt kamen wir in Dartmouth an. Das erste Mal sah ich unser neues Haus. Ich war schwer beeindruckt. Mittlerweile war mir klar, dass in dieser Familie niemand halbe Sachen machte, aber damit hatte ich nicht gerechnet. Das war nicht einfach nur ein Haus, es war ein Schloss. Edward sah mich an: „Und gefällt meiner Königin ihr neues Zuhause?“
„Ich weiß nicht was ich sagen soll. Wie groß ist das denn?“
„Es sind eigentlich vier Häuser mit je sieben Zimmern. Damit alle genügend Platz haben.“
„Du denkst aber auch an alles“, sagte ich und lachte. „Wo ist eigentlich Alice?“ fragte ich als ich sie nirgendwo sah.
„Im Haus. Sie sucht sich ein Zimmer aus, indem sie ihre Einkäufe unterbringen kann, die sie gleich mit dir tätigen wird.“ Edward sah mich an und grinste.
„Oh nein, nicht schon wieder. Lasst mich doch erst mal richtig ankommen.“
„Keine Chance. Alice hat einen zu starken Willen. Aber geh ruhig mit. Schau dich in der Gegend um und hab Spass. Oder musst du erst auf die Jagd?“ Er runzelte besorgt die Stirn. Einen kurzen Moment dachte ich darüber nach ja zu sagen und so dem Shoppingmarathon mit Alice zu entkommen. Dabei kam ich mir aber albern vor. Vor unserer Abreise waren wir zwei Wochen lang täglich auf der Jagd gewesen. Nur wegen mir. Die letzten zwei Tage hatte ich schon gar keinen Durst mehr.
„Nein, definitiv nicht. Es wird etwas dauern bis ich mich wieder über einen Puma hermachen kann, glaube ich“, sagte ich lachend zu Edward. Er sollte sich nicht um mich sorgen. Außerdem wollte ich ihm beweisen, dass ich stark genug war, dem Geruch des menschlichen Blutes zu widerstehen. Edward war derjenige der am schwersten zu überzeugen war. Er wollte noch ein bis zwei Jahre mit dem Collegebesuch warten. Noch immer schaute er nachdenklich zu mir.
Zum Glück kam Alice in dem Moment aus dem Haus. Leichtfüßig lief sie auf uns zu und blieb vor mir stehen. Ihre Augen funkelten vor Freude. Es war eindeutig Vorfreude.
„Bella auf geht´s. Ich muss garantiert nichts mehr sagen. Edward hat dir doch bestimmt schon alles erzählt. Von meiner Tagesplanung meine ich.“


Zuletzt von Alice02 am So 09 Mai 2010, 20:24 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am So 10 Mai 2009, 17:16

„Ich weiß Bescheid. Aber könnten wir nicht vielleicht doch bis morgen warten?“
„Auf gar keinen Fall. Ich muss morgen doch auch etwas anziehen. Oder soll ich etwa nackt zu College gehen? An meinem ersten Tag?“ Das war definitiv keine Frage von ihr. Denn noch während sie sprach waren wir schon auf dem Weg zum Auto. Also besser gesagt, Alice war auf dem Weg zum Auto und zog mich am Arm mit sich. Ich schaute noch einmal zum Haus und sah, dass alle dastanden und lachten.
„Also Bella, wo willst du zuerst hin? Schuhe, Dessous, Abendkleider?“
„Wieso ich? Wir kaufen doch für dich ein. Ich habe alles dabei was ich brauche.“
„Ja klar. Aber wir könnten deine Kollektion auch mal wieder erneuern. Und ich brauche sowieso alles.“ Sie lachte und trat auf´s Gas ihres Porsche. Ich wurde in den Sitz gedrückt und sagte erst mal gar nichts. „Ich hatte wirklich gehofft dass dein Geschmack bei Kleidung sich mit deiner Verwandlung auch ändert. Nachdem er das nicht getan hat muss ich wohl doch nachhelfen.“ Ich sagte immer noch nichts.
„Also gut, Hosen und Röcke zuerst“, entschied Alice dann einfach. Mein Blick war steif nach vorn gerichtet, obwohl mir das schnelle Fahren seit meiner Neugeburt nichts mehr ausmachte.
„Bella was ist los?“, fragte Alice erschrocken als sie mich sah. „Sollen wir umkehren? Geht´s dir nicht gut? Woran denkst du?“
„Nein, nein. Fahr weiter. Ich dachte nur gerade an Renesmee. Und an mein kleines Haus auf der Lichtung.“
„Renesmee geht es gut. Sie ist nirgendwo so sicher wie bei Jacob, das weißt du. Und was dein Haus angeht: Wir dachten nicht das ihr es solange brauchen würdet.“ Sie grinste mich an. Ich wusste auch sofort was sie meinte. Mein Verlangen nach Edward (und umgekehrt) war immer noch sehr stark. Es schien so zu bleiben bis in alle Ewigkeit. Bei Jasper und ihr hielt es etwa sechs Monate. Dann schafften sie es sich zu kontrollieren und ab und zu die Finger bei sich zu lassen. „Außerdem ist das Haus hier so groß wie die gesamte Forks-High-School. Wir bekommen garantiert nichts mit.“ Jetzt grinste sie noch mehr.
„Naja“, sagte ich, „du weißt ja wahrscheinlich jetzt schon alles.“
„Da kann ich nichts dafür. Ich sehe eben alles was mit dir zusammenhängt viel klarer als andere Dinge. Und ich würde sagen: Zuerst die Dessous.“ Jetzt lachte sie richtig ihr trällerndes lachen. Eigentlich liebte ich es, jetzt wollte ich es aber nicht hören. Zumindest nicht in diesem Zusammenhang. „Reg dich nicht auf. Von mir erfährt kein Mensch und kein Vampir etwas.“
In dem Moment hielt sie schon auf einem Parkplatz an. „Auf in die Schlacht Bella.“ Sie lief los. Viel zu schnell für einen Menschen, die wir doch vorgaben zu sein. „Alice, etwas langsamer. Die Leute schauen uns doch sowieso schon an.“
„Oh, stimmt. Also gut, wir müssen da entlang.“ Sie zeigte geradewegs mitten in die Stadt.
Im ersten Geschäft angekommen, gab es für Alice kein Halten mehr. In Windeseile hatte sie mir mindestens 20 Teile über den Arm gehängt und mich in Richtung Umkleidekabine geschoben. Sie hatte sich auch schon einiges ausgesucht. Aber sie machte sich nicht die Mühe etwas anzuprobieren. Kein Wunder, dank ihrer Fähigkeit in die Zukunft zu schauen wusste sie wahrscheinlich schon in Forks was sie sich kauft und ob es ihr passt. Und wenn ihr doch mal was nicht gefiel was es auch kein Problem. Das gab ihr nur die Gelegenheit wieder shoppen zu gehen.
„Super Bella. Jetzt das hier.“ Ich hatte gar nicht bemerkt dass sie neben mir in der Umkleidekabine stand.
„Alice das steht mir doch gar nicht. Außerdem ist es zu schick für mich. Ich in mehr ein sportlicher Typ (zumindest was die Kleidung betrifft). Das weißt du doch.“
„Du wirst dich schon daran gewöhnen. Edward gefällt´s jedenfalls.“
Nach knapp einer Stunde waren wir fertig. Im ersten Geschäft wohlgemerkt. Es waren jetzt schon viel zu viele Tüten, dafür das sie alle in den Porsche passen sollten.
„Wenn du arbeiten würdest wärst du garantiert Modeberaterin oder ähnliches.“ Ich schüttelte nur den Kopf über Alice.
„Arbeiten“, sagte sie entrüstet, „ich habe genug damit zu tun auf dich aufzupassen und dich einzukleiden. So, und jetzt kaufen wir erst mal ein Auto, sonst haben wir echt ein Problem alles heim zu bekommen.“ Schnurstracks steuerte sie mit mir auf das nächste Autohaus zu. Ohne lang zu überlegen war sie Besitzer eines BMW. Kombi natürlich. Es ging ja um die Einkäufe.
Im nächsten Geschäft ging es mir ähnlich. Ich wurde wieder in die verschiedensten Kleider, Hosen Röcke und Oberteile gesteckt, die ich nicht wirklich brauchte. Alice probierte gar nichts an, sondern nahm einfach alles mit was ihr gefiehl.
Nach sechs Stunden (für mich zu anstrengenden sechs Stunden) fuhren wir zurück nach Hause. Sie mit dem Porsche und ich mit dem nagelneuen BMW. Der Tag und die Nacht endeten ruhig.
Im Morgengrauen am nächsten Tag beschloss ich mich langsam für meinen ersten Tag am College fertig zu machen. Von den neuen Sachen zog ich aber gar nichts an. Jeans und meine blaue Bluse fand ich absolut passend. Gegen acht Uhr fuhren wir dann alle los. Zum ersten Mal in meinem Leben fühlte ich mich nicht verängstigt, irgendwo neu zu sein. Es lag vor allem daran, dass ich nicht allein war. Edward, Alice, Jasper, Rosalie und Emmet waren ja dabei. Und ich sah nicht mehr so unscheinbar aus wie früher.
Die University of Dartmouth war wirklich riesig, trotzdem hatte ich das Gefühl, mich voll auszukennen. Zielstrebig ging ich, allen voran, auf das Gebäude mit der Aufschrift Verwaltung zu.
„An deinem ersten Tag auf der Forks-High-School warst du nicht so erfreut“, sagte Edward zu mir und lächelte.
„Ich wusste ja auch damals noch nicht, dass ich dort meinen Traummann kennen lernen würde“, gab ich ihm zur Antwort. Er legte seine Arme um mich und küsst mich. Ich merkte jetzt schon wie mir unser Haus in Forks fehlte. Es war mir letzte Nacht sehr unangenehm, dass ich die anderen, meine Geschwister, im Haus wusste. Vor allem Emmet. Auf seine Kommentare konnte ich am allermeisten verzichten. Und schon wieder kam einer von ihm. Als ob er meine Gedanken lesen könnte. Dabei konnte es keiner, nicht mal Edward wenn er mich nicht berührte und sich voll konzentrieren konnte. „Bella, denk dran, in einer halben Stunde musst du im Hörsaal sein“, rief er mir zu und lachte schallend. Auch Rosalie und Jasper lachten. Wenn ich rot werden könnte, dann wäre ich jetzt sicher eine überreife Tomate. Aber ich sah in nur an und grinste: „Bist du neidisch? Rosalie du solltest mal etwas mehr für deine Ehe tun.“ Jetzt sah Rosalie verlegen aus. „Also los, geh´n wir rein“, sagte sie und schritt stolz davon. Emmet ging ohne ein Wort zu sagen hinter ihr her. „Na jetzt hast du ihm aber gegeben“, sagte Jasper, nahm Alice ihre Hand und sie gingen.
„Nicht schlecht“, sagte Edward, gab mir noch einen schnellen Kuss und wir gingen hinterher.
Dann trugen wir uns in unsere Wahlkurse ein. Alice belegte die gleichen Kurse wie ich. Wie praktisch, so war ich definitiv nie allein. Rosalie wählte Technik als Hauptfach, was ich nie von ihr gedacht hätte. Obwohl, sie konnte ja sogar Autos selbst reparieren. Die ersten zwei Stunden waren wir alle zusammen. Es war eine allgemeine Einführung für alle neuen Studenten. Dann ging jeder zu seinen gewählten Kursen. Jetzt war ich froh, dass Alice bei mir war. Ich musste Edward ja immerhin für drei ganze Stunden verlassen. Ich wusste nicht ob ich es schaffen würde so lang allein zu sein. Unter Menschen. Wir setzten uns in die letzte Reihe, damit es den anderen nicht so auffiel, wenn ich mich zu selten bewegte oder mal das atmen vergaß. Mittags trafen wir uns alle in der Cafeteria.
„Die starren uns alle an“, sagte ich zu Edward. Es war mir sehr unangenehm. Ich stand immer noch nicht gern im Mittelpunkt. Das hatte ich aus meinem menschlichen Leben definitiv behalten.
„So hast du uns damals auch angeschaut, als du uns das erste Mal gesehen hast“, gab er zur Antwort. Er legte einen Arm um mich und gab mir einen Kuss auf die Wange. „Mach dir keine Gedanken. Die halten uns wahrscheinlich für total eingebildet.“ Er grinste über´s ganze Gesicht. „Mit der Zeit wird das besser.“
Mir fiel ein Mädchen auf, das allein an einem Tisch saß. Sie hatte auch etwas hellere Haut als die anderen, aber nicht so hell wie wir. Die hellbraunen Haare fielen ihr in Locken bis zu den Hüften. Sie war wirklich hübsch und es wunderte mich, dass sie allein saß. Aber sie gehörte zu den wenigen die uns nicht anstarrten. Auf eine Art erinnerte sie mich an meine Tochter. Unwillkürlich schaute ich immer wieder zu ihr hin. Edward fiel es auf: „Was hast du denn Bella? Geht es dir nicht gut? Du siehst aus als hättest du ein Monster gesehen.“
„Dabei ist Jacob gar nicht da“, sagte Rosalie verächtlich und erntete ein Lachen von Emmet.
„Jacob ist kein Monster. Er ist mein Freund und der Freund meiner Tochter“, gab ich wütend zur Antwort. „Hör auf ständig so über ihn zu reden.“
„Ist ja gut. Aber ich kann den Hund immer noch nicht leiden.“
Mir kam es vor, als ob niemand außer ich dieses hübsche Mädchen wahrnahm.
Die beiden letzten Stunden vergingen schnell. Vielleicht auch weil Alice mich unterhielt. Ihr war es eindeutig zu langweilig. Sie machte schon Pläne für die nächste Shoppingtour.
Dann fuhren wir alle zusammen nach Hause. Zum Glück, denn ich brauchte dringend mal wieder etwas Zeit mit Edward allein. Das ahnten wohl alle, denn niemand sagte etwas über uns als wir zielstrebig in unseren Teil des Hauses marschierten. Nur ein leises Gelächter von Emmet und Jasper war zu hören. Aber es störte mich überhaupt nicht.

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am So 10 Mai 2009, 18:08

Nun das zweite Kapitel: (der erste Teil davon)

Freundinnen

Wie immer, wenn ich in Edwards Armen lag, vergaß ich alles um mich herum. Ich war einfach nur glücklich. Und seitdem ich verwandelt war, konnte ich ihn vie intensiver spüren. Er musste sich nicht mehr so zusammenreißen wie vorher. Wir konnten uns ganz unseren Gefühlen hingeben.
„Danke Bella“, sagte er zu mir als ich in seinen Armen lag.
„Für was?“, fragte ich zurück.
„Das ich dich lieben darf. Ich habe fast ein Jahrhundert auf meine Traumfrau gewartet. Doch sie kam ewig nicht. Und dann warst du plötzlich da.“
Ich konnte ihm nicht antworten. Mir fielen keine passenden Worte ein. Also küsste ich ihn nur sanft und sagte: „Ich liebe dich Edward.“
„Lass uns aufstehen Liebling. Alice wird gleich hier sein und dich entführen.“
„Oh nein. Nicht schon wieder.“ Ich war im nachhinein dankbar über seine Gabe Gedanken lesen zu können. Alice war meine Freundin, Schwester und Schwägerin. Aber so sollte sie mich nicht sehen. Selbst als Vampir war es mir peinlich. „Was hat sie vor?“, fragte ich.
„Wie immer. Einkaufen, einkaufen, einkaufen.“ Er grinste übers ganze Gesicht.
„Na gut, also aufstehen.“
Nur zehn Minuten später klopfte es und die Tür ging auf. Alice machte sich nie die Mühe auf ein Herein zu warten.
„Bella hast du Zeit mit mir in die Stadt zu fahren?“ Sie fragte immer so, dass man ohnehin nicht nein sagen konnte. Aber sie war heute irgendwie anders. Nicht ganz so fröhlich wie sonst. Sie bewegte sich langsamer. Sonst war sie der reinste Wirbelwind.
„Na klar“, sagte ich und sah wie ihr ein Stein vom Herzen fiel. Ich dachte mir, dass sie nicht unbedingt zum einkaufen wollte. Sie wollte aus irgendeinem Grund nur raus.
Nach etwa zehn Minuten Fahrt fragte ich sie: „Was ist denn los mit dir? Du bist so still. Willst du mich heute gar nicht darüber aufklären wie ich meine Oberteile mit den Hosen oder Röcken besser kombinieren könnte?“
„Heute passt es einigermassen. Du lernst langsam aber sicher.“ Sie lächelte. Das Lächeln war aber nicht dasselbe, was sie sonst so ausmachte.
„Du hast irgendwas. Red doch mit mir. Wir sind Freundinnen und die können sich alles erzählen. Nein, sie sollten es sogar. Du siehst irgendwie … traurig aus. Alice, es tut mir weh dich so zu sehen.“
Ich hatte gar nicht bemerkt, dass sie angehalten hatte. Wir waren nicht in der Stadt, sondern auf einem Parkplatz am Rande eines Waldes. Ich schaute sie an und sah ihre ausdruckslosen Augen. Das machte mir richtig Angst.
Wollen wir ein Stück laufen?“, fragte ich sie. Sie nickte kaum merklich und wir stiegen aus. Schon nach ein paar Metern ließ sie sich einfach auf den Boden fallen. Bei weitem nicht so anmutig wie sonst. Ich sah Tränen in ihren Augen. Also setzte ich mich zu ihr und nahm sie in den Arm.
„Alice, was hast du denn?“ Jetzt schluchzte sie richtig. Sie konnte kaum sprechen.
„Jasper“, schluchzte sie, „ich glaub er will mich verlassen.“ Sie konnte sich gar nicht beruhigen.
„Wie kommst du denn darauf. Er liebt dich. Das weiß jeder.“ Ich nahm sie instinktiv fester in den Arm. Mein T-Shirt war ganz nass von ihren Tränen, aber es störte mich überhaupt nicht. Ich sagte auch nichts mehr, sondern hielt sie nur fest und streichelte ihren Rücken. Genauso hatte sie sich damals beim mir verhalten. Als ich dachte das Edward in Italien stirbt. Dann sah sie mich mit nassen Augen an.
„Er hat sich verändert. Wenn wir mal Zeit zu zweit haben will er nur lesen oder Musik hören. Und gestern als wir aus der Stadt kamen hat er telefoniert. Dann hat er mich gesehen und sofort aufgelegt.“
„Nun mach dir mal keine Gedanken. Er hat vielleicht mit Esme oder Carlisle telefoniert.“
„Nein. Das hat er zwar auch gesagt, aber er wollte mir nichts erzählen. Er ha nur seine Jacke genommen, sei Handy eingesteckt und ist gegangen. Ohne irgendwas zu sagen.“
„Ich glaube nicht, dass es was mit dir zu tun hat. Edward wüsste es und hätte es mir längst erzählt. Komm, wir laufen ein Stück in den Wald. Der Boden ist noch ganz nass.“
Langsam stand sie auf, sah mich an und weinte wieder. „Alle sind so glücklich. Edward hab ich noch nie so glücklich gesehen wie im Moment. Und Rosalie. Seit sie sich um Renesmee gekümmert hat ist sie nicht mehr wiederzuerkennen. Und sie und Emmet sind unzertrennlich.“
„Glaub mir doch. Er liebt dich. Er verlässt dich garantiert nicht. So eine Frau wie dich gibt es nicht noch mal. Und das weiß er auch.“
„Danke Bella. Ich bin so froh, dass du da bist. Ich weiß nicht was ich machen würde wenn ich allein wäre.“
„Du wärst niemals allein. Du hast so tolle Geschwister.“
„Ja schon, aber es ist anders mit dir zu reden als mit ihnen. Irgendwie einfacher.“
„Ich werde mal versuchen von Edward etwas zu erfahren. Er wird mich nicht anlügen wenn ich ihn frage.“
„Er wird dir aber auch nichts erzählen, wenn er Jasper etwas versprochen hat. Edward würde nie jemanden anlügen, aber er würde auch niemals ein Versprechen brechen, dass er einmal gegeben hat.“
Ich sagte erst mal nichts mehr. Aber ich wollte unbedingt rausfinden was mit Jasper los war. Ich wollte Alice keinesfalls enttäuschen. Sie sollte alles erfahren. Allerdings glaubte ich nicht daran, dass Jasper sie verlassen wollte. Dafür liebte er sie viel zu sehr.

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am So 10 Mai 2009, 19:10

„Na komm Alice. Lass uns doch einkaufen gehen. Was sollen die anderen denn denken wenn wir ohne etwas zurückkommen.“
Ich wollte eigentlich gar nicht in die Stadt, aber ich hoffte, dass es sie etwas aufmuntern würde. So gingen wir zurück zum Auto und fuhren in die Stadt.
Wie ich gehofft hatte, sah sie beim einkaufen schon wieder etwas glücklicher aus. Ich tat mein Möglichstes und probierte alles bereitwillig an, was sie aussuchte. Das machte sie zumindest etwas zufriedener. Natürlich fand sie auch einiges, was sie unbedingt haben musste. Am späten Abend waren wir dann wieder daheim.
Als wir ankamen saßen alle in unserem gemeinsamen Wohnzimmer und unterhielten sich. Sobald wir den Raum betraten waren aber alle still und starrten uns an.
„Was ist los? Gibt´s Geheimnisse?“, fragte ich.
„Liebling, ich könnte nie ein Geheimnis vor dir haben.“ Edward kam auf mich zu, nahm mich in den Arm und küsste mich. „Aber ich glaube langsam das ihr welche vor uns habt.“
„Wie kommst du darauf?“, fragte ich.
„Naja, seit wir hier sind steckt ihr zwei nur noch zusammen.“
„Also wir haben definitiv nichts zu verbergen. Aber Edward, ich muss dringend mal mit dir allein sprechen.“ Ich sagte es ganz leise, fast nur zu mir selbst, aber er verstand mich. Ebenso leise kam die Antwort: “Nur zu. Lass uns gehen.“
Wir gingen in unser Schlafzimmer. Edward legte sich in die Mitte des großen Bettes.
„Was ist mit Jasper los? Worüber habt ihr gesprochen und warum wart ihr sofort still als wir kamen?“ Ich konnte meine Fragen nicht länger zurück halten.
„Um was geht es hier eigentlich? Ich dachte du wolltest mit mir allein sein.“
„Hier stimmt doch irgendwas nicht. Alice ist total fertig weil sie glaubt das Jasper sie verlassen will. Dann kommen wir nach Hause und ihr starrt uns an als wären wir zwei Außerirdische.“
„In gewisser Weise seid ihr das ja auch. Oder willst du behaupten es ist normal das zwei Vampire das Wohnzimmer betreten?“
„Mir ist jetzt wirklich nicht nach Scherzen zumute. Edward, es geht ihr wirklich nicht gut. Ich kann nicht glücklich sein wenn Alice leidet.“
„Ich auch nicht“, sagte er in einem etwas ernsterem Tonfall. Der Ton machte mir Angst. Irgendetwas stimmte nicht. Das spürte ich ganz genau.
„Bella, Jasper wird Alice definitiv nicht verlassen. Versuch es ihr doch bitte auszureden so was zu denken.“
„Das habe ich den ganzen Nachmittag probiert. Keine Chance. Sie glaubt mir nicht. Sie hat ihre feste Überzeugung. Sie glaubt wohl er hat eine Freundin oder so ähnlich.“
„Hat er nicht.“
„Wie kannst du dir da so sicher sein?“
„Ein Vampir verlässt so gut wie nie seinen Partner. Es gibt ein paar Ausnahmen. Aber wirklich nur ganz wenige.“
„Du hast mich auch schon mal verlassen.“
„Bella, du warst ein Mensch. Ich wollte dich schützen. Vor uns.“
„Ist gut. Aber über was habt ihr gesprochen als wir kamen?“
„Kannst du ein Geheimnis für dich behalten?“
„Natürlich“, jetzt wurde ich langsam aufgeregt. „Also über was?“
„Na gut. Alice hat in einer Woche Geburtstag. Sie hat ihn noch nie gefeiert. Aber sie macht so viel für uns. Wir wollen sie überraschen.“
Erst jetzt fiel mir auf das ich gar nicht genau wusste, wann die anderen Geburtstag hatten.
„Wieso sieht sie das dann nicht in ihren Visionen?“, fragte ich.
„Das ist es ja. Es ist verdammt schwer für uns. Wir müssen in Gedanken ständig umplanen und an etwas anderes denken. Sonst könnte sie es sehen.“
„Ach so. Und ihr habt vorhin grad alle an die Geburtstagsparty gedacht?“
„Ja. Und wir haben gedacht sie hätte was gesehen, weil sie so starr wirkte. In Windeseile mussten wir an was anderes denken. Das sah bestimmt komisch aus oder?“
„Aber wieso verhält sich Jasper dann so abweisend?“
„Für ihn ist es am schwersten von uns allen. Er muss sich in ihrer Gegenwart sehr zusammen nehmen um nicht an sie und die Überraschung zu denken. Weißt du noch wie abweisend ich zu dir am ersten Schultag in Bio war? So in etwa ist es jetzt für Jasper.“
Ich konnte mich noch gut daran erinnern. Ich dachte Edward hasst mich. Er rückte so weit wie möglich von mir weg und sah mich nicht mal an. Obwohl ich ihn noch gar nicht kannte war ich gekränkt. Dieser Verdacht erhärtete sich noch, als ich mitbekam das er den Kurs wechseln wollte. Er tat das damals um mich zu schützen. Mein Blut roch so gut für ihn, dass es ihm schwer fiel sich zusammen zu reissen und mich nicht vor der ganzen Klasse auszusaugen. Jetzt verstand ich es auch. Jasper war am liebsten allein, damit er nicht aus versehen etwas verriet oder auch nur daran dachte.
„Bitte Bella. Verrat nichts. Denk nicht mal dran. Und versuch Alice eine Woche abzulenken, ja?“
„Natürlich. Ich gebe mein Bestes.“ Mir war sehr viel daran gelegen sie glücklich zu sehen und ich glaubte, dass ihr eine Party sehr gut gefallen würde. Wobei es mir jetzt doch schwer fiel, nicht daran zu denken. Jetzt musste ich mich ablenken. Unbedingt. Ich schaute zu Edward. Er lag wieder in der Mitte des Bettes und schaute mich lächelnd an. Immer wieder hatte ich das Gefühl, er könnte meine Gedanken doch lesen.
„Du schaffst das Schatz. Komm her. Ich könnte auch etwas Ablenkung gebrauchen.“ Jetzt lächelte er wie früher. Es war das Lächeln, in das ich mich sofort verliebt hatte. Langsam ging ich auf ihn zu. Er empfing mich mit offenen Armen.
„Ich liebe dich Bella. Womit habe ich dieses Glück nur verdient.“
Antworten konnte ich nicht mehr, denn er legte, sobald er ausgesprochen hatte, seine Lippen auf meine und begann mich zu küssen. So zart wie früher. In meiner menschlichen Vergangenheit. Ich erwiederte den Kuss und wir wurden immer leidenschaftlicher. Gegenseitig zogen wir uns aus und gaben uns ganz unseren Gefühlen hin. Erst im Morgengrauen ließen wir uns wieder los. Es war die schönste Nacht seit langem und mir war es egal, ob Emmet wieder irgendwelche Witze machen würde. Ich liebte Edward und das konnte ruhig jeder wissen.
„Bella Liebling. Ich glaube es ist Zeit das du dich mal wieder etwas um Alice kümmerst. Ich schaffe es mal kurz ohne dich zu überleben.“
Jetzt fiel mir Alice wieder ein. Die Überraschung die geplant war und ihre Trauer, weil sie falsche Schlüsse zog.
„Natürlich. Ich geh gleich mal nach ihr schauen.“ Ich zog mir eine alte Jogginghose und ein T-Shirt an. Vielleicht konnte ich sie bitten mir was zum anziehen rauszusuchen. Das tat sie doch so gern. Also ging ich zum Zimmer von ihr und Jasper.
Erst lauschte ich an der Tür. Ich wollte nicht stören. Aber ich hörte nur ein leises Wimmern. Also klopfte ich an.
„Alice bist du da?“, fragte ich.
„Komm rein Bella. Die Tür ist offen.“ Ich trat ins Zimmer und erschrak als ich sie sah. Sie lag auf ihrem Bett, den Kopf in ein Kissen gedrückt. Sie sah ganz anders aus als sonst. Langsam hob sie den Kopf und sah mich mit ausdruckslosen Augen an. Sie musste die ganze Nacht geweint haben. Ich ging zu ihr und nahm sie in den Arm. Mir fielen in diesem Moment keine passenden Worte ein. Sie schluchzte herzzerreißend.
„Was ist passiert?“, fragt ich nach einer Weile.
„Er ist weg.“ Mehr sagte sie nicht.

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am So 10 Mai 2009, 19:29

„Was hat er denn gesagt? Und seit wann ist er fort?“
„Seit heute Nacht. Er muss was erledigen. Mehr sagte er nicht. Weißt du etwas?“ Ihre Trauer zerriss mir fast das Herz. Am liebsten hätte ich alles erzählt, nur damit es ihr besser ging. Ich wollte ihr aber auch die Überraschung nicht verderben.
„Edward hat mir versichert das er dich nicht verlassen will. Mehr weiß ich aber auch nicht.“
„Bella, macht es dir etwas aus wenn wir heute nicht zur Uni gehen, sondern hier bleiben. Ich ertrage das nicht.“
„Ja klar. Kein Problem. Was würdest du gern machen?“
„Einfach hier liegen bleiben. Aber bleib bitte mit hier. Ich will nicht allein sein.“
„Das können wir gern machen. Aber es wäre besser wenn du dich etwas ablenken würdest.“
„Vielleicht später. Erst mal will ich hier bleiben.“
„OK.“
Sie fing wieder an zu weinen. Ich ertrug es nicht mehr, sie so zu sehen.
„Alice, ich geh kurz zu Edward und sag Bescheid das wir heute zuhause bleiben. Ich bin sofort wieder da.“
Ich ging geradewegs in unser Schlafzimmer. Edward schaute gedankenverloren aus dem Fenster. Langsam drehte er sich zu mir um.
„Wie geht es ihr? Ich wollte nicht in ihren Gedanken rumschnüffeln.“
„Schlecht. Wo ist Jasper hin und wann kommt er wieder? Lange hält sie das nicht mehr aus.“
„Er ist nach Forks gefahren. Ich habe gerade mit Carlisle telefoniert. Er hielt es hier nicht mehr aus. Jetzt hilft er Esme und Carlisle beim vorbereiten der Party. Er schafft es nicht in Alice Nähe zu sein ohne an sie zu denken. Esme und Carlisle sollen ihn ablenken. Es geht ihm wirklich schlecht. Man muss ihm einfach helfen.“
„Wieso denkt hier eigentlich jeder an Jasper und keiner an Alice?“
„Aber wir machen das doch alles nur für sie.“
„Nein. Ihr tut ihr weh. Sie sieht schlimm aus. Weint ununterbrochen. Ihr tut ihr keinen Gefallen.“
Edward gab mir keine Antwort. Er wusste, genau wie ich, wie schwer es für sie ist getrennt von Jasper zu sein. Also sprach ich weiter: „Wir gehen heute nicht mit zur Uni. Ich werde später Jasper selbst anrufen und mit ihm sprechen.“
„Ja, tu das bitte. Und, versteh mich bitte nicht falsch, aber ich will Alice heute nicht sehen. Ich ertrag es nicht wenn sie weint.“
„Ich verstehe.“ Sie war seine Lieblingsschwester, dass wusste ich. Gerade deshalb fiel es ihm so schwer.

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am So 10 Mai 2009, 19:58

„Geh bitte zur Uni. Und nimm Emmet und Rosalie mit.“
„Soll ich nicht lieber hier bleiben? Du brauchst vielleicht auch jemanden der dich festhält.“
„Ich schaff das schon. Es ist besser wenn ihr geht.“
In dem Moment klopfte es an der Tür. Rosalie kam rein. „Kommt ihr? Wir müssen langsam los.“
„Bella bleibt heute hier. Mit Alice. Ich erzähle euch alles unterwegs.“
Und schon waren sie weg. Ich ging zurück zu Alice. Sie lag immer noch auf dem Bett, aber sie weinte nicht mehr. Neben ihr stand ein alter Schuhkarton, der mit silbernem Papier beklebt war.
„Was hast du da?“, fragte ich sie und setzte mich auf ihr Bett.
„Bilder und Fotografien. Willst du sie sehen?“
„Sehr gern.“
Ich hoffte, ich könnte sie und mich etwas beruhigen. Sie griff in den Karton und holte wahllos ein Bild heraus.
„Wow, hast du das gemalt?“
„Ja, kurz nach meiner Verwandlung. Ich wusste, dass ich auf diesen Mann wartete. Ich hab ihn in einer Vision gesehen und dann hab ich ihn gemalt.“ Das Bild glich Jasper auf´s Haar. Man könnte meinen es wäre ein Foto von ihm.
„Du hast nie andere angeschaut? Du wolltest nur ihn?“
Sie nickte, sagte aber nichts. Es traten wieder Tränen in ihre Augen. Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Ich nahm das nächste Bild aus dem Karton. Es zeigte Carlisle und Esme. Lächelnd und glücklich.
„Du malst wunderschön. Warum hast du mir das nie erzählt?“
„Es war nie wichtig.“
Dann nahm sie ein Bild heraus. Diesmal war es eine Fotografie in Schwarz-Weiss. Es war deutlich zu sehen das dieses Bild schon sehr alt war. Es zeigte Jasper und Alice. Sie standen Arm in Arm an einem See.
„Das hat Carlisle aufgenommen. Da waren wir erst sehr kurz in seiner Familie.“
Man sah deutlich die Verliebtheit der beiden. Nichts hätte sie trennen können. Dann nahm ich das nächste Foto.
„Rosalie´s Hochzeit?“, fragte ich sie.
„Ja, sie war so eine schöne Braut.
Es folgten weitere Bilder. Alice und Jasper, Alice allein, Jasper allein und die ganze Familie Cullen. Auf dem Familienfoto sahen alle sehr glücklich aus. Bis auf Edward.
„Was hatte Edward? Er wirkt unglücklich?“
„Bevor er dich kennen lernte sah er immer so aus. Etwas fehlte ihm und es wusste keiner ob er es je finden würde. Deshalb war ich so froh als du an die Schule kamst. Ich wusste sofort: Du bist die Richtige für ihn.“
Ich lächelte leicht. Das nächste Bild war wieder selbst gemalt. Es zeigte ein langes weißes Kleid an Alice. Und eine Schleppe. Eindeutig ein Hochzeitskleid. Mein Hochzeitskleid. Ich sah sie nur fragend an.
„So habe ich mir mein Hochzeitskleid immer vorgestellt.“ Sie sagte es ganz leise. „Aber Jasper hat mich nie gefragt.“ Wieder traten Tränen in ihre Augen. In diesem Moment konnte ich mich auch nicht mehr halten. Ich merkte, wie mir ein Träne über die Wange lief.
„Du hast mein Hochzeitskleid nach diesem Bild anfertigen lassen? Warum? Es ist deins?“
„Ich hatte nie eine Vision die mich als Braut zeigte. Bis heute nicht. Ich weiß, dass Jasper mich nie fragen wird. Und ich wollte dieses Kleid doch unbedingt aus richtiger Seide sehen. Da habe ich es für dich nähen lassen. Bella, damit hast du mich so glücklich gemacht.

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am Mo 11 Mai 2009, 05:18

„Aber warum hast du es mir gegeben?“, fragte ich.
„Du bist meine beste Freundin. Das warst du schon immer. Nie hätte ich es jemand anderen tragen lassen.“
„Wie soll ich das jemals wieder gut machen?“ Es war eigentlich keine Frage an Alice sondern mehr an mich selbst. Aber sie antwortete: „Das hast du schon getan.“
„Wann?“
„An deiner Hochzeit. Du hast das Kleid getragen. Du hast Edward glücklich gemacht. Und jetzt gerade. Du bist hier damit ich nicht allein bin.“
Ich umarmte sie. Ganz spontan und aus vollem Herzen.
„Danke Alice. Ich werde immer hier sein. Und du wirst wieder glücklich werden. Das verspreche ich dir.“
„Versprich nichts was du nicht halten kannst.“
„Ich halte mein Versprechen.“ Und das meinte ich ernst. Ich musste sofort Carlisle anrufen. Er sollte mit Jasper sprechen. Es musste ein Weg gefunden werden um Alice aus ihrer Verzweiflung zu holen.
„Kann ich einen Moment allein sein, Alice? Ich muss das alles erst mal kurz verdauen.“
„Natürlich. Ich räume hier inzwischen etwas auf.“ Die Bilder lagen auf dem Bett und dem Boden verstreut. Alice weinte nicht mehr. Sie sah nur noch ausdruckslos ins Leere.
„Ich bin gleich wieder hier.“ Ich strich ihr kurz über ihr Haar und rannte in unser Schlafzimmer. Schnell griff ich nach meinem Handy und wählte die Nummer von Carlisle. Nach dem vierten Klingeln nahm er ab.
„Cullen.“
„Carlisle, hallo. Bella hier. Ist Jasper bei euch?“
„Ja, seit heute Nacht. Wie geht es Alice?“
„Schlecht. Sehr schlecht. Sie braucht ihn. Kannst du bitte mit ihm reden? Er soll sie anrufen, wenigstens mit ihr sprechen.“
„Moment Bella. Sag ihm das lieber selber.“
Er überreichte Jasper das Telefon. Er stand wahrscheinlich die ganze Zeit neben ihm.
„Hallo Bella. Danke das du bei Alice bist.“
„Das reicht aber nicht. Bitte sprich mit ihr.“
„Das geht nicht.“
Ich wurde langsam wütend.
„Verdammt noch mal. Es geht hier nur um eine Geburtstagsfeier. Und wenn sie es vorher weiß, na und?“
„Es geht um mehr als nur eine Geburtstagsfeier.“ Er sprach sehr leise aber ich verstand jedes Wort. In dem Moment hatte Carlisle wieder den Hörer in der Hand.
„Ich werde mit ihm sprechen. Vielleicht finden wir eine Lösung. Noch sechs Tage Bella. Schaffst du das?“
„Ich hoffe es. Um was geht es hier?“
„Eine Geburtstagsfeier. Pass auf sie auf Bella. Halte sie von jedem Feuer fern ja?“
„Ja natürlich. Was soll ich tun?“
„Ich weiß es nicht. Vertraue einfach auf dein Gefühl. Du schaffst das.“
„Gut. Danke Carlisle. Red bitte noch mal mit Jasper. Ich muss zurück zu Alice.“
„Danke für deinen Anruf Bella. Bis bald.“
„Bis bald. Grüß Esme von mir.“
Ich klappte das Handy zu. Es geht um mehr als nur eine Geburtstagsfeier hat er gesagt. Was meinte er damit? Ich verstand gar nichts mehr. Jetzt konnte ich nur noch auf Carlisle hoffen.

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am Mo 11 Mai 2009, 19:39

Langsam ging ich zurück zu ihrem Zimmer. Ich öffnete die Tür und erschrak. Sie hatte eine Kerze angezündet und verbrannte Fotos. So schnell ich konnte rannte ich hin und blies die Kerze aus.
„Was machst du denn da?“, meine Stimme zitterte. Ich verstand nicht, warum sie alle Fotos gleich verbrennen wollte. Und ich sollte sie von jedem Feuer fernhalten, hatte Carlisle gesagt.
„Ich räume auf.“ Sie hatte wieder geweint. „Bella, ich halt das nicht aus. Ich schaffe das nicht.“
„Doch. Du bist so eine tolle Frau … ein toller Vampir. Du bist stark. Ich weiß das du es schaffst. Wir schaffen es!“
Ich hörte ein Auto in der Einfahrt und schaute auf die Uhr. Drei Uhr schon. Edward, Emmet und Rosalie kamen zurück. Nur zwei Sekunden später klopfte es schon an der Tür.
„Kommt rein“, sagte sie.
Alle drei betraten das Zimmer. Edward und Emmet erschraken über das Chaos im Raum. Rosalie setzte sich zu uns auf das Bett.
„Wie geht´s?“, fragte sie.
„Geht so,“ antwortete ich, nachdem von Alice keine Antwort kam.
„Soll ich euch etwas Gesellschaft leisten?“, fragte sie und strich Alice einmal kurz über den Rücken.
„Nein.“ Diesmal sprach Alice selbst. „Ich möchte einfach nur mit Bella allein sein. Sei mir bitte nicht böse Rosalie.“
„Bin ich nicht. Kein Problem.“ Sie stand auf und verließ das Zimmer. Emmet folgte ihr ohne überhaupt ein Wort gesprochen zu haben.
Edward kam zu uns. Ich stand auf und er nahm mich in den Arm. Fast hätte ich angefangen zu weinen, vor Glück. Ich war so froh, dass er da war.
„Was ist mit Emmet los?“, fragte ich ihn.
„Ich weiß es nicht.“
Ich sah Alice an. „Warum wolltest du nicht das Rosalie hier bleibt?“, fragte ich sie.
„Ich kann ihr meine Gefühle nicht erzählen. Das konnte ich noch nie.“ Alice sah mich an während sie sprach und ich spürte, dass es die Wahrheit war.
„Aber warum denn? Sie gehört doch zu deiner Familie. Sie ist deine Schwester.“
„Sie ist so kalt. Sie kann nicht so offen sein wie du Bella.“

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am Di 12 Mai 2009, 18:26

Eine Minute lang war es ruhig. Keiner sprach. Dann schlug Edward vor auf die Jagd zu gehen.
„Nein danke.“, sagte Alice. „Ich habe keinen Durst. Geh ruhig mit Bella. Ich komm klar.“
„Auf keinen Fall. Es geht mir gut. Ich brauche nichts. Aber nimm doch Emmet und Rosalie mit.“
„Gut. Ich frage die beiden. Ihr seid sicher, dass ihr nicht mitkommen wollt?“
Ich nickte.
„Bis später“, sagte Edward und küsste mich. Dann verließ er den Raum. Fünf Minuten später sahen wir die drei in Emmet´s Jeep davonfahren. Er musste ihn letzte Nacht geholt haben.
„Alice du hättest mitgehen sollen. Du musst etwas trinken.“
„Ich habe keinen Durst“, wiederholte sie. Ihre Stimme war schwach und zittrig. Aber sie weinte nicht. Sie sah mich nur mit leeren Augen an.
Ich wusste nicht wie viel Zeit vergangen war, als plötzlich mein Handy klingelte. Ich erschrak von dem schrillen Ton, der die Ruhe im Raum zerstörte.
„Geh doch ran“, sagte Alice.
Ich stand auf und ging zum Tisch, auf dem das Handy lag. Langsam klappte ich es auf und meldete mich.
„Hallo Bella, hier ist Jasper. Ist Alice bei dir?“ Ich wusste nicht was er hören wollte.
„Ja“, sagte ich „moment.“
Ich gab Alice das Telefon. „Es ist Jasper.“
Ich verließ den Raum. Sie sollte die Möglichkeit bekommen allein mit ihm zu sprechen.
Nach kurzer Zeit öffnete sich die Tür und Alice fiel mir schluchzend in die Arme.
„Was hat er gesagt?“ Sie sah wieder total verweint aus.
„Er ist in Forks. Er sagte es hätte nichts mit mir zu tun, aber das stimmt nicht.“
„Wie kommst du darauf? Ich glaube er sagt dir die Wahrheit.“
„Ich kenne seine Stimme. Sie war ganz anders als sonst.“
„Aber er hat angerufen. Er will das es dir gut geht. Edward hat mich damals nicht einmal angerufen.“
„Aber er hat immer an dich gedacht. Auch wenn er es nie zugegeben hat.“
„Jasper denkt auch immer an dich. Er liebt dich wirklich. Glaub mir bitte einfach.“
Die nächsten vier Tage verliefen nach dem gleichen Schema. Wir gingen nicht zur Uni und tranken nichts. Alice weinte seltener. Aber sie war nicht mehr mit der Alice zu vergleichen die ich kannte.
Noch zwei Tage dachte ich mir. Ich begann die Stunden zu zählen.

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am Di 12 Mai 2009, 18:41

Das dritte Kapitel:

Überraschungen

Jetzt verstand ich Edwards Worte, die er damals zu mir sagte. Wenn du nicht mehr da bist, will ich nicht mehr leben. Jetzt, wo ich Alice sah wie sie litt, verstand ich es erst.
Zwei Tage vor der geplanten Geburtstagsparty kam Edward zu uns ins Zimmer. Ich hatte auch die letzten Nächte bei Alice verbracht. Ich spürte, dass es ihr gut tat. Deshalb schaffte ich es jetzt schon so lange ohne Edward zu sein.
„Bella, kannst du kurz mit mir kommen? Ich muss mit dir reden.“
Mehr sagte er nicht. Er verließ das Zimmer.
„Geh Bella. Edward braucht dich jetzt. Er ist dein Mann und du lasst ihn wegen mir solang allein. Außerdem hat ja auch er jemanden verloren. Seinen Bruder.“
„Ich komme zurück so schnell es geht“, sagte ich zu ihr. Ich gab ihr noch einen Kuss auf die Wange. Sie versuchte es zu lächeln, was ihr aber gründlich misslang.
Innerhalb von nur zwei Sekunden war ich in unserem Schlafzimmer. Edward stand am Bett. Darauf war eine Tasche. Er packte. In dem Moment bekam ich Angst. Hatte ich ihn zuviel allein gelassen?

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am Di 12 Mai 2009, 19:18

„Was hast du vor?“, fragte ich und man konnte die Angst vor der Antwort in meiner Stimme hören.
„Mach dir keine Sorgen Liebling. Ich muss nach Forks. Jasper braucht mich, so wie Alice dich braucht.“
„Dann lass uns bitte mitkommen. Es sind doch nur noch zwei Tage. Damit wäre dann allen geholfen.“
„Nein Bella. Bitte bleibt hier. Jasper will es so.“
„Nein. Bitte bleib hier oder nimm mich mit. Bitte verlass mich nicht.“
Er lächelte und nahm mich in die Arme.
„Ich verlasse dich doch nicht. Niemals. Ich rufe dich jede Stunde an wenn du willst. Und in zwei Tagen sehen wir uns schon wieder.“
Sanft legte er seine Lippen auf meine und küsste mich. Ich erwiderte den Kuss und hoffte das der Augenblick nie vergehen würde. Viel zu schnell löste er sich sanft von mir und sah mich an.
„Ich bin so stolz auf dich. Ich liebe dich Bella.“
„Ich liebe dich auch.“
„Dann lass mich bitte zu meinem Bruder fahren und ihm helfen.“
Ich nickte leicht. „Okay. Aber wir telefonieren?“
„Versprochen. Ich rufe dich auf jeden Fall an.“
Sobald er den Satz beendet hatte nahm er seine Tasche und ging. Ich stand allein im Zimmer. Ich wusste nicht was ich denken sollte. Langsam ging ich zurück zu Alice. Ohne zu klopfen ging ich ins Zimmer und setzte mich zu ihr auf das Bett.
„Oh mein Gott, Bella. Was ist passiert?“
„Edward fährt nach Forks. Er will zu Jasper.“
„Er sollte dich nicht allein lassen. Jetzt habe ich deine Ehe zerstört. Oh Bella, wie konnte ich nur so blind sein?“
„Wieso blind?“, fragte ich.
„Ich hätte wissen müssen wie sehr Edward leidet, wenn du nur noch bei mir bist anstatt bei ihm.“

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am Mi 13 Mai 2009, 20:19

„Mach dir bitte keine Vorwürfe. Er will nach Forks um bei Jasper zu sein. Er verlässt mich doch nicht. Das hat er mir versprochen. Und du hast selbst gesagt, dass Edward nie ein Versprechen brechen würde.“
„Aber jetzt geht es dir schlecht. Wegen mir. So will ich nicht weiter existieren.“
„Es geht mir nicht schlecht Alice. Gut, ich vermisse ihn, aber ich vertraue ihm auch. Und das gleiche solltest du auch tun. Hör auf damit so einen Unsinn zu reden.“
Der nächste Tag verlief ähnlich wie die letzten. Mit dem Unterschied das ich oft telefonierte. Edward rief mich, wie versprochen, jede Stunde einmal an. Immer zur vollen Stunde. Wir sollten uns nicht wundern, dass Rosalie und Emmet nicht von der Uni kamen. Sie waren auch schon in Forks.
Bei seinem letzten Anruf erklärte er mir, was ich machen sollte.
„Du musst nichts weiter tun als mit Alice um Mitternacht hier sein. Bis gleich.“
Damit war die Verbindung schon wieder unterbrochen. Jetzt lag es an mir, Alice aus dem Haus zu bekommen. Ich war mir absolut nicht sicher, wie ich das schaffen sollte.
„Alice, hast du Lust etwas rauszugehen?“, fragte ich sie in der Hoffnung das es so einfach sein würde.
„Bitte nicht. Ich kann nicht raus.“
„Ach komm doch bitte mit. Ich muss hier einfach mal raus. Es erinnert mich alles an Edward. Ich könnte etwas Ablenkung gebrauchen.“ Ich sah sie an und versuchte möglichst traurig zu schauen. Das war gar nicht so einfach, wo ich doch wusste, dass sie in knapp vier Stunden wieder so glücklich sein würde. Und ich Edward wieder in die Arme nehmen konnte.
„Weißt du was? Wir fahren einfach etwas spazieren. Ich fahre und du kannst dir die Gegend anschauen.“
„Also gut. Wenn du unbedingt willst. Aber wir nehmen den Porsche, ja?“
Ich fand die Idee nicht ganz so gut wie sie. Den Porsche fuhr ich ja nur äußerst ungern. Aber das Opfer musste ich jetzt wohl bringen.
„Wunderbar. Na komm, zieh dich an.“
„Also gut.“
„Ich gehe mich auch mal umziehen. Bis gleich.“
Ich ging in unser Schlafzimmer und zog mir frische Kleider an. Nur zehn Minuten später saßen wir im Auto. Ich war erleichtert. Jetzt nur noch bis Forks. Dann hatten wir es geschafft. Es war die schlimmste Woche in ihrem Leben und ich war froh, dass es bald vorbei sein würde. Mir ging es langsam etwas besser.
Nach etwas zwei Stunden Fahrt sah sie mich an.
„Bella, wo fährst du hin?“
„Nach Forks.“ Ich konnte nichts anderes sagen. Sie wusste genau wo wir waren. Ihr Orientierungssinn war unschlagbar.
„Warum?“, fragte sie.
„Ich will zu Edward.“ Es war nicht gelogen. Ich hatte seit einer Woche keine einzige Nacht mehr mit ihm verbracht. In mir war eine wahnsinnige Leere.
„Wird Jasper da sein? Ich will ihn nicht sehen.“
„Ich weiß es nicht. Aber Esme und Carlisle werden sich freuen wenn wir sie besuchen, meinst du nicht?“
Sie sagte nichts mehr. Bestimmt versuchte sie zu sehen, was sie in Forks erwarten würde.

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am Do 14 Mai 2009, 18:11

Nach einer weiteren Stunde erreichten wir das Haus der Cullens. Ich stellte den Porsche vor der Haustür ab und wir stiegen aus. Es war alles dunkel. Langsam gingen wir hinein. Die Haustür ließ ich extra laut ins Schloss fallen. Das hatte Edward so in Auftrag gegeben. Wir gingen in Richtung Wohnzimmer, wo ich auf die anderen hoffte. Plötzlich gingen alle Lichter im Haus an. Es funkelte als würden tausend Sterne über uns strahlen.
„Alles Gute zum Geburtstag Alice“, riefen alle im Chor.
„Geburtstag? Den habe ich doch noch nie gefeiert. Warum macht ihr das?“
„Weil wir dich alle so lieb haben Herzchen. Wir wollen das es dir gut geht. Deshalb wollten wir dich überraschen.“ Esme hatte sie in die Arme genommen. „Du liebst doch Party´s über alles.“
„Ja schon, aber … Bella, du wusstest davon?“
„Ich sollte dich herbringen. So hatte ich es mit Edward besprochen.“
„Und du hast mir nichts gesagt?“
„Na ich werde dir doch die Überraschung nicht verderben.“
Nach und nach wurden wir von allen begrüßt.
„Danke“, flüsterte Carlisle mir ins Ohr. „Ich wusste, dass du es schaffst.“
Dann lag ich endlich in Edwards Armen und wir küssten uns. Wir nahmen nichts mehr wahr, was um uns herum geschah.
„Bitte Edward, nie wieder so eine Woche wie diese“, flüsterte ich.
„Nur zu gern. Für mich war sie schlimmer als für dich. Glaub mir.“
Dann fiel wieder die Haustür zu. War jemand gegangen? Ich sah mich im Raum um. Alle waren da. Außer Jasper, der jetzt aber gerade zur Tür herein kam.
„Alice. Endlich. Alles Gute zum Geburtstag.“ Er rannte zu ihr und zog sie an sich. Er drückte sie so fest an seinen Körper das man denken könnte er zerquetscht sie gleich.
Alle freuten sich über diesen Anblick. Edward setzte sich ans Klavier und begann zu spielen. Es war nichts zu hören außer der wundervollen Musik. Ich lehnte mich an ihn und war so glücklich. Ich hatte all diese wunderbaren Gefühle, von denen ich gefürchtet hatte, sie mit meiner Verwandlung zu verlieren. Aber sie waren da.
Nach einer Weile (es weiß keiner wie lange es war) hörte Edward auf zu spielen. Jasper ließ Alice los und sah ihr tief in die Augen.
„Ich liebe dich Alice. Willst du mich heiraten?“ Er sah nur in ihre Augen, als er die Worte sprach.
Esme, Carlisle und Edward lächelten. Rosalie und Emmet dagegen sahen überrascht aus.
Alice liefen Tränen aus den Augen. Sie nickte nur leicht um dann gleich wieder ihren Kopf an Jasper´s Brust zu legen und zu weinen. Diesmal aber vor Freude.
Jetzt wusste ich auch was Jasper meinte, als er sagte es geht um mehr als nur eine Geburtstagsfeier. Edward begann wieder zu spielen und ich lag mit dem Kopf auf seinem Schoss. Rosalie und Emmet tanzten zu der Musik. Carlisle und Esme saßen Arm in Arm auf dem Sofa.
Jasper und Alice standen immer noch in der Mitte des Raumes und küssten sich. Wie gut das sie nicht atmen mussten. Sonst wären sie wahrscheinlich erstickt.

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am Do 14 Mai 2009, 20:40

Dann stand Alice plötzlich hinter mir. Ihre Augen glänzten vor Freude.
„Bella.“ Mehr sagte sie nicht. Sie fiel mir in die Arme und schluchzte vor Glück. Nach einer Weile fand sie die Sprache wieder.
„Hast du das alles gewusst?“
„Nein. Ich wusste nur von der Geburtstagsparty. Aber davon, dass du so ein Geschenk bekommst, hatte ich keine Ahnung. Ich gratuliere dir.“ Sie sah mich an und lächelte. Ich fühlte mich als hätte ich das schönste Geschenk meines Lebens bekommen. Im Prinzip hatte ich das ja auch. Es gab momentan nichts schöneres für mich, als Alice wieder glücklich zu sehen.
Edward stand jetzt hinter mir und hatte seine Hände auf meinen Bauch gelegt. Sein Kopf lag auf meiner Schulter.
„Wollen wir gehen?“, flüsterte er mir ins Ohr und knabberte sanft an meinem Ohrläppchen. Dieses Gefühl war unbeschreiblich schön.
„Geh Bella“, flüsterte Alice mir zu. Sie gab mir einen Kuss auf die Wange und lag schon wieder in Jaspers Armen.
„Ich liebe dich so Alice. Wie bist du je auf die Idee gekommen ich könnte dich verlassen wollen?“ Sanft nahm er ihre Hand und steckte ihr einen Ring an. Ihren Verlobungsring. Er funkelte mit Alice´ Augen um die Wette. Auf seine Frage bekam er keine Antwort mehr. Fast unbemerkt verschwanden die beiden. Keiner versuchte es auch nur sie aufzuhalten.
„Und ihr zwei verschwindet jetzt wahrscheinlich auch.“ Es war keine Frage sondern mehr eine Vermutung von Emmet. Er grinste frech. Ich hatte langsam genug von seinen Anspielungen auf mein Liebesleben. Ich wand mich an Rosalie.
„Rosalie, kann ich mal kurz mit dir allein sprechen?“, fragte ich.
„Natürlich, aber ich habe keine Geheimnisse. Du kannst alles ruhig auch hier sagen.“
„Nein Rose. Komm mal bitte mit raus.“
Wir gingen in den Garten und setzten uns auf eine der vielen Bänke. Der Garten war hier so groß wie woanders ein Park. Ich wusste nicht so recht, wie ich dieses Gespräch beginnen sollte. Nach einer Weile fragte ich sie: „Wie lange bist du schon mit Emmet verheiratet?“
„Fast 30 Jahre. Warum fragst du?“
„Es ist nur … ich denke … ich glaube das ihm in eurer Ehe etwas fehlt.“
„Was sollte denn fehlen. Wir haben Auto´s, Geld, ein Haus, eine tolle Familie …“
„Schon aber ich habe ihn beobachtet. Heute Nacht hat man es besonders gemerkt.“
„Was?“
„Rosalie, kann ich dich was fragen? Was intimes?“
„Frag halt. Du wirst schon sehen ob du eine Antwort bekommst.“
„Wann hast du das letzte Mal mit Emmet geschlafen?“ Ich schaute verlegen zu Boden. Solche Gespräche lagen mir ganz und gar nicht. Vielleicht wäre es besser gewesen, ich hätte Esme gebeten mit ihr zu sprechen. Aber dafür war es jetzt zu spät.
„Vor einer Weile“, antwortete sie. Sie kam mir ebenfalls verlegen vor. Jeglicher Stolz war von ihr abgefallen. Ich hatte das Gefühl, dass sie nicht zu mir sprach, sondern nur zu sich selbst.
„Wie lang ist eine Weile?“, ich hob leicht den Kopf um ihr Gesicht zu sehen.
„Auf der High-School“, sagte sie ganz leise. Ich war schockiert. Sie hatte die High-School schon ein Jahr vor uns verlassen. Das war eine extrem lange Zeit.
„Warum Rose? Ihr seid doch noch jung. Warum genießt ihr nicht euer Leben?“
„Ich bin über 100 Jahr alt Bella.“
„Das ist für einen Vampir jung soweit ich weiß.“ Ich wollte das Gespräch etwas auflockern. „Sieh dir Carlisle und Esme an. Sie sind älter als ihr und trotzdem wirken sie glücklicher.“

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am Fr 15 Mai 2009, 11:33

„Emmet hat kein Interesse mehr an mir“, sagte sie leise.
„Kein Interesse mehr an dir? Bist du verrückt geworden Rosalie? Sieh dich mal an. Du bist die schönste und attraktivste Frau die ich je gesehen habe. Und die liebevollste außerdem. Wenn ich dran denke wie du dich um Renesmee gekümmert hast.“
„Aber er wirkt irgendwie abweisend.“
„Er wartet auf eine Reaktion von dir Rose. Zeig ihm das du ihn liebst.“
„Wie denn. Er ist mit seinen Gedanken ja nur bei dir und Edward. Gut, jetzt wahrscheinlich auch bei Alice und Jasper.“
„Eben. Weil ihm langweilig ist, Rosalie. Verführ ihn doch mal wieder. Du kannst das sicher besser als jede andere Frau auf der Welt.“ Ich lächelte sie an. Ich wollte eigentlich nur das Emmet abgelenkt wird und ich nicht täglich seine Kommentare ertragen musste. Aber jetzt merkte ich erst, das Rosalie gar nicht so gut ging wie sie immer tat. Sie hätte aber nie jemanden um Hilfe gebeten. Dafür war sie viel zu stolz.
„Bella, wir hatten wirklich Glück das du in unsere Familie gekommen bist. Du bist so was wie eine Seelsorgerin. Jemand mit dem man über alles reden kann.“
„Darin ist Esme aber besser als ich.“, antwortet ich ihr. „Ich will nur das alle glücklich sind. Ich konnte es noch nie ertragen wenn jemand traurig ist. Besonders jemand aus der Familie.“
Rosalie hatte jetzt ein Lächeln auf den Lippen.
„Edward hat alles richtig gemacht.“, sagte sie leise.
„Wie meinst du das?“, ich sah sie fragend an.
„Ich war immer gegen eure Beziehung. Sie hätte unsere ganze Existenz zerstören können. Und ich war auch gegen deine Verwandlung. Aber Edward hat dich geliebt und zum Glück nicht mit sich reden lassen. Vielleicht können wir jetzt doch noch Freundinnen werden?“
So offen hatte ich Rosalie noch nie sprechen gehört. Es freute mich.
„Gern Rosalie. Ich möchte gern deine Freundin sein. Und jetzt geh rein und mach dir eine schöne Nacht.“ Ich zwinkerte ihr zu. „Ach ja“, rief ich noch hinterher, „falls jemand fragt haben wir über Renesmee gesprochen.“
„Danke Bella. Bis morgen.“
Sie war sehr schnell im Haus verschwunden. Ich ging langsam hinterher und lächelte. Edward saß allein im Wohnzimmer und wartete auf mich.
„Hab ich dich jetzt endlich für mich oder willst du noch jemanden glücklich machen?“ Er lächelte so süß.
„Wieso glücklich machen?“, fragte ich nach.
„Naja, Rosalie ihr Gesichtsausdruck war sehr aussagekräftig. Also bekomme ich jetzt auch etwas von deiner kostbaren Zeit?“
„Ja, jetzt bist du dran. Lass uns gehen.“, sagte ich lachend zu ihm.
Ich konnte gar nicht so schnell reagieren, da hatte er mich schon auf den Arm genommen und trug mich zu unserem Haus.
„Du weißt gar nicht wie sehr ich dich vermisst habe Bella. Ich gebe dich nie mehr her.“
„Versprich es mir.“, sagte ich lachend.
„Ich verspreche es.“
Der Rest der Nacht war so schön. Außergewöhnlich schön. Wir küssten und streichelten uns. Wir liebten uns. Wieder einmal hatte ich das Gefühl, dass ein Mensch gar nicht so fühlen konnte wie ich. Ich genoss meine Verwandlung mehr denn je.
Als wir am nächsten Mittag ins Haus der Cullens zurück kamen waren nur Carlisle und Esme da.
„Hallo Edward, Bella. Ihr seid die ersten die wir heute zu sehen bekommen.“ Esme strahlte uns an und mir wurde ganz mulmig. Es war mir immer noch nicht klar wie jemand so viel Liebe verbreiten konnte wie sie. Allein durch ihre Gestik und Mimik. Sie war wirklich die geborene Mutter. Ich liebte sie so sehr wie meine eigene Mutter.
Wir setzten uns zu den beiden auf das Sofa. Keiner sprach. Die Stille war so angenehm, wie Stille nur sein kann.
Einige Zeit nach uns tauchten auf Alice und Jasper auf. Es war wunderbar zu sehen, wie die beiden glücklich Hand in Hand das Wohnzimmer betraten. An ihrer Hand funkelte ihr Verlobungsring. Sie ließ Jaspers Hand los und setzte sich neben mich. Ich war so froh sie wieder lächeln zu sehen.
„Hallo Bella. Wie geht´s dir?“
„Gut.“ Das war nicht gelogen. Mir ging es so gut wie lange nicht mehr.
„Hast du Lust mit mir auf die Jagd zu gehen? Ich habe so einen Durst.“
Da fiel mir erst auf, dass auch ich schon sehr lange nichts mehr getrunken hatte.
„Gern. Ich könnte auch mal wieder was gebrauchen.“ Ich sah zu Edward und Jasper. Vielleicht wollten sie ja mitkommen. Da sagte Alice zu mir: „Wir gehen allein Bella. Ich habe nur uns beide auf der Jagd gesehen. Sozusagen ein Kaffeeklatsch für Frauen.“
Sie lachte. Und ich freute mich über noch eine Überraschung: Alice sah wieder die Zukunft.

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am Fr 15 Mai 2009, 17:06

Jetzt das dritte Kapitel:

Auf der Jagd

So gingen Alice und ich allein aus dem Haus. Rosalie und Emmet waren immer noch nicht aufgetaucht. Wir liefen langsamer als sonst, obwohl wir problemlos hätten rennen können. Aber Alice wollte langsam laufen, also passte ich mich ihrem Tempo an, auch wenn mein Durst allmählich immer stärker wurde. Meine Kehle brannte schon wie Feuer. Aber Alice lief, oder besser tänzelte, ganz bedächtig durch den Wald. Nicht eine Sekunde wich das Lächeln von ihrem Gesicht.
„Ich bin sooo glücklich Bella. Heiraten. Dann bin ich endlich Mrs. Hale. Ich habe mir den Tag immer so sehr gewünscht. Und jetzt ist es soweit. Ganz plötzlich. Einfach so.“
„Du wirst eine wunderschöne Braut sein Alice.“
„Stimmt. Und dafür gibt es noch jede Menge zu tun. Du hilfst mir doch bei den Vorbereitungen oder?“
„Na klar.“ Ich lächelte sie an. Wie hätte ich auch nein sagen können. Meine eigene Hochzeit mit Edward hatte Alice bis ins kleinste Detail so super geplant. Ich selber hatte gar nichts zu tun. Außer im richtigen Moment Ja sagen natürlich.
„Weißt du schon wann es sein soll? Hast du schon einen Termin?“, fragte ich nach.
„In etwa sechs Monaten. Ich hoffe wir schaffen alles rechtzeitig.“
„Oh weh.“ Mir wurde klar, dass mir anstrengende sechs Monate bevorstanden. Aber vorerst war mein Durst zu stark um mir weitere Gedanken über die Hochzeit zu machen.
Dann waren wir endlich im Wald angekommen. Dies war mein Lieblingsjagdgebiet. Es war nicht allzu weit weg. Außerdem war die Speisekarte abwechslungsreich.
„Sind Menschen in der Nähe?“, fragte ich Alice. Ich hatte immer noch die Angst in mir, mich nicht im Griff zu haben. Beim jagen dachte ich an nichts anderes als meinen Durst zu stillen. Menschliches Blut roch immer noch so verlockend, dass ich nicht dafür garantieren konnte, standhaft zu bleiben. Das war auch der Grund dafür, dass ich niemals allein auf die Jagd ging.
„Bella. Du bist stark genug den Menschen zu widerstehen. Das warst du von Anfang an. Wir hatten es alle viel schwerer als du, uns an vegetarische Kost zu gewöhnen. Aber wenn es dich beruhigt schaue ich mich mal schnell um.“ Sie sah mich mit ihren großen Augen an.
„Ja mach das bitte. Dann fühle ich mich einfach besser.“
Und schon war sie weg. Alice war sehr schnell und ich wusste, dass ich nicht lange allein sein würde.
An diesem Tag aber, ließ sie sehr lange auf sich warten.
Mein Durst wurde immer stärker. Nur ein paar Meter von mir entfernt stand eine Gruppe Rehe. Reh war nicht unbedingt mein Lieblingsgeschmack aber mein Durst siegte. Ich schnappte mir ein Reh und trank es bis auf den letzten Tropfen aus.
Dann war Alice endlich wieder da.
„Wo warst du denn solange. Hast du dir schon die größten Pumas geschnappt?“, fragte ich sie.
„Tut mir leid. Es sind keine Menschen da. Komm mit, wir gehen was trinken.“
Ich fragte nicht weiter nach, sondern rannte durch den Wald. Das Reh war nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen. Es dauerte auch nicht lange, bis wir zwei Pumas entdeckten.
„Welchen willst du?“, fragte Alice.
„Den rechten. Der ist jünger.“ Ich grinste. Am liebsten mochte ich relativ junge Tiere. Sie schmeckten irgendwie besser.
„Na dann mal los.“
Wir rannten los und mit einem Satz hatte jeder seinen Puma erwischt.
Danach ging es mir viel besser. Ich dachte wieder daran, wie lange Alice unterwegs war um nach Menschen zu schauen.
„Sagst du mir jetzt wo du vorhin solange gesteckt hast?“, fragte ich noch einmal nach.

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am Fr 15 Mai 2009, 23:13

„Ich habe nur die Gegend gründlich abgesucht. Mach dir keine Gedanken bitte.“
„Na gut, wenn du es sagst.“ Ich dachte wirklich nicht weiter darüber nach.
Die Pumas waren leer und wir waren satt. Langsam machten wir uns auf den Heimweg. Alice sprach nur noch von der bevorstehenden Hochzeit. Mir wurde bewusst, wie Edward sich gefreut hätte, wenn ich auf seinen Antrag so reagiert hätte wie Alice auf Jasper´s. Aber ich wollte absolut nicht heiraten. Ich hatte nur zugestimmt, weil er die Hochzeit zur Bedingung für meine Verwandlung gemacht hatte. Zwischenzeitlich musste ich aber zugeben Bella Cullen hörte sich besser an als Bella Swan, wie ich vorher hieß. Auf jeden Fall freute ich mich jetzt für und auch mit Alice.
Nach einer Weile kamen wir beim Haus der Cullens an.
Rosalie saß im Garten. Sie rannte auf mich zu und fiel mir um den Hals.
„Hey Bella, ich hätte nie gedacht, dass ich mal Ratschläge von dir annehmen würde. Aber der war wirklich Gold wert. Du hast auf jeden Fall was gut bei mir.“
„Gern geschehen.“ Ich grinste. Alice sah uns fragend an.
„Was für Ratschläge? Bella, was habe ich alles verpasst?“ Man hörte die Neugier aus ihrer Stimme.
„Gar nichts.“, sagten Rosalie und ich gleichzeitig und grinsten.
„Du musst auch nicht immer alles wissen Schwesterchen.“, fügte Rosalie hinzu und ging ins Haus.
Alice schüttelte verwundert den Kopf. „Naja, ich werde es schon rausbekommen.“
Ich zweifelte nicht daran. Wenn Alice etwas wissen wollte, dann erfuhr sie es auch. Sie war viel zu neugierig um etwas einfach so auf sich beruhen zu lassen.
Wir gingen ebenfalls ins Haus. Edward sah Alice an und sie ihn. Ohne ein Wort zu sprechen schienen sie sich zu unterhalten. Das taten sie, dank ihrer Fähigkeiten, öfter. Aber irgendwie sah es an diesem Tag anders aus.
„Bella ich möchte mal kurz mit Alice sprechen. Allein. Wegen der Hochzeit, weißt du. Kann ich dich kurz allein lassen?“ Edward sah mich an.
„Natürlich. Geh nur.“ Ich wusste, dass sie seine Lieblingsschwester war. Vermutlich wollte sie ihn um ein paar Ratschläge bitten. Er hat ja schon selbst geheiratet. Als Vampir. Ich war bei der Hochzeit noch ein Mensch gewesen.
Also setzte ich mich zu Carlisle und Esme und unterhielt mich mit ihnen. Alice ging mit Edward die Treppe nach oben.
„Also Alice, jetzt mal ganz langsam. Was ist denn passiert? Deine Gedanken sind so durcheinander das ich aus ihnen nicht schlau werde.“
„Ich wollte die Gegend absuchen, wegen Bella. Ich bin ein Stück aus dem Wald herausgelaufen als ich sie reden hörte.“
„Wen?“
„Ich weiß es nicht. Ich habe niemanden gesehen. Es müssen drei bis vier gewesen sein.“
„Und du bist dir sicher das sie über Nessi gesprochen haben?“
„Ich vermute es. Der Beschreibung nach kann es sich nur um Nessi gehandelt haben.“
„Was haben sie genau gesagt?“
„Also zuerst haben sie sie beschrieben. Dann hat einer gesagt genau die ist es. Das wird nicht allzu schwer.“
„Oh mein Gott. Meine … unsere Tochter … sie ist in Gefahr. Pass bitte auf das Bella nichts mitbekommt. Ich kümmere mich darum. Und wenn du irgendwelche Visionen hast, dann lass es mich sofort wissen, ja?“
„Sowieso. Also halten wir Bella erst mal raus?“
„Ja. Sie soll sich keine Sorgen machen müssen.“
„Also komm. Dann gehen wir jetzt wieder runter. Ach ja, ich habe mit dir über deine Hochzeit gesprochen. Falls Bella fragt.“
Alice nickte.

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am So 17 Mai 2009, 09:12

Esme und ich waren in ein Gespräch vertieft. Ich bemerkte Edward erst als er neben mir saß. Das war auch etwas, was ich früher, als Sterbliche, nicht konnte. Ich konnte mich nie so auf Gespräche einlassen, dass ich alles andere vergaß oder nicht wahrnahm. Die Gespräche mit Edward waren die Ausnahme.
„Hallo Liebling“, sagte er, lächelte mich an und nahm mich in den Arm.
„Und weiß Alice bescheid?“, fragte ich. Ich glaubte ja an ein Gespräch über die Hochzeit.
„Ja, die wichtigsten Punkte kennt sie.“ Edward wirkte etwas unkonzentriert als er mir die Antwort gab.
„Ich weiß immer noch nicht was du denkst Bella. Verrätst du mir deine momentanen Gedanken?“ Anscheinend war ihm mein skeptischer Blick nicht entgangen.
„Ich dachte gerade an unsere Hochzeit“, sagte ich zu ihm.
„Die war das schönste was ich jemals erlebt habe und erleben werde.“ Das klang aufrichtig und er nahm mich noch etwas fester in den Arm.
„Aber es wäre dir lieber gewesen wenn ich mich so gefreut hätte, wie Alice es jetzt tut.“ Es war keine Frage von mir gewesen, sondern lediglich eine Feststellung.
„Nein. So wie du reagiert hast, dass war deine Art. Es war die Art in die ich mich verliebt hatte. Weißt du noch: Und so verliebte sich der Löwe in das Lamm?“
„Was für ein dummes Lamm“, sagte ich. Er vollendete den Dialog, den wir damals auf der Lichtung sprachen: „Was für ein kranker, masochistischer Löwe.“ Dann legte er seine Lippen auf meine und küsste mich. Ich befand mich automatisch wieder im siebten Himmel.
„Wie war denn die Jagd?“, fragte er dann.
„Drei Rehe“, ich verzog angewidert das Gesicht „und ein junger Puma.“, fügte ich lachend hinzu. „Mein Durst ist also erst mal wieder gestillt.“
„Gut so. Denk dran, es kann nicht immer Puma geben. Sonst musst du in ein paar Jahren hungern. Dann hast du sie nämlich alle ausgerottet.“ Er grinste mich an und gab mir einen Kuss auf die Nasenspitze.

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am So 17 Mai 2009, 09:29

„Du hast Recht“, sagte ich. „Aber mal was anderes Edward. Meinst du solange wir hier sind könnten wir Charlie, Jacob und Renesmee mal besuchen?“
„Natürlich. Ich rufe gleich mal bei Charlie an. Die beiden anderen können dann mal zu ihm kommen. Und wir haben alle beieinander.“
„Bis auf meine Mutter.“, sagte ich leise. Es tat mir immer noch weh, meine Mutter nicht mehr zu sehen.
„Du könntest es mal probieren. Wollen wir sie einladen?“ Edward wusste wie sehr ich litt.
„Meinst du ich schaffe das? Ich glaube sie richt für mich so gut wie ich damals für dich.“
„Du sollst selbst entscheiden Bella. Aber ich traue es dir zu. Und wir sind alle bei dir.“
„Das wäre so schön Edward. Wir probieren es einfach.“ Ich lächelte erfreut bei dem Gedanken, meine Mutter zu sehen. Aber innerlich begann auch eine Angst sich breit zu machen.
Plötzlich saß mir Alice gegenüber und sah mich fordernd an.
„Was gibt´s denn du glücklich verlobte.“
„Die Planung Bella. Wir müssen langsam mal anfangen. Du schreibst alles auf was ich dir sage.“ Sie schob einen Block und einen Stift zu mir rüber.
„Na dann plant mal. Ich gehe jetzt auch mal auf die Jagd wenn ihr nichts dagegen habt.“ Edward erhob sich langsam vom Sofa.
„Nein geh ruhig“, sagte ich.
„Und nimm Jasper mit“, rief Alice ihm zu und sah ihn eindringlich an. Die beiden sahen sich kurz an. „Ach so, ja natürlich. Bis später dann.“
„Bis nachher.“, sagten Alice und ich gleichzeitig. In Alice´ Stimme war Ungeduld zu hören. Aus meiner dagegen eher Anstrengung. Ich konnte mir schon denken, was mir den Rest des Tages bevorstand.

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Re: Bis(s) - zum Ende unseres Daseins

Beitrag  Alice02 am So 17 Mai 2009, 14:42

„Also schreib auf: Gästeliste, Blumen, Einladungskarten, Tischkarten, Kleider.“
„Oh man Alice“, unterbrach ich sie. „Kleid. Das hab ich doch jetzt schon getragen.“
„Na und? Wir entwerfen einfach ein neues“, sie grinste mich an und ihre Augen glänzten.
„Aber du wolltest dieses Kleid. Von deinem Bild. Jetzt musst du wegen mir ein anderes tragen.“
„Mir hätte es gar nicht so gut gestanden wie dir. Außerdem habe ich schon eine super Idee für ein Kleid.“ Sie schaute verträumt in die Gegend. Sie sah sich mit Sicherheit schon vor dem Altar. Und sie würde wahrscheinlich die schönste Braut sein. Naja, mal abgesehen von Rosalie.

Edward und Jasper waren unterdessen im Wald angekommen.
„Lass uns mal ein Stück östlich gehen. Aus dem Wald heraus“, sagte Edward.
„Warum?“ Jasper wusste noch nichts von dem was Alice gehört hatte. Edward erzählte es ihm und Jasper ging sofort mit.
„Das finden wir raus. Nessi wird nichts geschehen.“ Jasper wollte seinem Bruder auf jeden Fall helfen. Aber die beiden sahen und hörten nichts und niemanden.
„Hatte Alice diesbezüglich schon Visionen?“, fragte Jasper nach.
„Nein. Aber soweit soll es gar nicht erst kommen. Und Jasper …“
„Ja?“
„“Bella soll erst mal nichts erfahren. Sie soll nicht leiden und sich sorgen.“
„Ich bin still.“, antwortete er ihm. „Außerdem wird Alice sie sicher so sehr mit den Hochzeitsvorbereitungen in Anspruch nehmen, dass sie sowieso keine Zeit zum nachdenken hat.“
„Das glaube ich allerdings auch“, die beiden lachten und liefen wieder in den Wald.

Zwischenzeitlich war auch Rosalie bei Alice und mir im Wohnzimmer. Sie hatte sich neben mich gesetzt und mich über das ganze Gesicht angegrinst. Alice schaute verwirrt zu mir, dann zu Rosalie und dann wieder zu mir. Weil keiner von uns etwas sagte, schüttelte sie nur verwundert den Kopf.
„Bella und Rosalie werden doch noch Freundinnen.“ Sie sagte es ganz leise, nur zu sich selbst, aber wir verstanden es.
„Alice, kann ich dir irgendwie behilflich sein bei der Planung?“, fragte Rosalie.
„Gerne. Aber seit wann bist du so wild darauf etwas zu organisieren?“ Alice war sichtlich verwundert über Rosalies Angebot.
„Seit meine kleine Schwester einen Heiratsantrag bekommen hat.“ Sie lachte. Man merkte, dass sie sich wirklich für Alice freute.
Plötzlich wurde Alice still. Sie saß ganz starr auf dem Sessel mir gegenüber. Das lächeln war aus ihrem Gesicht gewichen.
„Bella, hat Edward sein Handy dabei?“, fragte sie mich. Ihr Tonfall war merkwürdig.
„Ich denke schon. Warum?“
„Ich muss sofort mit Jasper sprechen.“
„Dann ruf doch bei Jasper an.“, sagte ich.
„Der hat sein Handy doch ohnehin nie dabei.“
„Dann probier es bei Edward. Was ist denn passiert? Alice, hast du irgendwas gesehen? Was denn?“
„Hat nichts mit dir zu tun.“ Sie war so schnell zur Tür draußen, dass ich es gar nicht richtig wahrnahm. Rosalie und ich starrten ihr verwundert hinterher.
„Rose, hier stimmt doch irgendwas nicht. Was ist nur mit ihr los?“
„Keine Ahnung.“, antwortete sie mir. „Vielleicht hat es was mit der Hochzeit zu tun, wenn sie so dringend mit Jasper sprechen muss.“
„Ja aber das hätte sie uns doch gesagt. Sie hätte doch etwas mehr erzählt.“
„Vielleicht hat Jasper in ihrer Vision den Pfarrer ausgesaugt, oder an der entscheidenden Stelle nein gesagt.“ Wir schauten uns an und lachten. Wir lachten so sehr, dass wir an einen realistischeren Grund gar nicht mehr denken konnten.
„Na hier geht´s aber lustig zu.“ Carlisle betrat das Wohnzimmer. „Sagt mal was ist denn mit Alice los? Sie hat mich gerade fast umgerannt. Das sie immer schnell ist weiß ich ja, aber normalerweise hält sie die Augen offen.“
„Keine Ahnung“, antwortete ich ihm. „Sie hatte irgendeine Vision und ist dann wie eine Verrückte zur Tür hinaus gestürzt.“
„Ja ja. Die lieben Kinder kurz vor der Hochzeit.“ Carlisle lächelte und schüttelte den Kopf. „Rosalie war auch nicht wieder zu erkennen, kurz bevor es soweit war.“
„Na so schlimm war ich aber nicht.“, wehrte Rosalie sich.
„Ok, nicht ganz. Aber du hast uns auch alle schier in den Wahnsinn getrieben. Wenn ich nur daran denke das du dein Kleid sieben mal hast umnähen lassen.“
„So ein Kleid muss eben perfekt sein.“
„Bella ihre Hochzeit war so schön ruhig. Ihr hat man gar keine Aufregung angemerkt.“, stellte Carlisle fest.
„Ich hatte viel zu viel Bammel vor dem Tag. Mir war eigentlich alles egal. Ich wollte es nur so schnell wie möglich hinter mich bringen.“, sagte ich teilweise entschuldigend.
„Außerdem hat sie ja Alice die Organisation übertragen. Da hätte sie selber ohnehin nichts mehr zu sagen. Selbst wenn sie wollte.“, fügte Rosalie hinzu.
„Das ist wahr. Unsere kleine Alice hat einen extrem starken Willen. Und was sie sich in den Kopf setzt, dass bekommt sie auch.“

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